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Brief 63

Mit Gottes Hilfe, 24. Tammus 5722 (26. Juli 1962), hier in Gateshead

An …

Ich habe deinen Brief vom 11. Tammus erhalten; ebenso erhielt ich einen Brief von … vom 8. Tammus. Da ich diese Woche nach England gekommen bin, werde ich nun beginnen, jedem Einzelnen auf seinen Brief zu antworten.

Was die Zusammenkunft der unverheirateten jungen Männer am Abend des heiligen Schabbat betrifft, so ist sie sehr notwendig. Ich weiß nicht, weshalb sich die verheirateten jungen Männer nicht ohne die unverheirateten versammeln können. Ich denke, sie sind bereits erwachsene Menschen und benötigen nicht die Unterstützung der unverheirateten, die das Fundament bilden müssten, ohne das sie sich nicht versammeln könnten. Sie können für sich zusammensitzen und ihr als unverheiratete junge Männer für euch. Daher neige ich zu der Ansicht, dass keiner wegen des anderen zurückgewiesen werden sollte.

Was … betrifft, so muss er darauf achten, das Joch der Beharrlichkeit auf sich zu nehmen und nicht so viel über derart schwerwiegende Probleme nachzudenken. Vor allem sehe ich, dass er sich vor der Wahrheit fürchtet: Vielleicht erkennt er, Gott bewahre, etwas Wahres und muss sich dann, Gott bewahre, der Wahrheit beugen und unterordnen. Sag ihm: „Erwirb Wahrheit und verkaufe sie nicht.1“ Als Verkaufen gilt die Offenbarung nach außen. Gemeint ist: Es gibt Menschen, die Wahrheit nicht für sich selbst erwerben wollen, sondern damit sie etwas haben, das sie anderen verkaufen können. Ein solcher Mensch muss fürchten, vielleicht nichts zum Verkaufen zu haben.

Wenn dagegen jemand im Leben kein anderes Anliegen hat, als in der Welt der Lüge auf dem Weg der Wahrheit zu leben, dann gilt so oder so: Hat er die Möglichkeit, auf dem Weg der Wahrheit zu gehen – also wenn er die Wahrheit erkennt –, hat er gewiss nichts zu bereuen. Und wenn es ihm schwerfällt, auf dem Weg der Wahrheit zu gehen, ist es für ihn immerhin von Wert, mit der Wahrheit in Berührung zu stehen. Dann sitzt er da und wartet auf eine Zeit des Wohlwollens und eine günstige Stunde, in der er die Möglichkeit haben wird, es auf sich zu nehmen, auf ihrem Weg zu gehen.

Doch wegzulaufen, weil er vielleicht, Gott bewahre, die Wahrheit erkennen könnte – ich habe noch nie gehört, dass ein Mensch sich davor fürchtet. Zwar steht geschrieben: „Wohl dem Menschen, der sich immer fürchtet2“, doch hierzu gibt es bereits viele Auslegungen.

Jetzt habe ich keine Zeit, ausführlich zu schreiben. In den nächsten Briefen werde ich ausführlicher darauf eingehen.

Baruch Shalom HaLevi Ashlag

Sohn meines Vaters und Lehrers Baal HaSulam

korrigiert, EY, Buchfassung, final, 16.09.2026


  1. Sprüche 23,23. 

  2. Sprüche 28,14.