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Kabbala Bibliothek Startseite / Baal HaSulam / Shamati / Shamati 166. Zwei Aspekte der Erlangung

166. Zwei Aspekte der Erlangung

Ich hörte.

Es gibt zwei Aspekte:

1) den Aspekt der Abfolge der Welten von oben nach unten;

2) den Aspekt von unten nach oben.

Der erste Aspekt ist: „was Gott erschuf, um es zu tun“​ (1. Mose 2,3). Das heißt, der Schöpfer hat für uns einen Raum für die Arbeit vorbereitet.

Der zweite Aspekt besteht darin, dass wir beginnen, uns damit zu beschäftigen und von unten nach oben einzukleiden. Doch bevor man die Vollkommenheit der Stufe erreicht, kann man nichts klar erkennen. Dies wird bezeichnet als: „Zuerst lernen und danach verstehen.“1

Ein kleines Kind, das anfängt, Brot zu essen, hat zunächst keinerlei Vorstellung außer vom Brot selbst. Wenn es heranzuwachsen beginnt, versteht es allmählich, dass das Brot eine Ursache hat, die seine Form hervorbringt. Dadurch erhält das Brot die Gestalt, die sich den Augen des Kindes zeigt: Es ist weiß, weich und schmackhaft und dergleichen. So erlangt das Kind die Form des Brotes, nachdem man es aus dem Ofen genommen hat. Zu diesem Zeitpunkt war das Brot jedoch noch viel zu weich und sehr heiß, sodass es nicht zum Essen geeignet war. Es fehlte noch ein Vorgang: Durch eine gewisse Wartezeit musste es trocknen und abkühlen. Die Luft macht das Brot geeignet, die Form anzunehmen, in der es erscheint, wenn es auf den Tisch kommt.

Später untersucht der Mensch weiter und erkennt eine noch frühere Form, nämlich diejenige, die das Brot hatte, bevor man es in den Ofen schob. Obwohl es ungefähr dieselbe Form besaß, bestehen große Unterschiede: Durch die Hitze des Ofens wird das Brot größer und fester, und seine Oberfläche bildet eine Kruste. Zuvor war es weiß, nun hat es eine andere Farbe. Wenn der Mensch weiterforscht, erkennt er, dass das Brot seine Form und sein Gewicht bereits erhielt, bevor man es in den Ofen schob. So geht es weiter, bis er zu dem Zustand gelangt, in dem man Weizenkörner nimmt und sie in die Erde sät. Bis dahin kann er vom Brot nur empfangen, das heißt, die in der Welt vorhandene Menge Brot vermindern. Danach weiß er jedoch bereits, wie er Brot hinzufügen kann.

Dasselbe gilt im Spirituellen: Zunächst muss der Mensch von unten nach oben empfangen. Dann kann er nur empfangen und nichts hinzufügen. Später jedoch, im zweiten Zustand, kann er auch hinzufügen.

korrigiert, EY, Schreibnorm v1, 12.10.2026


  1. Wörtl. (aram.): „von Anfang an lernen und danach verstehen“. ↩