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1987/18. Was ist die Vorbereitung auf das Empfangen der Tora? - 1

 

Siehe, es steht geschrieben: "Und der Ewige stieg hinab auf den Berg Sinai, auf die Spitze des Berges." Über das Volk sagt die Schrift: "Und sie standen am Fuße des Berges."

Wir sollten verstehen, was "hinabstieg" für den Schöpfer bedeutet, nämlich einen Abstieg, ein Herabsteigen. Schließlich war dies zur Zeit der Übergabe der Tora, warum sollte dies also als ein Abstieg für den Schöpfer angesehen werden, da dies eine Zeit der Freude war?

Unsere Weisen sagten über "und sie standen", dass dies uns lehrt, dass "der [Schöpfer] über ihnen den Berg wie einen Kübel umstürzte" und sagte: "Wenn ihr die Tora annehmt, sehr gut. Wenn ihr sie aber nicht annehmt, wird es euer Begräbnis sein" (Shabbat 88). Er fragte in den Tossafot [hebr.: Hinzufügungen, Kommentare zum Talmud]: "stürzte Er den Berg über ihnen um wie einen Kübel", obwohl sie zuvor bereits “Wir werden tun und wir werden hören” gesagt hatten. Es gibt viele Antworten auf diese Frage, aber wir sollten auch die Bedeutung von "stürzte Er den Berg über ihnen um wie einen Kübel" in der spirituellen Arbeit verstehen.

Um das zu verstehen, müssen wir uns an die bekannte Regel erinnern, dass es kein Licht ohne ein Kli [Gefäß] gibt. Das heißt, es kann keine Füllung geben, ohne dass es an etwas mangelt. Es ist unmöglich, sich an etwas zu erfreuen, ohne sich danach zu sehnen, und die Sehnsucht nach etwas heißt "Vorbereitung", also ein Bedarf. Der Bedarf an etwas bestimmt die Sehnsucht, und die Stufe des Genusses entspricht der Stufe der Sehnsucht.

Deshalb musste es vor der Übergabe der Tora eine Vorbereitung auf das Empfangen der Tora geben. Sonst könnte es keine Freude an der Tora geben. Das heißt, sie mussten den Bedarf, die Tora zu empfangen, vorbereiten, und der Bedarf bringt die oben erwähnte Sehnsucht hervor. Das Maß der Sehnsucht entspricht auch dem Ausmaß, in dem wir uns an der Tora erfreuen können. Wir sollten jedoch wissen, was tatsächlich der Bedarf für den Empfang der Tora ist.

Unsere Weisen sagten (Bawa Batra 16): "Der Schöpfer hat den Bösen Trieb erschaffen, Er hat für ihn ein Gewürz erschaffen." RASHI interpretierte "Erschafft für sie die Tora als Gewürz", das die Gedanken an Übertretungen auslöscht, wie geschrieben steht (Kiduschin 30): "Wenn du diesem Frevler begegnest, zieh ihn ins Lehrhaus." Und dort (Kiduschin 30) heißt es: "So hat der Schöpfer zu Israel gesagt: 'Ich habe den Bösen Trieb erschaffen; Ich habe für ihn die Tora als Gewürz erschaffen. Wenn ihr euch mit der Tora befasst, werdet ihr ihm nicht in die Hände fallen'. Es wird gesagt, 'und wenn ihr gut handelt.' Wenn ihr euch aber nicht mit der Tora befasst, werdet ihr ihm in die Hände fallen,' wie geschrieben steht: 'Die Sünde hockt vor der Tür.'"

Wir sehen also, dass die Tora eine Korrektur ist, um aus der Herrschaft des Bösen Triebs herauszukommen. Das bedeutet, dass der Mensch, der sich vom Bösen Trieb beherrscht fühlt, spürt, dass der Böse Trieb mit all den Ratschlägen, die er dem Menschen gibt, wie er glücklich sein und das Leben genießen kann, darauf abzielt, ihm zu schaden. Das heißt, er hindert ihn daran, das wirklich Gute zu erreichen, das "Dwekut [Anhaftung] mit dem Schöpfer" genannt wird. Deshalb sagt der Mensch, dass dieser Trieb böse und nicht gut ist.

