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1991/25 Was bedeutet es, dass jemand, der umkehrt, glücklich sein soll?

Im Heiligen Sohar (WaJikra, Artikel 109-113) steht geschrieben: "Rabbi Yehuda begann und sagte: 'Dienet dem Herrn mit Freude.' Wir haben gelernt, dass jeder Mensch jede Arbeit, die er für den Schöpfer tun will, mit Freude und freiwillig tun soll, damit seine Arbeit vollkommen ist. Wenn du sagst, dass das nicht möglich ist, weil dieser Mensch das Gebot seines Herrn übertreten hat und vor seinem Herrn Buße getan hat [im Hebräischen wörtlich: umgekehrt ist], mit welchem Angesicht wird er dann vor Ihm aufstehen? Sicherlich mit einem zerbrochenen Geist, was bedeutet, dass er in einer traurigen Geistesverfassung sein wird. Wo also bleibt die Freude? Die Freude und der Gesang sind nicht vorhanden. Wodurch werden sie korrigiert? Durch die Priester und Leviten. Freude gibt es beim Priester, denn er ist immer weit entfernt vom Urteil, und Gesang gibt es bei den Leviten. Wie kann man nun, da keine Opfergabe gefunden wurde (da der Tempel zerstört wurde), die Freude und den Gesang aufrechterhalten? Wir haben gelernt, dass das Preisen des Schöpfers und die Freude an der Tora sowie das besingen der Tora Freude und Gesang sind. So haben wir gelernt (Berachot 8): “Für immer wird ein Mensch zwei Tore betreten und sein Gebet sprechen.”.’ Kannst du dir das vorstellen – tatsächlich zwei Tore? Sag lieber, die Ausmaße von zwei Tore, die Chessed [Barmherzigkeit/Gnade, eine der Sefirot] und Ehrfurcht heißen, also Gwura [Überwindungskraft, eine der Sefirot], und das sind die Tore der Welt." 

Wir sollten verstehen, was es uns in der Arbeit sagt, dass der Priester in Freude und die Leviten im Gesang sind, und auch, was geschrieben steht, dass die Freude im Herzen und der Gesang im Mund ist, und dass gerade durch diese beiden das Opfer korrigiert wird. Die Sache ist die, dass die Ordnung der Arbeit bekanntlich darin besteht, dass wir in der Tora und den Mizwot [Geboten/gute Taten] zu arbeiten beginnen, um Belohnung zu empfangen, und die Belohnung besteht immer darin, was ein Mensch empfangen will, aber kein Verlangen hat, zu geben. Stattdessen zahlt er, was von ihm verlangt wird, und das ist die Belohnung, für die der Mensch arbeitet.

Natürlich hat jeder Mensch eine Leidenschaft für das, was sein Körper verlangt. Deshalb gibt es auch Unterschiede zwischen den Menschen, zwischen Kindern einerseits und zwischen Kindern und Erwachsenen andererseits. Wir können zum Beispiel sehen, dass kleinen Kindern, die nicht essen wollen, manchmal gesagt wird: "Wenn ihr isst, bekommt ihr eine Belohnung", z. B. indem man ihnen Spielzeug kauft. Daraus folgt, dass sie beim Essen Zugeständnisse machen, um Spielzeug zu empfangen. Sie strengen sich an, indem sie essen, um Spielzeug zu bekommen. Den Erwachsenen wird gesagt: "Wenn ihr arbeitet, geben wir euch essen." Das heißt, jeder hat eine besondere Sache, die er "Belohnung" nennt.

Wenn also von der Arbeit des Schöpfers die Rede ist – dass der Schöpfer uns das Einhalten von Tora und Mizwot befohlen hat –, wird dies sicherlich als Anstrengung angesehen, denn der Mensch liebt von Natur aus die Ruhe, und wenn er aufgefordert wird, etwas zu tun und die Ruhe aufzugeben, fragt er prompt: "Was werde ich dadurch gewinnen?", was bedeutet: "Welchen größeren Genuss werde ich haben als den, den ich jetzt vom Ausruhen habe?" Wenn er hört, dass der Genuss, den er von der Arbeit empfangen kann, geringer ist als der Genuss, den er von der Ruhe genießt, wird er es sicher nicht tun.

