210. Ein schöner Makel an dir
Ich hörte.
Im Talmud heißt es: „Jener, der zu seiner Frau sagte usw.: ‚Bis du einen schönen Makel an dir siehst.‘ Rabbi Yishmael, Sohn von Rabbi Yossi, sagte, dass der Schöpfer (gepriesen sei Er) sagt: ‚Du kannst dich Ihm nicht anhaften, bis du einen schönen Makel an dir siehst‘“. Das bedeutet nach der ersten Auslegung der Tossafot1: Er verbot ihr, Nutzen von ihm zu empfangen, bis sie etwas Schönes finden könne. Das heißt: Wenn ein Mensch sagen kann, dass auch er schöne Dinge besitzt, mit denen er dem Schöpfer geholfen hat, so können sie sich aneinander anhaften. Wäre es nicht so, warum hätte er dann nicht einem anderen geholfen? Gewiss müssen also Dinge in ihm vorhanden sein. Das heißt, er besitzt einen guten Glauben oder gute Eigenschaften; denn er hat ein gutes Herz, das ihn befähigt zu beten.
Dazu wird erklärt: „Er sagte zu ihnen: Vielleicht ist ihr Kopf schön?“ Das heißt, es gibt einen äußeren Verstand, der besser ist als der aller Menschen seiner Generation. Oder: „Vielleicht ist ihr Haar schön?“ Das heißt, er nimmt es mit sich selbst haargenau. Oder: „Vielleicht sind ihre Augen schön?“ Das heißt, er besitzt mehr Anziehungskraft der Heiligkeit als alle Menschen seiner Generation. Oder: „Vielleicht sind seine Ohren schön?“ Das heißt, er kann keinerlei üble Nachrede anhören.
korrigiert, EY, Schreibnorm v1, 12.10.2026
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Nedarim 66b, Tossafot. „Bis du einen schönen Makel – mum – zeigst“ – mit anderen Worten: etwas Schönes – me’um, irgendetwas Schönes. ↩