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Kabbala Bibliothek Startseite / Baal HaSulam / Shamati / Shamati 98. Spiritualität heißt, was niemals aufgehoben wird

98. Spiritualität heißt, was niemals aufgehoben wird

Ich hörte im Jahr 1948.

Spiritualität heißt, was niemals aufgehoben wird. Daher wird das Verlangen zu empfangen in seiner gegenwärtigen Form – um des Empfangens willen – als körperlich bezeichnet. Denn es wird aus dieser Form aufgehoben und nimmt die Form – um des Gebens willen – an.

Das Bestehen eines Ortes in der Spiritualität heißt Ort der Wirklichkeit, weil jeder, der dorthin – also an diesen Ort – gelangt, dieselbe Form sieht wie der andere. Etwas Eingebildetes dagegen gilt nicht als wirklicher Ort, denn es ist nur eine Vorstellung. Deshalb stellt es sich jeder anders vor.

Wenn wir sagen: „Siebzig Gesichter hat die Tora“, bedeutet dies, dass es siebzig Stufen gibt. Auf jeder Stufe wird die Tora entsprechend der Stufe erklärt, auf der sich der Mensch befindet. Eine „Welt“ hingegen ist eine Wirklichkeit. Das heißt: Wer in jener Welt irgendeine der siebzig Stufen erreicht, erlangt dieselbe Form wie alle anderen, die diese Stufe erreicht haben.

Daraus folgt, was unsere Weisen bei der Erklärung der Verse der Tora sagten. Sie sagen etwa: „So sprach Awraham zu Yizchak“, und Ähnliches findet sich auch in anderen Aussagen unserer Weisen. Sie gaben wieder, was gesagt worden war – was in den Versen dargelegt ist. Da stellt sich die Frage: Woher wussten sie, was der eine zum anderen gesagt hatte?

Die Antwort ergibt sich aus dem oben Gesagten: Wer die Stufe erreichte, auf der Awraham oder jemand anderes stand, sah und wusste, was auch Awraham gesehen und gewusst hatte. Daher wissen sie, was Awraham gesagt hatte.

Dasselbe gilt für alle Auslegungen unserer Weisen zu den Versen der Tora: All dies war deshalb so, weil auch sie diese Stufe erlangt hatten. Jede Stufe in der Spiritualität ist eine Wirklichkeit, die alle sehen. Ebenso sehen alle, die in die Stadt London in England kommen, was es in der Stadt gibt und was dort gesprochen wird.

korrigiert, EY, Schreibnorm v1, 12.10.2026