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1989/25 Was bedeutet "Er, der einen Fehler hat, soll nicht [ein Opfer] darbringen" in der Arbeit?

Im heiligen Sohar (Emor, Blatt 14, und im Sulam – dem Leiter-Kommentar –, Punkt 41) heißt es, und dies sind seine Worte: „‚Wer von deinen Nachkommen in ihren Generationen einen Makel an sich hat.‘ Rabbi Jizchak sagte: Der Grund ist, dass er mit einem Makel behaftet ist. Und wer mit einem Makel behaftet ist, ist nicht geeignet, im Heiligtum zu dienen. Wir haben ja festgestellt, dass ein Mensch, der mit einem Makel behaftet ist, keinen Glauben in sich hat, und jener Makel zeugt gegen ihn. Erst recht gilt das für einen Priester, der vollkommen und mehr als jeder andere von Glauben erfüllt sein muss“ – so weit seine Worte.

Das ist zu verstehen: Wenn demnach ein Mensch mit irgendeinem Makel geboren wird, hat er dann die Wahl, zum Glauben an den Schöpfer zu gelangen, oder hat er keinerlei Wahl und ist gezwungen, ohne Glauben zu bleiben? Was muss dieser Mensch dann tun? Sagt man ihm: Zuerst musst du dich bemühen, zu Ärzten zu gehen, vielleicht können sie dich von deinem Makel heilen, und danach kommst du, um Dinge des Glaubens zu lernen? Kann es so etwas geben?

In Wahrheit lernen wir jede Sache nach dem Prinzip von Zweig und Wurzel. Und das ist der offenbarte Teil der Tora, dass uns alle Handlungen der Mizwot nach dem Prinzip von Zweig und Wurzel gegeben wurden. Wenn man aber vom Verborgenen spricht, also von der Absicht und nicht von der Handlung, dann legt man alles auf der Ebene der Arbeit aus. Das heißt, was „Makel und Mängel“ genannt wird, bezieht sich nicht auf die Handlung, sondern auf die Absicht.

Und man muss wissen, woher die Mängel und Makel im Spirituellen kommen. Sie kommen zu uns infolge des Zerbrechens, das geschah, als die Funken der Heiligkeit (Kedusha) in die Klipot (Schalen) hinabfielen. Durch diese Funken erhielten die Klipot die Kraft, den Menschen von der Arbeit des Schöpfers zu entfernen, indem sie ihm Genüsse geben, während er sich mit der Absicht beschäftigt, Genuss zu empfangen. Und es ist dem Menschen unmöglich, auf den Genuss zu verzichten, den er in Gefäßen (Kelim) des eigenen Nutzens empfängt, um sich um des Himmels willen zu mühen.

Wenn er sich aber mit Dingen des Gebens beschäftigt, empfindet der Mensch bei all diesen Handlungen, dass sie ohne Geschmack und Duft sind. Und wenn er sich überwindet und dennoch Handlungen des Gebens ausführt, so geschieht diese Arbeit doch nicht mit allen Gliedern, das heißt, nicht alle Glieder stimmen dieser Arbeit zu. Daraus folgt, dass er mit einem Makel behaftet ist. Das heißt, wenn er sich mit der Absicht des Gebens beschäftigt, also nur um des Himmels willen und nicht zu seinem eigenen Nutzen handeln will, bleiben selbst nach aller Überwindung einige Glieder, die dieser Arbeit nicht zustimmen. Daraus folgt, dass ihm Glieder fehlen, was in der heiligen Arbeit „mit einem Makel behaftet“ genannt wird.

Und all das, nämlich dass die Glieder dieser Arbeit nicht zustimmen, kommt daher, dass sie einen Makel-Geschmack in der Arbeit des Gebens empfinden. Wenn das so ist, dann sagen sie selbst, nämlich diese Arbeitenden selbst sagen, dass es in dieser Arbeit keine Vollkommenheit gibt, sondern dass sie ganz und gar voller Makel ist. Wie kann man dann sagen, dass es Vollkommenheit in der Arbeit gibt, während sie selbst sagen, dass es einen Makel in der Arbeit gibt? Und wie kann es eine Arbeit mit Makeln geben, um sie dem Schöpfer zu geben?