Er hat deshalb, wenn der Mensch beginnt, die heilige Arbeit zu tun, keine Ahnung, was Genuss ist. Es gibt nur das Verständnis, des Willen für sich selbst zu empfangen, dass er von dieser Arbeit mehr Genuss empfangen wird durch als die Ruhe, die der Wille für sich selbst zu empfangen von der Ruhe empfängt. Deshalb wird ihm eine Belohnung versprochen, die er als Gegenleistung für seine Arbeit empfangen wird, so wie es im Heiligen Sohar geschrieben steht, dass er "reichliche Genüsse dieser Welt" sowie eine Belohnung in der kommenden Welt empfangen wird. In dem Maße, in dem er daran glaubt, ist er auch freiwillig zur Arbeit bereit, also in dem Maße, in dem er an Belohnung und Bestrafung glaubt.

Das wird als "Arbeit auf einer Linie" bezeichnet, d.h. um eine Belohnung für seinen eigenen Nutzen zu empfangen. Dies wird als "Arbeit auf der Ebene der Tat” bezeichnet. Das heißt, er muss an den Schöpfer glauben, dass Er uns durch Moses befohlen hat, die Tora und die Mizwot einzuhalten, wofür wir belohnt werden, und wenn nicht, werden wir bestraft. Diese beiden zwingen uns, Tora und Gebote einzuhalten.

In den Worten unserer Weisen heißt das "Furcht und Liebe", wie unsere Weisen so sagten: "Furcht wird gebraucht, denn wer sich fürchtet, tritt nicht darauf, und Liebe wird gebraucht, denn wer liebt, hasst nicht." Den Begriff "um des Gebens willen" zu verstehen, ist jedoch unmöglich, solange der Mensch sich noch in Katnut [Kleinheit/Kindheit] des Verstandes ist. Er kann nicht verstehen, dass es eine Angelegenheit des Gebens ist. Vielmehr kann er verstehen, dass wir nur geben müssen, um eine Belohnung für das Geben zu empfangen, das er zuvor gegeben hat.

Doch auch dies wird als hohe Stufe bezeichnet, obwohl es darum geht, zu empfangen. Dies wird die Stufe von Lo liShma [nicht um Ihretwillen] genannt, von der unsere Weisen sagten: "Von Lo liShma kommen wir zu liShma [um Ihretwillen], denn das Licht darin korrigiert ihn." Deshalb muss ein Mensch beim Dienst am Schöpfer auch im Aspekt von lo liShma darauf achten, die praktischen Handlungen zu würdigen. Man muss dem Schöpfer dankbar sein, dass er ihm das Verlangen und die Sehnsucht gegeben hat, die Tora und die Gebote einzuhalten. Und der erste Zustand beim Eintritt in die wirkliche Arbeit, durch den er "Diener des Schöpfers" genannt wird, besteht darin, ohne jegliche Belohnung, sondern einzig und alleine zum Nutzen des Schöpfers zu arbeiten.

Wenn der Mensch dagegen arbeitet, um als Gegenleistung eine Belohnung zu empfangen, gilt er als "für sich selbst arbeitend", d. h. zu seinem eigenen Nutzen und nicht zum Nutzen des Schöpfers. Der Mensch muss vorsichtig sein, dass er die Arbeit zu schätzen weiß und sie nicht geringschätzt, sondern dem Schöpfer dafür dankt, dass er ihn damit belohnt hat, Tora und Mizwot als praktische Handlung einzuhalten.

Danach muss der Mensch jedoch auf eine andere Art und Weise für Belohnung und Bestrafung arbeiten, genau wie in der Allegorie über die Erwachsenen und Kinder, wo die Belohnung darin bestehen sollte, dass er mit dem Geben an den Schöpfer belohnt wurde, was bedeutet, dass er die Absicht hat, um des Geben willens zu geben, wodurch er Dwekut [Anhaftung] an den Schöpfer erreicht. Das ist die Belohnung, die der Mensch für seine Bemühung in Tora und Mizwot verlangen sollte.

