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Kabbala Bibliothek Startseite / Baal HaSulam / Shamati / Shamati 102. Und ihr sollt euch die Frucht eines prächtigen Baumes nehmen

102. Und ihr sollt euch die Frucht eines prächtigen Baumes nehmen

Ich hörte.1

Zum Vers „Und ihr sollt euch die Frucht eines prächtigen Baumes nehmen“​ (3. Mose 23,40): Gemeint ist der Aspekt eines Gerechten, der „ein Baum, der Frucht bringt“ genannt wird. Darin liegt der ganze Unterschied zwischen Heiligkeit (Kedusha) und der Sitra Achra (der anderen Seite): „Ein anderer Gott ist unfruchtbar und bringt keine Früchte hervor.“​ (Sohar, Mishpatim, Punkt 166) Ein Gerechter hingegen wird Hadar (prächtig) genannt, weil er Frucht bringt und von Jahr zu Jahr an seinem Baum wohnt (dar). Deshalb steht über Josef geschrieben: „Er ist es, der allen Völkern der Länder Getreide verkaufte.“​ (1. Mose 42,6) Denn durch die Früchte, die er besaß, brach er sie; sie selbst aber hatten keine Früchte. Daran spürte jeder seinen Zustand – ob er von der Seite des Guten stammte oder vom Gegenteil.

Das ist die Bedeutung von „Josef versorgte sie mit Brot entsprechend den Kindern“​ (1. Mose 47,12). Die Kinder bezeichnen den Aspekt von GaR, gemäß dem Geheimnis der Worte: „Sie sollen als Merkzeichen zwischen deinen Augen sein“​ (5. Mose 6,8); dies bezeichnet die Tefillin des Kopfes (Gebetsriemen am Kopf). Deshalb wird Josef „Sohn des Alters“2, ein „weiser Sohn“3, genannt. Darin liegt das Geheimnis der Worte „Er hat mich vorausgesandt, um Leben zu erhalten“​ (1. Mose 45,5): Es bezeichnet Moach Chaja (Gehirn von Chaja), den Aspekt von GaR.

Darin liegt auch das Geheimnis des Verses: „Ich aber gab dir einen Anteil (Shechem) mehr als deinen Brüdern, den ich den Amoritern mit meinem Schwert und meinem Bogen abgenommen habe.“​ (1. Mose 48,22) (Seine Söhne sollten zwei Anteile erhalten; Shechem bedeutet „Anteil“, so erklärt es Rashi.) Dies geschah also durch seine Söhne, denn Söhne werden „Früchte“ genannt. Dies wurde Josef gegeben.

Das ist die Bedeutung dessen, was über Saul geschrieben steht: „Von seinen Schultern4 aufwärts überragte er das ganze Volk.“​ (1. Samuel 9,2) Darin liegt auch das Geheimnis der Worte: „Du hast einen Mantel; sei unser Anführer“​ (Jesaja 3,6). Ebenso verhält es sich mit der Aussage: „Die Kinder – weshalb kommen sie? Um denen Lohn zu geben, die sie mitbringen.“​ (Chagiga 3a) Es wurde gefragt: Wozu brauchen sie die Weisheit? Schließlich ist nicht das Studium das Wesentliche, sondern die Tat (Pirkei Awot 1,17). Die Antwort lautet: „Um denen Lohn zu geben, die sie mitbringen“, denn die Weisheit führt zur Tat.

Was den Streit zwischen Saul und David betrifft, so war an Saul keinerlei Makel. Deshalb war er ein Jahr alt, als er König wurde, und er musste seine Herrschaft nicht verlängern, denn er vollendete alles in kurzer Zeit. David hingegen musste vierzig Jahre regieren. David stammte von Juda, dem Sohn Leas, aus der verborgenen Welt (Alma de Itkasja). Saul dagegen stammte von Benjamin, dem Sohn Rachels, aus der offenbarten Welt (Alma de Itgalja). Daher stand er im Gegensatz zu David. Deshalb sagte David: „Ich bin Frieden.“ Das bedeutet: Ich erlange für alle und liebe alle. „Doch wenn ich rede, sind sie auf Krieg aus.“​ (Psalm 120,7)

Ebenso stand Absalom5 im Gegensatz zu David. Darin liegt auch die Bedeutung der Sünde Jerobeams, des Sohnes Nebats: Der Schöpfer ergriff ihn an seinem Gewand und sagte zu ihm: „Ich, du und der Sohn Isais werden im Garten Eden wandeln.“ Jerobeam fragte: „Wer geht an der Spitze?“ Der Schöpfer antwortete ihm: „Der Sohn Isais geht an der Spitze.“ Da erwiderte er: „Das will ich nicht.“​ (Sanhedrin 102a)

Der Sinn ist, dass in der Ordnung der Stufen zuerst die verborgene Welt und danach die offenbarte Welt kommt. Das ist die Bedeutung von „Ich habe alles“ und „Ich habe viel“​ (1. Mose 33,9–11). „Viel“ bezeichnet den Aspekt von GaR, „alles“ dagegen den Aspekt von WaK. Das ist auch die Bedeutung der Worte: „Wie sollte Yaakow bestehen? Er ist doch klein.“​ (Amos 7,5) Darin liegt ferner die Bedeutung dessen, dass Yaakow ihm das Erstgeburtsrecht nahm. Danach gelangte er zum Aspekt „alles“, denn er besaß ebenfalls den Aspekt von GaR. Dies wurde ihm durch Josef zuteil, gemäß dem Geheimnis der Worte „Josef versorgte sie“.

Das ist die Bedeutung von „Lea war verhasst“​ (1. Mose 29,31): Von ihr gehen all der Hass und alle Streitigkeiten unter den Tora-Gelehrten aus. Darin liegt auch die Bedeutung des Streits zwischen Shammai und Hillel. In der Zukunft werden die beiden Stäbe zu einem werden – der Stab Josefs und der Stab Judas. Das ist die Bedeutung dessen, was Juda zu Josef sagte: „Bitte, mein Herr.“​ (1. Mose 44,18) Damals fand die Vereinigung von Juda und Josef statt. Doch Juda muss an der Spitze stehen.

Darin liegt auch die Bedeutung dessen, dass der heilige ARI der Messias, Sohn Josefs, war. Deshalb konnte er so viel Weisheit offenbaren, denn er besaß die Erlaubnis aus der offenbarten Welt. Dieser Streit geht auf die Worte zurück: „Die Kinder stießen einander in ihrem Leib.“​ (1. Mose 25,22) Denn Esau besaß die kostbaren Gewänder, die sich bei Rebekka befanden.

korrigiert, EY, Schreibnorm v1, 12.10.2026


  1. Ushpizin (aramäisch „Gäste“) – Abendmahlzeiten, die an den Halbfeiertagen von Sukkot ausgerichtet werden. Jede von ihnen ist einem der sieben Gerechten gewidmet: Awraham, Yizchak, Yaakow, Josef, Moshe, Aharon, David. ↩

  2. 1. Mose 37,3. Redewendung mit der Bedeutung: „spätgeborenes Kind“. ↩

  3. 1. Mose 37,3. Targum Onkelos. Onkelos überträgt den Ausdruck „Sohn des Alters“ ins Aramäische mit „bar chakim“, das heißt „weiser Sohn“. ↩

  4. Wörtlich: „von seinen Schultern (Shechem) an aufwärts“. ↩

  5. Im Tanach gibt es zwei Schreibweisen des Namens des dritten Sohnes Davids: Awschalom und Awischalom. ↩