58. Die Freude ist ein „Spiegel“ guter Taten
Ich hörte.
Die Freude ist ein „Spiegel“ guter Taten: Gehören die Taten zur Heiligkeit (Kedusha), offenbart sich dadurch Freude. Man muss jedoch wissen, dass es auch den Aspekt einer Klipa (Schale) gibt. Ob es sich um Heiligkeit handelt, lässt sich am Verstand (Daat) prüfen. Denn in der Heiligkeit gibt es Verstand, während es in der Sitra Achra (anderen Seite) keinen Verstand gibt, denn: „Ein anderer Gott ist unfruchtbar und bringt keine Früchte hervor“ (Sohar, Mishpatim, Punkt 166). Wenn einem Menschen Freude zuteilwird, soll er daher die Worte der Tora eingehend betrachten, damit sich ihm der Verstand der Tora offenbart.
Weiter muss man wissen, dass die Freude eine höhere Erleuchtung ist, die durch MaN, also durch gute Taten, offenbart wird. Der Schöpfer beurteilt den Menschen „so, wie er dort ist“ (1. Mose 21,17). Das heißt: Wenn ein Mensch das Joch des Königtums des Himmels für immer auf sich nimmt, ruht darauf sofort eine höhere Erleuchtung, die ebenfalls ewig ist. Obwohl Ihm offen und bekannt ist, dass der Mensch sofort von seiner Stufe fallen wird, beurteilt Er ihn dennoch „so, wie er dort ist“. Wenn ein Mensch also jetzt in seinem Verstand beschlossen hat, das Joch des Königtums des Himmels für immer auf sich zu nehmen, gilt dies als Vollkommenheit.
Nimmt ein Mensch dagegen das Joch des Königtums des Himmels auf sich, will aber nicht, dass dieser Zustand für immer bei ihm bleibt, gelten weder diese Sache noch diese Handlung als vollkommen. Daher kann das Obere Licht nicht kommen und auf ihm ruhen; denn dieses Licht ist vollkommen und ewig und wird sich nicht verändern. Der Mensch hingegen will, dass selbst der Zustand, in dem er sich befindet, nicht ewig bleibt.
korrigiert, EY, Schreibnorm v1, 12.10.2026