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229. Hamans Taschen

Ich hörte am 2. März 1950.

Beim Verzehr von Hamantaschen, das heißt von „Hamans Taschen“1, sagte er: Da „ein Mensch verpflichtet ist, sich an Purim zu berauschen, bis er nicht mehr zwischen ‚Verflucht sei Haman‘ und ‚Gesegnet sei Mordechai‘ unterscheiden kann“​ (Megilla 7b), essen wir „Hamans Taschen“. So erinnern wir uns daran, dass Haman uns nicht mehr als die Taschen brachte, die Gefäße genannt werden, nicht aber die Innerlichkeit. Das bedeutet: Nur Hamans Gefäße können wir empfangen, nicht jedoch die Lichter, die als Innerlichkeit bezeichnet werden. Denn die großen Empfangsgefäße stehen unter Hamans Herrschaft. Und diese müssen wir ihm abnehmen.

Die Lichter können wir jedoch nicht mit Hamans Gefäßen herabziehen. Das ist nur durch Mordechais Gefäße möglich, also durch Gefäße des Gebens. Auf den Empfangsgefäßen lag dagegen ein Zimzum (Einschränkung). Dies wird in der Schrift erklärt: „Und Haman sprach in seinem Herzen: ‚Wem sollte der König mehr Ehre erweisen wollen als mir?‘“​ (Ester 6,6) Und dies wird ein wahres Verlangen zu empfangen genannt. Deshalb sagte er, man solle das königliche Gewand bringen, das der König getragen hatte, und das Pferd, auf dem der König geritten war, und so weiter (Ester 6,8). Doch in Wahrheit können Hamans Gefäße, die Empfangsgefäße genannt werden, aufgrund des Zimzum nichts empfangen. Er hat lediglich Verlangen und Mangel; das heißt, er weiß, was er fordern muss. Darum steht geschrieben: „Und der König sprach zu Haman: ‚Eile, nimm das Gewand und das Pferd, wie du gesagt hast, und tue dies für Mordechai, den Juden.‘“​ (Ester 6,10)

Dies wird „Lichter Hamans in Gefäßen Mordechais“ genannt, also in Gefäßen des Gebens.

korrigiert, EY, Schreibnorm v1, 12.10.2026


  1. Traditionelles gefülltes Dreiecksgebäck, das an Purim gegessen wird. „Homen-Taschen“ (Jiddisch) – Hamans Taschen. ↩