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Kabbala Bibliothek Startseite / Rabash / Artikel / 1986/32 Der Grund für das Strecken der Beine und das Bedecken des Kopfes während des Gebets

Rabash – 1986 – Artikel 32 (תשמ״ו – מאמר ל״ב)

„Worum es im Gebet geht – das gerade Richten der Beine und das Bedecken des Kopfes“ · ענין שבתפלה צריכים ליישור רגלים ולכסוי ראש

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1

Im Sohar (WaEtchanan, Blatt 3, und im Sulam [Leiter-Kommentar], Punkt 10) steht geschrieben, und dies sind seine Worte: „Komm und sieh: Wer im Gebet steht, muss seine Beine gerade richten und seinen Kopf bedecken, wie einer, der vor dem König steht; und er muss seine Augen bedecken, damit er nicht auf die Shechina (göttliche Gegenwart) blickt.“ Und im Sohar (WaEtchanan, Punkt 11) fragt er: „Du sagst: ‚Wer auf die Shechina blickt, während er betet‘ – aber wie kann er auf die Shechina blicken? Und er antwortet: Vielmehr soll man wissen, dass die Shechina gewiss während seines Gebets vor ihm steht. Deshalb ist es ihm verboten, seine Augen zu öffnen.“ So weit seine Worte.

בזהר (ואתחנן דף ג' ובהסולם אות י') כתוב שם וזה לשונו "בוא וראה, מי שעומד בתפלה צריך ליישר רגליו, וצריך לכסות ראשו, כמי שעומד לפני המלך, וצריך לכסות עיניו, כדי שלא יסתכל בהשכינה". ובזהר (ואתחנן, אות י"א) הוא שואל "אתה אומר, מי שמסתכל בשכינה בשעה שהוא מתפלל. ואיך יכול להסתכל בשכינה. ומשיב, אלא לדעת, אשר ודאי השכינה עומדת לפניו בשעת תפלתו. ועל כן אסור לו לפתוח עיניו", עד כאן לשונו.

Im Sohar steht geschrieben (WaEtchanan, Punkt 10): „“Komm und sieh – wer im Gebet steht, muss seine Beine gerade halten und seinen Kopf bedecken, als ob er vor dem König steht, und er muss seine Augen bedecken, damit er nicht auf die Shechina (göttliche Präsenz) schaut.“ Im Sohar (WaEtchanan, Punkt 11) fragt er: „Du sagst: ‚Einer, der die Shechina ansieht, während er betet.‘ Aber wie kann er die Shechina anschauen? Er antwortet: ‚Man muss davon ausgehen, dass die Shechina mit Sicherheit vor ihm steht, während er betet. Deshalb ist es ihm verboten, seine Augen zu öffnen.'“

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Und es ist zu verstehen: Worauf deutet das gerade Richten der Beine hin? Es scheint eine Bedingung des Gebets zu sein, deutet also auf etwas Wichtiges hin. Was ist es also? Weiter ist zu verstehen: Was hat es damit auf sich, dass man den Kopf während des Gebets bedecken muss? Man kann nicht sagen, gemeint sei, den Kopf während des Gebets mit dem Tallit (Gebetsschal) zu bedecken, denn das ließe sich nur über das Morgengebet sagen. Beim Nachmittags- und beim Abendgebet aber beten wir ohne Tallit – was hätte es da mit dem Bedecken des Kopfes auf sich? Worauf also deutet dies hin?

ויש להבין, למה מרמז ענין ישור רגלים, שמשמע שזהו תנאי בתפלה, היינו, שזה מרמז על ענין חשוב. אם כן מהו. עוד יש להבין, מהו ענין שצריכים לכסות את הראש בעת התפלה. ואין לומר, שכוונתו, שצריכים לכסות את הראש עם הטלית בעת התפלה, שזה שייך לומר רק בתפלת שחרית. אבל בתפלת מנחה ותפלת ערבית, שאנו מתפללים בלי טלית, ומה שייך אז לומר ענין כסוי ראש. אם כן על מה זה מרמז.

Wir sollten verstehen, worauf die Angelegenheit mit den geraden Beinen hinweist, denn sie scheint eine Bedingung für das Gebet zu sein, sie deutet also eine wichtige Angelegenheit an. Was ist es also? Wir sollten auch verstehen, warum wir den Kopf während des Gebets bedecken müssen. Man kann nicht sagen, dass es bedeutet, dass wir den Kopf während des Gebets mit dem Tallit [Gebetsschal] bedecken müssen, denn das gilt nur für das Morgengebet. Aber bei den Nachmittags- und Abendgebeten, die wir ohne Tallit beten, wie können wir da von der Bedeckung des Kopfes sprechen? Worauf bezieht sich das also?

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Und ebenso: Was bedeutet es, die Augen zu bedecken? Wir pflegen, wenn wir das Shma (Glaubensbekenntnis „Höre, Israel“) lesen, die Augen zu bedecken. Hier aber sagt er, dass man auch im Gebet die Augen bedecken muss. Man muss also wissen, worauf diese Worte hindeuten. Und ebenso ist die Antwort des heiligen Sohar zu verstehen, mit der er die Frage löst, wie man denn auf die Shechina blicken könne.

וכן מהו לכסות עיניו. אנו נוהגים, בעת שאנו קוראים קריאת שמע, אנו מכסים את העינים. וכאן הוא אומר, שגם בתפלה צריכים לכסות העינים. אם כן יש לדעת, על מה מרמזים הדברים. וגם יש להבין את תשובת הזה"ק, על מה שמתרץ על השאלה, וכי איך יכול להסתכל בשכינה.

Und was bedeutet es, die Augen zu bedecken? Wir bedecken unsere Augen, wenn wir das Shma Yisrael lesen, aber hier sagt er, dass wir auch während des Gebets unsere Augen bedecken sollen, also sollten wir wissen, was diese Worte bedeuten. Wir sollten auch die Antwort des Sohar auf die Frage verstehen: „Wie kann er die Shechina anschauen?“

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Er löst sie so: Vielmehr soll man wissen, dass die Shechina gewiss während seines Gebets vor ihm steht. Doch diese Lösung ist nicht verständlich. Was ist der Zusammenhang zwischen dem Schließen der Augen und dem Wissen, dass die Shechina vor ihm steht? Um das Gesagte zu verstehen, müssen wir das ganze Werk der Schöpfung noch einmal durchgehen: Was ist ihr Ziel, und welche Stufe soll die Schöpfung erreichen?

ומתרץ, אלא לדעת אשר ודאי השכינה עומדת לפניו בשעת תפלתו. אבל התירוץ אינו מובן. מהו הקשר בין סגירת עינים לידיעה שהשכינה עומדת לפניו. הנה בכדי להבין את הנ"ל, צריכים לחזור על כל ענין המפעל של הבריאה, מהי מטרתה, ולאיזו דרגה הבריאה צריכה להגיע.

Er erklärt, dass man davon ausgehen soll, dass die Shechina während des Gebets mit Sicherheit vor ihm steht. Aber die Antwort ist unklar: Was ist die Verbindung zwischen dem Schließen der Augen und dem Wissen, dass die Shechina vor ihm steht? Um das zu verstehen, müssen wir auf die ganze Angelegenheit in der Arbeit der Schöpfung zurückkommen – wozu ist sie da und welche Stufe soll die Schöpfung erreichen?

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Es ist bekannt, dass das Schöpfungsziel darin besteht, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Dazu stellt sich die bekannte Frage: Warum ist demnach das Gute und der Genuss nicht bei jedem einzelnen Geschöpf wahrnehmbar? Wir sehen vielmehr das Gegenteil: Die ganze Welt leidet Kummer und Qualen, bis sie ein wenig Freude und Genuss erlangt. Wenn der Mensch mit sich selbst Abrechnung hält, sagt er meist, was unsere Weisen sagten: „Besser wäre ihm, nicht erschaffen worden zu sein, als erschaffen zu sein“ (Eruwin 13). Und dies sind ihre Worte: „Es ist dem Menschen lieber, nicht erschaffen worden zu sein, als erschaffen zu sein.“

ידוע שמטרת הבריאה היא להטיב לנבראיו. ועל זה באה השאלה הידועה, ולפי זה מדוע לא ניכר ענין הטוב והעונג אצל כל אחד ואחד מהנבראים, אלא אנו רואים ההיפך, שכל העולם סובלים צער ויסורים עד שמשיגים משהו קצת הנאה ותענוג. ובדרך כלל, כשהאדם עושה חשבון לנפשו, אז הוא אומר את מה שאמרו חז"ל, "טוב לו שלא נברא משנברא" (עירובין י"ג). וזו לשונם "נוח לו לאדם שלא נברא, יותר משברא".

Es ist bekannt, dass das Schöpfungsziel darin besteht, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Dazu kommt die berühmte Frage: Warum sind dann Freude und Genuss nicht für jedes einzelne Geschöpf offensichtlich? Vielmehr können wir das Gegenteil sehen: Die ganze Welt leidet und quält sich, bevor sie Freude und Genuss erfährt. Wenn der Mensch in sich geht, sagt er meist, was unsere Weisen sagten: „Es wäre besser, nicht geboren zu sein, als geboren zu werden“ (Iruvin, 13). In ihren Worten: „Es wäre besser für den Menschen, nicht geboren zu sein, als geboren zu werden.“

6

Die Antwort lautet bekanntlich: Damit es nicht zu jener Scham kommt, die „Nahama deKisufa“ (Brot der Schande) genannt wird, wurde uns eine Korrektur gegeben, die „Angleichung der Form“ heißt. Sie besteht darin, dass alles, woraus der Mensch Freude und Genuss empfängt, unter der Absicht zu geben geschehen soll. Und damit der Mensch überhaupt die Fähigkeit erlangen kann, sich daran zu gewöhnen, die Genüsse mit der Absicht zu geben zu empfangen, mussten Zimzum (Einschränkung) und Verhüllung sein. Das heißt, dass man die großen Genüsse, die in Tora und Mizwot gekleidet sind, nicht sofort sieht.

והתשובה היא כידוע, שהוא, כדי שלא תהיה בחינת בושה, המכונה "נהמא דכסופא", ניתן לנו תיקון, המכונה "השתוות הצורה", שהוא, שכל מה שהאדם מקבל הנאה ותענוג, יהיה על הכוונה דעל מנת להשפיע. ובכדי שתהיה היכולת לאדם, שירגיל עצמו לקבל את ההנאות בעמ"נ להשפיע, היה מוכרח להיות צמצום והסתר. היינו, שלא יראו תיכף את התענוגים הגדולים המלובשים בתו"מ.

Es ist bekannt, dass die Antwort darin besteht, dass wir, um kein „Brot der Scham“ zu haben, eine Korrektur erhalten haben, die „Gleichheit der Form“ genannt wird. Das bedeutet, dass jede Freude und jeder Genuss, den man empfängt, mit der Absicht zu geben sein sollte. Um sich daran zu gewöhnen, Genüsse in der Absicht zu geben zu empfangen, musste es einen Zimzum [Einschränkung] und eine Verhüllung geben, damit wir die großen Genüsse, die in Tora und Mizwot [Gebote/gute Taten] gekleidet sind, nicht gleich sehen können.

7

Und es ist uns gegeben, die Ordnung der Arbeit mit der Absicht zu geben an den materiellen Dingen zu erlernen, wo nur kleine Genüsse vorhanden sind. Diese heißen in der Sprache des heiligen Soharnehir dakik“, was „sehr feines Licht“ bedeutet. Das heißt, dass heilige Funken in die Klipot (Schalen) gefallen sind, damit diese bestehen können. An diesem Licht, das sich in den materiellen Genüssen findet, können wir lernen, wie man sie mit der Absicht zu geben empfängt. Denn bei kleineren Genüssen ist es leichter zu lernen und sich daran zu gewöhnen, sie nur mit der Absicht zu geben zu empfangen. Das heißt, es ist leichter zu sagen: Wenn ich nicht auf das Geben ausrichten kann, verzichte ich auf sie und will diese Genüsse nicht empfangen, weil ich durch sie vom Schöpfer getrennt werde.

וניתן לנו ללמוד את סדר העבודה בעמ"נ להשפיע בדברים גשמיים, ששם נמצאים רק תענוגים קטנים, הנקראים בלשון הזה"ק "נהיר דקיק", שפירושו, אור דק מאוד. היינו שנפלו ניצוצין קדישין לתוך הקליפות, בכדי שיתקיימו. ועל אור הזה, הנמצא בתענוגים הגשמיים, ניתן לנו ללמוד, איך שמקבלים אותם בעמ"נ להשפיע. היות, על תענוגים יותר קטנים, יותר קל ללמוד ולהרגיל עצמו לקבל אותם רק בעמ"נ להשפיע. היינו, שיותר קל לומר, אם איני יכול לכוון בעמ"נ להשפיע, אני מוותר עליהם, ואני לא רוצה לקבל את התענוגים האלו, משום שעל ידיהם אני נעשה נפרד מהבורא.

Wir können die Ordnung der Arbeit mit der Absicht zu geben in materiellen Dingen lernen, wo nur kleine Freuden vorhanden sind, die im Sohar als “dünnes Licht” (Ner Dakik) bezeichnet, was „sehr schwaches Licht“ bedeutet. Das heißt, dass heilige Funken in die Klipot [Schalen] gefallen sind, damit sie existieren können. An diesem Licht, das in den körperlichen Genüssen zu finden ist, können wir lernen, wie man sie empfängt, um zu geben, denn bei kleineren Genüssen ist es leichter, sich daran zu gewöhnen, sie einzig und alleine zu empfangen, um zu geben. Das heißt, es ist einfacher zu sagen: „Wenn ich nicht darauf ausgerichtet bin, zu geben, verzichte ich auf sie und will diese Genüsse nicht empfangen, denn dadurch trenne ich mich vom Schöpfer.“

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Bekanntlich ist Er ganz und gar Geben, der Untere aber will gerade empfangen. Also besteht hier keine Angleichung der Form. Deshalb – das heißt, weil der Mensch am Schöpfer anhaften will, der Akt des Empfangens ihn jedoch vom Empfinden des Schöpfers trennt – geschah die Einschränkung und Verhüllung, damit er die Möglichkeit hat, sich zu gewöhnen, Handlungen zu vollbringen und sie mit der Absicht zu geben auszurichten. Wäre dagegen die Vorsehung des Schöpfers offenbar, so wären das Gute und der Genuss offenbar, und der Mensch hätte keine Möglichkeit, sein Gefäß des Empfangens zu überwinden.

