Brief 30
25. Adar II 5717 (28. März 1957), hier in Manchester
An meinen Freund …
Deinen Brief von Shushan Purim habe ich erhalten und mich darüber gefreut, denn du bist der Einzige, der mir einige Einzelheiten darüber schreibt, was dort geschieht. Ich werde deine Fragen beantworten.
Was die Frage betrifft, wo die Kinder lernen sollen: Eine chassidische Yeshiva ist vorzuziehen. Denn in einer chassidischen Yeshiva ist die Gottesfurcht zumindest besser abgesichert; bei den übrigen Yeshivot besteht dagegen wegen der Mitschüler Anlass zur Sorge.
Was den Kauf eines Anteils am Sohar betrifft, bin ich daran nicht interessiert. Obwohl ich dafür verborgene Gründe habe, kann ich dir einen davon nennen. Wenn ich etwas tue, muss es mir entweder materiellen oder spirituellen Nutzen bringen. In materieller Hinsicht, also um Geld zu verdienen, gibt es auf der Welt noch andere gute Geschäfte. Ich betreibe sie nicht, weil ich mich nicht mit Geschäften befassen will. In spiritueller Hinsicht – also einen Anteil am Sulam zum Sohar zu haben – besitze ich bereits einen großen Anteil an diesen Büchern, denn die Tora hat mir zwei Anteile zugesprochen. Nach dem Recht der Tora gibt es nämlich nur vier Erben, und mir stehen zwei Anteile zu … Daher brauche ich nicht zu kaufen, das heißt, Geld dafür zu geben, dass man mir gibt, was mir ohnehin zusteht. Doch ich habe verborgene Gründe.
Bitte bemühe dich, mir bis ins kleinste Detail mitzuteilen, was dort geschieht. Und ich segne dich mit einem koscheren Fest.
Baruch Shalom HaLevi Ashlag
korrigiert, EY, Buchfassung, final, 16.09.2026