Es ist jedoch sehr schwer für einen Menschen, dies so zu sagen. Denn der Böse Trieb gibt ihm zu verstehen, dass es in seinem Interesse liegt, für seinen Lebensgenuss zu sorgen und Genuss bei den Dingen zu empfinden, die er tut, was bedeutet, dass alle seine Handlungen nur zu seinem eigenen Nutzen geschehen sollen. Der Trieb gibt ihm zu verstehen, dass der Mensch die Regel kennen sollte, dass alle Ratschläge, die er ihm gibt, nur eines im Sinn haben: seinen eigenen Nutzen. Und auch wenn er manchmal sagt, dass er etwas für einen anderen tun soll, sagt er ihm aus gutem Grund, dass er zu Gunsten eines anderen arbeiten soll. Es ist im Voraus berechnet, dass diese Handlung später einen Nutzen für ihn selbst bringen wird. Wie kann ein Mensch also sagen, dass es ein böser Trieb ist, während der böse Trieb ihm sagt, dass er keine andere Absicht hat als sein eigenes Wohl und nicht das eines anderen?

Aus diesem Grund hat der Mensch viel Arbeit, um zu dem Gefühl zu kommen, dass sein Wille zu empfangen böse ist, und zwar so sehr, dass er mit absoluter Sicherheit weiß, dass er keinen größeren Feind in der Welt hat als den Empfänger in ihm, wie wir festgestellt haben, dass König Salomo ihn “den Feind” nannte. Es steht geschrieben: "Wenn dein Feind hungrig ist, gib ihm Brot." Es ist sehr schwer für einen Menschen, ein für alle Mal festzustellen, dass er böse ist und ihn nur davon abhalten will, den guten Weg zu gehen, der genau das Gegenteil des Weges des Empfängers ist, denn der Weg der Wahrheit besteht einzig und alleine darin, zu geben, während der Empfänger nur empfangen will. Daraus folgt, dass der Mensch sich hier entscheiden muss, ob er als "gut" oder "böse" betrachtet werden will.

Und das ist, was unsere Weisen sagten (Nida): "Rabbi Chanina Bar Papa sagt: 'Der Engel, der über die Schwangerschaft bestimmt, heißt Laila [hebr.: Nacht]. Er nimmt einen Tropfen und legt ihn vor den Schöpfer und sagt zu ihm: 'Herr der Welt, was soll aus diesem Tropfen werden? Wird er ein Held oder ein Schwächling, ein Weiser oder ein Narr, reich oder arm sein?' Aber 'Frevler oder Gerechter' hat er nicht gesagt. Vielmehr wurde dies der Wahl des Menschen überlassen.'"

Es muss erklärt werden, dass die Absicht der Wahl darin besteht, festzulegen und zu entscheiden und dem Empfänger im Menschen einen Namen zu geben, ob der Trieb tatsächlich gut ist, mit dem er sich um den Nutzen des Menschen selbst sorgt und nicht auch nur eine Minute davon abgelenkt wird, sich um andere zu kümmern. Aus diesem Grund lohnt es sich, auf ihn zu hören, denn er kümmert sich nur um seinen eigenen Nutzen, was bedeutet, dass er glücklich sein wird. Deshalb sollte man ihm vertrauen und weder nach rechts noch nach links von ihm abweichen, sondern muss alle seine Befehle befolgen und kein bisschen von ihm abweichen, Gott bewahre.

Es gibt auch die gegenteilige Ansicht, dass dies in der Tat Böse ist, weil wir uns durch das Hören darauf und das Vorhaben, uns mit Eigenliebe zu befassen, vom Schöpfer wegen der Unterschiedlichkeit der Form entfernen. Dann ist die Eigenschaft von Din, die durch die Korrektur des Zimzum [Einschränkung], resultiert, die auf das Licht angewandt wurde, um Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Aus diesem Grund kann der Name des Schöpfers, des Guten, der Gutes tut, nicht offenbart werden, wenn Eigenliebe vorhanden ist. Deshalb muss der Mensch ein für alle Mal entscheiden, dass die Eigenliebe das wirklich Böse ist und dem Menschen Schaden zufügt.

