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1987/20 Was ist der persönliche Besitz eines Menschen?

Der heilige Sohar (Korach, Blatt 2, im Sulam Punkt 4) legt den Vers „Und Korach nahm“ aus. Er fragt: Was bedeutet „und er nahm“? Und er antwortet: Er nahm sich einen schlechten Rat. Denn wer dem nachjagt, was ihm nicht gehört, vor dem flieht es. Mehr noch: Auch das, was er hat, geht ihm verloren. Korach jagte dem nach, was ihm nicht gehörte; das Seine verlor er, und das andere gewann er nicht.

In der Arbeit ist zu verstehen: Wovon können wir sagen, dass es einem Menschen gehört – also dass es sein Eigenes ist? Und wovon wollen wir sagen, dass es ihm nicht gehört? Denn der Sohar sagt über Korach, dass er einer Sache nachjagte, die nicht die seine war, und dabei auch das Seine verlor. Worauf weisen uns diese Worte in der Arbeit hin, damit der Mensch sich vor Korachs Strafe zu bewahren weiß?

Bekanntlich ist die wesentliche Neuerung der Schöpfung das Verlangen zu empfangen, wie geschrieben steht (Studium der Zehn Sefirot, innere Betrachtung, Teil 1): „Sein Verlangen ist es, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, und das ist die Verbindung zwischen dem Schöpfer und den Geschöpfen. Denn Er erschuf einen Mangel – also ein Verlangen und ein Begehren, sich danach zu sehnen, Freude und Genuss zu empfangen; sonst kann man sich an nichts erfreuen.“

Bekanntlich darf man nicht von dem sprechen, was vor der Schöpfung war. Alles, worüber wir sprechen, gilt nur im Sinne von „Aus Deinen Taten haben wir Dich erkannt“. Wir sprechen also nur über das, was in den Geschöpfen vorhanden ist. Aber warum der Schöpfer es so gemacht hat – eine solche Wirklichkeit, wo Er es doch anders hätte machen können –, darüber dürfen wir nicht sprechen.

Und wir sehen die Natur, die in der Schöpfung liegt: Man kann sich an nichts erfreuen, wenn kein Verlangen danach besteht. Mehr noch: Das Verlangen nach einer Sache bestimmt das Maß des Genusses, das wir aus dem ziehen können, wonach wir verlangen.

Deshalb führen wir dieses Kli (Gefäß), das „Verlangen, Freude und Genuss zu empfangen“ heißt, auf den Schöpfer zurück: Es ist ein Gefäß, das der Schöpfer geschaffen hat. Über dieses Kli haben wir weder das Recht noch die Möglichkeit, es zu annullieren oder dieses Verlangen zu empfangen zu beschädigen. Nachdem dieses Kli hervorgegangen war und die Fülle empfangen hatte, die der Schöpfer ihm geben wollte, spürte es: Die Wurzel ist der Gebende, das Kli aber der Empfangende – es gibt hier keine Übereinstimmung der Form. Daher verlangte das Kli danach, ein Gebender zu sein wie seine Wurzel. Und es vollzog einen Zimzum (eine Einschränkung) über das Maß des Empfangens. So sollte das Kli der Empfangende sein und der Ausströmende der Gebende. Es sagte vielmehr, dass es nichts empfangen wird – außer in dem Maß, in dem es empfangen kann, um zu geben.

Dieses Kli, das nur auf die Weise „um zu geben“ empfängt, führen wir auf das Geschöpf zurück, weil es eine Handlung ist, die dem entgegengesetzt ist, was der Schöpfer erschaffen hat. Der Schöpfer schuf es so, dass der Untere tatsächlich empfängt; das ist das Ziel der Schöpfung, „Sein Verlangen, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun“ genannt – damit die Geschöpfe genießen. Der Untere aber tut das Gegenteil: Er will, dass der Schöpfer genießt. Das ist sein Maßstab; er denkt nicht an sich selbst und an seinen eigenen Genuss. Und bei jeder einzelnen Handlung rechnet er nach, ob es sich lohnt, sie zu tun, oder nicht.

