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Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Artikel / 1986/17 Die Agenda der Versammlung 2

Die Ordnung der Versammlung

1986 – Artikel 17

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Unsere Weisen sagten im Traktat Berachot (Blatt 32): „Rabbi Simlai lehrte: Stets ordne der Mensch zuerst das Lob des Schöpfers und bete danach. Woher wissen wir das? Von Moses, denn es steht geschrieben: ‚Und ich flehte.‘“ Mein Vater und Lehrer seligen Andenkens erklärte dies so: Wer einen anderen um einen Gefallen bitten will, muss zweierlei wissen:

חז"ל במסכת ברכות (דף ל"ב) וזה לשונם "דריש רבי שמלאי, לעולם יסדר אדם שבחו של הקב"ה ואח"כ יתפלל. מנא לן ממשה, דכתיב. ואתחנן". ופירש זה אאמו"ר זצ"ל, היות שמי שרוצה לבקש ממי שהוא, שיעשה לו טובה, הוא צריך לדעת:

Es ist wie unsere Weisen schrieben (Brachot 32): Rabbi Shamlai sagte: „Man muss immer den Schöpfer preisen und dann beten.“ Woher haben wir das? Von Moses, wie geschrieben steht: „Und ich flehte.“ Baal HaSulam interpretierte, wenn jemand von jemand anderem einen Gefallen will, dann sollte er wissen

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Erstens, ob jener überhaupt geben kann, worum er gebeten wird. Denn wenn er es nicht hat, was nützt die Bitte?

א. אם יש בידו לתת לו, מה שהוא מבקש ממנו. כי אם אין בידו, מה היא התועלת שמבקש.

a) ob dieser hat, worum er gebeten wird, denn wenn er es nicht hat, dann gibt es keinen Grund zu fragen,

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Zweitens, ob er ein gutes Herz hat zu geben. Es kann ja sein, dass er hat, worum er gebeten wird, aber kein Herz hat, es zu geben.

ב. שיהיה לו לב טוב לתת. שיכול להיות, שיש לו לתת, מה שהוא מבקש, אבל אין לו לב לתת.

und b) dass er ein freundliches Herz hat. Denn er könnte haben, worum er gebeten wird, jedoch nicht die Güte zu geben.

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Darum muss man zuerst das Lob des Schöpfers ordnen – das heißt, man muss glauben, dass der Schöpfer all das kann, worum der Mensch bittet, und dass der Schöpfer barmherzig ist und jedem Einzelnen seine Bitten zum Guten erfüllt.

ולכן צריכים לסדר מקודם שבחו של הקב"ה, כלומר שיאמין שיש בידו להקב"ה את הכל מה שהאדם מבקש. וגם שהקב"ה הוא רחמן ונותן לכל אחד ואחד משאלותיו לטובה.

Daher muss man zuerst den Schöpfer preisen und glauben, dass der Schöpfer alles hat, worum man Ihn bittet, und dass der Schöpfer barmherzig ist und jedem seinen Wunsch gewährt.

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Daraus ergibt sich vor unseren Augen: Wenn die Freunde sich an einem Ort versammeln, dient diese Versammlung gewiss einem Ziel. Denn jeder gibt einen Teil seiner Zeit, die er für seine eigenen Bedürfnisse hätte nutzen müssen, verzichtet auf all seine Geschäfte und kommt, um an der Zusammenkunft teilzunehmen – also will er etwas erwerben. Darum muss man sich bemühen, dass jeder Freund, wenn er nach Hause geht, sieht, womit er zur Zusammenkunft kam und was er nun erworben hat.

ולפי זה יוצא לעיננו, כשהחברים מתאספים במקום אחד, ובטח שההתאספות היא לאיזו מטרה, כי כל אחד נותן מזמנו חלק, מה שהיה צריך להשתמש עמו לצרכי עצמו, ומוותר על כל עסקים שלו, ובא להשתתף בהתועדות, אז הוא רוצה לקנות משהו. אם כן צריכים להשתדל, שכל חבר וחבר, שהולך הביתה, צריך לראות עם מה הוא בא להתועדות, ומה רכש עכשיו, שהולך הביתה.

Wenn sich Freunde an einem Ort treffen, dient diese Versammlung einem Zweck; denn wenn jemand zu Lasten der eigenen Bedürfnisse und Beschäftigungen einen Teil seiner Zeit zur Verfügung stellt und an einer Versammlung teilnimmt, möchte er etwas erhalten. Nach der Versammlung muss man erkennen, womit man zur Freundesversammlung kam und was man nun erreicht hat, da man wieder nach Hause geht.

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Mitunter aber empfindet bei der Freundesversammlung jeder einen Reiz an der Versammlung selbst. Dann kommt ihm gar nicht der Gedanke zu fragen, mit welchem Erwerb er nun nach Hause geht – also: Was habe ich in der Hand, das ich in der Freundesversammlung gewonnen habe und vorher nicht hatte? Dann sieht er, dass er nichts in der Hand hat.

ויש לפעמים, שבעת הישיבת חברים, כל אחד מרגיש טעם בהישיבה. ואז לא עולה על מחשבתו, לחשוב, במה, היינו באיזה רכוש אני הולך עכשיו הביתה. זאת אומרת, מה יש לי ביד, שקניתי בישיבת חברים, מה שלא היה לי לפני שבאתי להחברה. אז הוא רואה, שאין לו בידו מאומה.

Manchmal fühlt sich jeder während der Freundesversammlung gut. Zu dieser Zeit denken sie gar nicht darüber nach, womit sie nach Hause gehen werden. Sie fragen sich nicht: „Was bekam ich in der Freundesversammlung, das ich nicht hatte, bevor ich in diese Gemeinschaft kam?“ Und dann erkennt er, dass er nichts hat.

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Das gleicht dem Vers (5. Mose 23,25): „Wenn du in den Weinberg deines Nächsten kommst, so darfst du Trauben essen nach Herzenslust, bis du satt bist, doch in dein Gefäß sollst du nichts tun.“ Das lässt sich so deuten: Wenn die Freunde sich versammeln – was ‚Weinberg deines Nächsten‘ genannt wird –, wenn sie zusammensitzen, essen und trinken und über dieses und jenes reden, dann erfreut sich der Körper währenddessen. Das gleicht dem ‚du darfst Trauben essen nach Herzenslust, bis du satt bist‘.

וזה דומה כמו שכתוב (דברים כ"ג, פסוק כ"ה) "כי תבוא בכרם רעך, ואכלת ענבים כנפשך שבעך, ואל כליך לא תיתן". ויש לפרש זה, כי בזמן שמתאספים החברים, שזה מכונה "כרם רעך", כשיושבים, ואוכלים, ושותים ביחד, ומדברים על תהו ובהו, בשעת מעשה, הגוף נהנה. וזה נקרא בדומה "ואכלת ענבים כנפשך שבעך".

Dies gleicht Folgendem (5. Buch Moses 23,25): „Wenn du in den Weinberg deines Nächsten kommst, dann magst du Trauben essen, bis du deine Seele gesättigt hast, aber gib nichts in deine Gefäße.“ Wir sollten dies so deuten: Wenn die Freunde sich versammeln, wird dies „Weinberg deines Nächsten“ genannt, wenn ihr zusammensitzt und esst und trinkt, über dieses und jenes sprecht, und der Körper sich während der Handlung erfreut. Dies gleicht „Du magst Trauben essen, bis du deine Seele gesättigt hast.“

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Aber wenn sie nach Hause gehen und sehen wollen, was sie in den Gefäßen haben, um etwas Lebenskraft nach Hause mitzunehmen – wenn sie also die Zusammenkunft verlassen und schauen wollen, was ihnen von der ganzen Feier in den Gefäßen geblieben ist –, dann sehen sie: „in dein Gefäß sollst du nichts tun“. Nichts ist in den Gefäßen, womit sie die Seele nach der Zusammenkunft beleben könnten.