Und das gleicht der Körperlichkeit, wo ein Mensch dem König ein Geschenk gibt und ihm zeigen will, dass er ein treuer Diener ist. Und zugleich ist „sein Herz nicht bei ihm“. Das heißt, er hat Glieder, die ihn fragen: Was wird dir das bringen, dass du für den König arbeitest? Glaubst du, der König werde dich dafür bezahlen, dass du unter Hingabe deiner Seele für ihn arbeitest? Daraus folgt, dass der Mensch selbst sagt, dass diese Arbeit eine mit Makel behaftete Arbeit ist. Und das ist, wie geschrieben steht (Bamidbar Rabba, Nasso 13), und dies sind ihre Worte: „Wehe dem Teig, dessen Bäcker selbst bezeugt, dass er schlecht ist.“

Doch ist zu fragen: Warum sagt der Mensch selbst, dass er mit einem Makel behaftet ist? Die Antwort ist: weil ihm der Glaube fehlt. Denn hätte der Mensch wirklich Glauben an den Schöpfer, dass Er die Welt in der Eigenschaft des Guten, der Gutes tut, lenkt, und würde er an die Größe des Schöpfers, an Seine Bedeutung glauben, dann wäre es unmöglich, dass von irgendeinem Teil im Menschen ein Widerstand käme. Denn wir sehen in unserer Natur, dass der Kleine sich vor dem Großen aufhebt wie eine Kerze vor einer Fackel, und er hat keinerlei Wahl. Vielmehr besteht, solange in seinem Herzen nicht feststeht, dass jener groß ist, die Wahl, nämlich zu wählen und zu sagen, dass jener groß ist – entweder durch sich selbst, indem er erlangt, dass jener groß ist, oder durch andere, die sagen, dass jener groß ist, und er folgt ihrer Meinung. Danach hat er schon keine Wahl mehr, die Fähigkeit, sich nicht aufzuheben, sondern er wird hingezogen wie eine Kerze vor einer Fackel. Und es gilt ihm als große Freude, wenn es in seiner Macht steht, dem Großen zu dienen, und er hat keinen größeren Genuss als diesen.

Und aus dem Gesagten ergibt sich, dass bei jedem, der einen Makel in der Arbeit hat, seine Arbeit mit einem Makel behaftet ist. Und warum ist sie mit einem Makel behaftet? Weil er keinen Glauben an den Schöpfer hat, dass Er der König der Welt ist und die Welt in der Eigenschaft des Guten, der Gutes tut, lenkt. Sonst hätte er gar keinen Makel, wie oben gesagt, aus dem Grund, dass alle Glieder zustimmen würden, dem großen König zu dienen. Und da er keinen Glauben an die Größe des Königs hat, folgt daraus, dass seine Arbeit für den König mit einem Makel behaftet ist. Das heißt, weil seine Arbeit ohne Geschmack ist, kann der Mensch sie nicht mit allen Gliedern verrichten. Daraus folgt, dass es in seiner Arbeit mehrere Makel gibt: entweder fehlt ein Glied, oder das Glied funktioniert nicht so, wie es bei einer Sache mit Geschmack zu funktionieren pflegt.

Daraus folgt: Was hat der Mensch zu tun, wenn er sieht, dass er mit einem Makel behaftet ist? Er hat keine andere Arbeit, als den Schöpfer zu bitten, dass Er ihm die Kraft des Glaubens gebe, damit er die Kraft besitzt, an die Größe des Schöpfers zu glauben. Das heißt, bei allem, was er tut, sowohl in der Tora als auch in den Mizwot, muss er darauf ausrichten, dass der Schöpfer ihm durch diese Handlungen, die er als „Erweckung von unten“ (Itaruta deLetata) verrichtet, von oben die Kraft gebe, von ganzem Herzen an Seine Größe zu glauben. Dann wird Vollkommenheit in den Handlungen sein, die er ausführt.

