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244. Alle Welten

Ich hörte am 17. Februar 1943.

Alle Welten, in denen wir viele Stufen und viele Verhüllungen unterscheiden, werden ausschließlich in Bezug auf die Seelen betrachtet, denn sie sind es, die von den Welten empfangen. Daraus verstehen wir die Regel: „Was wir nicht erlangen, kennen wir nicht beim Namen.“ Denn ein Name weist auf eine Erlangung hin. Mit anderen Worten: Alle Namen, die Sefirot und die Zahlen bestehen nur in Bezug auf die Empfänger. Daher unterscheiden wir drei Aspekte:

1) Azmuto (Sein Selbst), über das wir überhaupt nicht sprechen. Denn dort, wo wir zu sprechen beginnen, geht es um den Schöpfungsgedanken. In ihm sind wir bereits potenziell enthalten, nach dem Grundsatz: „Das Ende der Handlung liegt im ursprünglichen Gedanken.“1

2) Der Schöpfungsgedanke. Ihn nennen wir Ejn Sof (Unendlichkeit). Er ist die Verbindung zwischen Azmuto und den Seelen. Diese Verbindung verstehen wir als das „Verlangen, Seinen Geschöpfen Genuss zu bereiten“. Außerhalb dieser Verbindung – des Verlangens, Gutes zu tun – können wir nichts aussagen. Daher gibt es dort weder Wahrnehmung noch Erlangung.

Da alle Aspekte in den Welten nur in Bezug auf die Seelen bestehen, folgt daraus, dass wir die Welten an sich nicht erlangen. Deshalb werden auch sie als Azmut betrachtet, und „es gibt in ihnen überhaupt keine Erlangung“. In Bezug auf die Seelen jedoch, die von den Welten empfangen, werden die Welten als Ejn Sof betrachtet.

Der Grund dafür ist, dass die Verbindung zwischen den Welten und den Seelen darin besteht, dass die Welten den Seelen geben. Dies geht aus dem Verlangen hervor, Seinen Geschöpfen Genuss zu bereiten, und bildet die gemeinsame Beziehung zwischen Azmuto und den Geschöpfen. Diese Verbindung wird, wie oben erläutert, Ejn Sof genannt. Wenn wir also vom Oberen Licht zu sprechen beginnen, sprechen wir von zwei Aspekten zugleich: vom Erlangenden und vom Erlangten, das heißt davon, wie der Erlangende vom Erlangten berührt wird.

Jeder für sich allein fällt dagegen nicht unter die Bezeichnung Ejn Sof. Das Erlangte heißt vielmehr Azmuto, und der Erlangende wird „Seelen“ genannt. Die Seelen sind ein neu erschaffener Aspekt, ein Teil des Ganzen, insofern ihnen das Verlangen zu empfangen eingeprägt wurde. Dieses wird als „Existenz aus dem Nichts“ (Jesh mi Ajn) bezeichnet. (Der Schöpfer hat eine solche Wirklichkeit erschaffen, damit wir auf diese Weise empfinden.)

Daraus folgt, dass alle Welten, für sich betrachtet, als einfache Einheit gelten und es in der Göttlichkeit keine Veränderung gibt, nach dem Vers: „Ich, der Ewige, habe Mich nicht verändert.“​ (Maleachi 3,6) In der Göttlichkeit gibt es weder Sefirot noch Bchinot (Aspekte). Selbst die feinsten Bezeichnungen sind in den Welten an sich nicht vorhanden; alles wird als Azmuto betrachtet. Alle Sefirot und Unterscheidungen entstehen vielmehr zusammen mit dem Menschen, der das Obere Licht erlangt. Denn der Schöpfer wollte, dass wir die Fülle erlangen und verstehen, entsprechend Seinem Verlangen, Gutes zu tun, und Er gab uns dafür diese Sinne.

Das heißt: Je nachdem, wie unsere Sinne vom Oberen Licht berührt werden, entstehen für uns zahlreiche Unterscheidungen. Unser allgemeiner Sinn heißt „Verlangen zu empfangen“. Entsprechend dem Maß des Empfangens unterscheiden wir viele Teile und Einzelheiten, Aufstiege und Abstiege, Ausbreitung und Rückzug. Denn das Verlangen zu empfangen wird bereits als Geschöpf bezeichnet – als ein neuer Aspekt, der als „Existenz aus dem Nichts“ entsteht.

Erst dort, wo das Verlangen zu empfangen berührt wird, kann man daher entsprechend dem Maß dieser Wirkung von einzelnen Teilen sprechen. All dies wird bereits als gemeinsame Beziehung zwischen dem Oberen Licht und dem Verlangen zu empfangen bezeichnet. Diese Beziehung heißt „Licht und Kli (Gefäß)“. Von Licht ohne Kli kann man dagegen nicht sprechen. Denn Licht ohne einen Erlangenden, der Kli genannt wird, gilt weiterhin als Azmuto, über das zu sprechen verboten ist, weil es nicht erlangt werden kann. Wo es keine Erlangung gibt – wie könnte man dort über etwas sprechen, das man nicht erlangt?