Wenn daraus dem Schöpfer Wohlgefallen erwächst, wird er die Sache tun. Sieht er aber nicht, dass dem Schöpfer daraus Wohlgefallen entsteht, hält er sich von der Handlung zurück. Alle Berechnungen, die er vor jeder Handlung anstellt, richten sich also danach, in welchem Maß er dem Schöpfer Genuss bereiten kann.

Die Fülle, die sich über dieses Kli ausbreitet – „um zu geben“ genannt –, heißt „Licht der Linie“. Es leuchtet nach Linie und Maß, so weit der Empfangende die Absicht zu geben ausrichten kann, was die Übereinstimmung der Form ist. Auf seinen eigenen Genuss aber achtet er nicht, weil er die Anhaftung (Dwekut) will. Daraus folgt, dass all die vielen Welten, Parzufim und Sefirot wegen der Empfangenden entstanden sind.

Solange das Licht im Kli des Schöpfers leuchtete – dem „Verlangen zu empfangen, um zu empfangen“, genannt Malchut –, hatte dieses Kli die Fähigkeit, das Gute und den Genuss zu empfangen, die im Schöpfungsgedanken lagen. Denn gewiss erschuf Er die Größe des Kli in dem Maß des Guten und des Genusses, die Er geben will. So empfing es das ganze Licht, und es gab dort nur ein einziges, einfaches Licht, wie im Buch Etz Chaim (Baum des Lebens) steht: „Vor dem Zimzum erfüllte das einfache höhere Licht die ganze Wirklichkeit.“

Die ganze Fülle, die Er geben wollte, empfing Malchut, „Verlangen zu empfangen“ genannt, weil dieses Kli vom Ausströmenden kommt. Daher machte Er es gewiss in seiner Vollkommenheit, damit es empfangen konnte, was Er geben wollte. Anders war es danach, als Malchut sagte, sie will nicht mehr mit dem Kli des Schöpfers empfangen, sondern hat ein eigenes Gefäß – nämlich das, was sie selbst geschaffen hat. Der Untere aber, das Geschöpf, kann kein Gefäß wie der Schöpfer mit einem Mal schaffen; er ist in seinem Tun begrenzt. Deshalb entstand dieses Kli nach und nach – in dem Maß, in dem man die Absicht zu geben ausrichten kann.

Daraus ergeben sich für uns viele Stufen: Das Licht leuchtet je nach der Eignung der Gefäße der Unteren. In ähnlicher Weise legt er (Studium der Zehn Sefirot, Teil 1) aus, was der Etz Chaim sagt – dass sich das Licht nach und nach ausbreitete. Er fragt: „Wie lässt sich im Spirituellen von ‚nach und nach‘ sprechen? Dort gibt es doch keine Zeit, und ‚nach und nach‘ meint etwas Zeitliches.“ Er erklärt dort im Or Pnimi (inneres Licht): „Nach und nach“ meint, dass sich das Licht nicht mit einem Mal ausbreitet, sondern in unterscheidbaren Stufen, je nachdem, was die Unteren empfangen können, um zu geben. Das wird „nach und nach“ genannt. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass wir zwei Gefäße haben:

Erstens: das Kli, das wir auf den Schöpfer zurückführen. Es ist das Gefäß, das „Verlangen zu empfangen, um zu empfangen“ heißt. Dieses Kli ging in seiner Vollkommenheit hervor, denn von Seiten des Schöpfers besitzt es Vollkommenheit.

Zweitens: das Kli, das wir auf das Geschöpf zurückführen. Es ist das Verlangen zu geben. Dieses Gefäß wird nach und nach aufgebaut, weil die Unteren nicht fähig sind, es mit einem Mal zu machen.

