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Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Artikel / 1986/30 Die Klipa, die der Frucht vorausgeht

Rabash – 1986 – Artikel 30 (תשמ״ו – מאמר ל׳)

„Die Klipa, die der Frucht vorausgeht“ · ענין קליפה שקדמה לפרי

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Im Tora-Abschnitt Balak sagt der Sohar (im Sulam-Kommentar, Blatt 8, Punkt 15) Folgendes: „Und wolltest du sagen, der Schöpfer habe es so gewollt – Israel das Erstgeburtsrecht zu geben –, so entspricht das nicht dem Recht. Komm und sieh: Esau war eine Klipa (Schale) und gehörte zur Sitra Achra (der anderen Seite). Und es ist bekannt, dass die Klipa dem Kern vorausgeht; deshalb kam er zuerst hervor. Sobald die Klipa hervorgetreten und beseitigt ist, kommt der Kern zum Vorschein. Die erste Vorhaut, also Esau, befindet sich außen, und darum trat sie zuerst hervor. Der Bund aber, das Kostbarste von allem – das ist Jakob –, wird danach offenbar. Deshalb gilt Esaus Vorrang nicht als Erstgeburt, denn er ist Klipa und Vorhaut, die keinerlei Wert und keine Gleichheit mit dem Kern und dem Bund haben. Er trat nur aus demselben Grund zuerst hervor: weil die Klipa der Frucht vorausgeht.“ So weit seine Worte.

הזהר בפרשת בלק (ובהסולם דף ח' אות ט"ו) וזה לשונו "ואם תאמר, שהקב"ה רצה כך, לתת הבכורה לישראל, ואינו מן הדין. בא וראה, עשו היה קליפה וסטרא אחרא היה. ונודע שהקליפה קדמה למוח, ועל כן יצא ראשון. כיון שיצאה הקליפה, ונעברה, הנה נמצא המוח. ערלה הראשונה, שהוא עשו, נמצא בחוץ. ועל כן יצא ראשון. הברית, שהוא היקר מכל, דהיינו יעקב, הוא נגלה אח"כ. ועל כן אין קדימת עשו נחשב לבכורה, כי קליפה וערלה הוא, שאין לו שום ערך והשוואה עם המוח והברית. אלא שגם הקדים לצאת מאותו הטעם, כי קליפה קדמה לפרי", עד כאן לשונו.

Im Tora -Abschnitt Balak schreibt der Heilige Sohar (Punkt 15): „Wenn du sprichst, dass es der Wunsch des Schöpfers war, dass Israel das Erstgeburtsrecht gegeben wird, dann ist das nicht angemessen. Bo u’reh – komm und sieh: Esau war eine Klipa [Hülle/Schale] und Sitra Achra [aramäisch: andere Seite]. Es ist bekannt, dass die Klipa dem Kern vorausgeht, deshalb ist sie zuerst entstanden. Sobald die Klipa entstanden ist und entfernt wurde, kam der Kern zum Vorschein. Die erste Vorhaut, also Esau, ist außen. Daher ist er zuerst entstanden. Der Bund, der am wertvollsten ist, also Jakob, offenbarte sich als nächstes. Deshalb hat Esaus frühe Entstehung nichts mit seinem Erstgeburtsrecht zu tun, denn er ist eine Klipa und eine Vorhaut, die im Vergleich zum Kern und zum Bund vollkommen wertlos ist. Er ist einzig und allein aus dem Grund zuerst entstanden, weil die Klipa der Frucht vorausgeht.“

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Hier ist zu verstehen, wozu er überhaupt eine Erklärung braucht. Diese Frage haben unsere Weisen doch bereits beantwortet (angeführt bei Rashi zu Beginn des Tora-Abschnitts Bereshit). Dort heißt es: „Rabbi Jizchak sagte: Die Tora hätte erst mit ‚Dieser Monat sei euch‘ beginnen sollen, dem ersten Gebot, das Israel geboten wurde. Warum also beginnt sie mit ‚Bereshit‘ (Im Anfang)? Weil ‚Er die Macht Seiner Werke Seinem Volk kundtat, um ihnen das Erbe der Völker zu geben‘. Sollten nämlich die Völker der Welt zu Israel sagen: ‚Ihr seid Räuber, denn ihr habt die Länder von sieben Völkern erobert‘, so antworten sie ihnen: ‚Die ganze Erde gehört dem Schöpfer. Er hat sie erschaffen und dem gegeben, der in Seinen Augen recht ist. Nach Seinem Willen gab Er sie ihnen, und nach Seinem Willen nahm Er sie ihnen und gab sie uns.‘“

ויש להבין, בשביל מה הוא צריך לתרץ, הלא קושיא הזאת כבר תירצו חז"ל (מובא ברש"י בתחילת פרשת בראשית) וזה לשונו, "אמר רבי יצחק, לא היה צריך להתחיל את התורה אלא "מהחודש הזה לכם", שהיא מצוה ראשונה שנצטוו ישראל. ומה טעם פתח ב"בראשית". משום, כח מעשיו הגיד לעמו, לתת להם נחלת גויים, שאם יאמרו אומות העולם לישראל, ליסטים אתם, שכבשתם ארצות שבעה גויים, הם אומרים להם, כל הארץ של הקב"ה הוא, הוא בראה ונתנה לאשר ישר בעיניו, ברצונו נתנה להם, וברצונו נטלה מהם ונתנה לנו".

Wir müssen verstehen, warum diese Erklärung notwendig ist, da diese Frage bereits von den Weisen beantwortet wurde (vorgestellt von RASHI am Anfang des Tora -Abschnitts BeReshit [am Anfang]): „Rabbi Yitzhak sagte: ‚Die Tora hätte mit ‘Dieser Monat ist für euch…‘ beginnen sollen, dem ersten Gebot, das Israel gegeben wurde. Was ist der Grund dafür, dass sie mit BeReshit beginnt? Weil Er Seinem Volk die Macht Seiner Werke kundgetan hat, um ihnen das Erbe der Völker zu geben, damit, wenn die Völker der Welt zu Israel sprechen: ‚Ihr seid Räuber, denn ihr habt das Land von sieben Völkern erobert‘, sie ihnen sagen werden: ‚Die ganze Erde gehört dem Schöpfer. Er hat sie erschaffen und sie gegeben, wem er will. Nach Seinem Willen hat er sie ihnen gegeben, und nach Seinem Willen hat er sie ihnen genommen und uns gegeben.““

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Demnach verhält es sich auch beim Erstgeburtsrecht ebenso: Zuerst wurde es Esau gegeben, danach nahm er es Esau weg und gab es Jakob. Man kann auch nicht einwenden, das Erstgeburtsrecht sei mit einem Land nicht vergleichbar – ein Land lasse sich verkaufen und verschenken, das Erstgeburtsrecht hingegen sei eine Sache der Wirklichkeit, das heißt, wer zuerst geboren wird, heißt „Erstgeborener“, und daran lasse sich nichts ändern. Wir sehen aber, dass auch das Erstgeburtsrecht verkäuflich ist. Folglich lässt sich durchaus sagen, dass man es dem einen nehmen und dem anderen geben kann. Wie hätte Jakob sonst das Erstgeburtsrecht von Esau erwerben können, wie geschrieben steht: „Und er verkaufte sein Erstgeburtsrecht an Jakob“?

אם כן, גם כאן אצל בכורה הוא אותו דבר, מקודם נתנה לעשו, ואח"כ לקח מעשו ונתנה ליעקב. ואין לומר שבכורה אינה דומה לארצות, משום שענין ארץ ניתן למכירה וניתן למתנה. מה שאין כן בכורה זהו ענין של מציאות, היינו מי שנולד קודם נקרא "בכור", ואין לשנות. אבל אנו רואים, שגם בכורה הוא דבר הניתן למכירה, וממילא כבר שייך לומר, שיכולים לקחת מזה וליתן לאחר. אחרת איך היה יעקב יכול לקנות את הבכורה מעשו, כמו שכתוב "וימכר את בכורתו ליעקב".

Das Gleiche gilt für das Erstgeburtsrecht. Zuerst gab er es Esau, dann nahm er es von Esau und gab es Jakob. Wir können nicht sagen, dass das Erstgeburtsrecht nicht dasselbe sei wie Land, denn Land kann verkauft und gegeben werden, während es beim Erstgeburtsrecht um Tatsachen geht, d.h. derjenige, der zuerst geboren wurde, wird als „Erstgeborener“ bezeichnet, und das kann nicht geändert werden. Dennoch können wir sehen, dass das Erstgeburtsrecht auch verkauft werden kann, so dass wir sagen können, dass es dem einen genommen und dem anderen gegeben werden kann. Wie hätte Jakob sonst sein Erstgeburtsrecht von Esau kaufen können, wie geschrieben steht: „und er verkaufte sein Erstgeburtsrecht an Jakob“?

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Daraus sehen wir, dass das Erstgeburtsrecht einem Land gleicht, das übertragen werden kann. Worauf also weist uns diese Erklärung hin, die hier gegeben wird – dass derjenige, der zuerst geboren wurde, nicht als Erstgeburt gilt, weil die Klipa der Frucht vorausgeht?

מכאן אנו רואים, שהבכורה דומה לארץ שניתנת למסירה כנ"ל. אם כן מה מרמז לנו בהתירוץ הזה, שמתרץ כאן, משום שקליפה קודמת לפרי, ומשום זה לא נחשב זה שנולד ראשון ללידת בכור.

Daran sehen wir, dass das Erstgeburtsrecht einem Land ähnelt, das weitergegeben werden kann. Worauf deutet also die Antwort, die er uns hier gibt, hin, dass es nicht als Erstgeburt gilt, das Erstgeburtsrecht zu haben, da eine Klipa der Frucht vorausgeht?

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Um die Sache zu verstehen, müssen wir zunächst wissen, was eine Klipa ist, was der Kern ist und was die Vorhaut – denn er nennt Esau „Vorhaut“ –, und was der Bund ist – denn er nennt Jakob „Bund“. Stellen wir zuerst das Ziel der Schöpfung voran. Danach können wir erklären, was wesentlich und was nebensächlich ist, um zu begreifen, was die Frucht und was die Klipa ist, die der Frucht vorausgehen muss – worin diese Notwendigkeit besteht, die besagt, dass es gar nicht anders sein kann.

ובכדי להבין את הענין, צריכים מקודם לדעת מה זה קליפה, ומה זה מוחא, ומהו ערלה, שהוא מכנה את עשו בשם ערלה, ומהי ברית, שמכנה את יעקב בשם "ברית". ונקדים מקודם מטרת הבריאה, מהי. ואח"כ נוכל לבאר מהו עיקר ומהו טפל, בכדי לדעת את ענין פרי, וקליפה, שמוכרחת להיות קודמת לפרי, מהו ההכרח הזה, שמשמעו, שאי אפשר להיות אחרת.

Um diesen Aspekt zu verstehen, müssen wir zunächst wissen, was eine Klipa ist, was ein Kern ist und was die Vorhaut, denn er nennt Esau mit dem Namen „Vorhaut“, und was ein Bund ist, denn er nennt Jakob mit dem Namen „Bund“. Zuerst müssen wir erklären, was das Schöpfungsziel ist. Danach werden wir erklären können, was erstrangig ist und was zweitrangig ist, um die Angelegenheit mit der Frucht und der Klipa , die der Frucht vorausgehen muss, zu verstehen. Worin besteht diese Notwendigkeit, die andeutet, dass es nicht anders sein kann?

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Das Ziel der Schöpfung ist bekannt: Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Deshalb erschuf Er aus dem Nichts ein Geschöpf, das das Gute und das Vergnügen empfangen kann, das Er ihm geben will. Dieses Geschöpf heißt „Verlangen zu empfangen, um zu empfangen“. Daraus folgt: Wir können nur von etwas sprechen, das ein Verlangen zu empfangen hat. Andernfalls heißt es nicht „Geschöpf“, von dem wir reden könnten. Denn ein Geschöpf heißt Kli (Gefäß), und es gibt kein Licht ohne Kli. Das heißt: Vom Licht selbst können wir nicht sprechen, sondern nur vom Licht, sofern es in ein Kli gekleidet ist.

הנה מטרת הבריאה ידוע, שהיא בכדי להטיב לנבראיו. ומשום זה ברא יש מאין בחינת נברא, שהנברא הזה יוכל לקבל את הטוב והעונג, מה שהוא רוצה לתת להם. והנברא הזה נקרא "רצון לקבל בעמ"נ לקבל". נמצא לפי זה, שאין לנו לדבר מדבר רק שיש לו רצון לקבל, אחרת לא נקרא זה "נברא", שנוכל לדבר ממנו. כי נברא נקרא "כלי" ו"אין אור בלי כלי". זאת אומרת, מן האור אין לנו לדבר, רק מהאור בזמן שהוא מלובש בכלי.

Es ist bekannt, dass das Schöpfungsziel darin besteht, seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Aus diesem Grund hat Er ein Geschöpf als Existenz aus Nicht-Existenz erschaffen, damit dieses Geschöpf die Freude und den Genuss empfängt, die Er ihm geben will. Dieses Geschöpf wird als „Wille zu empfangen, um zu empfangen“ bezeichnet. Daraus folgt, dass wir erst von einem Geschöpf sprechen können, das ein Verlangen zu empfangen hat. Ansonsten wird es nicht als Geschöpf angesehen, von dem wir sprechen können. Ein Geschöpf wird Kli [Gefäß] genannt, und ohne Kli gibt es kein Licht. Das bedeutet, dass wir nur dann von Licht sprechen können, wenn es in ein Kli eingekleidet ist.

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Doch dieses Kli, das „Verlangen, Freude und Vergnügen zu empfangen“ heißt, empfängt nicht mehr – nachdem eine Korrektur eingetreten ist, die „Gleichheit der Form“ genannt wird, damit es kein „Brot der Scham“ gebe. Bekanntlich empfindet der Mensch Scham, wenn er etwas empfangen muss. So deuteten unsere Weisen den Vers „wie die Niedrigkeit unter den Menschenkindern erhöht wird“: Wenn ein Mensch von anderen empfangen muss, verändert sich sein Gesicht. Darum wurde die Korrektur namens „Zimzum (Einschränkung) und Verhüllung“ geschaffen – nichts mehr zu empfangen außer mit der Absicht zu geben. Demnach haben wir zwei Dinge zu unterscheiden:

אלא אין הכלי הזה, הנקרא "רצון לקבל הנאה ותענוג", קבלה, לאחר שיצאה תיקון, המכונה בחינת "השתוות הצורה", בכדי שלא תהיה נהמא דכסופא. כידוע, שיש בושה בזמן שהאדם צריך לקבל משהו, כמו שאמרו חז"ל על פסוק "כרום זלות לבני אדם", שבזמן שאדם צריך לקבל מהבריות, משתנים פניו ככרום. לכן נעשה תיקון, המכונה "צמצום והסתר", שלא לקבל שום הנאה, רק עם הכוונה בעמ"נ להשפיע. נמצא לפי זה, שיש לנו להבחין ב' דברים:

Dieses Kli , das „Das Verlangen, Freude und Genuss zu empfangen“ – „Empfangen“ – genannt wird, gibt es jedoch nicht – sobald die Korrektur, die „Gleichheit der Form“ genannt wird, vorgenommen wurde, um nicht das Brot der Scham zu haben. Es ist bekannt, dass der Mensch sich schämt, wenn er etwas empfangen muss, so wie unsere Weisen über den Vers „die Scham der Demütigung des Menschen“ sprachen. Wenn der Mensch gezwungen ist, von Menschen zu empfangen, “verändert sich sein Gesicht.” Deshalb gab es die Korrektur namens „Zimzum [Einschränkung] und Verhüllung“, um Genuss nur mit der Absicht zu empfangen zu geben. wie die Weisen das Sprichwort „die Scham der Demütigung des Menschen“ erklärten, dass, wenn ein Mensch etwas von Menschen empfangen muss, „er sein Gesicht verändert“. Daraus folgt, dass wir zwei Dinge erkennen sollten:

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Erstens das Wesentliche, nämlich das Kli, das „Verlangen, das Gute und das Vergnügen zu empfangen“ heißt. Gäbe es dieses Verlangen nicht, so gäbe es nichts, wovon man reden könnte, wie gesagt. Doch gerade aus dieser Unterscheidung gingen die Sitra Achra und die Klipot (Schalen) hervor. Aus der Ordnung, in der die Welten herabsteigen, ergibt sich für uns eine Wurzel: Von diesem Punkt aus breitete sich später alles Böse offen aus. So sagte der ARI, dass die Einschränkung (Zimzum) die Wurzel des Gerichts ist. Das bedeutet: Sie entstand dadurch, dass eine Einschränkung geschah – nämlich nicht zu empfangen, um zu empfangen, sondern nur, um zu geben. Die Ordnung war, wie im Talmud Esser haSefirot (Studium der Zehn Sefirot, Teil 1) erklärt, folgende: Zuerst erfolgte die Einschränkung aus freier Wahl, das heißt, es bestand noch kein Verbot zu empfangen. Danach aber wurde das Empfangen verboten. Doch noch gab es niemanden, der empfangen wollte, um zu empfangen – niemanden, der das Verbot der Einschränkung übertreten wollte. Erst durch die zweite Einschränkung (Zimzum Bet) entstand etwas Neues: Nun gab es jemanden, der empfangen wollte, um zu empfangen. Klipot aber gab es noch nicht.

א. שהוא העיקר, היינו הכלי, שהוא נקרא "רצון לקבל הטוב והעונג". ואם אין הרצון הזה, אין ממה לדבר כנ"ל. אבל מבחינה זו נמשכה הסטרא אחרא והקליפות, שמסדר השתלשלות העולמות באה לנו שורש, שפירושה, שמנקודה זו נמשכה אח"כ התפשטות בגלוי עם כל הרע, דהיינו כמו שאמר האר"י ז"ל, שהצמצום הוא שורש הדין, שפירושו, שע"י זה שנעשה צמצום, היינו שלא לקבל בעמ"נ לקבל, רק בעמ"נ להשפיע. הסדר היה, כמבואר בתע"ס (חלק א'), שמקודם היה הצמצום מחמת בחירה, היינו שעוד לא היה איסור לקבל. אבל אח"כ נעשה איסור לקבל. אבל עוד לא היה מי שירצה לקבל בעמ"נ לקבל, היינו שלא היה מי שירצה לעבור על איסור הצמצום. אמנם ע"י צמצום ב', נולד אז דבר חדש, היינו שכבר יש מי שהוא, שרוצה לקבל בעמ"נ לקבל. אבל קליפות עוד לא היו.

1.) Das Wichtigste ist das Kli , das „Verlangen, die Freude und den Genuss zu empfangen“ heißt. Ohne dieses Verlangen gibt es nichts, wovon man sprechen könnte. Doch die Sitra Achra [aramäisch: andere Seite] und die Klipot [Plural von Klipa ] dehnen sich von dieser Unterscheidung aus. Die Ordnung des Hinabströmens der Welten kommt zu uns als Wurzel, was bedeutet, dass sich von diesem Punkt aus die Ausbreitung mit all dem Bösen offensichtlich ausdehnt. Es ist so, wie der ARI sagte, dass der Zimzum [Einschränkung] die Wurzel des Urteils ist, was bedeutet, dass es einen Zimzum gab, um nichts zu empfangen, um zu empfangen, sondern einzig und allein, um des Gebens willen zu arbeiten. Die Reihenfolge war, wie im “Studium der Zehn Sefirot “ (Teil 1) erklärt wird, dass der Zimzum [Einschränkung] zunächst freiwillig war, was bedeutet, dass es noch kein Verbot des Empfangens gab. Danach gab es zwar ein Verbot zu empfangen, aber es gab immer noch niemanden, der empfangen wollte, um zu empfangen. Das heißt, es gab immer noch niemanden, der gegen das Verbot des Zimzum [Einschränkung] verstoßen wollte. Durch den Zimzum Bet [zweite Einschränkung] wurde jedoch ein neues Wesen geboren – jemand, der empfangen will, um zu empfangen, obwohl es noch keine Klipot gab.