כידוע, שהוא כולו להשפיע, והתחתון רוצה דוקא לקבל. אם כן אין כאן השתוות הצורה. ומשום זה, היינו היות שהוא רוצה להיות דבוק בהבורא, וזה המעשה של קבלה מפריד אותו מהרגשת הבורא, מסיבת הצמצום וההסתר, שהיה בכדי שתהיה האפשרות להרגיל עצמו, שיוכל לעשות מעשים ולכוון אותם בעמ"נ להשפיע. מה שאין כן אם היתה מגולה השגחת הבורא, אז היה הטוב והעונג מגולה, ולא היתה שום אפשרות, שהאדם יוכל להתגבר על הכלי קבלה שלו.

Es ist bekannt, dass der Schöpfer gibt und der Untere will ausschließlich empfangen. Hier ist also keine “Gleichheit der Form” gegeben. Aus diesem Grund – weil er am Schöpfer anhaften will –, trennt ihn der Akt des Empfangens aufgrund des Zimzum [Einschränkung] und der Verhüllung, die stattfand, damit er sich daran gewöhnen konnte, Dinge zu tun und sie zum Geben auszurichten, vom Gefühl des Schöpfers. Wenn aber die Vorsehung des Schöpfers offenbart würde, kämen Freude und Genuss zum Vorschein und der Mensch könnte seine Gefäße des Empfangens nicht überwinden.

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Damit verstehen wir, was unsere Weisen sagten: dass der Mensch während des Gebets seine Beine gerade richten muss. Bekanntlich kommt „seine Beine“ (raglaim) vom Wort meraglim (Kundschafter). Das heißt, dem Menschen kommt das Argument der Kundschafter, die meinten, es lohne sich nicht, in die Arbeit einzutreten, um in das heilige Land zu gelangen, also in das Land Israel – und zwar aus zwei Gründen:

ובזה נבין, מה שאמרו חז"ל, שבעת התפלה אדם צריך ליישר רגליו. ידוע, שרגליו הוא מלשון מרגלים, היינו שבאה לאדם טענת המרגלים, שראו, שאינו כדאי להכנס לתוך העבודה, בכדי להגיע לארץ הקודש, שהיא ארץ ישראל, משום ב' סיבות:

So können wir verstehen, was unsere Weisen sagten – dass der Mensch während des Gebetes seine Beine gerade halten muss. Raglaim [Beine] kommt von dem Wort Meraglim [Kundschafter]. Das heißt, das Argument der Kundschafter kommt zu einem Menschen. Sie sahen, dass es sich aus zwei Gründen nicht lohnte, mit der Arbeit zu beginnen, um das heilige Land, also das Land Israel, zu erreichen:

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1. Was gewänne das Verlangen zu empfangen, wenn er den Weg der Bahn ginge, der allein zum König führt? Das heißt, er mühte sich mit seiner Arbeit, die er für den Schöpfer einsetzt, und das Verlangen zu empfangen gewänne nichts, sondern verlöre; gewinnen würde allein das Verlangen zu geben. Was aber bliebe dem Verlangen zu empfangen, das doch der Kern des Geschöpfes ist?

א. מה ירויח הרצון לקבל, אם הוא ילך על דרך המסילה, המגיע רק להמלך. היינו, שיגע עם עבודתו, שמשקיע עבור ה', והרצון לקבל לא ירויח, אלא יפסיד. אלא הרצון להשפיע הוא ירויח. ומה יהיה להרצון לקבל, שהוא עיקר הנברא.

1.) Was würde der Wille zu empfangen gewinnen, wenn er auf dem Weg wandelte, der nur zum König führt? Das heißt, er würde sich mit seiner Arbeit, die er für den Schöpfer verrichtet, abmühen und das Verlangen, zu empfangen, würde keinen Nutzen haben, sondern verlieren, und das Verlangen, zu geben, würde gewinnen. Aber was würde mit dem Willen zu empfangen geschehen, der das Wesentliche des Geschöpfes ist?

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2. Selbst wenn wir sagen, dass es sich doch lohnt, dem König zu dienen, weil das dem Menschen großen Genuss bringt – sicher ist nicht jeder Mensch dazu befähigt. Gewiss braucht es dafür besondere Voraussetzungen; das gilt nur für Menschen, die mit großen Begabungen und mutigem Herzen geboren wurden und alle Hindernisse überwinden können, die sich auftun, wenn man sich der Kedusha (Heiligkeit) nähern will.

ב. אפילו נגיד, שכן כדאי להיות משמש את המלך, שזה מביא לאדם תענוג גדול. אבל בטח לא כל אדם מוכשר לזה, אשר ודאי לזה צריכים תנאים מיוחדים, שזה דוקא לאנשים שנולדו עם כשרונות גדולים, ובעלי אמיצי לב, שיכולים להתגבר על כל המכשולים שישנם בעת שרוצים להתקרב להקדושה.

2.) Selbst wenn wir sagen, dass es sich lohnt, dem König zu dienen, da dies dem Menschen großen Genuss bringt, ist nicht jeder Mensch dafür geeignet. Dazu bedarf es besonderer Voraussetzungen, die speziell für Menschen gelten, die mit großen Talenten und Mut geboren wurden und die alle Hindernisse überwinden können, wenn sie sich der Kedusha [Heiligkeit] nähern wollen. Vielmehr reicht es uns, wenn wir uns auf der gleichen Stufe wie ganz Israel befinden. Warum sollten wir höhere Stufen anstreben als die Allgemeinheit? Ich habe es nicht nötig, eine Ausnahme zu sein, und ich begnüge mich damit, Tora und Mizwot zu halten, ohne irgendwelche Absichten zu haben. Diese Arbeit wird sicherlich einfacher sein, denn sie liegt näher an unseren Gefäßen des Empfangens. Warum sollte ich auf eine Handvoll Menschen schauen, die sagen, dass es am wichtigsten ist, für den Schöpfer zu arbeiten? Sicherlich arbeiten alle für den Schöpfer, also werde ich einer von ihnen sein.

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Vielmehr reicht es uns, auf einer Stufe mit ganz Israel zu sein. Wozu sollten wir höhere Stufen suchen als die Allgemeinheit? Ich muss keine Ausnahme sein; es genügt mir, wenn ich Tora und Mizwot schlicht erfüllen kann, ohne jede Absicht. Und gewiss wird diese Arbeit leichter sein, weil sie unserem Gefäß des Empfangens näher ist.

אלא מספיק לנו שנהיה בדרגה אחת עם כל כלל ישראל. ומה לנו לחפש מדרגות יותר גדולות מהכלל. אני לא צריך להיות יוצא דופן, ומספיק לי אם אני אוכל לקיים את התו"מ בפשטות בלי שום כוונות. ובטח שעבודה זו תהיה יותר קלה, מסיבת שהיא יותר קרובה להכלי קבלה שלנו.

13

Und wozu sollte ich auf eine Handvoll Menschen schauen, die sagen, das Wesentliche sei, dass der Mensch um des Himmels willen arbeitet? Sicher arbeitet die ganze Allgemeinheit um des Himmels willen; so will ich einer von ihnen sein. Und das nennt man „Kundschafter“.

ומה לי להסתכל על קומץ אנשים, שאומרים, שעיקר הוא, שהאדם צריך לעבוד לשם שמים. בטח כל הכלל עובדים לשם שמים. אז אני אהיה כמו אחד מהם. וזה נקרא "מרגלים".

Das nennt man „Kundschafter“.

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Und das ist gemeint mit: Zur Zeit des Gebets muss er seine Beine gerade richten. Das bedeutet: Er muss – allem zum Trotz, was die Kundschafter ihm vorhalten – sagen, dass jener Weg, von dem nur eine kleine Handvoll Menschen behauptet, man müsse allein ihn gehen, dass einzig dieser Weg die Wahrheit ist, anders als die übrigen Wege, obwohl auch diese ein Weg der Wahrheit sind.

וזה אמרו, בעת התפלה צריך ליישר רגליו. שפירושו, שהוא צריך לומר, מה שהמרגלים מראים לו, שהדרך הזאת, מה שרק קומץ קטן של אנשים אומרים, שצריכים ללכת רק על דרך זאת, שרק דרך זאת היא האמת, מה שאין כן שאר דרכים. הגם שהן דרך אמת.

Deshalb sagten sie, dass der Mensch während des Gebets die Beine gerade halten muss. Das bedeutet, dass er sagen soll, dass das, was die Kundschafter ihm zeigen, was dieser Weg ist – dass nur eine Handvoll Menschen sagen, dass wir nur auf diesem Weg wandeln müssen – dass einzig und alleine dieser Weg die Wahrheit ist und nicht die anderen Wege, obwohl auch sie Wege der Wahrheit sind.

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Und das ist, wie unsere Weisen sagten: „Stets befasse sich der Mensch mit Tora und Mizwot auch lo liShma (nicht um Ihretwillen), denn aus lo liShma wird er zu liShma (um Ihretwillen) gelangen.“ Gewiss ist wahr, was unsere Weisen sagten. Doch der Weg, auf dem man sich bemüht, die Bahn zu gehen, die geradewegs um des Himmels willen führt, heißt „die lautere Wahrheit“. Das heißt: Wenn die Kundschafter ihm sagen, das, was er tue, sei nicht in Ordnung, dann muss er ihnen antworten: Ich gehe jetzt, den Schöpfer zu bitten, dass Er mir hilft, meinen eigenen Weg zu gehen, den ich nun gewählt habe – und zu sagen, dass nur dieser Weg gerade ist.

וזהו כמו שאמרו חז"ל "לעולם יעסוק אדם בתורה ומצות שלא לשמה, ומתוך שלא לשמה יבוא לשמה". ובטח מה שאמרו חז"ל הוא אמת. אבל דרך זה ישתדל ללכת על המסילה, המוליכה ישר לשם שמים, נקרא אמת לאמיתו. זאת אומרת, זה שהמרגלים אמרו לו, שזה מה שהוא עושה, הוא לא בסדר, על זה הוא צריך להשיב, אני הולך עכשיו לבקש מה', שיעזור לי ללכת על דרך שלי, מה שאני בחרתי עכשיו. ולומר, שרק דרך זאת היא ישרה.

Und das ist, was unsere Weisen sagten: „Man sollte sich immer mit Tora und Mizwot auch in lo liShma [nicht um Ihretwillen] befassen, denn von lo liShma wird er zu liShma [um Ihretwillen] kommen.“ Was unsere Weisen sagten, muss wahr sein. Aber dieser Weg, sich zu bemühen, auf dem Pfad zu wandeln, der direkt zum Schöpfer führt, wird „die vollkommene Wahrheit“ genannt. Das bedeutet, dass er den Kundschaftern, die ihm sagten, dass das, was er tat, falsch war, antworten sollte: „Jetzt werde ich den Schöpfer bitten, mir zu helfen, auf meinem Weg zu wandeln, den ich jetzt gewählt habe, und sagen, dass nur dieser ein direkter Weg ist.“

16

Und das ist die Bedeutung davon, dass er seine Beine während des Gebets gerade richten muss. Daraus ergibt sich: Das Gebet, mit dem er zum Schöpfer zu beten geht, betrifft einen Mangel. Denn hat er keinen Mangel, so hat er nichts, worum er bitten und beten könnte. Und was ist mein Mangel? Er besteht darin, dass ich sehe, wie die Kundschafter mir keine Ruhe lassen, und ich will nicht ihre Wege gehen. Vielmehr: Wenn ich sehe, dass all mein Denken und Wollen nur meinem eigenen Nutzen gilt und dass ich, sobald ich etwas um des Himmels willen tun will, dazu nicht fähig bin.

וזהו פירוש, שצריך ליישר רגליו בעת התפילה. נמצא לפי זה, התפלה, מה שהוא הולך להתפלל לה', היא על חסרון. כי אם אין לו חסרון, אין לו מה לבקש ולהתפלל. ומה הוא החסרון שלי. הוא, שאני רואה, שהמרגלים לא נותנים לי מנוחה, ואני לא רוצה ללכת בדרכיהם. אלא, כשאני רואה, שכל מחשבותי ורצוני הוא רק לתועלת עצמי, ולשם שמים, שאני אוכל משהו לעשות, אני רואה, שאני לא מסוגל לעשות.

Das ist die Bedeutung, dass er die Beine während des Gebets gerade halten muss. Daraus folgt, dass das Gebet, das er zum Schöpfer beten wird, aufgrund eines Mangels entsteht. Denn wenn er keinen Mangel hat, hat er nichts, worum er bitten und beten kann. Und was ist mein Mangel? Er liegt darin, dass ich sehe, dass die Kundschafter mich nicht in Ruhe lassen, und ich will nicht auf ihren Wegen wandeln. Ich sehe aber, dass alle meine Gedanken und Wünsche nur meinem eigenen Nutzen dienen, und ich sehe, dass ich nichts für den Schöpfer tun kann.

17

Es zeigt sich: Was mir jetzt fehlt und worum ich den Schöpfer bitten muss, dass Er es mir gibt, ist allein ein Kli (Gefäß), das „Verlangen“ heißt. Das heißt, mir fehlt ein Mangel – nämlich das Verlangen, dem König dienen zu wollen, sodass dies all mein Streben und Sehnen wäre und ich mich nicht um die übrigen Dinge sorgte, die den Dienst am Schöpfer nicht betreffen.

נמצא, מה חסר לי עכשיו, שעל זה אני צריך לבקש מה', שהוא יתן לי, הוא רק כלי, הנקרא "רצון". זאת אומרת, שחסר לי חסרון, היינו רצון, שאני ארצה לשמש את המלך, ושזה יהיו כל שאיפותי ומאויי, ולא לדאוג על שאר דברים שאינם נוגעים לענין עבודת ה'.

