92. Erklärung des Aspekts Masla (Glück)
Ich hörte am 14. Juni 1948.
„Glück“ (Masal) nennt man etwas, das über dem Verstand liegt. Das heißt: Obwohl es dem Verstand nach so oder so hätte sein müssen, führte das Glück dazu, dass ihm sein Werk gelang. Denn Verstand bedeutet Ursache und Wirkung: Eine Ursache bewirkt, dass ein bestimmtes Ergebnis entsteht. „Über dem Verstand“ heißt dagegen, dass die erste Ursache nicht voranging und zum Ergebnis führte. Dann sagen wir, das Glück habe dieses Ergebnis für ihn bewirkt.
Bekanntlich kommen alle Gaben vom Licht von Chochma. Wenn Chochma leuchtet, heißt dies „Linke Linie“ und „Finsternis“. Die Fülle wird blockiert und „Eis“ genannt. Dies heißt „Verdienst“, weil der Mensch dessen würdig wird. Die Ursache, aus der das Licht von Chochma hervorgeht, heißt also „Verdienst“, weil sie vorangeht und das Ergebnis aus ihr hervorgeht.
Doch „Kinder, Leben und Versorgung hängen nicht vom Verdienst ab, sondern vom Glück“ (Moed Katan 28a; siehe auch Sohar, WaYigash, Punkt 55). Dies geschieht gerade durch die mittlere Linie, wo Chochma vermindert wird und gerade durch diese Verminderung, die Massach de Chirik genannt wird, leuchtet. Somit leuchtet sie nicht aufgrund von Ursache und Wirkung, wonach Chochma durch die linke Linie leuchten müsste, sondern gerade durch eine Verminderung. Dies heißt „über dem Verstand“, und genau das ist Masla (Glück).
korrigiert, EY, Schreibnorm v1, 12.10.2026