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Kabbala Bibliothek Startseite / Baal HaSulam / Shamati / Shamati 232. Vervollständigung der Anstrengung

232. Vervollständigung der Anstrengung

Ich hörte.

„Ich habe mich angestrengt und nicht gefunden – glaube es nicht.“ Man muss verstehen, was „gefunden“ bedeutet. Was soll man finden? Vielmehr bezeichnet „gefunden“ das Finden von Gunst in den Augen des Schöpfers.

„Ich habe gefunden und mich nicht angestrengt – glaube es nicht.“​ (Megilla 6b) Man muss fragen: Er lügt doch nicht. Schließlich spricht man hier nicht von einem Menschen, der im Hinblick auf sich selbst als Einzelner aussagt, sondern es ist ein Gesetz, das ebenso für die Allgemeinheit gilt. Wenn er nun sieht, dass er Gunst in Seinen Augen gefunden hat, weshalb heißt es dann: „Glaube es nicht“?

Der Sinn ist, dass ein Mensch manchmal durch das Gebet damit belohnt wird, Gunst zu finden. Denn darin liegt die besondere Kraft des Gebets: Es kann wie die Anstrengung wirken. (So sehen wir auch im Materiellen, dass der eine seinen Lebensunterhalt durch seine Anstrengung verdient, während ein anderer seinen Lebensunterhalt durch sein Gebet bestreitet. Dadurch, dass er um Lebensunterhalt bittet, wird ihm gegeben, sich selbst zu ernähren.)

Im Spirituellen hingegen muss er, obwohl er damit belohnt wurde, Gunst zu finden, später dennoch den vollen Preis entrichten – das heißt das Maß an Anstrengung, das jeder aufbringt. Andernfalls geht ihm das Gefäß (Kli) verloren. Deshalb heißt es: „Ich habe gefunden und mich nicht angestrengt – glaube es nicht“, denn alles geht ihm verloren. Vielmehr muss er später seine gesamte Anstrengung bezahlen.

korrigiert, EY, Schreibnorm v1, 12.10.2026