Rabash 1990-26 – Was bedeutet „Keiner ist so heilig wie der Ewige, denn es gibt niemanden außer Dir“ in der Arbeit
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1 | Der heilige Sohar sagt (Tasria, Blatt 13, und im Sulam Punkt 37): „‚Wenn eine Frau befruchtet, bringt sie ein männliches Kind zur Welt.‘ Rabbi Jehuda begann: ‚Keiner ist so heilig wie der Ewige, denn es gibt niemanden außer Dir, und es gibt keinen Fels wie unser Gott.‘ Dieser Vers ist schwierig, denn es steht geschrieben: ‚Keiner ist so heilig wie der Ewige.‘ Das deutet darauf hin, dass es doch einen anderen Heiligen gibt, der nur ein wenig geringer ist als der Ewige, da geschrieben steht ‚wie der Ewige‘. Und ebenso bedeutet ‚es gibt keinen Fels wie unser Gott‘, dass es einen anderen Fels gibt, der nur ein wenig geringer ist als der Ewige. Und er antwortet: In Wahrheit gibt es viele Heilige. Es gibt Heilige oben, nämlich die Engel, und auch Israel ist heilig. Doch keiner ist so heilig wie der Ewige. Und was ist der Grund? ‚Denn es gibt niemanden außer Dir.‘ Denn die Heiligkeit des Schöpfers besteht ohne ihre Heiligkeit, die der Engel und Israels, weil Er ihre Heiligkeit nicht braucht; sie aber sind nicht heilig ohne Dich. ‚Und es gibt keinen Fels wie unser Gott‘ bedeutet, dass der Schöpfer eine Form in einer Form bildet, nämlich die Form des Embryos (Ubar) in der Form seiner Mutter.“ | הזה"ק (תזריע, דף י"ג, ובהסולם אות ל"ז) אומר "אשה כי תזריע וילדה זכר. רבי יהודה פתח, אין קדוש כה', כי אין בלתך, ואין צור כאלקינו. מקרא זה קשה, שכתוב, אין קדוש כה'. משמע שיש קדוש אחר על כל פנים, הגרוע מעט מה', משכתוב כה'. וכן "אין צור כאלקינו" משמע, שיש צור אחר, אלא שהוא גרוע מעט מה'. ומשיב, אלא יש הרבה קדושים. יש קדושים למעלה, דהיינו מלאכים. וכן ישראל קדושים. ואין קדושים כה'. ומהו הטעם "כי אין בלתך". אלא קדושתו של הקב"ה הוא בלי קדושה שלהם, של המלאכים ושל ישראל. כי הוא לא צריך לקדושה שלהם, אבל הם אינם קדושים בלתך. "ואין צור כאלקינו" פירושו הוא, שהקב"ה צר צורה בתוך צורה, דהיינו צורת העובר בתוך צורת אמו". | Im heiligen Sohar steht (Tasria, Punkt 37): „‚Wenn eine Frau befruchtet, bringt sie ein männliches Kind zur Welt.‘ Rabbi Yehuda begann: ‚Es gibt keinen, der so heilig ist wie der Ewige, denn es gibt niemanden außer Dir, und es gibt keinen Felsen wie unseren Gott.‘ Dieser Vers ist verwirrend. Es steht geschrieben: „Es gibt keinen, der so heilig ist wie der Ewige. Das bedeutet, dass es einen anderen gibt, der heilig ist, wenn auch ein bisschen schlechter als der Schöpfer. Auch „Es gibt keinen Felsen wie unseren Gott“ impliziert, dass es einen anderen Felsen gibt, der aber ein wenig schlechter ist als der Schöpfer. Er antwortet, dass es viele Heilige gibt. Es gibt Heilige oben, also Engel, und Israel ist auch heilig, aber keiner ist so heilig wie der Schöpfer. Und was ist der Grund dafür? Denn es gibt keinen außer Dir. Vielmehr ist die Heiligkeit des Schöpfers ohne ihre Heiligkeit – die der Engel und Israels, denn Er braucht ihre Heiligkeit nicht. Aber sie sind nicht heilig ohne Dich. Und es gibt keinen Felsen wie unseren Gott‘ bedeutet, dass der Schöpfer eine Form in einer Form bildet, also die Form des Ubar [Embryo] in der Form seiner Mutter.“ |
2 | Welche Verbindung besteht zwischen „Wenn eine Frau befruchtet, bringt sie ein männliches Kind zur Welt“ und dem, was geschrieben steht: „Keiner ist so heilig wie der Ewige, und es gibt keinen Fels wie unser Gott“? Und ebenso: Wie kommt man überhaupt auf den Gedanken, das Volk Israel gebe dem Schöpfer Heiligkeit, sodass der Text uns eigens mitteilen müsste „denn keiner ist so heilig wie der Ewige“? Und schließlich: Was bedeutet in der Arbeit seine Erklärung zu „es gibt keinen Fels wie unser Gott“, dass nämlich der Schöpfer eine Form in einer Form bildet? | ויש להבין מהו הקשר "אשה כי תזריע וילדה זכר" למה שכתוב "אין קדוש כה', ואין צור כאלקינו". וכמו כן, איך סלקא דעתך לומר, שעם ישראל משפיעים קדושה לה', שבגלל זה צריך הכתוב להשמיענו "כי אין קדוש כה'". וכמו כן מהו הפירוש בעבודה, מה שמפרש "אין צור כאלקינו", שהקב"ה צר צורה בתוך צורה, בעבודה. | Wir sollten die Verbindung zwischen „Wenn eine Frau befruchtet, bringt sie ein männliches Kind zur Welt“ und dem Vers „Es ist niemand so heilig wie der Ewige, und es gibt keinen Felsen wie unseren Gott.“ verstehen. Wie kommst du außerdem auf die Aussage, dass das Volk Israel dem Schöpfer Kedusha [Heiligkeit] verleiht, wozu der Text sagen sollte: „Es gibt keinen, der so heilig ist wie der Ewige“? Und was bedeutet in der Arbeit des Gebens, dass er „Es gibt keinen Felsen wie unseren Gott“ so interpretiert, dass der Schöpfer eine Form innerhalb einer Form bildet? |
3 | Bekanntlich besteht die Ordnung der Arbeit darin, dass wir zur Anhaftung (Dwekut) an den Schöpfer gelangen müssen, wie geschrieben steht: „Heilig sollt ihr sein, denn Ich bin heilig.“ Das bedeutet: So wie der Schöpfer heilig und vom Empfangen getrennt ist – denn der Schöpfer gibt nur und empfängt nicht –, so müssen auch wir heilig und vom Empfangen getrennt sein, und all unsere Handlungen müssen einzig dazu dienen, dem Schöpfer zu geben. | ידוע, שסדר העבודה הוא, שאנו צריכים להגיע לדביקות ה', כמו שכתוב "קדושים תהיו, כי קדוש אני". שפירושו, שכמו שהקב"ה קדוש ומובדל מקבלה, שהבורא הוא רק משפיע ולא מקבל חס ושלום, אם כן גם אנחנו צריכים להיות קדוש ומובדל מקבלה, ושכל מעשינו יהיו אך ורק להשפיע לה'. | Es ist bekannt, dass die Ordnung der Arbeit darin besteht, dass wir Dwekut [Anhaftung] an den Schöpfer erreichen müssen, wie es geschrieben steht: „Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.“ Das bedeutet: So wie der Schöpfer heilig und vom Empfangen getrennt ist, denn der Schöpfer gibt nur und empfängt nicht, müssen auch wir heilig und vom Empfangen getrennt sein, und all unsere Handlungen dürfen nur dazu dienen, dem Schöpfer zu geben. |
4 | Da wir aber mit der Natur des Empfangens für uns selbst geboren wurden, wie können wir dann die Stufe der Heiligkeit erlangen, sodass wir von der Selbstliebe getrennt sind? Diese Stufe des Verlangens, für sich selbst zu empfangen, nennt man „bösen Trieb“ (Jezer haRa). Und darüber sagten unsere Weisen: „Der Schöpfer sprach: ‚Ich habe den bösen Trieb erschaffen, Ich habe die Tora als Gewürz erschaffen.‘“ Das bedeutet: Wenn der Mensch sich mit Tora und Mizwot befasst, um liShma (um ihretwillen) zu erreichen, bringt ihn das Licht in der Tora zum Guten zurück. Er tritt also aus der Herrschaft des Bösen heraus und tut Gutes, das heißt, er ist fähig, gute Taten zu vollbringen, die man „Handlungen des Gebens“ nennt. | אולם היות שאנו נולדנו בטבע של קבלה עצמית, איך אנחנו יכולים לזכות לבחינת קדושה, שאנחנו נהיה נבדלים מאהבה עצמית. ובחינה זו של הרצון לקבל לעצמו נקראת בשם "יצר הרע". ועל זה אמרו חז"ל "אמר הקב"ה, בראתי יצר הרע, בראתי תורה תבלין". היינו על ידי זה שהאדם יעסוק בתורה ומצות, בכדי להגיע לשמה, אז המאור שבתורה יחזיר אותו למוטב. שפירושו, שיצא משליטת הרע ויעשה טוב. היינו, שיהא בידו לעשות מעשים טובים, הנקראים "מעשים של השפעה". | Da wir aber mit einem egoistischen Empfangen geboren wurden, wie können wir mit Kedusha belohnt und von der Selbstliebe getrennt werden? Diese Eigenschaft des Willens, für sich selbst zu empfangen, wird „Böser Trieb“ genannt, und unsere Weisen sagten darüber: „Der Schöpfer sagte: ‚Ich habe den Bösen Trieb erschaffen; ich habe die Tora als Gewürz erschaffen.‘“ Mit anderen Worten: Wenn er sich in der Tora und den Mizwot [Geboten] engagiert, um liShma [ihr zuliebe] zu erreichen, wird ihn das Licht der Tora korrigieren. Das bedeutet, dass er aus der Herrschaft des Bösen heraustreten und Gutes tun wird. Das heißt, er wird in der Lage sein, gute Taten zu tun, die „Handlungen des Gebens“ genannt werden. |
5 | Daraus ergibt sich, dass allein die Handlungen des Menschen – sein Befassen mit Tora und Mizwot – ihm dazu verholfen haben, die Heiligkeit zu erlangen: dass er also heilig und von Handlungen des Empfangens für sich selbst getrennt ist und sich auf der Stufe „Wie Er barmherzig ist, so sei auch du barmherzig“ befindet, was die Stufe der Formgleichheit ist. Das nennt man „Heilig sollt ihr sein, denn Ich bin heilig“. | נמצא לפי זה, שרק המעשים של האדם, בזה שעסק בתו"מ, זה גרם לו שיזכה לקדושה. היינו, שיהיה קדוש ומובדל ממעשים של קבלה עצמית. ויהיה בבחינת "מהו רחום, אף אתה רחום", שהיא בחינת השתוות הצורה. ושזה נקרא "קדושים תהיו, כי קדוש אני". | Deshalb folgt daraus, dass nur die Handlungen des Menschen, wenn er sich mit Tora und Mizwot beschäftigt, dazu führen, dass er mit Kedusha belohnt wird, was bedeutet, dass er heilig und von Handlungen des egoistischen Empfangens getrennt sein wird und sich in einem Zustand des „Wie Er barmherzig ist, so bist auch du barmherzig“ befindet, was als Gleichwertigkeit der Form angesehen wird. Dies wird als „Ihr werdet heilig sein, denn ich bin heilig“ bezeichnet. |
6 | Demnach erlangte der Mensch die Heiligkeit aus eigener Kraft, wie unsere Weisen sagten: „Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich?“ Das heißt: „Dem Leid entsprechend der Lohn“ – nach der Mühe, die der Mensch aufwendet, um des Lohnes gewürdigt zu werden, in eben diesem Maß empfängt er Lohn. Und wie unsere Weisen sagten: „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem wird geholfen.“ | נמצא לפי זה, שהאדם מכוחות עצמו זכה לקדושה. כמו שאמרו חז"ל "אם אין אני לי מי לי". כלומר "לפום צערא אגרא", שפירושו, לפי היגיעה שהאדם נתן בכדי לזכות להשכר, כך בשיעור הזה הוא מקבל שכר. וכמו שאמרו חז"ל "הבא לטהר מסייעין אותו". | Deshalb folgt daraus, dass der Mensch von sich aus mit Kedusha belohnt wurde, wie unsere Weisen sagten: „Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich?“ Das heißt: „Je nach der Mühe, desto größer ist der Lohn.“ Das bedeutet, dass je nach der Arbeit, die man leistet, um mit der Belohnung belohnt zu werden, man in dem Maße belohnt wird, wie unsere Weisen sagten: „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem wird geholfen.“ |
7 | Daraus geht also hervor, dass der Schöpfer keine Hilfe von oben gibt – also keine Heiligkeit von oben –, bis der Mensch Heiligkeit von unten gibt. Das bedeutet: Indem der Mensch sich heiligt und kommt, um sich zu reinigen, kann der Schöpfer ihm Heiligkeit von oben geben. Der Schöpfer kann also keine Heiligkeit von oben geben, bis die Geschöpfe Heiligkeit von unten geben. | אם כן משמע מכאן, שאין הקב"ה נותן סיוע מלמעלה, היינו קדושה מלמעלה, עד שהאדם נותן קדושה מלמטה. כלומר זה שהאדם מקדש עצמו ובא לטהר, אז הקב"ה יכול לתת לו קדושה מלמעלה. נמצא לפי זה, שאין הקב"ה יכול לתת קדושה מלמעלה עד שהנבראים נותנים קדושה מלמטה. | Deshalb bedeutet das, dass der Schöpfer keine Hilfe von oben, also Kedusha von oben, gibt, bevor ein Mensch Kedusha von unten gibt. Das heißt, wenn ein Mensch sich heiligt und zur Reinigung kommt, kann der Schöpfer ihm Kedusha von oben geben. Deshalb kann der Schöpfer erst dann Kedusha von oben geben, wenn die Geschöpfe Kedusha von unten geben. |