Man muss wissen, dass unsere ganze Arbeit nur auf einem einzigen Punkt beruht: Tora und Mizwot, die wir zu erfüllen aufgerufen sind, dienen dazu, das Gefäß zu erlangen, das wir schaffen sollen. Und dieses Kli lässt sich nur durch die besondere Kraft von Tora und Mizwot schaffen. So sagt Rabbi Chananja ben Akashja: „Der Schöpfer wollte Israel läutern, deshalb gab Er ihnen Tora und Mizwot in Fülle, wie gesagt wird: ‚Der Schöpfer wünschte um Seiner Gerechtigkeit willen die Tora groß und herrlich zu machen.‘“ Und so steht im Buch Peticha leChochmat haKabbala (Vorwort zur Weisheit der Kabbala): „Es ist bekannt, dass ‚läutern‘ (lesakot) vom Wort ‚Läuterung‘ (Hisdakchut) kommt. Es ist so, wie unsere Weisen sagten: Die Mizwot wurden nur gegeben, um Israel durch sie zu läutern.“

Somit müssen wir nur ein Gefäß schaffen, das „Gefäß des Gebens“ genannt wird. Mehr fehlt uns nicht. So steht geschrieben: „Und ich werde dich segnen in allem, was du tust.“ Das „Tun“ meint hier das Gefäß. Wenn wir das Gefäß schaffen, dann füllt der Schöpfer es mit Segen, also mit Fülle, die „Sein Verlangen, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun“ genannt wird.

Das Gefäß des Gebens steht uns sowohl im Mocha (Verstand) als auch im Liba (Herz) bereit. Das kommt daher, dass der Schöpfer uns ein Gefäß zum Empfangen gegeben hat. Deshalb haben wir den Drang, alles mit unserem Verstand zu begreifen, denn dieses Verlangen hat uns die Lust gegeben, Wissenschaften zu kennen. Das weckt in uns den Wunsch, Tora und Mizwot zu verstehen. Zugleich aber haben wir den Wunsch, die höhere Vorsehung zu verstehen – der Mensch legt sich Rechenschaft darüber ab, wie der Schöpfer mit ihm umgeht, in der Vorsehung des „Guten, der Gutes tut“.

Und hier müssen wir über dem Verstand glauben. Da im Körper ein Verlangen verankert ist, zu verstehen und zu begreifen, erwacht im Menschen von selbst der Wunsch, die Wege des Schöpfers zu verstehen. Doch dieser Wunsch, zu verstehen und zu begreifen, gilt der Tora und nicht der höheren Vorsehung. Mit diesem Verlangen, alles zu verstehen, dürfen wir uns also nur der Tora zuwenden, nicht der höheren Vorsehung.

Mein Vater und Lehrer, sein Andenken sei zum Segen, erklärte einmal den einfachen Wortsinn dessen, was wir im Segen Ascher Jazar sagen: „...der den Menschen geformt und in ihm Öffnungen über Öffnungen und Hohlräume über Hohlräume erschaffen hat. Offenbar und bekannt ist vor dem Thron Deiner Herrlichkeit, dass, wenn sich eine von ihnen öffnet oder eine von ihnen verschließt, man nicht bestehen und vor Dir stehen kann.“ Er sagte, der Unterschied zwischen „Öffnungen“ und „Hohlräumen“ ist: Eine Öffnung muss man verschließen, ein Hohlraum aber muss hohl bleiben.

Der Sinn ist: Es gibt den Aspekt „Gesetz“ (Chok) und „Recht“ (Mishpat). „Gesetz“ bedeutet, dass man die Sache als ein Gesetz über dem Verstand annehmen muss. Das ist der Aspekt des Glaubens, denn der Glaube muss über dem Verstand angenommen werden. Somit bleibt das Fehlen von Wissen, Verständnis und Einsicht in der Sache ein leerer Hohlraum ohne Wissen. Und jedes Mal muss der Mensch darauf achten, dass sich dieser Hohlraum nicht füllt.

Das ist es, was wir im Segen Ascher Jazar sagen: „...oder eine von ihnen verschließt, kann man nicht bestehen.“ Ein Hohlraum aber – also der Ort, an dem Wissen fehlt – darf sich nicht füllen; vielmehr muss man immer über dem Verstand gehen. Das nennt man den Aspekt Mocha (Verstand), um zu geben.