Die Frage ist jedoch, woher der Mensch die Kraft nehmen kann, die Entscheidung zu treffen, über den Empfänger zu sagen, dass er so böse ist, dass er von heute an nicht mehr auf ihn hören wird?

Die Wahrheit ist, dass es auch hier der Hilfe des Schöpfers bedarf, um ihm die Wahrheit zu zeigen, dass der Empfänger für sich selbst der wahre Frevler und Feind des Menschen ist. Wenn der Mensch das spürt, ist er davor gefeit, zu sündigen. Dann werden alle Verhüllungen und Bestrafungen von ihm entfernt, denn wenn er bereits weiß, dass das der Todesengel ist, wird er ganz sicher vor dem Tod davonlaufen. Das ist der Zeitpunkt, an dem die Freude und der Genuss, die im Schöpfungsziel liegen, offenbart werden können. Zu diesem Zeitpunkt erlangt ein Mensch den Schöpfer, der Der Gute genannt wird, der Gutes tut.

Dementsprechend sollten wir auslegen, was in der Tora (1. Buch Mose 8,21) geschrieben steht: "Und der Ewige sprach in Seinem Herzen: 'Ich will die Erde nicht mehr verfluchen um des Menschen willen; denn der Böse Trieb des Herzens des Menschen ist böse von Jugend auf.'" Nachmanides interpretiert "in Seinem Herzen" so, dass er die Angelegenheit zu diesem Zeitpunkt keinem Propheten offenbart hat. Und Ibn Esra fügt hinzu und sagt: "Danach offenbarte Er Noah Sein Geheimnis."

Es ist schwierig, diesen Vers zu verstehen, denn hat der Schöpfer erst jetzt gesehen, dass "der Trieb des Herzens eines Menschen von Jugend an böse ist", und davor wusste Er es nicht?

In der spirituellen Arbeit sollten wir auslegen, dass der Schöpfer nach all der Arbeit, die ein Mensch in die Erweckung gesteckt hat, um die Wahrheit zu erlangen, also um wirklich zu wissen, warum er geboren wurde und welches Ziel er erreichen soll, ihm nun offenbarte, dass die Neigung des Herzens eines Menschen, die der Empfänger ist, von seiner Jugend an böse ist. Das heißt, man kann nicht sagen, dass Er jetzt sieht, dass der Trieb böse geworden ist. Vielmehr ist sie von Jugend an böse. Bis jetzt konnte der Mensch jedoch nicht feststellen, dass er wirklich böse ist; deshalb befand sich der Mensch in einem Zustand des Auf- und Abstiegs. Mit anderen Worten, manchmal hörte er auf den Trieb und sagte: "Von nun an werde ich wissen, dass das mein Feind ist und alles, was er mir rät, zu meinem Nachteil ist."

Aber danach steigt die Wertschätzung des Triebs wieder und er hört wieder auf ihn und arbeitet mit ganzem Herzen für ihn – und tut dies wieder und wieder. Er fühlt sich dabei wie "ein Hund, der zu seinem Erbrochenen zurückkehrt". Das heißt, er hat bereits festgestellt, dass es für ihn untauglich war, auf ihn zu hören, weil alle Nahrung, die der Trieb ihm gibt, nur für Tiere und nicht für Menschen geeignet ist. Doch plötzlich kehrt er zur tierischen Nahrung zurück und vergisst alle Entscheidungen und Ansichten, die er zuvor hatte.

Wenn er später bereut, sieht er, dass er keine andere Möglichkeit hat, als dass der Schöpfer ihn erkennen lässt, dass der Trieb, der "böse" genannt wird, wirklich böse ist. Dann, wenn der Schöpfer ihm dieses Wissen gegeben hat, geht er nicht wieder in die Irre, sondern bittet den Schöpfer, ihm jedes Mal, wenn der Trieb ihn scheitern lassen will, die Kraft zu geben, ihn zu überwinden, damit er die Kraft hat, ihn zu überwinden.

