171. Sohar, Emor – 1
Ich hörte im Jahr 1949.
Im Sohar, im Abschnitt Emor, heißt es: „Die Versammlung Israels sagte: ‚Ich schlafe (Hoheslied 5,2) im ägyptischen Exil.‘“ (Sohar, Emor, Blatt 43, Abschnitt „Und im ersten Monat“, Punkt 128).
Das Verschwinden der Mochin (spirituellen Verstandeslichter) wird „Schlaf“ genannt.
„Doch mein Herz ist wach.“ Das Herz entspricht den 32 Pfaden von Chochma1. Das heißt, in ihnen leuchtete Chochma. Doch sie war nicht in Chassadim (Gnaden) eingekleidet; dies wird „ägyptisches Exil“ genannt. Deshalb heißt es „Schlaf“. Zugleich waren sie jedoch für den Empfang der Mochin von Chochma geeignet, allerdings nur vom Aspekt der Rückseite (Achoraim) her.
„Die Stimme meines Geliebten klopft.“ Das bedeutet: die Stimme von Seir Anpin, der dem Aspekt von Chassadim entspricht.
Darüber heißt es, dass der Schöpfer sagte: „Öffne Mir eine Öffnung wie die Spitze einer Nadel.“ (Sohar, Emor, Punkt 129) Das heißt: Zur Zeit der Erlösung sagte Er ihnen, sie sollten den Aspekt von Chochma erneut heranziehen. Solange sie ohne Chassadim ist, wird ihre Öffnung „wie die Spitze einer Nadel“ genannt, weil sie ohne Chassadim nicht leuchtet.
„Und Ich werde dir die oberen Tore öffnen.“ Das heißt, Er gibt ihr vom Aspekt von Chassadim. Dann wird sie Weite haben, sodass sie sowohl Chochma als auch Chassadim besitzt.
„Öffne Mir …, denn die Öffnung, durch die man zu Mir eintritt, ist in dir; Meine Söhne werden zu Mir nur durch dich eintreten.“ Das heißt: Den Söhnen, die Mochin von Chochma benötigen, kann Er sie nicht geben, denn Sein eigener Aspekt ist ausschließlich Chassadim. Erst wenn sie Chochma heranzieht, können auch die Söhne Chochma empfangen. Deshalb heißt es, dass nur sie diese Öffnung öffnen kann.
Dagegen heißt es: „Ich bin verschlossen, sodass sie Mich nicht finden.“ Das bedeutet: „Sie werden Mich nicht in Vollkommenheit finden.“ Wenn Seir Anpin nur Chassadim besitzt, hat er lediglich den Aspekt von WaK. Dies wird „gewöhnliche Luft“ (Awira Stam) genannt. Wenn er dagegen auch den Aspekt von Chochma besitzt, werden seine Chassadim – obwohl er selbst nur Chassadim empfängt – „reine Luft“ (Awira Dachja) genannt. Dann sind seine Chassadim höher als Chochma. Ohne Chochma wird er jedoch nicht in Vollkommenheit gefunden. Darüber steht geschrieben: „Um sich mit dir zu paaren und für immer in Frieden mit dir zu sein.“
„Komm und sieh: Als der Schöpfer die Erstgeborenen Ägyptens tötete – all jene, die Er um Mitternacht tötete – und die oberen Stufen nach unten herabführte …“ (Sohar, Emor, Punkt 130) Das geschah durch die Korrektur des Massach de Chirik (Schirm des Chirik). Sie bewirkt zweierlei: das Verschwinden von GaR und zugleich das Heranziehen von Chassadim. Durch diese Verbindung können sich die Mochin von oben nach unten ausbreiten.