Deshalb ist alles, was ich jetzt brauche und worum ich den Schöpfer bitten sollte, dass Er mir ein Kli [Gefäß] gibt, das „Verlangen“ heißt. Das heißt, mir fehlt ein Mangel, also ein Verlangen, dem König dienen zu wollen, und dass dies mein ganzes Verlangen und Streben sein wird und ich mich nicht um Dinge kümmern muss, die nicht den Dienst am Schöpfer betreffen.

18

Doch der wahre Grund, warum der Mensch sich nicht danach sehnt, dem König zu dienen, liegt nicht darin, dass er dem König nicht dienen wollte. Vielmehr – so sagte Baal HaSulam – besteht der Grund darin, dass er nicht glaubt, dass er vor dem König steht. In dem Augenblick aber, da er spürt, dass er vor dem König steht, erlischt seine Wahlfreiheit, und er ist vor dem König annulliert „wie eine Kerze vor einer Fackel“.

אבל הסיבה האמיתית שאין האדם משתוקק לשמש את המלך, אין זה נובע משום שהוא לא רוצה לשמש את המלך, אלא, אמר אאמו"ר זצ"ל, הסיבה היא, שאין הוא מאמין שהוא עומד בפני המלך. אבל בו בזמן שהוא מרגיש, שהוא עומד בפני המלך, אז מתבטלת בחירתו, והוא בטל בפני המלך "כנר בפני אבוקה".

Der wahre Grund, warum ein Mensch sich nicht danach sehnt, dem König zu dienen, ist jedoch nicht, dass er dem König nicht dienen will. Baal HaSulam sagte, dass der Grund vielmehr darin liegt, dass er nicht glaubt, dass er vor dem König steht. Aber wenn er spürt, dass er vor dem König steht, wird seine Entscheidung annulliert und er annulliert sich vor dem König wie eine Kerze vor einer Fackel.

19

Daraus ergibt sich, dass das Wesentliche, worum der Mensch sich in seiner Arbeit bemühen muss, allein darin besteht, des Glaubens würdig zu werden – das heißt zu spüren, dass der Schöpfer wirklich da ist, wie unsere Weisen sagten (Pirkei Awot, Sprüche der Väter): „Ein Auge sieht und ein Ohr hört.“ Denn eine Verhüllung liegt über dem Menschen. Und ehe er aus der Selbstliebe heraustritt, steht er noch unter der Einschränkung, die bewirkte, dass am Ort des Empfangens Finsternis ohne Licht herrscht – genannt „der vom Höheren Licht freie Raum“.

נמצא לפי זה, כי עיקר מה שהאדם צריך להשתדל בעבודתו, הוא רק לזכות לבחינת אמונה, היינו שירגיש שיש מציאות ה', כמו שאמרו חז"ל (פרקי אבות) "עין רואה ואוזן שומעת". היינו, היות ששורה הסתר על האדם. ומטרם שיצא מאהבה עצמית, הוא עוד נמצא תחת הצמצום, שנעשה, שעל מקום של קבלה יהיה חושך בלי אור, הנקרא "חלל הפנוי מאור העליון".

Deshalb folgt daraus, dass die Hauptsache, an der man in der Arbeit bemühen sollte, darin besteht, mit dem Glauben belohnt zu werden, d.h. zu spüren, dass der Schöpfer existiert, wie unsere Weisen sagten (Awot, Sprüche der Väter): „Das Auge sieht und das Ohr hört“, da es eine Verhüllung über uns gibt. Doch bevor wir die Eigenliebe verlassen, stehen wir noch unter dem Zimzum [Einschränkung], die getan wurde, so dass der Ort des Empfangens finster ist – ohne Licht – was als „ein Raum ohne Höheres Licht“ bezeichnet wird.

20

Deshalb bittet er den Schöpfer, seine Augen zu erleuchten, damit er spürt, dass er vor dem Schöpfer steht. Und all dies braucht er nicht, weil er genießen wollte, vor dem Schöpfer zu stehen, sondern weil er dem Schöpfer geben will und nichts tun kann, da er die Wichtigkeit des Schöpfers noch nicht spürt. Bei ihm ist es vielmehr im Zustand der „Shechina BeGaluta“ (Shechina im Exil). Das heißt: Sobald ihm in den Sinn kommt, etwas um des Himmels willen zu tun und nicht an den eigenen Nutzen zu denken, „verfinstert sich die Welt um ihn“ – das heißt, es kommt ihm vor, als wäre er nun aus der Welt geschieden und gestorben.

ומשום זה הוא מבקש מה', שיאיר עיניו, ושירגיש, כי הוא עומד בפני ה'. וכל זה הוא צריך לא מטעם שרוצה להנות, מזה שעומד לפני ה', אלא הוא רוצה להשפיע לה', ואין ביכולתו לעשות משהו, משום שהוא עוד לא מרגיש את חשיבותו של ה'. אלא אצלו הוא בבחינת "שכינתא בגלותא". היינו, בזמן שעולה במחשבתו לעשות משהו לשם שמים, ולא לחשוב על תועלת עצמו, אז "העולם חושך בעדו", היינו שנדמה לו, כי הוא עכשיו עבר ומת מן העולם.

Aus diesem Grund bittet er den Schöpfer, seine Augen zu erleuchten, damit er spürt, dass er vor dem Schöpfer steht. All das braucht er nicht, weil er genießen will, vor dem Schöpfer zu stehen. Vielmehr will er dem Schöpfer etwas geben und kann nichts tun, denn er spürt noch nicht, wie wichtig der Schöpfer ist. Stattdessen ist die Shechina für ihn im Exil. Das heißt, wenn es ihm in den Sinn kommt, etwas für den Schöpfer zu tun und nicht an seinen eigenen Nutzen zu denken, wird die Welt für ihn finster. Es kommt ihm vor, als sei er von der Welt abgefallen und gestorben.

21

Das heißt, er beginnt zu spüren, dass seine ganze Existenz annulliert wird und er nichts mehr gilt. Deshalb will er gleich zu Beginn, sobald er in diesen Zustand eintritt, ihm entfliehen, denn er empfindet dann das Unbehagen, das dieser Zustand ihm bereitet, und er hat nicht die Möglichkeit, diesen Weg weiterzugehen. Denn der Mensch begreift: Wenn er beginnt, den Weg „nichts außer dem Schöpfer allein“ zu gehen, müsste er gewiss Leben und Glück empfinden. Doch plötzlich sieht er das Gegenteil. Und wirklich erhebt sich die Frage: Warum ist das so?

פירוש, הוא מתחיל להרגיש, כי כל מציאותו מתבטלת, והוא כבר לא עולה בשם. ומשום זה תיכף בתחילת כניסתו למצב הזה, הוא רוצה אז לברוח ממנו, כי הוא מרגיש אז בחינת אי נעימות שהמצב הזה גורם לו. ואין לו האפשרות להמשיך ללכת בדרך הזו. כי האדם מבין, שאם הוא מתחיל ללכת בדרך של "בלתי ה' לבדו", בטח שהוא צריך להרגיש חיים ואושר. ופתאום הוא רואה ההיפך. ובאמת מתעוררת השאלה, מדוע כך הוא.

Das heißt, er beginnt zu spüren, dass seine gesamte Existenz annulliert ist und er keinen Namen mehr verdient, also nicht mehr von Bedeutung ist. Er will sich aus diesem Grund gleich zu Beginn dieses Zustands fliehen, denn zu diesem Zeitpunkt spürt er, wie unangenehm ihm diese Situation ist, und er kann nicht weiter auf diesem Weg wandeln. Er versteht, dass er, wenn er beginnt, auf dem Weg „ausschließlich für den Schöpfer“ zu wandeln, Leben und Glück empfinden sollte. Doch plötzlich sieht er das Gegenteil.

22

Und die Antwort lautet: In diesem Zustand, da er so empfindet, kann er spüren, was die Bedeutung von „Shechina BeAfra“ (Shechina im Staub) ist. Das heißt, er spürt, dass er so tief gefallen ist, dass er wahrhaft bis in den Staub erniedrigt wurde. Und danach, wenn er bereits weiß, was „Shechina im Staub“ ist, kann er zum Schöpfer beten und gute Taten vollbringen, damit der Schöpfer „die Shechina aus dem Staub erhebt“.

והתשובה היא, כי במצב הזה, שמרגיש כך, אז הוא יכול להרגיש מהו הפירוש של "שכינתא בעפרא". היינו שהוא מרגיש, שנפל כל כך לשפלות, עד שנשפל ממש עד עפר. ואחר כן, כשהוא יודע כבר מה זה "שכינתא בעפרא", אז הוא יכול להתפלל לה', ולעשות מעשים טובים, בכדי שהקב"ה "יקים שכינתא מעפרא".

Das wirft die Frage auf: „Warum ist das so?“ Die Antwort ist, dass er in diesem Zustand, wenn er sich so fühlt, die Bedeutung von „Shechina im Staub“ spüren kann. Das heißt, er spürt, dass er so tief gefallen ist, dass er wirklich bis zum Staub erniedrigt ist. Danach, wenn er weiß, was „Shechina im Staub“ ist, kann er zum Schöpfer beten und gute Taten vollbringen, damit der Schöpfer “die Shechina aus dem Staub erhebt”.

23

Das heißt: Dort, wo er empfand, dass das Auf-sich-Nehmen des Jochs des Königtums des Himmels – also nur für den Schöpfer und nicht zum eigenen Nutzen zu arbeiten – wie Staub schmeckt, dort bittet er, dass der Schöpfer Seine Verhüllung von ihm nehme, und er wird würdig zu sehen, dass die Shechina „Land der Lebenden“ genannt wird. Das heißt: Gerade daraus, dass man alles um des Himmels willen tun will und nicht zum eigenen Nutzen, gerade von hier aus wird man des wahren Lebens würdig. Das ist die Bedeutung von „Land der Lebenden“: ein Land, aus dem allen Leben erwächst. Das Land der Sitra Achra (die andere Seite) dagegen heißt „Land, das seine Bewohner verzehrt“.

היינו במקום שהרגיש, שהקבלת עול מלכות שמים, היינו לעבוד רק בשביל ה' ולא לתועלת עצמו, הוא טועם טעם עפר, הוא מבקש שהקב"ה יסיר את הסתרתו ממנו, ויזכה לראות, שהשכינה נקראת "ארץ החיים". היינו שדוקא מזה שרוצים לעשות הכל לשם שמים ולא לתועלת עצמו, דוקא מכאן זוכים לחיים אמיתיים, שזה פירוש "ארץ החיים", שמארץ הזאת צומחים חיים לכל. מה שאין כן הארץ של הסטרא אחרא נקראת "ארץ אוכלת יושביה".

Das heißt, an dem Punkt, an dem er spürt, dass das Annehmen der Last des Himmelreichs – also einzig und alleine für den Schöpfer und nicht für sich selbst zu arbeiten – wie Staub schmeckt, bittet er den Schöpfer, seine Verhüllung von ihm zu nehmen, damit er damit belohnt wird, dass die Shechina das „Land der Lebenden“ genannt wird. Das heißt, genau dadurch, dass man alles für den Schöpfer und nicht für seinen eigenen Nutzen tun will, wird man genau von hier aus mit dem wahren Leben belohnt. Das ist die Bedeutung des „Landes der Lebenden“, ein Land, aus dem das Leben für alle entspringt. Umgekehrt wird das Land der Sitra Achra [andere Seite] als „Land, das seine Bewohner verzehrt“ bezeichnet.

24

Es ist bekannt, dass das Empfangen Trennung von der Kedusha (Heiligkeit) bewirkt. Deshalb „werden die Frevler zu ihren Lebzeiten ‚tot‘ genannt“. Das Geben dagegen heißt „Dwekut“ (Anhaftung), wie geschrieben steht: „Und ihr, die ihr dem Schöpfer, eurem Gott, anhaftet, seid heute alle am Leben.“ Das heißt: Dass der Mensch wünscht, der Schöpfer möge seine Augen erleuchten und ihn des Glaubens würdig machen – also dass er die Wirklichkeit Seines Daseins spüre –, bedeutet nicht, dass er sich nach dem Genuss sehnt, den es bereitet, vor dem König zu stehen. Vielmehr sehnt er sich danach, kein Böser zu sein, der das Gebot der Liebe zum Schöpfer nicht erfüllen will. Und obwohl es keine Liebe ohne Genuss geben kann, gibt es darin doch einen Unterschied: Der Mensch will sie auf geradem Weg, während auf nicht geradem Weg etwas anderes nach sich gezogen wird.

ידוע, שענין הקבלה גורם פירוד מהקדושה. ומשום זה "רשעים בחייהם נקראים מתים". מה שאין כן השפעה נקראת "דביקות", כמו שכתוב "ואתם, הדבקים בה' אלקיכם, חיים כלכם היום". זאת אומרת, זה שהאדם רוצה, שהקב"ה יאיר עיניו ויזכה לאמונה, היינו שירגיש בחינת מציאותו יתברך, ואין הפירוש שהוא משתוקק להתענוג, מזה שמרגיש שעומד בפני המלך, אלא הוא משתוקק שהוא לא יהיה בחינת רשע, בזה שלא רוצה לקיים את מצות אהבת ה', והגם שאי אפשר להיות אהבה בלי תענוג, אבל יש ענין בדבר, שאדם רוצה אותה באופן ישר, ובאופן בלתי ישר נמשך דבר אחר.

Es ist bekannt, dass die Angelegenheit des Empfangens zur Trennung von der Kedusha [Heiligkeit] führt. Aus diesem Grund werden „die Frevler in ihrem Leben ‚tot‘ genannt.“ Im Gegensatz dazu, wird das Geben Dwekut [Anhaftung] genannt, so wie geschrieben steht: „Und ihr, die ihr dem Ewigen, eurem Gott, anhaftet, lebt heute alle.“ Das bedeutet, dass der Mensch möchte, dass der Schöpfer ihm die Augen erleuchtet und mit Glauben belohnt wird, also Seine Existenz spürt. Es bedeutet nicht, dass der Mensch sich nach dem Genuss sehnt, dass er vor dem König steht. Er will vielmehr nicht frevlerisch sein, indem er das Gebot, den Schöpfer zu lieben, nicht befolgt. Und obwohl es keine Liebe ohne Freude geben kann, gibt es eine Nuance in dieser Angelegenheit, dass man sie direkt will, und indirekt wird etwas anderes gezogen.