Da der Mensch jedoch daran gewöhnt ist, alles zu seinem eigenen Nutzen zu tun, obwohl er glaubt, was geschrieben steht, dass man alles um des Schöpfers Willen tun soll, der Körper sich jedoch dagegen sträubt, da dies gegen die Natur ist, kann der Mensch nicht feststellen, dass dies wirklich eine große Angelegenheit ist zu geben, und dass es wichtig ist, dass es sich für einen Menschen lohnt, Tora und Gebote einzuhalten und die Angelegenheit um des Gebens willen seine ganze Belohnung als Gegenleistung für seine Arbeit in Tora und Geboten sein wird.

Da die Angelegenheit des Gebens für einen Menschen nicht so wichtig ist, hat er keinen Bedarf, den Schöpfer aus tiefstem Herzen darum zu bitten, von Ihm ein Verlangen zu geben zu erhalten; als ein Geschenk des Schöpfers. Daraus folgt, dass ein Mensch zwar versteht, dass es sich lohnt, um des Gebens willen  zu arbeiten, aber er hat nicht das Gefühl, dass er es nötig hat. Das ist der Grund, warum ein Mensch arbeiten muss, damit der Schöpfer ihm die Notwendigkeit der Angelegenheit erleuchtet, wie das Verlangen, zu geben, einen Menschen zum Schöpfungsziel bringt, das darin besteht, die Freude und den Genuss zu erlangen, die im Schöpfungszweck zu finden sind. Aus diesem Grund muss der Mensch den Schöpfer bitten, ihn den Mangel spüren zu lassen, d.h. dass er ihm an dem Verlangen mangelt, den Schöpfer aus tiefstem Herzen zu bitten, ihm das Verlangen zu geben, denn ohne Mangel gibt es keine Füllung.

Danach sollte er den Schöpfer bitten, ihm die Füllung zu geben, denn oft kommt der Mensch in einen Zustand, in dem er keinerlei Verlangen hat, dass der Schöpfer ihm hilft, den Willen zu empfangen in seinen Augen verabscheuungswürdig zu machen und die Niedrigkeit in dem Willen zu empfangen zu spüren. Vielmehr will er das Gegenteil, nämlich dass der Schöpfer alles erfüllt, was der Wille zu empfangen verlangt. Deshalb muss er, wenn er in einen Zustand der Niedrigkeit kommt, den Schöpfer bitten, ihm den Bedarf dafür zu geben, das Verlangen zu geben zu erhalten, und dass dafür das Gebet aus tiefstem Herzen kommt. Zu diesem Zeitpunkt kommt die Hilfe von oben zu ihm.

Wenn er jedoch in einen Zustand kommt, in dem er sieht, dass er sich in völliger Niedrigkeit befindet, und wenn er seine Niedrigkeit sieht, ist er erschüttert und zerbrochen – wie kann er sich dann freuen, wie es der Heilige Sohar ausdrückt: "Wenn du sagst, dass das nicht möglich ist, weil dieser Mensch das Gebot seines Herrn übertreten und vor seinem Herrn Buße getan hat. Gewiss, mit einem gebrochenen Geist. Und wo bleibt da die Freude?"

Wir sollten uns fragen: Wenn es sinnvoll ist, dass ein Mensch, wenn er sieht, dass er in Niedrigkeit ist, traurig sein soll, warum muss er dann in Freude sein? Der Grund dafür ist, dass geschrieben steht: "Dienet dem Herrn mit Freude." Auch das sollten wir verstehen, warum von einem Menschen etwas verlangt wird, was unmöglich ist, denn es sind zwei Gegensätze in einem Subjekt.

