Unkorrigiert
TES. Band 3, Teil 9 - Histaklut Pnimit (Innere Betrachtung)
Aus den Worten des Rav in diesem Abschnitt haben wir eine der wichtigsten Erkenntnisse gewonnen, die sämtliche Wege dieser Weisheit durchdringt: nämlich das Verständnis des Prinzips des Siwug (Paarung) der Parzufim – wie jeder Höhere sich in sich selbst paart und den unter ihm stehenden Parzuf in allem, was er benötigt, korrigiert. Denn hierin liegt eine äußerst schwierige Frage verborgen: Das Höhere kann nicht zu dem Ort des Unteren absteigen, um ihn zu korrigieren oder auch nur zu erheben. Denn sobald ein Höherer zu dem Ort eines Unteren absteigt, wird er notwendigerweise selbst wie dieser – nicht etwa im Sinne eines imaginären Ortes, sondern gemäß dem Maß der Feinheit (Sakut) und der spirituellen Reinheit zwischen den Stufen. Dieses Maß bestimmt, was als „höher“ oder „niedriger“ gilt. Wenn man also sagt, dass der Höhere zum Ort des Unteren abgestiegen ist, bedeutet dies, dass er sich mit dem Unteren gleichgestellt und dessen Grobheit (Awiut) angenommen hat. Wie aber könnte er dann erneut aufsteigen und an seinen ursprünglichen Ort zurückkehren? Auch er selbst würde nun jemanden benötigen, der ihn erhebt. Ebenso stellt sich die Frage, wie der Untere zum Höheren aufsteigen könnte, um irgendeine Korrektur zu empfangen. Denn wenn er tatsächlich aufsteigen kann, dann ist er bereits ebenso fein und rein wie der Höhere und hat sich ihm in seiner spirituellen Qualität angeglichen – denn genau dies ist die Bedeutung von „Aufstieg“.
1) Und der Rav ließ uns wissen, dass die ACHaP (Osen, Chotem, Pe – Ohren, Nase, Mund) des Höheren stets mit der Stufe von Galgalta we Ejnaim (Schädel und Augen) des Unteren verbunden bleiben. Der Ursprung dieses Zusammenhangs reicht zurück bis zur Zeit der Katnut (Kleinheit) von Nekudim, zur Zeit des zweiten Zimzum. Damals stieg der Buchstabe Hej zum Platz von Nikwej Ejnaim jeder Stufe empor – das bedeutet, dass Bina den Platz des Zimzum in sich aufnahm und der Siwug de Hakaa am Platz von Malchut von Zimzum Alef geschah, also unterhalb der GaR von Bina, wie bekannt. Daher traten die SaT von Osen, Chotem und Pe des Rosh auf die Stufe von Galgalta we Ejnaim des Toch (Inneres) ein, da die Stufe von ACHaP des Toch auf die Stufe des Sof fiel. Und auch innerhalb des Toch blieben nur Galgalta we Ejnaim, während die ACHaP unter den Sium des Kav fielen – nach dem Muster des Punktes Diese Welt (Olam haSe) in Zimzum Alef, wo der Kav von Ejn Sof beendete wurde. Der Unterschied jedoch, der zwischen den beiden Punkten der Zimzumim (Pl. von Zimzum) blieb, wurde zum Ort für die drei Welten, die BYA de Pruda (Getrenntheit) genannt werden. Sie sind die Aspekte der ACHaP der zehn Sefirot von NeHJ de AK, die aus Azilut hinausgefallen sind, aufgrund des Sium der Kav, der an der Stelle der Bina dieser zehn Sefirot entstand, wie bekannt. Daraus ergibt sich, dass alle Aspekte von ACHaP jeder einzelnen Stufe aus den eigenen zehn Sefirot gefallen sind, wobei jeweils die ACHaP der höheren Stufe mit der Stufe von Galgalta we Ejnaim der darunterliegenden verbunden blieben. Das bedeutet, dass es keinen Unterschied und keine Trennung zwischen den ACHaP des Höheren und den Galgalta we Ejnaim des Unteren mehr gibt, denn in der Spiritualität bedeutet „Verbindung“ Gleichheit der Form.
