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Brief 24

Mit Gottes Hilfe, 13. Marcheschwan 5717, hier in Manchester

Friede und alles Gute für immer

An meinen lieben Freund …

Als Antwort auf deinen Brief vom 3. Marcheschwan und auf deine erste Frage: Du musst Wache halten, um die Liebe in den Herzen der Freunde zu erwecken, doch dies erscheint dir nicht angemessen. Gerade für dich halte ich es jedoch für notwendig. Du weißt, was mein Vater und Lehrer (Baal HaSulam) sagte: Aus dem Verhältnis zwischen Mensch und Mitmensch lernt man, wie man sich im Verhältnis zwischen Mensch und Schöpfer verhalten soll.

Denn das Obere Licht befindet sich in absoluter Ruhe, und man muss die Liebe immer erwecken, „bis die Liebe unserer Vermählung es begehrt“. Das heißt, man zeigt dir von oben, dass du auf diesem Weg die Liebe zu Seinem Namen immer erwecken musst.

Denn alle warten auf deine Erweckung (Itaruta Dilech). Das heißt: Wie du es siehst, kommt dir in der Freundesliebe das Verdienst zu; wie man dir von oben zeigt, bist du derjenige, der sie erweckt. (Obwohl es in Wahrheit nicht unbedingt so sein muss. Denn wenn du die Freunde fragst, ist mir noch nicht klar, ob sie dir zustimmen – also deinen Beweisen, dass nur du Verlangen nach ihnen hast und nicht umgekehrt. Und dem Verstehenden genügt dies.)

Dies ist die Bedeutung von: „Ein Richter hat nur das, was seine Augen sehen.“ Bei der Beurteilung der Dinge musst du also allein nach dem urteilen, was du siehst. Deshalb zeigt man dir von oben auf diese Weise, dass du die Liebe zum Schöpfer jedes Mal erwecken musst. Du musst immer Wache halten, den ganzen Tag und die ganze Nacht – sowohl wenn du den Zustand des Tages empfindest als auch wenn du den Zustand der Nacht empfindest.

Denn wir sagen zum Schöpfer: „Dein ist der Tag, Dein auch die Nacht.“ Auch die Nacht, also die Finsternis der Nacht, kommt zum Wohl des Menschen vom Schöpfer, wie geschrieben steht: „Tag um Tag lässt Sprache strömen, und Nacht um Nacht verkündet Erkenntnis“ (siehe den Sulam, Teil 1, Punkt 103; dies wird deine Seele erquicken).

Daraus folgt: Du musst das Herz der Freunde erwecken, bis die Flamme von selbst emporsteigt, wie unsere Weisen über „Wenn du die Leuchter anzündest“ sagten. Dadurch wirst du damit belohnt, die Liebe zum Schöpfer über uns zu erwecken.

Zu deiner zweiten Frage: Du musst das Herz der Schüler immer erwecken. Obwohl sie bereits damit belohnt wurden, die Bedeutung des Lernens und so weiter zu erkennen, achten sie die Lektionen dennoch nicht. Auch dies gereicht dir zum Verdienst.

Du musst nämlich über dich selbst urteilen: Der Schöpfer hat dir schon mehrmals Seine Nähe geschenkt. Mehrmals hast du bereits empfunden, dass du keine andere Sorge auf der Welt hast, als Ihm für immer angehaftet zu bleiben. Denn selbst beim einfachsten Dienst bist du nicht würdig, dem König zu dienen – welchen Vorzug hast du gegenüber deinen Altersgenossen?

Und dennoch wartest du darauf, dass der Schöpfer dich zur Arbeit erweckt. Du wartest also auf eine Erweckung von oben; erst dann beginnst du, die Lektionen zu lernen.

Wie du die Schüler erwecken musst, so sagst du auch, dass der Schöpfer dich erwecken muss. Wenn der Schöpfer dir also Geschmack (Gishmak) gibt, bist du zur Arbeit bereit; vorher bist du dazu nicht fähig und so weiter. Dann zeigt man dir von oben, welches Bild du von den Schülern hast und wie gering und niedrig du sie einschätzt. Und dem Verstehenden genügt dies.

Zu deiner dritten Frage, dass man die Gruppe durch außergewöhnliche Übertreibungen zusammenhält: So ist es in der Welt üblich. Wenn man fürchtet, dass ein Kind nachts allein hinausgeht, sagt man ihm, dass draußen ein Bär ist und dort andere wilde Tiere sind. Anders kann das Kind es nicht verstehen. Würde man ihm die Wahrheit erklären – dass draußen weder ein Löwe noch ein Bär ist, sondern dass es einfach zu seinem Wohl ist, schlafen zu gehen und so weiter, und vor allem im Haus zu bleiben –, könnte das Kind die Wahrheit nicht annehmen.

Wisse daher, mein Bruder: Um den Weg der Wahrheit und ein wahres Wort meines Vaters und Lehrers (Baal HaSulam) anzunehmen, gibt es derzeit nicht viele Menschen, die fähig sind, ein wahres Wort zu hören; du siehst nur viele Kinder. Was kann ich dir sagen, wenn du dich im Kindergarten befindest und dich über sie wunderst? Du schreibst mir, dass die Kinder fröhlich und heiter sind. So ist nun einmal die Art eines Kindes: Es ist fröhlich und heiter. Der bekannte Grundsatz (Klal) lautet, dass man ein Kind weder dann ernst nimmt, wenn es weint, noch wenn es sich freut, denn alles, was es erregt, was es empfindet und was ihm fehlt, betrifft nur belanglose Dinge.

Wenn du siehst, dass das Kind während des Gebets weint, bist du beeindruckt; ebenso bist du beeindruckt, wenn es sich freut und tanzt. Du schreibst, du beneidest die Kinder darum, dass sie fröhlich sind und tanzen. Und was willst du? Willst du wieder ein Kind sein? Wisse, mein Bruder: Deine Kindheit ist bereits vorüber. Bevor du das Zimmer meines Vaters und Lehrers (Baal HaSulam) betreten hast, hast du getanzt wie sie. Und dem Verstehenden genügt dies.

**Möge der Schöpfer uns beistehen und uns im Materiellen wie im Spirituellen erlösen.

Dein Freund Baruch Shalom HaLevi Ashlag**

Sohn meines Vaters und Lehrers (Baal HaSulam)

korrigiert, EY, Buchfassung, final, 16.09.2026