25

Zum Beispiel will ein Mensch seine Kinder lieben, weil er daraus Freude empfangen will. Zwar kann man nicht sagen, dass er etwas liebt und dabei keinen Genuss empfindet, denn wo ein Mensch Leid empfindet, lässt sich nicht von Liebe sprechen. Nur sagen wir manchmal, dass Menschen sich über Leid freuen – und zwar deshalb, weil sie dadurch etwas gewinnen. Ähnlich sagt ein Mensch, der sich im Krankenhaus operieren lässt und dem Arzt viel Geld zahlt, nicht, dass er es liebt, sondern dass er sich darüber freut, weil er dadurch etwas Wichtiges gewinnt, nämlich sein Leben, und dergleichen.

למשל, אדם רוצה לאהוב את הילדים שלו, הוא מטעם שהוא רוצה לקבל הנאה מזה, הגם שאי אפשר לומר, שהוא אוהב את הדבר ואינו מרגיש בזה תענוג, כי בדבר שאדם מרגיש יסורים, אינו שייך לומר אהבה. רק לפעמים יש, שאנו אומרים, שהם שמחים ביסורים. שזהו מטעם, שעל ידי זה ירויחו משהו. בדומה, שאדם שעושה לעצמו ניתוח בבי"ח, ומשלם להרופא הרבה כסף, איננו אומר שאוהב את זה, אלא שהוא שמח בזה, שעל ידי זה הוא ירויח דבר חשוב, היינו החיים שלו, וכדומה.

Zum Beispiel will ein Mensch seine Kinder lieben, denn er will Freude daraus ziehen. Obwohl man nicht sagen kann, dass er die Angelegenheit liebt und keinen Genuss empfindet, denn wo man Leid empfindet, kann man nicht von Liebe sprechen. Nur manchmal sagen wir, dass wir uns über das Leid freuen, weil wir dadurch vielleicht etwas gewinnen. Es ist wie bei einem Menschen, der in einem Krankenhaus operiert wird. Er zahlt dem Arzt viel Geld und sagt nicht, dass er es liebt, aber er freut sich so, denn dadurch wird er etwas Wichtiges gewinnen – sein Leben.

26

Also können wir nicht sagen, dass er seine Kinder lieben und für sie arbeiten will, um Genuss zu haben. Vielmehr ist das, was er da lieben will, eine Liebe von Natur aus, die mit Genuss nichts zu tun hat. Doch dadurch, dass er sie liebt, hat er auch Genuss. Es zeigt sich: Der Genuss, der aus der Liebe zu den Kindern hervorgeht, geht auf nicht gerade Weise hervor.

אם כן איננו יכולים לומר, שהוא רוצה לאהוב את הילדים שלו ולעבוד בשבילם, כדי שיהיה לו תענוג. אלא זה שהוא רוצה לאהוב, זהו אהבה מצד הטבע, שאין לו שייכות לתענוג. אבל מזה שהוא אוהב אותם, הוא נהנה גם כן. נמצא, שהתענוג שנמשך מאהבת הילדים, זה נמשך באופן בלתי ישר.

Deshalb können wir nicht sagen, dass er seine Kinder lieben und für sie arbeiten will, um Freude zu haben. Vielmehr ist die Tatsache, dass er lieben will, eine Liebe, die von Natur aus kommt und nichts mit Genuss zu tun hat. Aber seine Liebe zu ihnen bereitet ihm Freude. Daraus folgt, dass der Genuss indirekt aus der Liebe zu den Kindern resultiert.

27

Ebenso ist es, wenn der Mensch den Schöpfer bittet, ihn näher zu bringen und ihm das Licht des Glaubens zu geben, damit er die Wirklichkeit des Schöpfers spürt. Von selbst ist er dann vor dem Schöpfer annulliert, und gewiss hat er dann Genuss. Doch nicht das meint er, sondern, wie gesagt: seine Absicht ist, dass der Schöpfer ihn näher bringe, weil er sieht, dass er ein Böser ist und nichts tun kann als nur zu seinem eigenen Nutzen. Er will also wahrhaft aus der Selbstliebe heraustreten.

כמו כן כשהאדם מבקש מה', שיקרבו ויתן לו את האור האמונה, שירגיש את מציאות ה'. וממילא אז הוא בטל לה'. ובטח שיש לו אז תענוג. אבל לא לזה הוא מתכוון, אלא כנ"ל, כוונתו היא, שהוא רוצה, שהקב"ה יקרב אותו, מחמת שהוא רואה, שהוא רשע, ואינו יכול לעשות שום דבר, רק לתועלת עצמו. אם כן הוא רוצה באמת לצאת מאהבה עצמית.

Genauso ist es, wenn der Mensch den Schöpfer bittet, ihm näher zu kommen und ihm das Licht des Glaubens zu geben, damit er die Existenz des Schöpfers spürt. Natürlich annulliert er sich zu diesem Zeitpunkt vor dem Schöpfer und genießt sicherlich. Doch das ist nicht das, was er meint. Seine Absicht ist vielmehr, dass er will, dass der Schöpfer ihn näher bringt, denn er kann sehen, dass er ein Frevler ist und nichts außer zu seinem eigenen Nutzen tun kann. Er will also wirklich aus der Eigenliebe herauskommen.

28

Es zeigt sich: seine Absicht ist, aus der Selbstliebe herauszutreten, und nicht, größeren Genuss zu empfangen. Sollte etwa sein Ziel sein, dass er, weil er aus den materiellen Genüssen nicht viel Genuss zieht, seinem Verlangen zu empfangen zu mehr Genuss verhelfen will – sollte es sein Begehren sein, dass seine Selbstliebe mehr Genuss gewinnt? Gewiss nicht; vielmehr genau umgekehrt: Er will überhaupt aus der Selbstliebe heraustreten.

נמצא, שכוונתו היא לצאת מאהבה עצמית ולא שהוא רוצה לקבל הנאה יותר גדולה. היינו, היות מתענוגים גשמיים אין לו כל כך תענוג, משום זה, כדי שיהיה להרצון לקבל שלו יותר תענוג, זוהי מטרתו, היינו שאהבה עצמית שלו תרויח יותר תענוג, זהו מבוקשו. בטח שלא, אלא ממש להיפך, שהוא רוצה בכלל לצאת מאהבה עצמית.

Daraus folgt, dass seine Absicht darin besteht, aus der Eigenliebe herauszukommen, und nicht darin, größeren Genuss zu empfangen. Das heißt, da er körperliche Genüsse nicht so sehr genießt, ist es seine Absicht, seinem Willen zu empfangen, mehr Freude zu bereiten, mehr Freude zu geben. Heißt das, er will, dass seine Eigenliebe mehr Genuss hat? Ganz sicher nicht! Im Gegenteil, er will die Eigenliebe ganz und gar verlassen.

29

Doch der Grund, der ihn dazu bringt, den Schöpfer bitten zu wollen, ihn aus der Selbstliebe herauszuführen und ihm das Licht des Glaubens zu geben, ist allein, dass er ein Jude ist und Tora und Mizwot erfüllen muss, weil der Schöpfer uns geboten hat, Seinen Willen zu erfüllen. Und er sieht, dass er mit dem Geben an den Schöpfer nichts zu schaffen hat, sondern dass all seine Sorgen wie die aller Völker nur der Selbstliebe gelten. Das gab ihm den Anstoß, hinzugehen und um etwas zu bitten: dass er die Fähigkeit erlange, ein Jude zu sein und nicht ein Angehöriger der Völker der Welt.

אבל סיבה הגורמת לו מה שהוא רוצה לבקש מה', שיוציאו אותו מאהבה עצמית, ושיתן לו אור האמונה, אינה אלא היות שהוא יהודי, והוא צריך לקיים תו"מ, משום שה' צוה אותנו לקיים רצונו. והוא רואה, שאין לו שייכות לענין להשפיע לה', אלא כל דאגותיו הן כמו כל הגויים, רק אהבה עצמית. דבר זה נתן לו תנופה, שילך לבקש משהו, שתהיה לו היכולת להיות יהודי, ולא גוי השייך לאומות העולם.

Doch der Grund, der ihn dazu bringt, den Schöpfer zu bitten, ihn aus der Eigenliebe herausholen und ihm das Licht des Glaubens zu geben, ist nur, dass er Jude ist und Tora und Mizwot befolgen muss, denn der Schöpfer hat uns befohlen, seinen Willen zu befolgen. Er kann aber sehen, dass er mit dem Geben an den Schöpfer nichts zu tun hat. Vielmehr drehen sich alle seine Sorgen wie bei den Nichtjuden um Eigenliebe. Das motiviert ihn, hinzugehen und um etwas zu bitten – um ein Jude sein zu können und nicht ein Nichtjude, der zu den Völkern der Welt gehört.

30

Doch man muss, wie gesagt, bedenken, dass es unmöglich ist, die Wirklichkeit des Schöpfers zu spüren, ohne dass der Mensch Genuss empfindet. Aber, wie gesagt: Dieser Genuss, der ihm zukommt, kommt auf nicht gerade Weise. Das heißt, er beabsichtigt ihn nicht, sondern er kommt von selbst zu ihm. Deshalb ist es natürlich, dass der Mensch, wenn er spürt, vor dem König zu stehen, die Wichtigkeit des Königs spürt – und in diesem Maße wird er mit Genuss erfüllt.

אולם צריך לזכור כנ"ל, שאי אפשר להרגיש את מציאות ה' בלי שהאדם מרגיש תענוג. אבל זהו כנ"ל, היינו התענוג הזה שבא לו, הוא באופן בלתי ישר. היינו, שהוא אינו מתכוון לזה, אלא שזה בא אליו ממילא, משום זה הוא טבעי, שבזמן שמרגיש שעומדים בפני המלך, אז האדם מרגיש את חשיבותו של המלך, ובשיעור זה הוא מתמלא מתענוג.

Wir sollten jedoch bedenken, dass es unmöglich ist, die Existenz des Schöpfers zu spüren, ohne Genuss zu empfinden. Und doch ist das so, wenn der Genuss indirekt zu ihm kommt, das heißt, wenn er es nicht beabsichtigt, sondern er von selbst zu ihm kommt, denn es ist natürlich, dass wir, wenn wir das Gefühl haben, vor dem König zu stehen, die Wichtigkeit des Königs spüren, und insofern sind wir von Genuss erfüllt.

31

Aus dem Gesagten folgt: Es kann nicht sein, dass jemand vor dem König steht und spürt, dass er sich vor dem König annullieren will, und zugleich Unbehagen empfände, weil er sich annullieren will. Wenn der Mensch also sieht: Sobald er beginnt, mit der Absicht zu geben zu arbeiten, und dabei spürt, dass er durch seine Annullierung vor dem Schöpfer Unbehagen empfindet – dann muss er sagen, dass dies nicht die Gestalt des Königs ist, sondern dass ihm ein solches Empfinden zukam, um zu erkennen, was die Bedeutung von „Shechina im Exil“ oder „Shechina im Staub“ ist.

ובהאמור יוצא, שאי אפשר לומר, שהוא עומד בפני המלך, ומרגיש שהוא רוצה להיבטל להמלך, ויחד עם זה הוא ירגיש אי נעימות, בזה שהוא רוצה להיבטל. אם כן, בזמן שהאדם רואה, אם הוא מתחיל לעבוד בעמ"נ להשפיע, ומרגיש אז, שע"י התבטלותו אל הקב"ה הוא מרגיש אי נעימות, הוא צריך לומר, שזה אינו צורתו של המלך, אלא שבאה אליו הרגשה כזו, כדי לדעת מהו הפירוש "שכינתא בגלותא" או "שכינתא בעפרא".

Er kann deshalb nicht sagen, dass er vor dem König steht und fühlt, dass er sich vor dem König annullieren will, und gleichzeitig Unbehagen empfindet, denn er will sich annullieren. Wenn der Mensch, sobald er um des Gebens willen zu arbeiten beginnt, sieht und fühlt, dass er durch seine Annullierung vor dem Schöpfer Unbehagen empfindet, sollte er deshalb sagen, dass dies nicht die Natur des Königs widerspiegelt, sondern dass ein solches Gefühl zu ihm kam, um die Bedeutung von „Shechina im Exil“ oder „Shechina im Staub“ zu erkennen.

32

Und dann ist der geeignete Zeitpunkt, zum Schöpfer zu beten, dass Er ihn näher bringe; denn andernfalls sieht er, dass es keinerlei Möglichkeit gibt, aus eigener Kraft in die Kedusha einzutreten. Denn er spürt, dass alle Glieder des Körpers sich dagegen sträuben, dem König zu dienen und seine Existenz zu annullieren – sodass all sein Streben einzig darin bestünde, dem König zu dienen. Dann wird er „der Mangelhafte“ genannt, dem niemand auf der Welt helfen kann; nur der Schöpfer selbst kann ihm helfen.

ואז הוא הזמן המוכשר להתפלל להקב"ה, שיקרב אליו, כי אחרת הוא רואה, שאין שום מציאות בכוחות עצמו להכנס לקדושה. היות שהוא מרגיש, שכל אברי הגוף מתנגדים לשמש להמלך, ולבטל את מציאותו, שכל שאיפותיו יהיו אך ורק לשמש את המלך. ואז הוא נקרא "בעל חסרון", שאין אף אחד בעולם, שיוכל לעזור לו, רק הקב"ה בעצמו הוא יכול לעזור לו.

Dann ist die Zeit reif, den Schöpfer zu bitten, ihn näher zu bringen, denn sonst sieht er, dass es keine Möglichkeit gibt, aus eigener Kraft Kedusha [Heiligkeit] zu erlangen, da er spürt, dass alle Organe des Körpers sich dagegen sträuben, dem König zu dienen und seine Existenz zu annullieren, also dass sein ganzes Streben nur noch darin besteht, dem König zu dienen. Zu diesem Zeitpunkt wird er als „mangelhaft“ bezeichnet, wenn es niemanden auf der Welt gibt, der ihm helfen kann, außer der Schöpfer selbst.

