177. Die Bedeutung der Kapparot (Versöhnungshandlungen)
Ich hörte.
„Die Vergebung von Verfehlungen“ geschieht durch die Offenbarung des Lichts von Chochma. Dies ist die Bedeutung des Bekenntnisses: Es zieht Chochma heran. In dem Maß, in dem ein Mensch sein Bekenntnis ablegt, wird ihm der Aspekt von Chochma offenbart. Darüber heißt es: „An jenem Tag wird man nach der Verfehlung Yaakows suchen, doch sie wird nicht da sein.“ (vgl. Jeremia 50,20) Denn keine Verfehlung, die vergeben wird, ist vergeben, bevor man auf sie den Aspekt von Chochma herangezogen hat. Daher suchten sie nach Verfehlungen, um auf sie das Licht von Chochma heranzuziehen.
„Die Umarmung der Linken“ – das heißt: durch das Heranziehen der Linken Linie. Denn an jedem der Zehn Tage der Umkehr (Teshuwa) wird jeweils ein Aspekt der zehn Sefirot der Mochin de Chochma (Verstandeslichter von Chochma) herangezogen; diese werden „linke Linie“ genannt. Und an Jom Kippur (Versöhnungstag) findet dann die Paarung (Siwug) statt.
„Die Umarmung der Rechten“ bedeutet, Chochma unterhalb von Chase (Brust) heranzuziehen. Dort ist der Ort der Offenbarung, und dort ist Chochma bereits durch Chassadim (Gnaden) versüßt. Dies gilt hauptsächlich als Heranziehen von Chassadim, denn der Aufbau von Nukwa setzt sich von ihrem Aspekt her bis Shemini Azeret (Achter Tag der Versammlung)1 fort; an Shemini Azeret findet die Paarung statt.
korrigiert, EY, Schreibnorm v1, 12.10.2026
-
Letzter Tag des Festes Sukkot. ↩