אבל כשהולכים הביתה ורוצים לראות מה שיש להם בהכלים, בכדי שניקח משהו חיות להבית, היינו בזמן שעוזבים את ההתועדות, ורוצים להסתכל, מה יש לנו בהכלים מכל המסיבה, אז רואים "וכליך לא תיתן", אין שום דבר בהכלים, שנוכל להחיות את הנפש לאחר ההתועדות.

Aber wenn du nach Hause gehst und sehen möchtest, was du in deinen Kelim (Gefäßen) hast, um etwas Lebenskraft nach Hause mitzunehmen, das heißt, wenn wir die Versammlung verlassen und untersuchen, was wir nach dem Treffen in unseren Kelim haben, sehen wir „Aber gib nichts in deine Gefäße“. Mit anderen Worten, es gibt nichts in den Kelim, mit dem die Seele nach der Versammlung wiederbelebt würde.

9

Doch der Mensch muss darauf achten, dass eine Mühe, die er aufwendet, nicht ohne Lohn bleibt. So sprechen wir im Gebet U-va le-Zion (Vorbeterabschnitt): „damit wir uns nicht vergeblich mühen“. Wenn der Mensch zur Zusammenkunft geht, soll er dort Nahrung erwerben, sodass er auch beim Nachhausegehen prüfen kann, ob er etwas hat, das er in die Gefäße legen kann. Dann hat er Nahrung, um sich bis zum nächsten Treffen zu nähren, und bis dahin steht ihm bereit, was er in der Freundesversammlung erworben hat.

אולם האדם צריך לראות, בעת שהוא נותן איזו יגיעה, שלא יהיה בלי שכר. כמו שאנו אומרים בתפלת "ובא לציון", "למען לא ניגע לריק". אלא כשהאדם הולך להתועדות, הוא צריך לקנות שם מזונות, גם כשהוא הולך הביתה, שתהיה לו היכולת להסתכל, אם יש לו מה להכניס בתוך הכלים. ואז יהיה לו מזונות להזין את עצמו עד לפגישה שניה, ועד אז יהיה לו מן המוכן, ממה שרכש בעת אסיפת החברים.

Wenn sich einer jedoch bemüht, sollte er sicherstellen, dass es nicht ohne Belohnung ist. Es ist, wie wir im Gebet aussprechen „Und kam nach Zion“, „Damit wir uns nicht umsonst anstrengen“. Vielmehr sollte jemand bei einer Versammlung Nahrung erwerben, damit er etwas hat, um es in die Kelim zu tun, wenn er nach Hause geht. Dann wird er Nahrung haben, um sich bis zum nächsten Treffen davon zu ernähren. Und er wird haben, was vorbereitet wurde, das heißt, was er während der Freundesversammlung erwarb.

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Deshalb muss man zuerst das Lob der Zusammenkunft ordnen und erst danach sehen, was aus dieser Handlung zu gewinnen ist – wie oben in den Worten der Weisen: „Stets ordne der Mensch zuerst das Lob des Schöpfers und bete danach.“ Das heißt: Zu Beginn der Versammlung, also zu Beginn der Gespräche, mit denen die Zusammenkunft eröffnet wird, soll man vom Lob der Gemeinschaft sprechen. Und jeder Einzelne soll sich bemühen, den Wert und die Bedeutung, die in ihr liegen, zu begründen und zu erklären – und über nichts anderes reden als über das Lob der Gemeinschaft.

אי לזאת, צריכים מקודם לסדר שבחו של ההתועדות. ואח"כ לראות מה לקנות מהפעולה הזאת. כנ"ל בדברי חז"ל "לעולם יסדר אדם שבחו של הקב"ה ואח"כ יתפלל". זאת אומרת, תחילת הישיבה, היינו תחילת הדיבורים, שהוא תחילת פתיחת האסיפה, צריכים לדבר בשבח החברה. וכל אחד ואחד צריך להשתדל לתת טעם והסבר למעלת וחשיבות שיש בהם. ולא לדבר בשום דבר חוץ משבח החברה.

Deswegen muss man zuerst die Wichtigkeit der Versammlung preisen und dann sehen, was mit dieser Handlung zu erwerben ist. Es ist, wie unsere Weisen sagten: „Man sollte immer den Schöpfer preisen und dann beten.“ Mit anderen Worten soll man sich am Anfang der Versammlung mit dem Lobpreisen der Gemeinschaft befassen. Jeder muss versuchen, Gründe und Erklärungen für ihren Wert und für ihre Wichtigkeit beizusteuern. Sie sollten über nichts anderes sprechen als über den Ruhm der Gemeinschaft.

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Sobald ihr Lob durch die Freunde offenbar geworden ist, soll man sagen: Nun haben wir die erste Stufe der Freundesversammlung abgeschlossen und beginnen die zweite. Das heißt: Jeder Einzelne sagt nach seiner Ansicht, welche Handlungen wir vornehmen können, damit jeder die Liebe zu den Freunden erwerben kann. Mit anderen Worten: Was kann jeder tun, um in seinem Herzen zu erwerben, dass er jeden Einzelnen der Gemeinschaft liebt? Und ist die zweite Stufe abgeschlossen – die Vorschläge, was zum Wohl der Gemeinschaft zu tun ist –, kommt die dritte Stufe: die praktische Umsetzung dessen, was die Freunde beschlossen haben.

ועד שיהיה מגולה שבחה ע"י החברים. אז צריכים לומר, עכשיו גמרנו שלב א' מישיבת החברים ולהתחיל בשלב ב'. היינו, שכל אחד ואחד יגיד לפי דעתו, מהו המעשים, שאנו יכולים לעשות, מעשים בכדי שכל אחד ואחד יהיה בידו לקנות אהבת חברים. זאת אומרת, מה כל אחד יכול לעשות, שיקנה בלבו, שיאהב את כל אחד ואחד מהחברה. ואחר שגומרים את השלב הב', שהוא הצעות, מה לעשות לטובת החברה, בא שלב ג', שהוא ענין הוצאות לפועל במעשה, מה שהחליטו החברים, מה שיש לעשות.

Letztlich sollte ihr Ruhm von allen Freunden enthüllt werden. Dann sollten sie sagen: „Nun haben wir die erste Stufe der Freundesversammlung erlebt und nun beginnt die zweite Stufe.“ Dann wird sich jeder überlegen, welche Handlungen er ausführen kann, so dass jeder die Freundesliebe erwerben möge. In anderen Worten, was jeder Mensch tun kann, um in seinem Herz die Liebe für jeden in der Gemeinschaft zu erlangen. Und wenn die zweite Stufe abgeschlossen ist – die Überlegungen, was zugunsten der Gesellschaft getan werden kann – beginnt die dritte Stufe. Diese beinhaltet die Umsetzung der Dinge, welche entsprechend der Entscheidung der Freunde getan werden sollten.

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Zum Lob der Gemeinschaft siehe das Buch Matan Tora („Die Gabe der Tora“, Blatt 137). Dort wird die Liebe zu den Freunden behandelt: Durch die Verbindung mit den Freunden kann der Mensch zur Erhabenheit des Schöpfers gelangen. Denn die ganze Welt ist in Selbstliebe versunken, er aber will den Weg des Gebens gehen. Und das steht der Ansicht der Welt entgegen, weil dies die Natur ist, in die wir hineingeboren wurden – kraft des Schöpfungsziels, das, wie gesagt wurde, lautet: „Sein Wunsch, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun“.

