„Hevruta“ – nach Lektion 25

„Hevruta“ – nach Lektion 25

Massach, Or Choser, Or Pnimi

Inhalt der Lektion
Materialien

Die Struktur der Welten


Zunächst werden wir unsere Absicht mit ein paar Zitaten des Kabbalisten über die Absicht vor dem Studium auffrischen.

Dann gehen wir das Schema und die Struktur der Welt aus unserer Lektion am Sonntag noch einmal durch.

Und anschließend lesen wir einen kurzen Artikel von Rabash über „Or Choser“ mit einigen Erläuterungen von Rav Dr. Michael Laitman, um das Gelernte nicht nur im Kopf, sondern auch in unserem Herzen zu verinnerlichen.


In der Spiritualität wird Gleichheit als Dwekut bezeichnet, auch wenn man tatsächlich empfängt. Dies wird „Empfangen, um zu geben“ genannt.

Aber wie ist es möglich, diese Gleichheit der Form zu erreichen, da der Wunsch zu empfangen vom Schöpfer erschaffen wurde, und wie kann man die Natur dessen, was der Schöpfer erschaffen hat, aufheben? Dazu gibt es eine Korrektur: Tatsächlich kann die Natur des Willens zu empfangen nicht aufgehoben werden. Stattdessen fügt man die Absicht hinzu, zu geben. So bleibt der Wille zu empfangen – also das, was der Mensch als angenehm empfindet – bestehen. Das heißt, dass der Mensch auch danach Genuss empfindet, einzig mit einer anderen Absicht. Dies wird „Empfangen, um zu geben“ genannt.

(Rabash. Artikel 3 - 1990)


Der Untere kann jedoch dem Kli des Schöpfers etwas hinzufügen, wie es geschrieben steht: „Was Gott erschaffen hat, um es zu tun.“ Das bedeutet, dass Gott das Kli namens „Verlangen, Genuss zu empfangen“ erschaffen hat, und der Mensch muss ihm eine Korrektur namens „die Absicht zu geben“ hinzufügen, wie oben gesagt wurde, dass Malchut de Ejn Sof sich an der Stelle des Verlangens schmückte. Das bedeutet, dass ihre Dekoration darin bestand, dass sie auf den Willen, zu empfangen, das Ziel, zu geben, legte.

(Rabash. Artikel 22 - 1987)


Wenn also die Absicht eines Menschen einzig und alleine darin besteht, dem Schöpfer Zufriedenheit zu bringen und nicht zu seinem eigenen Nutzen zu arbeiten, ist ihm das Ausmaß des Genusses egal. Er achtet nur auf das Maß des Verlangens, mit dem er den Schöpfer erfreuen will, denn durch das Verlangen, den Schöpfer zu erfreuen, bewirkt er die Gleichheit der Form an der Wurzel seiner Seele. Das wiederum bewirkt, dass mehr Fülle geschöpft wird, denn der Höhere will mehr geben als der Untere empfangen kann, und es fehlen nur Gefäße des Gebens. Daraus folgt, dass durch das Überwinden im Geben die Fülle ausgebreitet wird. Aus diesem Grund sind keine großen Lichter gefragt, sondern nur große Gefäße, die Gefäße des Gebens sind.

(Rabash. Artikel 31 - 1988)


Deshalb muss sich der Mensch bemühen sich sehr anzustrengen, bevor er zum Lernen kommt, damit sein Lernen Früchte und gute Ergebnisse bringt, d. h., damit das Lernen ihm das Licht der Tora bringt, durch das er korrigiert werden kann.

(Rabash. Artikel 12 - 1988)


 

Or: Licht (was im Kli empfunden wird)

Zimzum: Einschränkung

 


 

Massach = der Schirm (verhindert, dass das Licht egoistisch eindringt – lediglich mit der Absicht)

Kavana = Absicht (die Absicht, wie der Schöpfer zu sein, zu geben)

Or Yashar = Direktes Licht (der Genuss, der dem Geschöpf vom Schöpfer gegeben werden soll und den das Geschöpf empfangen möchte)

Or Choser = Reflektiertes Licht (definiert durch die Wichtigkeit des Gebers)

Or Pnimi = Inneres Licht – (der Genuss, der lediglich in dem Maße angenommen werden kann, wie wir die Absicht / die Wichtigkeit des Gebers haben)


 

Die Bewertung, die im Rosh (Kopf) vorgenommen wird, bestimmt, wie viel empfangen werden kann (Or Pnimi).

Was wir nicht mit unserer Absicht (Kavana) bedecken können, wird nicht empfangen; der Platz bleibt leer.

Das umgebende Licht (Or Makif) ist das Licht, das der Schöpfer geben möchte, aber nicht geben kann, weil wir nicht die richtige Absicht haben. Dieses Or Makif drängt weiterhin darauf, dass das Kli sich entwickelt und verändert, damit es dem Ziel des Schöpfers näherkommt.


Rabash - Notiz  (Dargot) 557: Über das Or Choser (Zurückkehrendes Licht)

In Das Studium der Zehn Sefirot (Teil 2, Kapitel 1, Punkt 3) steht geschrieben, dass das Or Choser, das vom Massach aufsteigt, „Verbindung“ genannt wird, weil es das obere Licht im Igul [Kreis] so hält und einfängt, dass dort, wo das Or Choser das Höhere Licht nicht bekleidet, dieses Licht aus der Sicht des emanierten Wesens als nicht existent angesehen wird, weil es ohne dieses Gewand, das Or Choser genannt wird, es nicht erreichen kann.

So sollten wir verstehen, warum nicht jeder die Empfindung der Göttlichkeit hat, denn es steht geschrieben: „Ich erfülle den Himmel und die Erde“ und „Die ganze Erde ist voll Seiner Herrlichkeit“, und doch spüren wir nichts davon.