Deshalb sollte der Schöpfer ihm sowohl das Kli [Gefäß] als auch das Licht geben, d.h. sowohl das Bewusstsein, dass der Böse Trieb böse ist und dass ein Bedarf besteht, aus seiner Herrschaft herauszukommen, als auch die Korrektur dafür – die Tora, wie geschrieben steht: "Ich habe den Bösen Trieb erschaffen; Ich habe die Tora als Gewürz erschaffen." Dementsprechend gab der Schöpfer ihm sowohl den Bedarf an der Tora als auch die Tora. Das wird so gesehen, als hätte der Schöpfer ihm sowohl das Licht als auch das Kli gegeben.

Demnach sollten wir den obigen Vers auslegen: "Und der Ewige sagte in seinem Herzen." Die Schriftgelehrten interpretierten, dass dies darauf hinweist, dass die Angelegenheit den Propheten nicht offenbart wurde. Das gilt als "in Seinem Herzen". Danach offenbarte er sein Geheimnis. Was ist das Geheimnis? Dass der Trieb des Herzens eines Menschen von Jugend an böse ist.

Und nach dem Vorhergehenden ist die Reihenfolge so, dass man zuerst selbst sehen und entscheiden muss, dass der Name des Triebs in seinem Herzen "böse" ist. Danach sieht er, dass er nicht in der Lage ist, mit Entschlossenheit zu bestimmen, dass er sein Wort nicht zurücknehmen und sagen wird, dass die Neigung etwas Gutes ist und es sich lohnt, auf sie zu hören, und so weiter und so fort. Und diese Zeit heißt, dass der Schöpfer "in seinem Herzen" sagt, dass die Neigung des Herzens eines Menschen von seiner Jugend an böse ist. Aber demjenigen, der sich mit dem Vorhaben befasst, hat der Schöpfer dieses Geheimnis noch nicht offenbart, dass die Neigung "böse" genannt wird, weil sie böse ist. Dies geschieht, um dem Menschen die Möglichkeit zu geben, sich zu entscheiden und zu bestimmen, dass sie böse ist.

Aber wenn der Mensch danach sieht, dass er nicht sagen kann, dass es ganz und gar böse ist, sondern es jedes Mal bereut, dann kommt der Zustand, in dem er zum Schöpfer schreit: "Hilf mir!" Das ist die Bedeutung dessen, was Ibn Esra sagt: "Danach offenbarte Er Noah Sein Geheimnis." Es bedeutet, dass Noah "dem Schöpfer dienen" soll. Das heißt, wenn der Schöpfer einem Menschen offenbart, dass der Böse Trieb von Jugend an böse ist, was nichts Neues ist, dass der Böse Trieb böse ist, "aber Ich habe es dir nicht gesagt. Jetzt, wo Ich dir dieses Geheimnis verrate, dass der Böse Trieb des Menschen böse ist, kannst du sicher sein, dass du nicht mehr darauf hören wirst, denn Ich selbst habe es dir offenbart. Deshalb werde Ich nicht mehr verfluchen", denn es wird kein Bedarf an weiteren Strafen bestehen, da alles in Ordnung sein wird, wie es heißt: "Und Ich werde nicht mehr alle Lebenden schlagen, wie Ich es getan habe."

Das heißt, bevor der Schöpfer offenbarte, dass der Trieb des Herzens des Menschen böse ist, musste es Auf- und Abstiege geben. Das heißt, zu Beginn der Arbeit hattest du Lebenskraft, aber um auf dem richtigen Weg zu sein, musstest du alles Lebendige schlagen, das heißt, ich habe dir die Lebenskraft genommen, die du in der Arbeit hattest, und du bist von dort in einen Zustand der Niedrigkeit hinabgestiegen, weil du den Bösen Trieb hast, der die böse Neigung ist. Dann heißt es: "Ich habe den Bösen Trieb erschaffen, Ich habe die Tora als Gewürz erschaffen." Aber zuvor hat er diesen Bösen Trieb und spürt nicht die Notwendigkeit für die Tora. Aus diesem Grund kann die Tora erst gegeben werden, nachdem der Schöpfer das Geheimnis offenbart hat, dass der Böse Trieb im Herzen eines Menschen ist, denn ohne Kelim [Gefäße] gibt es kein Licht, und nur dort, wo ein Bedarf besteht, kann man ihm geben, was er braucht.