Baal HaSulam sagte, wenn ein Mensch "arm und mittellos" ist, wird er als "verflucht" bezeichnet, und "Der Verfluchte haftet nicht an dem Gesegneten", wie es im Artikel "Glaube an seinen Rav" geschrieben steht. Deshalb kann ein Mensch keinen Segen vom Schöpfer empfangen, denn der Segen ruht nicht auf der Leere. Aus diesem Grund antwortet der Heilige Sohar, dass die Opfergabe von den Priestern und Leviten korrigiert wird, denn die Freude ist im Priester und der Gesang in den Leviten vorhanden. Und der Grund dafür ist, dass "Priester" Chessed [Barmherzigkeit/Gnade] ist, und er ist weit weg vom Urteil.

Wir sollten wissen, was es in der Arbeit bedeutet, dass der Priester Chessed ist. Es geht darum, dass Chessed eine Form des Gebens ist, was bedeutet, dass er nichts für sich selbst braucht, sondern nur, um anderen zu geben, und wer im Zustand von Chessed ist, ist mit seinem Anteil zufrieden und braucht nichts. Daraus folgt, dass er keinen Mangel hat, also kann er sich freuen, denn "Urteil" deutet auf einen Mangel hin, da die ganze Angelegenheit des Mangels, die es in den Geschöpfen gibt, daher kommt, dass es ein Urteil gab, dass es verboten ist, die Gefäße des Empfangens zu benutzen, sondern einzig und alleine die Gefäße des Gebens zu nutzen, denn nur da ist der Ort, an dem die Fülle empfangen werden kann.

Wenn wir deshalb sagen, dass es Urteile in der Welt gibt, bedeutet dies, dass die Freude und der Genuss keinen Platz in der Welt haben, an dem sie sich ausbreiten können, denn die Welt ist in Gefäße des Empfangens getaucht, auf denen es Zimzum [Einschränkung] und Urteil gab. Aus diesem Grund hat ein Priester, der Chessed – also Gefäße des Gebens – ist, keine Verbindung zum Urteil. Das ist die Bedeutung dessen, was geschrieben steht: Die Freude ist im Priester gegenwärtig, denn er ist immer weit vom Urteil entfernt. Das heißt, die Gefäße des Gebens sind weit entfernt von den Gefäßen des Empfangens, die das Urteil sind.

Umgekehrt wird ein Levit als Urteil bezeichnet, wo es Gesang gibt, also ein Lied. So wie unsere Weisen sagten (Berachot 35): "Man singt nicht, außer über Wein." Im Heiligen Sohar wird erklärt, dass Wein "der Wein der Tora" bedeutet, der das Leuchten von Chochma [Weisheit] ist, was "linke Linie" genannt wird. Singen bedeutet "Versüßung der Urteile", denn Urteile [Dinim] sind, wie gesagt, Gefäße des Empfangens, über die es ein Urteil gab, da es verboten ist, sie zu benutzen, denn sie sind in ungleicher Form [zum Schöpfer], was eine Trennung bewirkt. Aus diesem Grund bleibt dieser Ort des Urteils ohne Fülle.

Umgekehrt, wenn die Gefäße des Empfangens korrigiert werden, um des Gebens willen zu arbeiten, kommt die Fülle und füllt die Gefäße des Empfangens. Daraus folgt, dass die Urteile, d.h. die Gefäße des Empfangens, die vorher arbeiteten, um zu empfangen, ein Zustand der Bitterkeit waren, da sie ohne Licht waren, während jetzt, da sie die Korrektur des Arbeitens, um zu geben, erhalten haben, das Licht Chochma dort leuchtet, das das Licht des Schöpfungszwecks ist, und der Schöpfungszweck besteht darin, seinen Geschöpfen Gutes zu tun. So ist das, was zuvor bitter war, jetzt süß geworden, wie geschrieben steht: "Man singt nur über Wein", der Chochma ist.

