231. Reinheit des Empfangsgefäßes
Ich hörte im Dezember 1927/Januar 1928.
Man muss bei allem vorsichtig sein, woran der Körper Freude hat. Der Mensch soll darüber Schmerz empfinden. Denn durch das Empfangen entfernt er sich vom Schöpfer. Der Schöpfer ist der Gebende; wenn der Mensch nun empfängt, gelangt er dadurch in einen Gegensatz der Form. Eine Verschiedenheit der Form bedeutet im Spirituellen Entfernung; folglich hat er keine Anhaftung (Dwekut) an den Schöpfer.
Darin liegt die Bedeutung von „und Ihm anzuhaften“ (5. Mose 11,22). Durch den Schmerz, den er beim Empfang des Genusses empfindet, wird der Genuss annulliert. Das ähnelt einem Menschen, der ein Geschwür am Kopf hat und sich kratzen muss, wobei er Genuss empfindet. Zugleich weiß er, dass dadurch das Geschwür schlimmer wird, sich seine Wunde ausbreitet und er nicht genesen kann. Somit hat er während des Genusses keine wirkliche Freude, obwohl er auf den Genuss des Kratzens nicht verzichten kann. Ebenso muss er darauf achten, dass er jedem Genuss den Schmerz darüber beifügt, dass er sich nun vom Schöpfer entfernt – und zwar so stark, dass er empfindet, der Genuss lohne sich nicht im Verhältnis zu dem Verlust, den er später durch diesen Genuss erleiden wird. Das ist die Arbeit des Herzens.
(Heiligkeit (Kedusha) – was ihn der Arbeit für den Schöpfer näherbringt, wird Heiligkeit genannt.
Unreinheit (Tuma) – was ihn von der Arbeit für den Schöpfer entfernt, wird Unreinheit genannt.)
korrigiert, EY, Schreibnorm v1, 12.10.2026