ובענין שבח החברה עיין בספר "מתן תורה" (דף קל"ז), מביא שם ענין של אהבת חברים, שעל ידי התחברות בחברים, הוא יכול להגיע לידי רוממות ה'. היות שכל העולם משוקעים באהבה עצמית, והוא רוצה ללכת בדרך של השפעה. וזה נגד דעת העולם, מסיבת שזהו הטבע שאנו נולדנו בה, מכח מטרת הבריאה, שהיא כמו שנאמר "רצונו להטיב לנבראיו".

Und im Hinblick auf den Ruhm der Gesellschaft, stellt er in Matan Tora (Gabe der Tora) das Thema der Freundesliebe vor, wonach man durch die Verbindung mit den Freunden die Größe des Schöpfers erlangen kann. Die ganze Welt ist in Eigenliebe versunken, und er will den Weg des Gebens gehen. Und das ist der gewöhnlichen Sichtweise entgegengesetzt, denn wir sind mit dieser Natur geboren, mit der Kraft des Schöpfungsziels, das, wie gesagt wurde, beabsichtigt, „Seinen Geschöpfen Gutes zu tun“.

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Und alle Kraft, mit der wir dem entgegenwirken können – also das Gegenteil tun, dass wir nicht nur nichts zum eigenen Vorteil empfangen wollen, sondern geben wollen, was „dass all unsere Handlungen nur darauf gerichtet sind, unserem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten“ genannt wird –, kommt daher, dass es in der Natur des Gebens liegt: Wenn man einem bedeutenden Menschen gibt, hat man Freude daran. Ohne Freude kann der Mensch also keine Handlung vollbringen, weil das gegen die Natur ist.

וכל הכח שאנו יכולים ללכת נגד זה, שהוא לעשות מעשה להיפך, שלא די שאין אנו רוצים לקבל לטובת עצמנו, אלא אנו רוצים לתת, הנקרא "שכל מעשינו יהיו רק בעל מנת להשפיע נחת רוח ליוצרו", הוא מכח שיש בטבע ההשפעה, שנותנים לאדם חשוב, האדם נהנה מזה. נמצא, שבלי הנאה אין בידי האדם לעשות שום מעשה, משום שזהו נגד הטבע.

Und all unsere Kraft muss eingesetzt werden, dem zu widerstehen und das Gegenteil zu tun – dass wir nicht nur für uns selbst empfangen wollen, sondern vielmehr das Geben anstreben und wir all unsere Handlungen nur tun, um den Schöpfer zufriedenzustellen. Denn es liegt in der Natur des Gebens, dass man Gefallen daran findet, wenn man einer wichtigen Persönlichkeit dient. Und ohne Vergnügen zu empfinden, kann man nichts tun, da es gegen die Natur ist.

14

Doch wir können die Freude austauschen. Statt Freude an einer Handlung des Empfangens zu gewinnen, wollen wir Freude an einer Handlung des Gebens gewinnen. Denn das wird „Gleichheit der Form“ genannt: Wir müssen sagen, dass wir – so wie der Schöpfer Freude daran hat, den Geschöpfen zu geben – ebenso Freude daran haben sollen, dem Schöpfer zu geben.

אלא אנו יכולים להחליף את ההנאה. זאת אומרת, במקום לקבל הנאה ממעשה קבלה, אנו רוצים לקבל הנאה ממעשה השפעה. כי זה נקרא "השתוות הצורה", שאנו צריכים לומר, כמו שיש הנאה להבורא, בזה שמשפיע להנבראים, כמו כן צריכה להיות לנו הנאה, בזה שאנו משפיעים להבורא.

Doch können wir das Vergnügen ersetzen. Anstatt Gefallen an einem Akt des Empfangens zu finden, wollen wir an einer Handlung des Gebens Gefallen finden. Dies wird „Übereinstimmung der Form“ genannt. So wie der Schöpfer das Geben an die Schöpfung genießt, sollten wir das Geben an den Schöpfer genießen.

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Andernfalls, wenn wir also beim Geben an den Schöpfer keine Freude und keinen Genuss empfinden, beschädigen wir die Gleichheit der Form. So sagten die Weisen: „Es gab keine Freude vor Ihm wie an dem Tag, da Himmel und Erde geschaffen wurden. Vom Tag der Erschaffung der Welt an gab es vor dem Schöpfer keine Freude wie jene, die Er Sich künftig mit den Gerechten zu freuen bereitet“ (Sohar 1, 115).

אחרת, היינו אם בעת שאנו משפיעים להבורא, אין לנו שמחה והנאה, אנו פוגמים בהשתוות הצורה, כמו שאמרו חז"ל "לא היתה שמחה לפניו, כיום שנברא בו שמים וארץ. לא היתה שמחה לפני הקב"ה מיום שנברא העולם, כאותה שמחה שעתיד לשמוח עם הצדיקים לעתיד לבוא" (זהר א' קט"ו).

Denn wenn wir weder Freude noch Genuss haben, während wir dem Schöpfer geben, schaden wir der Übereinstimmung der Form. Es ist, wie unsere Weisen sagten: „Es gab keine Freude vor Ihm, wie an dem Tag, als Himmel und Erde geschaffen wurden.“ Es gab für den Schöpfer vor der Erschaffung der Welt keine vergleichbare Freude als jene, die Er den Gerechten in der Zukunft zuteilwerden lässt (Sohar 1, 115).

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Wenn wir also keine Freude haben, während wir die Mizwot des Schöpfers erfüllen, dann gilt dies – selbst wenn er die Absicht zu geben hat – nicht als „Gleichheit der Form“. Denn der Mensch kann sich nur dort freuen, wo es Freude gibt. Hat er also keine Freude und kein Vergnügen daran, dem Schöpfer zu geben, so gilt das noch nicht als „Gleichheit der Form“, die ihm Raum gäbe, die obere Fülle zu empfangen – denn ihm fehlt noch die Freude, die der Schöpfer hat, wenn Er den Geschöpfen gibt.

אי לזאת, אם אין לנו שמחה, בעת שאנו עושים את מצות ה', נמצא, אפילו שהוא מכוון בעמ"נ להשפיע, אין זה נקרא "השתוות הצורה". כי אין האדם יכול לשמוח, אלא במקום שיש הנאה. נמצא, אם אין לו הנאה ותענוג מזה שהוא המשפיע לה', עוד אין זה נקרא "השתוות הצורה", שיהיה לו מקום לקבל את השפע העליון, כי עדיין חסרה לו את ההנאה, שיש להקב"ה בעת שהוא משפיע להנבראים.

Denn wenn wir beim Einhalten der Gebote des Schöpfers keine Freude empfinden, während wir nach dem Geben streben, wird dies nicht als Übereinstimmung der Form betrachtet; denn wir sind nur zufrieden, wenn es Freude gibt. Solange man weder Freude noch Vergnügen beim Geben an den Schöpfer hat, wird dies noch nicht als Übereinstimmung der Form angesehen, da einem zum Empfang der Oberen Fülle der Raum fehlt; es mangelt ihm immer noch an dem Vergnügen, das der Schöpfer hat, wenn Er an die Geschöpfe gibt.

17

Daraus folgt: Die ganze Grundlage dafür, dass wir Freude und Vergnügen empfangen dürfen – ja mehr noch, dass es eine große Pflicht ist, an einer Handlung des Gebens Freude zu haben –, verlangt von uns, an einem einzigen Punkt zu arbeiten: das Spirituelle wertzuschätzen. Das zeigt sich darin, dass man darauf achtet: ‚An wen wende ich mich?‘, ‚Zu wem spreche ich?‘, ‚Wessen Mizwot erfülle ich?‘ und ‚Wessen Tora lerne ich?‘ – also Mittel und Wege zu finden, den Geber der Tora wertzuschätzen.