8 | Damit lässt sich erklären, was wir gefragt hatten: wie der heilige Sohar die Frage zu „Keiner ist so heilig wie der Ewige“ auflöst. Denn dieser Vers deutet darauf hin, dass es einen anderen Heiligen gibt, der nur ein wenig geringer ist als der Ewige. Und er antwortet: Dass geschrieben steht „Keiner ist so heilig wie der Ewige“, hat den Grund „denn es gibt niemanden außer Dir. Denn die Heiligkeit des Schöpfers besteht ohne ihre Heiligkeit, weil Er ihre Heiligkeit nicht braucht; sie aber sind nicht heilig ohne Dich.“ | ובהאמור יש לפרש מה ששאלנו, על מה שהזה"ק מתרץ על השאלה "אין קדוש כה'". שמשמע, שיש קדוש אחר, הגרוע מעט מה'. ומשיב, זה שכתוב "אין קדוש כה'" מטעם "כי אין בלתך. אלא קדושתו של הקב"ה הוא בלי קדושה שלהם, כי הוא לא צריך לקדושה שלהם, אבל הם אינם קדושים בלתך". | Jetzt können wir interpretieren, wie der Sohar auf die Frage „Es gibt keinen, der so heilig ist wie der Ewige“ antwortet und damit andeutet, dass es noch einen anderen gibt, der zwar heilig ist, aber ein bisschen schlechter als der Schöpfer. Er antwortet, dass die Tatsache, dass geschrieben steht: „Es gibt niemanden, der so heilig ist wie der Ewige“, darauf zurückzuführen ist, dass es „niemanden außer Dir gibt“. Die Kedusha des Schöpfers ist jedoch ohne ihre Kedusha, denn er braucht ihre Kedusha nicht. „Aber sie sind nicht heilig ohne Dich.“ |
9 | Und wir hatten gefragt: Wie kommt man überhaupt auf den Gedanken, die Heiligkeit, die der Schöpfer besitzt, nehme Er von unten, von Israel? Lässt sich das so sagen? In Wahrheit ist es wie oben gesagt: Wenn von der Arbeit die Rede ist, dann muss – obwohl die Worte unserer Weisen überall andeuten, dass der Schöpfer dem Volk Israel Heiligkeit gibt – zuerst eine Erweckung vom Menschen her vorhanden sein, dass er nämlich ein Verlangen nach der Heiligkeit hat; dann kann der Schöpfer Heiligkeit geben. | ושאלנו, איך יעלה על דעתך לומר, שקדושה שיש להקב"ה הוא לוקח זה מלמטה, מישראל. היתכן לומר כך. אלא כנ"ל, כשהמדובר הוא מבחינת עבודה, הגם שמשמע מכל המקומות בדברי חז"ל, זה שהקב"ה נותן קדושה לעם ישראל, הוא נצרך להם, היינו שצריכה להיות מקודם בחינת התעוררות מצד האדם, שיהיה לו רצון להקדושה, אז הקב"ה יכול לתת קדושה. | Wir fragten: „Wie könnt ihr auf die Idee kommen zu sagen, dass der Schöpfer die Kedusha, die er hat, von unten, von Israel, nimmt, können wir das sagen? Aber wenn es um die Arbeit geht, obwohl an allen Texstellen in den Worten unserer Weisen angedeutet wird, dass der Schöpfer dem Volk Israel Kedusha gegeben hat, weil er sie brauchte, muss es zuerst ein Erwachen des Menschen geben, das heißt, er muss ein Verlangen nach Kedusha haben, dann kann der Schöpfer Kedusha geben. |
10 | Es ergibt sich also, dass der Schöpfer die Heiligkeit von unten braucht, und danach kann Er ihnen Heiligkeit geben. Und dazu kommt der heilige Sohar, um uns mitzuteilen: „Keiner ist so heilig wie der Ewige.“ Das bedeutet, dass der Mensch keinerlei Heiligkeit besitzt. Was nämlich die Heiligkeit betrifft, die der Schöpfer gibt, so braucht Er die Heiligkeit des Menschen nicht. Der Mensch muss vielmehr zuerst „der, der kommt, um sich zu reinigen“ sein; dann kann der Schöpfer ihm Heiligkeit geben. | נמצא, שהקב"ה נצרך לקדושה מלמטה, ואח"כ הוא יכול לתת להם קדושה. ועל זה בא הזה"ק להשמיענו "אין קדוש כה'". שפירושו, אין שום קדושה לאדם. כלומר, הקדושה מה שהבורא נותן, אין הוא נצרך לקדושה של האדם. היינו, שהאדם צריך מקודם להיות "הבא לטהר", אז הקב"ה יכול לתת לו קדושה. | Daraus folgt, dass der Schöpfer die Kedusha von unten braucht, und dann kann er ihnen Kedusha geben. Der Sohar sagt uns dazu: „Es gibt niemanden, der so heilig ist wie der Ewige.“ Das bedeutet, dass der Mensch gar keine Kedusha hat, d.h. die Kedusha, die der Schöpfer gibt, braucht er nicht von den Menschen. Mit anderen Worten: Erst muss der Mensch die Form des „Er, der kommt, um zu reinigen“ haben, und dann kann der Schöpfer ihm Kedusha geben. |
11 | Dazu sagt er: „Denn es gibt niemanden außer Dir.“ Denn es gibt niemanden, der Dir helfen und von seiner eigenen Heiligkeit geben würde – der also Dir Heiligkeit von unten geben würde –, und zwar aus dem Grund „denn es gibt niemanden außer Dir“. Denn es gibt keine Kraft in der Welt außer dem Schöpfer. Wir müssen also an die persönliche Vorsehung (Hashgacha Pratit) glauben, wie geschrieben steht (in den dreizehn Grundsätzen, die im Gebetbuch nach „Über uns“ angeführt werden): „Ich glaube mit vollkommenem Glauben, dass der Schöpfer alle Geschöpfe erschaffen hat und lenkt und dass Er allein alle Werke vollbracht hat, vollbringt und vollbringen wird.“ | על זה אומר "כי אין בלתך". כי אין מי שיסייע לך, לתת קדושה משלהם. היינו, שהם יתנו לך קדושה מלמטה, מטעם "כי אין בלתך". כי אין שום כח בעולם חוץ מהקב"ה. היינו, שאנו צריכים להאמין בהשגחה פרטית, כמו שכתוב (בי"ג עיקרים, המובא בסדור אחר "עלינו") "אני מאמין באמונה שלימה, שהבורא יתברך שמו, הוא בורא ומנהיג לכל הברואים, והוא לבדו עשה ועושה ויעשה לכל המעשים". | Er sagt dazu: „Denn es gibt niemanden außer Dir“, denn es gibt niemanden, der Dir hilft – der Dir seine Kedusha gibt, was bedeutet, dass sie Dir Kedusha von unten geben werden, denn „Es gibt niemanden außer Dir“, es gibt keine andere Kraft in der Welt als den Schöpfer. Mit anderen Worten, wir müssen an die persönliche Vorsehung glauben, wie es (in den Dreizehn Grundsätzen, die im Gebetbuch nach „Über uns“ vorgestellt werden) geschrieben steht: „Ich glaube in vollem Glauben, dass der Schöpfer, gepriesen sei Sein Name, alle Geschöpfe erschafft und leitet, und Er allein tat, tut und alle Taten tun wird.“ |
12 | Das heißt: Nachdem der Mensch gute Taten vollbracht hat, durch die er die Stufe der Heiligkeit erlangt – wie oben gesagt, dass er also die Heiligkeit erlangt und all seine Handlungen einzig dem Geben dienen –, könnte man daraus schließen, der Mensch habe dem Schöpfer geholfen. Dazu sagt der heilige Sohar: „Denn es gibt niemanden außer Dir.“ In Wahrheit vollbringt alles der Schöpfer, und Er braucht die Heiligkeit des Menschen nicht, dass dieser Ihm helfen würde. Vielmehr gilt, wie oben gesagt: Er allein hat alle Werke vollbracht, vollbringt und wird sie vollbringen, und der Mensch hat daran keinerlei Anteil. | זאת אומרת, לאחר שהאדם עשה מעשים טובים, שעל ידם יזכה לבחינת קדושה כנ"ל, שיזכה להיות קדוש, היינו שכל המעשיו יהיו אך ורק להשפיע. מזה משמע, כאילו האדם עזר להקב"ה. על זה אומר הזה"ק "כי אין בלתך". אלא הכל עושה ה', ואין הוא צריך לקדושה של האדם, שיעזור לו. אלא כנ"ל, שהוא לבדו עשה ועושה ויעשה לכל המעשים, ואין להאדם שום חלק בזה. | Das bedeutet, dass ein Mensch, nachdem er gute Taten vollbracht hat, mit Kedusha, mit Heiligkeit, belohnt wird, was bedeutet, dass alle seine Taten nur zum Geben sind, es bedeutet, als ob der Mensch dem Schöpfer hilft. Der Sohar sagt dazu: „Denn es gibt keinen außer Dir.“ Vielmehr tut der Schöpfer alles, und er braucht die Kedusha des Menschen nicht, um ihm zu helfen. Stattdessen „tat Er allein, tut und wird alle Taten tun“, und der Mensch hat keinen Anteil daran. |
13 | Was bedeutet dann „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem wird geholfen“, was ja darauf hindeutet, dass der Mensch sehr wohl handelt? Das lässt sich so erklären: Der Mensch muss glauben, dass dies – dass er jetzt kommt, um sich zu reinigen, und nicht schon vorher –, dass also diese Handlung von der Hilfe von oben kommt. Denn zuvor gab es eine Erweckung von oben, die ihm das Verlangen und die Sehnsucht gab, zu kommen, sich zu reinigen und sich zu heiligen. Somit gilt, dass sein Kommen, um sich zu reinigen, nicht aus der Kraft des Menschen geschieht, sondern von oben kommt. | אם כן, מהו הפירוש "הבא לטהר מסייעין אותו", שמשמע, שכן האדם עושה. וזה יש לפרש, שהאדם צריך להאמין, את זה שהוא בא עכשיו לטהר, ולא מקודם לכן, הפעולה הזו, מה שהאדם בא עתה לטהר, זה בא מהסיוע מלמעלה. כלומר, מקודם היה התעוררות מלמעלה, שנתן לו רצון וחשק שיבוא לטהר ולקדש עצמו. נמצא, שמה שהוא בא לטהר, זה לא מכוחו של אדם, אלא זה בא מלמעלה. | Was bedeutet also „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem wird geholfen“? Es scheint so, als ob der Mensch tut! Wir sollten interpretieren, dass dies bedeutet, dass der Mensch glauben muss, dass er jetzt gekommen ist, um sich zu reinigen und nicht vorher. Wenn ein Mensch jetzt kommt, um sich zu reinigen, kommt diese Handlung durch die Hilfe von oben. Mit anderen Worten: Vorher gab es ein Erwachen von oben, das ihm das Verlangen und die Sehnsucht gab, sich zu reinigen und zu heiligen. Daraus folgt, dass er jetzt nicht aus der Kraft des Menschen kommt, um sich zu reinigen, sondern von oben. |
14 | In gleicher Weise lässt sich erklären, was unsere Weisen sagten (Awot, Kapitel 5,27): „Ben He He sagt: ‚Dem Leid entsprechend der Lohn.‘“ Das bedeutet: Je größer das Leid ist, das der Mensch beim Erfüllen von Tora und Mizwot erträgt, desto reichlicher ist sein Lohn. Das deutet darauf hin, dass der Mensch sehr wohl etwas tut, und weil er handelt, empfängt er Lohn. Doch auch das lässt sich in der oben genannten Weise erklären: Der Mensch muss glauben, dass das Leid und die Mühe, die er hat – weil er fühlt, dass er fern von der Anhaftung an den Schöpfer und in Selbstliebe versunken ist –, dass eben dieses Leid das ist, was man „Lohn“ nennt. | ועל דרך זה יש לפרש מה שאמרו חז"ל (אבות, פרק ה', כ"ז) "בן הא הא אומר, לפום צערא אגרא". פירושו, כפי רוב הצער, שהאדם סובל בקיום תורה ומצות, כן יהיה שכרו מרובה. משמע מכאן, שכן האדם עושה משהו, שבגלל שהאדם עושה, הוא מקבל שכר. אולם גם זה יש לפרש על דרך הנ"ל. שהאדם צריך להאמין, שהצער והיגיעה שיש לאדם, בזה שהוא מרגיש, שהוא מרוחק מדביקות ה', והוא שקוע באהבה עצמית, הצער הזה, זהו המכונה, שכר". | Auf diese Weise sollten wir interpretieren, was unsere Weisen sagten (Sprüche der Väter, Kapitel 5:27): „Ben Heh Heh sagt: ‚Der Lohn ist entsprechend dem Leid.‘“ Das bedeutet, dass der Lohn eines Menschen umso größer ist, je mehr Leid er beim Befolgen von Tora und Mizwot empfindet. Das bedeutet, dass ein Mensch etwas tut, und dafür wird er belohnt. Aber auch das sollten wir so interpretieren, dass der Mensch glauben muss, dass das Leid und die Mühe, die ein Mensch hat, wenn er spürt, dass er weit von Dwekut an den Schöpfer entfernt ist und in Selbstliebe versunken ist, dieses Leid „Belohnung“ genannt wird. |