Das heißt, in der Handlung, die er ausführt, wird er Gedanke, Rede und Tat haben. Denn in jeder vollkommenen Sache gibt es drei Aspekte:

1. die Tat;

2. den Gedanken, dass der Schöpfer ihm durch die Tat die Kraft des Glaubens an die Größe des Schöpfers gebe;

3. die Rede, nämlich das Gebet. Denn der Gedanke veranlasst ihn, zum Schöpfer zu beten, was Rede und Gebet genannt wird. Und im Maße der Empfindung des fehlenden Glaubens wird das Maß des Gebets bemessen. Denn der Mangel, den der Mensch empfindet und von dem er will, dass der Schöpfer ihn füllt, das wird „Gebet“ genannt. Doch wenn der Mensch nach seinem Verstand sieht, dass er schon zum Schöpfer gebetet hat und der Schöpfer ihm noch immer nicht geholfen hat, dann geht ihm die Kraft des Gebets verloren.

Aber auch dazu, nämlich dass er die Fähigkeit zu beten besitzt, muss der Mensch ebenfalls an den Glauben an die Weisen (Emunat Chachamim) glauben und sagen: Was ich sehe und wozu der Verstand mich zwingt, das wird „innerhalb des Verstandes“ genannt. Aber ich muss über dem Verstand an das glauben, was unsere Weisen sagten (Berachot 32): Rabbi Chama bar Chanina sagte: Wenn ein Mensch sieht, dass er gebetet hat und nicht erhört wurde, soll er erneut beten, denn es heißt: „Hoffe auf den Ewigen, sei stark und fasse Mut in deinem Herzen, und hoffe auf den Ewigen.“ Daraus folgt, dass der Mensch ohne den Glauben an die Weisen nichts tun kann, was den Weg der Korrektur betrifft. Denn bekanntlich ist „die Meinung der Hausherren der Meinung der Tora entgegengesetzt“. Und deshalb kann der Mensch keine Wege auf dem Weg des Schöpfers gehen, sondern nur nach dem, was unter den Dienern des Schöpfers anerkannt ist.

Und der hauptsächliche Mangel ist: Wenn der Mensch sich mit Tora und Mizwot beschäftigt und der Körper ihm nicht widersteht, das heißt, ihm keine fremden Gedanken bringt, dann denkt der Mensch in diesem Zustand nicht an den Glauben – und genau der fehlt ihm. Ihm fehlt nämlich, Genuss an den Handlungen zu empfinden, die er ausführt, so als hätte er in der Körperlichkeit ein gewaltiges Vermögen erlangt. Dann hätte er gewiss Begeisterung und Erhebung des Geistes über das Erlangen einer wichtigen Sache, die alle Welt für bedeutend hält, und was für einen Genuss hätte er dann!

Und wenn der Mensch daran glauben würde, dass er einem großen König dient, warum ist er dann jetzt nicht voller Freude und Erhebung des Geistes über die Sache der Heiligkeit, mit der er sich jetzt beschäftigt? Der Grund ist gewiss, dass ihm der Glaube fehlt. Deshalb soll sich der Mensch nicht mit Wenigem begnügen, denn ihm fehlt das Wesentliche und nicht nur eine Zugabe. Und wenn der Mensch nicht darauf achtet, muss er gewiss im Zustand der „Allgemeinheit“ bleiben, in dem man nur auf der Ebene der Handlung arbeitet. Doch darf man nicht vergessen, dass „eine Handlung ohne Absicht wie ein Körper ohne Seele ist“. Wenn das so ist, muss der Mensch sich überwinden und aus der Allgemeinheit der Arbeitenden heraustreten, um stattdessen als Diener des Schöpfers einzutreten, mit der Absicht um des Himmels willen.

Und obwohl wir lernen, dass der Mensch auf der rechten Linie gehen und sagen soll, dass er nicht mangelhaft ist, sondern dass er sich über das freut, was er hat, so soll der Mensch dennoch auch auf der rechten Linie in großer Begeisterung und Erhebung des Geistes sein, weil er für einen großen König arbeitet und ihm dient. Und obwohl er nicht die Kraft hat, das Maß der Bedeutung der Größe des Schöpfers einzuschätzen, muss er trotzdem auch daran arbeiten, dass er über das Begnügen mit Wenigem Freude und Lebendigkeit herabzieht, als wäre es eine große Sache. Und dafür, dass er die Größe der Bedeutung nicht empfindet, dafür dankt er ebenfalls dem Schöpfer, dafür, dass er sieht, dass er ein wenig Halt im Spirituellen hat. Dafür gibt er dem Schöpfer großes Lob.