33

Doch beim Mangel sind mehrere Unterscheidungen zu treffen, damit er der Füllung würdig ist, wenn der Mensch zum Schöpfer betet, dass Er ihm helfe:

אבל בענין החסרון יש להבחין בו כמה הבחנות, בכדי שיהיה ראוי למילוי בעת שהאדם מתפלל לה', שיעזור לו:

In Bezug auf den Mangel sollten wir jedoch mehrere Unterscheidungen treffen, damit es angemessen ist, beim Schöpfer um Hilfe zu bitten:

34

1. Ihm fehlt etwas, doch er empfindet seinen Mangel nicht. Ein Beispiel: Ein Mann hat eine Familie mit sechs Personen, und seine Freunde leben mit einer ebenso großen Familie in drei Zimmern, er aber wohnt in einer Wohnung mit zwei Zimmern. Er begnügt sich mit Wenigem und empfindet nicht, dass ihm ein Zimmer fehlt. Und da er seinen Mangel nicht empfindet, bemüht er sich folglich auch nicht, Anstrengungen zu unternehmen, um ein weiteres Zimmer zu erlangen. Es zeigt sich: Bei einem solchen Mangel ist kein Gebet am Platz, und folglich auch keine Erhörung des Gebets – nach dem Grundsatz: „Es gibt kein Licht ohne ein Kli, denn es gibt keine Füllung ohne einen Mangel.“

א. שיש לו דבר שחסר לו, אבל אין הוא מרגיש בחסרונו. דוגמא, איש שהוא בעל משפחה עם שש נפשות, והחברים שלו גרים במשפחה גדולה כמוהו בשלשה חדרים. והוא גר בדירה של שני חדרים. והוא מסתפק במיעוט ואינו מרגיש שחסר לו חדר. וממילא, כשאינו מרגיש חסרונו, אין הוא משתדל לעשות מאמצים והשתדלות, בכדי להשיג עוד חדר. נמצא, על חסרון כזה לא שייך תפלה, וממילא לא שייך עניית תפלה, מטעם הכלל "אין אור בלי כלי, כי אין מילוי בלי חסרון".

1.) Der Mensch hat einen Mangel, ist sich dieses Mangels aber nicht bewusst. Ein Beispiel: Ein Mensch hat eine sechsköpfige Familie, und seine Freunde haben eine ebenso große Familie wie er und lebt in drei Zimmern, während er in einer Wohnung mit zwei Zimmern wohnt. Er ist mit wenig zufrieden und hat nicht das Gefühl, dass es ihm an einem weiteren Zimmer mangelt. Wenn er sich nicht mangelhaft fühlt, bemüht er sich natürlich auch nicht um ein weiteres Zimmer. Daraus folgt, dass man bei einem solchen Mangel nicht von einem Gebet sprechen kann. Deshalb ist es irrelevant, das Gebet zu gewähren, denn „es gibt kein Licht ohne ein Kli, da es keine Füllung ohne einen Mangel gibt.“

35

2. Er empfindet seinen Mangel und begann, sich um dessen Behebung zu bemühen. Doch nachdem er eine Zeit lang investiert hat, um seine Bedürfnisse zu erfüllen, und sieht, dass er sie nicht so leicht erreichen kann, verfällt er in Verzweiflung und beginnt, sich zu rechtfertigen: Er sei ja nicht verpflichtet, zu den Angesehenen des Volkes zu gehören, und es genüge ihm, was er hat. Es liegt in der Natur des Menschen, dass die Trägheit ihm hilft, seinen Mangel an Mühe in hohem Maße zu rechtfertigen. Deshalb ist er nun in einem Zustand der Ruhe und hat keine Sorgen, denn er will jetzt gar nichts mehr.

ב. שהוא מרגיש בחסרונו, והתחיל להשתדל להשיגם. אבל אחר כמה זמן שהשקיע בכדי למלאות את צרכיו, והוא רואה שאין בידו להשיגם כל כך בקלות, הוא בא לידי יאוש, והתחיל לתרץ את עצמו, שהוא לא מחויב להיות בין חשובי עם, ומספיק לו במה שיש לו. ומטבע של האדם, שהעצלות מסייעת להאדם להצדיק את חוסר יגיעה במדה מרובה. ומשום זה הוא עכשיו במצב של מנוחה, ואין לו שום דאגות, כי הוא לא רוצה עתה שום דבר.

2.) Er spürt seinen Mangel und beginnt zu prüfen, wie er ihn beheben kann. Er kommt jedoch nach einiger Zeit der erfolglosen Bemühungen zur Verzweiflung. Er beginnt sich einzureden, dass er nicht zu den Wichtigen gehören muss und sich mit dem begnügen kann, was er hat. Von Natur aus hilft dem Menschen die Faulheit, seine mangelnde Anstrengung in hohem Maße zu rechtfertigen. Er ist jetzt also ausgeruht und sorglos, denn jetzt will er nichts mehr.

36

Doch da er, bevor er in völlige Verzweiflung geriet, viel Mühe aufgewandt hatte, um sein Begehren zu erreichen, kommen ihm darum immer wieder Gedanken an die Mängel, deren Füllung er erwartet hatte. Und je mehr Kräfte er aufgewandt hatte, um sie zu erreichen, desto mehr ist es, als wecke ihn die Füllung selbst jetzt auf, von neuem mit der Arbeit zu beginnen wie zu Anfang.

אבל היות שמטרם שבא לכלל יאוש, היה משקיע הרבה יגיעה, בכדי להשיג את מבוקשו. אי לזאת, באות לו כל פעם מחשבות של החסרונות, שהיה מצפה להשיג את מילוי. וכמה שהשקיע כוחות בכדי להשיגם, כאילו המילוי בעצמו מעורר אותו עכשיו, שיחזור להתחיל בעבודה כמלכתחילה.

Da er sich aber vor seiner Verzweiflung sehr angestrengt hat, um das zu bekommen, was er wollte, kommen ihm immer wieder die Gedanken an die Mängel, an die Füllung, die er sich erhofft hatte, in den Sinn. Und so sehr er sich auch angestrengt hat, um sie zu erreichen, es ist, als ob die Füllung selbst ihn nun dazu erweckt, die Arbeit von neuem zu beginnen.

37

Dann gerät der Mensch in einen Zustand, in dem er den Schöpfer bittet, von ihm alle Gedanken zu nehmen, die ihn einen Mangel empfinden lassen und ihn nötigen, Mühe darauf zu verwenden. Vielmehr betet er zum Schöpfer, dass kein Mangel mehr in seinen Sinn komme – sodass alles, was er nun erwartet und dessen Erreichen ihm einen Zustand verschaffen würde, den er „gut“ nennt, darin besteht, keinen Mangel mehr zu empfinden.

אז בא האדם לידי מצב, ומבקש מה', שיסיר ממנו את כל המחשבות המעוררות אותו להרגיש חסרון, ולתת עליהם יגיעה. אלא הוא מתפלל לה', שלא יבוא שום חסרון במחשבתו, אלא שכל מה שהוא מצפה עכשיו, שאם ישיג זה, יהיה לו מצב, הנקרא "טוב", הוא שלא ירגיש שום חסרון.

Zu diesem Zeitpunkt kommt der Mensch in einen Zustand, in dem er den Schöpfer bittet, alle Gedanken, die in ihm das Gefühl des Mangels wecken, zu beseitigen und an ihnen zu arbeiten. Stattdessen betet er, dass kein Mangel in seinen Verstand kommt. Alles, was er jetzt erhofft, und wenn er das erreicht, wird es ein Zustand sein, den er „gut“ nennt, dass er dabei also keinen Mangel spürt.

38

Daraus ergibt sich: Worin besteht die Füllung, die er erwartet? Darin, dass er kein Mangelgefühl mehr hat. Und das ist seine ganze Füllung, die er erhofft. Er will jetzt das Fehlen von Mangelgefühlen genießen und erwartet keine Füllung der Mängel. Vielmehr besteht die ganze Füllung im Ausbleiben des Mangelgefühls. Und das erwartet er nun – dass dies der allerbeste Zustand seines Lebens sei.

נמצא לפי זה, מהו המילוי שלו, שהוא מצפה לזה, הוא שלא תהיה לו הרגשת חסרון. וזהו כל המילוי שלו, שעל זה הוא מצפה. והוא רוצה עכשיו להנות מאי הרגשת חסרונות, ולא מצפה למילוי חסרונות. אלא כל המילוי הוא, באי הרגשת חסרון. ולזה הוא מצפה עכשיו, שזה יהיה לו מצב הכי טוב בחיים שלו.

Er hofft deshalb also auf das Fehlen eines Mangels. Das ist die gesamte Füllung, auf die er hofft. Er will die Abwesenheit von Mangelgefühlen genießen und erwartet keine Füllung der Mängel. Vielmehr liegt die ganze Zufriedenheit in der Abwesenheit des Gefühls des Mangels. Das ist es, was er jetzt erwartet, dass dies der beste Zustand in seinem Leben ist.

39

Das heißt: Käme sein Freund zu ihm und fragte ihn: „Fehlt dir etwas? Ich will mich bemühen, deinen Wunsch zu erfüllen“, so antwortete er ihm: „Glaub mir, ich bin jetzt in einem Zustand, in dem mir nichts fehlt. Ich will jetzt nur Ruhe, mich um nichts zu sorgen. Nur schäme ich mich, dir zu sagen: Du bist zu mir gekommen, gewiss um mir eine Freude zu machen – aber ich sage dir die Wahrheit: Auch du störst meine Ruhe, weil ich mich anstrengen und überlegen muss, was ich mit dir reden soll. Darum sage ich dir die Wahrheit: Geh hin in Leben und Frieden, und tu mir den Gefallen und sage allen unseren Freunden, sie sollen mich nicht besuchen kommen. Wenn sie sehen, dass ich nicht in eurem Kreis bin, so liegt das daran, dass alles Gute, das ich in meinem Leben empfinde, die Ruhe von allen Sorgen ist.“

זאת אומרת, אם חבירו יבוא אליו וישאל אותו, אם חסר לך משהו, אני אשתדל למלאות את רצונך, אז הוא עונה לו, תאמין לי, שאני נמצא עכשיו במצב, שלא חסר לי כלום, אני רוצה עכשיו רק מנוחה, שלא אדאג על שום דבר, ורק אני מתבייש לומר לך, שזה שאתה באת אלי, בטח שאתה בא בכדי להנות אותי, אבל אני אגיד לך האמת, שגם אתה מפריע לי מהמנוחה, בזה שאני צריך להשתדל ולחשוב מה לדבר עמך. אי לזאת, אני אגיד לך האמת, לך לחיים ולשלום, ותעשה לי טובה, ותגיד לכל החברים שלנו, שלא יבואו לבקר אותי, אם הם רואים שאני לא נמצא בסיבותיכם, מסיבת שכל הטוב שאני מרגיש בהחיים שלי, הוא מנוחה מכל הדאגות.

Das bedeutet, dass, sollte sein Freund kommen und ihn fragen: „Mangelt es Dir an etwas? Ich werde mich bemühen, dir deinen Wunsch zu erfüllen“, wird er ihm antworten: „Glaub mir, ich bin jetzt in einem Zustand, in dem ich nichts mehr brauche. Ich will mich nur ausruhen und mich um nichts mehr kümmern. Es ist mir peinlich, dir das zu sagen, da du zu mir gekommen bist und du wahrscheinlich gekommen bist, um mir eine Freude zu machen, aber um dir die Wahrheit zu sagen, sogar du störst meine Ruhe, weil ich prüfen muss, worüber ich mit dir sprechen soll. Also sage ich dir die Wahrheit, geh in Frieden und tu mir den Gefallen, allen unseren Freunden zu sagen, dass sie mich nicht besuchen kommen sollen, wenn sie sehen, dass ich nicht in deiner Nähe bin, denn das einzig Gute, das ich in meinem Leben empfinde, ist die Ruhe von all den Sorgen.“

40

Und wenn der Mensch um einen solchen Mangel betet, dass der Schöpfer ihn fülle – wie könnte er auf ein solches Gebet, das auf dem Fundament von Verzweiflung und Trägheit gebaut ist, eine Füllung empfangen? Er will ja, dass der Schöpfer ihm hilft, träge sein zu können. Darum steht ein solcher Mangel nicht zur Füllung an, denn aus solchen Füllungen wird die Welt nicht aufgebaut. Und alle Gebete müssen einzig dem Aufbau dienen und nicht dem Gegenteil; denn wir müssen für die Korrektur der Welt beten, und aus Trägheit entsteht kein Aufbau.

ובטח כשהאדם מתפלל על חסרון כזה, שהקב"ה ימלא אותו, איך יכול לקבל מילוי על תפלה כזו, שבנויה על יסוד היאוש והעצלות. והוא רוצה שהקב"ה יעזור לו, שתהיה לו היכולת להיות עצל. לכן חסרון כזה אינו עומד למלאות, משום שממילוים כאלו העולם לא יבנה. וכל התפלות צריכות להיות רק על בנין ולא להיפך. כי אנו צריכים להתפלל על תיקון העולם, ומעצלות לא יהיה שום בנין.

Wenn ein Mensch darum betet, dass der Schöpfer einen solchen Mangel stillt, kann er natürlich keine Befriedigung für ein solches Gebet empfangen, das auf dem Fundament von Verzweiflung und Müßiggang aufgebaut ist. Er will, dass der Schöpfer ihm hilft, faul zu sein, und ein solcher Mangel kann nicht gefüllt werden, denn solche Füllungen bauen die Welt nicht auf. Alle Gebete müssen dem Aufbau dienen und nicht andersherum. Wir müssen nämlich für die Korrektur der Welt beten, und Faulheit wird keinen Aufbau bewirken.

41

3. Er empfindet seinen Mangel, und alle Gedanken an Trägheit und Verzweiflung können seinen Mangel nicht füllen. Deshalb bemüht er sich, Rat zu finden, wie er sein Begehren erreichen kann. Es zeigt sich: Dass er zum Schöpfer um die Füllung seines Mangels betet, geschieht, weil er den Aufbau der Welt will. Er sieht, dass er auch in dem Zustand, in dem er sich befindet, aufbaut. Doch alle Bauten, die er errichtet, gleichen kleinen Kindern, die spielen und aus Klötzen Bauten errichten, sie danach wieder umwerfen und danach von neuem bauen – und an jedem Bauen haben sie ihre Freude.