15 | Denn der Schöpfer gab ihm eine Erweckung, sodass er nicht bei der ganzen Allgemeinheit bleiben will, die mit dem Strom der Welt mitgeht und sich nicht klarmacht, worin sie höher steht als das übrige Getier. Denn von eben den Dingen, von denen sich das Getier nährt, nähren auch sie sich. Und sie fühlen nicht, dass sie im Ebenbild Gottes erschaffen wurden, dass sie also eine Beziehung zur Stufe des Göttlichen haben und ihre Nahrung aus dem Spirituellen empfangen müssen, die der Stufe des Sprechenden entspricht und nicht der Stufe des Getiers. | כלומר, שהבורא נתן לו התעוררות, שלא ירצה להישאר במצב של כל הכלל, שהולכים עם זרם העולם, ואינם נותנים חשבון לעצמם, במה הם במדרגה גדולה יותר משאר בעל חי. כלומר, מאותם דברים שבעלי חי ניזונים, גם הם ניזונים. ולא מרגישים שהם נבראו בצלם אלקים. כלומר, שיש להם שייכות לבחינת אלקות, שהם צריכים לקבל מזונות מרוחניות, המתאים לבחינת מדבר, ולא לבחינת בעל חי. | Mit anderen Worten: Der Schöpfer hat ihm ein Erwachen geschenkt, damit er nicht im Zustand der Allgemeinheit bleiben will, die mit dem Strom der Welt mitschwimmt und nicht darüber nachdenkt, was sie auf einer höheren Stufe als jedes andere Tier macht. Das heißt, sie ernähren sich von denselben Dingen wie die Tiere und haben nicht das Gefühl, dass sie nach Gottes Ebenbild erschaffen wurden, was bedeutet, dass sie eine Verbindung zur Göttlichkeit haben und dass sie Nahrung aus der Spiritualität empfangen müssen, die für die sprechende Stufe und nicht für die belebte Stufe geeignet ist. |
16 | Und das ist Lohn: Die Mühe und das Leid, die sie fühlen, sind buchstäblich Lohn, den der Schöpfer ihnen gibt. Und man soll nicht denken, dies sei eine Mühe, die vom Menschen selbst kommt, dass er sich also abgemüht hätte. Vielmehr ist es Lohn, dass der Schöpfer sie zu Seinem Dienst ruft, andere aber nicht. Darum müssen sie – trotz des Leids und der Qualen, die sie fühlen – in Freude sein, weil der Schöpfer sich mit ihnen verbinden will. | וזהו שכר. היינו היגיעה והצער שמרגישים, זהו ממש שכר, שהבורא נותן להם. ולא לחשוב שזהו יגיעה הבא מצד עצמו, שהאדם מתייגע. אלא זהו שכר, מה שהבורא קורא אותם לעבודת ה', ולאחרים לא קורא. אם כן, יחד עם הצער והיסורים, מה שהם מרגישים, הם צריכים להיות בשמחה, בזה שהבורא רוצה להתחבר עמהם. | Das ist eine Belohnung. Das heißt, die Mühen und Sorgen, die sie empfinden, sind der eigentliche Lohn, den der Schöpfer ihnen gibt. Wir sollten nicht denken, dass dies Arbeit ist, die von selbst kommt, wenn ein Mensch sich anstrengt. Vielmehr ist dies eine Belohnung dafür, dass der Schöpfer sie zur Arbeit ruft, während er andere nicht ruft. Daher sollten sie sich neben dem Kummer und dem Leid, das sie empfinden, auch darüber freuen, dass der Schöpfer mit ihnen in Verbindung treten will. |
17 | Damit lässt sich „Dem Leid entsprechend der Lohn“ erklären. Denn: Wie hoch soll der Mensch es einschätzen, dass der Schöpfer ihm Lohn gibt? Die Antwort: nach dem Leid und der Mühe, die er fühlen kann, weil er fern vom Schöpfer ist. Das ist die Größe des Lohnes. | ובהאמור יש לפרש "לפום הצער הוא השכר". כלומר, כמה האדם צריך להעריך שהבורא נותן לו שכר. התשובה היא, לפי הצער והיגיעה שהוא יכול להרגיש, מזה שהוא מרוחק מה'. זהו גודל השכר. | Nach dem oben Gesagten sollten wir „So wie das Leid, so die Belohnung“ interpretieren, d.h. inwieweit sollte man es zu schätzen wissen, dass der Schöpfer einen belohnt? Die Antwort lautet: Je nach dem Leid und der Mühe, die man empfindet, wenn man weit weg vom Schöpfer ist, ist das das Maß der Belohnung. |
18 | Wenn man also wissen will, wie groß der Ertrag des Lohnes war, dann muss der Mensch einschätzen, wie viel Qual und Leid er hatte, weil er fern von der Arbeit für den Schöpfer war. Das ist das Maß des Lohnes. Denn den Mangel an Spiritualität kann man nicht einschätzen, bevor der Mensch die Wichtigkeit der Spiritualität fühlt. Und im Maß, in dem er die Spiritualität wertschätzt, in eben diesem Maß kann er den Mangel daran fühlen. | זאת אומרת, כשרוצים לדעת, כמה היה הרווח של השכר, אז האדם צריך להעריך, כמה יסורים וצער היה לו, מזה שהוא מרוחק מעבודת ה'. שזהו השיעור של השכר. כלומר, שאי אפשר להעריך חסרון של רוחניות, מטרם שהאדם מרגיש את חשיבות של הרוחניות. וכפי ערך החשיבות של רוחניות, בשיעור זה האדם יכול להרגיש את החסרון לזה. | Das heißt, wenn wir wissen wollen, wie hoch der Gewinn der Belohnung war, sollte der Mensch abschätzen, wie viel Leid und Kummer er empfunden hat, weil er weit weg von der Arbeit des Schöpfers war. Das ist das Maß für die Belohnung. Mit anderen Worten: Es ist unmöglich, den Mangel an Spiritualität zu schätzen, bevor man die Bedeutung der Spiritualität spürt. In dem Maße, in dem der Mensch die Bedeutung der Spiritualität spürt, kann er auch das Bedürfnis danach empfinden. |
19 | Es ergibt sich also, dass das Fühlen des Mangels bereits Lohn ist. Daher lässt sich der Ausspruch von Ben He He „Dem Leid entsprechend“ so erklären: Dass der Mensch Leid empfindet, weil er fern von der Arbeit für den Schöpfer ist, kommt nicht vom Menschen; vielmehr gab ihm der Schöpfer, dies zu fühlen, und nicht der Mensch aus eigener Kraft, wie oben gesagt. | נמצא, שהרגשת החסרון זהו כבר שכר. לכן יש לפרש דברי "בן הא הא", שאומר "לפום צערא". שמה שהאדם מצטער, מזה שהוא מרוחק מעבודת ה', אינו בא מצד האדם, אלא הקב"ה הוא נתן לו להרגיש זה, ולא האדם מכח עצמו, כנ"ל. | Daraus folgt, dass das Gefühl des Mangels bereits eine Belohnung ist. Daher sollten wir die Worte von Ben Heh Heh interpretieren, der sagt: „Entsprechend dem Leid.“ Wenn ein Mensch bedauert, weit vom Schöpfer entfernt zu sein, kommt das nicht vom Menschen, sondern der Schöpfer hat ihm dieses Gefühl gegeben, und nicht der Mensch selbst. |
20 | Denn indem der Schöpfer ihm die Wichtigkeit der Spiritualität aufleuchten ließ, in eben diesem Maß empfindet er Leid darüber, dass er fern vom Spirituellen ist. Daher kann man nicht sagen, es sei eine Leistung des Menschen, wenn er kommt, um sich zu reinigen. Vielmehr gab ihm der Schöpfer den Gedanken und das Verlangen, zu kommen und sich zu reinigen. | זאת אומרת, מזה שהקב"ה האיר לו את חשיבות של הרוחניות, בשיעור זה הוא מצטער, בזה שהוא מרוחק מרוחניות. לכן אין לומר, שהאדם, מה שבא לטהר, הוא עבודה מצד האדם. אלא הקב"ה נתן לו מחשבה ורצון לבוא ולטהר. | Das bedeutet, dass der Schöpfer ihm die Bedeutung des Spirituellen leuchtet und er insofern bedauert, dass er weit weg vom Spirituellen ist. Aus diesem Grund dürfen wir nicht sagen, dass das, was der Mensch zur Reinigung kommt, Arbeit ist, die von einem Menschen kommt. Vielmehr gab ihm der Schöpfer den Gedanken und das Verlangen, zu kommen und sich zu reinigen. |
21 | Daraus folgt, dass dies nicht aus der Arbeit des Menschen geschieht, sodass wir sagen könnten, bei der Heiligkeit, die der Schöpfer ihm gab – der Heiligkeit von oben –, habe auch der Mensch Ihm geholfen. Vielmehr gilt: „Es gibt niemanden außer Dir.“ Denn, wie oben in den Worten des heiligen Sohar gesagt, braucht der Schöpfer keine Heiligkeit aus dem Ihren, also von den Unteren, sondern Er vollbringt alles. | נמצא, שזהו לא מצד עבודת האדם. שנוכל לומר, שהקדושה, מה שה' נתן לו, קדושה מלמעלה. גם האדם עזר לו. אלא "אין בלתך". כי כנ"ל בדברי הזה"ק, שאין הבורא צריך קדושה משלהם, היינו מתחתונים, אלא הכל הוא עושה. | Daraus folgt, dass wir nicht aus der Arbeit des Menschen heraus sagen können, dass die Kedusha, die der Schöpfer ihm gegeben hat, Kedusha von oben, der Mensch ihm auch geholfen hat. Vielmehr gilt: „Es gibt keinen außer Dir.“ Wie in den Worten des Sohar braucht der Schöpfer keine Kedusha von ihnen, also von den Unteren, sondern Er macht alles. |
22 | In gleicher Weise lässt sich die Auslegung unserer Weisen zu dem erklären, was geschrieben steht (Tisa, zweiter Abschnitt): „Und nun lass ab von Mir.“ Und Rashi erklärte: „Bisher haben wir nicht gehört, dass Moses für sie betete, und Er sagt: ‚Lass ab von Mir.‘ Vielmehr öffnete Er ihm hier eine Tür und teilte ihm mit, dass die Sache von ihm abhängt: Wenn er für sie betet, wird Er sie nicht vernichten“ (Schaar Maamarej Chasal). | ועל דרך זה יש לפרש דרשת חז"ל, על מה שכתוב (תישא, שני) "ועתה הניחה לי". ופירש רש"י, "עדיין לא שמענו, שהתפלל משה עליהם. והוא אומר, הניחה לי. אלא כאן פתח לו פתח והודיעו, שהדבר תלוי בו, שאם יתפלל עליהם, לא יכלם", (שער מאמרי חז"ל). | Auf diese Weise sollten wir die Worte unserer Weisen über den Vers (Exodus 32:10) „Und nun lass mich allein“ interpretieren. RASHI interpretierte: „Wir haben noch nicht gehört, dass Moses für sie gebetet hat und Er sagt: ‚Und nun lasst Mich allein.‘ Doch hier öffnete Er ihm eine Öffnung und teilte ihm mit, dass die Angelegenheit von ihm abhängt, dass Er sie nicht vernichten wird, wenn er für sie betet“ (Tor der Worte unserer Weisen). |
23 | Und die Worte unserer Weisen lassen sich erklären, wo sie sagten: „Vielmehr öffnete Er ihm hier eine Tür und teilte ihm mit, dass die Sache von ihm abhängt: Wenn er für sie betet, wird Er sie nicht vernichten.“ Das bedeutet: Der Schöpfer teilte ihm mit – das heißt, Er gab ihm das Verlangen –, für Israel zu beten, dass Er ihnen die Sünde des Kalbes verzeiht. Dass der Schöpfer ihm mitteilte, er solle beten, ist also so zu erklären, dass Er ihm die Kraft zu beten gab. Denn wenn der Schöpfer nicht die Kraft zu beten gibt, ist der Mensch nicht fähig zu beten. | ויש לפרש דברי חז"ל, במה שאמרו "אלא כאן פתח לו פתח והודיעו, שהדבר תלוי בו, שאם יתפלל עליהם, לא יכלם". פירושו, שהקב"ה הודיעו לו, היינו שנתן לו רצון להתפלל על ישראל, שהוא ימחול להם על החטא של העגל. נמצא, זה שהקב"ה הודיעו, שיתפלל, יהיה הפירוש, שנתן לו כח להתפלל. זאת אומרת, אם אין הקב"ה נותן כח להתפלל, אין האדם מסוגל להתפלל. | Wir sollten die Worte unserer Weisen interpretieren, die sagten: „Hier öffnete Er ihm eine Öffnung und teilte ihm mit, dass die Angelegenheit bei ihm läge, dass Er sie nicht zerstören würde, wenn er für sie betete.“ Das bedeutet, dass der Schöpfer ihn benachrichtigte, d.h. ihm das Verlangen gab, für Israel zu beten, dass er ihnen die Sünde des [Goldenen] Kalbes vergibt. Daraus folgt, dass die Tatsache, dass der Schöpfer ihm sagte, er solle beten, bedeutet, dass er ihm die Kraft zum Beten gab. Das heißt, wenn der Schöpfer nicht die Kraft zum Beten gibt, kann ein Mensch nicht beten. |