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Erst nach dem Zerbrechen der Gefäße, das in der Welt Nekudim geschah, entstanden die Klipot; doch noch hatten sie kein Gefüge. Damals hießen die Klipot nur „der Buchstabe Waw und ein Punkt“, und sie besaßen noch kein Gefüge von Welten. Erst nach der Sünde Adam haRishons am Baum der Erkenntnis – als die Gewänder (Levuschim) in die Klipot fielen – erhielten die Klipot das Gefüge von vier Welten, nach dem Vorbild der Heiligkeit (Kedusha). Sie heißen „die vier Welten ABYA (Azilut, Brija, Yezira, Assija) der Tuma (Unreinheit)“. Davon handelt eine Stelle in der „Einleitung zum Buch Sohar“ (Punkt 29). Dort heißt es: „Und wisse: Unsere Arbeit im Lauf unserer siebzig Jahre teilt sich in vier Abschnitte:

אולם אחרי שבירת הכלים, שהיתה בעולם הנקודים, נולדו הקליפות, אבל עוד לא היה בהם בנין, אלא שהקליפות נקראות אז בשם "ו' ונקודה". ועוד לא היה להם בנין של עולמות. אלא רק אחר חטא של אדם הראשון בעץ הדעת, שנפלו הלבושים לתוך הקליפות, קבלו אז הקליפות בנין של ארבע עולמות, כדוגמת הקדושה. ונקראים "ארבע עולמות אבי"ע דטומאה". וזהו ענין המובא בהקדמה לספר הזהר (אות כ"ט) וזה לשונו "ותדע, שעבודתינו במשך ע' שנותינו מתחלקת לד' חלוקות:

Die Klipot wurden nach dem Zerbrechen der Gefäße in der Welt der Nekudim geboren, aber es gab von ihnen noch keine Struktur. Vielmehr wurden die Klipot zu dieser Zeit „ Waw [hebräischer Buchstabe] und ein Punkt“ genannt, und es gab noch keine Struktur der Welten in ihnen. Erst nach der Sünde Adams haRishon beim Baum der Erkenntnis, als die Levuschim [Gewänder] in die Klipot fielen, empfingen die Klipot die Struktur von vier Welten wie die Kedusha [Heiligkeit/Unreinheit], und sie werden „die vier Welten ABYA de [der] Tuma’a [Unreinheit]“ genannt. Das ist eine Angelegenheit, die in der „Einleitung zum Buch Sohar“ (Punkt 29) vorgestellt wird: „Wisse, dass unsere Arbeit in den siebzig Jahren in vier Teile geteilt ist:

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Erster Abschnitt: das maßlose, grenzenlose Verlangen zu empfangen in seinem ganzen verdorbenen Ausmaß zu erlangen – unter der Hand des Systems der vier unreinen Welten ABYA. Denn hätten wir dieses verdorbene Verlangen zu empfangen nicht in uns, so könnten wir es überhaupt nicht korrigieren. Deshalb genügt nicht jenes Maß des Verlangens zu empfangen, das dem Körper von seinem Ursprung an, seit seiner Geburt in diese Welt, eingeprägt ist. Vielmehr muss er obendrein wenigstens dreizehn Jahre lang ein Gefährt (Merkawa) für die unreinen Klipot sein. Das heißt: Die Klipot sollen über ihn herrschen und ihm ihre Lichter geben, denn ihre Lichter lassen sein Verlangen zu empfangen immer weiter wachsen. Die Fülle nämlich, mit der die Klipot das Verlangen zu empfangen versorgen, erweitert und steigert nur dessen Forderung. Und überwindet er sich nicht durch Tora und Mizwot, um das Verlangen zu empfangen zu läutern und es ins Geben zu verwandeln, so dehnt sich sein Verlangen zu empfangen im Lauf seiner Lebensjahre immer weiter aus.

חלוקה א) הוא להשיג את הרצון לקבל המופרז בלי מצרים, בכל שיעורו המקולקל, מתחת יד מערכת ד' העולמות אבי"ע הטמאים. כי אם לא יהיה בנו הרצון לקבל המקולקל הזה, לא נוכל כלל לתקנו. ולפיכך, לא די אותו שיעור הרצון לקבל, המוטבע בגוף ממקור לידתו לאויר העולם, אלא עוד, שמוכרח להיות מרכבה לקליפות הטמאות לא פחות מי"ג שנים. כלומר, שהקליפות תהינה שולטות עליו, ותתנה לו מאורותיהן, שהאורות שלהן הולכים ומגדילים את הרצון לקבל שלו, כי המילואים שהקליפות מספקות אל הרצון לקבל, אינם אלא מרחיבים והולכים את התביעה של הרצון לקבל. ואם אינו מתגבר על ידי תורה ומצות, לטהר את הרצון לקבל ולהפכו להשפעה, הרי הרצון לקבל שלו הולך ומתרחב במשך שנות חייו.

Die erste Unterteilung besteht darin, den exzessiven Willen zu erlangen, das volle, verderbte Maß unter den Händen der vier unreinen Welten ABYA ungehemmt zu empfangen. Wenn wir nämlich diesen verdorbenen Willen zum Empfangen nicht haben, können wir ihn auch nicht korrigieren. Deshalb reicht der bei der Geburt in den Körper eingeprägte Wille zu empfangen nicht aus. Vielmehr muss er auch ein Gefährt [ Merkawa ] für die unreinen Klipot sein, und zwar mindestens dreizehn Jahre lang. Das bedeutet, dass die Klipot ihn beherrschen und ihm ihre Lichter geben müssen, denn ihre Lichter verstärken seinen Willen zu empfangen, denn die Füllungen, mit denen die Klipot den Willen zu empfangen versorgen, erweitern und verstärken einzig und allein die Ansprüche des Willens zu empfangen. Wenn der Mensch dies nicht durch Tora und Mizwot [Gebote/gute Taten] überwindet und den Willen zum Empfangen reinigt, um ihn in ein Geben zu verwandeln, weitet sich der Wille zum Empfangen im Laufe des Lebens aus.

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Zweiter Abschnitt: vom dreizehnten Lebensjahr an. Dann wird dem Punkt im Herzen Kraft verliehen – dem Geheimnis der Rückseite (Achoraim) der heiligen Seele, die von Geburt an in sein Verlangen zu empfangen gekleidet ist, aber erst nach dreizehn Jahren zu erwachen beginnt. Dann tritt er allmählich unter die Herrschaft des Systems der heiligen Welten ein, und zwar in dem Maß, wie er sich mit Tora und Mizwot befasst. Die Hauptaufgabe dieser Zeit ist es, das spirituelle Verlangen zu empfangen zu erlangen und zu vergrößern. Darum gilt diese Stufe, die nach dem dreizehnten Jahr kommt, als Heiligkeit. Sie ist das Geheimnis der heiligen Magd, die ihrer Herrin dient – dem Geheimnis der heiligen Shechina (göttliche Gegenwart). Denn die Magd führt ihn zu liShma (um Ihretwillen), und er wird des Einwohnens der Shechina gewürdigt. Die letzte Stufe dieses Abschnitts ist, dass er sich mit großer Sehnsucht in den Schöpfer verliebt – so wie der Dichter sagte: ‚Wenn ich Seiner gedenke, lässt Er mich nicht schlafen.‘“

חלוקה ב) הוא מי"ג שנים ואילך, שאז ניתן כח לנקודה שבלב שבו, שהוא סוד אחוריים של הנפש דקדושה, המלובשת בהרצון לקבל שלו מעת לידתו, אלא שאינה מתחלת להתעורר רק אחר י"ג שנים. ואז הוא מתחיל להכנס תחת רשות מערכת העולמות דקדושה, דהיינו בשיעור שהוא עוסק בתורה ומצות. ועיקר התפקיד בעת ההיא, הוא להשיג ולהגדיל את הרצון לקבל הרוחני. ועל כן נבחנת המדרגה הזו, הבאה לאחר י"ג שנה, לבחינת קדושה. והוא סוד השפחה דקדושה המשמשת לגבירתה, שהוא סוד השכינה הקדושה. כי השפחה מביאתו לשמה, וזוכה להשראת השכינה. והמדרגה הסופית שבחלוקה זו, הוא שיתאהב בהקב"ה בתאוה גדולה, ועל דרך שאמר הפיטן "בזכרי בו אינו מניח לי לישון".

Die zweite Unterteilung ist ab dem dreizehnten Lebensjahr. Zu diesem Zeitpunkt wird dem Punkt im Herzen, welcher Achoraim der Kedusha [Heiligkeit] ist, Kraft gegeben. Obwohl er schon bei der Geburt mit seinem Willen zu empfangen bekleidet ist, beginnt er erst nach dreizehn Jahren zu erwachen, und dann beginnt man, in das System der Welten von Kedusha einzutreten, soweit man sich mit Tora und Mizwot [Gebote/gute Taten] befasst. Die primäre Ausrichtung dieser Zeit ist es, den spirituellen Willen zu empfangen zu erlangen und zu verstärken. Daher gilt diese Stufe, die nach den dreizehn Jahren kommt, als heilig. Sie gilt als die heilige Magd, die ihrer Herrin, der heiligen Shechina [Göttlichen Gegenwart], dient, denn die Magd bringt einen zu liShma [um Ihrtwillen] und er wird mit dem Einflößen der Shechina belohnt. Und die letzte Stufe in dieser Einteilung ist, dass er sich leidenschaftlich in den Schöpfer verliebt, wie der Dichter spricht: „Wenn ich an Ihn denke, lässt Er mich nicht schlafen.“

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Nach dem Gesagten können wir verstehen, was Heiligkeit und was Klipa ist. Der Begriff Heiligkeit erklärt sich aus der Wendung „dem Schöpfer geheiligt“. Sie besagt, dass etwas nicht uns gehört, also nicht in unserem Bereich liegt, sondern dass wir es dem Schöpfer weihen. Das heißt: Man nimmt es aus dem Bereich des gewöhnlichen Menschen heraus und führt es in den Bereich der Heiligkeit über. Doch man kann nicht davon sprechen, etwas in den Bereich der Heiligkeit zu führen, wenn es nicht zuvor im eigenen Bereich war. Nur dann lässt sich sagen, dass man es aus seinem Bereich herausnimmt und in den Bereich der Heiligkeit überführt.

בהאמור נוכל להבין, מהי קדושה ומהי קליפה. ענין קדושה מתבאר מלשון "קודש לה'", שפירושו, שזה לא שייך לנו, היינו שזה לא שייך לרשות שלנו, אלא אנחנו מקדישים זה לה'. זאת אומרת, הוא מוציא זה מרשות של הדיוט ומכניס זה לרשות דקדושה. אולם אין שייך לומר, שמכניס זה לרשות של קדושה, אם לא היה זה מקודם לכן ברשותו. ואז שייך לומר, שהוא מוציא זה מרשותו ומכניסו לרשות דקדושה.

Jetzt können wir verstehen, was Kedusha und was Klipa ist. Kedusha kommt von den Worten Kodesh Lehashem [dem Schöpfer gewidmet]. Es bedeutet, dass es nicht uns gehört, also nicht zu unserem Bereich gehört, sondern dass wir es dem Schöpfer widmen. Das heißt, er nimmt sie aus dem Bereich der Laien heraus und nimmt sie in den Bereich der Kedusha [Heiligkeit] auf. Man kann jedoch nicht sagen, dass er es in den Bereich der Kedusha [Heiligkeit] aufnimmt, wenn es vorher nicht in seinem Bereich war. Dann kann man sagen, dass er es aus seinem eigenen Bereich herausgenommen und in den Bereich der Kedusha [Heiligkeit] aufgenommen hat.

13

Darum muss der Mensch zuerst, bis zum dreizehnten Jahr, im Bereich der Klipa stehen – wie oben aus der „Einleitung zum Buch Sohar“. In dieser Zeit empfindet er, dass er einen eigenen Herrschaftsbereich hat. Denn die Klipa, also das „Verlangen zu empfangen, um zu empfangen“, heißt „Ungleichheit der Form“, die ihn vom Schöpfer trennt. Dieses Gefäß des Empfangens, das der Mensch erwirbt, während er bis zum dreizehnten Jahr unter der Herrschaft der Klipa steht, lässt ihn fühlen, dass er der Hausherr ist – dass er also tun kann, was er will, weil er keinen anderen Herrschaftsbereich kennt als den eigenen.

אי לזאת, מוכרח האדם להיות מקודם ברשות של הקליפה עד י"ג שנה, כנ"ל בהקדמה לספר הזהר, שאז הוא מרגיש שיש לו רשות עצמו, משום שהקליפה, הנקרא "רצון לקבל בעמ"נ לקבל", נקרא "שינוי צורה" שמפרידו מהבורא. וענין זה של כלי קבלה, שהאדם רוכש את זה בזמן היותו תחת רשות הקליפה עד י"ג שנה, זה נותן לו להרגיש שהוא הבעל בית, דהיינו שהוא יכול לעשות מה שהוא רוצה, משום שהוא לא מרגיש שום רשות אחרת אלא רק רשות עצמו.

Deshalb muss sich ein Mensch zunächst bis zum Alter von dreizehn Jahren im Bereich der Klipa aufhalten, wie es in der „Einleitung zum Buch Sohar“ geschrieben steht. Zu diesem Zeitpunkt fühlt er, dass er seine eigene Herrschaft hat, weil die Klipa , die „Wille, in meinem Willen zu empfangen“ genannt wird, eine „Ungleichheit der Form“ ist, die ihn vom Schöpfer trennt. Diese Sache mit den Gefäßen des Empfangens, die man erwirbt, während man bis zum Alter von dreizehn Jahren unter der Herrschaft der Klipa steht, lässt ihn spüren, dass er der Hausherr ist, was bedeutet, dass er tun kann, was er will, weil er keine andere Herrschaft als seine eigene fühlt.

14

Wird ihm deshalb nach dem dreizehnten Jahr gesagt, nun sei die Zeit gekommen, seinen eigenen Herrschaftsbereich zu annullieren und anzuerkennen, dass es keinen anderen Gebieter gibt als den Schöpfer, so beginnt er nachzudenken und zu grübeln: „Wozu soll ich meinen eigenen Herrschaftsbereich annullieren und sagen, allein der Schöpfer sei der Hausherr und ich Sein Knecht, und ich besäße nichts – wie unsere Weisen sagten: ‚Was ein Knecht erwirbt, erwirbt sein Herr‘? Das hieße ja, dass ich dem Schöpfer dienen muss, damit Er Wohlgefallen hat.“

ומשום זה, כשאומרים לו אחר י"ג שנה, שעכשיו הגיע הזמן, שאתה צריך לבטל את הרשות שלך, ולומר, שאין רק רשות אחרת אלא הקב"ה, אז הוא מתחיל לחשוב ולהרהר, בשביל מה אני צריך לבטל את הרשות שלי, ולומר שרק הקב"ה הוא הבעל בית ואני העבד שלו, ואין לי שום קנין, אלא כמו שאמרו חז"ל "מה שקנה עבד קנה רבו", זאת אומרת, שאני צריך לשמש את הבורא שתהיה לו נחת רוח.

Aus diesem Grund beginnt er, wenn ihm nach dreizehn Jahren gesagt wird, dass jetzt die Zeit gekommen ist, in der du deine Herrschaft annullieren und sagen musst, dass es nur die Herrschaft des Schöpfers gibt, zu denken und zu überlegen: „Warum brauche ich meine Herrschaft zu annullieren und zu sagen, dass nur der Schöpfer der Hausherr ist und ich sein Diener bin, und ich habe keinen Besitz, sondern wie unsere Weisen sagten: ‚Wer einen Diener kauft, kauft seinen Herrn.‘ Das heißt, ich sollte dem Schöpfer dienen, um Ihm Zufriedenheit zu bringen.“

15

Da bringt der Körper des Menschen, der „Verlangen zu empfangen“ heißt, einen starken Einwand vor: „Zunächst muss ich glauben, dass es eine Verbindung des Schöpfers zu den Geschöpfen gibt. Sodann muss ich erkennen, dass es sich lohnt zu glauben, der Schöpfer sei der Hausherr. Aber wozu soll ich meinen eigenen Herrschaftsbereich annullieren und nur dafür sorgen, dass der Schöpfer Wohlgefallen hat? Welchen Nutzen habe ich davon?“ Vielmehr meint er – nachdem er glaubt, dass es eine Verbindung des Schöpfers zu den Geschöpfen gibt, also glaubt, dass der ganze Wille des Gesegneten darin besteht, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun –, er brauche in diesem Zustand nichts weiter zu sehen, als wie der Schöpfer ihm dient. Das heißt: Der Schöpfer sei der Knecht und der Mensch der Hausherr; er sei der Herr des Hauses, und dem Schöpfer obliege die Pflicht, dem Menschen zu dienen – der Mensch sei der Herr und der Schöpfer der Knecht.

אז הגוף של האדם, המכונה "רצון לקבל", טוען טענה חזקה: ראשית כל, אני צריך להאמין שיש קשר להבורא עם הנבראים. ואח"כ אני צריך לראות, שכדאי להאמין, שהבורא הוא הבעל בית. אבל בשביל מה אני צריך לבטל את הרשות שלי ולדאוג רק שתהיה נחת להבורא. איזה כדאיות יש בזה בשבילי. אלא שהוא מבין, לאחר שהוא מאמין, שיש קשר להבורא עם הנבראים, היינו שהוא מאמין, שכל רצונו יתברך הוא להטיב לנבראיו, ומה הוא צריך לראות במצב הזה, לא יותר רק איך שהקב"ה משמש אותו. זאת אומרת, שהבורא הוא העבד, והאדם הוא הבעל בית, והוא אדון הבית, ועל הקב"ה מוטל חוב לשמש את האדם, שהאדם הוא אדון והבורא הוא העבד.

Der Körper des Menschen, der als „Wille zu empfangen“ bezeichnet wird, bringt zu diesem Zeitpunkt ein starkes Argument vor: „Zuerst muss ich glauben, dass es eine Verbindung zwischen dem Schöpfer und den Geschöpfen gibt, und dann muss ich sehen, dass es sich lohnt zu glauben, dass der Schöpfer der Eigentümer ist. Aber dafür muss ich meine Herrschaft annullieren und allein sehen, dass der Schöpfer zufrieden ist. Was ist mein Gewinn dabei?“ Er versteht jedoch – sobald er glaubt, dass es eine Verbindung zwischen dem Schöpfer und den Geschöpfen gibt -, dass alles, was er will, ist, seinen Geschöpfen Gutes zu tun, und alles, was er in diesem Zustand zu sehen braucht, ist, wie der Schöpfer ihm dient. Das heißt, der Schöpfer ist der Diener und der Mensch ist der Besitzer. Er ist der Besitzer und der Schöpfer muss dem Menschen dienen, denn der Mensch ist der Herr und der Schöpfer ist der Sklave.

16

Doch sagt man dem Menschen, er müsse wissen: In Wahrheit ist der Schöpfer der Hausherr, und wir Geschöpfe haben gar nichts mitzureden. Ob wir nun Seine Königsherrschaft über uns annehmen oder ob es Weltliche gibt, die sie nicht annehmen wollen – es hilft ihnen nichts. Er tut, was Er will, und die Geschöpfe müssen Seine Befehle wider Willen annehmen, wie unsere Weisen sagten (Sprüche der Väter [Awot], Kapitel 3, 20): „Und es wird vom Menschen eingefordert, mit seinem Wissen und ohne sein Wissen.“

אולם כשאומרים לאדם, שהוא צריך לדעת, שהאמת היא, שהבורא הוא בעה"ב, ואנחנו הנבראים, אין לנו שום דעה בעולם. ובין שאנחנו מקבלים את מלכותו עלינו, ובין שיש חילוניים שלא רוצים לקבל עליהם את מלכותו, כלום לא עוזר להם, אלא הוא עושה מה שהוא רוצה, והנבראים מוכרחים לקבל פקודותיו בעל כרחם, כמו שאמרו חז"ל (אבות פרק שלישי כ') "ונפרעין מן האדם מדעתו ושלא מדעתו".