ומשום זה יוצא, שכל הבסיס, שאנו יכולים לקבל הנאה ותענוג, ושזה מותר לנו להנות, ועוד יותר מזה, שחיוב גדול להנות ממעשה השפעה, יש לנו לעבוד על נקודה אחת, דהיינו להחשיב את הרוחניות. וזה מתבטא בלתת תשומת לב "למי אני פונה", ו"למי אני מדבר", ו"מצות של מי אני מקיים", ו"תורה של מי אני לומד". היינו, לראות עצות, איך להחשיב את נותן התורה.

Daher folgt, dass die Grundlage, auf welcher wir Genuss und Freude empfangen und genießen können, wozu wir sogar verpflichtet sind, eine Handlung des Gebens ist. Also gibt es einen Punkt, an dem wir arbeiten sollten: Gefallen zu finden an der Spiritualität. Dies findet seinen Ausdruck darin, an wen ich mich wende, mit wem ich spreche, wessen Gebote ich befolge, und wessen Gesetze ich studiere; man muss sich Rat suchen, wie man den Geber der Tora wertschätzen kann.

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Und da der Mensch für sich allein, bevor er ein Leuchten von oben erlangt hat, dazu nicht in der Lage ist, muss er Menschen suchen, die ihm mehr oder weniger gleichen und die ebenfalls danach streben, die Bedeutung eines – wie auch immer gearteten – Kontakts mit dem Schöpfer zu erhöhen. Und weil darin die Meinung vieler wirkt, kann jeder Hilfe von seinem Freund empfangen.

והיות האדם מצד עצמו, מטרם שזכה להשיג איזו הארה מלמעלה, אז הוא צריך לחפש אנשים, הדומים לו פחות או יותר, שגם הם מחפשים להגדיל את חשיבות להיות מגע כל שהוא עם הבורא, באיזה אופן שתהיה, והיות שיש דעת רבים בזה, אז כל אחד יכול לקבל סיוע מחבירו.

Und bevor einer allein etwas Licht von Oben empfängt, sollte er gleichgesinnte Menschen suchen, die ebenfalls danach streben, die Wichtigkeit jedes Kontaktes mit dem Schöpfer zu betonen, auf welche Art auch immer. Und wenn viele Menschen dies fördern, kann jeder Hilfe von seinem Freund erhalten.

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Man muss wissen: „Die Mindestzahl für ‚viele‘ ist zwei.“ Das heißt: Wenn zwei Freunde zusammensitzen und überlegen, wie sie die Bedeutung des Schöpfers erhöhen, haben sie bereits die Kraft, eine Stärkung in der Größe des Schöpfers zu empfangen – im Sinne des Erweckens von unten (Itaruta de-Letata). Auf diese Handlung folgt danach ein Erwecken von oben, sodass sie beginnen, die Größe des Schöpfers ein wenig zu spüren.

וצריכים לדעת "כי מיעוט רבים שנים". זאת אומרת, אם שני חברים יושבים ביחד, וחושבים, איך להגדיל את חשיבות של הבורא, כבר יש להם כח לקבל התחזקות על גדלות ה' בבחינת אתערותא דלתתא, שעל המעשה זו באה אח"כ התעוררות מלמעלה, שהם מתחילים קצת להרגיש את גדלות ה'.

Wir sollten wissen „Zwei ist die kleinste Mehrzahl.“ Wenn also zwei Freunde zusammensitzen und darüber nachdenken, wie man die Wichtigkeit des Schöpfers erhöht, haben sie bereits die Kraft, die Erhöhung der Größe des Schöpfers in Form des Erweckens von unten zu erreichen. Und wegen dieser Handlung folgt das Erwecken von Oben, und sie beginnen, eine Empfindung von der Größe des Schöpfers zu erlangen.

20

Und gemäß dem Vers „In der Menge des Volkes liegt die Pracht des Königs“ gilt: Je größer die Menge, desto stärker wirkt die Kraft der Vielen – sie erzeugen eine kräftigere Atmosphäre der Größe und Bedeutung des Schöpfers. Dann spürt der Körper jedes Einzelnen, dass alle Handlungen, die er für die Heiligkeit tun will – nämlich dem Schöpfer zu geben –, ihm als gewaltiger Reichtum gelten, weil er unter die Menschen treten durfte, die dem König dienen. Und dann erfüllt ihn jede kleine Handlung mit Freude und Vergnügen, weil er nun etwas hat, womit er dem König dienen kann.

ולפי מה שכתוב "ברוב עם הדרת מלך", נמצא, מה שהרבים יותר גדול, הכח של הרבים יותר פועל, היינו שמייצרים אוירה יותר חזקה של גדלות וחשיבות של הקב"ה. שאז כל אחד ואחד, הגוף שלו מרגיש, שכל המעשים מה שהוא רוצה לעשות עבור קדושה, שהוא להשפיע לה', להון תועפות יחשב לו, שזכה להכנס בין האנשים, שזוכים לשמש את המלך. ואז, כל מעשה קטנה שהוא עושה, הוא מלא שמחה ותענוג, שיש לו עתה במה לשמש את המלך.

Aus den Worten „in der Vielzahl der Menschen liegt die Herrlichkeit des Königs“ folgt, dass je größer die Anzahl der Menschen in einer Gemeinschaft ist, desto wirksamer ist ihre Kraft. Mit andern Worten, eine Gemeinschaft erzeugt eine stärkere Atmosphäre der Größe und Wichtigkeit des Schöpfers. In so einem Moment empfindet jeder Mensch mit seinem Körper, dass er alles, was er für die Heiligkeit tun möchte, um Ihr zu geben, als großes Glück wahrnimmt. Denn er wurde ausgewählt, unter jenen Menschen zu sein, welche damit belohnt wurden, dem König zu dienen. In diesem Augenblick erfüllt ihn jede Kleinigkeit mit Genuss und Vergnügen, da er nun etwas hat, mit dem er dem König dienen kann.

21

In dem Maß, wie die Gemeinschaft mit ihren Gedanken während der Zusammenkunft über die Größe des Schöpfers nachdachte – jeder Einzelne nach seinem Maß –, und ihm dadurch die Bedeutung der Größe des Schöpfers wuchs, kann er den ganzen Tag in einer Welt der Freude und des Frohsinns gehen. Das heißt: An jeder noch so kleinen Sache, mit der er sich im Dienst des Schöpfers beschäftigt, hat er Freude. Denn sobald er sich auch nur für einen Augenblick erinnert, dass er an das Spirituelle denken soll, sagt er sofort: Ich danke, lobe und preise den Schöpfer schon jetzt. Denn er glaubt, dass der Schöpfer ihn eben jetzt gerufen hat und mit ihm sprechen will.

ולפי שיעורו, שהחברה עם מחשבותיהם בעת ההתועדות חשבו בגדלות ה', כל אחד לפי שיעורו גורמו לו חשיבות בגדלות ה', כן הוא יכול ללכת כל היום בעולם השמחה והחדוה. זאת אומרת, מכל דבר קטן, שהוא עוסק בעניני עבודת ה', הוא נהנה בזה. כי אפילו שנזכר לרגע, שצריכים לחשוב על רוחניות, תיכף הוא אומר, אני כבר מודה ומשבח ומהלל לה'. כי הוא מאמין, שה' קרא אותו עכשיו ורוצה לדבר עמו.