24 | Daraus ergibt sich, dass auch dies – dass der Mensch zum Schöpfer betet, Er möge ihm seine Sünden verzeihen – vom Schöpfer kommt: dass der Schöpfer ihm nämlich die Kraft und das Verlangen zu beten gibt. Es ergibt sich also, wie oben gesagt, dass alles der Schöpfer vollbringt. Denn selbst dies, dass der Mensch zum Schöpfer betet, Er möge ihm seine Sünden verzeihen, auch darauf wurde, wie oben gesagt, mit „Keiner ist so heilig wie der Ewige“ aus dem Grund „denn es gibt niemanden außer Dir“ angedeutet – dass er nämlich die Kraft der Heiligkeit hat. Vielmehr kommt alles vom Schöpfer. | נמצא לפי זה, שגם זה שהאדם מתפלל לה', שימחול לו על חטאיו, גם זה בא מצד ה', שה' נותן לו כח ורצון להתפלל. נמצא כנ"ל, שהכל עושה ה'. כלומר, אפילו זה שהאדם מתפלל לה', שימחול לו על חטאיו, גם על זה רמזו כנ"ל "אין קדוש כה'" מטעם "כי אין בלתך", שיהיה לו כח של קדושה. אלא הכל בא מה'. | Deshalb kommt auch die Tatsache, dass ein Mensch den Schöpfer um Vergebung seiner Sünden bittet, vom Schöpfer, denn der Schöpfer gibt ihm die Kraft und das Verlangen zu beten. Daraus folgt, dass der Schöpfer alles tut. Mit anderen Worten: Auch wenn ein Mensch zum Schöpfer betet, damit ihm seine Sünden vergeben werden, heißt es auch hier: „Es gibt keinen, der so heilig ist wie der Ewige“, denn „Es gibt keinen außer Dir“, um die Macht der Kedusha zu haben. Vielmehr kommt alles vom Schöpfer. |
25 | Doch man darf nicht vergessen: Obwohl wir sagen „Alles kommt vom Schöpfer“, muss der Mensch dennoch sagen „Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich?“ Alles hängt nämlich von den Taten der Menschen ab. Und obwohl dies im Widerspruch zum oben Gesagten steht, müssen wir glauben, dass es so ist, wie es die Worte des Rambam besagen (wie oben in Artikel 25, 5750). | אולם לא לשכוח, הגם שאנו אומרים "הכל בא מה'", אבל האדם צריך לומר "אם אין אני לי מי לי". אלא הכל תלוי במעשי בני אדם. ואף על פי שזהו בסתירה להנ"ל, אנו צריכים להאמין שכך היא כדברי הרמב"ם (כנ"ל במאמר כ"ה, תש"ן). | Aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir zwar sagen: „Alles kommt vom Schöpfer“, aber der Mensch sollte sagen: „Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich?“ Vielmehr hängt alles von den Taten der Menschen ab. Obwohl dies im Widerspruch zu dem oben Gesagten steht, müssen wir glauben, dass es so ist, wie Maimonides sagt (wie in Artikel Nr. 25, Taw-Shin-Nun). |
26 | Damit lässt sich erklären, was wir am Shabbat (Sabbat) im Lied sagen: „Wer den siebten Tag heiligt, wie es ihm gebührt, wer den Shabbat nach dem Gesetz wahrt und ihn nicht entweiht, dessen Lohn ist sehr groß, nach seinem Wirken.“ Auf den ersten Blick ist schwer zu verstehen, was an der Aussage „dessen Lohn ist sehr groß, nach seinem Wirken“ neu sein soll. Ist es nicht eine ganz einfache Sache, dass man in der Welt für gewöhnlich Lohn nach dem Wert der Arbeit zahlt? Was also teilt er uns mit, wenn er sagt „dessen Lohn ist sehr groß, nach seinem Wirken“? Könnte es denn anders sein? | ובהאמור יש לפרש מה שאנו אומרים בשבת בשיר "כל מקדש שביעי כראוי לו, כל שומר שבת כדת מחללו, שכרו הרבה מאוד על פי פעלו". שלכאורה קשה להבין, מה הוא החידוש במה שאומר "שכרו הרבה מאוד על פי פעלו". הלא זהו דבר פשוט, שכך הנהוג שבעולם, שמשלמים שכר לפי ערך עבודתו. אם כן, מה משמיענו בזה שאומר, ש"שכרו הרבה מאוד לפי פעלו". הכי אפשר להיות אחרת. | Nach dem oben Gesagten sollten wir auslegen, was in dem Lied über den Shabbat [Sabbat] gesagt wird: „Wer den siebten Tag richtig heiligt, wer den Shabbat nach dem Gesetz hält, um ihn nicht zu entweihen, dessen Lohn ist groß, entsprechend seiner Arbeit.“ Das ist schwer zu verstehen. Was ist neu an der Aussage: „Sein Lohn ist groß, je nach seiner Arbeit“? Das ist eine ganz einfache Angelegenheit: Es ist üblich, dass man nach dem Wert seiner Arbeit bezahlt wird. Was will er uns also sagen, wenn er sagt: „Sein Lohn ist groß, entsprechend seiner Arbeit“? Kann es etwas anderes sein? |
27 | Hätte er dagegen gesagt, dass jemand, der Tora und Mizwot wahrt, selbst bei nur geringer Arbeit viel Lohn empfängt – dann wäre etwas Neues zu hören. Doch dass er nicht mehr Lohn empfängt, als er arbeitet, ist ganz natürlich, denn auch im Materiellen ist es so üblich. | אלא אם היה אומר, שמי ששומר תורה ומצות, אפילו שעובד קצת, מקבל הרבה שכר, זה, אם היה כך, יש מה לשמוע חידוש. אבל אם אינו מקבל שכר יותר מכפי שעובד, זה טבעי, שגם בגשמיות נהוג כך. | Wenn er gesagt hätte, dass derjenige, der Tora und Mizwot befolgt, auch wenn er ein wenig arbeitet, eine große Belohnung empfängt, dann wäre das eine Neuigkeit, die man hören könnte. Aber wenn er nicht mehr Lohn empfängt, als er in der Arbeit arbeitet, ist das natürlich und so ist es auch in der Körperlichkeit. |
28 | Vielmehr ist es wie oben gesagt: Das Neue besteht darin, dass der Mensch, sobald der Shabbat kommt und er die Stufe des Shabbat erlangt, die Wahrheit fühlt – dass die Arbeit selbst der Lohn ist, den der Schöpfer dem Menschen gibt. Denn Er gibt dem Menschen den Gedanken und das Verlangen, Tora und Mizwot zu erfüllen und zu kommen, um sich zu reinigen, wie oben gesagt: „Wer kommt, um sich zu reinigen.“ Es stellt sich die Frage: Warum kommt er gerade jetzt, um sich zu reinigen, also in diesem Augenblick und nicht zuvor? Vielmehr kommt der Mensch in dem Augenblick, in dem er Hilfe von oben empfängt, um sich zu reinigen, und nicht zuvor. Es ergibt sich also, dass „dessen Lohn ist sehr groß, nach seinem Wirken“ bedeutet, wie oben gesagt: Dass der Mensch sich in Tora und Mizwot abmüht und arbeitet, das ist sein Lohn. | אלא כנ"ל, שהחידוש הוא, כשבא שבת, שאז האדם, כשזוכה לבחינת שבת, הוא מרגיש את האמת, שהעבודה בעצמה היא השכר, שהבורא נותן להאדם, היינו שנותן להאדם מחשבה ורצון לקיים תו"מ, ולבוא ולטהר עצמו, כנ"ל "הבא לטהר". נשאלת השאלה, מדוע בא עכשיו לטהר, היינו בשעה זו ולא לפני זה. אלא בשעה שהאדם מקבל סיוע מלמעלה, אז האדם בא לטהר, ולא לפני זה. נמצא, שהפירוש "שכרו הרבה מאוד על פי פעלו", היינו כנ"ל, שזה שהאדם עובד ומתייגע בתו"מ, זהו שכרו. | Das Neue ist jedoch, dass wenn der Shabbat kommt, wenn ein Mensch mit der Eigenschaft des Shabbat belohnt wird, er die Wahrheit spürt, dass die Arbeit selbst die Belohnung ist, die der Schöpfer einem Menschen gibt, das heißt, dass er einem Menschen den Gedanken und das Verlangen gibt, die Tora und die Mizwot zu befolgen und zu kommen und sich zu reinigen, wie es geschrieben steht: „Wer kommt, um sich zu reinigen.“ Die Frage ist: Warum ist er jetzt gekommen, um sich zu reinigen, und nicht vorher? Wenn ein Mensch Hilfe von oben empfängt, kommt er, um sich zu reinigen, und nicht vorher. Daraus folgt, dass „Sein Lohn ist groß nach seiner Arbeit“ bedeutet, dass die Tatsache, dass die Arbeit, wenn ein Mensch in der Tora und den Mizwot arbeitet, sein Lohn ist. |
29 | Es ergibt sich also: Wenn er viel arbeitet, so ist eben das der Lohn, den der Schöpfer ihm gab; denn Er gab ihm den Gedanken und das Verlangen, die heilige Arbeit zu verrichten. Es ist hier also nicht wie im Materiellen üblich, dass jeder Arbeiter Lohn nach dem Maß seiner Arbeit empfängt, also eine Vergütung für seine Tätigkeit. Das Neue besteht hier vielmehr darin, dass der Lohn die Arbeit ist. | נמצא, אם הוא עובד הרבה, זה הוא השכר שהבורא נתן לו. היינו, שנתן מחשבה ורצון לעבוד עבודת הקודש. אם כן אין כאן כמו שנהוג בגשמיות, בשיעור שהאדם עובד, כל פועל מקבל שכר. היינו, תמורה עבור פעולתו. אלא כאן החידוש הוא, שהשכר הוא העבודה. | Es stellt sich heraus, dass, wenn er viel arbeitet, dies der Lohn ist, den der Schöpfer ihm gegeben hat. Das heißt, er hat den Gedanken und das Verlangen gegeben, die heilige Arbeit zu tun. Es ist also nicht so wie in der Körperlichkeit, wo jeder Mensch in dem Maße, in dem er zur Arbeit geht, einen Lohn empfängt, also eine Belohnung für seine Arbeit. Die Neuerung hier ist vielmehr, dass die Arbeit der Lohn ist. |
30 | Demnach ist „dessen Lohn ist sehr groß“ so zu verstehen: Was das Maß des Lohnes betrifft, so geht es hier nicht darum, dass Er ihm mehr oder weniger Lohn gibt. Denn das lässt sich nur sagen, wenn der Mensch arbeitet, um Lohn als Vergütung für seine Arbeit zu empfangen; da gibt es das Mehr und Weniger. Anders aber, wenn der Lohn die Arbeit selbst ist und es nicht darum geht, dass er Lohn als Vergütung für die Arbeit empfängt. Um darauf hinzudeuten, sagt er daher „dessen Lohn ist sehr groß“, und zwar gerade „nach seinem Wirken“, weil allein die Arbeit der Lohn ist. | ולפי זה נמצא, שהפירוש "שכרו הרבה מאוד", הוא, כמה הוא שיעור השכר, אין כאן ענין שנותן לו יותר שכר או פחות שכר. כי זה שייך לומר, דוקא בזמן שהאדם עובד בכדי לקבל שכר תמורת עבודתו, שייך ענין יתרונות וגרעונות. מה שאין כן אם השכר הוא העבודה בעצמה, ואין כאן ענין שיקבל שכר תמורת עבודה. לכן כדי לרמז על זה, הוא אומר "שכרו הרבה מאוד", דוקא "לפי פעלו", משום שרק העבודה הוא השכר. | Dementsprechend ist die Bedeutung von „Sein Lohn ist groß“: Wie groß ist der Lohn? Es ist hier keine Angelegenheit, ihm mehr oder weniger Lohn zu geben. Das kann man sagen, wenn ein Mensch zur Arbeit geht, um für seine Arbeit einen Lohn zu empfangen, wo es um die Angelegenheit von Überschüssen und Defiziten geht. Aber wenn die Belohnung die Arbeit selbst ist, geht es nicht darum, für die Arbeit belohnt zu werden. Deshalb sagt er: „Sein Lohn ist groß“, und zwar „nach seiner Arbeit“, denn nur die Arbeit ist der Lohn. |
31 | Damit lässt sich erklären, was geschrieben steht (WaEtchanan, erster Abschnitt): „Du sollst zu dem Wort nichts hinzufügen, das Ich euch gebiete, und nichts davon wegnehmen, um die Mizwot des Ewigen, eures Gottes, zu wahren, die Ich euch gebiete.“ Im Sinne der Arbeit lässt sich fragen: „Du sollst nicht wegnehmen“ verstehen wir – doch warum ist es verboten hinzuzufügen? | ובזה יש לפרש מה שכתוב (ואתחנן, ראשון) "לא תוסיפו על הדבר, אשר אנכי מצוה אתכם, ולא תגרעו ממנו, לשמור את מצות ה' אלקיכם, אשר אנכי מצוה אתכם". על דרך העבודה יש לפרש, מהו שאומר "לא תגרעו" אנו מבינים, אבל אסור להוסיף, מדוע. | So sollten wir auslegen, was in Deuteronomium 4,2 steht: „Du sollst nichts hinzufügen zu dem, was ich dir gebiete, und nichts davon wegnehmen, damit du die Gebote des Ewigen, deines Gottes, hältst, die ich dir gebiete.“ In der Arbeit sollten wir auslegen, was er sagt. Wir verstehen „Du sollst nichts wegnehmen“, aber warum ist es verboten, etwas hinzuzufügen? |