ג. שמרגיש חסרונו, וכל המחשבות של עצלות ויאוש אינם יכולים למלאות חסרונו. ומשום זה הוא משתדל למצוא עצות, איך להשיג את מבוקשו. ונמצא, שהוא מתפלל לה' על המילוי חסרונו, הוא מטעם שהוא רוצה בבנין העולם. הוא רואה, שבהמצב שבו הוא נמצא, הוא גם כן בונה. אלא כל הבנינים שהוא בונה, הם דומים לילדים קטנים, שמשחקים ובונים בנינים מקוביות, ואח"כ מפזרים אותם, ואח"כ בונים עוד פעם. ומכל הבניה יש להם הנאה.

3.) Er spürt seinen Mangel und alle Gedanken an Müßiggang und Verzweiflung können seinen Mangel nicht stillen. Aus diesem Grund bemüht er sich, das zu bekommen, was er will. Daraus folgt, dass er den Schöpfer um das Füllen seines Mangels bittet, denn er wünscht den Aufbau der Welt. Er sieht, dass er in dem Zustand, in dem er sich befindet, auch aufbaut, aber alle Gebäude, die er baut, ähneln den Gebäuden kleiner Kinder, die spielen und Spielzeughäuser aus Klötzen bauen, um sie dann wieder abzubauen, nur um erneut zu bauen. Es ist das Bauen, das ihnen Spaß macht.

42

Ebenso betrachtet er das materielle Leben. Das heißt: So wie die Spiele, die die Kinder bauen, nicht der Aufbau der Welt sind, so wird auch aus den materiellen Genüssen nicht der Aufbau der Welt – die ja gewiss zu einem Zweck erschaffen wurde und nicht für kleine Kinder. Wie also könnte er einwilligen, in der Gesellschaft kleiner Kinder zu bleiben?

כמו כן הוא מסתכל על החיים הגשמיים. היינו, כמו שהמשחקים שהילדים בונים, לא יהיו בנין העולם, כמו כן מהתענוגים הגשמיים לא יהיה בנין העולם, שבטח נברא על איזו מטרה, ולא נברא העולם עבור ילדים קטנים. אם כן איך הוא יכול להסכים להישאר בחברתם של ילדים קטנים.

Er schaut sich auch das körperliche Leben an. Und so wie die Spiele der Kinder, die bauen, nicht die Welt aufbauen, so sind auch die körperlichen Genüsse nicht der Aufbau der Welt, die zu einem bestimmten Zweck und nicht für kleine Kinder erschaffen worden sein muss. Wie kann er also damit einverstanden sein, in der Gesellschaft kleiner Kinder zu bleiben?

43

Und obwohl die Kinder über ihn lachen, weil er nicht mit ihnen spielen will, und ihn nicht verstehen – warum? Sie denken über ihn: Gewiss hat er keinen Sinn für das Leben und weiß nicht, dass das Leben, in dem wir uns befinden, zum Genießen gegeben ist. Er gehöre nicht zu denen, die zur bewohnten Welt taugen, sondern wolle sich gleichsam vom Leben absondern und in die Wüste gehen, um wie die Tiere der Wüste zu leben.

והגם שהילדים צוחקים ממנו, שהוא לא רוצה לשחק עמהם, והם לא מבינים אותו. מדוע. הם חושבים עליו, בטח אין לו חוש החיים, ולא יודע שהחיים, שבו אנו נמצאים, ניתן להנות. והוא אינו מן הישוב עולם, אלא כאילו הוא רוצה להפרש מהחיים, וללכת להמדבר לחיות כמו חיות המדבר.

Und obwohl die Kinder ihn auslachen, dass er nicht mit ihnen spielen will, und ihn nicht verstehen, weil sie denken, dass er wahrscheinlich keinen Sinn im Leben hat und nicht weiß, dass man das Leben genießen kann, ist er doch nicht wie alle anderen, sondern will sich scheinbar aus der Welt zurückziehen und in die Wüste gehen, um wie die Tiere der Wüste zu leben. Und doch kann er ihnen nichts entgegnen, da er keine gemeinsame Sprache mit ihnen hat. Auf jeden Fall leidet er unter seinem Mangel, weil er danach strebt, das spirituelle Leben zu erlangen.

44

Doch er kann ihnen nichts entgegnen, denn er hat keine gemeinsame Sprache mit ihnen. Wie dem auch sei, er leidet unter seinem Mangel – darunter, dass er des spirituellen Lebens würdig werden will. Aus dem Gesagten folgt: Nur bei der dritten Unterscheidung des Mangels lässt sich sagen, dass sein Gebet ein Gebet genannt wird, weil er eine Füllung verlangt, mit der er die Welt korrigieren kann, sodass die Fähigkeit da ist, das Schöpfungsziel zu empfangen, das darin besteht, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Und er glaubt, dass alle Verhüllung und Verborgenheit, die es in der Welt gibt, daher rührt, dass wir nicht die geeigneten Gefäße für die Fülle der Göttlichkeit haben – nämlich das Gefäß des Gebens.

אבל הוא לא יכול לענות להם שום דבר, כי אין לו שפה משותפת עמהם. אולם בין כה וכה הוא סובל על חסרונו, מה שהוא רוצה לזכות לחיים רוחניים. ובהאמור יוצא, שרק בהבחן ג' של חסרון, שייך לומר, שתפלתו היא נקראת תפלה, משום שהוא דורש מילוי, שיוכל לתקן העולם, שיהיו היכולת לקבל מטרת הבריאה, שהיא להטיב לנבראיו. והוא מאמין, שכל ההסתר וההעלם שישנו בעולם, הוא מסיבת, שאין לנו הכלים המתאימים לשפע אלקות, שהוא כלי דהשפעה.

Daraus folgt, dass wir erst bei der dritten Unterscheidung eines Mangels sagen können, dass sein Gebet „ein Gebet“ ist, da er nach einer Füllung verlangt, damit er die Welt korrigieren kann, um die Fähigkeit zu haben, das Schöpfungsziel zu erlangen, das darin besteht, seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Er glaubt, dass all die Verhüllung und Einschränkung, die es in der Welt gibt, darauf zurückzuführen sind, dass wir nicht die richtigen Werkzeuge haben, um uns an die Fülle der Göttlichkeit, die ein Gefäß des Gebens ist, anzupassen.

45

Deshalb bittet er den Schöpfer, ihm die Gefäße des Gebens zu geben. Und das kann man erlangen, indem man die Größe und Wichtigkeit des Königs spürt. Ist dagegen die Shechina im Exil und schmeckt die Arbeit des Gebens wie Staub – wie könnte man diese Arbeit fortsetzen? Darum wird ein Gebet dieser Art angenommen.

ומשום זה הוא מבקש מה', שיתן לו הכלים דהשפעה. וזה יכולים להשיג ע"י שמרגישים את גדלות וחשיבות של המלך. מה שאין כן כשהשכינתא בגלותא, וכשטועמים טעם עפר בעבודה דלהשפיע, איך יכולים להמשיך בעבודה זו. לכן תפלה כעין זה מתקבלת.

Aus diesem Grund bittet er den Schöpfer, ihm Gefäße des Gebens zu geben. Wir können diese erhalten, indem wir die Größe und Bedeutung des Königs spüren. Aber wenn die “Shechina im Exil” ist und die Arbeit wie Staub schmeckt, wie können wir diese Arbeit dann fortsetzen? Deshalb wird ein solches Gebet erhört.

46

Mit dem Gesagten können wir die Worte des heiligen Sohar deuten – das, wonach wir gefragt hatten: Was ist gemeint, wenn es heißt, man müsse den Kopf bedecken und die Augen schließen, wie einer, der vor dem König steht? Bekanntlich wird der Kopf „der Verstand des Menschen“ genannt. Und ebenso werden die Augen als Verstand verstanden, wie geschrieben steht: „die Augen der Gemeinde“, was „die Weisen der Gemeinde“ bedeutet.

ובהאמור נוכל לפרש את דברי הזה"ק, מה ששאלנו, מהי הכוונה, בזה שאומרים, שצריך לכסות את הראש ולסגור את העינים, כמו שעומד בפני המלך. ידוע, שראש נקרא השכל של האדם. וכמו כן העינים נקראים בחינת השכל, כמו שכתוב עיני העדה, שפירושו חכמי העדה.

Jetzt können wir die Worte des Sohar interpretieren, was damit gemeint ist, dass wir den Kopf bedecken und die Augen schließen sollen, als stünden wir vor dem König. Es ist bekannt, dass der Kopf „der Verstand des Menschen“ genannt wird. Ebenso werden die Augen als der Verstand angesehen, denn es steht geschrieben: „Die Augen der Gemeinde“, womit die Ältesten der Gemeinde gemeint sind.

47

Und das Bedecken und Schließen bedeutet, nicht auf den Verstand zu blicken, auf das, was der Verstand ihm sagt. Das heißt: Wenn der Mensch im Gebet steht, muss er glauben, als stünde er vor dem König. Und obwohl er den König nicht spürt, muss er beten, dass der Schöpfer ihm die Kraft des Glaubens gebe, damit er spürt, dass er vor dem König steht. Das heißt, er will eine Kraft des Glaubens, die wahrhaft dem Wissen gleicht – sodass der Körper vom Glauben beeindruckt wird, den er hegt, als sähe er den König und würde vom König beeindruckt. Um einen solchen Glauben betet er.

וענין כסוי וסגירה פירושו, שלא להסתכל על השכל, מה שהשכל אומר לו. שפירושו, כשהאדם עומד בתפלה, הוא צריך להאמין, כאילו הוא עומד בפני המלך. והגם שהוא לא מרגיש את המלך, הוא צריך להתפלל, שהקב"ה יתן לו כח אמונה, שירגיש שהוא עומד בפני המלך. זאת אומרת, שהוא רוצה כח אמונה, שיהא דומה ממש לבחינת ידיעה, היינו שהגוף יתפעל מהאמונה, שהוא מאמין, כאילו הוא היה רואה את המלך, והוא היה מתפעל מהמלך, לאמונה כזו הוא מתפלל.

Bedecken und Verschließen bedeutet, nicht auf das zu schauen, was der Verstand ihm sagt. Das bedeutet, wenn der Mensch im Gebet steht, muss er glauben, dass er vor dem König steht. Auch wenn er den König nicht spürt, sollte er beten, dass der Schöpfer ihm die Kraft des Glaubens gibt, damit er spürt, dass er vor dem König steht. Das heißt, er will die Kraft des Glaubens, die genauso sein soll wie das Wissen, das heißt, dass der Körper von dem Glauben, den er hat, so beeindruckt ist, als würde er den König sehen und vom König beeindruckt sein. Das ist der Glaube, um den er betet.

48

Und das ist es, was er sagt: dass es verboten ist, die Augen während des Gebets zu öffnen, weil es verboten ist, auf die Shechina zu blicken. Und der heilige Sohar fragt: Wie kann er denn auf die Shechina blicken? Und er antwortet: Vielmehr soll man wissen, dass die Shechina gewiss während seines Gebets vor ihm steht; deshalb ist es ihm verboten, seine Augen zu öffnen.

וזה ענין שאומר, שאסור לפתוח את העינים בעת התפלה, מטעם שאסור להסתכל בהשכינה. ושואל הזה"ק, ואיך יכול להסתכל בהשכינה. ומשיב, אלא לדעת, אשר ודאי השכינה עומדת לפניו בשעת תפלתו, ועל כן אסור לו לפתוח עיניו.

Deshalb sagt er, dass es verboten ist, die Augen während des Gebets zu öffnen, denn es ist verboten, die Shechina anzuschauen. Der Sohar fragt: „Wie kann er die Shechina ansehen?“ Er antwortet, dass es darum geht, sicher davon auszugehen, dass die Shechina während des Gebets vor ihm steht, weshalb es ihm verboten ist, die Augen zu öffnen.

49

Und wir hatten gefragt: Worin besteht die Antwort? Es ist vielmehr, wie gesagt: Der Glaube, mit dem der Mensch glaubt, muss genau so sein, als sähe er die Shechina. Andernfalls – das heißt, wenn sein Glaube eine solche Stufe nicht erreicht hat – wird er nicht „wahrer Glaube“ genannt. Und um einen solchen Glauben muss der Mensch beten; das heißt, der Glaube muss in ihm so wirken, als sähe er alles mit den Augen.

ושאלנו, מהי התשובה. אלא הענין הוא כנ"ל, שהאמונה, שהאדם מאמין, צריכה להיות בדיוק כאילו הוא רואה את השכינה, אחרת, היינו אם לא הגיעה האמונה שלו לדרגה כזו, אין היא נקראת "אמונה אמיתית". ולאמונה כזאת האדם צריך להתפלל, היינו שהאמונה צריכה לפעול בו כאילו הוא רואה הכל בעינים.

Wir haben gefragt: „Was ist die Antwort?“ *Die Sache ist die, dass der Glaube eines Menschen genau so sein sollte, als ob er die Shechina sieht.* Solange sein Glaube diese Stufe nicht erreicht hat, wird er nicht als echter Glaube angesehen. Das ist die Art von Glauben, für die man beten sollte, dass der Glaube in ihm wirkt, als ob er alles mit seinen Augen sieht.

Rabash – 1986 – Artikel 32 (תשמ״ו – מאמר ל״ב)

„Worum es im Gebet geht – das gerade Richten der Beine und das Bedecken des Kopfes“

Im Sohar (WaEtchanan, Blatt 3, und im Sulam [Leiter-Kommentar], Punkt 10) steht geschrieben, und dies sind seine Worte: „Komm und sieh: Wer im Gebet steht, muss seine Beine gerade richten und seinen Kopf bedecken, wie einer, der vor dem König steht; und er muss seine Augen bedecken, damit er nicht auf die Shechina (göttliche Gegenwart) blickt.“ Und im Sohar (WaEtchanan, Punkt 11) fragt er: „Du sagst: ‚Wer auf die Shechina blickt, während er betet‘ – aber wie kann er auf die Shechina blicken? Und er antwortet: Vielmehr soll man wissen, dass die Shechina gewiss während seines Gebets vor ihm steht. Deshalb ist es ihm verboten, seine Augen zu öffnen.“ So weit seine Worte.