Doch in Wahrheit ist die Ordnung so, dass er von der rechten Linie, die Vollkommenheit und Begnügen mit Wenigem ist, zur linken Linie übergehen muss. Das heißt, eine Selbstprüfung (Cheshbon haNefesh) anzustellen: Warum hat er nur einen geringen Halt, und warum will der Schöpfer ihm nicht mehr Halt im Spirituellen geben? Gewiss fehlt hier etwas, und man muss es durch gute Taten korrigieren und nicht ein „Armer an Verstand“ bleiben, sondern alle Arten von Bemühungen unternehmen, damit der Schöpfer ihm hilft, so wie Er anderen hilft, die als Diener des Schöpfers gelten wollen.

Doch muss der Mensch darauf achten, die Linien nicht miteinander zu vermischen, sonst kann der Mensch die wahre Wirklichkeit jeder einzelnen Linie nicht sehen. Vielmehr hat der Mensch, nachdem er die Entfernungen sieht, dann den Raum, vorwärtszugehen, da er nun mit zwei Beinen gehen kann. Denn bekanntlich kann der Mensch nicht auf einem Bein gehen, was bedeutet, dass „ein Bein“ das genannt wird, dass er dem Schöpfer Lob und Dank gibt – das ist der Anfang der Sache –, wobei das Lob darin besteht, dass er in einem gewissen Maße glauben kann, dass er zum Schöpfer spricht.

Daraus folgt, dass er in dem Maße, in dem er ein wenig Glauben hat, dem Schöpfer dankt. Und für jede einzelne Sache, die er tut, dankt der Mensch dem Schöpfer dafür, dass Er ihn gewürdigt und ihm Gedanke und Verlangen gegeben hat, Seine Mizwot zu erfüllen. Und dafür ist es ihm gegeben, den Schöpfer zu segnen und Ihm großen Dank dafür zu geben. So wie wir bei jeder einzelnen Mizwa einen Segen zu sprechen haben, und ebenso den Segen über die Tora. Und man muss wissen, dass die Sache des Segens darin besteht, dass wir Ihn für dieses Gute segnen. Und wer Ihn dafür nicht segnet, der tut es aus dem Grund, dass er die Mizwot nicht als eine wichtige Sache empfindet, für die es sich lohnte, Ihn dafür zu segnen. Das heißt, der Dank, den Er uns gab, gleicht dem Geschenk: Es ist in der Welt üblich, dass der Dank, den man gibt, so groß ist wie die Größe des Geschenks.

Demnach folgt, dass der Mensch, bevor er hingeht, eine Mizwa auszuführen und einen Segen darüber zu sprechen, zuvor den Glauben über dem Verstand auf sich nehmen muss. Das heißt, obwohl er noch nicht die Empfindung und Bedeutung von Tora und Mizwot hat, muss er über seinem Verstand glauben, dass sie sehr wichtige Dinge sind. Denn der Mensch ist aus dem Grund noch nicht würdig, die Größe von Tora und Mizwot zu empfinden, dass es eine Korrektur gibt, die darauf gerichtet ist, dass es nicht das „Brot der Scham“ (Nahama deKisufa) gebe, weshalb eine Verhüllung auf Tora und Mizwot ruht. Deshalb muss man mit der Arbeit über dem Verstand beginnen und sich nicht nach unserer Empfindung richten, sondern wir sind gehalten zu sagen: „Augen haben sie und sehen nicht.“ Und im Maße der Überwindung im Glauben an die Bedeutung von Tora und Mizwot, in diesem Maße kann der Mensch großen Dank geben. Das heißt, der Segen, den der Mensch dem Schöpfer gibt, hängt vom Maß der Bedeutung von Tora und Mizwot ab.

Und mit dem Gesagten lässt sich auslegen, was unsere Weisen sagten (Nedarim 81), und dies sind ihre Worte: „Warum kommt es selten vor, dass Tora-Gelehrte aus ihren Söhnen Tora-Gelehrte hervorbringen? Rabina sagte: Weil sie nicht zuerst über die Tora den Segen sprechen.“

Und das ist zu verstehen: Wie kann man so etwas über Tora-Gelehrte sagen, dass sie nicht zuerst über die Tora den Segen gesprochen hätten? Wir sehen doch, dass sogar das einfache Volk, wenn es zur Tora aufgerufen wird, zuvor – bevor der Vorleser aus der Tora liest – einen Segen spricht. Über Tora-Gelehrte aber sagten unsere Weisen, dass es Tora-Gelehrte gibt, die nicht zuerst über die Tora den Segen sprachen, weshalb ihre Söhne keine Tora-Gelehrten sind.