Im dem Ausmaß, wie die Gemeinschaft die Größe des Schöpfers während der Versammlung bedenkt, bringt jeder gemäß seiner Stufe die Wichtigkeit des Schöpfers in sich hervor. So kann er den ganzen Tag in der Welt der Freude und Heiterkeit spazieren gehen; das bedeutet, dass er jede Kleinigkeit genießt, die er bezüglich der Arbeit des Schöpfers verrichtet. Denn wenn er sich auch nur für eine Minute daran erinnert, dass er über Spiritualität nachdenken sollte, sagt er sich sofort: „Ich bin bereits dankbar, und lobpreise und verherrliche den Schöpfer.“ Denn er glaubt, dass der Schöpfer ihn nun gerufen hat und mit ihm sprechen möchte.

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Wenn der Mensch sich vorstellt, der König riefe ihn und sagte ihm, er wolle sich mit ihm erfreuen – welche Freude hätte er dann, und in welcher Stimmung wäre er! In einer so gehobenen Verfassung dächte er gewiss an keine belanglosen Dinge. Er schämte sich nur ein wenig, weil er die Gesetze und Gepflogenheiten des Königs nicht kennt – also nicht weiß, wie er sich verhalten soll, während der König mit ihm spricht.

וכשאדם יצייר לעצמו, אם המלך קורא אותו, ואומר לו, שהוא רוצה להשתעשע עמו, איזו שמחה היתה אז להאדם, ואיזה מצב רוח היה לו. ובטח במצב המרומם כזה, בודאי לא היה חושב על שום דברים של "מה בכך". ורק היה קצת מתבייש, שלא יודע חוקי ונמוסי המלך, איך להתנהג בזמן שהמלך מדבר עמו.

Und wenn ein Mensch sich vorstellt, dass der König ihn zu sich ruft und ihm erzählt, dass er mit ihm spielen möchte, welche Freude würde er dann wohl haben und in welcher Hochstimmung würde er sein? Er würde gewiss in diesem erhabenen Zustand keine nichtigen Gedanken denken. Er wäre lediglich ein wenig verlegen, weil er die Sitten und Gesetze des Königs nicht kennt und nicht weiß, wie er sich benehmen soll, wenn der König zu ihm spricht.

23

Und was er doch für den König zu tun weiß, gälte ihm als großer Reichtum. Denn immerhin kennt er einige Gesetze, um damit die Gebote des Königs zu erfüllen – aus dem, was er als Kind in der Schule gelernt hat. Und nun, da er erwachsen ist und dem König dienen will, fehlt ihm gewiss Wissen über die Gesetze des Königs. So besteht seine Sorge darin, dass er nicht weiß, woran der König mehr Freude hat – an welcher Handlung oder welcher Absicht. Im Übrigen lebt er in einer Welt, die ganz und gar gut ist. All das soll die Gemeinschaft bedenken, wenn sie sich zur Zusammenkunft versammelt, und über die Bedeutung der Gemeinschaft sprechen – wie oben: „Stets ordne der Mensch zuerst das Lob des Schöpfers und bete danach.“

ומה שהוא כן יודע לעשות עבור המלך, היה אצלו, להון גדול יחשב. כי על כל פנים הוא יודע קצת חוקים, לקיים בזה מצות המלך, במה שלמד בבית הספר, כשהיה קטן. ובודאי עכשיו, כשהוא כבר התבגר, ורוצה לשמש את המלך, בטח שחסר לו ידיעות בחוקי המלך. נמצא, שהדאגות שלו הוא בזה, שלא יודע ממה המלך יהיה לו יותר הנאה, היינו מאיזה מעשה או כוונה. וחוץ מזה הוא חי בעולם שכולו טוב. את כל זה החברה צריכה לחשוב בעת שמתאספים בהתועדות. ולדבר מחשיבות החברה, כנ"ל "לעולם יסדר אדם שבחו של הקב"ה ואח"כ יתפלל".

Aber er überdenkt all sein Wissen, um für den König eine große Bereicherung sein zu können. Denn er kennt trotzdem einige Regeln, die er in der Schule gelernt hat, als er noch jung war, wie er die Befehle des Königs einhalten kann. Und nun, da er erwachsen ist und sich wünscht, dem König zu dienen, wird es ihm sicherlich an Wissen um die Gesetze des Königs mangeln. Es stellt sich heraus, dass seine Besorgnis daher rührt, dass er nicht weiß, was dem König mehr Freude bereitet, welche Handlung oder welche Absicht. Und darüber hinaus lebt er in einer Welt, die vollkommen gut ist. Während der Versammlung ist es das, was die Gruppe denken soll, und um über die Großartigkeit der Gruppe zu sprechen, wie geschrieben steht: „Man sollte immer den Schöpfer preisen und dann beten.“

24

Ebenso ist es bei der Gemeinschaft: Wenn wir etwas von der Gemeinschaft verlangen wollen – was „beten“ genannt wird –, müssen wir zuerst das Lob der Gemeinschaft für uns ordnen. „Und danach bete“ – also von der Gemeinschaft verlangen, dass sie uns gibt, was wir von ihr fordern.

כמו כן אצל החברה, כשאנו רוצים לדרוש משהו מהחברה, שזה מכונה "יתפלל", מוכרח מקודם לסדר לעצמו את שבחו של החברה. "ואח"כ יתפלל", היינו לדרוש מהחברה, שיתנו לו מה שהוא דורש מהחברה.

Genauso ist es mit der Gemeinschaft. Wenn wir irgendetwas von der Gemeinschaft erhalten wollen – und das nennen wir beten – müssen wir zuerst den Verdienst der Gruppe feststellen und danach „beten“, was bedeutet, von der Gruppe das zu verlangen, was wir von ihr wünschen.

25

Dazu muss er zuerst sehen, was die Gemeinschaft hat: welchen Besitz sie hat, den er von ihr empfangen kann, indem er sich mit ihr verbindet. Es kann ja sein, dass er diesen Besitz der Gemeinschaft gar nicht braucht, sondern im Gegenteil vor ihm flieht und sich einen Bogenschuss weit von ihm entfernt.

אם כן, הוא צריך מקודם לראות מה שיש להחברה. איזה רכוש יש להם, שהוא יכול לקבל מהם, על ידי זה שיתחבר עמהם. שיכול להיות הרכוש הזה שיש להחברה, הוא אינו צריך לזה, אלא אדרבה, הוא בורח מזה ומתרחק כִּמְטַחֲוֵי קשת.

Daher müssen wir zuerst erkennen, welche Reichtümer wir von der Gemeinschaft erhalten können, wenn wir uns mit ihr verbünden. Möglicherweise brauchen wir die Besitztümer dieser Gruppe nicht, sondern laufen vielmehr so schnell wir können von ihnen davon.

26

Demgemäß muss er immer darauf achten, wenn er zur Freundesversammlung kommt, ob die Freunde das Ziel haben, nach dem er sich sehnt, und ob jeder von ihnen ein wenig Anteil an diesem Ziel hat. Er denkt: Gewiss wird durch die Verbindung aller zu einem einzigen Ziel jeder Einzelne seinen Anteil haben und dazu die Anteile der ganzen Gemeinschaft. So erhält dadurch jeder aus der Gemeinschaft eine Kraft wie die ganze Gemeinschaft zusammen.

ולפי זה הוא צריך תמיד להשגיח, כשבא לישיבת החברים, אם יש לחברים את המטרה, שהוא משתוקק אליה. ולכל אחד מהם יש לו קצת אחיזה במטרה זו. והוא חושב, שבטח ע"י התחברות כולם ביחד למטרה אחת, אז כל אחד ואחד יהיה לו חלקו, וגם החלקים של כל החברה. נמצא ע"י זה, שיהיה לכל אחד מהחברה, כח, כמו כל החברה ביחד.