Wenn man einem Menschen jedoch sagt, dass er wissen muss, dass die Wahrheit ist, dass der Schöpfer der Hausherr ist und wir, die Geschöpfe, nichts zu sagen haben, und ob wir nun Seinen Königtum über uns annehmen oder weltlich sind, die Sein Königtum nicht annehmen wollen, hilft uns nichts. Er tut, was Er will, und die Geschöpfe müssen Seinen Befehlen gegen ihren Willen gehorchen, wie unsere Weisen sagten (Sprüche der Väter, Kapitel 3, 20): „Die Schuld des Menschen wird eingetrieben, ob freiwillig oder unfreiwillig.“

17

Es zeigt sich: Selbst wenn der Mensch dem nicht zustimmt, was man ihm sagt, ändert sein Unglaube nichts an der Wirklichkeit – nämlich daran, dass der Schöpfer der Hausherr ist und tut, was Er will. Doch der Mensch kann die Wahrheit nicht sehen, und darum will man nicht glauben. Glaubt der Mensch aber – Gott behüte – nicht daran, so kann er es nicht auf sich nehmen, ein Knecht des Schöpfers zu sein, also zu glauben, dass der Schöpfer der Gebieter ist und wir Seine Knechte sind. Dies gilt vielmehr nur für die Gläubigen.

נמצא, שאפילו אין האדם מסכים למה שאומרים לו. אבל זה שלא רוצה להאמין, לא משנה את המציאות, היינו שהבורא הוא הבעל בית ועושה מה שהוא רוצה. אבל אין האדם מסוגל לראות את האמת, ומשום זה לא רוצים להאמין. אולם כשהאדם חס ושלום לא מאמין בזה, הוא לא יכול לקבל על עצמו להיות עבד ה', היינו להאמין שה' הוא אדון ואנחנו עבדיו. אלא זה דוקא במאמינים.

Daraus folgt, dass selbst wenn jemand nicht mit dem einverstanden ist, was ihm gesagt wird, die Tatsache, dass er nicht glauben will, nichts an der Wirklichkeit ändert – also dass der Schöpfer der Hausherr ist und tut, was Er will. Ein Mensch kann die Wahrheit jedoch nicht sehen, und deshalb wollen wir nicht glauben. Wenn der Mensch aber nicht daran glaubt, kann er es nicht auf sich nehmen, ein Diener des Schöpfers zu sein, also zu glauben, dass der Schöpfer der Herr ist und wir seine Diener sind. Vielmehr gilt dies speziell für diejenigen, die einen Glauben haben.

18

Fehlt es jedoch an wahrem Glauben, so gibt es doch eine Art von Menschen, die glauben, dass der Schöpfer die Welt erschuf, und zwar zu einem Ziel, das „Seinen Geschöpfen Gutes zu tun“ heißt. Sie glauben auch, dass der Schöpfer uns durch Moses, Friede sei mit ihm, geboten hat, die Tora und Mizwot zu halten, die Er uns gab. Doch all dies können sie nur um des Nutzens willen glauben – dass Er sie nämlich dafür belohnt, dass sie sich um das Halten von Tora und Mizwot mühen. Und sie haben etwas, worauf sie sich stützen können, wie unsere Weisen sagten (Sprüche der Väter [Awot], Kapitel 2, 16): „Hast du viel Tora gelernt, gibt man dir viel Lohn; und treu ist dein Arbeitgeber, dass er dir den Lohn deines Wirkens zahlt. Und wisse: Die Lohnzahlung der Gerechten gehört der kommenden Welt an.“

אמנם אם אין אמונה אמיתית, יש סוג אנשים שכן מאמינים שה' הוא הבורא, והוא ברא את העולם במטרה, הנקראת "להטיב לנבראיו". וגם מאמינים, שה' צוה לנו ע"י משה רבינו עליו השלום, שאנו נקיים את התו"מ, מה שנתן לנו, אבל הכל הוא יכולים להאמין על דרך הכדאיות, היינו שהוא ישלם לנו עבור זה שאנו מתייגעים בעבודת קיום תו"מ. ויש להם על מה שיסמוכו, כמו שאמרו חז"ל (אבות פרק שני ט"ז) וזה לשונם "אם למדת תורה הרבה, נותנין לך שכר הרבה, ונאמן הוא בעל מלאכתך שישלם לך שכר פעולתך, ודע שמתן שכרן של צדיקים לעתיד לבוא".

Das ist aber kein echter Glaube. Es gibt Menschen, die glauben, dass der Ewige der Schöpfer ist und dass er die Welt mit dem Ziel erschaffen hat, „seinen Geschöpfen Gutes zu tun“. Sie glauben auch, dass der Schöpfer uns durch Moses befohlen hat, die Tora und Mizwot zu befolgen, die Er uns gegeben hat, aber sie glauben, dass dies alles um des Gewinns willen geschieht, d. h., dass Er uns für die Anstrengung in der Arbeit des Einhaltens von Tora und Mizwot bezahlen wird. Sie können sich darauf verlassen, wie unsere Weisen gesagt haben (Sprüche der Väter, Kapitel 2, 16): „Wenn du viel Tora gelernt hast, wird dir eine große Belohnung gegeben. Du kannst dich darauf verlassen, dass dein Hausherr deine Arbeit bezahlt, und du weißt, dass die Belohnung der Gerechten in der Zukunft liegt [was das Ende der Korrektur andeutet].“

19

Wir sehen also: Es gibt einen Glauben an den Schöpfer und Seine Tora, und man hält ein leichtes Gebot ebenso wie ein schweres. All das aber bemisst sich am Nutzen – nämlich um Lohn zu empfangen –, und das heißt „lo liShma“ (nicht um Ihretwillen). Doch wir müssen uns erinnern, was unsere Weisen sagten: „Aus dem lo liShma gelangt man zum liShma.“ Damit gilt schon dies als eine Stufe in der Heiligkeit. Anders aber ist es, wenn man dem Menschen nach dem dreizehnten Jahr, wie gesagt, sagt: Nun ist die Zeit gekommen, deinen eigenen Herrschaftsbereich zu annullieren und anzuerkennen, dass es keinen Herrschaftsbereich auf der Welt gibt und dass du nichts weiter bist als ein Knecht, der dem Schöpfer dient, ohne eine Belohnung zu empfangen.

הרי אנו רואים, שיש ענין של האמונה בה' ובתורתו, ושומרים מצוה קלה כבחמורה. אלא כל זה נמדד על הכדאיות, שהוא עמ"נ לקבל שכר, המכונה "שלא לשמה". אבל צריכים לזכור מה שאמרו חז"ל "מתוך שלא לשמה באים לשמה". אם כן כבר זה נבחן לדרגה בקדושה. אבל בזמן שאומרים לאדם, לאחר י"ג שנה, כנ"ל, שעתה הגיע הזמן, שאתה צריך לבטל את הרשות של עצמך, ולומר, שאין שום רשות בעולם, ואתה לא יותר אלא כעבד המשמש את ה' בעמ"נ שלא לקבל פרס.

Wir sehen deshalb, dass es eine Sache ist, an den Schöpfer und sein Gesetz zu glauben und jede einzelne Mizwa zu halten, egal ob sie leicht oder schwer ist. Das alles wird jedoch an der Rentabilität gemessen, um eine Belohnung zu empfangen, die Lo liShma [nicht um Ihretwillen] heißt. Wir müssen uns jedoch daran erinnern, was unsere Weisen sagten: „Von Lo liShma [um Ihretwillen] kommen wir zu Lishma .“ Dies wird also bereits als eine Stufe der Kedusha [Heiligkeit] angesehen. Aber wenn einem nach dreizehn Jahren gesagt wird, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, an dem man seine Herrschaft annullieren und sprechen muss, dass es keine andere Herrschaft auf der Welt gibt und man nichts weiter als ein Sklave ist, der dem Herrn dient, nicht um Belohnung zu empfangen, wehrt sich der Körper dagegen. Zu diesem Zeitpunkt beginnt die Hauptarbeit, denn sie ist gegen die Natur.

20

Da widersetzt sich der Körper, und nun beginnt die eigentliche Arbeit, denn sie geht gegen die Natur. Darum muss der Mensch über dem Verstand glauben und zu seinem Körper sagen: „Du musst wissen, dass du nicht imstande bist, die Arbeit des Gebens zu verrichten – dem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten, ohne jede Gegenleistung –, weil du mit der Natur des Verlangens zu empfangen geboren wurdest. Und diese Natur ist notwendig, denn nur sie ist die ganze Schöpfung. Bekanntlich ist allein das Verlangen zu empfangen, das ‚Mangel und Sehnsucht, Vergnügen zu empfangen‘ heißt, das, was ‚aus dem Nichts entstanden‘ ist.“

אז הגוף מתנגד לזה, ואז מתחילה עיקר עבודה, משום שהוא נגד הטבע. אי לזאת, צריך האדם להאמין למעלה מהדעת, ולומר להגוף שלו, שאתה צריך לדעת, שאין אתה מסוגל לעבוד בעבודה דלהשפיע נחת רוח להבורא בלי שום תמורה, מטעם שאתה נולדת בטבע של רצון לקבל, והטבע הזה הוא הכרחי, כי רק זה הוא כל הבריאה, כידוע, שרק הרצון לקבל, הנקרא "חסרון והשתוקקות לקבל תענוג", הוא נקרא "יש מאין".

Deshalb muss der Mensch über dem Verstand glauben und seinem Körper sagen: „Du musst wissen, dass du nicht daran arbeiten kannst, dem Schöpfer Zufriedenheit zu geben, ohne eine Gegenleistung zu erhalten, denn du wurdest mit einer Natur von Verlangen zu empfangen geboren, und diese Natur ist notwendig, denn nur das ist die ganze Schöpfung, denn es ist bekannt, dass nur der Wille zu empfangen, der ‚Willen und Verlangen, Genuss zu empfangen‘ genannt wird, ‚Existenz aus Abwesenheit‘ ist.“

21

Daraus folgt: „Geschöpfe“ heißen wir gerade wegen des Verlangens zu empfangen; nur dieses lässt sich „Schöpfung“ nennen. Und dieses Verlangen findet sich auf allen Stufen und in allen Welten der Heiligkeit. In der Heiligkeit jedoch ist dieses Verlangen zu empfangen durch die Korrektur der Absicht zu geben berichtigt. Es zeigt sich also: Das Wesentliche ist das Verlangen zu empfangen. Und der Unterschied zwischen Heiligkeit und Unreinheit, zwischen Leben und Tod, liegt allein in der Absicht.

ונמצא לפי זה, שאנו נקראים "נבראים" הוא דוקא על הרצון לקבל, אותו יכולים לכנות בשם "בריאה". והרצון הזה נמצא בכל המדרגות ועולמות דקדושה. אלא בקדושה הרצון לקבל הזה נתקן בתיקון של כוונה דעל מנת להשפיע. נמצא, שהעיקר הוא הרצון לקבל. וההבדל בין קדושה לטומאה ובין חיים ומות, הוא רק בהכוונה.

Deshalb werden wir „Geschöpfe“ genannt, gerade in Bezug auf den Willen zu empfangen, den wir „Schöpfung“ nennen können. Dieses Verlangen findet sich in allen Stufen und Welten der Kedusha [Heiligkeit]. In der Kedusha [Heiligkeit] wird dieser Wille zu empfangen jedoch durch eine Korrektur der Absicht zu geben, korrigiert. Daraus folgt, dass die Grundlage der Wille zu empfangen ist und der Unterschied zwischen Kedusha und Tuma’a [Unreinheit] und zwischen Leben und Tod einzig und allein in der Absicht liegt.

22

Das bedeutet: Geschieht das Empfangen mit der Absicht zu geben, so heißt es „Heiligkeit“, denn es ist Gleichheit der Form. Und die Gleichheit der Form heißt „Anhaftung“ (Dwekut), wie unsere Weisen den Vers „und ihm anzuhaften“ deuteten: „Hafte Seinen Eigenschaften an – wie Er barmherzig ist, so sei auch du barmherzig.“ Dadurch haftet er dem Leben der Lebendigen an. Es zeigt sich also: Ihm strömt Leben von oben zu.

פירוש, אם הקבלה היא בעמ"נ להשפיע, נקרא זה "קדושה", היות שזה השתוות הצורה. והשתוות הצורה נקרא "דביקות", כמו שאמרו חז"ל על פסוק "ולדבקה בו" ופירשו "הדבק במידותיו, מה הוא רחום אף אתה רחום". ומשום זה הוא דבוק בחיי החיים. נמצא, שנמשכים לו חיים מלמעלה.

Wenn also das Empfangen um des Gebens willen geschieht, wird es Kedusha [Heiligkeit] genannt, da es eine Gleichheit der Form ist. Die Gleichheit der Form wird Dwekut [Anhaftung] genannt, so wie unsere Weisen über den Vers „Und an Ihm festhalten“ sprachen. Sie interpretierten: „Haltet euch an Seine Eigenschaften: Wie Er barmherzig ist, so seid auch ihr barmherzig“, und aus diesem Grund ist er dem Leben der Lebenden anhaftend. Daraus folgt, dass ihm das Leben von oben verliehen wird.

23

Anders aber, wenn er die Handlung nicht mit der Absicht zu geben verbinden kann: Dann steht er in Ungleichheit der Form zum Schöpfer, denn Er ist der Gebende, die Geschöpfe aber wollen empfangen. Darum sind sie vom Leben der Lebendigen getrennt, und es bleibt ihnen nur der Tod. Das heißt „Klipa“ – obwohl es zum Wesen der Schöpfung selbst gehört. Denn gäbe es kein Verlangen zu empfangen, so wäre da nichts, wovon man reden könnte. Zugleich aber heißt es, wenn die Korrektur des Gebens fehlt, „Klipa“, „Sitra Achra“, „Todesengel“ und so fort.

מה שאין כן אם לא יכול לשום על המעשה הכוונה דעמ"נ להשפיע, נמצא בשינוי הצורה מהבורא, היות שהוא המשפיע והנבראים רוצים לקבל. ומשום זה הם נפרדים מחיי החיים. ממילא אין להם רק מות. וזה נקרא "קליפה", הגם שהוא בא בעיקר הבריאה. אחרת, אם אין שם רצון לקבל, אין ממי לדבר. אבל יחד עם זה, אם אין עליה התיקון של השפעה, היא נקראת "קליפה", "סטרא אחרא", "מלאך המות" וכו'.

Wenn er aber die Absicht zu geben nicht auf die Handlung legen kann, dann steht er in einem Formunterschied zum Schöpfer, denn Er ist der Geber, und die Geschöpfe wollen empfangen. Aus diesem Grund sind sie vom Leben der Lebenden getrennt und haben natürlich nur den Tod. Das wird Klipa genannt, obwohl es in der Grundlage der Schöpfung liegt. Wenn es sonst keinen Willen gibt, zu empfangen, kann man nicht von einem Leben sprechen. Wenn es aber keine Korrektur des Gebens darüber gibt, wird es Klipa , Sitra Achra , „Todesengel“ usw. genannt.

24

Nach der Ordnung der Korrekturen sehen wir: Zuerst muss ein Verlangen und eine Lust da sein, die Vergnügen zu empfangen. Erst danach sagt man, man müsse wissen, dass es verboten ist, mit der Absicht der Eigenliebe zu empfangen. Und obwohl große Begierde besteht, das Vergnügen zu empfangen, muss man die Begierde dennoch überwinden und so an sich arbeiten, dass man das Vergnügen nur unter einer Bedingung empfangen will: dass man das Empfangen, das man nun empfängt, einzig darauf ausrichten kann, dass der Schöpfer will, dass man das Vergnügen empfängt. Auf dieser Grundlage empfängt er, weil er dem Schöpfer Freude bereiten will.

רואים אנו לפי הסדר התיקונים, שקודם כל צריך להיות רצון וחשק לקבל את התענוגים, ואחר כך, אומרים, שצריכים לדעת, שאסור לקבל על הכוונה דאהבה עצמית. ואף על פי שיש תאוה גדולה לקבלת התענוג, מכל מקום מוכרחים להתגבר על התאוה, ולעבוד עם עצמו באופן, שירצה לקבל את התענוג רק על תנאי: אם הוא יכול לכוון על הקבלה, שהוא מקבל עכשיו, הוא רק מטעם שהבורא רוצה שהוא יקבל את התענוג, על סמך זה הוא מקבל, היות שהוא רוצה להנות להבורא.

Nach der Reihenfolge der Korrektur sehen wir, dass zuerst das Verlangen und Begehren da sein muss, die Genüsse zu empfangen, und dann sprechen wir davon, dass wir wissen müssen, dass wir nichts mit der Absicht der Eigenliebe empfangen dürfen. Und obwohl die Begierde, den Genuss zu empfangen, groß ist, muss ich dennoch die Begierde überwinden und mit mir selbst so arbeiten, dass ich den Genuss empfangen will, vorausgesetzt, ich kann den Empfang in meinem Willen zu empfangen nur deshalb ausrichten, weil der Schöpfer will, dass ich den Genuss empfange. Und das ist der Grund, warum ich empfange, denn ich will dem Schöpfer gefallen.

25

Seinen eigenen Herrschaftsbereich hat er nämlich bereits annulliert; er will also nichts in das Gefäß empfangen, das „Eigenliebe“ heißt. Doch weil der Schöpfer will, dass er empfängt, sagt er: „Jetzt will ich Freude und Vergnügen empfangen, weil der Schöpfer es so will, und ich will den Willen des Schöpfers erfüllen.“ Darum empfängt er jetzt das Gute und das Vergnügen.

כי רשות עצמו הוא כבר ביטל, היינו שאינו רוצה לקבל שום דבר בתוך הכלי, הנקרא "אהבה עצמית". אבל היות שהבורא רוצה שהוא יקבל, ומשום זה הוא אומר, עכשיו אני רוצה לקבל הנאה ותענוג, מטעם שהבורא רוצה בכך, ואני רוצה למלאות את רצון ה', לכן הוא מקבל עכשיו הטוב והעונג.

Er hat nämlich seine eigene Herrschaft bereits aufgehoben, das heißt, er will nichts empfangen, was im Kli „Eigenliebe“ genannt wird. Aber da der Schöpfer will, dass er empfängt, spricht er: „Jetzt will ich Freude und Genuss empfangen, weil der Schöpfer es will, und ich will den Willen des Schöpfers erfüllen.“ Deshalb empfängt er jetzt die Freude und den Genuss.

26

Damit der Mensch aber diese Stufe erreicht, auf der „sein ganzes Verlangen einzig darauf gerichtet ist, dem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten“, beginnt hier die wahre Arbeit. Denn in Sachen der Arbeit sind zwei Aspekte zu unterscheiden:

אבל בכדי שהאדם יגיע לדרגה זו, הנקראת "שכל רצונו הוא אך להשפיע נחת רוח להבורא", כאן מתחילה העבודה האמיתית, היות שיש שתי בחינות להבחין בעניני עבודה:

Doch damit der Mensch diese Stufe erreicht, die als „Sein Verlangen ist einzig und allein, dem Schöpfer Zufriedenheit zu geben“ gilt, beginnt hier die eigentliche Arbeit, denn in Sachen Arbeit gibt es zwei Unterscheidungen zu treffen:

27

Erstens die Handlung: Es fällt dem Menschen schwer, auf Vergnügen zu verzichten, ganz gleich, um welches Vergnügen es sich handelt. Nehmen wir zum Beispiel das Vergnügen der Ruhe. Muss ein Mensch eine körperliche Arbeit verrichten, um einen materiellen Lohn zu empfangen, so geht er auf den Bau oder in eine Fabrik; gewiss fällt es ihm schwer, auf das Vergnügen der Ruhe zu verzichten. Doch weil ihn größeres Leid trifft, wenn er nichts zu essen hat, verzichtet er auf das Vergnügen der Ruhe und nimmt die Mühe auf sich – weil er dadurch ein größeres Vergnügen erlangt.