Anders der Aspekt „Recht“, der der Aspekt der Tora ist: Gerade hier soll der Mensch sich anstrengen und tun, was in seiner Macht steht, um die Tora zu verstehen. Denn die Tora wird „die Namen des Schöpfers“ genannt, und es liegt an uns, sie zu verstehen und zu erlangen. Und hier, in der Tora, muss der Mangel, der „Öffnung“ genannt wird, verschlossen werden – es soll keinerlei Mangel geben. „Und wer mehrt, der ist zu loben.“

Deshalb sagen wir: „...wenn sich eine öffnet, kann man nicht bestehen.“ Gemeint ist: Wenn sich „die Öffnung“ öffnet, wenn es also eine Öffnung und einen Mangel im Verständnis der Tora gibt, dann hat der Mensch keinen Bestand und keinen Halt. Vielmehr muss er sofort darauf sehen, dass dieser Mangel sich mit dem Licht der Tora füllt – „denn das Licht der Tora bringt ihn zum Guten zurück“ –, denn so wird er zum Gefäß, das geeignet ist, die höhere Fülle zu empfangen. Danach kommt zu ihm das Licht, das in die Tora gekleidet ist, „613 Pikudin (Hinterlegungen)“ genannt, wie in der Einführung zum Buch Sohar (Blatt 242) steht.

Doch in der Ordnung der Welt ist es umgekehrt. Das Joch des Königtums des Himmels, das man über dem Verstand annehmen müsste – gerade hier will jeder die Vorsehung des Schöpfers über die Geschöpfe verstehen, und zwar innerhalb des Verstandes. Bei der Tora dagegen ist man bereit, über dem Verstand zu gehen, und gibt sich keine Mühe, sie hinreichend zu verstehen.

Im Sohar (Chukat, Blatt 1, im Sulam Punkt 2) steht: „Dies ist die Satzung der Tora.“ Anderswo steht „Und dies ist die Tora“ und nicht „Satzung“. „Und dies ist die Tora“ soll zeigen, dass alles in einer einzigen Vereinigung ist, und es schließt die Versammlung Israels (Knesset Israel), die Malchut ist, in den Schöpfer ein, der Seir Anpin (ZA) ist, sodass alles eins wird, ohne Trennung. „Und dies“ (we-Zot) ist Allgemeines und Besonderes zugleich, also männlich und weiblich zugleich. Denn das Waw ist männlich, nämlich Seir Anpin, das Allgemeine; „dies“ (Zot) ist Nukwa, nämlich Malchut, das Besondere. „Dies“ aber, ohne den Zusatz des Waw, ist die Satzung der Tora – sicherlich Malchut, „Satzung“ genannt. Sie kommt von Seir Anpin, der „Tora“ genannt wird, und ist nur das Urteil der Tora, das Dekret der Tora, nämlich Malchut.

Zu verstehen ist, was es bedeutet, dass Seir AnpinTora“ heißt, „das Allgemeine“, „männlich“ und „Waw“. Malchut hingegen heißt „Urteil der Tora“, „Dekret der Tora“, „das Besondere“, „Nukwa“ und „Versammlung Israels“.

Nach dem oben Gesagten lässt sich auslegen, dass der Schöpfer „Seir Anpin“ genannt wird, so wie der ARI sagt, dass die Führung der Welt im Aspekt von Seir Anpin und Malchut geschieht. Seir Anpin heißt „das Allgemeine“, denn von ihm geht alles aus. Wer aber von ihm empfängt, nimmt immer nur Einzelheiten. Jedes Mal offenbart sich von ihm ein Teil des Allgemeinen in die Einzelheiten hinein. Von dieser Seite her heißt Malchut „Versammlung Israels“, weil sie jedes Mal Teile von Israel – „Seir Anpin“ genannt – in sich sammelt. Und das gilt von der Seite, dass Malchut die Empfangende der Fülle von Seir Anpin ist.