32 | Im Sinne der Arbeit lässt sich erklären: Wenn der Mensch mehr Lohn empfangen will, könnte sein Rat sein, zu Tora und Mizwot hinzuzufügen. Doch es heißt vielmehr: „Du sollst nicht hinzufügen und nicht wegnehmen.“ Denn der Lohn ist die Arbeit selbst – dass der Schöpfer dem Menschen einen Ort gibt, an dem er dem König dient. Und diese Kraft ist der Lohn. Daher gibt es den Hinweis „Du sollst nicht hinzufügen und nicht wegnehmen“: dass man nämlich nicht mehr hinzufügen, also nicht mehr Lohn empfangen kann, sondern dass es genau dabei bleibt, dass die Arbeit und der Lohn wie zwei Tropfen Wasser sind. | יש לפרש על דרך העבודה, שאם האדם רוצה לקבל יותר שכר, העצה שלו יכולה להיות, שיוסיף על התו"מ. אלא "לא תוסיף ולא תגרעו". כי השכר הוא העבודה בעצמה, מה שה' נותן להאדם מקום שישמש את המלך. וכח הזה הוא השכר. לכן יש רמז "לא תוסיף ולא תגרעו". שאי אפשר להוסיף יותר, היינו לקבל יותר שכר, אלא שזהו בדיוק, היינו העבודה והשכר הם כמו שתי טיפות מים. | In der Arbeit sollten wir interpretieren, dass ein Mensch, der mehr Lohn empfangen will, mehr Tora und Mizwot hinzufügen sollte. Aber vielmehr steht: „Du sollst nicht hinzufügen und nicht wegnehmen“, denn die Belohnung ist die Arbeit selbst, die der Schöpfer einem Menschen einen Platz zum Dienen des Königs gibt. Und diese Kraft ist die Belohnung. Deshalb heißt es: „Füge nicht hinzu und nimm nicht weg“, was bedeutet, dass es unmöglich ist, mehr hinzuzufügen, um mehr Lohn zu empfangen, sondern dass es genau so ist, dass die Arbeit und der Lohn wie zwei Tropfen in einem Teich sind. |
33 | Und das gilt gerade auf der Ebene der Arbeit. Denn wenn der Mensch auf dem Weg der Wahrheit arbeiten will, der eine Arbeit mit der Absicht zu geben ist – obwohl die einfache Deutung sich auf die tätigen Mizwot bezieht, dass also auf der Ebene der Tat „du sollst nicht hinzufügen und nicht wegnehmen“ gemeint ist –, so gilt dieses „Du sollst nicht hinzufügen“ auch auf der Ebene der Absicht, nämlich zu der Zeit, in der der Mensch mit der Absicht zu geben arbeitet. Man kann also dem Lohn nicht mehr hinzufügen, als man arbeitet. Denn wenn er mehr empfangen will als die Arbeit, bedeutet das, dass er eine Vergütung will – dass man ihm nämlich außer der Arbeit auch noch Lohn gibt. Folglich gilt, dass er lo liShma (nicht um ihretwillen) arbeitet. Vielmehr gilt, wie oben gesagt: dass der Lohn und die Arbeit einander gleich sind und man nicht mehr Lohn empfangen kann, sondern nur nach Maßgabe der Arbeit, wie oben gesagt. | וזה דוקא בבחינת עבודה. היינו, שהאדם רוצה לעבוד על דרך האמת, שהיא עבודה בעל מנת להשפיע, והגם שהפירוש הפשוט הוא על מצות מעשיות, שבבחינת המעשה, הכוונה שלא תוסיף ולא תגרעו. אולם בבחינת הכוונה, היינו בזמן שהאדם עובד בעל מנת להשפיע, נוהג גם כן ענין זה של בל תוסיף. היינו, שאי אפשר להוסיף על השכר יותר ממה שהוא עובד. כי מה שהוא רוצה לקבל יותר מהעבודה, זהו שרוצה תמורה. גם כן חוץ מהעבודה שיתנו לו שכר. נמצא, שעובד שלא לשמה, אלא כנ"ל, שהשכר והעבודה הם שקולים. ואי אפשר לקבל יותר שכר, רק כפי עבודה, כנ"ל. | So ist das vor allem in der Arbeit. Das heißt, wenn ein Mensch auf dem Weg der Wahrheit arbeiten will, der Arbeit, um zu geben, obwohl die wörtliche Bedeutung sich auf die praktischen Mizwot bezieht, dass es in der Praxis bedeutet, dass du nicht hinzufügen oder wegnehmen sollst, aber in Bezug auf die Absicht, d.h. wenn ein Mensch arbeitet, um zu geben, gibt es auch die Angelegenheit von „Nicht hinzufügen.“ Mit anderen Worten: Es ist unmöglich, mehr hinzuzufügen, als er zur Arbeit tut, denn er will ja mehr von der Arbeit empfangen, d.h. er will neben der Arbeit auch eine Belohnung erhalten. Daraus folgt, dass er lo liShma [nicht um ihrer selbst willen] arbeitet. Aber wie gesagt, der Lohn und die Arbeit sind gleich, und es ist unmöglich, mehr Lohn zu empfangen, sondern nur gemäß der Arbeit. |
34 | Damit lässt sich erklären, wie der heilige Sohar das auflöst, was geschrieben steht: „Es gibt keinen Fels wie unser Gott.“ Dessen Bedeutung ist: „dass der Schöpfer eine Form in einer Form bildet, nämlich die Form des Embryos in der Form seiner Mutter.“ Und was bedeutet in der Arbeit „bildet eine Form in einer Form“? Vielmehr ist es wie oben gesagt: Wenn der Mensch sich heiligt, das heißt, wenn er mit der Absicht zu geben handeln will, dann kommt die Heiligkeit nicht vom Menschen, als ob der Mensch dem Schöpfer helfen würde, sodass der Schöpfer ihm daraufhin Heiligkeit zukommen ließe, wie oben gesagt: „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem wird geholfen.“ Vielmehr vollbringt alles der Schöpfer, „der allein alle Werke vollbringt und vollbringen wird“. | ובהאמור יש לפרש, מה שהזה"ק מתרץ, על מה שכתוב "אין צור כאלקינו". שפירוש הוא, "שהקב"ה צר צורה בתוך צורה, דהיינו צורת העובר בתוך צורת אמו". ובהעבודה, מהו "צר צורה בתוך צורה". אלא כנ"ל, זה שהאדם מקדש עצמו, היינו שרוצה לעשות בעל מנת להשפיע, אין הקדושה באה מצד האדם, שהאדם עוזר משהו לה', שה' ישפיע לו קדושה כנ"ל "הבא לטהר מסייעין אותו". אלא שהכל עושה ה', "שהוא לבדו עושה ויעשה לכל המעשים". | Nach dem oben Gesagten sollten wir interpretieren, was der Sohar über den Vers „Es gibt keinen Felsen wie unseren Gott.“ erklärt. Es bedeutet, dass der Schöpfer eine Form in einer Form formt, also die Form des Ubar [Embryo] in der Form seiner Mutter. Was bedeutet „formt eine Form innerhalb einer Form“ in der Arbeit? Es bedeutet, dass der Mensch sich selbst heiligt, das heißt, er will arbeiten, um zu geben. Diese Kedusha kommt nicht vom Menschen, so dass der Mensch dem Schöpfer in irgendeiner Weise hilft, ihm Kedusha zu verleihen, wie es geschrieben steht: „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem wird geholfen.“ Vielmehr tut der Schöpfer alles, denn „Er allein tat, tut und wird alle Taten tun.“ |
35 | Und das ist es, was geschrieben steht: „bildet eine Form in einer Form“, nämlich die Form des Embryos in der Form seiner Mutter. Das bedeutet: Die Form der Mutter ist die Grundlage, mit der der Mensch geboren wird, und die nennt man „die Form seiner Mutter“. Wenn der Mensch danach mit der Arbeit beginnt und den Weg des Gebens gehen will, beginnt er zuerst mit der ersten Stufe der Heiligkeit. Bekanntlich gibt es drei Stufen, die man nennt: | וזה שכתוב "צר צורה בתוך צורה". דהיינו צורת העובר בתוך צורת אמו. שפירושו, צורת האם היא הבסיס, שעם צורה זו האדם נולד. וזה נקרא "צורת אמו". ואח"כ, כשהאדם מתחיל בעבודה, ורוצה ללכת בדרך של השפעה, מתחיל מקודם מהמדרגה הראשונה של קדושה. כידוע, שיש ג' בחינות הנקראות: | Das ist die Bedeutung dessen, was geschrieben steht: „Er bildet eine Form in einer Form“, also die Form des Ubars in der Form seiner Mutter. Das bedeutet, dass die Form der Mutter die Grundlage ist, und mit dieser Form wird der Mensch geboren. Dies wird „die Form seiner Mutter“ genannt. Wenn der Mensch danach die Arbeit beginnt und den Weg des Gebens beschreiten will, beginnt er mit der ersten Stufe der Kedusha. |
36 | 1) Ibur (Empfängnis), | א. עיבור, |
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37 | 2) Jenika (Säugen), | ב. יניקה, |
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38 | 3) Mochin (Verstand). | ג. מוחין. | Es gibt bekanntlich drei Unterscheidungen: 1) Ibur, 2) Yenika, 3) Mochin. |
39 | Und der erste Anfang, an dem der Mensch in die Heiligkeit eintritt, beginnt mit der Stufe des Embryos. Und das ist die Bedeutung dessen, dass der Schöpfer die Form des Gebens in der vorausgegangenen Form bildet, die die Mutter ist und die man „Gefäße des Empfangens“ nennt. In den Gefäßen des Empfangens wird der Mensch geboren. Und danach geht der Mensch zur Stufe der Heiligkeit über, die darin besteht, dass all seine Handlungen dem Nutzen des Schöpfers dienen. | והתחלה הראשונה, שהאדם נכנס בקדושה, מתחיל מבחינת העובר. וזהו פירוש, שה' צר צורת השפעה בצורה הקודמת, שהיא האם, הנקרא "כלים דקבלה". ובכלים דקבלה האדם נולד. ואח"כ האדם עובר לבחינת קדושה, שהוא, שכל מעשיו יהיו לתועלת הבורא. | Der erste Anfang, wenn ein Mensch die Kedusha betritt, ist der Ubar. Das bedeutet, dass der Schöpfer eine Form des Gebens innerhalb der vorherigen Form bildet, nämlich die Mutter, die „Gefäße des Empfangens“ genannt wird. In den Gefäßen des Empfangens wird der Mensch geboren. Danach wechselt der Mensch zur Kedusha, was bedeutet, dass alle seine Handlungen dem Schöpfer dienen. |
40 | Es fragt sich also: Wer gab ihm die Gefäße des Gebens? Wie wir lernen, nennt man die Awijut (Dicke) von Keter „Awijut der Wurzel“ und auch „Awijut des Embryos“. Die Wurzel meint den Schöpfer, dessen Verlangen es ist, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Und wenn der Mensch die erste Stufe der Heiligkeit empfängt, dann empfängt er Gefäße des Gebens – das heißt, er kann in den Gefäßen des Gebens mit der Absicht zu geben ausrichten. | נמצא, מי נתן לו הכלים דהשפעה. כמו שאנו לומדים, שעביות דכתר נקראת "עביות דשורש", ונקראת "עביות דעובר". שפירושו של שורש היינו הבורא, שרצונו להטיב לנבראיו. ובזמן שהאדם מקבל את הבחינה הראשונה של קדושה, הוא שמקבל כלים דהשפעה. היינו שיכול לכוון בעל מנת להשפיע בכלים דהשפעה. | Wer hat ihm also die Gefäße des Gebens gegeben? Wir lernen, dass Awiut [Dicke] de Keter Awiut de Wurzel heißt und Awiut der Ubar genannt wird. Die Wurzel der Wurzel ist der Schöpfer, dessen Verlangen es ist, seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Wenn ein Mensch die erste Eigenschaft der Kedusha empfängt, erhält er Gefäße des Gebens, d.h. er kann sich bemühen, in Gefäßen des Gebens zu geben. |
41 | Und das nennt man, dass „der Schöpfer eine Form bildet“, nämlich die Form des Gebens. Das besteht darin, dass Er ihm die Kraft gibt, geben zu können, und zwar innerhalb der Form seiner Mutter, die der vorausgegangene Zustand ist, bevor er kam, um sich mit der Heiligkeit zu verbinden. Den vorausgegangenen Zustand nennt man „Mutter“, und den zweiten Zustand nennt man Ibur. | וזה נקרא, ש"ה' צר צורה", היינו צורת השפעה. שהוא, שנותן לו הכח שיוכל להשפיע בתוך צורת אמו, שהיא מצב הקודם, מטרם שבא להתחבר עם הקדושה. שהמצב הקודם נקרא "אם", ומצב הב' נקרא "עיבור". | Das bedeutet, dass der Schöpfer ihm die Kraft gibt, in der Form seiner Mutter zu geben, die der vorherige Zustand war, bevor er mit der Kedusha in Verbindung kam. Der vorherige Zustand wird „Mutter“ genannt, und der nächste Zustand wird Ibur genannt. |
42 | Und nach dem Embryo gibt es die Stufe der Geburt, bis das Kind heranwächst und durch Korrekturen zur Stufe des Erwachsenen wird – dann erlangt er die Stufe der Mochin der Heiligkeit. Denn „Ubar“ lässt sich von „ower“ (übergehen) her erklären: Das ist der erste Zustand, in dem er vom Gebrauch der Gefäße des Empfangens zur Stufe der Heiligkeit übergeht, wo man nur die Gefäße gebraucht, mit denen man mit der Absicht zu geben ausrichten kann; anders gebraucht man die Gefäße nicht. | ואחר העובר יש בחינת לידה, עד שמתגדל הוולד, ונעשה על ידי תיקונים לבחינת גדול, הנקרא, שזכה לבחינת מוחין דקדושה. כי יש לפרש "עובר" מלשון עובר, שהוא המצב הא', שעובר מבחינת השימוש עם כלים דקבלה לדרגת קדושה, ששם משמשים רק בכלים שיכולים לכוון בעל מנת להשפיע, אחרת לא משתמשים עם הכלים. | Nach dem Ubar kommt die Geburt, bis das Neugeborene heranwächst und durch Korrekturen zum Gadol [groß/erwachsen] wird, der als mit dem Mochin der Kedusha belohnt gilt. Ubar ist der erste Zustand, in dem er vom Gebrauch der Gefäße des Empfangens in die Stufe der Kedusha übergeht, in der er nur Kelim [Gefäße] benutzt, die auf das Geben abzielen können. Ansonsten werden die Kelim nicht verwendet. |