א. היא המעשה, שקשה לאדם לוותר על תענוגים. ולא חשוב איזה תענוג שהוא. נגיד למשל, תענוג של המנוחה. כשאדם צריך ללכת לעבוד עבודה בגשמיות, שהוא כדי לקבל שכר גשמי, אדם הולך לעבוד בבנין או בבית חרושת, בודאי קשה לו לוותר על תענוג המנוחה. אבל היות שיש לו יותר יסורים, מזה שלא יהיה לו מה לאכול, ומשום זה הוא מוותר על תענוג המנוחה, ומקבל על עצמו יגיעה, מטעם שע"י זה הוא ישיג תענוג יותר גדול.

1) Die Tat. Es fällt dem Menschen schwer, auf Genuss zu verzichten, ganz gleich, um welche Art von Genuss es sich handelt. Nehmen wir zum Beispiel den Genuss der Ruhe. Wenn der Mensch zur Arbeit gehen muss, um ein Gehalt zu empfangen, geht er auf den Bau oder in eine Fabrik, deshalb ist es sicherlich schwierig, auf den Genuss der Ruhe zu verzichten. Aber da er mehr leidet, wenn er nichts zu essen hat, gibt er den Genuss der Ruhe auf und nimmt die Arbeit auf sich, weil er dadurch einen größeren Genuss erreicht.

28

Worin ist es größer? Hier gewinnt er zweierlei:

ובמה הוא גדול, היות שכאן הוא מרויח שני דברים:

29

dass er nicht darunter leidet, nichts zu essen zu haben, und dass er nicht unter der Scham leidet, nichts anzuziehen zu haben.

שלא יהיו לו יסורים, בזה שאין לו מה לאכול. או שלא יהיו לו יסורים של בושה, בזה שאין לו מה ללבוש.

30

Außerdem hat er das Vergnügen des Essens und die Freude, würdige Kleidung zu besitzen. Anders verhält es sich, wenn er auf das Vergnügen der Ruhe verzichtet: Darunter, keine Ruhe zu haben, leidet er nicht – obwohl man sagen könnte, dass er, wenn er auf den Schlaf verzichtet, unter dem Schlafmangel leidet, zusätzlich zum entgangenen Vergnügen des Schlafs. Ebenso ließe sich beim Arbeiten sagen: Über den Verzicht auf das Vergnügen der Ruhe hinaus leidet er unter der Anstrengung der Bewegung. Besonders bei körperlicher Arbeit empfindet er auch während der Arbeit Leid. Doch dieses Leid gleicht nicht jenem, das ein Mensch empfindet, wenn er hungert, oder wenn er unter Menschen an einen Ort der Freude gehen muss – zu einer Brit Mila (Beschneidungsfeier) oder einer Hochzeit und dergleichen – und nichts anzuziehen hat. Darum fällt es ihm leichter, auf die Ruhe zu verzichten und die Last der Mühe auf sich zu nehmen. Das sehen wir ja am Lauf der Welt: Man verzichtet auf die Ruhe und geht zur Arbeit. Sicherlich also ist das Leid des Entbehrens schwerer.

וגם יהיה לו תענוג מאכילה והנאה בזה שיש לו מלבושי כבוד. מה שאין כן כשהוא מוותר על תענוג המנוחה, אבל יסורים הוא לא מרגיש בזה, שאין לו מנוחה. הגם שיכולים לומר, בעת שהוא מוותר על השינה יש לו יסורי שינה, חוץ מה שחסר לו תענוג השינה. וכמו כן כשעובד, יכולים לומר, חוץ מזה שהוא מוותר על תענוג המנוחה, יש לו יסורי תנועה. ובפרט כשהאדם עובד עבודה פיזית, הוא מרגיש יסורים גם בעת עבודה, אבל יסורים האלו אינם דומים ליסורים שהאדם מרגיש בעת שהוא רעב, או בזמן שהוא צריך ללכת בין אנשים למקום שמחה, ברית מילה, או חתונה, וכדומה, ואין לו מה ללבוש. ולכן יותר קל לו לוותר על המנוחה ולקבל על עצמו טורח היגיעה. כי זה אנו רואים, איך שהעולם נוהג, שמוותרים על המנוחה והולכים לעבוד. אם כן בטח שהיסורים מהשלילה יותר קשים.

Worin ist sie groß? Er gewinnt zwei Dinge: Er leidet nicht darunter, dass er nichts zu essen hat, und auch nicht darunter, dass er sich schämt, wenn er nichts zum Anziehen hat. Er wird auch den Genuss haben, zu essen und die Freude, schöne Kleidung zu haben. Anders verhält es sich, wenn er auf den Genuss der Ruhe verzichtet, aber nicht darunter leidet, keine Ruhe zu haben, obwohl wir sprechen können, dass er, wenn er auf den Schlaf verzichtet, nicht nur den Genuss des Schlafs vermisst, sondern auch unter dem Schlaf leidet. Auch wenn er arbeitet, können wir sprechen, dass er neben dem Verzicht auf den Genuss der Ruhe auch das Leid der Bewegung empfindet. Besonders bei körperlicher Arbeit leidet er auch während der Arbeit. Dieses Leiden ist jedoch nicht mit dem Leiden vergleichbar, das man empfindet, wenn man Hunger hat oder wenn man an einem feierlichen Platz, wie einer Brit [Beschneidungszeremonie] oder einer Hochzeit, mit Menschen zusammen sein muss und nichts zum Anziehen hat. Das macht es ihm leichter, die Ruhe aufzugeben und die Mühen der Arbeit auf sich zu nehmen, denn wir sehen, was man in der Welt für gewöhnlich tut – die Ruhe aufgeben und zur Arbeit gehen. Das Leiden am Nicht-Haben muss also härter sein.

31

Dasselbe geschieht, wenn man zum Menschen sagt: Verzichte auf die Ruhe und beginne, in Tora und Mizwot zu arbeiten. Sogleich fragt er, wie bei den materiellen Dingen: „Wenn ich auf die Ruhe verzichte, was wird mein Lohn sein? Ich will den Nutzen sehen.“ Dazu sagt Maimonides (am Ende der Gesetze der Umkehr [Hilchot Teshuwa]): „Dein Lohn wird in dieser Welt und in der kommenden Welt sein, und du wirst vor Heimsuchungen und allen üblen Geschicken bewahrt.“ Dann kann er glauben, was man ihm sagt, und Tora und Mizwot der Tat nach um des Himmels willen halten. Das heißt: Indem er Tora und Mizwot hält, richtet er sich darauf aus, dass der Schöpfer es uns durch Moses, Friede sei mit ihm, geboten hat. Im Gegenzug empfangen wir Lohn für unsere Arbeit und Mühe – dafür, dass wir auf viele Vergnügen verzichten, die die Tora uns verboten hat. Dafür empfangen wir Lohn, ähnlich wie man in einer Fabrik oder auf dem Bau arbeitet, weil man bezahlt wird.

ואותו דבר נוהג בזמן שאומרים לאדם, תוותר על המנוחה ותתחיל לעבוד בתו"מ. אז הוא תיכף שואל, כמו בגשמיות, אם אני אוותר על המנוחה, מה יהיה שכרי, אני רוצה לראות את הכדאיות. על זה אומר הרמב"ם (בסוף הלכות תשובה) "השכר שלך יהיה בעולם הזה ובעולם הבא, ותנצל מן הפורענויות ומכל מקרים רעים". אז הוא יכול להאמין מה שאומרים לו, ולקיים תו"מ בבחינת המעשה לשם שמים. היינו שהוא מכוון, בזה שהוא מקיים תו"מ, מה שה' צוה לנו ע"י משה רבינו עליו השלום, ותמורת זה אנו נקבל שכר תמורת עבודה ויגיעה שלנו, במה שאנו מוותרים על הרבה תענוגים, שהתורה אסרה לנו, ותמורת זה אנו מקבלים שכר, כדמיון שעובדים באיזה בית חרושת או באיזה בנין, מטעם שאנו מקבלים שכר.

Dasselbe gilt, wenn einem Menschen gesagt wird: „Gib die Ruhe auf und fang an, in Tora und Mizwot [Gebote/gute Taten] zu arbeiten.“ Er fragt sich sofort, wie bei der Körperlichkeit: „Was wird meine Belohnung sein, wenn ich die Ruhe aufgebe? Ich will den Gewinn sehen.“ Maimonides spricht so (Ende der Hilchot Teshuva ): „Deine Belohnung wird in dieser und in der nächsten Welt sein, und du wirst von Trübsal und von jedem Unglück gerettet werden.“ Er kann dann glauben, was ihm gesagt wird, und Tora und Mizwot [Gebote/gute Taten] für den Schöpfer in der Praxis halten. Das heißt, indem er Tora und Mizwot hält, richtet er sich nach dem, was der Schöpfer uns durch Moses befohlen hat, und im Gegenzug werden wir Belohnung für unsere Arbeit und Mühen empfangen, indem wir auf viele Genüsse verzichten, die uns die Tora verboten hat. Im Gegenzug empfangen wir eine Belohnung, genau wie diejenigen, die in einer Fabrik oder auf dem Bau arbeiten, denn wir werden bezahlt.

32

Dasselbe gilt auch in der Spiritualität. Wir arbeiten nämlich bei einem Hausherrn – und zwar nicht beim Besitzer einer einzelnen Fabrik, sondern wir glauben, dass Er der Hausherr der ganzen Welt ist, und bei Ihm arbeiten wir. Und man sagt uns: Gib die Arbeit auf, die du bei einer kleinen Firma verrichtest, die nur einen kleinen Lohn zahlt, und arbeite bei einem großen Hausherrn, der der Hausherr der ganzen Welt ist.

אותו דבר נוהג גם כן אצל רוחניות. דהיינו, שאנו עובדים אצל בעל הבית, לא שהוא בעל בית חרושת אחד, אלא אנו מאמינים, שהוא הבעל בית של כל העולם, ואצלו אנו עובדים. ואומרים לנו, תוותר על עבודה שאתה עובד אצל חברה קטנה, שהם נותנים משכורת קטנה, ותעבוד אצל בעל בית גדול, שהוא בעל בית כל העולם.

Das Gleiche gilt für die Spiritualität. Das heißt, wir arbeiten für den Hausherrn. Er ist nicht der Besitzer einer Fabrik. Vielmehr glauben wir, dass Er der Eigentümer der ganzen Welt ist, und wir arbeiten für Ihn. Uns wird gesagt: „Gib die Arbeit auf, die du in einem kleinen Unternehmen hast, das dir sehr wenig zahlt, und arbeite für den bedeutenden Chef, den Eigentümer der Welt.“

33

Doch dabei stellt sich die Frage: Warum kommen nicht alle, um beim Gebieter der Welt zu arbeiten?

אבל לפי זה מתעוררת השאלה, מדוע לא באים כולם לעבוד אצל אדון העולם.

34

Die Antwort ist einfach: Weil man den Lohn nicht auf der Stelle sieht, sondern an den Lohn glauben muss, den wir nach getaner Arbeit empfangen. Darum sind nicht alle fähig, an den Lohn zu glauben. Da der Lohn also zweifelhaft ist und man glauben muss, dass man ihn am Ende empfängt, drängen sich nicht viele danach. Und weil es der Lauf der Welt ist, für sicheren Lohn zu arbeiten und nicht auf Ungewisses hin, besteht ein großer Unterschied zwischen Körperlichkeit und Spiritualität. Doch man muss wissen: Der ganze Unterschied liegt darin, dass es hier, in der Spiritualität, den Lohn nicht auf der Stelle gibt, sondern dass man glauben muss. Das ist der ganze Unterschied.

התשובה היא, פשוט, היות שלא רואים את השכר על המקום, אלא שצריכים להאמין על השכר, שנקבל אחר גמר עבודה. ומשום זה לא כולם מסוגלים להאמין על השכר. אם כן, היות ספק על השכר, וצריכים להאמין שבסופו של דבר נקבל את השכר, ומשום זה אין הרבה קופצים עליה. ומשום שדרך העולם לעבוד על הוודאי שכר, ולא על הספק, משום זה יש הפרש גדול בין גשמיות לרוחניות. אבל צריכים לדעת, שכל ההפרש הוא בזה, שכאן ברוחניות אין השכר על המקום, אלא שצריך להאמין. זהו כל ההפרש.

Das wirft jedoch die Frage auf: „Warum arbeiten nicht alle für den Besitzer der Welt?“ Die Antwort ist einfach: Sie sehen keine sofortige Belohnung. Vielmehr müssen sie an die Belohnung glauben, die wir empfangen werden, wenn die Arbeit getan ist. Aus diesem Grund kann nicht jeder an die Belohnung glauben. Da die Belohnung also zweifelhaft ist und wir daran glauben müssen, dass wir am Ende bezahlt werden, wollen nicht viele Menschen sie. Weil die Menschen normalerweise für eine garantierte Belohnung arbeiten und nicht für eine fragwürdige, gibt es einen bedeutenden Unterschied zwischen Körperlichkeit und Spiritualität. Wir müssen jedoch wissen, dass der einzige und alleinige Unterschied darin besteht, dass die Belohnung in der Spiritualität nicht sofort gegeben wird, sondern dass wir daran glauben müssen. Das ist der einzige (eine) und einzige Unterschied.

35

Wir sehen jedoch, dass Menschen kommen und Tora und Mizwot halten wollen, obwohl sie die ganze Zeit, bis sie kamen, unter weltlichen Menschen lebten. Sie kommen und sagen, sie wollten umkehren. Fragt man sie nach dem Grund, warum sie ihren gewohnten Weg ändern wollen, so sagen sie, sie fänden keinen Sinn mehr im Leben, nämlich in der Eigenliebe. Weil der Mensch nichts hat, was er empfangen und in sie – in seine Verlangen der Eigenliebe – hineinlegen könnte, weil er ihnen nichts zu geben hat, darum will er Tora und Mizwot halten.

אולם אנו רואים, שבאים אנשים, ורוצים לקיים תו"מ, אף על פי שכל הזמן עד שבאו היו בחברת חילוניים, והם באים ואומרים, שרוצים לחזור בתשובה. וכששואלים אותם, מהי הסיבה שרוצים לשנות דרכם, ממה שהם רגילים בה כל הזמן, הם אומרים, היות שלא מוצאים טעם בחיים, היינו באהבה עצמית. היות שאין לו (להאדם) מה לקבל ולתת לתוכם (לרצונות של אהבה עצמית שלו), כי אין לו מה לתת להם (לרצונות של אהבה עצמית), לכן הוא רוצה לקיים תו"מ.

Wir sehen jedoch, dass Menschen kommen und Tora und Mizwot [Gebote/gute Taten] halten wollen, obwohl sie die ganze Zeit, bis sie kamen, unter weltlichen Menschen waren. Und sie kommen und sprechen, dass sie umkehren wollen. Wenn man sie nach dem Grund fragt, warum sie ihren gewohnten Weg ändern wollen, so sprechen sie davon, dass sie keinen Sinn mehr im Leben finden, keinen Sinn in der Eigenliebe. Weil er (ein Mensch) nichts hat, was er empfangen und in sie (in die Verlangen der Eigenliebe) legen kann, da er nichts hat, was er ihnen (den Verlangen der Eigenliebe) geben kann, deshalb will er Tora und Mizwot [Gebote/gute Taten] halten.

36

Er hat nämlich gehört, dass man aus Tora und Mizwot sehr wohl Vergnügen empfangen kann – dann hätte er etwas, womit er sein Verlangen zu empfangen erfreuen kann. Das heißt: Solange er sieht, dass er sein Verlangen zu empfangen mit materiellen Vergnügen speisen kann, braucht er seinen Weg nicht zu ändern. Hört er aber, dass es einen Glauben gibt und einen Gebieter, der die Welt lenkt und sie nicht einfach so erschuf, sondern zu einem Ziel – und dieses Ziel heißt „Seinen Geschöpfen Gutes zu tun“ –,

היות ששמע, שמתו"מ כן יכולים לקבל תענוג, אז יהיה לו במה להנות את הרצון לקבל שלו. זאת אומרת, שכל זמן שהוא רואה, שיש לו לפרנס את הרצון לקבל עם תענוגים גשמיים, אין לו צורך לשנות דרכו. אבל אם הוא שומע, שיש ענין של אמונה, ושיש אדון מנהיג העולם, וברא את העולם לא סתם, אלא לאיזו מטרה, והמטרה נקראת "להטיב לנבראיו".

37

und wenn er das hört und keine Befriedigung aus den materiellen Vergnügen zieht – weil er in ihnen keinen Lebenssinn spürt, für den es sich lohnte, in der Welt zu leben und zu leiden, denn jeder leidet nach seiner Stufe –, dann kann er, sobald er hört, dass es einen Ort gibt, an dem tatsächlich etwas das Leben erhellt, aus den materiellen Vergnügen heraustreten. Zwar sagten wir oben, dass er an die materiellen Vergnügen nicht zu glauben braucht, während ihm das Spirituelle zweifelhaft ist und er nur glauben muss, dass am Ende die Herrlichkeit kommt – dass er also zuletzt Lohn empfängt. Doch weil er in den materiellen Vergnügen keine Befriedigung findet, kann er auf die Seite der Heiligkeit hinüberwechseln und Tora und Mizwot halten.

וכשהוא שומע זה, ואם אין לו סיפוק מהתענוגים הגשמיים, היות שלא מרגיש בהם טעם חיים, שבשבילם יהא כדאי לחיות בעולם ולסבול, כי כל אחד לפי דרגה דיליה הוא סובל, ולכן כשהוא שומע, שיש מקום, ששם כן יש מה שמאיר משהו בחיים, אז הוא יכול לצאת מהתענוגים הגשמיים, אף על פי שאמרנו לעיל, שהתענוגים הגשמיים, הוא לא צריך להאמין בהם. מה שאין כן על רוחניות, הוא בספק אצלו, ורק הוא צריך להאמין, שסוף הכבוד לבוא, היינו שבסופו של דבר הוא יקבל שכר. אבל היות שאין לו סיפוק בהתענוגים הגשמיים, אז הוא יכול לעבור לצד הקדושה ולקיים תו"מ.

Er hat nämlich gehört, dass man aus Tora und Mizwot [Gebote/gute Taten] Genuss empfangen kann, also wird er etwas haben, woran er seinen Willen zu empfangen herrlich findet. Das heißt, solange er sieht, dass er den Willen, zu empfangen, mit körperlichen Genüssen nähren kann, braucht er seinen Weg nicht zu ändern. Wenn er aber hört, dass es eine Sache des Glaubens gibt und dass es einen Herrn gibt, der die Welt leitet, der die Welt nicht ohne Grund, sondern zu einem bestimmten Zweck erschaffen hat, und das Ziel heißt „Seinen Geschöpfen Gutes zu tun“, wenn er das hört, und wenn er mit den körperlichen Genüssen unzufrieden ist, weil er in ihnen nicht den Sinn des Lebens finden kann, für den es sich lohnt, in der Welt zu leben und zu leiden, da jeder nach seiner Stufe leidet, so kann er, wenn er hört, dass es einen Platz gibt, an dem es etwas gibt, das etwas im Leben erhellt, aus den körperlichen Genüssen herauskommen, obwohl wir oben gesagt haben, dass er an körperliche Genüsse nicht zu glauben braucht. Aber in der spirituellen Welt ist er im Zweifel und muss nur glauben, dass am Ende die Herrlichkeit kommen wird, d.h. dass er am Ende die Belohnung empfangen wird. Da er aber in den körperlichen Genüssen keine Befriedigung findet, kann er auf die Seite der Kedusha wechseln und Tora und Mizwot [Gebote/gute Taten] befolgen.

38

Ist der Mensch aber in materielle Begierden versunken und zieht aus ihnen Befriedigung – wenn auch nur eine vorübergehende – und sieht erst danach, dass er keine Befriedigung hat, so ist er bereits wie „ein Säugling, der unter Götzendienern gefangen wurde“, und er hat keine Kraft, ihrer Herrschaft zu entkommen.