„In jener Stunde trat Israel in den Bund des heiligen Zeichens ein und wurde beschnitten.“ Die „Plage der Erstgeborenen“, das „Pessachblut“ und das „Blut der Beschneidung“ sind ein und derselbe Aspekt. Bekanntlich war das Lamm die Gottheit Ägyptens. Das heißt, das Pessachopfer war gegen ihre Gottheit gerichtet. Die Klipot (Schalen) Ägyptens wollten vom Aspekt des Endes der Korrektur heranziehen – ähnlich der Sünde am Baum der Erkenntnis – und das Licht von GaR von oben nach unten heranziehen. Durch das Schlachten des Pessachopfers schlachteten sie GaR von Chochma; dadurch kam es zur Plage der Erstgeborenen. Denn „Erstgeborener“ bezeichnet das Geheimnis von GaR. Sie hoben GaR auf. Dies geschah durch den Massach de Chirik, der dem Erheben der Manula (des Schlosses) entspricht und die Aufhebung von GaR bewirkt.
„Blut“ (Dam) ist mit „Stille“ (Dmama) verwandt; es bedeutet, dass GaR zum Schweigen gebracht wurden. Dies ist auch die Bedeutung des Blutes der Beschneidung: Das Beschneidungsmesser bezeichnet die Dinim de Nukwa (Urteile der weiblichen Seite), welche die Dinim de Duchra (Urteile der männlichen Seite) aufheben. Darüber steht geschrieben: „Es gab zwei Arten von Blut: das Pessachblut und das Blut der Beschneidung.“ Durch das Versprengen des Pessachblutes wurden GaR aufgehoben und in die Korrektur der Linien einbezogen. Dies ist das Geheimnis des Türsturzes und der beiden Türpfosten.
„Und am Vierzehnten (3. Mose 23,5) … löste sich Israel von der anderen Herrschaft … und vereinigte sich mit der Mazza (ungesäuertes Brot), dem heiligen Band.“ (Sohar, Emor, Punkt 131) Chamez (Gesäuertes) bezeichnet die Mochin, die sich von Chase (Brust) abwärts ausbreiten; dann leuchten sie von oben nach unten. Mazza bezeichnet die Mochin, die von Chase aufwärts leuchten. In diesem Aspekt haben die Äußeren keinen Halt. Der Grund dafür ist, dass die Manula, die in der Pessachnacht offenbart wurde und durch die das Pessachopfer geschlachtet wurde und die Plage der Erstgeborenen eintrat, nur von ihrem eigenen Ort abwärts wirkt. Das heißt, sie wurde in Chase offenbart.
Daraus folgt: Auf alles, was sich oberhalb von ihr befindet, wirkt sie nicht mit dem in ihr liegenden Urteil ein. Unterhalb von Chase dagegen liegt jede Ausbreitung unterhalb ihres eigenen Aspekts; deshalb wird dort das in ihr liegende Urteil empfunden. Darum achtete Israel in jener Pessachnacht darauf, Mazza und nicht Chamez zu essen.
Mazza besitzt einen Vorzug, den Chamez nicht besitzt, und Chamez besitzt einen Vorzug, den Mazza nicht besitzt. Der Vorzug von Mazza besteht darin, dass sie vollständige Mochin vom Aspekt von GaR von Chochma enthält, die noch als die beiden großen Lichter gelten. Sie befinden sich jedoch im Aspekt der Rückseite (Achoraim) und können wegen des Mangels an Chassadim nicht leuchten.
Der Vorzug von Chamez besteht darin, dass diese Mochin zwar nur dem Aspekt von WaK angehören, aber bereits in Chassadim eingekleidet sind. Im Tempel, wo Mochin von Chochma vorhanden waren, befanden auch sie sich im Aspekt von Chase aufwärts, also im Aspekt von Mazza. Deshalb heißt es: „Keinen Sauerteig und keinen Honig sollt ihr davon als Feueropfer darbringen.“ (3. Mose 2,11)
korrigiert, EY, Schreibnorm v1, 12.10.2026
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„Lew“ (Lamed-Bet) – Zahlenwert 32. ↩