Dementsprechend sollte jemand, wenn er zur Freundesversammlung kommt, immer prüfen, ob jeder der Freunde das gleiche Ziel hat, nach welchem er sich sehnt, und dass jeder von ihnen dieses Ziel in der Hand hat. Und er denkt, wenn alle sich verbünden, um dieses eine Ziel zu erreichen, dann wird jeder seinen eigenen Anteil haben, genauso wie er Anteile an der ganzen Gruppe hat. Daraus folgt, dass jeder aus dieser Gruppe dieselbe Kraft hat wie die gesamte vereinte Gruppe.

27

Daraus folgt: Jeder Einzelne muss das Ziel der Zusammenkunft mit vollem Ernst betrachten. Das soll zu dem Gefühl führen, dass nach der Freundesversammlung jeder etwas in der Hand hat, das er tatsächlich in seine Gefäße legen kann – und nicht in den Zustand „in dein Gefäß sollst du nichts tun“ gerät. Und jeder muss bedenken: Sitzt er nicht mit besonderer Aufmerksamkeit in der Zusammenkunft, so schadet er nicht nur sich selbst, sondern verdirbt die ganze Gemeinschaft.

היוצא מזה, שכל אחד ואחד צריך להסתכל בכובד ראש על המטרה של ההתועדות, שזה צריך להביא לידי הרגשה, שלאחר הישיבה של החברים, שיש לכל אחד משהו בידו, שהוא כן יכול להשים בתוך הכלים שלו. ולא שיהיה בבחינת "ואל כליך לא תיתן". וכל אחד צריך לקבל בחשבון, אם הוא לא יושב בההתועדות עם תשומת לב מיוחדת, לא די שהוא מפסיד את עצמו, אלא הוא מקלקל את כל החברה.

Daraus folgt, dass jeder den Zweck der Versammlung ernst nehmen muss. Man sollte nach der Freundesversammlung das Gefühl haben, dass jeder etwas in der Hand hat, das er seinen Gefäßen hinzufügen konnte, das aber nicht der Form entspricht „Aber gib nichts in deine Gefäße“. Jeder sollte bedenken, dass er nicht nur selbst verliert, sondern zudem die gesamte Gesellschaft sabotiert, wenn er nicht besonders aufmerksam der Versammlung beiwohnt.

28

Das gleicht dem, was im Midrasch steht (Wajikra Rabba, Abschnitt 4): „Zwei Menschen fuhren in einem Boot. Da begann der eine, unter sich ein Loch in das Boot zu bohren. Sein Gefährte sagte zu ihm: ‚Warum bohrst du?‘ Er antwortete: ‚Was kümmert es dich? Ich bohre doch unter mir und nicht unter dir.‘ Da sagte jener: ‚Du Narr! Wir beide gehen zusammen im Boot zugrunde.‘“

וזה דומה מה שמובא במדרש (ויק"ר פ"ד) "לשנים, שהיו באים בספינה. והתחיל אחד קודר תחתיו ולעשות נקב בספינה. אמר לו חבירו, למה אתה קודר. אמר לו, מאי איכפת לך, הלא תחתי אני קודר, ולא תחתיך. אמר לו, שוטה, הרי שנינו נאבדים יחד בספינה".

Dies gleicht dem, was im Midrash geschrieben steht (WaJikra Rabba, Abschnitt 4): „Zwei Menschen stiegen in ein Boot. Einer von ihnen begann, unter sich ein Loch in das Boot zu bohren. Der andere fragte ihn: ‚Warum bohrst du?‘ Und er antwortete: ‚Was kümmert es dich; ich bohre unter mir, nicht unter dir?‘ Also erwiderte der andere: ‚Du Narr! Wir werden beide untergehen und ertrinken!‘“

29

Und nachdem in der Versammlung über die Bedeutung und Notwendigkeit der Gemeinschaft gesprochen wurde, beginnt die Ordnung der Korrekturen: wie und womit wir die Gemeinschaft stärken können, dass sie ein einziger Block werde – so wie es heißt: „Und Israel lagerte dort dem Berg gegenüber“ (2. Mose 19), was man deutete: „wie ein Mensch mit einem Herzen“. Und die Ordnung soll so sein: Wer einen Vorschlag hat, der der Liebe zu den Freunden nützt, der bringe ihn zur Beratung; und er muss von allen Freunden angenommen werden, denn hier gibt es keinen Zwang.

ולאחר שדברו בהישיבה על חשיבות ונחיצות החברה, אז מתחיל סדר של תיקונים, איך ובמה נוכל לחזק את החברה, שיהיה גוש אחד, כעין שנאמר "ויחן שם ישראל נגד ההר" (שמות י"ט), שדרשו "כאיש אחד בלב אחד". והסדר צריך להיות, שכל מי שיש לו איזו הצעה, שזה יועיל לאהבת חברים, שידונו בזה, וצריך להתקבל על כל החברים, שאין כאן ענין של כפיה.

Und nachdem sie von der Wichtigkeit und der Notwendigkeit der Gemeinschaft sprechen, beginnt die Reihenfolge der Korrektur: Wie und womit können wir die Gesellschaft stärken, um ein Ganzes zu werden, wie geschrieben steht „Und dort lagerte Israel vor dem Berg“ (2. Buch Moses 19), und es wurde erklärt, „Wie ein Mensch mit einem Herzen“. Die Ordnung sollte so sein, dass jeder Vorschlag zur Verbesserung der Freundesliebe diskutiert werden sollte, damit es hierbei keinerlei Zwang gibt.

30

Bis hierher sprachen wir über die Verbindung zwischen Mensch und Mensch, die uns die Verbindung zwischen Mensch und dem Schöpfer bringen soll, wie es im Buch Matan Tora steht (Blatt 137). Demnach gilt: So wie man von der Bedeutung der Liebe zu den Freunden spricht – und ihre ganze Bedeutung liegt darin, dass sie uns zur Liebe des Schöpfers bringt –, so muss man auch bedenken, dass die Liebe zu den Freunden uns zur Bedeutung der Liebe des Schöpfers bringen soll.

עד כאן דברנו בקשר בין אדם לחבירו, שזה יביא לנו את הקשר בין אדם למקום, כמו שכתוב בספר "מתן תורה" (דף קל"ז). נמצא לפי זה, כמו שמדברים מחשיבות של אהבת חברים, וכל החשיבות היא, שזה יביא לנו לידי אהבת ה', אז צריכים גם כן לחשוב, שאהבת חברים צריכה להביא לנו לידי חשיבות של אהבת הקב"ה.

Bisher haben wir die Verbindung zwischen Mensch und Mensch besprochen, welche dazu dient, uns zur Verbindung zwischen Mensch und Schöpfer zu bringen, wie in Matan Tora (Die Gabe der Tora) geschrieben steht. Während sie also über die Wichtigkeit der Freundesliebe sprechen und dass diese uns zur Schöpferliebe bringt, sollen sie auch denken, dass die Freundesliebe uns zur Wichtigkeit der Liebe des Schöpfers bringen soll.

Die Ordnung der Versammlung

1986 – Artikel 17

Unsere Weisen sagten im Traktat Berachot (Blatt 32): „Rabbi Simlai lehrte: Stets ordne der Mensch zuerst das Lob des Schöpfers und bete danach. Woher wissen wir das? Von Moses, denn es steht geschrieben: ‚Und ich flehte.‘“ Mein Vater und Lehrer seligen Andenkens erklärte dies so: Wer einen anderen um einen Gefallen bitten will, muss zweierlei wissen:

Erstens, ob jener überhaupt geben kann, worum er gebeten wird. Denn wenn er es nicht hat, was nützt die Bitte?

