<- Kabbala Bibliothek
Weiterlesen ->
Kabbala Bibliothek
Kabbala Bibliothek Startseite / Baal HaSulam / Shamati / Shamati 207. Zum Thema Empfangen, um zu geben

207. Zum Thema Empfangen, um zu geben

Ich hörte.

Die Menschen in der Welt gehen auf zwei Beinen, die Genuss und Leiden heißen. Sie jagen stets dorthin, wo Genuss ist, und fliehen von dort, wo Leiden ist. Wenn ein Mensch daher gewürdigt wird, den Geschmack von Tora und Mizwot zu kosten, wie geschrieben steht: „Kostet und seht, dass der Ewige gut ist“​ (Psalm 34,9), dann jagt er dem Dienst für den Schöpfer nach. Dadurch wird ihm zuteil, stets Stufen in Tora und Mizwot zu erlangen, wie geschrieben steht: „Und über Seine Tora sinnt er Tag und Nacht.“​ (Psalm 1,2)

Doch wie kann ein Mensch sein Denken auf eine einzige Sache beschränken? Liebe und Genuss binden die Gedanken eines Menschen stets so, dass sein Kopf und sein Körper an Liebe und Genuss angehaftet sind, wie man es bei körperlicher Liebe sieht. Dies geschieht gerade dann, wenn der Mensch bereits die Ausbreitung des Verstandes erlangt hat, die Liebe hervorbringt. Dieser Zustand heißt „innerhalb des Verstandes“. Der Mensch muss jedoch stets über dem Verstand arbeiten, denn das heißt „Glaube und Geben“.

Innerhalb des Verstandes hingegen stimmen alle Organe seiner Arbeit zu, weil auch sie Liebe und Genuss empfangen. Deshalb heißt dies „innerhalb des Verstandes“. In einem solchen Zustand befindet sich der Mensch in einer schwierigen Lage: Er darf diesen Zustand nicht beeinträchtigen, denn er ist ein göttliches Leuchten in ihm, Fülle von oben. Vielmehr muss er beides korrigieren – den Glauben und den Verstand. Dann muss er es so ordnen: Woher kommt all das, was er jetzt erlangt hat – die Tora, die er nun erlangt hat, und die Fülle, die er nun besitzt? All dies kommt nur daher, dass er sich zuvor vorbereitet und auf sich genommen hat, über dem Verstand zu arbeiten. Indem er sich mit Anhaftung (Dwekut) beschäftigte und sich an die Wurzel anhaftete, wurde er des Verstandes gewürdigt. Das heißt: Der Verstand, den er im Zustand des Glaubens erlangte, war eine wahre Offenbarung. Daraus folgt, dass er vor allem die Arbeit über dem Verstand schätzt. Ebenso schätzt er jedoch den Verstand, da er nun der Offenbarung Seiner Namen gewürdigt wurde, um Fülle herabzuziehen.

Deshalb muss er sich nun mithilfe des Verstandes noch stärker festigen und einen noch höheren Zustand über dem Verstand auf sich nehmen. Denn die wesentliche Anhaftung an die Wurzel geschieht nur durch den Glauben, und darin liegt sein ganzes Ziel. Das heißt Empfangen: den Verstand, den er herabgezogen hat, um zu geben. Dadurch kann er einen Zustand des Glaubens über dem Verstand in einem quantitativ wie qualitativ größeren Maß auf sich nehmen.

korrigiert, EY, Schreibnorm v1, 12.10.2026