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Kabbala Bibliothek Startseite / Baal HaSulam / Shamati / Shamati 18. Was bedeutet „In Verborgenheit wird meine Seele weinen“ in der Arbeit? – 1

18. Was bedeutet „In Verborgenheit wird meine Seele weinen“ in der Arbeit? – 1

Ich hörte im Jahr 1940.

Wenn sich über dem Menschen die Verhüllung verstärkt und er in einen solchen Zustand gelangt, dass er keinerlei Geschmack an der Arbeit verspürt und überhaupt nicht in der Lage ist, sich Liebe und Ehrfurcht vorzustellen oder sie zu empfinden, oder irgendetwas in der Heiligkeit (Kedusha) zu tun – dann hat er keinen anderen Rat, als nur zum Schöpfer zu weinen, dass Er sich seiner erbarmen und den Vorhang von seinen Augen und seinem Herzen nehmen möge.

Das Weinen ist ein wichtiger und großer Zustand. Und es ist, wie die Weisen sagten: „Alle Tore sind verschlossen, außer den Toren der Tränen.“​ (siehe Bawa Mezia 59a) Die Welt fragt diesbezüglich: „Wenn die Tore der Tränen nicht verschlossen sind, wozu braucht man dann überhaupt die Tore?“ Er [Baal HaSulam] sagte, dass dies einem Menschen gleiche, der von seinem Freund eine notwendige Sache erbittet. Und diese Sache berührt sein Herz so sehr, und er bittet und fleht ihn mit allen Worten des Gebets und der Bitte an. Doch sein Freund bleibt von all dem unberührt. Wenn er also sieht, dass es keinen Raum mehr für Gebet und Bitte gibt, erhebt er seine Stimme im Weinen.

Und darüber wird gesagt: „Alle Tore sind verschlossen, außer den Toren der Tränen.“ Wann sind die Tore der Tränen nicht verschlossen? Genau dann, wenn alle anderen Tore geschlossen sind. Dann ist Platz für die Tore der Tränen und man sieht, dass sie nicht verschlossen sind. Doch solange die Tore des Gebets offenstehen, gibt es keinen Platz für die Tore der Tränen, dann sind sie verschlossen. Wann sind aber die Tore der Tränen nicht verschlossen? Gerade dann, wenn alle anderen Tore verschlossen sind, sind die Tore der Tränen offen, weil es noch immer eine Möglichkeit für Bitten und Flehen gibt.

Und das ist die Erklärung von: „In Verborgenheit wird meine Seele weinen“​ (Jeremia 13,17), das bedeutet, wenn der Mensch in einen Zustand der Verhüllung gelangt, dann „wird meine Seele weinen“, weil ihm keine andere Möglichkeit bleibt. Und das ist der Sinn von: „Alles, was deine Hand, solange du Kraft hast, zu tun vorfindet, das tu!“​ (Prediger 9,10)

korrigiert, EY, Schreibnorm v1, 12.10.2026