Es gibt aber noch eine andere Auslegung: Malchut heißt „Versammlung Israels“, weil sie die Gesamtheit aller Seelen ist. Von dieser Seite her lässt sich auslegen, dass Malchut die Fülle von Seir Anpin nimmt und sie der Seele Israels gibt. Doch ist zu unterscheiden zwischen dem Geben des Seir Anpin, „Tora“ genannt, und dem Geben der Malchut, „Urteil der Tora“ oder „Dekret der Tora“ genannt, das „Satzung“ heißt.

Bekanntlich heißt Malchut „Glaube“ – das Königtum des Himmels muss man als ein Gesetz über dem Verstand annehmen. Denn so lautet das Dekret der Tora: dass man den Glauben über dem Verstand annimmt, wie oben gesagt. Und das ist, wie gesagt, der Aspekt Mocha (Verstand). Ebenso muss man auch im Aspekt Liba (Herz) über dem Verstand sein und nicht darauf sehen, was der Körper uns erklärt – was sich für uns zu tun lohnt und was nicht. Vielmehr muss alles über dem Verstand sein.

Anders die Tora: Sie ist der Aspekt des Allgemeinen, denn von ihr geht alles aus. Der Aspekt „Seinen Geschöpfen Gutes zu tun“, also das Gute und der Genuss, ist in ihrem Geben enthalten. Auch die Kraft, über dem Verstand auf sich zu nehmen, ist im Gebenden enthalten. Seir Anpin also, „der Schöpfer“ genannt, muss diese Kraft geben, damit der Untere die Kraft hat, seinen Verstand zu überwinden und über dem Verstand zu gehen. Denn diese Kraft heißt „Licht“, und alles Licht kommt vom Höheren. Nur das Gefäß gehört dem Unteren. Ein Gefäß aber heißt „Mangel“, und der Mangel gehört dem Unteren. Wenn der Untere spürt, dass ihm diese Kraft fehlt – dass er über dem Verstand gehen will, aber nicht kann –, so nennt man das ein „Gefäß“. Darüber sagten sie: „Es gibt kein Licht ohne Gefäß“, wie bekannt ist: „Es gibt keine Füllung ohne Mangel.“

Von dieser Seite her kann man Seir Anpin „das Allgemeine“ nennen, weil Er alles umfasst: Er gibt sowohl den Aspekt des Glaubens über dem Verstand als auch den Aspekt der Tora, „die Namen des Schöpfers“ genannt. Wir haben schon davon gesprochen, dass „die Namen des Schöpfers“ das Gute und den Genuss meinen, die durch die Tora offenbart werden – denn der allgemeine Name des Schöpfers ist „gut und Gutes tuend“. In der Tora wird erläutert, wie in jedem einzelnen Buchstaben der Tora ein besonderes Licht offenbart ist. Dieser Aspekt heißt: „Die Tora, Israel und der Schöpfer sind eins.“

Aus dem Gesagten verstehen wir: Wenn er Seir AnpinTora“ nennt, dann vom Aspekt „die Namen des Schöpfers“ her. Gemeint ist die „geschriebene Tora“, wo es nichts hinzuzufügen und nichts wegzunehmen gibt. Denn im Gebenden, „der Schöpfer“ genannt, gibt es kein Erfassen, und deshalb gibt es nichts hinzuzufügen oder wegzunehmen. Vielmehr offenbart sich alles, was im Gebenden ist, im Empfangenden. Am Empfangenden ist also erkennbar, was im Gebenden ist.

Doch nicht alles, was im Gebenden ist, offenbart sich im Empfangenden; vielmehr tritt dort jedes Mal eine weitere Einzelheit hervor. Deshalb heißt Malchut, das empfangende Gefäß, „das Besondere“, und Seir Anpin heißt „das Allgemeine“. Und deshalb heißt Malchut „mündliche Tora“, wobei „Mund“ Offenbarung bedeutet: Sie offenbart, was in der geschriebenen Tora ist, die „Seir Anpin“ genannt wird.