Die Offenbarung des Schöpfers, dass der Böse Trieb des Herzens eines Menschen böse ist, heißt aber auch "Licht", d.h. Füllung, und es gibt keine Füllung ohne Mangel. Aus diesem Grund kann ein Mensch nicht damit belohnt werden, dass der Schöpfer ihm das Böse offenbart, bevor er einen Bedarf daran hat, denn es gibt die Regel, dass es nicht die Art des Menschen ist, eine Handlung ohne einen Bedarf auszuführen, und das gilt erst recht für den Schöpfer, der keine Handlung ohne Bedarf ausführt.

Woher also soll der Mensch den Bedarf empfangen, dass der Schöpfer einem das oben genannte Geheimnis offenbart? Aus diesem Grund muss der Mensch mit der Arbeit beginnen und wissen, dass sein Empfänger das Böse ist, vor dessen Herrschaft er fliehen muss. Alles, was er in der Tora und im Gebet tut, oder wenn er sich mit Geboten befasst, ist der Versuch, dass all diese Handlungen ihm die Erkenntnis des Bösen bringen. In dem Moment, wenn er spürt, dass er böse ist und Handlungen des Gebens ausführen will, dann beginnt er, Lebenskraft zu empfangen. Wenn er von seiner Stufe abfällt, verliert er die Lebenskraft.

Er ist der Schöpfer selbst, der ihn von seiner Stufe fallen lässt, da er das wirkliche Böse in ihm noch nicht erkennt. Aber durch die Abstiege, die er jedes Mal hat, bittet er den Schöpfer, ihm ein für alle Mal zu offenbaren, dass der Wille [für sich selbst] zu empfangen, böse ist und er ihm nicht folgen soll.

Daraus folgt, dass die Abstiege, die er hat, vom Schöpfer zu ihm kommen, wie geschrieben steht: "Und Ich will nicht mehr alles Lebendige schlagen", um von Ihm die Lebenskraft in der Tora und der Arbeit zu empfangen und ohne jegliche Lebenskraft der Kedusha [Heiligkeit] zu bleiben, weil der Mensch bereits vollständig den Bedarf hat, das der Schöpfer ihm hilft, das Böse dauerhaft zu erkennen, damit er sich nicht noch einmal danach sehnt, auf die Stimme des Bösen zu hören. Das ist so, weil der Mensch zu dem Bedürfnis gekommen ist, dass der Schöpfer ihm hilft, denn jetzt sieht er, dass es unmöglich ist, dass er jemals dem Bösen Trieb zugetan sein und auf ihn hören will, und dass er wieder endlos in die Irre gehen wird. Aus diesem Grund ist er jetzt auf den Schöpfer angewiesen, damit Er ihm hilft zu erkennen, dass der Trieb in ihm böse ist und der Grund dafür ist, dass er die Freude und den Genuss, die der Schöpfer für die Geschöpfe erschaffen hat, nicht erreichen kann.

Deshalb hat der Mensch viele Abstiege, denn dadurch bildet sich in ihm das Verlangen, sich nach dem Schöpfer zu sehnen, um ihm zu helfen und zu spüren, dass der Trieb im Herzen des Menschen böse ist.

Jetzt können wir verstehen, was wir gefragt haben: Was ist die Vorbereitung für das Empfangen der Tora? Die Antwort ist: der Böse Trieb. Wenn der Mensch weiß, dass er das Böse in sich trägt, also nachdem der Schöpfer ihn darüber informiert hat, hat der Mensch einen neuen Bedarf: wie er ihn besiegen kann. Doch das kann nur durch die Tora geschehen, wie unsere Weisen sagten: "Ich habe den Bösen Trieb erschaffen; Ich habe die Tora als Gewürz erschaffen." Dies ist die Vorbereitung für das Empfangen der Tora. Das heißt, der Bedarf an der Tora ist "die Vorbereitung für das Empfangen der Tora".

