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Kabbala Bibliothek Startseite / Baal HaSulam / Shamati / Shamati 150. Singt dem Ewigen, denn Er hat Erhabenes getan

150. Singt dem Ewigen, denn Er hat Erhabenes getan

Ich hörte.

Über den Vers: „Singt dem Ewigen, denn Er hat Erhabenes getan.“1

Es scheint, dass das Wort „singt“ hier zugleich „beschneidet“ bedeutet, wie in „meine Stärke und mein Lied“​ (2. Mose 15,2). Das heißt, man muss den Weinberg des Schöpfers immer wieder beschneiden und die Dornen daraus entfernen. Selbst wenn jemand sich vollkommen fühlt und ihm scheint, er habe die Dornen bereits entfernt, schließt der Vers mit den Worten: „Denn Er hat Erhabenes getan.“ Das bedeutet: Er hat in dieser Welt gewissermaßen den Hochmut als etwas Geschaffenes hervorgebracht, sodass der Mensch in seinen eigenen Augen gern treu und aufrichtig sein möchte. Wenn er also in sich spürt, er habe die Dornen bereits entfernt und sei schon ein vollkommener Mensch, ist dies eine Form von Hochmut.

Vielmehr muss der Mensch seine Handlungen immer wieder genau prüfen, sie zehn verschiedenen Prüfungen unterziehen und darf sich nicht auf ein vorübergehendes Gefühl verlassen, denn dies ist nur eine Form von Hochmut. Im Namen der Gerechten heißt es zu dem Vers: „Müßig seid ihr, müßig! Darum sagt ihr: ‚Wir wollen gehen und dem Ewigen, unserem Gott, Opfer darbringen.‘“​ (2. Mose 5,17) Das bedeutet, er sagte zu den Kindern Israels: „Dass ihr sagt: ‚Wir wollen gehen und Opfer darbringen‘, und das Gefühl habt, ihr wäret bereits bereit, euch selbst auf dem Altar vor dem Schöpfer darzubringen, ist nichts anderes als Trägheit und ein Nachlassen eurer Hände. Denn ihr wollt nicht weiterarbeiten und euch ständig prüfen, damit ihr für diesen großen Dienst bereit seid. Deshalb scheint es euch, als wäret ihr in diesem Dienst bereits vollkommen – entsprechend der Auslegung am Ende des Verses: ‚Denn Er hat Erhabenes getan.‘“

korrigiert, EY, Schreibnorm v1, 12.10.2026


  1. Jesaja 12,5. Das hebräische Wort Samru (זמרו‎) bedeutet sowohl „singt“ als auch „beschneidet“, wie beim Beschneiden eines Weinbergs. ↩