Das ist die Bedeutung der Worte "Singen ist bei den Leviten". Denn die Leviten stehen immer für den Gesang, und durch die Priester und Leviten wird die Arbeit des Schöpfers in ihnen vollendet. Das heißt, durch sie wird die Arbeit des Schöpfers vollendet, was die Korrektur der drei Linien ist: Chessed [Barmherzigkeit/Gnade], Din [Urteil] und Rachamim [Barmherzigkeit]. Mit anderen Worten: Durch die Rechte und die Linke wird der Mensch durch die Opfergabe vollendet, was bedeutet, dass sich der Mensch dadurch dem Schöpfer nähert.

Außerdem sollten wir auslegen, was geschrieben steht, dass jetzt, da der Tempel zerstört ist – wie können da Freude und Gesang sein? Er antwortet, dass er seinen Herrn preist und die Freude an der Tora und das Besingen der Tora Freude und Gesang sind. Wir sollten auslegen, dass "ein Priester" die Arbeit der rechten Linie bedeutet, wobei "rechts" Vollkommenheit bedeutet, und Vollkommenheit ruft Freude hervor.

Wir sollten die Antwort so verstehen, dass "rechts" Vollkommenheit bedeutet, und er die Vollkommenheit von Rechts nimmt, wenn er ein Opfer bringen will, also wenn er sich dem Schöpfer nähern will, weil er spürt, dass er im Verstand und im Herzen weit vom Schöpfer entfernt ist, und er ist zerbrochen und traurig.

Der Heilige Sohar antwortet, dass das Lob, das er seinem Herrn zollt, ihm Freude bereitet. Wir sollten uns fragen: Welches Lob und welche Dankbarkeit kann er dem Schöpfer entgegenbringen, wenn er spürt, dass er ein Sünder ist? Wir müssen jedoch wissen, dass wir in allem zwei Seiten unterscheiden sollten: 

1.) Auf der einen Seite ist der Mensch jetzt zerbrochen und zerrüttet, weil er gegen den Schöpfer gesündigt hat. Und er ist traurig, denn er hat das Gefühl, dass er hinsichtlich der Kedusha [Heiligkeit] kahl und mittellos ist. 

2.) Die andere Seite der Medaille ist, dass er bis jetzt überhaupt nicht über spirituelle Angelegenheiten nachgedacht hat. Vielmehr war er in weltliche Angelegenheiten vertieft und dachte gar nicht daran, dass es in der Welt Spiritualität gibt. Aber jetzt ist er in eine andere Welt gekommen, in der er überhaupt nicht mehr über weltliche Angelegenheiten nachdenkt, sondern sich nur noch Sorgen darüber macht, warum er so materialistisch ist. Er ist also in dieser Hinsicht auf eine höhere Stufe aufgestiegen, was bedeutet, dass seine Belohnung und Bestrafung nicht in körperlichen, sondern in spirituellen Angelegenheiten liegt.

Fehlender Satz: Und gemäß dem oben Gesagten folgt, dass, wenn der Mensch aufsteigt, er fröhlich sein sollte, weil er jetzt den Willen der Arbeit des Schöpfers erreicht hat. 

Wenn er also sieht, wie weit er vom Schöpfer entfernt ist, und sein Herz deshalb schmerzt, dass er als "Jude" geboren wurde, und dennoch verwendet er das nicht, um Handlungen zu vollbringen, die einem Juden entsprechen. Das heißt, er sollte den Glauben an den Schöpfer haben, wie es einem Juden entspricht – stattdessen sind alle seine Sorgen darauf gerichtet, die Bedürfnisse zu erfüllen, die der Körper erfordert, so wie alle Körper – das heißt, wie alle Bedürfnisse der Geschöpfe. Er fordert sogar das, was nicht-jüdisch ist, wie geschrieben steht: “Und sie vermischten sich mit den Völkern und lernten von ihren Handlungen.” Das bedeutet, dass sein Körper auch alle Bedürfnisse der Nichtjuden fordert.

Er hat also erreicht und spürt ein wenig, dass es in der Welt eine Spiritualität gibt, die "Dwekut an den Schöpfer" genannt wird, und er ist weit davon entfernt. Das bricht ihm das Herz und er will ein Opfer bringen, das heißt, er will sich dem Schöpfer nähern, was "ein Opfer bringen" genannt wird. Einerseits sollte er gebrochen sein, weil er fühlt,  dass er weit vom Schöpfer entfernt ist. Andererseits sollte er froh sein, dass er sich jetzt dem Schöpfer annähern will.

