Brief 1
Mit Hilfe des Schöpfers. Dienstag, Wochenabschnitt Tezawe: „Und du sollst zu allen Weisen des Herzens sprechen, die Ich mit dem Geist der Weisheit erfüllt habe“, usw.
An meinen verehrten Vater und Lehrer, möge er lange leben.
Was unser Gespräch über das Studium der Kabbala in Reinheit usw. betrifft: Was ich nicht weiß, werde ich Dir schreiben, und Du wirst mir auf alle meine Fragen antworten.
Ich sehe, dass ich keine Einzelheiten zu schreiben habe, sondern nur im Allgemeinen, dass ich nicht einmal ein einziges Wort in Reinheit studieren kann. Denn der Weg besteht darin, manche Zweifel aus einer Vielzahl von Gewissheiten zu klären – und nicht Gewissheiten aus einer Vielzahl von Zweifeln. Doch dann muss man der Reihe nach lernen.
Gewiss hängt dies davon ab, ob der Mensch bereits dafür geeignet ist, ob also bei ihm jedes Empfangen in Reinheit geschieht, das heißt: ob er empfängt, um zu geben. Wer nicht auf einer solchen Stufe steht, kann beim Studium der Kabbala nicht in Reinheit lernen. So steht geschrieben: „Und du sollst zu allen Weisen des Herzens sprechen, die Ich mit dem Geist der Weisheit erfüllt habe.“ Das bedeutet, dass sein Herz bereits durch den Geist des Schöpfers gereinigt ist.
Ohne dies ist es auf keine Weise möglich, wie unsere Weisen sagten: „Ein Mensch sündigt nur, wenn ein Geist der Unvernunft in ihn eingedrungen ist.“ Daraus folgt: Ein Mensch kann nur dann nicht als Sünder gelten, wenn er den Geist der Weisheit besitzt. Auch wenn der Mensch nicht spürt, dass er immer ein Sünder ist, liegt das daran, dass niemand die eigenen Makel sieht. In Wahrheit aber wird er notwendigerweise als Sünder bezeichnet, solange er des Geistes der Weisheit nicht würdig geworden ist. Und gerade dies liegt in der Hand des Schöpfers: zu erfüllen … (Das Ende des Briefes fehlt.)
korrigiert, EY, Buchfassung, final, 16.09.2026