אבל בזמן שהאדם משוקע בתאוות גשמיות, ומוציא בהם סיפוק, אפילו שהוא סיפוק לשעתו, ואח"כ הוא רואה שאין לו סיפוק, כבר הוא בבחינת תינוק שנשבה בין העכו"ם, ואין לו כח לצאת משליטתם.

Wenn jemand jedoch in körperliche Lüste eintaucht und darin Befriedigung findet, wenn auch nur vorübergehend, und dann sieht, dass er keine Befriedigung hat, ist er bereits wie ein Säugling von Götzendienern gefangen, und er ist machtlos, aus ihrer Herrschaft zu entkommen.

39

Doch auch nachdem solche Menschen das Joch von Tora und Mizwot auf sich genommen haben, regt sich bei ihnen mitunter wieder materielle Begierde, und dann fällt ihnen die Arbeit schwer. Man muss aber wissen: Dass materielle Begierden in ihnen erwachen – dass sie also anfangen, einen Geschmack daran zu finden, den sie zuvor nicht empfanden –, das gilt auch für jene, die mit religiöser Erziehung aufwuchsen und seit ihrer Jugend Tora und Mizwot halten. Wenn sie beginnen, die Arbeit des Gebens zu verrichten, erwacht in ihnen ein stärkerer Geschmack am Materiellen als zu der Zeit, da sie mit der Arbeit des Gebens begannen. Das gleicht dem, was unsere Weisen sagten (Sanhedrin, Blatt 75b): „Rabbi Jizchak sagte: Seit dem Tag, an dem der Tempel zerstört wurde, ist der Geschmack der Beiwohnung weggenommen und den Übertretern gegeben worden.“

אולם גם אחר שאנשים כאלה קבלו עליהם עול תו"מ, יש לפעמים שנתעורר אצלם ענין של תאוות גשמיים, ואז קשה להם את העבודה. אבל צריכים לדעת, זה שנתעוררו בהם תאוות גשמיים, היינו שהם מתחילים להרגיש טעם בהם, מה שלא הרגישו מקודם לכן, וכן אלו אנשים שנולדו עם חינוך דתי, שמקיימים תו"מ מעת נערותם, ובזמן שמתחילים לעבוד עבודה דלהשפיע, מתעורר בהם טעם בגשמיות יותר מבעת שהתחילו לעסוק בעבודה דלהשפיע. וזהו כעין שאמרו חז"ל (סנהדרין דף ע"ה ע"ב) וזה לשונו "דאמר רבי יצחק, מיום שחרב בית המקדש ניטלה טעם ביאה וניתנה לעוברי עבירה".

Aber auch nachdem solche Menschen die Last der Tora und Mizwot [Gebote/gute Taten] auf sich genommen haben, erwecken manchmal körperliche Begierden in ihnen, und dann fällt ihnen die Arbeit schwer. Wir müssen jedoch wissen, dass die Tatsache, dass die körperlichen Begierden in ihnen erwacht sind, was bedeutet, dass sie anfangen, Geschmäcker in sich zu spüren, die sie vorher nicht gekostet haben, und auch all die Menschen, die mit religiöser Erziehung aufgewachsen sind, die Tora und Mizwot [Gebote/gute Taten] seit ihrer Kindheit halten, wenn sie anfangen, die Arbeit des Gebens zu tun, erwacht in ihnen ein größerer Geschmack an der Körperlichkeit als zu dem Zeitpunkt, als sie anfingen, sich mit der Arbeit des Gebens zu befassen. Es ist so, wie unsere Weisen sprachen (Sanhedrin, S. 75b): „Rabbi Yitzhak sagte: ‚Seit dem Tag, an dem der Tempel zerstört wurde, wurde der Geschmack am Beischlaf weggenommen und den Übertretern gegeben.‘“

40

Dies ist so auszulegen: „Seit dem Tag, an dem der Tempel zerstört wurde“ – das heißt, seit die Heiligkeit im Herzen des Menschen zerstört wurde. „Ist der Geschmack der Beiwohnung weggenommen worden“ – wobei „Beiwohnung“ ein Sammelname für alle Vergnügen ist. „Und den Übertretern gegeben worden“ – das ist verwunderlich: Warum sollten gerade die Übertreter mehr Geschmack am Vergnügen der materiellen Dinge empfinden als jene, die keine Übertreter sind? Als gebühre ihnen ein Lohn dafür, dass sie Übertreter sind, indem sie mehr Geschmack am Vergnügen empfinden als andere.

ויש לפרש "מיום שחרב בית המקדש", היינו בזמן שהקדושה שבלבו של אדם נחרבה. "ניטל טעם ביאה", שביאה הוא שם כולל של כל התענוגים. "וניתנה לעוברי עבירה", וזה מתמיה, למה מגיע לעוברי עבירה, שירגישו תענוג בהדברים הגשמיים, יותר מאלו שהם אינם עוברי עבירה. כאילו מגיע להם שכר בזה שהם עוברי עבירה, שירגישו יותר טעם תענוג מאחרים.

Wir sollten „Seit dem Tag, an dem der Tempel zerstört wurde“ so auslegen, dass die Kedusha [Heiligkeit] im Herzen des Menschen zerstört wurde. „Der Geschmack des Beischlafs wurde weggenommen“: Der Begriff „Beischlaf“ umfasst alle Genüsse. „Und wurde den Übertretern gegeben“: Das ist verwirrend. Warum verdienen die Übertreter mehr Genuss an körperlichen Dingen als die, die keine Übertreter sind? Wenn sie für ihre Übertretungen mehr Genuss empfinden als andere, ist das so, als ob sie die Belohnung verdienen.

41

Um das zu verstehen, müssen wir betrachten, was im Lauf der Welt üblich ist. Wenn jemand erreichen kann, dass ein anderer für geringen Lohn bei ihm arbeitet, wird er ihm nicht mehr zahlen. Vielmehr ist jeder bestrebt, einen Arbeiter zu gewinnen, der bei ihm arbeitet und alles tut, was er von ihm verlangt, und ihm dabei möglichst wenig Lohn zu zahlen. Man kann aber nicht sagen, dass er ihm mehr zahlt, als der Arbeiter verlangt. Daraus ergibt sich, auf die Arbeit für den Schöpfer bezogen: Kommt der böse Trieb (Jezer haRa) zum Menschen und sagt ihm „Übertritt das Gebot der Tora“, so sagt der Mensch zu ihm: „Was gibst du mir dafür?“ Da sagt der böse Trieb zu ihm: „Dafür, dass du auf mich hörst, gebe ich dir, sagen wir zum Beispiel, zweihundert Gramm Vergnügen.“ Darauf sagt er ihm: „Für zweihundert Gramm Vergnügen will ich das Gebot des Schöpfers nicht übertreten.“ Da muss der böse Trieb ihm noch hundert Gramm hinzulegen, bis der Mensch auf ein solches Vergnügen nicht mehr verzichten kann und auf die Stimme des bösen Triebs hören muss.

ולהבין את זה, צריכים אנו לראות, מה שנהוג בסדר העולם. היינו שאם האדם יכול לעשות, שהאדם יעבוד אצלו בשכר מועט, לא יתן לו יותר, אלא כל אדם משתדל לקבל פועל, שיעבוד אצלו ויעשה כל הפעולות מה שהוא דורש ממנו, וישלם לו פחות שכר. אבל אין שייך לומר, שישלם לו יותר מכפי שהפועל דורש. ובהאמור יוצא, כשמדברים מבחינת עבודת ה', כשהיצר הרע בא לאדם ואומר לו, תעבור על מצות התורה, אז האדם אומר לו, מה תיתן לי. אז היצר הרע אומר לו, שאני אתן לך תמורת זה שאתה תשמע בקולי, נגיד על דרך משל, מאתיים גרם תענוג. אז הוא אומר לו, בשביל מאתיים גרם תענוג אני לא רוצה לעבור על מצות ה'. אז היצר הרע מוכרח להוסיף לו עוד מאה גרם, עד שהאדם כבר לא יכול לוותר על תענוג כזה, אז הוא מוכרח לשמוע בקולו של יצר הרע.

Um das zu verstehen, müssen wir einen Blick auf das werfen, was in der Welt üblich ist. Wenn ein Mensch einen Menschen für ein geringes Gehalt einstellen kann, wird er ihm nicht mehr zahlen. Tatsächlich ist jeder Mensch bestrebt, Arbeiter zu haben, die für ihn arbeiten und alles tun, was er verlangt, obwohl sie ihm weniger zahlen. Es ist aber irrelevant zu sagen, dass er ihm mehr zahlen wird, als der Arbeiter verlangt. Wenn der Böse Trieb in der Arbeit des Schöpfers zu einem Menschen kommt und ihm sagt: „Verletze die Gebote/Gute Taten der Tora“, dann sagt der Mensch zu ihm: „Was wirst du mir geben?“ Dann sagt der Böse Trieb zu ihm: „Als Gegenleistung dafür, dass du mir gehorchst, werde ich dir zum Beispiel zweihundert Gramm Genuss geben.“ Er sagt ihr also: „Für zweihundert Gramm Genuss will ich nicht gegen die Gebote des Schöpfers verstoßen.“ Dann muss der Böse Trieb weitere hundert Gramm hinzufügen, bis ein Mensch auf eine solche Freude nicht mehr verzichten kann und dem Bösen Trieb gehorchen muss.

42

Daraus folgt: In dem Maß, wie der Mensch die Größe der Sünde einschätzt, fällt es ihm schwer, das Gebot zu übertreten. Und weil diese Tat – das Gebot des Schöpfers zu übertreten – schwer ist, und weil die Regel gilt, dass man für schwere Arbeit guten Lohn zahlen muss, muss der böse Trieb in dem Maß, wie es ihm schwerfällt, die Übertretung zu begehen, einen großen Lohn geben – nämlich ein großes Vergnügen als Gegenleistung für die Übertretung. Fällt es hingegen nicht schwer, das Gebot des Schöpfers zu übertreten, so ist der böse Trieb nicht verpflichtet, ihm ein großes Vergnügen zu geben.

נמצא לפי זה, כפי ערך שהאדם מעריך גודל החטא, בשיעור זה קשה להאדם שיעבור על המצוה. והיות שעשיה זו של לעבור את מצות ה' קשה, ויש כלל, בשביל עבודה קשה צריכים לשלם שכר טוב. אי לזאת, כפי שקשה לו לעשות את העבירה, בשיעור זה היצר הרע מוכרח לתת שכר גדול, היינו תענוג גדול תמורת העבירה. מה שאין כן בזמן שלא קשה לעבור את מצות ה', אז היצר הרע אינו מחוייב לתת לו תענוג גדול.

Daraus folgt, dass es einem Menschen in dem Maße schwerfällt, die Mizwa zu brechen, in dem er die Sünde zu schätzen weiß. Und da es schwierig ist, die Gebote des Schöpfers zu übertreten, und es eine Regel gibt, dass man für harte Arbeit gut bezahlen muss, muss der Böse Trieb in dem Maße, in dem es ihm schwer fällt, die Übertretung zu begehen, eine große Belohnung, also einen großen Genuss als Gegenleistung für die Übertretung geben. Aber wenn es nicht so schwierig ist, das Gebot des Schöpfers zu übertreten, braucht der Böse Trieb ihm keine so große Belohnung zu geben.

43

Daraus ergibt sich: Jene Weltlichen, die Tora und Mizwot überhaupt nicht halten, empfinden nicht, dass sie damit eine Übertretung begehen, wie unsere Weisen sagten (Yoma, Blatt 86b): „Hat ein Mensch eine Übertretung begangen und sie wiederholt, so wird sie ihm wie etwas Erlaubtes.“ Der böse Trieb braucht ihnen also keinen Geschmack an der Übertretung zu geben, denn für sie ist es nicht schwer, Übertretungen zu begehen, sodass er sie dafür entlohnen müsste. Darum empfinden sie keinen großen Geschmack an der Übertretung; er findet ja immer Arbeiter, die für ihn arbeiten wollen, und so braucht er ihnen kein großes Vergnügen zu zahlen.

לפי זה יוצא, אלו החילוניים, שאינם בכלל מקיימים תו"מ, לא מרגישים שהם עושים איזו עבירה בזה, כמו שאמרו חז"ל (יומא פ"ו ע"ב) "עבר אדם עבירה ושנה בה, נעשה לו כהיתר". אם כן אין היצר הרע צריך לתת להם טעם בעבירה, כי אצלם לעשות עבירות אין זה דבר קשה, שיצטרכו לשלם תמורת זה שעוברים על המצות. לכן אין להם טעם גדול בהעבירה, כי הוא מוציא תמיד פועלים, שרוצים לעבוד בשבילו, וממילא הוא לא צריך לשלם להם תענוג גדול.

Deshalb haben säkulare Menschen, die Tora und Mizwot überhaupt nicht einhalten, nicht das Gefühl, dass sie eine Übertretung begehen, wie unsere Weisen sagten (Joma, 86b): „Wenn ein Mensch eine Übertretung begeht und sie wiederholt, wird sie ihm als erlaubt erscheinen.“ Der Böse Trieb braucht ihnen also keinen Geschmack an der Übertretung zu geben, denn es fällt ihnen nicht schwer, so zu übertreten, dass sie eine Gegenleistung für den Verstoß gegen die Mizwot brauchen. Deshalb verspüren sie keinen großen Geschmack an der Übertretung, denn er findet immer Arbeiter, die für ihn arbeiten wollen, so dass er sie nicht mit großen Genüssen zu bezahlen braucht.

44

Anders ist es bei jenen Menschen, die keine Übertretungen begehen wollen: Im Augenblick der Tat, wenn er spürt, dass er eine Übertretung begehen wird, fällt es ihm schwer, sie zu tun. Darum muss der böse Trieb sie einen großen Geschmack an der Übertretung empfinden lassen, sonst hören sie nicht auf seine Stimme und befolgen seine Befehle nicht. Deshalb muss er ihnen viel Vergnügen zahlen.

מה שאין כן אלו אנשים, שהם לא רוצים לעשות עבירות, ובשעת מעשה, שהוא מרגיש שהוא הולך לעשות עבירה, קשה לו לעשות זאת. ומשום זה היצר הרע מוכרח לתת להם שירגישו טעם גדול בהעבירה, אחרת לא ישמעו בקולו, לקיים את הפקודות שלו. לכן הוא מוכרח לשלם להם הרבה תענוג.

Anders verhält es sich bei Menschen, die keine Übertretungen begehen wollen. Sie spüren während der Handlung, dass sie eine Übertretung begehen werden und es fällt ihnen schwer, es zu tun. Deshalb muss der Böse Trieb sie einen großen Geschmack an der Übertretung spüren lassen, sonst werden sie nicht auf ihn hören und seine Befehle befolgen. Deshalb muss er sie mit großem Genuss belohnen.

45

Damit lässt sich nun auslegen: „Seit der Tempel zerstört wurde“ – das heißt, sobald keine Heiligkeit im Herzen des Menschen ist –, „ist der Geschmack weggenommen worden“, der allgemeine Geschmack der Vergnügen, der „Beiwohnung“ heißt, „und den Übertretern gegeben worden“. Das bedeutet: Solange ein Mensch spürt, dass er eine Übertretung begeht, empfindet er den Geschmack. Aber „hat er sie begangen und wiederholt, sodass sie ihm wie erlaubt wird“, gibt ihm der böse Trieb kein Vergnügen mehr, weil er bereits ohne jeden Lohn arbeitet – denn das Begehen der Übertretungen fällt ihm nicht mehr schwer.

ובזה יכולים לפרש "משחרב בית המקדש", היינו בזמן שאינה נמצאת קדושה בלבו של אדם, "ניטל טעם" הכללי של התענוגים, המכונה "ביאה", "וניתנה לעוברי עבירה", שפירושו, שכל זמן שאדם מרגיש שעובר עבירה, הוא מרגיש טעם. אבל "עבר ושנה שנעשה לו כהיתר", כבר היצר הרע לא נותן לו תענוג, משום שהוא כבר עובד בלי שום שכר, מטעם שאין לו שום כבידות לעבור את העבירות.

So können wir die Worte „seit der Zerstörung des Tempels“ interpretieren. Das heißt, wenn es keine Arbeit der Kedusha [Heiligkeit] im Herzen des Menschen gibt, „ist der Geschmack weggenommen worden“, womit der allgemeine Geschmack von Genüssen gemeint ist, der „Geschlechtsverkehr“ genannt wird, „und wurde den Übertretern gegeben“, was bedeutet, dass man den Geschmack spürt, solange man spürt, dass man eine Übertretung begeht. Aber „Wenn ein Mensch eine Übertretung begeht und sie wiederholt, wird sie für ihn wie erlaubt.“ Dann wird ihm der Böse Trieb keinen Genuss mehr geben, da er ohne Belohnung arbeitet, weil er keine Schwere beim Begehen der Übertretungen spürt.

46

Darum unterliegen die Religiösen einem großen Irrtum, wenn manche von ihnen meinen, die Weltlichen hätten einen Geschmack an den materiellen Vergnügen. Denn sie dienen dem bösen Trieb ohne jede Gegenleistung, weil ihre ganze Lebenskraft im Widerstand gegen die Religion liegt; und sie haben nicht das Vergnügen, das die Religiösen meinen, weil der böse Trieb, wie gesagt, keinen Lohn umsonst gibt. Wundere dich darum nicht, wenn ein Mensch sieht, dass er, als er die Arbeit des Gebens begann, eine stärkere Lust auf materielle Begierden bekam. Das liegt nicht daran, dass er einen Abstieg erlitten hätte. Im Gegenteil: Weil er jetzt nicht mehr empfangen will, um zu empfangen, sondern nur noch geben will, gibt ihm der böse Trieb – wenn er kommt, um ihn von der Arbeit des Gebens abzuhalten – einen stärkeren Geschmack an den materiellen Vergnügen, damit er auf seine Stimme hört und sein Verlangen zu empfangen nicht überwinden kann.

אי לזאת, יש טעות גדולה בין הדתיים, שיש שחושבים, שיש להחילוניים טעם בתענוגים גשמיים. כי היות שהם משמשים ליצר הרע בלי שום תמורה, כי כל החיות שלהם הוא מה שהם נגד הדת, ואין להם תענוג כמו שהדתיים חושבים, משום שהיצר הרע לא נותן שכר בחינם כנ"ל. לכן אל תתמה אם אדם רואה, שבזמן שהתחיל לעבוד עבודה דלהשפיע, הוא קבל חשק יותר גדול לתאוות גשמיות. אין זה משום שהוא קבל ירידה, אלא אדרבה, היות שעכשיו הוא לא רוצה לקבל בעמ"נ לקבל, אלא הוא רוצה רק להשפיע, ומשום זה היצר הרע, כשבא לו מלהפריע מעבודה דלהשפיע, הוא נותן לו טעם יותר גדול בתענוגים גשמיים, בכדי שישמע בקולו, ושלא יוכל להתגבר על הרצון לקבל שלו.

Deshalb unterliegen die Orthodoxen einem großen Irrtum, wenn sie denken, dass die weltlichen Menschen körperliche Genüsse genießen. Denn sie dienen dem Bösen Trieb ohne jede Belohnung, da ihre ganze Lebenskraft in der Ablehnung der Religion besteht und sie nicht die Genüsse haben, die die Religiösen denken, denn der Böse Trieb belohnt nicht umsonst. Wenn der Mensch deshalb sieht, dass er, wenn er mit der Arbeit des Gebens begonnen hat, mehr Genuss für die körperlichen Begierden empfangen hat, soll er sich nicht wundern. Das liegt nicht daran, dass er einen Abstieg erlitten hat. Im Gegenteil, weil er jetzt nicht mehr empfangen will, um zu empfangen, sondern nur noch geben möchte, wird er, wenn der Böse Trieb kommt, um ihn von der Arbeit des Gebens abzulenken, einen größeren Geschmack für körperliche Genüsse bekommen, so dass er auf ihn hört und seinen Willen zu empfangen nicht überwinden kann.

