201. Spiritualität und Materialität
Ich hörte am 18. Dezember 1938.
Warum sehen wir, dass es im Materiellen viele Menschen gibt, die mit großem Eifer arbeiten, sogar dort, wo Lebensgefahr besteht, während im Spirituellen jeder Einzelne seine Seele sorgsam bewacht und gründlich prüft?
Und außerdem: Im Materiellen kann ein Mensch arbeiten, selbst wenn man ihm für seine Arbeit keinen hohen Lohn zahlt; im Spirituellen dagegen kann er sich nur dann zur Arbeit bereitfinden, wenn er sicher weiß, dass er eine angemessene Gegenleistung für seine Arbeit erhält?
Der Grund ist: Es ist bekannt, dass der Körper keinerlei Wert hat. Schließlich sieht jeder, dass er vergeht und nichts zurücklässt. Daher ist es leicht, ihn preiszugeben, denn er ist ohnehin preisgegeben. Im Spirituellen hingegen gibt es einen Aspekt der Klipot (Schalen), der den Körper schützt und seinen Fortbestand sichert; deshalb ist es schwer, ihn preiszugeben. Daher sehen wir, dass es säkularen Menschen leichter fällt, ihren Körper preiszugeben, und dass sie in Bezug auf ihren Körper keine Schwere empfinden. Im Spirituellen ist es anders. Das sind die Achoraim (Rückseite) der Heiligkeit (Kedusha), die „Selbstaufopferung“ genannt werden. Gerade durch sie wird man des Lichts des Schöpfers würdig. Bevor der Mensch die Selbstaufopferung vollständig verwirklicht hat, kann er keine Stufe erlangen.
korrigiert, EY, Schreibnorm v1, 12.10.2026