So werden wir verstehen, was wir über die Bedeutung der Worte "Und der Ewige stieg auf den Berg Sinai hinab, auf die Spitze des Berges." gefragt haben. Was ist "der Gipfel des Berges", und wie kann dies als ein Abstieg bezeichnet werden, wenn es um den Schöpfer geht? Bekanntlich richtet sich im Spirituellen der Name nach dem Handeln, so wie es über Manoach mit dem Engel geschrieben steht, der sagte: "Warum fragst du nach meinem Namen? Es ist doch nach der Handlung benannt.”

Zum Beispiel wird der Engel, der heilt, Rafael [wörtlich: die Heilung des Schöpfers] genannt und so weiter. Wenn der Schöpfer einem Menschen Heilung schickt, wird er ebenfalls "Heiler der Kranken" genannt. Demnach wird der Schöpfer, der dem Menschen offenbart, dass der Böse Trieb des Herzens eines Menschen böse ist, als der Schöpfer angesehen, der einem Menschen offenbart, in welchem Zustand der Abstammung der Mensch geboren wurde, wie geschrieben steht: "Böse von seiner Jugend an", also vom Tag seiner Geburt an. Dann wird der Schöpfer nach dem Handeln benannt, das dem Menschen seinen niedrigen Zustand zeigt, und das heißt: "Und der Ewige stieg auf den Berg Sinai herab."

Wir finden hier zwei Formulierungen: 

1.) In Bezug auf den Schöpfer steht geschrieben: "Und der Ewige stieg auf den Berg Sinai herab, auf die Spitze des Berges." 

2.) In Bezug auf das Volk steht geschrieben: "Und sie standen am Fuße des Berges."

Wir müssen verstehen, was der "Berg" ist. Das Wort Har [Berg] kommt von dem Wort Hirhurim [Gedanken], das den Verstand des Menschen bezeichnet. Alles, was sich im Intellekt befindet, wird als "potenziell" betrachtet. Später kann es sich zu einer tatsächlichen Tatsache ausweiten. Dementsprechend können wir "Und der Ewige stieg herab auf den Berg Sinai, auf die Spitze des Berges" als die Gedanken und den Verstand des Menschen interpretieren, was bedeutet, dass der Schöpfer das ganze Volk darüber informierte, dass der Trieb des Herzens eines Menschen von Jugend an böse ist. Nachdem der Schöpfer sie potenziell, d.h. auf dem Gipfel des Berges, darüber informiert hatte, wurde das, was potenziell war, zu einer Tatsache.

Aus diesem Grund kam das Volk zu einer tatsächlichen Empfindung und jeder spürte nun den Bedarf an der Tora, wie es geschrieben steht: "Ich habe den Bösen Trieb erschaffen; Ich habe die Tora als Gewürz erschaffen." Nun sagten sie, indem sie tatsächlich fühlten, dass sie gezwungen waren, die Tora zu empfangen, d.h. ohne Wahl, denn sie sahen, wenn sie die Tora empfingen, würden sie Freude und Genuss haben, und wenn nicht, dann wäre es der Ort ihrer Grabstätte. Wenn wir also in unserem jetzigen Zustand bleiben, wird unser Leben kein Leben sein, sondern unsere Grabstätte.

Dementsprechend sollten wir "Und der Ewige stieg hinab auf den Berg" so auslegen, dass, nachdem der Schöpfer sie auf dem Berg – d.h. im Verstand –, darüber informiert hatte, dass das Böse das Herz eines Menschen ist, und nachdem dies in ihrem Verstand, in ihren Gedanken und in ihrem Verstand verankert worden war, es sofort wirkte, wie geschrieben steht: "Und sie standen am Fuße des Berges." Mit anderen Worten: Der Abstieg, der auf dem Berg war, wirkte auf sie und sie standen am Fuße des Berges, was bedeutet, dass die oben genannten Abstiege sie beherrschten.

Daraus folgt, dass "stürzte Er den Berg über ihnen um wie einen Kübel" den Abstieg und die Informationen bedeutet, die sie auf dem Berg erhielten, d.h. mit dem Gedanken über sie, dass sie nun die Tora empfangen müssen, weil dieser Berg, d.h. dieser Abstieg, bei ihnen den Bedarf auslöst, die Tora zu empfangen, so dass sie das Böse in ihrem Herzen überwinden können.