Die Antwort ist, dass dort, wo es keine Kleidung namens Or Choser gibt, das Höhere Licht aus der Perspektive des emanierten Wesens als nicht existent angesehen wird, so lange der Mensch sich nicht von der Eigenschaft des Empfangens für sich selbst entfernt hat, hat er dieses Or Choser noch nicht. Obwohl also „die ganze Erde voll Seiner Herrlichkeit ist“, wird sie aus der Perspektive des Unteren als nicht existent betrachtet.

Daraus folgt, dass man einzig und allein seine ganze Arbeit auf einen Punkt konzentrieren muss, um das Ziel zu erreichen: die gesamte Freizeit um des Schöpfers willen zu widmen. Das ist die Bedeutung von „Alles liegt in der Hand des Himmels, nur nicht die Ehrfurcht vor dem Himmel.“ Das bedeutet, dass der Schöpfer alles gibt. Die Höheren Lichter sind bereits für einen Menschen vorbereitet, so wie es heißt: „Mehr als das Kalb saugen will, will die Kuh säugen“, und alles, was wir brauchen, ist ein Kli [Gefäß]. Nach dem Zimzum [Einschränkung] wird dieses Kli Massach und Or Choser genannt, und es ist das, was das Höhere mit dem Unteren verbindet. Das heißt, durch ihn ist das Untere mit dem Höheren verbunden.

Wenn diese Verbindung jedoch nicht besteht, kann der Untere den Höheren nicht sehen, und der Höhere wird aus der Perspektive des Unteren als nicht existent angesehen. In dem Maße, in dem jemand beginnt, um des Schöpfers willen zu arbeiten, erwirbt er also eine Verbindung mit dem Höheren Licht. Und nach dem Maß seiner Verbindung richtet sich auch das Maß seiner Erlangung.

Wir sollten die Sache mit dem ACHaP des Höheren Lichts verstehen, der auf Galgalta we Ejnaim [GE] des unteren Lichts fiel. Wir sollten auslegen, dass GE und ACHaP Katnut [Kleinheit] und Gadlut [Größe/Erwachsenheit] widerspiegeln. Es ist die Korrektur, die Chochma und Bina um ihrer Söhne willen vornahmen.


Rav Laitman über den Artikel:

Stellen wir uns also vor, dass wir in einer Welt leben, und es scheint uns, dass wir viele sind. Doch ich lebe in einer Welt, die sich vollständig in einer mir entgegengesetzten Eigenschaft befindet, und ich empfinde sie nur entsprechend meiner eigenen Eigenschaft. Deshalb präge ich alles, was ich wahrnehmen kann, in meine eigenen Gefäße ein, in meiner gegenwärtigen Form. Und alles außer mir – unbeweglich, pflanzlich, tierisch, sprechend, das ich mir vorstelle – ist alles mein Eigenes, in mir, in meinen Eigenschaften, im Verlangen zu empfangen. Und den ganzen Rest sehe ich überhaupt nicht – all jene, die sich im Verlangen zu geben befinden.

Wenn ich mich also anstelle des Willens zu empfangen mit Or Choser (reflektiertes Licht) ausstatte, dann werde ich die wahre Wirklichkeit offenbaren. Auf diese Weise enthülle ich nur meine eigenen Eigenschaften. Daher heißt es: „Jeder, der tadelt, tadelt mit seinem eigenen Makel“, das heißt, ich sehe in allem, was ich fühlen kann, nur meine eigene Natur.

Die Frage ist also: Wie kann mir diese Methode helfen, wenn ich den Anderen lieben soll, während dieser „Andere“ sich doch in meinem eigenen egoistischen Verlangen offenbart? Warum verlangt die Methode, die mich zur wahren Sicht führen soll – zur Wahrnehmung und zum Empfinden der wirklichen Realität –, dass ich meine Einstellung zu dem verändere, was ich jetzt sehe, wenn doch das, was ich sehe, nur ein Abdruck meiner inneren Eigenschaften ist?

Was ist das Besondere an dem Schirm, durch den Or Choser entsteht, und durch den wir mittels Or Choser eine Wirklichkeit sehen, die wir mit unseren gewöhnlichen Sinnen nicht erkennen können? Was bringt uns dieses Or Choser? Wie erzeugen wir es?

Die Tatsache, dass es Verwirrung und Unklarheit gibt, ist sehr gut. Wir müssen nur gemeinsam um Offenbarung und Klärung bitten. Unsere intellektuellen oder psychologischen Anstrengungen sind nichts – es ist wie ein Baby, das etwas tun möchte, was ganz sicher nicht in seiner Kraft liegt. Wir müssen daraus eine Forderung entwickeln.

Wie erzeugen wir Or Choser was ist Or Choser, wie entsteht es, wie halten wir daran fest, müssen wir es ständig bewachen, um es nicht zu verlieren, was ist der Unterschied zwischen dem gewöhnlichen Erkennen und dem Erkennen mit Or Choser, das uns wie eine neue Taschenlampe die neue spirituelle Wirklichkeit offenbart?

Versuche, emotional zu antworten, nicht mit Begriffen wie Or Choser, Or Yashar, Schirm, Zimzum, Ablehnung, Empfangen, sondern emotional. Was ist Or Choser, das ich in mir spüre? Das heißt, in meinen Eigenschaften – es ist nicht so, wie wir das Kli, Massach, Or Choser zeichnen, nicht schematisch, sondern emotional. Es geschieht in mir, im Verstand, in meinem Herzen, in meinem Gefühl, in meiner Haltung, in meinen Sinnen.