25. Dinge, die aus dem Herzen kommen
Ich hörte am 25. Juli 1944.
Zum Ausspruch: „Worte, die aus dem Herzen kommen, dringen ins Herz ein.“ (R. Moshe ibn Esra, Shirat Israel, S. 156) Wenn dem so ist, warum sehen wir dann, dass der Mensch von seiner Stufe fällt, selbst wenn die Worte bereits in sein Herz eingedrungen sind?
Der Sinn ist: Wenn ein Mensch von seinem Lehrer Worte der Tora hört, stimmt er der Meinung seines Lehrers sofort zu und nimmt es auf sich, dessen Worte mit Herz und Seele zu erfüllen. Doch später, wenn er in die Atmosphäre der Welt hinausgeht, sieht er die vielen Verlangen, die durch die Welt schweifen, begehrt sie und heftet sich an sie. Dann werden er selbst, sein Verstand, sein Herz und sein Wille vor der Mehrheit annulliert. Solange er nicht die Kraft hat, die ganze Welt zur Seite des Verdienstes zu neigen, überwiegen sie ihn, und er vermischt sich mit ihren Verlangen.
Dann ist er „wie ein Schaf, das zur Schlachtung geführt wird“ (siehe Jesaja 53,7). Er hat keine Wahl und ist gezwungen, all das zu denken, zu wollen, zu begehren und zu fordern, was die Mehrheit fordert. Dann wählt er ihre fremden Gedanken, ihre Begierden und ihre abscheulichen Gelüste, die dem Geist der Tora fremd sind. Und dann hat er keinerlei Kraft, die Allgemeinheit zu überwiegen.
Dann bleibt ihm nur ein Rat: Er muss sich an seinen Lehrer und an die Bücher anheften. Dies wird „aus dem Mund der Bücher und aus dem Mund der Schriftgelehrten“ genannt. Nur durch die Anhaftung (Dwekut) an sie kann er seinen Verstand und seinen Willen zum Guten verändern. Streitgespräche und scharfsinnige Erörterungen helfen ihm dann jedoch nicht, seine Meinung zu ändern; das kann nur die besondere Kraft der Anhaftung. Sie ist ein wunderbares Heilmittel, denn die Anhaftung führt ihn zum Guten zurück.
Nur solange er sich in der Heiligkeit (Kedusha) befindet, kann er mit sich selbst streiten und scharfsinnige Überlegungen anstellen, die zeigen, dass der Verstand ihn verpflichtet, immer auf den Wegen des Schöpfers zu gehen. Doch er muss wissen: Selbst nach all seiner Weisheit und Gewissheit, dass er nun mit diesen vernünftigen Überlegungen die Sitra Achra (andere Seite) besiegen kann, muss er seinem Denken einprägen1, dass all dies nichts wert ist. Denn dies ist keine Waffe, mit der er den Kampf gegen den Trieb gewinnen kann; all diese vernünftigen Überlegungen sind lediglich ein Ergebnis, das er nach der oben erwähnten Anhaftung erlangt hat.
Mit anderen Worten: Das Fundament aller vernünftigen Überlegungen, auf denen er das ganze Gebäude errichtet – dass man immer auf den Wegen des Schöpfers gehen muss –, ist die Anhaftung an seinen Lehrer. Verliert er dieses Fundament, haben all seine vernünftigen Überlegungen keine Kraft mehr, denn nun fehlt ihm die Grundlage. Deshalb darf er sich nicht auf seinen Verstand stützen, sondern muss sich erneut an die Bücher und die Schriftgelehrten anheften. Nur das kann ihm helfen – kein Verstand und keine Einsicht, denn in ihnen ist kein Lebensgeist.
korrigiert, EY, Schreibnorm v1, 12.10.2026
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Wörtlich: „in den Gedanken einmeißeln“. ↩