Die Bedeutung von "ihnen aufzwingen" ist, dass der Grund dafür, dass sie jetzt die Tora empfangen müssen und keine andere Wahl haben, der Berg ist, d.h. die Information, die sie in ihrem Denken und Verstand empfangen haben, dass sie sich in einem Zustand des Abstiegs befinden, weil sie das Böse in ihren Herzen haben. Das ist “wie ein Kübel”, das heißt, es ist ein Zwang und sie haben keine Wahl. Dies wird als der Berg angesehen, der sie unten beherrscht.

Deshalb sollten wir uns fragen, was es bedeutet, dass unsere Weisen durch das Wunder an Purim gesagt haben: "erfüllten und nahmen an"?

Das ist das, was bisher zwangsweise geschah, und von nun an freiwillig (Shabbat 88). So heißt es: "Raba sagte: 'Dennoch empfing es das Geschlecht in den Tagen des Ahasverus,' wie geschrieben steht: 'Die Juden erfüllten und nahmen an.'" RASHI interpretierte, dass es aus Liebe zu dem Wunder war, das für sie geschah.

Wir sollten das so erklären, wie es in der "Einführung in das Studium der Zehn Sefirot" (S. 41) geschrieben steht: "Es gibt eine bedingte Liebe, bei der er aufgrund des Genusses, den er an Tora und Mizwot [Gebote/gute Taten] empfindet, diese einhält. Aber es gibt eine höhere Stufe, die 'bedingungslose Liebe' genannt wird, bei der sie aufgrund des Wunders es auf sich nahmen, Tora und Mizwot zu erfüllen, ohne irgendeinen anderen Grund."

 


Zusammenfassung

Der Artikel von Rabash mit dem Titel "Was ist die Vorbereitung auf das Empfangen der Tora?" thematisiert die spirituelle Vorbereitung, die notwendig ist, um die Tora zu empfangen und ihren wahren Wert und Genuss zu erfahren. Rabash beginnt mit der Erklärung des symbolischen "Abstiegs" Gottes auf den Berg Sinai und der Positionierung des Volkes Israel am Fuß des Berges, was eine tiefere spirituelle Bedeutung über das Verhältnis zwischen dem Schöpfer und den Empfängern der Tora offenbart.

Die Vorbereitung auf das Empfangen der Tora wird mit der Notwendigkeit verbunden, ein Gefäß (Kli) der Sehnsucht und des Mangels zu entwickeln, um das Licht (die Lehren und die Weisheit der Tora) aufnehmen zu können. Rabash erläutert, dass ohne ein solches Gefäß der Mangel an Verlangen die Fähigkeit, Freude aus der Tora zu ziehen, limitiert. Die Tora selbst wird als Mittel zur Korrektur des Bösen Triebs beschrieben, der den Menschen von wahrer Anhaftung (Dwekut) mit dem Schöpfer abhält.

Rabash vertieft die Diskussion über den Bösen Trieb, indem er erklärt, dass der Kampf gegen ihn und die Erkenntnis seiner wahren Natur Teil der Vorbereitung auf das Empfangen der Tora ist. Er argumentiert, dass nur durch die Erkenntnis und Ablehnung des Eigeninteresses der Mensch in der Lage ist, den Wert der Tora vollständig zu schätzen und sie als "Gewürz" gegen den Bösen Trieb zu verwenden.

Der Artikel endet mit der Erkenntnis, dass die Tora und die Arbeit an sich selbst ein Weg sind, die Kontrolle des Bösen Triebs zu überwinden und wahre Freude und Erfüllung zu finden, indem man ein Leben führt, das mit dem Willen des Schöpfers übereinstimmt. Die Geschichte von Purim wird als Beispiel für die Annahme der Tora aus Liebe und nicht aus Zwang zitiert, was den idealen Zustand der Beziehung zwischen Israel und dem Schöpfer darstellt.

Zusammengefasst argumentiert Rabash, dass die Vorbereitung auf das Empfangen der Tora in der Entwicklung eines tiefen Bedürfnisses und Verlangens nach spiritueller Korrektur und Anhaftung an den Schöpfer besteht, wobei die Tora als das wesentliche Mittel zur Erreichung dieses Ziels dient.