Zweitens, ob er ein gutes Herz hat zu geben. Es kann ja sein, dass er hat, worum er gebeten wird, aber kein Herz hat, es zu geben.

Darum muss man zuerst das Lob des Schöpfers ordnen – das heißt, man muss glauben, dass der Schöpfer all das kann, worum der Mensch bittet, und dass der Schöpfer barmherzig ist und jedem Einzelnen seine Bitten zum Guten erfüllt.

Daraus ergibt sich vor unseren Augen: Wenn die Freunde sich an einem Ort versammeln, dient diese Versammlung gewiss einem Ziel. Denn jeder gibt einen Teil seiner Zeit, die er für seine eigenen Bedürfnisse hätte nutzen müssen, verzichtet auf all seine Geschäfte und kommt, um an der Zusammenkunft teilzunehmen – also will er etwas erwerben. Darum muss man sich bemühen, dass jeder Freund, wenn er nach Hause geht, sieht, womit er zur Zusammenkunft kam und was er nun erworben hat.

Mitunter aber empfindet bei der Freundesversammlung jeder einen Reiz an der Versammlung selbst. Dann kommt ihm gar nicht der Gedanke zu fragen, mit welchem Erwerb er nun nach Hause geht – also: Was habe ich in der Hand, das ich in der Freundesversammlung gewonnen habe und vorher nicht hatte? Dann sieht er, dass er nichts in der Hand hat.

Das gleicht dem Vers (5. Mose 23,25): „Wenn du in den Weinberg deines Nächsten kommst, so darfst du Trauben essen nach Herzenslust, bis du satt bist, doch in dein Gefäß sollst du nichts tun.“ Das lässt sich so deuten: Wenn die Freunde sich versammeln – was ‚Weinberg deines Nächsten‘ genannt wird –, wenn sie zusammensitzen, essen und trinken und über dieses und jenes reden, dann erfreut sich der Körper währenddessen. Das gleicht dem ‚du darfst Trauben essen nach Herzenslust, bis du satt bist‘.

Aber wenn sie nach Hause gehen und sehen wollen, was sie in den Gefäßen haben, um etwas Lebenskraft nach Hause mitzunehmen – wenn sie also die Zusammenkunft verlassen und schauen wollen, was ihnen von der ganzen Feier in den Gefäßen geblieben ist –, dann sehen sie: „in dein Gefäß sollst du nichts tun“. Nichts ist in den Gefäßen, womit sie die Seele nach der Zusammenkunft beleben könnten.

Doch der Mensch muss darauf achten, dass eine Mühe, die er aufwendet, nicht ohne Lohn bleibt. So sprechen wir im Gebet U-va le-Zion (Vorbeterabschnitt): „damit wir uns nicht vergeblich mühen“. Wenn der Mensch zur Zusammenkunft geht, soll er dort Nahrung erwerben, sodass er auch beim Nachhausegehen prüfen kann, ob er etwas hat, das er in die Gefäße legen kann. Dann hat er Nahrung, um sich bis zum nächsten Treffen zu nähren, und bis dahin steht ihm bereit, was er in der Freundesversammlung erworben hat.

Deshalb muss man zuerst das Lob der Zusammenkunft ordnen und erst danach sehen, was aus dieser Handlung zu gewinnen ist – wie oben in den Worten der Weisen: „Stets ordne der Mensch zuerst das Lob des Schöpfers und bete danach.“ Das heißt: Zu Beginn der Versammlung, also zu Beginn der Gespräche, mit denen die Zusammenkunft eröffnet wird, soll man vom Lob der Gemeinschaft sprechen. Und jeder Einzelne soll sich bemühen, den Wert und die Bedeutung, die in ihr liegen, zu begründen und zu erklären – und über nichts anderes reden als über das Lob der Gemeinschaft.

Sobald ihr Lob durch die Freunde offenbar geworden ist, soll man sagen: Nun haben wir die erste Stufe der Freundesversammlung abgeschlossen und beginnen die zweite. Das heißt: Jeder Einzelne sagt nach seiner Ansicht, welche Handlungen wir vornehmen können, damit jeder die Liebe zu den Freunden erwerben kann. Mit anderen Worten: Was kann jeder tun, um in seinem Herzen zu erwerben, dass er jeden Einzelnen der Gemeinschaft liebt? Und ist die zweite Stufe abgeschlossen – die Vorschläge, was zum Wohl der Gemeinschaft zu tun ist –, kommt die dritte Stufe: die praktische Umsetzung dessen, was die Freunde beschlossen haben.

Zum Lob der Gemeinschaft siehe das Buch Matan Tora („Die Gabe der Tora“, Blatt 137). Dort wird die Liebe zu den Freunden behandelt: Durch die Verbindung mit den Freunden kann der Mensch zur Erhabenheit des Schöpfers gelangen. Denn die ganze Welt ist in Selbstliebe versunken, er aber will den Weg des Gebens gehen. Und das steht der Ansicht der Welt entgegen, weil dies die Natur ist, in die wir hineingeboren wurden – kraft des Schöpfungsziels, das, wie gesagt wurde, lautet: „Sein Wunsch, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun“.

Und alle Kraft, mit der wir dem entgegenwirken können – also das Gegenteil tun, dass wir nicht nur nichts zum eigenen Vorteil empfangen wollen, sondern geben wollen, was „dass all unsere Handlungen nur darauf gerichtet sind, unserem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten“ genannt wird –, kommt daher, dass es in der Natur des Gebens liegt: Wenn man einem bedeutenden Menschen gibt, hat man Freude daran. Ohne Freude kann der Mensch also keine Handlung vollbringen, weil das gegen die Natur ist.

Doch wir können die Freude austauschen. Statt Freude an einer Handlung des Empfangens zu gewinnen, wollen wir Freude an einer Handlung des Gebens gewinnen. Denn das wird „Gleichheit der Form“ genannt: Wir müssen sagen, dass wir – so wie der Schöpfer Freude daran hat, den Geschöpfen zu geben – ebenso Freude daran haben sollen, dem Schöpfer zu geben.

Andernfalls, wenn wir also beim Geben an den Schöpfer keine Freude und keinen Genuss empfinden, beschädigen wir die Gleichheit der Form. So sagten die Weisen: „Es gab keine Freude vor Ihm wie an dem Tag, da Himmel und Erde geschaffen wurden. Vom Tag der Erschaffung der Welt an gab es vor dem Schöpfer keine Freude wie jene, die Er Sich künftig mit den Gerechten zu freuen bereitet“ (Sohar 1, 115).

Wenn wir also keine Freude haben, während wir die Mizwot des Schöpfers erfüllen, dann gilt dies – selbst wenn er die Absicht zu geben hat – nicht als „Gleichheit der Form“. Denn der Mensch kann sich nur dort freuen, wo es Freude gibt. Hat er also keine Freude und kein Vergnügen daran, dem Schöpfer zu geben, so gilt das noch nicht als „Gleichheit der Form“, die ihm Raum gäbe, die obere Fülle zu empfangen – denn ihm fehlt noch die Freude, die der Schöpfer hat, wenn Er den Geschöpfen gibt.

Daraus folgt: Die ganze Grundlage dafür, dass wir Freude und Vergnügen empfangen dürfen – ja mehr noch, dass es eine große Pflicht ist, an einer Handlung des Gebens Freude zu haben –, verlangt von uns, an einem einzigen Punkt zu arbeiten: das Spirituelle wertzuschätzen. Das zeigt sich darin, dass man darauf achtet: ‚An wen wende ich mich?‘, ‚Zu wem spreche ich?‘, ‚Wessen Mizwot erfülle ich?‘ und ‚Wessen Tora lerne ich?‘ – also Mittel und Wege zu finden, den Geber der Tora wertzuschätzen.