Und gewiss gibt es nach dem Wortsinn viele Antworten. Doch nach dem Weg der Arbeit, wo wir lernen, dass alles in einem einzigen Körper ist – was sind dann Tora-Gelehrte und die Söhne von Tora-Gelehrten in einem einzigen Körper? Und es ist wie oben auszulegen, dass die Sache des Segens, den man zuerst geben muss, sich auf die Absicht bezieht. Das heißt, sie geben nicht acht darauf, die Bedeutung der Tora einzuschätzen, um dem Schöpfer einen Segen dafür zu geben, dass Er uns ein großes Geschenk gab. Und folglich ist der Segen, den sie sprechen – der so genannt wird, dass man dem Schöpfer für das Geschenk dankt –, nicht so, wie er sein sollte. Daraus folgt, dass ihnen die Bedeutung des Gebers der Tora fehlt.

Und das ist die Absicht dessen, was sie sagten: „dass sie nicht zuerst über die Tora den Segen sprachen“. Denn zu Beginn der Absicht, bevor sie den Segen sprachen, dachten sie nicht an den Wert der Bedeutung. Und folglich kommt daher, dass ihre Söhne, also ihr Verständnis, keine Tora-Gelehrten sind. Das bedeutet: Jene, die Tora lernen und sehen, dass sie noch nicht zur Meinung der Tora gelangt sind, also dass sie verstünden, dass die Meinung der Tora die Annullierung der Eigenherrschaft ist. Denn von der Sache der Arbeit zum eigenen Nutzen muss man verstehen, dass man sie annullieren muss. Und sie sehen, dass sie zwar Tora lernen, aber noch nicht verstehen, dass der Körper sein ganzes Eigensein annullieren und nur zum Nutzen des Schöpfers arbeiten muss.

Und das ist, wie unsere Weisen über den Vers auslegten: „Ein Mensch, wenn er in einem Zelt stirbt.“ Und sie sagten: „Die Tora besteht nur in dem, der sich für sie tötet.“ Und der Mensch fragt: Was habe ich zu korrigieren, damit ich tatsächlich zu diesem Verständnis komme? Sie sagten, der Grund ist, „dass sie nicht zuerst über die Tora den Segen sprachen“. Das heißt, der Segen, den sie dem Schöpfer für die Tora gaben, dieser Segen war kein Segen von ganzem Herzen. Denn sie schätzten die Bedeutung der Tora nicht ein, dass sie wüssten, was die Bedeutung ist, nämlich was die Tora uns geben soll, das heißt, zu welchem Ziel der Mensch Tora und Mizwot braucht.

Und in der Zeit, in der der Mensch darüber nachdenkt, was der Nutzen ist und zu welcher Stufe Tora und Mizwot den Menschen bringen sollen, dann segnet der Mensch nach der Bedeutung der Sache den Schöpfer. Anders verhält es sich, wenn der Mensch nicht die wahre Berechnung angestellt hat: Obwohl er dem Schöpfer einen Segen gibt, ist doch „sein Herz nicht bei Ihm“, da er ihre Bedeutung nicht einzuschätzen weiß.

Wenn er also nicht die Vorbereitung hat, das heißt, wenn ihm die Absicht nicht vor Augen steht, darauf auszurichten, wozu er Tora und Mizwot braucht, dann kann der Mensch folglich nicht zum Verständnis eines „Tora-Gelehrten“ gelangen. Das bedeutet das, was mein Vater und Lehrer sagte, als er fragte: Was bedeutet es, dass sie „Tora-Gelehrter“ sagten und nicht einfach „Weiser“? Denn „Weiser“ wird der Schöpfer genannt, und wer von Ihm Seine Eigenschaft lernt, wird „Schüler des Weisen“ genannt.