43 | Es ergibt sich also, dass das Wesentliche die Stufe des Ibur ist. Es ist wie im Materiellen: Wenn die Frau schwanger wird, dann wird sie gewiss auch gebären. Die ganze Sorge besteht vielmehr darin, dass die Frau überhaupt schwanger werden muss. Danach gebiert die Frau in der Regel auch schon. Doch manchmal gibt es eine Ausnahme, dass die Frau die Schwangerschaft verliert, aufgrund irgendeiner Störung. | נמצא, שעיקר הוא בחינת העיבור. כמו בגשמיות, בזמן שהאשה נעשית מעוברת, בטח שהיא תלד גם כן. אלא כל הדאגות הן, שהאשה צריכה להתעבר. ואח"כ בדרך כלל האשה כבר תלד גם כן. אלא לפעמים יש יוצא מהכלל, שהאשה מפילה את העיבור, מסיבת איזה קלקול. | Daraus folgt, dass der Ibur das Wichtigste ist, wie in der Körperlichkeit. Wenn eine Frau schwanger wird, ist sie sicher, dass sie auch gebären wird, genau wie in der Körperlichkeit. Es geht also nur darum, dass die Frau schwanger wird. Danach wird die Frau normalerweise auch entbinden. Manchmal gibt es jedoch Ausnahmen und die Frau erleidet eine Fehlgeburt aufgrund einer Störung. |
44 | Ebenso ist in der Arbeit das Wesentliche, was uns schwerfällt, der Eintritt in den Embryo-Zustand, das heißt, dass das Verlangen zu empfangen in sich ein anderes Verlangen aufnimmt, das man „Verlangen zu geben“ nennt. Und wenn der Mensch die Stufe des Embryos erlangt – dass also in das Verlangen zu empfangen ein Verlangen zu geben eintritt –, nennt man dies, dass „der Schöpfer eine Form in einer Form bildet“. | כמו כן בעבודה, עיקר שקשה לנו בעבודה להכנס לעובר, שפירושו, שהרצון לקבל יקבל בתוכו רצון אחר, הנקרא "רצון להשפיע". ובזמן שהאדם זוכה לבחינת עובר, היינו שבתוך הרצון לקבל נכנס רצון להשפיע, זה נקרא ש"הקב"ה צר צורה בתוך צורה". | Auch in der Arbeit fällt es uns schwer, in den Ubar einzutreten, was bedeutet, dass der Wille zu empfangen in ihm ein anderes Verlangen empfängt, das „Verlangen zu geben“. Wenn ein Mensch mit dem Zustand des Ubar belohnt wird, was bedeutet, dass in dem Verlangen zu empfangen ein Verlangen zu geben eintritt, wird dies als das Formen einer Form innerhalb einer Form durch den Schöpfer angesehen. |
45 | Doch worin liegt das Wunderbare daran, dass „Er eine Form in einer Form bildet“? Nach dem, was wir erklärt haben, ist dies eine große Neuheit, buchstäblich ein Wunderwerk. Denn es ist wider die Natur, sodass nur der Schöpfer die Natur ändern kann und es nicht in der Hand des Menschen liegt. Und das ist die Neuheit: dass der Schöpfer die Form des Gebens innerhalb der Form der Mutter bildet, die die Form des Empfangens ist. Und das nennt man „Heiligkeit, die der Schöpfer gibt“. | ויש להבין, מהו הפלאי הזה ש"צר צורה בתוך צורה". ולפי שפירשנו, זהו חידוש גדול, ממש מעשה נסים. היות שזהו נגד הטבע, שרק הקב"ה יכול לשנות את הטבע, ואין זה בידי אדם. וזהו החידוש, שהקב"ה צר צורת השפעה בתוך צורת האם, שהיא צורת קבלה. וזה נקרא "קדושה, מה שה' נותן". | Wir sollten dieses Wunder, eine Form innerhalb einer Form zu bilden, verstehen. Nach dem, was wir interpretiert haben, ist dies eine große Neuheit, ein echtes Wunder, denn es ist gegen die Natur, denn nur der Schöpfer kann die Natur verändern, und es liegt nicht in der Hand des Menschen. Das ist die Neuheit, dass der Schöpfer die Form des Gebens in der Form der Mutter formt, die die Form des Empfangens ist. Das nennt man die Kedusha, die der Schöpfer gibt. |
46 | Und das ist, wie oben gesagt, „Keiner ist so heilig wie der Ewige“ aus dem Grund „denn es gibt niemanden außer Dir“. Denn es gibt niemanden in der Welt, der die Natur ändern und im Gefäß, das dem Menschen von Natur aus zukommt – dem Verlangen zu empfangen –, bewirken könnte, dass er danach eine andere Natur hat, die man „Verlangen zu geben“ nennt. Und das ist die ganze Neuheit von „bildet eine Form in einer Form“. | וזהו כנ"ל "אין קדוש כה'", מטעם "כי אין בלתך". כי אין מי בעולם שיכול לשנות את הטבע, ולעשות בתוך הכלי שבא לאדם מצד הטבע, רצון לקבל, שיהיה לו אח"כ טבע אחר, הנקרא "רצון להשפיע". וזהו כל החידוש של "צר צורה בתוך צורה". | Es heißt: „Es gibt keinen, der so heilig ist wie der Ewige, denn es gibt keinen außer Dir“, denn es gibt niemanden auf der Welt, der die Natur verändern und in dem Kli [Gefäß], das dem Menschen von Natur aus gegeben ist, das Verlangen zu empfangen, später eine andere Natur haben wird, die „Verlangen zu schenken“ heißt. Das ist die ganze Neuerung, eine Form innerhalb einer Form zu bilden. |
47 | Und nun lässt sich der Zusammenhang zwischen „Wenn eine Frau befruchtet, bringt sie ein männliches Kind zur Welt“ und dem erklären, womit Rabbi Jehuda begann – dem Geschriebenen: „Keiner ist so heilig wie der Ewige, denn es gibt niemanden außer Dir.“ Bekanntlich verhält es sich mit dem Säen so, dass man zum Beispiel Weizen oder Gerste und dergleichen nimmt und in den Boden legt, bis sie verrotten. Und danach kommt aus ihnen das Korn hervor, das man braucht. | ועכשיו יש לפרש ענין הסמיכות של "אשה, כי תזריע וילדה זכר". שרבי יהודה פתח במה שכתוב "אין קדוש כה', כי אין בלתך". ידוע שענין זריעה היא כמו, למשל, שלוקחים חיטים או שעורים וכדומה, ונותנים אותם בקרקע עד שירקיבו. ואח"כ יוצא מהם את התבואה, מה שצריכים. | Nun sollten wir die Bedeutung der Nähe von „Wenn eine Frau befruchtet, bringt sie ein männliches Kind zur Welt.“ interpretieren. Rabbi Yehuda begann mit dem, was geschrieben steht: „Es gibt keinen, der so heilig ist wie der Ewige, denn es gibt keinen außer Dir.“ Es ist bekannt, dass die Aussaat so ist, dass man zum Beispiel Weizen oder Gerste und so weiter nimmt und in den Boden legt, bis sie verrotten. Danach kommt das Korn, das wir brauchen, aus ihnen heraus. |
48 | Nun wird in der Arbeit „Frau“ diejenige genannt, die die Arbeit verrichtet und gebären muss. Wenn man daher die „Frau“, die die Stufe des Weiblichen ist – also das Gefäß des Empfangens, das Verlangen zu empfangen –, in die „Erde“ sät, sodass sie „verrottet“, dann sprießt daraus danach eine Nachkommenschaft, die die Stufe des „Männlichen“ ist. Das heißt: Wenn der Mensch die Stufe seines Weiblichen in die Erde sät, also das Gefäß des Empfangens, dann sprießen daraus Gefäße des Gebens, die man „Männliches“ nennt. | הנה בעבודה "אשה" נקרא בעלת העבודה, שהיא צריכה להוליד. לכן, אם האשה, שהיא בחינת נקבה, היינו כלי קבלה, אם זורעים את בחינת "אשה", היינו נקבה, שהיא הרצון לקבל, ב"ארץ", ש"ירקב", מזה "יצמח" אח"כ תולדה, שהוא בחינת "זכר". כלומר, אם האדם זורע את בחינת הנקבה שלו בארץ, היינו הכלי קבלה, יצמח מזה כלים דהשפעה, המכונה "זכר". | In der Arbeit gilt die Frau als diejenige, die zu arbeiten hat, als diejenige, die liefern soll. Aus diesem Grund: Wenn man die Eigenschaft einer „Frau“, also eines weiblichen Gefäßes des Empfangens, in die Erde sät, bis sie verrottet, wird später ein männliches Korn herauskommen. Mit anderen Worten: Wenn ein Mensch sein Weibchen, also das Gefäß des Empfangens, in den Boden sät, wird daraus ein Gefäß des Gebens, das „männlich“ genannt wird, entstehen. |
49 | Und wenn der Mann zuerst befruchtet, das heißt, dass er will, dass die Gefäße des Gebens in ihm „in der Erde verrotten“ – dass er sich also mit Tora und Mizwot in der Absicht befasst, dass seine Handlungen des Gebens in die „Erde eintreten und verrotten“ –, dann „gebiert sie ein Weibliches“. Das heißt, dass die Stufe seines Verlangens zu empfangen wächst, worin die Sache des „und sie gebiert ein Weibliches“ besteht: dass ihm nämlich die Handlungen des Gebens eine Stufe des Eigennutzens bringen, die man „Weibliches“ nennt. | ואם איש מזריע תחילה, היינו שהוא רוצה, שהכלים דהשפעה שבו הם "ירקבו בארץ". היינו זה שהוא עוסק בתורה ומצות, הכוונה שלו היא, שזה שהוא משפיע ועוסק בתו"מ, כוונתו הוא, שהמעשים דהשפעה יכנסו לתוך "הארץ וירקיבו". אז "וילדה נקבה". היינו, שבחינת הרצון לקבל שלו נגדלת, שזה הוא ענין "וילדה נקבה". כלומר, שהמעשים של השפעה יביאו לו בחינת תועלת עצמית, הנקראת "נקבה". | Und wenn der Mensch zuerst befruchtet, d.h. wenn er will, dass die Gefäße des Gebens in ihm in der Erde verrotten, d.h. wenn er sich in Tora und Mizwot engagiert, ist es seine Absicht, dass durch das Geben und das Engagement in Tora und Mizwot die Gefäße des Gebens in die Erde kommen und verrotten, dann bringt sie ein Weibchen hervor. Das heißt, sein Wille, zu empfangen, wächst. Das ist die Bedeutung des Gebärens einer Frau. Mit anderen Worten: Die Handlungen des Gebens bringen ihm einen Eigennutzen, der „weiblich“ genannt wird. |
Hinweis: Ver11 (Stilüberarbeitung nach Richtlinie) auf Basis Ver10→Ver11; Deutsch NEU und Fließtext bleiben wortgleich. HE maßgeblich; RU als Primärreferenz konsultiert; EN fehlt; ALT als Lesbarkeitsmaßstab konsultiert; kein Sol-Bericht vorhanden.
Was bedeutet „Keiner ist so heilig wie der Ewige…“ in der Arbeit (1990-26)
Der heilige Sohar sagt (Tasria, Blatt 13, und im Sulam Punkt 37): „‚Wenn eine Frau befruchtet, bringt sie ein männliches Kind zur Welt.‘ Rabbi Jehuda begann: ‚Keiner ist so heilig wie der Ewige, denn es gibt niemanden außer Dir, und es gibt keinen Fels wie unser Gott.‘ Dieser Vers ist schwierig, denn es steht geschrieben: ‚Keiner ist so heilig wie der Ewige.‘ Das deutet darauf hin, dass es doch einen anderen Heiligen gibt, der nur ein wenig geringer ist als der Ewige, da geschrieben steht ‚wie der Ewige‘. Und ebenso bedeutet ‚es gibt keinen Fels wie unser Gott‘, dass es einen anderen Fels gibt, der nur ein wenig geringer ist als der Ewige. Und er antwortet: In Wahrheit gibt es viele Heilige. Es gibt Heilige oben, nämlich die Engel, und auch Israel ist heilig. Doch keiner ist so heilig wie der Ewige. Und was ist der Grund? ‚Denn es gibt niemanden außer Dir.‘ Denn die Heiligkeit des Schöpfers besteht ohne ihre Heiligkeit, die der Engel und Israels, weil Er ihre Heiligkeit nicht braucht; sie aber sind nicht heilig ohne Dich. ‚Und es gibt keinen Fels wie unser Gott‘ bedeutet, dass der Schöpfer eine Form in einer Form bildet, nämlich die Form des Embryos (Ubar) in der Form seiner Mutter.“
Welche Verbindung besteht zwischen „Wenn eine Frau befruchtet, bringt sie ein männliches Kind zur Welt“ und dem, was geschrieben steht: „Keiner ist so heilig wie der Ewige, und es gibt keinen Fels wie unser Gott“? Und ebenso: Wie kommt man überhaupt auf den Gedanken, das Volk Israel gebe dem Schöpfer Heiligkeit, sodass der Text uns eigens mitteilen müsste „denn keiner ist so heilig wie der Ewige“? Und schließlich: Was bedeutet in der Arbeit seine Erklärung zu „es gibt keinen Fels wie unser Gott“, dass nämlich der Schöpfer eine Form in einer Form bildet?