Malchut aber heißt „Urteil der Tora“. Jeder Aspekt der Tora, der sich in Malchut offenbart, richtet sich nach dem Urteil darüber, was sich offenbaren darf. Denn da Malchut „Empfangende“ heißt und über das Gefäß des Empfangens ein Urteil erging – dass man nicht empfangen darf, außer unter der Bedingung, so weit man die Absicht zu geben ausrichten kann –, herrscht in Malchut deshalb der Wechsel von Aufstieg und Abstieg.

Und sie heißt „Satzung“, weil sie vom Aspekt des Glaubens her ein Gesetz ohne Wissen ist. Fragen wir uns, warum der Glaube ein Gesetz sein muss, so lautet die Antwort: So war Sein Beschluss, gepriesen sei Er, dass wir Ihm über dem Verstand dienen. Und warum ist dies ein Gesetz?

Und von dieser Seite her heißt Malchut „Dekret der Tora“: Die Tora hat verfügt, dass dies die Ordnung der Arbeit ist – Arbeit über dem Verstand. So führt RASHI zum Vers „Dies ist die Satzung der Tora“ an: „Weil der Satan und die Völker der Welt Israel anklagen und sagen: ‚Was soll dieses Gebot, und welchen Sinn hat es?‘, deshalb steht dabei geschrieben ‚Satzung‘: ‚Es ist ein Dekret von Mir, und du hast keine Erlaubnis, darüber zu grübeln.‘“

Deshalb soll man nicht fragen, warum der Schöpfer will, dass wir Ihm auch hierin über dem Verstand dienen. Denn auch auf diese Frage lautet die Antwort, dass sie über dem Verstand ist. Der schlichte Verstand verlangt nämlich: Wäre unsere Arbeit innerhalb des Verstandes – würde also der Körper die Wege verstehen, auf denen der Schöpfer die Geschöpfe führt –, dann gäbe es keinen Raum dafür, dass Ungläubige und Weltliche sich von der Heiligkeit entfernen; alle wären dann Diener des Schöpfers. Darüber heißt es (Jesaja 55): „Denn Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht Meine Wege, spricht der Schöpfer.“

Wenn der Sohar sagt, dass deshalb „und dies“ mit einem Waw geschrieben steht – um zu zeigen, dass alles in einer einzigen Vereinigung ist, und um die Versammlung Israels, die Malchut ist, in den Schöpfer einzuschließen, der Seir Anpin ist –, so ist das auszulegen: Vereinigung ist bekanntlich Übereinstimmung der Form. Wenn die Unteren sich daher mit Tora und Mizwot in der Absicht zu geben befassen, bewirken sie damit – jeder in der Wurzel seiner Seele, die Malchut ist –, dass sie zu „um zu geben“ wird, so wie Seir Anpin, der „männlich“, also gebend, genannt wird.

Und wenn er sagt: „und die Versammlung Israels, die Malchut ist, in den Schöpfer einzuschließen, der Seir Anpin ist“, so offenbart sich dadurch das, was im Allgemeinen ist – nämlich Seir Anpin, der Gebende – in Malchut, der empfangenden Nukwa. Denn durch die Vereinigung offenbart sich jedes Mal eine Einzelheit in Malchut. Und deshalb heißt Malchut „das Besondere“.

Nach dem Gesagten verstehen wir nun unsere Frage: Was ist der persönliche Besitz, von dem man sagen kann, dass er dem Menschen allein gehört? Wie wir erklärt haben, hat der Mensch in seiner Welt nichts als die Gefäße, die er selbst geschaffen hat – die „Gefäße des Gebens“ genannt werden. Nur das gehört dem Menschen. Was aber in die Gefäße des Empfangens eintritt, gehört dem Menschen nicht, denn dieses Kli hat der Schöpfer gemacht. Daher gehört auch alles, was in diese Gefäße eintritt, dem Menschen nicht. Dem Menschen gehört nur das, was er in die Gefäße des Gebens eingebracht hat. Deshalb verlor Korach, der in Gefäßen empfangen wollte, die nicht die seinen waren – nämlich in den Gefäßen des Empfangens –, auch seine eigenen Gefäße, die er aus dem Verlangen zu geben hatte.

korrOp, EY, 12.7.2026, Ver5