Deshalb kann ein Mensch befolgen: "Dienet dem Herrn mit Freude." Aber warum sollte er froh sein? Um den Schöpfer dafür zu preisen, dass er ihn näher gebracht hat. Aber woher weiß man, dass der Schöpfer einen näher gebracht hat? Die Antwort lautet: Ein Mensch sollte wissen, dass der Schöpfer Sich Selbst dem Menschen näher gebracht hat, indem der Mensch spürt, dass er weit vom Schöpfer entfernt ist.

Das ist ähnlich wie in der körperlichen Welt, wo man nicht weiß, dass man weit von etwas entfernt ist, wenn man es nicht von weitem sehen kann. Wenn er also etwas sieht, kann er sagen, dass es weit von ihm entfernt oder nahe bei ihm ist. Wenn die Sache aber so weit von ihm entfernt ist, dass er sie gar nicht sehen kann, wie kann er dann sagen, ob sie weit oder nah ist? Genauso ist es hier in der Arbeit, wenn jemand spürt, dass er weit von der Arbeit des Schöpfers entfernt ist, und ihm dadurch das Herz bricht, denn er will, dass der Schöpfer ihn näher bringt, das nennt man "ein Opfer bringen wollen", d.h. sich dem Schöpfer nähern, und es ist sicher, dass der Schöpfer ihm nahe gekommen ist.

Der Beweis dafür ist, dass er Ihn aus der Ferne sehen kann, d.h. er fühlt, dass er vom Schöpfer entfernt ist. In diesem Sinne sollte ein Mensch "Freude" darüber empfangen, dass der Schöpfer in seine Nähe gekommen ist und er den Schöpfer aus der Ferne sehen kann. Diese Freude bewirkt, dass ein Mensch der Arbeit des Schöpfers Bedeutung beimisst. Das heißt, auch wenn er sich vom Schöpfer entfernt fühlt, sagt er, dass der Schöpfer ihm in einem gewissen Maß nahe ist, und wenn der Mensch sagt, dass er davon Vollkommenheit hat, wird er bereits als "gesegnet" bezeichnet. Dann kann er wirklich damit belohnt werden, dass der Schöpfer ihm näher kommt, d.h. er wird mit dem Gefühl belohnt, dass er dem Schöpfer nahe ist, denn "der Gesegnete haftet an dem Gesegneten."

Wenn jemand jedoch keinen Bedarf hat, aus seinem Zustand der Katnut [Kleinheit] herauszukommen, selbst wenn der Schöpfer ihm eine höhere Stufe geben will, damit er aus seiner Katnut herauskommt, wenn er sich in einem Zustand der Vollkommenheit befindet, weil er sich mit dem Zustand des "Rechten" befasst und mit seinem Los zufrieden ist, wie kann ihm dann etwas gegeben werden, da er keine Kelim [Gefäße] dafür hat, also keinen Bedarf, aus seiner Katnut zu entkommen, da er mit seinem Anteil zufrieden ist.

Aus diesem Grund muss er auch "links" wandeln, das ist die Eigenschaft der "Leviten", Gwura, Ehrfurcht. Das heißt, er prüft sein Handeln kritisch und sieht, dass ihm die Eigenschaft des "Verstandes" und die Eigenschaft des "Herzens" fehlen, und er hat Angst, dass er für immer im Zustand der Katnut bleibt und in der Ungleichheit der Form zum Schöpfer verharrt, denn der Schöpfer ist der Gebende, während der Mensch völlig im egoistischen Empfangen versunken ist. Und jedes Mal, wenn er es überwinden will, sieht er, dass es nicht in der Macht des Menschen liegt. Dadurch ist er auf die Hilfe des Schöpfers angewiesen.