Bekanntlich besteht die Ordnung der Arbeit darin, dass wir zur Anhaftung (Dwekut) an den Schöpfer gelangen müssen, wie geschrieben steht: „Heilig sollt ihr sein, denn Ich bin heilig.“ Das bedeutet: So wie der Schöpfer heilig und vom Empfangen getrennt ist – denn der Schöpfer gibt nur und empfängt nicht –, so müssen auch wir heilig und vom Empfangen getrennt sein, und all unsere Handlungen müssen einzig dazu dienen, dem Schöpfer zu geben.
Da wir aber mit der Natur des Empfangens für uns selbst geboren wurden, wie können wir dann die Stufe der Heiligkeit erlangen, sodass wir von der Selbstliebe getrennt sind? Diese Stufe des Verlangens, für sich selbst zu empfangen, nennt man „bösen Trieb“ (Jezer haRa). Und darüber sagten unsere Weisen: „Der Schöpfer sprach: ‚Ich habe den bösen Trieb erschaffen, Ich habe die Tora als Gewürz erschaffen.‘“ Das bedeutet: Wenn der Mensch sich mit Tora und Mizwot befasst, um liShma (um ihretwillen) zu erreichen, bringt ihn das Licht in der Tora zum Guten zurück. Er tritt also aus der Herrschaft des Bösen heraus und tut Gutes, das heißt, er ist fähig, gute Taten zu vollbringen, die man „Handlungen des Gebens“ nennt.
Daraus ergibt sich, dass allein die Handlungen des Menschen – sein Befassen mit Tora und Mizwot – ihm dazu verholfen haben, die Heiligkeit zu erlangen: dass er also heilig und von Handlungen des Empfangens für sich selbst getrennt ist und sich auf der Stufe „Wie Er barmherzig ist, so sei auch du barmherzig“ befindet, was die Stufe der Formgleichheit ist. Das nennt man „Heilig sollt ihr sein, denn Ich bin heilig“.
Demnach erlangte der Mensch die Heiligkeit aus eigener Kraft, wie unsere Weisen sagten: „Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich?“ Das heißt: „Dem Leid entsprechend der Lohn“ – nach der Mühe, die der Mensch aufwendet, um des Lohnes gewürdigt zu werden, in eben diesem Maß empfängt er Lohn. Und wie unsere Weisen sagten: „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem wird geholfen.“
Daraus geht also hervor, dass der Schöpfer keine Hilfe von oben gibt – also keine Heiligkeit von oben –, bis der Mensch Heiligkeit von unten gibt. Das bedeutet: Indem der Mensch sich heiligt und kommt, um sich zu reinigen, kann der Schöpfer ihm Heiligkeit von oben geben. Der Schöpfer kann also keine Heiligkeit von oben geben, bis die Geschöpfe Heiligkeit von unten geben.
Damit lässt sich erklären, was wir gefragt hatten: wie der heilige Sohar die Frage zu „Keiner ist so heilig wie der Ewige“ auflöst. Denn dieser Vers deutet darauf hin, dass es einen anderen Heiligen gibt, der nur ein wenig geringer ist als der Ewige. Und er antwortet: Dass geschrieben steht „Keiner ist so heilig wie der Ewige“, hat den Grund „denn es gibt niemanden außer Dir. Denn die Heiligkeit des Schöpfers besteht ohne ihre Heiligkeit, weil Er ihre Heiligkeit nicht braucht; sie aber sind nicht heilig ohne Dich.“
Und wir hatten gefragt: Wie kommt man überhaupt auf den Gedanken, die Heiligkeit, die der Schöpfer besitzt, nehme Er von unten, von Israel? Lässt sich das so sagen? In Wahrheit ist es wie oben gesagt: Wenn von der Arbeit die Rede ist, dann muss – obwohl die Worte unserer Weisen überall andeuten, dass der Schöpfer dem Volk Israel Heiligkeit gibt – zuerst eine Erweckung vom Menschen her vorhanden sein, dass er nämlich ein Verlangen nach der Heiligkeit hat; dann kann der Schöpfer Heiligkeit geben.
Es ergibt sich also, dass der Schöpfer die Heiligkeit von unten braucht, und danach kann Er ihnen Heiligkeit geben. Und dazu kommt der heilige Sohar, um uns mitzuteilen: „Keiner ist so heilig wie der Ewige.“ Das bedeutet, dass der Mensch keinerlei Heiligkeit besitzt. Was nämlich die Heiligkeit betrifft, die der Schöpfer gibt, so braucht Er die Heiligkeit des Menschen nicht. Der Mensch muss vielmehr zuerst „der, der kommt, um sich zu reinigen“ sein; dann kann der Schöpfer ihm Heiligkeit geben.
Dazu sagt er: „Denn es gibt niemanden außer Dir.“ Denn es gibt niemanden, der Dir helfen und von seiner eigenen Heiligkeit geben würde – der also Dir Heiligkeit von unten geben würde –, und zwar aus dem Grund „denn es gibt niemanden außer Dir“. Denn es gibt keine Kraft in der Welt außer dem Schöpfer. Wir müssen also an die persönliche Vorsehung (Hashgacha Pratit) glauben, wie geschrieben steht (in den dreizehn Grundsätzen, die im Gebetbuch nach „Über uns“ angeführt werden): „Ich glaube mit vollkommenem Glauben, dass der Schöpfer alle Geschöpfe erschaffen hat und lenkt und dass Er allein alle Werke vollbracht hat, vollbringt und vollbringen wird.“
Das heißt: Nachdem der Mensch gute Taten vollbracht hat, durch die er die Stufe der Heiligkeit erlangt – wie oben gesagt, dass er also die Heiligkeit erlangt und all seine Handlungen einzig dem Geben dienen –, könnte man daraus schließen, der Mensch habe dem Schöpfer geholfen. Dazu sagt der heilige Sohar: „Denn es gibt niemanden außer Dir.“ In Wahrheit vollbringt alles der Schöpfer, und Er braucht die Heiligkeit des Menschen nicht, dass dieser Ihm helfen würde. Vielmehr gilt, wie oben gesagt: Er allein hat alle Werke vollbracht, vollbringt und wird sie vollbringen, und der Mensch hat daran keinerlei Anteil.
Was bedeutet dann „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem wird geholfen“, was ja darauf hindeutet, dass der Mensch sehr wohl handelt? Das lässt sich so erklären: Der Mensch muss glauben, dass dies – dass er jetzt kommt, um sich zu reinigen, und nicht schon vorher –, dass also diese Handlung von der Hilfe von oben kommt. Denn zuvor gab es eine Erweckung von oben, die ihm das Verlangen und die Sehnsucht gab, zu kommen, sich zu reinigen und sich zu heiligen. Somit gilt, dass sein Kommen, um sich zu reinigen, nicht aus der Kraft des Menschen geschieht, sondern von oben kommt.
In gleicher Weise lässt sich erklären, was unsere Weisen sagten (Awot, Kapitel 5,27): „Ben He He sagt: ‚Dem Leid entsprechend der Lohn.‘“ Das bedeutet: Je größer das Leid ist, das der Mensch beim Erfüllen von Tora und Mizwot erträgt, desto reichlicher ist sein Lohn. Das deutet darauf hin, dass der Mensch sehr wohl etwas tut, und weil er handelt, empfängt er Lohn. Doch auch das lässt sich in der oben genannten Weise erklären: Der Mensch muss glauben, dass das Leid und die Mühe, die er hat – weil er fühlt, dass er fern von der Anhaftung an den Schöpfer und in Selbstliebe versunken ist –, dass eben dieses Leid das ist, was man „Lohn“ nennt.
Denn der Schöpfer gab ihm eine Erweckung, sodass er nicht bei der ganzen Allgemeinheit bleiben will, die mit dem Strom der Welt mitgeht und sich nicht klarmacht, worin sie höher steht als das übrige Getier. Denn von eben den Dingen, von denen sich das Getier nährt, nähren auch sie sich. Und sie fühlen nicht, dass sie im Ebenbild Gottes erschaffen wurden, dass sie also eine Beziehung zur Stufe des Göttlichen haben und ihre Nahrung aus dem Spirituellen empfangen müssen, die der Stufe des Sprechenden entspricht und nicht der Stufe des Getiers.
Und das ist Lohn: Die Mühe und das Leid, die sie fühlen, sind buchstäblich Lohn, den der Schöpfer ihnen gibt. Und man soll nicht denken, dies sei eine Mühe, die vom Menschen selbst kommt, dass er sich also abgemüht hätte. Vielmehr ist es Lohn, dass der Schöpfer sie zu Seinem Dienst ruft, andere aber nicht. Darum müssen sie – trotz des Leids und der Qualen, die sie fühlen – in Freude sein, weil der Schöpfer sich mit ihnen verbinden will.
Damit lässt sich „Dem Leid entsprechend der Lohn“ erklären. Denn: Wie hoch soll der Mensch es einschätzen, dass der Schöpfer ihm Lohn gibt? Die Antwort: nach dem Leid und der Mühe, die er fühlen kann, weil er fern vom Schöpfer ist. Das ist die Größe des Lohnes.
Wenn man also wissen will, wie groß der Ertrag des Lohnes war, dann muss der Mensch einschätzen, wie viel Qual und Leid er hatte, weil er fern von der Arbeit für den Schöpfer war. Das ist das Maß des Lohnes. Denn den Mangel an Spiritualität kann man nicht einschätzen, bevor der Mensch die Wichtigkeit der Spiritualität fühlt. Und im Maß, in dem er die Spiritualität wertschätzt, in eben diesem Maß kann er den Mangel daran fühlen.
Es ergibt sich also, dass das Fühlen des Mangels bereits Lohn ist. Daher lässt sich der Ausspruch von Ben He He „Dem Leid entsprechend“ so erklären: Dass der Mensch Leid empfindet, weil er fern von der Arbeit für den Schöpfer ist, kommt nicht vom Menschen; vielmehr gab ihm der Schöpfer, dies zu fühlen, und nicht der Mensch aus eigener Kraft, wie oben gesagt.
Denn indem der Schöpfer ihm die Wichtigkeit der Spiritualität aufleuchten ließ, in eben diesem Maß empfindet er Leid darüber, dass er fern vom Spirituellen ist. Daher kann man nicht sagen, es sei eine Leistung des Menschen, wenn er kommt, um sich zu reinigen. Vielmehr gab ihm der Schöpfer den Gedanken und das Verlangen, zu kommen und sich zu reinigen.
Daraus folgt, dass dies nicht aus der Arbeit des Menschen geschieht, sodass wir sagen könnten, bei der Heiligkeit, die der Schöpfer ihm gab – der Heiligkeit von oben –, habe auch der Mensch Ihm geholfen. Vielmehr gilt: „Es gibt niemanden außer Dir.“ Denn, wie oben in den Worten des heiligen Sohar gesagt, braucht der Schöpfer keine Heiligkeit aus dem Ihren, also von den Unteren, sondern Er vollbringt alles.
In gleicher Weise lässt sich die Auslegung unserer Weisen zu dem erklären, was geschrieben steht (Tisa, zweiter Abschnitt): „Und nun lass ab von Mir.“ Und Rashi erklärte: „Bisher haben wir nicht gehört, dass Moses für sie betete, und Er sagt: ‚Lass ab von Mir.‘ Vielmehr öffnete Er ihm hier eine Tür und teilte ihm mit, dass die Sache von ihm abhängt: Wenn er für sie betet, wird Er sie nicht vernichten“ (Schaar Maamarej Chasal).
Und die Worte unserer Weisen lassen sich erklären, wo sie sagten: „Vielmehr öffnete Er ihm hier eine Tür und teilte ihm mit, dass die Sache von ihm abhängt: Wenn er für sie betet, wird Er sie nicht vernichten.“ Das bedeutet: Der Schöpfer teilte ihm mit – das heißt, Er gab ihm das Verlangen –, für Israel zu beten, dass Er ihnen die Sünde des Kalbes verzeiht. Dass der Schöpfer ihm mitteilte, er solle beten, ist also so zu erklären, dass Er ihm die Kraft zu beten gab. Denn wenn der Schöpfer nicht die Kraft zu beten gibt, ist der Mensch nicht fähig zu beten.
Daraus ergibt sich, dass auch dies – dass der Mensch zum Schöpfer betet, Er möge ihm seine Sünden verzeihen – vom Schöpfer kommt: dass der Schöpfer ihm nämlich die Kraft und das Verlangen zu beten gibt. Es ergibt sich also, wie oben gesagt, dass alles der Schöpfer vollbringt. Denn selbst dies, dass der Mensch zum Schöpfer betet, Er möge ihm seine Sünden verzeihen, auch darauf wurde, wie oben gesagt, mit „Keiner ist so heilig wie der Ewige“ aus dem Grund „denn es gibt niemanden außer Dir“ angedeutet – dass er nämlich die Kraft der Heiligkeit hat. Vielmehr kommt alles vom Schöpfer.