Daraus folgt: Was wir im Spirituellen „Licht und Kli“ nennen, heißt, solange es nur potenziell besteht, Ejn Sof. Vor dem Zimzum (Einschränkung) der Welten gilt dies als Wurzel. Das Potenzielle wird also zur Verwirklichung führen. Vom Zimzum bis zur Welt Assija gibt es viele Welten und Unterscheidungen, in denen alles potenziell enthalten ist. Der Erlangende erlangt sie dann tatsächlich auf diese Weise; bei ihm werden diese vielen Einzelheiten konkret verwirklicht.

Daraus verstehen wir auch unsere Aussagen: Der Schöpfer wird uns helfen; der Schöpfer wird uns Heilung oder Rettung senden; der Schöpfer hat uns ein Geschenk gegeben; der Schöpfer hat mir ein gutes Geschäft geschickt und Ähnliches. Dabei unterscheiden wir zwei Aspekte: 1) den Schöpfer und 2) das, was von Ihm ausgeht.

Der erste Aspekt gilt als Azmuto. Darüber zu sprechen ist verboten, weil wir Ihn nicht erlangen.

Der zweite Aspekt ist das, was von Ihm ausgeht. Er gilt als das sich ausbreitende Licht, das in unsere Gefäße, also in unser Verlangen zu empfangen, eintritt. Dies wird als Ejn Sof betrachtet: als die Verbindung des Schöpfers mit dem niederen Menschen, dem der Schöpfer Genuss bereiten will. Das Verlangen, Genuss zu bereiten, gilt als das Licht, das sich von Ihm ausbreitet und schließlich das Verlangen zu empfangen erreicht. Das heißt, das Verlangen zu empfangen empfängt das sich ausbreitende Licht.

Somit wird das sich ausbreitende Licht Ejn Sof genannt. Wenn dieses Licht zum Niederen gelangt, durchläuft es viele Verhüllungen, durch die die Niederen es empfangen können. Daher entstehen alle Unterscheidungen und Veränderungen gerade im Empfänger – entsprechend dem Maß, in dem die Rettung auf ihn wirkt. Alle Namen und die vielen Unterscheidungen in den Welten richten sich danach, wie der Niedere berührt wird. Dadurch entstehen potenziell viele Aspekte, die der Niedere tatsächlich erfahren wird.

Der Erlangende und das Erlangte treten also, wie oben erklärt, gemeinsam auf. Ohne einen Erlangenden hat das Erlangte keine Form – denn in Bezug auf wen sollte es eine Form annehmen? In Bezug auf den Erlangenden? Dieser ist ja nicht in der Welt. Und welche Form das Erlangte an sich hat, kann nicht erlangt werden. Wenn wir Azmuto nicht erlangen und dort, Gott bewahre, keinerlei Sinne vorstellen dürfen, wie könnten wir dann sagen, dass das Erlangte an sich eine bestimmte Form annimmt? Wir können daher nur von unseren Sinnen sprechen und davon, wie stark das sich ausbreitende Licht auf sie wirkt.

Das gleicht dem Blick auf einen Tisch. Mit unseren Sinnen empfinden wir durch den Tastsinn, dass er hart ist. Ebenso können wir seine Länge und Breite und Ähnliches bestimmen – doch all dies nur entsprechend unseren Sinnen.

Daraus folgt jedoch nicht, dass dieser Tisch für jemanden mit anderen Sinnen dieselben Formen besitzt, die wir sehen – etwa für einen Engel. Wenn ein Engel den Tisch betrachtet, nimmt er an ihm gewiss nicht dieselben Formen wahr, sondern sieht ihn entsprechend seinen eigenen Sinnen. Deshalb können wir über die Form des Tisches aus der Sicht eines Engels nichts sagen oder festlegen, denn wir kennen seine Sinne nicht.

Da wir Ihn nicht erlangen, können wir folglich auch nicht sagen, welche Form die Welten aus Seiner Sicht haben. Wir erlangen in der Welt nur Begriffe entsprechend unseren Sinnen und Empfindungen. So wollte es der Schöpfer: Auf diese Weise sollen wir die oberen Welten erlangen. Das ist die Bedeutung der Aussage, dass es im Licht keine Veränderung gibt. Alle Veränderungen liegen vielmehr in den Gefäßen, also in unseren Sinnen; alles wird nach unserer Vorstellung und unseren Sinnen bemessen.

Wenn daher viele Menschen ein und dieselbe spirituelle Sache betrachten, erlangt dennoch jeder etwas anderes – entsprechend seiner eigenen Vorstellung und seinen eigenen Sinnen. Auch bei ein und demselben Menschen verändert sich diese spirituelle Sache je nach seinem jeweiligen Zustand. Deshalb empfindet er jedes Mal eine andere Form. Der Grund dafür ist, dass das Licht einfach ist und keinerlei Form besitzt; alle Formen bestehen nur in Bezug auf die Empfänger.

korrigiert, EY, Schreibnorm v1, 12.10.2026


  1. Aus dem Schabbat-Hymnus „Lecha Dodi“. ↩