Das ist die Bedeutung der Worte, mit denen er seinen Herrn preist und die Tora befolgt, nämlich durch Freude und Gesang. Das heißt, das Opfer kommt von der Eigenschaft "rechts" und "links", was bedeutet, dass der Mensch sich durch beides dem Schöpfer nähert, denn der Mensch empfängt die Kelim und den Bedarf von links, denn dann braucht er den Schöpfer, um ihm zu helfen und ihm die Kraft von oben zu geben, die "Seele" genannt wird, wo er jedes Mal, wenn er sich überwinden will, Hilfe erhält.

Wenn der Mensch aber in einem Zustand der Freude ist und er mit seinem Anteil zufrieden ist und kein Bedarf besteht, eine höhere Stufe zu empfangen, wird das Gebet erhört. Vielmehr ist er in dem Zustand, in dem er sich befindet, zufrieden und spürt, dass er vom Schöpfer gesegnet ist. Zu diesem Zeitpunkt "haftet der Gesegnete an dem Gesegneten", und dann ist der Zeitpunkt, an dem er mit Dwekut belohnt werden kann, da er bereits Kelim dafür von links hat.

Wenn er dann sagen kann, dass er mit seinem Anteil zufrieden ist, obwohl er so mangelhaft ist, dass er Mangel und Schmerz darüber empfindet, vom Schöpfer entfernt zu sein, dann heißt das, dass er "glücklich mit seinem Anteil" ist. Und nur wenn er einen Mangel hat, kann man sagen, dass er "glücklich mit seinem Anteil" ist, während er, wenn er keinen Mangel hat, nicht als "glücklich mit seinem Anteil" gilt, denn "glücklich mit seinem Anteil" bedeutet, dass er sich mit wenig begnügt, und wenn er keinen Mangel hat, gilt er nicht als "mit wenig begnügt", denn er hat nicht mehr Bedarf, als er bereits hat.

So hat Baal HaSulam interpretiert, was unsere Weisen sagten (Megilla 12): "Das Trinken ist nach dem Gesetz, kein Zwang." Was bedeutet "nach dem Gesetz"? Es ist nach dem Gesetz der Tora. Wie lautet das Gesetz der Tora? Es lautet mehr Essen als Trinken.

Er sagte so, dass das "Gesetz der Tora" "kein Zwang" ist, das heißt, er hat keine Notwendigkeit dafür. Vielmehr darf er auch essen, ohne zu trinken, denn Trinken bedeutet "Glaube über dem Verstand", bei dem er glaubt, dass der Schöpfer die Welt auf eine Weise führt, die gut ist und Gutes tut. Obwohl er das nicht sehen kann, das heißt, obwohl die Vernunft es leugnet, glaubt er es trotzdem. Er wird dann mit dem "Trinken" belohnt, dem "Wein der Tora", der Chochma ist, dem Licht des Schöpfungszwecks, das Sein Verlangen ist, seinen Geschöpfen Gutes zu tun.

Wir können das so verstehen, wie unsere Weisen sagten: “Für immer wird ein Mensch zwei Tore betreten und sein Gebet sprechen.” Das heißt, damit sein Gebet erhört wird, d.h. um mit einer "Opfergabe" belohnt zu werden, die als Annäherung an den Schöpfer gilt, muss er bekanntlich rechts und links wandeln. Die beiden Tore bedeuten, dass zwei Dinge gebraucht werden: 

1.) Er muss wissen, woran es ihm mangelt. Dadurch empfängt er einen Mangel und einen Bedarf, Kelim genannt, damit der Schöpfer seinen Mangel füllen kann. Wenn er aber keinen Mangel hat, ist es unmöglich, ihn zu füllen. 

2.) Eine Zeit, um die Füllung zu empfangen: Wenn ein Mensch einen Mangel hat, ist dies nicht die Zeit, ihn zu füllen, denn "der Verfluchte haftet nicht an dem Gesegneten." Deshalb ist eine Zeit der Vollkommenheit notwendig, denn dann ist die Zeit, um die Füllung zu empfangen. Aus diesem Grund werden zwei Beine gebraucht – das rechte Bein und das linke.