Doch man darf nicht vergessen: Obwohl wir sagen „Alles kommt vom Schöpfer“, muss der Mensch dennoch sagen „Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich?“ Alles hängt nämlich von den Taten der Menschen ab. Und obwohl dies im Widerspruch zum oben Gesagten steht, müssen wir glauben, dass es so ist, wie es die Worte des Rambam besagen (wie oben in Artikel 25, 5750).
Damit lässt sich erklären, was wir am Shabbat (Sabbat) im Lied sagen: „Wer den siebten Tag heiligt, wie es ihm gebührt, wer den Shabbat nach dem Gesetz wahrt und ihn nicht entweiht, dessen Lohn ist sehr groß, nach seinem Wirken.“ Auf den ersten Blick ist schwer zu verstehen, was an der Aussage „dessen Lohn ist sehr groß, nach seinem Wirken“ neu sein soll. Ist es nicht eine ganz einfache Sache, dass man in der Welt für gewöhnlich Lohn nach dem Wert der Arbeit zahlt? Was also teilt er uns mit, wenn er sagt „dessen Lohn ist sehr groß, nach seinem Wirken“? Könnte es denn anders sein?
Hätte er dagegen gesagt, dass jemand, der Tora und Mizwot wahrt, selbst bei nur geringer Arbeit viel Lohn empfängt – dann wäre etwas Neues zu hören. Doch dass er nicht mehr Lohn empfängt, als er arbeitet, ist ganz natürlich, denn auch im Materiellen ist es so üblich.
Vielmehr ist es wie oben gesagt: Das Neue besteht darin, dass der Mensch, sobald der Shabbat kommt und er die Stufe des Shabbat erlangt, die Wahrheit fühlt – dass die Arbeit selbst der Lohn ist, den der Schöpfer dem Menschen gibt. Denn Er gibt dem Menschen den Gedanken und das Verlangen, Tora und Mizwot zu erfüllen und zu kommen, um sich zu reinigen, wie oben gesagt: „Wer kommt, um sich zu reinigen.“ Es stellt sich die Frage: Warum kommt er gerade jetzt, um sich zu reinigen, also in diesem Augenblick und nicht zuvor? Vielmehr kommt der Mensch in dem Augenblick, in dem er Hilfe von oben empfängt, um sich zu reinigen, und nicht zuvor. Es ergibt sich also, dass „dessen Lohn ist sehr groß, nach seinem Wirken“ bedeutet, wie oben gesagt: Dass der Mensch sich in Tora und Mizwot abmüht und arbeitet, das ist sein Lohn.
Es ergibt sich also: Wenn er viel arbeitet, so ist eben das der Lohn, den der Schöpfer ihm gab; denn Er gab ihm den Gedanken und das Verlangen, die heilige Arbeit zu verrichten. Es ist hier also nicht wie im Materiellen üblich, dass jeder Arbeiter Lohn nach dem Maß seiner Arbeit empfängt, also eine Vergütung für seine Tätigkeit. Das Neue besteht hier vielmehr darin, dass der Lohn die Arbeit ist.
Demnach ist „dessen Lohn ist sehr groß“ so zu verstehen: Was das Maß des Lohnes betrifft, so geht es hier nicht darum, dass Er ihm mehr oder weniger Lohn gibt. Denn das lässt sich nur sagen, wenn der Mensch arbeitet, um Lohn als Vergütung für seine Arbeit zu empfangen; da gibt es das Mehr und Weniger. Anders aber, wenn der Lohn die Arbeit selbst ist und es nicht darum geht, dass er Lohn als Vergütung für die Arbeit empfängt. Um darauf hinzudeuten, sagt er daher „dessen Lohn ist sehr groß“, und zwar gerade „nach seinem Wirken“, weil allein die Arbeit der Lohn ist.
Damit lässt sich erklären, was geschrieben steht (WaEtchanan, erster Abschnitt): „Du sollst zu dem Wort nichts hinzufügen, das Ich euch gebiete, und nichts davon wegnehmen, um die Mizwot des Ewigen, eures Gottes, zu wahren, die Ich euch gebiete.“ Im Sinne der Arbeit lässt sich fragen: „Du sollst nicht wegnehmen“ verstehen wir – doch warum ist es verboten hinzuzufügen?
Im Sinne der Arbeit lässt sich erklären: Wenn der Mensch mehr Lohn empfangen will, könnte sein Rat sein, zu Tora und Mizwot hinzuzufügen. Doch es heißt vielmehr: „Du sollst nicht hinzufügen und nicht wegnehmen.“ Denn der Lohn ist die Arbeit selbst – dass der Schöpfer dem Menschen einen Ort gibt, an dem er dem König dient. Und diese Kraft ist der Lohn. Daher gibt es den Hinweis „Du sollst nicht hinzufügen und nicht wegnehmen“: dass man nämlich nicht mehr hinzufügen, also nicht mehr Lohn empfangen kann, sondern dass es genau dabei bleibt, dass die Arbeit und der Lohn wie zwei Tropfen Wasser sind.
Und das gilt gerade auf der Ebene der Arbeit. Denn wenn der Mensch auf dem Weg der Wahrheit arbeiten will, der eine Arbeit mit der Absicht zu geben ist – obwohl die einfache Deutung sich auf die tätigen Mizwot bezieht, dass also auf der Ebene der Tat „du sollst nicht hinzufügen und nicht wegnehmen“ gemeint ist –, so gilt dieses „Du sollst nicht hinzufügen“ auch auf der Ebene der Absicht, nämlich zu der Zeit, in der der Mensch mit der Absicht zu geben arbeitet. Man kann also dem Lohn nicht mehr hinzufügen, als man arbeitet. Denn wenn er mehr empfangen will als die Arbeit, bedeutet das, dass er eine Vergütung will – dass man ihm nämlich außer der Arbeit auch noch Lohn gibt. Folglich gilt, dass er lo liShma (nicht um ihretwillen) arbeitet. Vielmehr gilt, wie oben gesagt: dass der Lohn und die Arbeit einander gleich sind und man nicht mehr Lohn empfangen kann, sondern nur nach Maßgabe der Arbeit, wie oben gesagt.
Damit lässt sich erklären, wie der heilige Sohar das auflöst, was geschrieben steht: „Es gibt keinen Fels wie unser Gott.“ Dessen Bedeutung ist: „dass der Schöpfer eine Form in einer Form bildet, nämlich die Form des Embryos in der Form seiner Mutter.“ Und was bedeutet in der Arbeit „bildet eine Form in einer Form“? Vielmehr ist es wie oben gesagt: Wenn der Mensch sich heiligt, das heißt, wenn er mit der Absicht zu geben handeln will, dann kommt die Heiligkeit nicht vom Menschen, als ob der Mensch dem Schöpfer helfen würde, sodass der Schöpfer ihm daraufhin Heiligkeit zukommen ließe, wie oben gesagt: „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem wird geholfen.“ Vielmehr vollbringt alles der Schöpfer, „der allein alle Werke vollbringt und vollbringen wird“.
Und das ist es, was geschrieben steht: „bildet eine Form in einer Form“, nämlich die Form des Embryos in der Form seiner Mutter. Das bedeutet: Die Form der Mutter ist die Grundlage, mit der der Mensch geboren wird, und die nennt man „die Form seiner Mutter“. Wenn der Mensch danach mit der Arbeit beginnt und den Weg des Gebens gehen will, beginnt er zuerst mit der ersten Stufe der Heiligkeit. Bekanntlich gibt es drei Stufen, die man nennt:
1) Ibur (Empfängnis),
2) Jenika (Säugen),
3) Mochin (Verstand).
Und der erste Anfang, an dem der Mensch in die Heiligkeit eintritt, beginnt mit der Stufe des Embryos. Und das ist die Bedeutung dessen, dass der Schöpfer die Form des Gebens in der vorausgegangenen Form bildet, die die Mutter ist und die man „Gefäße des Empfangens“ nennt. In den Gefäßen des Empfangens wird der Mensch geboren. Und danach geht der Mensch zur Stufe der Heiligkeit über, die darin besteht, dass all seine Handlungen dem Nutzen des Schöpfers dienen.
Es fragt sich also: Wer gab ihm die Gefäße des Gebens? Wie wir lernen, nennt man die Awijut (Dicke) von Keter „Awijut der Wurzel“ und auch „Awijut des Embryos“. Die Wurzel meint den Schöpfer, dessen Verlangen es ist, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Und wenn der Mensch die erste Stufe der Heiligkeit empfängt, dann empfängt er Gefäße des Gebens – das heißt, er kann in den Gefäßen des Gebens mit der Absicht zu geben ausrichten.
Und das nennt man, dass „der Schöpfer eine Form bildet“, nämlich die Form des Gebens. Das besteht darin, dass Er ihm die Kraft gibt, geben zu können, und zwar innerhalb der Form seiner Mutter, die der vorausgegangene Zustand ist, bevor er kam, um sich mit der Heiligkeit zu verbinden. Den vorausgegangenen Zustand nennt man „Mutter“, und den zweiten Zustand nennt man Ibur.
Und nach dem Embryo gibt es die Stufe der Geburt, bis das Kind heranwächst und durch Korrekturen zur Stufe des Erwachsenen wird – dann erlangt er die Stufe der Mochin der Heiligkeit. Denn „Ubar“ lässt sich von „ower“ (übergehen) her erklären: Das ist der erste Zustand, in dem er vom Gebrauch der Gefäße des Empfangens zur Stufe der Heiligkeit übergeht, wo man nur die Gefäße gebraucht, mit denen man mit der Absicht zu geben ausrichten kann; anders gebraucht man die Gefäße nicht.
Es ergibt sich also, dass das Wesentliche die Stufe des Ibur ist. Es ist wie im Materiellen: Wenn die Frau schwanger wird, dann wird sie gewiss auch gebären. Die ganze Sorge besteht vielmehr darin, dass die Frau überhaupt schwanger werden muss. Danach gebiert die Frau in der Regel auch schon. Doch manchmal gibt es eine Ausnahme, dass die Frau die Schwangerschaft verliert, aufgrund irgendeiner Störung.
Ebenso ist in der Arbeit das Wesentliche, was uns schwerfällt, der Eintritt in den Embryo-Zustand, das heißt, dass das Verlangen zu empfangen in sich ein anderes Verlangen aufnimmt, das man „Verlangen zu geben“ nennt. Und wenn der Mensch die Stufe des Embryos erlangt – dass also in das Verlangen zu empfangen ein Verlangen zu geben eintritt –, nennt man dies, dass „der Schöpfer eine Form in einer Form bildet“.
Doch worin liegt das Wunderbare daran, dass „Er eine Form in einer Form bildet“? Nach dem, was wir erklärt haben, ist dies eine große Neuheit, buchstäblich ein Wunderwerk. Denn es ist wider die Natur, sodass nur der Schöpfer die Natur ändern kann und es nicht in der Hand des Menschen liegt. Und das ist die Neuheit: dass der Schöpfer die Form des Gebens innerhalb der Form der Mutter bildet, die die Form des Empfangens ist. Und das nennt man „Heiligkeit, die der Schöpfer gibt“.
Und das ist, wie oben gesagt, „Keiner ist so heilig wie der Ewige“ aus dem Grund „denn es gibt niemanden außer Dir“. Denn es gibt niemanden in der Welt, der die Natur ändern und im Gefäß, das dem Menschen von Natur aus zukommt – dem Verlangen zu empfangen –, bewirken könnte, dass er danach eine andere Natur hat, die man „Verlangen zu geben“ nennt. Und das ist die ganze Neuheit von „bildet eine Form in einer Form“.
Und nun lässt sich der Zusammenhang zwischen „Wenn eine Frau befruchtet, bringt sie ein männliches Kind zur Welt“ und dem erklären, womit Rabbi Jehuda begann – dem Geschriebenen: „Keiner ist so heilig wie der Ewige, denn es gibt niemanden außer Dir.“ Bekanntlich verhält es sich mit dem Säen so, dass man zum Beispiel Weizen oder Gerste und dergleichen nimmt und in den Boden legt, bis sie verrotten. Und danach kommt aus ihnen das Korn hervor, das man braucht.
Nun wird in der Arbeit „Frau“ diejenige genannt, die die Arbeit verrichtet und gebären muss. Wenn man daher die „Frau“, die die Stufe des Weiblichen ist – also das Gefäß des Empfangens, das Verlangen zu empfangen –, in die „Erde“ sät, sodass sie „verrottet“, dann sprießt daraus danach eine Nachkommenschaft, die die Stufe des „Männlichen“ ist. Das heißt: Wenn der Mensch die Stufe seines Weiblichen in die Erde sät, also das Gefäß des Empfangens, dann sprießen daraus Gefäße des Gebens, die man „Männliches“ nennt.
Und wenn der Mann zuerst befruchtet, das heißt, dass er will, dass die Gefäße des Gebens in ihm „in der Erde verrotten“ – dass er sich also mit Tora und Mizwot in der Absicht befasst, dass seine Handlungen des Gebens in die „Erde eintreten und verrotten“ –, dann „gebiert sie ein Weibliches“. Das heißt, dass die Stufe seines Verlangens zu empfangen wächst, worin die Sache des „und sie gebiert ein Weibliches“ besteht: dass ihm nämlich die Handlungen des Gebens eine Stufe des Eigennutzens bringen, die man „Weibliches“ nennt.
korrigiert (Stilüberarbeitung nach Richtlinie), EY, Claude/Opus 4.8, 25.07.2026, 02:56 Uhr, Ver11