Und das ist, wie unsere Weisen sagten: „Hafte an Seinen Eigenschaften: Wie Er barmherzig ist, so sei auch du barmherzig.“ Daraus folgt, dass die Frage, warum es selten vorkommt, dass Tora-Gelehrte aus ihren Söhnen Tora-Gelehrte hervorbringen, bedeutet, dass sie verstehen sollen, dass das Wesentliche ist, dass sie die Arbeit des Gebens auf sich nehmen und nicht zu ihrem eigenen Nutzen, was „Schüler des Weisen“ genannt wird. Deshalb sagten sie: Der Rat für den Menschen, wenn er Söhne will, die Tora-Gelehrte sind, ist, dass er versteht, dass man zum Nutzen des Schöpfers arbeiten muss; er muss vor dem Segen darauf ausrichten, worüber er den Segen spricht, das heißt, wofür er dem Schöpfer dankt. Und das wird „dass sie nicht zuerst über die Tora den Segen sprachen“ genannt. Das heißt, bevor sie den Segen sprachen, schenkten sie dem keine Aufmerksamkeit, wozu Tora und Mizwot ihn bringen sollen.

Wenn er jedoch darauf ausrichtet, „dass Tora und Mizwot gegeben wurden, um die Geschöpfe durch sie zu läutern“, wie Rabbi Chananja ben Akaschja sagte, dann folgt daraus, dass der ganze Gewinn von Tora und Mizwot die Läuterung ist. Und was ist nach der Läuterung, das heißt, was gewinnen sie dadurch, dass sie die Läuterung empfangen haben? Die Antwort ist: Wir müssen an das Ziel der Schöpfung glauben, das darin besteht, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun, nach Seinem Vermögen, sodass sie dann des Guten und des Genusses gewürdigt werden, das der Mensch nicht einzuschätzen vermag, wie unsere Weisen sagten, dass es das ist, was genannt wird: „Kein Auge hat es gesehen, o Gott, außer Dir, der dem tut, der auf Ihn harrt.“

Und mit dem Gesagten verstehen wir, was wir gefragt haben: Was ist die Auslegung dessen, dass der heilige Sohar den Grund nennt: „Der Mann, der einen Makel an sich hat, darf nicht herantreten“? Es ist, weil er mit einem Makel behaftet ist. Und der Mensch, der mit einem Makel behaftet ist, hat keinen Glauben in sich, und jener Makel zeugt gegen ihn. Und das gilt für jeden Menschen, erst recht für einen Priester. Und wir fragten dazu: Was hat der Mensch zu tun, wenn er sieht, dass er einen Makel hat? Ist er denn schon nicht mehr fähig, Glauben zu haben? Kann man sagen, dass es einen Menschen in der Welt gibt, der kein Recht auf Wahl hat, obwohl er keine Sünde beging? Und was trägt er Schuld daran, dass er einen Makel hat?

Und die Antwort ist: Wenn man von der heiligen Arbeit spricht, das heißt, dass seine Arbeit in Heiligkeit geschehe – was bedeutet, wie geschrieben steht: „Heilig sollt ihr sein, denn heilig bin Ich“ –, also dass alles, was man tut, um des Himmels willen geschehe, nämlich mit der Absicht zu geben, dann beginnt diese Arbeit in lo liShma (nicht um ihretwillen), wie unsere Weisen sagten: „Denn aus dem lo liShma kommt man zum liShma (um ihretwillen).“

Und der Grund, warum man in lo liShma beginnen muss, ist, wie im Buch „Pri Chacham“ (Frucht eines Weisen) geschrieben steht: „Da der Mensch mit einem Gefäß geschaffen wurde, das ‚Verlangen zu empfangen zum eigenen Nutzen‘ genannt wird, ist es deshalb unmöglich, mit der Absicht zu geben zu beginnen. Vielmehr beginnt man in lo liShma, und ‚das Licht darin bringt ihn zum Guten zurück.‘“ Und damit der Mensch weiß, dass er nicht im Zustand des lo liShma bleiben muss, sind deshalb in seiner Arbeit „Makel“ möglich, das heißt: In der Zeit, in der er um des Himmels willen handeln will, stimmen nicht alle Glieder dieser Arbeit zu. Deshalb wurde uns gegeben, auf zwei Linien zu gehen, die „zwei Beine“ genannt werden. Und davor hat er „Makel und Mängel“. Und all das aus dem Grund, dass ihm der Glaube fehlt. Deshalb muss der Mensch den Schöpfer bitten, dass Er ihm die Kraft des Glaubens gebe.

korrOp, EY, 8.7.2026, Ver5