Und es ist zu verstehen: Worauf deutet das gerade Richten der Beine hin? Es scheint eine Bedingung des Gebets zu sein, deutet also auf etwas Wichtiges hin. Was ist es also? Weiter ist zu verstehen: Was hat es damit auf sich, dass man den Kopf während des Gebets bedecken muss? Man kann nicht sagen, gemeint sei, den Kopf während des Gebets mit dem Tallit (Gebetsschal) zu bedecken, denn das ließe sich nur über das Morgengebet sagen. Beim Nachmittags- und beim Abendgebet aber beten wir ohne Tallit – was hätte es da mit dem Bedecken des Kopfes auf sich? Worauf also deutet dies hin?

Und ebenso: Was bedeutet es, die Augen zu bedecken? Wir pflegen, wenn wir das Shma (Glaubensbekenntnis „Höre, Israel“) lesen, die Augen zu bedecken. Hier aber sagt er, dass man auch im Gebet die Augen bedecken muss. Man muss also wissen, worauf diese Worte hindeuten. Und ebenso ist die Antwort des heiligen Sohar zu verstehen, mit der er die Frage löst, wie man denn auf die Shechina blicken könne.

Er löst sie so: Vielmehr soll man wissen, dass die Shechina gewiss während seines Gebets vor ihm steht. Doch diese Lösung ist nicht verständlich. Was ist der Zusammenhang zwischen dem Schließen der Augen und dem Wissen, dass die Shechina vor ihm steht? Um das Gesagte zu verstehen, müssen wir das ganze Werk der Schöpfung noch einmal durchgehen: Was ist ihr Ziel, und welche Stufe soll die Schöpfung erreichen?

Es ist bekannt, dass das Schöpfungsziel darin besteht, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Dazu stellt sich die bekannte Frage: Warum ist demnach das Gute und der Genuss nicht bei jedem einzelnen Geschöpf wahrnehmbar? Wir sehen vielmehr das Gegenteil: Die ganze Welt leidet Kummer und Qualen, bis sie ein wenig Freude und Genuss erlangt. Wenn der Mensch mit sich selbst Abrechnung hält, sagt er meist, was unsere Weisen sagten: „Besser wäre ihm, nicht erschaffen worden zu sein, als erschaffen zu sein“ (Eruwin 13). Und dies sind ihre Worte: „Es ist dem Menschen lieber, nicht erschaffen worden zu sein, als erschaffen zu sein.“

Die Antwort lautet bekanntlich: Damit es nicht zu jener Scham kommt, die „Nahama deKisufa“ (Brot der Schande) genannt wird, wurde uns eine Korrektur gegeben, die „Angleichung der Form“ heißt. Sie besteht darin, dass alles, woraus der Mensch Freude und Genuss empfängt, unter der Absicht zu geben geschehen soll. Und damit der Mensch überhaupt die Fähigkeit erlangen kann, sich daran zu gewöhnen, die Genüsse mit der Absicht zu geben zu empfangen, mussten Zimzum (Einschränkung) und Verhüllung sein. Das heißt, dass man die großen Genüsse, die in Tora und Mizwot gekleidet sind, nicht sofort sieht.

Und es ist uns gegeben, die Ordnung der Arbeit mit der Absicht zu geben an den materiellen Dingen zu erlernen, wo nur kleine Genüsse vorhanden sind. Diese heißen in der Sprache des heiligen Soharnehir dakik“, was „sehr feines Licht“ bedeutet. Das heißt, dass heilige Funken in die Klipot (Schalen) gefallen sind, damit diese bestehen können. An diesem Licht, das sich in den materiellen Genüssen findet, können wir lernen, wie man sie mit der Absicht zu geben empfängt. Denn bei kleineren Genüssen ist es leichter zu lernen und sich daran zu gewöhnen, sie nur mit der Absicht zu geben zu empfangen. Das heißt, es ist leichter zu sagen: Wenn ich nicht auf das Geben ausrichten kann, verzichte ich auf sie und will diese Genüsse nicht empfangen, weil ich durch sie vom Schöpfer getrennt werde.

Bekanntlich ist Er ganz und gar Geben, der Untere aber will gerade empfangen. Also besteht hier keine Angleichung der Form. Deshalb – das heißt, weil der Mensch am Schöpfer anhaften will, der Akt des Empfangens ihn jedoch vom Empfinden des Schöpfers trennt – geschah die Einschränkung und Verhüllung, damit er die Möglichkeit hat, sich zu gewöhnen, Handlungen zu vollbringen und sie mit der Absicht zu geben auszurichten. Wäre dagegen die Vorsehung des Schöpfers offenbar, so wären das Gute und der Genuss offenbar, und der Mensch hätte keine Möglichkeit, sein Gefäß des Empfangens zu überwinden.

Damit verstehen wir, was unsere Weisen sagten: dass der Mensch während des Gebets seine Beine gerade richten muss. Bekanntlich kommt „seine Beine“ (raglaim) vom Wort meraglim (Kundschafter). Das heißt, dem Menschen kommt das Argument der Kundschafter, die meinten, es lohne sich nicht, in die Arbeit einzutreten, um in das heilige Land zu gelangen, also in das Land Israel – und zwar aus zwei Gründen:

1. Was gewänne das Verlangen zu empfangen, wenn er den Weg der Bahn ginge, der allein zum König führt? Das heißt, er mühte sich mit seiner Arbeit, die er für den Schöpfer einsetzt, und das Verlangen zu empfangen gewänne nichts, sondern verlöre; gewinnen würde allein das Verlangen zu geben. Was aber bliebe dem Verlangen zu empfangen, das doch der Kern des Geschöpfes ist?

2. Selbst wenn wir sagen, dass es sich doch lohnt, dem König zu dienen, weil das dem Menschen großen Genuss bringt – sicher ist nicht jeder Mensch dazu befähigt. Gewiss braucht es dafür besondere Voraussetzungen; das gilt nur für Menschen, die mit großen Begabungen und mutigem Herzen geboren wurden und alle Hindernisse überwinden können, die sich auftun, wenn man sich der Kedusha (Heiligkeit) nähern will.

Vielmehr reicht es uns, auf einer Stufe mit ganz Israel zu sein. Wozu sollten wir höhere Stufen suchen als die Allgemeinheit? Ich muss keine Ausnahme sein; es genügt mir, wenn ich Tora und Mizwot schlicht erfüllen kann, ohne jede Absicht. Und gewiss wird diese Arbeit leichter sein, weil sie unserem Gefäß des Empfangens näher ist.

Und wozu sollte ich auf eine Handvoll Menschen schauen, die sagen, das Wesentliche sei, dass der Mensch um des Himmels willen arbeitet? Sicher arbeitet die ganze Allgemeinheit um des Himmels willen; so will ich einer von ihnen sein. Und das nennt man „Kundschafter“.

Und das ist gemeint mit: Zur Zeit des Gebets muss er seine Beine gerade richten. Das bedeutet: Er muss – allem zum Trotz, was die Kundschafter ihm vorhalten – sagen, dass jener Weg, von dem nur eine kleine Handvoll Menschen behauptet, man müsse allein ihn gehen, dass einzig dieser Weg die Wahrheit ist, anders als die übrigen Wege, obwohl auch diese ein Weg der Wahrheit sind.

Und das ist, wie unsere Weisen sagten: „Stets befasse sich der Mensch mit Tora und Mizwot auch lo liShma (nicht um Ihretwillen), denn aus lo liShma wird er zu liShma (um Ihretwillen) gelangen.“ Gewiss ist wahr, was unsere Weisen sagten. Doch der Weg, auf dem man sich bemüht, die Bahn zu gehen, die geradewegs um des Himmels willen führt, heißt „die lautere Wahrheit“. Das heißt: Wenn die Kundschafter ihm sagen, das, was er tue, sei nicht in Ordnung, dann muss er ihnen antworten: Ich gehe jetzt, den Schöpfer zu bitten, dass Er mir hilft, meinen eigenen Weg zu gehen, den ich nun gewählt habe – und zu sagen, dass nur dieser Weg gerade ist.

Und das ist die Bedeutung davon, dass er seine Beine während des Gebets gerade richten muss. Daraus ergibt sich: Das Gebet, mit dem er zum Schöpfer zu beten geht, betrifft einen Mangel. Denn hat er keinen Mangel, so hat er nichts, worum er bitten und beten könnte. Und was ist mein Mangel? Er besteht darin, dass ich sehe, wie die Kundschafter mir keine Ruhe lassen, und ich will nicht ihre Wege gehen. Vielmehr: Wenn ich sehe, dass all mein Denken und Wollen nur meinem eigenen Nutzen gilt und dass ich, sobald ich etwas um des Himmels willen tun will, dazu nicht fähig bin.

Es zeigt sich: Was mir jetzt fehlt und worum ich den Schöpfer bitten muss, dass Er es mir gibt, ist allein ein Kli (Gefäß), das „Verlangen“ heißt. Das heißt, mir fehlt ein Mangel – nämlich das Verlangen, dem König dienen zu wollen, sodass dies all mein Streben und Sehnen wäre und ich mich nicht um die übrigen Dinge sorgte, die den Dienst am Schöpfer nicht betreffen.

Doch der wahre Grund, warum der Mensch sich nicht danach sehnt, dem König zu dienen, liegt nicht darin, dass er dem König nicht dienen wollte. Vielmehr – so sagte Baal HaSulam – besteht der Grund darin, dass er nicht glaubt, dass er vor dem König steht. In dem Augenblick aber, da er spürt, dass er vor dem König steht, erlischt seine Wahlfreiheit, und er ist vor dem König annulliert „wie eine Kerze vor einer Fackel“.

Daraus ergibt sich, dass das Wesentliche, worum der Mensch sich in seiner Arbeit bemühen muss, allein darin besteht, des Glaubens würdig zu werden – das heißt zu spüren, dass der Schöpfer wirklich da ist, wie unsere Weisen sagten (Pirkei Awot, Sprüche der Väter): „Ein Auge sieht und ein Ohr hört.“ Denn eine Verhüllung liegt über dem Menschen. Und ehe er aus der Selbstliebe heraustritt, steht er noch unter der Einschränkung, die bewirkte, dass am Ort des Empfangens Finsternis ohne Licht herrscht – genannt „der vom Höheren Licht freie Raum“.

Deshalb bittet er den Schöpfer, seine Augen zu erleuchten, damit er spürt, dass er vor dem Schöpfer steht. Und all dies braucht er nicht, weil er genießen wollte, vor dem Schöpfer zu stehen, sondern weil er dem Schöpfer geben will und nichts tun kann, da er die Wichtigkeit des Schöpfers noch nicht spürt. Bei ihm ist es vielmehr im Zustand der „Shechina BeGaluta“ (Shechina im Exil). Das heißt: Sobald ihm in den Sinn kommt, etwas um des Himmels willen zu tun und nicht an den eigenen Nutzen zu denken, „verfinstert sich die Welt um ihn“ – das heißt, es kommt ihm vor, als wäre er nun aus der Welt geschieden und gestorben.

Das heißt, er beginnt zu spüren, dass seine ganze Existenz annulliert wird und er nichts mehr gilt. Deshalb will er gleich zu Beginn, sobald er in diesen Zustand eintritt, ihm entfliehen, denn er empfindet dann das Unbehagen, das dieser Zustand ihm bereitet, und er hat nicht die Möglichkeit, diesen Weg weiterzugehen. Denn der Mensch begreift: Wenn er beginnt, den Weg „nichts außer dem Schöpfer allein“ zu gehen, müsste er gewiss Leben und Glück empfinden. Doch plötzlich sieht er das Gegenteil. Und wirklich erhebt sich die Frage: Warum ist das so?

Und die Antwort lautet: In diesem Zustand, da er so empfindet, kann er spüren, was die Bedeutung von „Shechina BeAfra“ (Shechina im Staub) ist. Das heißt, er spürt, dass er so tief gefallen ist, dass er wahrhaft bis in den Staub erniedrigt wurde. Und danach, wenn er bereits weiß, was „Shechina im Staub“ ist, kann er zum Schöpfer beten und gute Taten vollbringen, damit der Schöpfer „die Shechina aus dem Staub erhebt“.

Das heißt: Dort, wo er empfand, dass das Auf-sich-Nehmen des Jochs des Königtums des Himmels – also nur für den Schöpfer und nicht zum eigenen Nutzen zu arbeiten – wie Staub schmeckt, dort bittet er, dass der Schöpfer Seine Verhüllung von ihm nehme, und er wird würdig zu sehen, dass die Shechina „Land der Lebenden“ genannt wird. Das heißt: Gerade daraus, dass man alles um des Himmels willen tun will und nicht zum eigenen Nutzen, gerade von hier aus wird man des wahren Lebens würdig. Das ist die Bedeutung von „Land der Lebenden“: ein Land, aus dem allen Leben erwächst. Das Land der Sitra Achra (die andere Seite) dagegen heißt „Land, das seine Bewohner verzehrt“.

Es ist bekannt, dass das Empfangen Trennung von der Kedusha (Heiligkeit) bewirkt. Deshalb „werden die Frevler zu ihren Lebzeiten ‚tot‘ genannt“. Das Geben dagegen heißt „Dwekut“ (Anhaftung), wie geschrieben steht: „Und ihr, die ihr dem Schöpfer, eurem Gott, anhaftet, seid heute alle am Leben.“ Das heißt: Dass der Mensch wünscht, der Schöpfer möge seine Augen erleuchten und ihn des Glaubens würdig machen – also dass er die Wirklichkeit Seines Daseins spüre –, bedeutet nicht, dass er sich nach dem Genuss sehnt, den es bereitet, vor dem König zu stehen. Vielmehr sehnt er sich danach, kein Böser zu sein, der das Gebot der Liebe zum Schöpfer nicht erfüllen will. Und obwohl es keine Liebe ohne Genuss geben kann, gibt es darin doch einen Unterschied: Der Mensch will sie auf geradem Weg, während auf nicht geradem Weg etwas anderes nach sich gezogen wird.

