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Kabbala Bibliothek Startseite / Baal HaSulam / Shamati / Shamati 122. Zum Verständnis dessen, was im Shulchan Aruch erklärt wird

122. Zum Verständnis dessen, was im Shulchan Aruch erklärt wird

Ich hörte am 4. September 1942.

Zum Verständnis dessen, was im Shulchan Aruch (Kodex des jüdischen Rechts) erklärt wird: Es gilt die Vorschrift, dass der Mensch die Gebete der Hohen Feiertage noch einmal durchgehen und studieren muss. Wenn dann die Zeit des Gebets kommt, wird er bereits erfahren und mit dem Gebet vertraut sein (Shulchan Aruch, Orach Chaim, Siman 582).

Der Sinn ist: Ein Gebet muss im Herzen sein; darin liegt das Geheimnis der Arbeit im Herzen. Das Herz soll also dem zustimmen, was der Mensch mit dem Mund sagt. Andernfalls gilt es als Täuschung, denn dann sind Mund und Herz nicht eins. Deshalb muss sich der Mensch im Monat Elul an diese gewaltige Arbeit gewöhnen. Das Wichtigste ist, dass er sagen kann: „Schreibe uns zum Leben ein.“ Wenn er „Schreibe uns zum Leben ein“ sagt, soll auch das Herz zustimmen, damit er kein Heuchler ist und Mund und Herz eins sind. Denn „der Mensch sieht, was vor Augen ist, der Ewige aber sieht das Herz“​ (1. Samuel 16,7).

Wenn der Mensch demnach ruft: „Schreibe uns zum Leben ein“, bedeutet „Leben“, am Leben allen Lebens anzuhaften. Das ist nur möglich, wenn der Mensch ganz um des Gebens willen arbeiten will und all seine Gedanken an den eigenen Genuss vollständig annulliert werden.

Wenn er dann empfindet, was er sagt, kann sein Herz fürchten, dass sein Gebet, Gott bewahre, angenommen wird und er keinen Wunsch mehr für sich selbst haben wird. Was den eigenen Genuss betrifft, stellt sich ihm ein Zustand dar, als würde er alle Freuden dieser Welt verlassen – zusammen mit allen Menschen, seinen Freunden und Angehörigen sowie seinem gesamten Besitz und Vermögen. Er zieht sich zurück und geht in eine Wüste, in der es nichts als wilde Tiere gibt. Niemand weiß etwas über ihn oder seine Existenz. Es erscheint ihm, als verlöre er seine ganze Welt auf einmal. Er empfindet, dass er eine Welt voller Lebensfreude verliert und den Tod gegenüber dieser Welt auf sich nimmt. Während er sich dies ausmalt, hat er das Gefühl, als würde er sich selbst das Leben nehmen. Manchmal hilft ihm die Sitra Achra (die andere Seite), seinen Zustand in den schwärzesten Farben auszumalen. Dann sträubt sich der Körper gegen dieses Gebet. So kann sein Gebet nicht angenommen werden, weil er selbst nicht will, dass es angenommen wird.

Deshalb muss er sich auf das Gebet vorbereiten und sich daran gewöhnen, bis Mund und Herz eins sind. Durch Gewöhnung kann das Herz schließlich zustimmen, wenn der Mensch versteht, dass Empfangen Trennung bedeutet und dass es vor allem auf die Anhaftung (Dwekut) an das Leben allen Lebens ankommt, also auf das Geben. Man muss sich immer um die Arbeit von Malchut bemühen, die „Schreiben“ genannt wird und Tinte und Schwärze bedeutet. Der Mensch soll nicht wollen, dass seine Arbeit nur im Zustand von „Libni und Shimei“ geschieht. Wie oben erklärt, soll er nicht nur dann auf Tora und Mizwot hören, wenn es „weiß“ ist, sondern ohne Bedingungen, sowohl im Weißen als auch im Schwarzen. Unter allen Umständen soll es für ihn gleich sein: Er muss den Weisungen von Tora und Mizwot folgen.

korrigiert, EY, Schreibnorm v1, 12.10.2026