47

Bevor er aber die Arbeit des Gebens begann, als er sich mit materiellen Begierden befasste, hatte er keine so große Lust auf materielle Begierden, weil er sich mit ihnen ohne großes Vergnügen befasste. Anders nun, da er die Arbeit des Gebens begonnen hat: Spürt er keinen großen Geschmack, so kann der böse Trieb gewiss nichts ausrichten, denn dann hört er nicht auf seine Stimme. Es zeigt sich also: In dem Maß, wie der Mensch sich von der Eigenliebe entfernt, beginnt er einen stärkeren Geschmack (an den materiellen Begierden) zu empfinden, weil er sonst, wie gesagt, nicht auf die Stimme (des bösen Triebs) hört.

מה שאין כן מטרם שהתחיל בעבודה דלהשפיע, אז כשהיה עוסק בתאוות גשמיים, לא היה לו כל כך חשק גדול לתאוות גשמיים, משום שהיה עסוק בתאוות גשמיים בלי תענוג גדול. מה שאין כן עכשיו, כשהתחיל בעבודה דלהשפיע, אם לא ירגיש טעם גדול, בטח אין ליצר הרע מה לעשות, שבודאי לא ישמע בקולו. נמצא, בשיעור שהאדם מתרחק מאהבה עצמית, בשיעור הזה מתחיל להרגיש טעם יותר גדול (בתאוות גשמיות), כי אחרת לא ישמע בקולו (של יצר הרע), כנ"ל.

Doch bevor er die Arbeit des Gebens begonnen hat, als er sich mit körperlichen Lüsten befasste, war sein Verlangen nach körperlichen Lüsten nicht so groß, denn er war mit körperlichen Lüsten ohne großen Genuss beschäftigt. Wenn er nun aber die Arbeit des Gebens begonnen hat, wird der Böse Trieb nichts ausrichten können, wenn er keine große Lust verspürt, weil er nicht auf ihn hört. Daraus folgt, dass er in dem Maße, in dem er sich von der Eigenliebe entfernt, beginnt, einen größeren Geschmack (an körperlichen Begierden) zu empfinden, da er dem Bösen Trieb sonst gar nicht gehorchen wird.

48

Daraus ergibt sich, dass der Mensch nicht erschrecken soll, wenn er mitten in der Arbeit ein Verlangen nach materiellen Begierden bekommt, obwohl zuvor von solchen Begierden keine Rede war. Denn jetzt muss er jedes Mal das Gefäß des Empfangens korrigieren; je größer also das Vergnügen ist, desto größer ist, wie es heißt, sein Verlangen. Und wenn er das Verlangen korrigiert, also es überwindet, läutert er jedes Mal ein Verlangen, das „Kli“ heißt, indem er es aus den Klipot herausnimmt und in die Heiligkeit einführt. Darum gibt man ihm jedes Mal eine größere Begierde, wie gesagt.

ובהאמור יוצא, שאין לאדם להתבהל מזה, שבאמצע עבודה קבל תשוקה לתאוות גשמיות, הגם מקודם לכן לא היו עולים בשם תאוות כאלו. אבל עכשיו, היות שהוא צריך כל פעם לתקן את הכלי קבלה, אז כל שהתענוג גדול ביותר, נקרא שהרצון שלו גדול ביותר. וכשמתקן את הרצון, היינו שהוא מתגבר עליו, אז הוא מברר כל פעם רצון, הנקרא "כלי", בזה שמוציא אותו מהקליפות ומכניסו לקדושה. ומשום זה נותנין לו כל פעם תאוה יותר גדולה, כנ"ל.

Er braucht deshalb nicht beunruhigt zu sein, wenn er mitten in der Arbeit eine Begeisterung für körperliche Lüste empfängt, auch wenn er vorher keine solchen Lüste hatte. Da er nun aber eine ständige Korrektur der Gefäße des Empfangens braucht, bedeutet das, dass sein Verlangen umso größer ist, je größer der Genuss ist. Wenn er sein Verlangen korrigiert, d.h. es überwindet, sortiert er jedes Mal ein Verlangen namens Kli aus, indem er es aus den Klipot herausnimmt und in die Kedusha [Heiligkeit] einbringt. Aus diesem Grund wird ihm jedes Mal eine größere Lust gegeben.

49

Doch jedes Mal muss er beten, dass man ihm von oben Kraft gebe, dieses Kli, das „Verlangen“ heißt, zu überwinden. Das nennt man „Korrektur der Gefäße (Kelim) an der Wurzel seiner Seele“. Diese Gefäße, die er korrigieren muss, beginnen mit den Gefäßen des materiellen Verlangens zu empfangen, und am Ende korrigiert er die Gefäße – also die Verlangen des Empfangens – für die spirituellen Dinge. Und über all dies hinaus muss er den Schöpfer bitten, ihm die Kraft des Massach (Schirm) zu geben, also die Hilfe von oben, wie unsere Weisen sagten: „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem hilft man.“

אבל כל פעם הוא צריך להתפלל, שיתנו לו כח מלמעלה, שיוכל להתגבר על הכלי הזה, הנקרא "רצון". וזה נקרא "תיקון הכלים שבשורש נשמתו". והכלים האלו, מה שהוא צריך לתקן, (התיקון שלהם) מתחיל מכלים, היינו מרצון לקבל גשמיות, ומגיע לבסוף שמתקן את הכלים, היינו הרצונות של קבלה, לדברים רוחניים. ועל כולם הוא צריך לבקש מה', שיתנו לו כח המסך, שהוא הסיוע שניתנו מלמעלה, כמו שאמרו חז"ל "הבא לטהר מסייעין אותו".

Er sollte jedoch jedes Mal darum beten, dass ihm von oben die Kraft gegeben wird, dieses Kli , genannt „Verlangen“, zu überwinden. Das nennt man „Korrektur der Kelim an der Wurzel seiner Seele“. Diese Kelim , die er korrigieren muss, (ihre Korrektur) beginnt bei den Kelim , d.h. bei dem Verlangen, die Körperlichkeit zu empfangen, und kommt schließlich zur Korrektur der Kelim , d.h. des Verlangens, spirituelle Dinge zu empfangen. Und hinsichtlich aller muss er den Schöpfer bitten, ihm die Kraft der Massach über sie alle zu geben, also die Hilfe von oben, wie unsere Weisen sagten: „Wer kommt, um rein zu werden, dem wird geholfen.“

50

Nun wollen wir erklären, was wir gefragt haben:

ועכשיו נבוא לבאר מה ששאלנו:

Nun wollen wir klären, was wir gefragt haben.

51

Erstens zu dem, was der Heilige Sohar erklärt – dass Jakob das Erstgeburtsrecht gegeben wurde, obwohl Esau zuerst geboren wurde. Er erklärt, Esau sei eine Klipa und sei deshalb zuerst hervorgekommen; danach kam Jakob, weil die Ordnung ist, dass „die Klipa der Frucht vorausgeht“. Wir fragten: Es gibt doch bereits eine einfache Antwort, wie Rashi sie zu Beginn des Tora-Abschnitts Bereshit anführt, wo geschrieben steht: „Er tat die Macht Seiner Werke Seinem Volk kund, damit, wenn die Völker sagen ‚Ihr seid Räuber‘, sie ihnen sagen: ‚Die ganze Erde gehört dem Schöpfer. Er hat sie erschaffen und dem gegeben, der in Seinen Augen recht ist. Nach Seinem Willen nahm Er sie ihnen und gab sie uns.‘“ Wozu also fügt er hier eine weitere Antwort hinzu?

א. על מה שהזה"ק מתרץ, זה שנתן הבכורה ליעקב, הלא עשו נולד ראשון. ותירץ, שעשו הוא קליפה, לכן יצא ראשון. ואח"כ יצא יעקב, משום שהסדר הוא, ש"הקליפה קדמה לפרי". ושאלנו, הלא כבר יש תירוץ פשוט, כמו שמביא רש"י בתחילת פרשת בראשית, שכתוב "כח מעשיו הגיד לעמו, שאם יאמרו הגויים, ליסטים אתם, הם אומרים להם, כל הארץ של הקב"ה הוא, הוא בראה ונתנה לאשר ישר בעיניו, ברצונו נטלה מהם ונתנה לנו". אם כן מה הוא מוסיף כאן תירוץ אחר.

1.) So erklärt der Heilige Sohar, dass Er Jakob das Erstgeburtsrecht gegeben hat, obwohl Esau zuerst geboren wurde. Er erklärt, dass Esau eine Klipa ist, und dass er deshalb als Erster herauskam und Jakob als Nächster kam. Es ist so, weil die Reihenfolge so ist, dass die Klipa der Frucht vorausgeht. Wir fragten: „Aber es gibt eine einfache Antwort, die RASHI am Anfang des Tora -Abschnitts BeReshit [Im Anfang] vorstellt, denn es steht geschrieben: ‚Er hat Seinem Volk die Macht Seiner Werke kundgetan, damit, wenn die Völker sagen: ‘Ihr seid Räuber‚, sie ihnen sagen: ‘Die ganze Erde ist des Schöpfers. Er hat sie erschaffen und hat sie gegeben, wem er will. Nach Seinem Willen hat er sie ihnen gegeben, und nach Seinem Willen hat er sie ihnen genommen und sie uns gegeben.’“ Er fügt hier also einen weiteren Grund hinzu.

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Zweitens: Warum muss „die Klipa der Frucht vorausgehen“? Nach dem Gesagten ist es einfach: Der Schöpfer erschuf die Welt, und die Schöpfung ist allein das Kli. Bekanntlich heißt das Licht nicht „Schöpfung“, sondern „Sein aus Sein“. Darum kann man nicht sagen, Er hätte zuerst eine Korrektur für die Schöpfung erschaffen müssen, bevor Er überhaupt etwas zu korrigieren hat. Das heißt: Zuerst erschuf Er das Kli, das „Verlangen zu empfangen“ heißt, und danach trat über dieses Kli eine Korrektur ein, die „Zimzum (Einschränkung) und Verhüllung“ genannt wird. Daraufhin strömte zu den Unteren der Aspekt der „Völker der Welt“ herab, nämlich das Verlangen zu empfangen, um zu empfangen, das ein Kli ohne Korrektur ist. Und ein Kli ohne Korrektur heißt „Klipa“.

ב. מדוע מוכרח להיות "קליפה קדמה לפרי". ובהאמור הוא פשוט, היות שהבורא ברא את העולם, וענין הבריאה הוא רק הכלי. כידוע, שהאור לא נקרא בריאה, אלא נקרא "יש מיש". אי לזאת, אי אפשר לומר, שהיה צריך לברוא מקודם תיקון על הבריאה, מטרם שיש לו מה לתקן. פירוש הדברים, מקודם ברא את הכלי, הנקרא "רצון לקבל". ואח"כ יצא על הכלי הזה תיקון, המכונה "צמצום והסתר". ואז נמשך אח"כ להתחתונים בחינת אומות העולם, שהיא בחינת רצון לקבל בעמ"נ לקבל, שהוא כלי בלי תיקון. וכלי בלי תיקון נקרא "קליפה".

2.) Warum muss die Klipa vor der Frucht kommen? Mit dem Gesagten ist es einfach zu verstehen: Weil der Schöpfer die Welt erschaffen hat und die Schöpfung einzig und allein ein Kli ist. Es ist bekannt, dass das Licht nicht als Schöpfung bezeichnet wird, sondern als „Existenz aus der Existenz“. Deshalb kann man nicht sagen, dass Er erst eine Korrektur für die Schöpfung erschaffen musste, bevor Er etwas zu korrigieren hat. Das heißt, Er erschuf zuerst das Kli , das „Wille zum Empfangen“ heißt, und dann entstand auf diesem Kli eine Korrektur namens „Zimzum [Einschränkung] und Verhüllung“. Danach wurde den Unteren die Unterscheidung der „Völker der Welt“ verliehen, die der Wille ist, zu empfangen, um zu empfangen, nämlich ein Kli ohne Korrektur. Ein Kli ohne Korrektur wird Klipa genannt.

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Es kann also gar nicht anders sein, denn man kann das, was noch nicht in der Welt entstanden ist, nicht korrigieren. Wenn sie also sagen „Er hat sie erschaffen“, so bedeutet das: Er erschuf die Welt nach der geltenden Ordnung, das heißt, zuerst entsteht ein Mangel, und danach lässt sich der Mangel korrigieren. Nach der Regel von Wurzel und Zweig muss deshalb zuerst der Empfänger hervorkommen, der empfängt, um zu empfangen – das ist das Gegenteil des Schöpfers, also Ungleichheit der Form, die „Völker der Welt“ heißt –, wie im Heiligen Sohar geschrieben steht: „Bei den Völkern der Welt: Alles Gute, das sie tun, tun sie für sich selbst.“ Und das heißt „Klipa, die der Frucht vorausgeht“. Das heißt: „Klipa“ nennt man das, was nicht zum Verzehr taugt, weil die Fülle nach der Korrektur des Zimzum nicht in die Gefäße des Empfangens gelangt.

אם כן אי אפשר להיות אחרת, היות שאי אפשר לתקן את הדבר שעדיין לא נולד בעולם. נמצא, בזה שהם אומרים "הוא בראה", פירוש הדבר, שהוא בראה את העולם לפי סדר הנהוג, היינו שמקודם יוצא חסרון, ואח"כ אפשר לתקן את החסרון. ומשום זה לפי הכלל של שורש וענף, צריך מקודם לצאת מקבל בעמ"נ לקבל, שזהו בחינת הופכיות מהבורא, היינו שינוי צורה, הנקרא "אומות העולם", כמו שכתוב בזה"ק "אצל אומות העולם כל טיבו דעבדין לגרמייהו הוא עובדין". וזה נקרא "קליפה שקדמה לפרי". זאת אומרת, שהקליפה נקרא מה שלא ראוי לאכילה, היות שאין השפע באה בכלים דקבלה לאחר תיקון הצמצום.

Deshalb kann es keinen anderen Weg geben, denn es ist unmöglich, etwas zu korrigieren, das noch nicht in der Welt geboren wurde. Wenn wir also sprechen: „Er hat es erschaffen“, bedeutet das, dass Er die Welt nach der angewandten Ordnung erschaffen hat, d.h. zuerst entsteht ein Mangel, und dann ist es möglich, den Mangel zu korrigieren. Nach der Regel von Wurzel und Zweig muss also zuerst der Empfänger entstehen, um zu empfangen, was das Gegenteil des Schöpfers ist, d.h. die Ungleichheit der Form, die „Nationen der Welt“ genannt wird, wie im Heiligen Sohar geschrieben steht: „Unter den Nationen der Welt tun sie alles Gute, das sie tun, für sich selbst.“ Dies wird als „Klipa , die der Frucht vorausgeht“ bezeichnet, was bedeutet, dass die Klipa als das gilt, was ungenießbar ist, weil die Fülle nach der Korrektur des Zimzum [Einschränkung] in die Gefäße des Empfangens gelangt.

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Anders aber danach, wenn die Korrektur kommt, die „mit der Absicht zu geben“ heißt – das ist der Aspekt Jakobs. Und das heißt „Frucht“, weil das Verlangen zu empfangen nun eine Korrektur hat, dem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten. Jetzt gibt es einen Ort, an dem man Früchte essen kann, weil hier eine Gleichheit der Form zwischen dem Licht und dem Kli besteht. Dann wird das Kli der Früchte gewürdigt. Anders die Sitra Achra; von ihr sagte der Heilige Sohar: „Ein fremder Gott ist unfruchtbar und trägt keine Frucht.“ Und darum sagt er, Jakob heiße „Bund“ – denn einen Bund zu schließen bedeutet, dass zwischen ihnen Gleichheit besteht. So steht geschrieben: „Denn ein Zeichen des ewigen Bundes ist es zwischen Mir und den Kindern Israels, ein ewiges Zeichen ist es.“

מה שאין כן אח"כ, שבא התיקון, הנקרא "בעמ"נ להשפיע", שזהו בחינת יעקב. וזה נקרא "פרי", משום שעל הרצון לקבל יש עכשיו תיקון להשפיע נחת רוח להבורא. וכבר יש מקום לאכול פירות, היות שיש כאן ענין של השתוות הצורה בין אור להכלי. אז הכלי זוכה לפירות. מה שאין כן הסטרא אחרא, אמר הזה"ק, "אל אחר אסתרס ולא עביד פירי". וזה שאומר, שיעקב נקרא ברית, שענין כריתת ברית נקרא, שתהיה השתוות ביניהם. וזהו כמו שכתוב "כי אות ברית עולם ביני ובין בני ישראל, אות היא לעולם".

Aber danach kommt die Korrektur, die „um des Gebens willen“ genannt wird, die als Jakob gilt. Sie wird „Frucht“ genannt, weil es jetzt eine Korrektur des Willens zum Empfangen gibt: um dem Schöpfer Zufriedenheit zu geben. Jetzt ist es möglich, Früchte zu essen, da hier eine Gleichheit der Form zwischen dem Licht und dem Kli besteht, und dann wird das Kli mit Früchten belohnt. Aber über die Sitra Achra spricht der Heilige Sohar: „Ein anderer Gott ist unfruchtbar und trägt keine Früchte.“ Deshalb spricht er davon, dass Jakob „Bund“ genannt wird, denn einen Bund zu schließen bedeutet, dass zwischen ihnen eine Gleichheit besteht. Es steht geschrieben: „Denn es ist ein Zeichen eines ewigen Bundes zwischen Mir und den Söhnen Israels; es ist ein ewiges Zeichen.“

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Es zeigt sich also: Jene Antwort, die Rabbi Jizchak gibt – der Grund liege in der „Macht Seiner Werke“ –, ist dieselbe Antwort, dass Er sie nach der Ordnung erschuf, in der „die Klipa der Frucht vorausgeht“. Aus Zweig und Wurzel ergibt sich, dass zuerst die Klipa erschaffen werden muss, die empfängt, um zu empfangen, und danach die Korrektur hervorkommt, die Israel oder Jakob ist. Es zeigt sich also: Was er sagt – „Er nahm sie ihnen und gab sie uns“ –, das bedeutet zu korrigieren, weil das die Ordnung ist.

נמצא, שאותו תירוץ שאומר רבי יצחק, הטעם משום "כח מעשיו", הוא אותו תירוץ שהוא בראה לפי הסדר ש"קליפה קדמה לפרי". ובחינת ענף ושורש יוצא, שמתחילה צריכים לברוא הקליפה, שהוא מקבל בעמ"נ לקבל, ואח"כ יצא התיקון, שהוא ישראל או יעקב. נמצא, מה שאומר "נטלה מהם ונתנה לנו", היינו לתקן, משום שכך הסדר.

Daraus folgt, dass die Antwort, die Rabbi Yitzhak gegeben hat, weil sie „die Kraft Seiner Werke“ ist, die gleiche Antwort ist, dass Er sie in der Reihenfolge erschaffen hat, dass die Klipa der Frucht vorausgeht. Der Zweig und die Wurzel kommen heraus, wobei die Klipa zuerst kommen muss, die empfängt, um zu empfangen, und dann entsteht die Korrektur, die Israel oder Jakob ist. Wenn es also heißt: „Er hat es von ihnen genommen und es uns gegeben“, dann ist das eine Korrektur, denn das ist die Ordnung.

Rabash – 1986 – Artikel 30 (תשמ״ו – מאמר ל׳)

„Die Klipa, die der Frucht vorausgeht“

Im Tora-Abschnitt Balak sagt der Sohar (im Sulam-Kommentar, Blatt 8, Punkt 15) Folgendes: „Und wolltest du sagen, der Schöpfer habe es so gewollt – Israel das Erstgeburtsrecht zu geben –, so entspricht das nicht dem Recht. Komm und sieh: Esau war eine Klipa (Schale) und gehörte zur Sitra Achra (der anderen Seite). Und es ist bekannt, dass die Klipa dem Kern vorausgeht; deshalb kam er zuerst hervor. Sobald die Klipa hervorgetreten und beseitigt ist, kommt der Kern zum Vorschein. Die erste Vorhaut, also Esau, befindet sich außen, und darum trat sie zuerst hervor. Der Bund aber, das Kostbarste von allem – das ist Jakob –, wird danach offenbar. Deshalb gilt Esaus Vorrang nicht als Erstgeburt, denn er ist Klipa und Vorhaut, die keinerlei Wert und keine Gleichheit mit dem Kern und dem Bund haben. Er trat nur aus demselben Grund zuerst hervor: weil die Klipa der Frucht vorausgeht.“ So weit seine Worte.