Zum Beispiel will ein Mensch seine Kinder lieben, weil er daraus Freude empfangen will. Zwar kann man nicht sagen, dass er etwas liebt und dabei keinen Genuss empfindet, denn wo ein Mensch Leid empfindet, lässt sich nicht von Liebe sprechen. Nur sagen wir manchmal, dass Menschen sich über Leid freuen – und zwar deshalb, weil sie dadurch etwas gewinnen. Ähnlich sagt ein Mensch, der sich im Krankenhaus operieren lässt und dem Arzt viel Geld zahlt, nicht, dass er es liebt, sondern dass er sich darüber freut, weil er dadurch etwas Wichtiges gewinnt, nämlich sein Leben, und dergleichen.

Also können wir nicht sagen, dass er seine Kinder lieben und für sie arbeiten will, um Genuss zu haben. Vielmehr ist das, was er da lieben will, eine Liebe von Natur aus, die mit Genuss nichts zu tun hat. Doch dadurch, dass er sie liebt, hat er auch Genuss. Es zeigt sich: Der Genuss, der aus der Liebe zu den Kindern hervorgeht, geht auf nicht gerade Weise hervor.

Ebenso ist es, wenn der Mensch den Schöpfer bittet, ihn näher zu bringen und ihm das Licht des Glaubens zu geben, damit er die Wirklichkeit des Schöpfers spürt. Von selbst ist er dann vor dem Schöpfer annulliert, und gewiss hat er dann Genuss. Doch nicht das meint er, sondern, wie gesagt: seine Absicht ist, dass der Schöpfer ihn näher bringe, weil er sieht, dass er ein Böser ist und nichts tun kann als nur zu seinem eigenen Nutzen. Er will also wahrhaft aus der Selbstliebe heraustreten.

Es zeigt sich: seine Absicht ist, aus der Selbstliebe herauszutreten, und nicht, größeren Genuss zu empfangen. Sollte etwa sein Ziel sein, dass er, weil er aus den materiellen Genüssen nicht viel Genuss zieht, seinem Verlangen zu empfangen zu mehr Genuss verhelfen will – sollte es sein Begehren sein, dass seine Selbstliebe mehr Genuss gewinnt? Gewiss nicht; vielmehr genau umgekehrt: Er will überhaupt aus der Selbstliebe heraustreten.

Doch der Grund, der ihn dazu bringt, den Schöpfer bitten zu wollen, ihn aus der Selbstliebe herauszuführen und ihm das Licht des Glaubens zu geben, ist allein, dass er ein Jude ist und Tora und Mizwot erfüllen muss, weil der Schöpfer uns geboten hat, Seinen Willen zu erfüllen. Und er sieht, dass er mit dem Geben an den Schöpfer nichts zu schaffen hat, sondern dass all seine Sorgen wie die aller Völker nur der Selbstliebe gelten. Das gab ihm den Anstoß, hinzugehen und um etwas zu bitten: dass er die Fähigkeit erlange, ein Jude zu sein und nicht ein Angehöriger der Völker der Welt.

Doch man muss, wie gesagt, bedenken, dass es unmöglich ist, die Wirklichkeit des Schöpfers zu spüren, ohne dass der Mensch Genuss empfindet. Aber, wie gesagt: Dieser Genuss, der ihm zukommt, kommt auf nicht gerade Weise. Das heißt, er beabsichtigt ihn nicht, sondern er kommt von selbst zu ihm. Deshalb ist es natürlich, dass der Mensch, wenn er spürt, vor dem König zu stehen, die Wichtigkeit des Königs spürt – und in diesem Maße wird er mit Genuss erfüllt.

Aus dem Gesagten folgt: Es kann nicht sein, dass jemand vor dem König steht und spürt, dass er sich vor dem König annullieren will, und zugleich Unbehagen empfände, weil er sich annullieren will. Wenn der Mensch also sieht: Sobald er beginnt, mit der Absicht zu geben zu arbeiten, und dabei spürt, dass er durch seine Annullierung vor dem Schöpfer Unbehagen empfindet – dann muss er sagen, dass dies nicht die Gestalt des Königs ist, sondern dass ihm ein solches Empfinden zukam, um zu erkennen, was die Bedeutung von „Shechina im Exil“ oder „Shechina im Staub“ ist.

Und dann ist der geeignete Zeitpunkt, zum Schöpfer zu beten, dass Er ihn näher bringe; denn andernfalls sieht er, dass es keinerlei Möglichkeit gibt, aus eigener Kraft in die Kedusha einzutreten. Denn er spürt, dass alle Glieder des Körpers sich dagegen sträuben, dem König zu dienen und seine Existenz zu annullieren – sodass all sein Streben einzig darin bestünde, dem König zu dienen. Dann wird er „der Mangelhafte“ genannt, dem niemand auf der Welt helfen kann; nur der Schöpfer selbst kann ihm helfen.

Doch beim Mangel sind mehrere Unterscheidungen zu treffen, damit er der Füllung würdig ist, wenn der Mensch zum Schöpfer betet, dass Er ihm helfe:

1. Ihm fehlt etwas, doch er empfindet seinen Mangel nicht. Ein Beispiel: Ein Mann hat eine Familie mit sechs Personen, und seine Freunde leben mit einer ebenso großen Familie in drei Zimmern, er aber wohnt in einer Wohnung mit zwei Zimmern. Er begnügt sich mit Wenigem und empfindet nicht, dass ihm ein Zimmer fehlt. Und da er seinen Mangel nicht empfindet, bemüht er sich folglich auch nicht, Anstrengungen zu unternehmen, um ein weiteres Zimmer zu erlangen. Es zeigt sich: Bei einem solchen Mangel ist kein Gebet am Platz, und folglich auch keine Erhörung des Gebets – nach dem Grundsatz: „Es gibt kein Licht ohne ein Kli, denn es gibt keine Füllung ohne einen Mangel.“

2. Er empfindet seinen Mangel und begann, sich um dessen Behebung zu bemühen. Doch nachdem er eine Zeit lang investiert hat, um seine Bedürfnisse zu erfüllen, und sieht, dass er sie nicht so leicht erreichen kann, verfällt er in Verzweiflung und beginnt, sich zu rechtfertigen: Er sei ja nicht verpflichtet, zu den Angesehenen des Volkes zu gehören, und es genüge ihm, was er hat. Es liegt in der Natur des Menschen, dass die Trägheit ihm hilft, seinen Mangel an Mühe in hohem Maße zu rechtfertigen. Deshalb ist er nun in einem Zustand der Ruhe und hat keine Sorgen, denn er will jetzt gar nichts mehr.

Doch da er, bevor er in völlige Verzweiflung geriet, viel Mühe aufgewandt hatte, um sein Begehren zu erreichen, kommen ihm darum immer wieder Gedanken an die Mängel, deren Füllung er erwartet hatte. Und je mehr Kräfte er aufgewandt hatte, um sie zu erreichen, desto mehr ist es, als wecke ihn die Füllung selbst jetzt auf, von neuem mit der Arbeit zu beginnen wie zu Anfang.

Dann gerät der Mensch in einen Zustand, in dem er den Schöpfer bittet, von ihm alle Gedanken zu nehmen, die ihn einen Mangel empfinden lassen und ihn nötigen, Mühe darauf zu verwenden. Vielmehr betet er zum Schöpfer, dass kein Mangel mehr in seinen Sinn komme – sodass alles, was er nun erwartet und dessen Erreichen ihm einen Zustand verschaffen würde, den er „gut“ nennt, darin besteht, keinen Mangel mehr zu empfinden.

Daraus ergibt sich: Worin besteht die Füllung, die er erwartet? Darin, dass er kein Mangelgefühl mehr hat. Und das ist seine ganze Füllung, die er erhofft. Er will jetzt das Fehlen von Mangelgefühlen genießen und erwartet keine Füllung der Mängel. Vielmehr besteht die ganze Füllung im Ausbleiben des Mangelgefühls. Und das erwartet er nun – dass dies der allerbeste Zustand seines Lebens sei.

Das heißt: Käme sein Freund zu ihm und fragte ihn: „Fehlt dir etwas? Ich will mich bemühen, deinen Wunsch zu erfüllen“, so antwortete er ihm: „Glaub mir, ich bin jetzt in einem Zustand, in dem mir nichts fehlt. Ich will jetzt nur Ruhe, mich um nichts zu sorgen. Nur schäme ich mich, dir zu sagen: Du bist zu mir gekommen, gewiss um mir eine Freude zu machen – aber ich sage dir die Wahrheit: Auch du störst meine Ruhe, weil ich mich anstrengen und überlegen muss, was ich mit dir reden soll. Darum sage ich dir die Wahrheit: Geh hin in Leben und Frieden, und tu mir den Gefallen und sage allen unseren Freunden, sie sollen mich nicht besuchen kommen. Wenn sie sehen, dass ich nicht in eurem Kreis bin, so liegt das daran, dass alles Gute, das ich in meinem Leben empfinde, die Ruhe von allen Sorgen ist.“

Und wenn der Mensch um einen solchen Mangel betet, dass der Schöpfer ihn fülle – wie könnte er auf ein solches Gebet, das auf dem Fundament von Verzweiflung und Trägheit gebaut ist, eine Füllung empfangen? Er will ja, dass der Schöpfer ihm hilft, träge sein zu können. Darum steht ein solcher Mangel nicht zur Füllung an, denn aus solchen Füllungen wird die Welt nicht aufgebaut. Und alle Gebete müssen einzig dem Aufbau dienen und nicht dem Gegenteil; denn wir müssen für die Korrektur der Welt beten, und aus Trägheit entsteht kein Aufbau.

3. Er empfindet seinen Mangel, und alle Gedanken an Trägheit und Verzweiflung können seinen Mangel nicht füllen. Deshalb bemüht er sich, Rat zu finden, wie er sein Begehren erreichen kann. Es zeigt sich: Dass er zum Schöpfer um die Füllung seines Mangels betet, geschieht, weil er den Aufbau der Welt will. Er sieht, dass er auch in dem Zustand, in dem er sich befindet, aufbaut. Doch alle Bauten, die er errichtet, gleichen kleinen Kindern, die spielen und aus Klötzen Bauten errichten, sie danach wieder umwerfen und danach von neuem bauen – und an jedem Bauen haben sie ihre Freude.

Ebenso betrachtet er das materielle Leben. Das heißt: So wie die Spiele, die die Kinder bauen, nicht der Aufbau der Welt sind, so wird auch aus den materiellen Genüssen nicht der Aufbau der Welt – die ja gewiss zu einem Zweck erschaffen wurde und nicht für kleine Kinder. Wie also könnte er einwilligen, in der Gesellschaft kleiner Kinder zu bleiben?

Und obwohl die Kinder über ihn lachen, weil er nicht mit ihnen spielen will, und ihn nicht verstehen – warum? Sie denken über ihn: Gewiss hat er keinen Sinn für das Leben und weiß nicht, dass das Leben, in dem wir uns befinden, zum Genießen gegeben ist. Er gehöre nicht zu denen, die zur bewohnten Welt taugen, sondern wolle sich gleichsam vom Leben absondern und in die Wüste gehen, um wie die Tiere der Wüste zu leben.

Doch er kann ihnen nichts entgegnen, denn er hat keine gemeinsame Sprache mit ihnen. Wie dem auch sei, er leidet unter seinem Mangel – darunter, dass er des spirituellen Lebens würdig werden will. Aus dem Gesagten folgt: Nur bei der dritten Unterscheidung des Mangels lässt sich sagen, dass sein Gebet ein Gebet genannt wird, weil er eine Füllung verlangt, mit der er die Welt korrigieren kann, sodass die Fähigkeit da ist, das Schöpfungsziel zu empfangen, das darin besteht, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun. Und er glaubt, dass alle Verhüllung und Verborgenheit, die es in der Welt gibt, daher rührt, dass wir nicht die geeigneten Gefäße für die Fülle der Göttlichkeit haben – nämlich das Gefäß des Gebens.

Deshalb bittet er den Schöpfer, ihm die Gefäße des Gebens zu geben. Und das kann man erlangen, indem man die Größe und Wichtigkeit des Königs spürt. Ist dagegen die Shechina im Exil und schmeckt die Arbeit des Gebens wie Staub – wie könnte man diese Arbeit fortsetzen? Darum wird ein Gebet dieser Art angenommen.

Mit dem Gesagten können wir die Worte des heiligen Sohar deuten – das, wonach wir gefragt hatten: Was ist gemeint, wenn es heißt, man müsse den Kopf bedecken und die Augen schließen, wie einer, der vor dem König steht? Bekanntlich wird der Kopf „der Verstand des Menschen“ genannt. Und ebenso werden die Augen als Verstand verstanden, wie geschrieben steht: „die Augen der Gemeinde“, was „die Weisen der Gemeinde“ bedeutet.

Und das Bedecken und Schließen bedeutet, nicht auf den Verstand zu blicken, auf das, was der Verstand ihm sagt. Das heißt: Wenn der Mensch im Gebet steht, muss er glauben, als stünde er vor dem König. Und obwohl er den König nicht spürt, muss er beten, dass der Schöpfer ihm die Kraft des Glaubens gebe, damit er spürt, dass er vor dem König steht. Das heißt, er will eine Kraft des Glaubens, die wahrhaft dem Wissen gleicht – sodass der Körper vom Glauben beeindruckt wird, den er hegt, als sähe er den König und würde vom König beeindruckt. Um einen solchen Glauben betet er.

Und das ist es, was er sagt: dass es verboten ist, die Augen während des Gebets zu öffnen, weil es verboten ist, auf die Shechina zu blicken. Und der heilige Sohar fragt: Wie kann er denn auf die Shechina blicken? Und er antwortet: Vielmehr soll man wissen, dass die Shechina gewiss während seines Gebets vor ihm steht; deshalb ist es ihm verboten, seine Augen zu öffnen.

Und wir hatten gefragt: Worin besteht die Antwort? Es ist vielmehr, wie gesagt: Der Glaube, mit dem der Mensch glaubt, muss genau so sein, als sähe er die Shechina. Andernfalls – das heißt, wenn sein Glaube eine solche Stufe nicht erreicht hat – wird er nicht „wahrer Glaube“ genannt. Und um einen solchen Glauben muss der Mensch beten; das heißt, der Glaube muss in ihm so wirken, als sähe er alles mit den Augen.

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