Und da der Mensch für sich allein, bevor er ein Leuchten von oben erlangt hat, dazu nicht in der Lage ist, muss er Menschen suchen, die ihm mehr oder weniger gleichen und die ebenfalls danach streben, die Bedeutung eines – wie auch immer gearteten – Kontakts mit dem Schöpfer zu erhöhen. Und weil darin die Meinung vieler wirkt, kann jeder Hilfe von seinem Freund empfangen.

Man muss wissen: „Die Mindestzahl für ‚viele‘ ist zwei.“ Das heißt: Wenn zwei Freunde zusammensitzen und überlegen, wie sie die Bedeutung des Schöpfers erhöhen, haben sie bereits die Kraft, eine Stärkung in der Größe des Schöpfers zu empfangen – im Sinne des Erweckens von unten (Itaruta de-Letata). Auf diese Handlung folgt danach ein Erwecken von oben, sodass sie beginnen, die Größe des Schöpfers ein wenig zu spüren.

Und gemäß dem Vers „In der Menge des Volkes liegt die Pracht des Königs“ gilt: Je größer die Menge, desto stärker wirkt die Kraft der Vielen – sie erzeugen eine kräftigere Atmosphäre der Größe und Bedeutung des Schöpfers. Dann spürt der Körper jedes Einzelnen, dass alle Handlungen, die er für die Heiligkeit tun will – nämlich dem Schöpfer zu geben –, ihm als gewaltiger Reichtum gelten, weil er unter die Menschen treten durfte, die dem König dienen. Und dann erfüllt ihn jede kleine Handlung mit Freude und Vergnügen, weil er nun etwas hat, womit er dem König dienen kann.

In dem Maß, wie die Gemeinschaft mit ihren Gedanken während der Zusammenkunft über die Größe des Schöpfers nachdachte – jeder Einzelne nach seinem Maß –, und ihm dadurch die Bedeutung der Größe des Schöpfers wuchs, kann er den ganzen Tag in einer Welt der Freude und des Frohsinns gehen. Das heißt: An jeder noch so kleinen Sache, mit der er sich im Dienst des Schöpfers beschäftigt, hat er Freude. Denn sobald er sich auch nur für einen Augenblick erinnert, dass er an das Spirituelle denken soll, sagt er sofort: Ich danke, lobe und preise den Schöpfer schon jetzt. Denn er glaubt, dass der Schöpfer ihn eben jetzt gerufen hat und mit ihm sprechen will.

Wenn der Mensch sich vorstellt, der König riefe ihn und sagte ihm, er wolle sich mit ihm erfreuen – welche Freude hätte er dann, und in welcher Stimmung wäre er! In einer so gehobenen Verfassung dächte er gewiss an keine belanglosen Dinge. Er schämte sich nur ein wenig, weil er die Gesetze und Gepflogenheiten des Königs nicht kennt – also nicht weiß, wie er sich verhalten soll, während der König mit ihm spricht.

Und was er doch für den König zu tun weiß, gälte ihm als großer Reichtum. Denn immerhin kennt er einige Gesetze, um damit die Gebote des Königs zu erfüllen – aus dem, was er als Kind in der Schule gelernt hat. Und nun, da er erwachsen ist und dem König dienen will, fehlt ihm gewiss Wissen über die Gesetze des Königs. So besteht seine Sorge darin, dass er nicht weiß, woran der König mehr Freude hat – an welcher Handlung oder welcher Absicht. Im Übrigen lebt er in einer Welt, die ganz und gar gut ist. All das soll die Gemeinschaft bedenken, wenn sie sich zur Zusammenkunft versammelt, und über die Bedeutung der Gemeinschaft sprechen – wie oben: „Stets ordne der Mensch zuerst das Lob des Schöpfers und bete danach.“

Ebenso ist es bei der Gemeinschaft: Wenn wir etwas von der Gemeinschaft verlangen wollen – was „beten“ genannt wird –, müssen wir zuerst das Lob der Gemeinschaft für uns ordnen. „Und danach bete“ – also von der Gemeinschaft verlangen, dass sie uns gibt, was wir von ihr fordern.

Dazu muss er zuerst sehen, was die Gemeinschaft hat: welchen Besitz sie hat, den er von ihr empfangen kann, indem er sich mit ihr verbindet. Es kann ja sein, dass er diesen Besitz der Gemeinschaft gar nicht braucht, sondern im Gegenteil vor ihm flieht und sich einen Bogenschuss weit von ihm entfernt.

Demgemäß muss er immer darauf achten, wenn er zur Freundesversammlung kommt, ob die Freunde das Ziel haben, nach dem er sich sehnt, und ob jeder von ihnen ein wenig Anteil an diesem Ziel hat. Er denkt: Gewiss wird durch die Verbindung aller zu einem einzigen Ziel jeder Einzelne seinen Anteil haben und dazu die Anteile der ganzen Gemeinschaft. So erhält dadurch jeder aus der Gemeinschaft eine Kraft wie die ganze Gemeinschaft zusammen.

Daraus folgt: Jeder Einzelne muss das Ziel der Zusammenkunft mit vollem Ernst betrachten. Das soll zu dem Gefühl führen, dass nach der Freundesversammlung jeder etwas in der Hand hat, das er tatsächlich in seine Gefäße legen kann – und nicht in den Zustand „in dein Gefäß sollst du nichts tun“ gerät. Und jeder muss bedenken: Sitzt er nicht mit besonderer Aufmerksamkeit in der Zusammenkunft, so schadet er nicht nur sich selbst, sondern verdirbt die ganze Gemeinschaft.

Das gleicht dem, was im Midrasch steht (Wajikra Rabba, Abschnitt 4): „Zwei Menschen fuhren in einem Boot. Da begann der eine, unter sich ein Loch in das Boot zu bohren. Sein Gefährte sagte zu ihm: ‚Warum bohrst du?‘ Er antwortete: ‚Was kümmert es dich? Ich bohre doch unter mir und nicht unter dir.‘ Da sagte jener: ‚Du Narr! Wir beide gehen zusammen im Boot zugrunde.‘“

Und nachdem in der Versammlung über die Bedeutung und Notwendigkeit der Gemeinschaft gesprochen wurde, beginnt die Ordnung der Korrekturen: wie und womit wir die Gemeinschaft stärken können, dass sie ein einziger Block werde – so wie es heißt: „Und Israel lagerte dort dem Berg gegenüber“ (2. Mose 19), was man deutete: „wie ein Mensch mit einem Herzen“. Und die Ordnung soll so sein: Wer einen Vorschlag hat, der der Liebe zu den Freunden nützt, der bringe ihn zur Beratung; und er muss von allen Freunden angenommen werden, denn hier gibt es keinen Zwang.

Bis hierher sprachen wir über die Verbindung zwischen Mensch und Mensch, die uns die Verbindung zwischen Mensch und dem Schöpfer bringen soll, wie es im Buch Matan Tora steht (Blatt 137). Demnach gilt: So wie man von der Bedeutung der Liebe zu den Freunden spricht – und ihre ganze Bedeutung liegt darin, dass sie uns zur Liebe des Schöpfers bringt –, so muss man auch bedenken, dass die Liebe zu den Freunden uns zur Bedeutung der Liebe des Schöpfers bringen soll.

korrigiert, EY, CO4.8, 12.07.2026, Ver4