Hier ist zu verstehen, wozu er überhaupt eine Erklärung braucht. Diese Frage haben unsere Weisen doch bereits beantwortet (angeführt bei Rashi zu Beginn des Tora-Abschnitts Bereshit). Dort heißt es: „Rabbi Jizchak sagte: Die Tora hätte erst mit ‚Dieser Monat sei euch‘ beginnen sollen, dem ersten Gebot, das Israel geboten wurde. Warum also beginnt sie mit ‚Bereshit‘ (Im Anfang)? Weil ‚Er die Macht Seiner Werke Seinem Volk kundtat, um ihnen das Erbe der Völker zu geben‘. Sollten nämlich die Völker der Welt zu Israel sagen: ‚Ihr seid Räuber, denn ihr habt die Länder von sieben Völkern erobert‘, so antworten sie ihnen: ‚Die ganze Erde gehört dem Schöpfer. Er hat sie erschaffen und dem gegeben, der in Seinen Augen recht ist. Nach Seinem Willen gab Er sie ihnen, und nach Seinem Willen nahm Er sie ihnen und gab sie uns.‘“

Demnach verhält es sich auch beim Erstgeburtsrecht ebenso: Zuerst wurde es Esau gegeben, danach nahm er es Esau weg und gab es Jakob. Man kann auch nicht einwenden, das Erstgeburtsrecht sei mit einem Land nicht vergleichbar – ein Land lasse sich verkaufen und verschenken, das Erstgeburtsrecht hingegen sei eine Sache der Wirklichkeit, das heißt, wer zuerst geboren wird, heißt „Erstgeborener“, und daran lasse sich nichts ändern. Wir sehen aber, dass auch das Erstgeburtsrecht verkäuflich ist. Folglich lässt sich durchaus sagen, dass man es dem einen nehmen und dem anderen geben kann. Wie hätte Jakob sonst das Erstgeburtsrecht von Esau erwerben können, wie geschrieben steht: „Und er verkaufte sein Erstgeburtsrecht an Jakob“?

Daraus sehen wir, dass das Erstgeburtsrecht einem Land gleicht, das übertragen werden kann. Worauf also weist uns diese Erklärung hin, die hier gegeben wird – dass derjenige, der zuerst geboren wurde, nicht als Erstgeburt gilt, weil die Klipa der Frucht vorausgeht?

Um die Sache zu verstehen, müssen wir zunächst wissen, was eine Klipa ist, was der Kern ist und was die Vorhaut – denn er nennt Esau „Vorhaut“ –, und was der Bund ist – denn er nennt Jakob „Bund“. Stellen wir zuerst das Ziel der Schöpfung voran. Danach können wir erklären, was wesentlich und was nebensächlich ist, um zu begreifen, was die Frucht und was die Klipa ist, die der Frucht vorausgehen muss – worin diese Notwendigkeit besteht, die besagt, dass es gar nicht anders sein kann.

Das Ziel der Schöpfung ist bekannt: Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Deshalb erschuf Er aus dem Nichts ein Geschöpf, das das Gute und das Vergnügen empfangen kann, das Er ihm geben will. Dieses Geschöpf heißt „Verlangen zu empfangen, um zu empfangen“. Daraus folgt: Wir können nur von etwas sprechen, das ein Verlangen zu empfangen hat. Andernfalls heißt es nicht „Geschöpf“, von dem wir reden könnten. Denn ein Geschöpf heißt Kli (Gefäß), und es gibt kein Licht ohne Kli. Das heißt: Vom Licht selbst können wir nicht sprechen, sondern nur vom Licht, sofern es in ein Kli gekleidet ist.

Doch dieses Kli, das „Verlangen, Freude und Vergnügen zu empfangen“ heißt, empfängt nicht mehr – nachdem eine Korrektur eingetreten ist, die „Gleichheit der Form“ genannt wird, damit es kein „Brot der Scham“ gebe. Bekanntlich empfindet der Mensch Scham, wenn er etwas empfangen muss. So deuteten unsere Weisen den Vers „wie die Niedrigkeit unter den Menschenkindern erhöht wird“: Wenn ein Mensch von anderen empfangen muss, verändert sich sein Gesicht. Darum wurde die Korrektur namens „Zimzum (Einschränkung) und Verhüllung“ geschaffen – nichts mehr zu empfangen außer mit der Absicht zu geben. Demnach haben wir zwei Dinge zu unterscheiden:

Erstens das Wesentliche, nämlich das Kli, das „Verlangen, das Gute und das Vergnügen zu empfangen“ heißt. Gäbe es dieses Verlangen nicht, so gäbe es nichts, wovon man reden könnte, wie gesagt. Doch gerade aus dieser Unterscheidung gingen die Sitra Achra und die Klipot (Schalen) hervor. Aus der Ordnung, in der die Welten herabsteigen, ergibt sich für uns eine Wurzel: Von diesem Punkt aus breitete sich später alles Böse offen aus. So sagte der ARI, dass die Einschränkung (Zimzum) die Wurzel des Gerichts ist. Das bedeutet: Sie entstand dadurch, dass eine Einschränkung geschah – nämlich nicht zu empfangen, um zu empfangen, sondern nur, um zu geben. Die Ordnung war, wie im Talmud Esser haSefirot (Studium der Zehn Sefirot, Teil 1) erklärt, folgende: Zuerst erfolgte die Einschränkung aus freier Wahl, das heißt, es bestand noch kein Verbot zu empfangen. Danach aber wurde das Empfangen verboten. Doch noch gab es niemanden, der empfangen wollte, um zu empfangen – niemanden, der das Verbot der Einschränkung übertreten wollte. Erst durch die zweite Einschränkung (Zimzum Bet) entstand etwas Neues: Nun gab es jemanden, der empfangen wollte, um zu empfangen. Klipot aber gab es noch nicht.

Erst nach dem Zerbrechen der Gefäße, das in der Welt Nekudim geschah, entstanden die Klipot; doch noch hatten sie kein Gefüge. Damals hießen die Klipot nur „der Buchstabe Waw und ein Punkt“, und sie besaßen noch kein Gefüge von Welten. Erst nach der Sünde Adam haRishons am Baum der Erkenntnis – als die Gewänder (Levuschim) in die Klipot fielen – erhielten die Klipot das Gefüge von vier Welten, nach dem Vorbild der Heiligkeit (Kedusha). Sie heißen „die vier Welten ABYA (Azilut, Brija, Yezira, Assija) der Tuma (Unreinheit)“. Davon handelt eine Stelle in der „Einleitung zum Buch Sohar“ (Punkt 29). Dort heißt es: „Und wisse: Unsere Arbeit im Lauf unserer siebzig Jahre teilt sich in vier Abschnitte:

Erster Abschnitt: das maßlose, grenzenlose Verlangen zu empfangen in seinem ganzen verdorbenen Ausmaß zu erlangen – unter der Hand des Systems der vier unreinen Welten ABYA. Denn hätten wir dieses verdorbene Verlangen zu empfangen nicht in uns, so könnten wir es überhaupt nicht korrigieren. Deshalb genügt nicht jenes Maß des Verlangens zu empfangen, das dem Körper von seinem Ursprung an, seit seiner Geburt in diese Welt, eingeprägt ist. Vielmehr muss er obendrein wenigstens dreizehn Jahre lang ein Gefährt (Merkawa) für die unreinen Klipot sein. Das heißt: Die Klipot sollen über ihn herrschen und ihm ihre Lichter geben, denn ihre Lichter lassen sein Verlangen zu empfangen immer weiter wachsen. Die Fülle nämlich, mit der die Klipot das Verlangen zu empfangen versorgen, erweitert und steigert nur dessen Forderung. Und überwindet er sich nicht durch Tora und Mizwot, um das Verlangen zu empfangen zu läutern und es ins Geben zu verwandeln, so dehnt sich sein Verlangen zu empfangen im Lauf seiner Lebensjahre immer weiter aus.

Zweiter Abschnitt: vom dreizehnten Lebensjahr an. Dann wird dem Punkt im Herzen Kraft verliehen – dem Geheimnis der Rückseite (Achoraim) der heiligen Seele, die von Geburt an in sein Verlangen zu empfangen gekleidet ist, aber erst nach dreizehn Jahren zu erwachen beginnt. Dann tritt er allmählich unter die Herrschaft des Systems der heiligen Welten ein, und zwar in dem Maß, wie er sich mit Tora und Mizwot befasst. Die Hauptaufgabe dieser Zeit ist es, das spirituelle Verlangen zu empfangen zu erlangen und zu vergrößern. Darum gilt diese Stufe, die nach dem dreizehnten Jahr kommt, als Heiligkeit. Sie ist das Geheimnis der heiligen Magd, die ihrer Herrin dient – dem Geheimnis der heiligen Shechina (göttliche Gegenwart). Denn die Magd führt ihn zu liShma (um Ihretwillen), und er wird des Einwohnens der Shechina gewürdigt. Die letzte Stufe dieses Abschnitts ist, dass er sich mit großer Sehnsucht in den Schöpfer verliebt – so wie der Dichter sagte: ‚Wenn ich Seiner gedenke, lässt Er mich nicht schlafen.‘“

Nach dem Gesagten können wir verstehen, was Heiligkeit und was Klipa ist. Der Begriff Heiligkeit erklärt sich aus der Wendung „dem Schöpfer geheiligt“. Sie besagt, dass etwas nicht uns gehört, also nicht in unserem Bereich liegt, sondern dass wir es dem Schöpfer weihen. Das heißt: Man nimmt es aus dem Bereich des gewöhnlichen Menschen heraus und führt es in den Bereich der Heiligkeit über. Doch man kann nicht davon sprechen, etwas in den Bereich der Heiligkeit zu führen, wenn es nicht zuvor im eigenen Bereich war. Nur dann lässt sich sagen, dass man es aus seinem Bereich herausnimmt und in den Bereich der Heiligkeit überführt.

Darum muss der Mensch zuerst, bis zum dreizehnten Jahr, im Bereich der Klipa stehen – wie oben aus der „Einleitung zum Buch Sohar“. In dieser Zeit empfindet er, dass er einen eigenen Herrschaftsbereich hat. Denn die Klipa, also das „Verlangen zu empfangen, um zu empfangen“, heißt „Ungleichheit der Form“, die ihn vom Schöpfer trennt. Dieses Gefäß des Empfangens, das der Mensch erwirbt, während er bis zum dreizehnten Jahr unter der Herrschaft der Klipa steht, lässt ihn fühlen, dass er der Hausherr ist – dass er also tun kann, was er will, weil er keinen anderen Herrschaftsbereich kennt als den eigenen.

Wird ihm deshalb nach dem dreizehnten Jahr gesagt, nun sei die Zeit gekommen, seinen eigenen Herrschaftsbereich zu annullieren und anzuerkennen, dass es keinen anderen Gebieter gibt als den Schöpfer, so beginnt er nachzudenken und zu grübeln: „Wozu soll ich meinen eigenen Herrschaftsbereich annullieren und sagen, allein der Schöpfer sei der Hausherr und ich Sein Knecht, und ich besäße nichts – wie unsere Weisen sagten: ‚Was ein Knecht erwirbt, erwirbt sein Herr‘? Das hieße ja, dass ich dem Schöpfer dienen muss, damit Er Wohlgefallen hat.“

Da bringt der Körper des Menschen, der „Verlangen zu empfangen“ heißt, einen starken Einwand vor: „Zunächst muss ich glauben, dass es eine Verbindung des Schöpfers zu den Geschöpfen gibt. Sodann muss ich erkennen, dass es sich lohnt zu glauben, der Schöpfer sei der Hausherr. Aber wozu soll ich meinen eigenen Herrschaftsbereich annullieren und nur dafür sorgen, dass der Schöpfer Wohlgefallen hat? Welchen Nutzen habe ich davon?“ Vielmehr meint er – nachdem er glaubt, dass es eine Verbindung des Schöpfers zu den Geschöpfen gibt, also glaubt, dass der ganze Wille des Gesegneten darin besteht, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun –, er brauche in diesem Zustand nichts weiter zu sehen, als wie der Schöpfer ihm dient. Das heißt: Der Schöpfer sei der Knecht und der Mensch der Hausherr; er sei der Herr des Hauses, und dem Schöpfer obliege die Pflicht, dem Menschen zu dienen – der Mensch sei der Herr und der Schöpfer der Knecht.

Doch sagt man dem Menschen, er müsse wissen: In Wahrheit ist der Schöpfer der Hausherr, und wir Geschöpfe haben gar nichts mitzureden. Ob wir nun Seine Königsherrschaft über uns annehmen oder ob es Weltliche gibt, die sie nicht annehmen wollen – es hilft ihnen nichts. Er tut, was Er will, und die Geschöpfe müssen Seine Befehle wider Willen annehmen, wie unsere Weisen sagten (Sprüche der Väter [Awot], Kapitel 3, 20): „Und es wird vom Menschen eingefordert, mit seinem Wissen und ohne sein Wissen.“

Es zeigt sich: Selbst wenn der Mensch dem nicht zustimmt, was man ihm sagt, ändert sein Unglaube nichts an der Wirklichkeit – nämlich daran, dass der Schöpfer der Hausherr ist und tut, was Er will. Doch der Mensch kann die Wahrheit nicht sehen, und darum will man nicht glauben. Glaubt der Mensch aber – Gott behüte – nicht daran, so kann er es nicht auf sich nehmen, ein Knecht des Schöpfers zu sein, also zu glauben, dass der Schöpfer der Gebieter ist und wir Seine Knechte sind. Dies gilt vielmehr nur für die Gläubigen.

Fehlt es jedoch an wahrem Glauben, so gibt es doch eine Art von Menschen, die glauben, dass der Schöpfer die Welt erschuf, und zwar zu einem Ziel, das „Seinen Geschöpfen Gutes zu tun“ heißt. Sie glauben auch, dass der Schöpfer uns durch Moses, Friede sei mit ihm, geboten hat, die Tora und Mizwot zu halten, die Er uns gab. Doch all dies können sie nur um des Nutzens willen glauben – dass Er sie nämlich dafür belohnt, dass sie sich um das Halten von Tora und Mizwot mühen. Und sie haben etwas, worauf sie sich stützen können, wie unsere Weisen sagten (Sprüche der Väter [Awot], Kapitel 2, 16): „Hast du viel Tora gelernt, gibt man dir viel Lohn; und treu ist dein Arbeitgeber, dass er dir den Lohn deines Wirkens zahlt. Und wisse: Die Lohnzahlung der Gerechten gehört der kommenden Welt an.“

Wir sehen also: Es gibt einen Glauben an den Schöpfer und Seine Tora, und man hält ein leichtes Gebot ebenso wie ein schweres. All das aber bemisst sich am Nutzen – nämlich um Lohn zu empfangen –, und das heißt „lo liShma“ (nicht um Ihretwillen). Doch wir müssen uns erinnern, was unsere Weisen sagten: „Aus dem lo liShma gelangt man zum liShma.“ Damit gilt schon dies als eine Stufe in der Heiligkeit. Anders aber ist es, wenn man dem Menschen nach dem dreizehnten Jahr, wie gesagt, sagt: Nun ist die Zeit gekommen, deinen eigenen Herrschaftsbereich zu annullieren und anzuerkennen, dass es keinen Herrschaftsbereich auf der Welt gibt und dass du nichts weiter bist als ein Knecht, der dem Schöpfer dient, ohne eine Belohnung zu empfangen.

Da widersetzt sich der Körper, und nun beginnt die eigentliche Arbeit, denn sie geht gegen die Natur. Darum muss der Mensch über dem Verstand glauben und zu seinem Körper sagen: „Du musst wissen, dass du nicht imstande bist, die Arbeit des Gebens zu verrichten – dem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten, ohne jede Gegenleistung –, weil du mit der Natur des Verlangens zu empfangen geboren wurdest. Und diese Natur ist notwendig, denn nur sie ist die ganze Schöpfung. Bekanntlich ist allein das Verlangen zu empfangen, das ‚Mangel und Sehnsucht, Vergnügen zu empfangen‘ heißt, das, was ‚aus dem Nichts entstanden‘ ist.“

Daraus folgt: „Geschöpfe“ heißen wir gerade wegen des Verlangens zu empfangen; nur dieses lässt sich „Schöpfung“ nennen. Und dieses Verlangen findet sich auf allen Stufen und in allen Welten der Heiligkeit. In der Heiligkeit jedoch ist dieses Verlangen zu empfangen durch die Korrektur der Absicht zu geben berichtigt. Es zeigt sich also: Das Wesentliche ist das Verlangen zu empfangen. Und der Unterschied zwischen Heiligkeit und Unreinheit, zwischen Leben und Tod, liegt allein in der Absicht.

Das bedeutet: Geschieht das Empfangen mit der Absicht zu geben, so heißt es „Heiligkeit“, denn es ist Gleichheit der Form. Und die Gleichheit der Form heißt „Anhaftung“ (Dwekut), wie unsere Weisen den Vers „und ihm anzuhaften“ deuteten: „Hafte Seinen Eigenschaften an – wie Er barmherzig ist, so sei auch du barmherzig.“ Dadurch haftet er dem Leben der Lebendigen an. Es zeigt sich also: Ihm strömt Leben von oben zu.

Anders aber, wenn er die Handlung nicht mit der Absicht zu geben verbinden kann: Dann steht er in Ungleichheit der Form zum Schöpfer, denn Er ist der Gebende, die Geschöpfe aber wollen empfangen. Darum sind sie vom Leben der Lebendigen getrennt, und es bleibt ihnen nur der Tod. Das heißt „Klipa“ – obwohl es zum Wesen der Schöpfung selbst gehört. Denn gäbe es kein Verlangen zu empfangen, so wäre da nichts, wovon man reden könnte. Zugleich aber heißt es, wenn die Korrektur des Gebens fehlt, „Klipa“, „Sitra Achra“, „Todesengel“ und so fort.

Nach der Ordnung der Korrekturen sehen wir: Zuerst muss ein Verlangen und eine Lust da sein, die Vergnügen zu empfangen. Erst danach sagt man, man müsse wissen, dass es verboten ist, mit der Absicht der Eigenliebe zu empfangen. Und obwohl große Begierde besteht, das Vergnügen zu empfangen, muss man die Begierde dennoch überwinden und so an sich arbeiten, dass man das Vergnügen nur unter einer Bedingung empfangen will: dass man das Empfangen, das man nun empfängt, einzig darauf ausrichten kann, dass der Schöpfer will, dass man das Vergnügen empfängt. Auf dieser Grundlage empfängt er, weil er dem Schöpfer Freude bereiten will.

Seinen eigenen Herrschaftsbereich hat er nämlich bereits annulliert; er will also nichts in das Gefäß empfangen, das „Eigenliebe“ heißt. Doch weil der Schöpfer will, dass er empfängt, sagt er: „Jetzt will ich Freude und Vergnügen empfangen, weil der Schöpfer es so will, und ich will den Willen des Schöpfers erfüllen.“ Darum empfängt er jetzt das Gute und das Vergnügen.

Damit der Mensch aber diese Stufe erreicht, auf der „sein ganzes Verlangen einzig darauf gerichtet ist, dem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten“, beginnt hier die wahre Arbeit. Denn in Sachen der Arbeit sind zwei Aspekte zu unterscheiden:

Erstens die Handlung: Es fällt dem Menschen schwer, auf Vergnügen zu verzichten, ganz gleich, um welches Vergnügen es sich handelt. Nehmen wir zum Beispiel das Vergnügen der Ruhe. Muss ein Mensch eine körperliche Arbeit verrichten, um einen materiellen Lohn zu empfangen, so geht er auf den Bau oder in eine Fabrik; gewiss fällt es ihm schwer, auf das Vergnügen der Ruhe zu verzichten. Doch weil ihn größeres Leid trifft, wenn er nichts zu essen hat, verzichtet er auf das Vergnügen der Ruhe und nimmt die Mühe auf sich – weil er dadurch ein größeres Vergnügen erlangt.

Worin ist es größer? Hier gewinnt er zweierlei:

dass er nicht darunter leidet, nichts zu essen zu haben, und dass er nicht unter der Scham leidet, nichts anzuziehen zu haben.

Außerdem hat er das Vergnügen des Essens und die Freude, würdige Kleidung zu besitzen. Anders verhält es sich, wenn er auf das Vergnügen der Ruhe verzichtet: Darunter, keine Ruhe zu haben, leidet er nicht – obwohl man sagen könnte, dass er, wenn er auf den Schlaf verzichtet, unter dem Schlafmangel leidet, zusätzlich zum entgangenen Vergnügen des Schlafs. Ebenso ließe sich beim Arbeiten sagen: Über den Verzicht auf das Vergnügen der Ruhe hinaus leidet er unter der Anstrengung der Bewegung. Besonders bei körperlicher Arbeit empfindet er auch während der Arbeit Leid. Doch dieses Leid gleicht nicht jenem, das ein Mensch empfindet, wenn er hungert, oder wenn er unter Menschen an einen Ort der Freude gehen muss – zu einer Brit Mila (Beschneidungsfeier) oder einer Hochzeit und dergleichen – und nichts anzuziehen hat. Darum fällt es ihm leichter, auf die Ruhe zu verzichten und die Last der Mühe auf sich zu nehmen. Das sehen wir ja am Lauf der Welt: Man verzichtet auf die Ruhe und geht zur Arbeit. Sicherlich also ist das Leid des Entbehrens schwerer.

Dasselbe geschieht, wenn man zum Menschen sagt: Verzichte auf die Ruhe und beginne, in Tora und Mizwot zu arbeiten. Sogleich fragt er, wie bei den materiellen Dingen: „Wenn ich auf die Ruhe verzichte, was wird mein Lohn sein? Ich will den Nutzen sehen.“ Dazu sagt Maimonides (am Ende der Gesetze der Umkehr [Hilchot Teshuwa]): „Dein Lohn wird in dieser Welt und in der kommenden Welt sein, und du wirst vor Heimsuchungen und allen üblen Geschicken bewahrt.“ Dann kann er glauben, was man ihm sagt, und Tora und Mizwot der Tat nach um des Himmels willen halten. Das heißt: Indem er Tora und Mizwot hält, richtet er sich darauf aus, dass der Schöpfer es uns durch Moses, Friede sei mit ihm, geboten hat. Im Gegenzug empfangen wir Lohn für unsere Arbeit und Mühe – dafür, dass wir auf viele Vergnügen verzichten, die die Tora uns verboten hat. Dafür empfangen wir Lohn, ähnlich wie man in einer Fabrik oder auf dem Bau arbeitet, weil man bezahlt wird.

Dasselbe gilt auch in der Spiritualität. Wir arbeiten nämlich bei einem Hausherrn – und zwar nicht beim Besitzer einer einzelnen Fabrik, sondern wir glauben, dass Er der Hausherr der ganzen Welt ist, und bei Ihm arbeiten wir. Und man sagt uns: Gib die Arbeit auf, die du bei einer kleinen Firma verrichtest, die nur einen kleinen Lohn zahlt, und arbeite bei einem großen Hausherrn, der der Hausherr der ganzen Welt ist.

Doch dabei stellt sich die Frage: Warum kommen nicht alle, um beim Gebieter der Welt zu arbeiten?

Die Antwort ist einfach: Weil man den Lohn nicht auf der Stelle sieht, sondern an den Lohn glauben muss, den wir nach getaner Arbeit empfangen. Darum sind nicht alle fähig, an den Lohn zu glauben. Da der Lohn also zweifelhaft ist und man glauben muss, dass man ihn am Ende empfängt, drängen sich nicht viele danach. Und weil es der Lauf der Welt ist, für sicheren Lohn zu arbeiten und nicht auf Ungewisses hin, besteht ein großer Unterschied zwischen Körperlichkeit und Spiritualität. Doch man muss wissen: Der ganze Unterschied liegt darin, dass es hier, in der Spiritualität, den Lohn nicht auf der Stelle gibt, sondern dass man glauben muss. Das ist der ganze Unterschied.

Wir sehen jedoch, dass Menschen kommen und Tora und Mizwot halten wollen, obwohl sie die ganze Zeit, bis sie kamen, unter weltlichen Menschen lebten. Sie kommen und sagen, sie wollten umkehren. Fragt man sie nach dem Grund, warum sie ihren gewohnten Weg ändern wollen, so sagen sie, sie fänden keinen Sinn mehr im Leben, nämlich in der Eigenliebe. Weil der Mensch nichts hat, was er empfangen und in sie – in seine Verlangen der Eigenliebe – hineinlegen könnte, weil er ihnen nichts zu geben hat, darum will er Tora und Mizwot halten.

Er hat nämlich gehört, dass man aus Tora und Mizwot sehr wohl Vergnügen empfangen kann – dann hätte er etwas, womit er sein Verlangen zu empfangen erfreuen kann. Das heißt: Solange er sieht, dass er sein Verlangen zu empfangen mit materiellen Vergnügen speisen kann, braucht er seinen Weg nicht zu ändern. Hört er aber, dass es einen Glauben gibt und einen Gebieter, der die Welt lenkt und sie nicht einfach so erschuf, sondern zu einem Ziel – und dieses Ziel heißt „Seinen Geschöpfen Gutes zu tun“ –,

und wenn er das hört und keine Befriedigung aus den materiellen Vergnügen zieht – weil er in ihnen keinen Lebenssinn spürt, für den es sich lohnte, in der Welt zu leben und zu leiden, denn jeder leidet nach seiner Stufe –, dann kann er, sobald er hört, dass es einen Ort gibt, an dem tatsächlich etwas das Leben erhellt, aus den materiellen Vergnügen heraustreten. Zwar sagten wir oben, dass er an die materiellen Vergnügen nicht zu glauben braucht, während ihm das Spirituelle zweifelhaft ist und er nur glauben muss, dass am Ende die Herrlichkeit kommt – dass er also zuletzt Lohn empfängt. Doch weil er in den materiellen Vergnügen keine Befriedigung findet, kann er auf die Seite der Heiligkeit hinüberwechseln und Tora und Mizwot halten.

Ist der Mensch aber in materielle Begierden versunken und zieht aus ihnen Befriedigung – wenn auch nur eine vorübergehende – und sieht erst danach, dass er keine Befriedigung hat, so ist er bereits wie „ein Säugling, der unter Götzendienern gefangen wurde“, und er hat keine Kraft, ihrer Herrschaft zu entkommen.

Doch auch nachdem solche Menschen das Joch von Tora und Mizwot auf sich genommen haben, regt sich bei ihnen mitunter wieder materielle Begierde, und dann fällt ihnen die Arbeit schwer. Man muss aber wissen: Dass materielle Begierden in ihnen erwachen – dass sie also anfangen, einen Geschmack daran zu finden, den sie zuvor nicht empfanden –, das gilt auch für jene, die mit religiöser Erziehung aufwuchsen und seit ihrer Jugend Tora und Mizwot halten. Wenn sie beginnen, die Arbeit des Gebens zu verrichten, erwacht in ihnen ein stärkerer Geschmack am Materiellen als zu der Zeit, da sie mit der Arbeit des Gebens begannen. Das gleicht dem, was unsere Weisen sagten (Sanhedrin, Blatt 75b): „Rabbi Jizchak sagte: Seit dem Tag, an dem der Tempel zerstört wurde, ist der Geschmack der Beiwohnung weggenommen und den Übertretern gegeben worden.“

Dies ist so auszulegen: „Seit dem Tag, an dem der Tempel zerstört wurde“ – das heißt, seit die Heiligkeit im Herzen des Menschen zerstört wurde. „Ist der Geschmack der Beiwohnung weggenommen worden“ – wobei „Beiwohnung“ ein Sammelname für alle Vergnügen ist. „Und den Übertretern gegeben worden“ – das ist verwunderlich: Warum sollten gerade die Übertreter mehr Geschmack am Vergnügen der materiellen Dinge empfinden als jene, die keine Übertreter sind? Als gebühre ihnen ein Lohn dafür, dass sie Übertreter sind, indem sie mehr Geschmack am Vergnügen empfinden als andere.

Um das zu verstehen, müssen wir betrachten, was im Lauf der Welt üblich ist. Wenn jemand erreichen kann, dass ein anderer für geringen Lohn bei ihm arbeitet, wird er ihm nicht mehr zahlen. Vielmehr ist jeder bestrebt, einen Arbeiter zu gewinnen, der bei ihm arbeitet und alles tut, was er von ihm verlangt, und ihm dabei möglichst wenig Lohn zu zahlen. Man kann aber nicht sagen, dass er ihm mehr zahlt, als der Arbeiter verlangt. Daraus ergibt sich, auf die Arbeit für den Schöpfer bezogen: Kommt der böse Trieb (Jezer haRa) zum Menschen und sagt ihm „Übertritt das Gebot der Tora“, so sagt der Mensch zu ihm: „Was gibst du mir dafür?“ Da sagt der böse Trieb zu ihm: „Dafür, dass du auf mich hörst, gebe ich dir, sagen wir zum Beispiel, zweihundert Gramm Vergnügen.“ Darauf sagt er ihm: „Für zweihundert Gramm Vergnügen will ich das Gebot des Schöpfers nicht übertreten.“ Da muss der böse Trieb ihm noch hundert Gramm hinzulegen, bis der Mensch auf ein solches Vergnügen nicht mehr verzichten kann und auf die Stimme des bösen Triebs hören muss.

Daraus folgt: In dem Maß, wie der Mensch die Größe der Sünde einschätzt, fällt es ihm schwer, das Gebot zu übertreten. Und weil diese Tat – das Gebot des Schöpfers zu übertreten – schwer ist, und weil die Regel gilt, dass man für schwere Arbeit guten Lohn zahlen muss, muss der böse Trieb in dem Maß, wie es ihm schwerfällt, die Übertretung zu begehen, einen großen Lohn geben – nämlich ein großes Vergnügen als Gegenleistung für die Übertretung. Fällt es hingegen nicht schwer, das Gebot des Schöpfers zu übertreten, so ist der böse Trieb nicht verpflichtet, ihm ein großes Vergnügen zu geben.

Daraus ergibt sich: Jene Weltlichen, die Tora und Mizwot überhaupt nicht halten, empfinden nicht, dass sie damit eine Übertretung begehen, wie unsere Weisen sagten (Yoma, Blatt 86b): „Hat ein Mensch eine Übertretung begangen und sie wiederholt, so wird sie ihm wie etwas Erlaubtes.“ Der böse Trieb braucht ihnen also keinen Geschmack an der Übertretung zu geben, denn für sie ist es nicht schwer, Übertretungen zu begehen, sodass er sie dafür entlohnen müsste. Darum empfinden sie keinen großen Geschmack an der Übertretung; er findet ja immer Arbeiter, die für ihn arbeiten wollen, und so braucht er ihnen kein großes Vergnügen zu zahlen.

Anders ist es bei jenen Menschen, die keine Übertretungen begehen wollen: Im Augenblick der Tat, wenn er spürt, dass er eine Übertretung begehen wird, fällt es ihm schwer, sie zu tun. Darum muss der böse Trieb sie einen großen Geschmack an der Übertretung empfinden lassen, sonst hören sie nicht auf seine Stimme und befolgen seine Befehle nicht. Deshalb muss er ihnen viel Vergnügen zahlen.

Damit lässt sich nun auslegen: „Seit der Tempel zerstört wurde“ – das heißt, sobald keine Heiligkeit im Herzen des Menschen ist –, „ist der Geschmack weggenommen worden“, der allgemeine Geschmack der Vergnügen, der „Beiwohnung“ heißt, „und den Übertretern gegeben worden“. Das bedeutet: Solange ein Mensch spürt, dass er eine Übertretung begeht, empfindet er den Geschmack. Aber „hat er sie begangen und wiederholt, sodass sie ihm wie erlaubt wird“, gibt ihm der böse Trieb kein Vergnügen mehr, weil er bereits ohne jeden Lohn arbeitet – denn das Begehen der Übertretungen fällt ihm nicht mehr schwer.

Darum unterliegen die Religiösen einem großen Irrtum, wenn manche von ihnen meinen, die Weltlichen hätten einen Geschmack an den materiellen Vergnügen. Denn sie dienen dem bösen Trieb ohne jede Gegenleistung, weil ihre ganze Lebenskraft im Widerstand gegen die Religion liegt; und sie haben nicht das Vergnügen, das die Religiösen meinen, weil der böse Trieb, wie gesagt, keinen Lohn umsonst gibt. Wundere dich darum nicht, wenn ein Mensch sieht, dass er, als er die Arbeit des Gebens begann, eine stärkere Lust auf materielle Begierden bekam. Das liegt nicht daran, dass er einen Abstieg erlitten hätte. Im Gegenteil: Weil er jetzt nicht mehr empfangen will, um zu empfangen, sondern nur noch geben will, gibt ihm der böse Trieb – wenn er kommt, um ihn von der Arbeit des Gebens abzuhalten – einen stärkeren Geschmack an den materiellen Vergnügen, damit er auf seine Stimme hört und sein Verlangen zu empfangen nicht überwinden kann.

Bevor er aber die Arbeit des Gebens begann, als er sich mit materiellen Begierden befasste, hatte er keine so große Lust auf materielle Begierden, weil er sich mit ihnen ohne großes Vergnügen befasste. Anders nun, da er die Arbeit des Gebens begonnen hat: Spürt er keinen großen Geschmack, so kann der böse Trieb gewiss nichts ausrichten, denn dann hört er nicht auf seine Stimme. Es zeigt sich also: In dem Maß, wie der Mensch sich von der Eigenliebe entfernt, beginnt er einen stärkeren Geschmack (an den materiellen Begierden) zu empfinden, weil er sonst, wie gesagt, nicht auf die Stimme (des bösen Triebs) hört.

Daraus ergibt sich, dass der Mensch nicht erschrecken soll, wenn er mitten in der Arbeit ein Verlangen nach materiellen Begierden bekommt, obwohl zuvor von solchen Begierden keine Rede war. Denn jetzt muss er jedes Mal das Gefäß des Empfangens korrigieren; je größer also das Vergnügen ist, desto größer ist, wie es heißt, sein Verlangen. Und wenn er das Verlangen korrigiert, also es überwindet, läutert er jedes Mal ein Verlangen, das „Kli“ heißt, indem er es aus den Klipot herausnimmt und in die Heiligkeit einführt. Darum gibt man ihm jedes Mal eine größere Begierde, wie gesagt.

Doch jedes Mal muss er beten, dass man ihm von oben Kraft gebe, dieses Kli, das „Verlangen“ heißt, zu überwinden. Das nennt man „Korrektur der Gefäße (Kelim) an der Wurzel seiner Seele“. Diese Gefäße, die er korrigieren muss, beginnen mit den Gefäßen des materiellen Verlangens zu empfangen, und am Ende korrigiert er die Gefäße – also die Verlangen des Empfangens – für die spirituellen Dinge. Und über all dies hinaus muss er den Schöpfer bitten, ihm die Kraft des Massach (Schirm) zu geben, also die Hilfe von oben, wie unsere Weisen sagten: „Wer kommt, um sich zu reinigen, dem hilft man.“

Nun wollen wir erklären, was wir gefragt haben:

Erstens zu dem, was der Heilige Sohar erklärt – dass Jakob das Erstgeburtsrecht gegeben wurde, obwohl Esau zuerst geboren wurde. Er erklärt, Esau sei eine Klipa und sei deshalb zuerst hervorgekommen; danach kam Jakob, weil die Ordnung ist, dass „die Klipa der Frucht vorausgeht“. Wir fragten: Es gibt doch bereits eine einfache Antwort, wie Rashi sie zu Beginn des Tora-Abschnitts Bereshit anführt, wo geschrieben steht: „Er tat die Macht Seiner Werke Seinem Volk kund, damit, wenn die Völker sagen ‚Ihr seid Räuber‘, sie ihnen sagen: ‚Die ganze Erde gehört dem Schöpfer. Er hat sie erschaffen und dem gegeben, der in Seinen Augen recht ist. Nach Seinem Willen nahm Er sie ihnen und gab sie uns.‘“ Wozu also fügt er hier eine weitere Antwort hinzu?

Zweitens: Warum muss „die Klipa der Frucht vorausgehen“? Nach dem Gesagten ist es einfach: Der Schöpfer erschuf die Welt, und die Schöpfung ist allein das Kli. Bekanntlich heißt das Licht nicht „Schöpfung“, sondern „Sein aus Sein“. Darum kann man nicht sagen, Er hätte zuerst eine Korrektur für die Schöpfung erschaffen müssen, bevor Er überhaupt etwas zu korrigieren hat. Das heißt: Zuerst erschuf Er das Kli, das „Verlangen zu empfangen“ heißt, und danach trat über dieses Kli eine Korrektur ein, die „Zimzum (Einschränkung) und Verhüllung“ genannt wird. Daraufhin strömte zu den Unteren der Aspekt der „Völker der Welt“ herab, nämlich das Verlangen zu empfangen, um zu empfangen, das ein Kli ohne Korrektur ist. Und ein Kli ohne Korrektur heißt „Klipa“.

Es kann also gar nicht anders sein, denn man kann das, was noch nicht in der Welt entstanden ist, nicht korrigieren. Wenn sie also sagen „Er hat sie erschaffen“, so bedeutet das: Er erschuf die Welt nach der geltenden Ordnung, das heißt, zuerst entsteht ein Mangel, und danach lässt sich der Mangel korrigieren. Nach der Regel von Wurzel und Zweig muss deshalb zuerst der Empfänger hervorkommen, der empfängt, um zu empfangen – das ist das Gegenteil des Schöpfers, also Ungleichheit der Form, die „Völker der Welt“ heißt –, wie im Heiligen Sohar geschrieben steht: „Bei den Völkern der Welt: Alles Gute, das sie tun, tun sie für sich selbst.“ Und das heißt „Klipa, die der Frucht vorausgeht“. Das heißt: „Klipa“ nennt man das, was nicht zum Verzehr taugt, weil die Fülle nach der Korrektur des Zimzum nicht in die Gefäße des Empfangens gelangt.

Anders aber danach, wenn die Korrektur kommt, die „mit der Absicht zu geben“ heißt – das ist der Aspekt Jakobs. Und das heißt „Frucht“, weil das Verlangen zu empfangen nun eine Korrektur hat, dem Schöpfer Wohlgefallen zu bereiten. Jetzt gibt es einen Ort, an dem man Früchte essen kann, weil hier eine Gleichheit der Form zwischen dem Licht und dem Kli besteht. Dann wird das Kli der Früchte gewürdigt. Anders die Sitra Achra; von ihr sagte der Heilige Sohar: „Ein fremder Gott ist unfruchtbar und trägt keine Frucht.“ Und darum sagt er, Jakob heiße „Bund“ – denn einen Bund zu schließen bedeutet, dass zwischen ihnen Gleichheit besteht. So steht geschrieben: „Denn ein Zeichen des ewigen Bundes ist es zwischen Mir und den Kindern Israels, ein ewiges Zeichen ist es.“

Es zeigt sich also: Jene Antwort, die Rabbi Jizchak gibt – der Grund liege in der „Macht Seiner Werke“ –, ist dieselbe Antwort, dass Er sie nach der Ordnung erschuf, in der „die Klipa der Frucht vorausgeht“. Aus Zweig und Wurzel ergibt sich, dass zuerst die Klipa erschaffen werden muss, die empfängt, um zu empfangen, und danach die Korrektur hervorkommt, die Israel oder Jakob ist. Es zeigt sich also: Was er sagt – „Er nahm sie ihnen und gab sie uns“ –, das bedeutet zu korrigieren, weil das die Ordnung ist.

korrigiert, EY, CO4.8 (Claude Opus 4.8), 20.07.2026, 04:04 Uhr, Ver4