Und obwohl durch den Siwug, bei dem NeHJ de AK als MaN zu Taamim von SaG aufstiegen, ein neues Licht entstand, das die Parssa durchbrach – was bedeutet, dass die Grenze von Zimzum Bet aufgehoben wurde und alle ACHaP wieder in ihre ursprüngliche Stufe zurückkehrten, wie bekannt –, wurde diese Rückkehr vollständig wieder aufgehoben zur Zeit des Zerbrechens der Gefäße, wie ebenfalls bekannt. So kehrten alle ACHaP wieder zurück und fielen auf die Stufe des Unteren, so wie es ursprünglich zur Zeit von Katnut war. Dies ist der Angelpunkt der gesamten Korrektur bis zu ihrer Vollendung – nämlich, alle ACHaP, die sich durch das Zerbrechen der Gefäße verdorben hatten und auf die Stufe des jeweils Unteren gefallen waren, wieder an ihren Platz zurückzubringen, so wie sie zur Zeit der Gadlut (Größe) von Nekudim waren: nachdem das neue Licht, das durch das MaN von NeHJ de AK entstanden war, alle gefallenen ACHaP korrigiert und zu ihrer Stufe zurückgebracht hatte. Das war die Zeit der Herrschaft der sieben ersten Könige, die sich bis zum Punkt Olam haSe (Diese Welt) ausbreiteten, wie bekannt. Nach dieser Rückkehr aller ACHaP wird die endgültige Korrektur vollendet sein. Dann werden die Raglaim von Azilut gleich sein mit den Raglaim von AK, und alles wird sich im Punkt Olam haSe vollenden. Dann werden die drei Welten BYA de Pruda zur Bchina der wirklichen Azilut zurückkehren, die Sitra Achra wird von der Erde entfernt werden, und der Tod wird für immer verschlungen sein.
2) Und nachdem wir nun wissen, dass alle ACHaP des Höheren mit den Galgalta we Ejnaim des jeweils Unteren verbunden sind, ergibt sich daraus von selbst, dass sobald die ACHaP des Höheren eine Korrektur empfangen, diese Korrektur auch dem Galgalta we Ejnaim des Unteren zuteilwird – denn sie sind ja miteinander verbunden. Und erinnere dich gut an den Begriff der „Verbindung“, der in der Spiritualität die Gleichheit der Form bedeutet. Daraus folgt: Wenn wir sagen, dass die ACHaP des Höheren korrigiert wurden und auf die Stufe des Höheren zurückgekehrt sind, dann ist es zwingend, dass auch Galgalta we Ejnaim des Unteren ebenfalls auf die Stufe des Höheren aufgestiegen sind. Und demnach befinden sich die Lichter des Höheren, die sich in Galgalta we Ejnaim des Unteren einkleiden, im selben Maß, wie sie sich auch in ACHaP des Höheren selbst einkleiden. Verstehe und merke dir dies gut.
Deshalb werden die Kelim von ACHaP des Höheren als solche betrachtet, die zwei Arten von Lichtern in sich tragen, die sich voneinander unterscheiden: Die Stufe von NaRaN (Nefesh, Ruach, Neshama) des Höheren selbst, die sich in seine eigenen ACHaP kleidet. Die Stufe von NaRaN des Höheren, die aufgrund des Zusatzes von MaN des Unteren hervorgegangen sind – das heißt, durch Galgalta we Ejnaim, die mit ACHaP verbunden sind, was stets als MaN bezeichnet wird. Und darüber wurde innerhalb dieses Buches bereits ausführlich gesprochen.
3) Nun weißt du, was MaN bedeutet: Es handelt sich um Galgalta we Ejnaim, die mit den ACHaP des Höheren verbunden sind. Und es ist wichtig zu verstehen, dass es keinen einzigen Parzuf gibt, in dem es kein MaN gibt – so wie es keinen Parzuf gibt, in dem nicht auch ein Fallen der ACHaP stattgefunden hätte. Denn beide Phänomene – das Fallen der ACHaP und das Erheben von MaN – sind im Wesentlichen ein und dasselbe. Denn ACHaP, die aus dem Parzuf gefallen sind, werden nach ihrer Korrektur zu dem Kli, das MaN erhebt. Und Galgalta we Ejnaim des Unteren stellt das eigentliche MaN dieses Parzuf dar – jenes war während des Fallens mit den ACHaP des Höheren verbunden. Nachdem sie dann zum Höheren zurückgekehrt sind, haben sie notwendigerweise auch die mit ihnen verbundenen Galgalta we Ejnaim mit sich erhoben. Daher werden diese Galgalta we Ejnaim stets als das MaN jedes Parzuf betrachtet. Und ACHaP des Höheren, die zu ihm zurückkehren, werden stets als das Kli angesehen, das jenes MaN zu seinem eigenen Ort erhoben hat. Dieses Prinzip gilt ausnahmslos in jedem einzelnen Parzuf, wie es ausführlich erläutert wurde.
4) Und nachdem wir nun vollständig verstanden haben, was das Kli ist, das MaN erhebt, und was das MaN selbst ist, kannst du nun die Worte des Rav gut begreifen. Er sagte und präzisierte: Jedes MaN, in allen Aspekten, muss notwendigerweise zweimal erhoben werden. Beim ersten Aufstieg erhält es keinerlei Form oder Ausprägung. Beim zweiten Aufstieg hingegen empfängt es die Form der Mochin de Ibur. (Dies wurde bereits zuvor in diesem Teil im Punkt 6 und 8 erklärt.) Daraus erklärte der Rav die Worte unserer Weisen: „Eine Frau wird nicht von der ersten Vereinigung schwanger“ (dort im Punkt 9). Denn in der ersten Vereinigung wird das MaN der Frau – das heißt ihre Galgalta we Ejnaim, die zur unteren Stufe gehören und mit ihrem ACHaP verbunden sind – als in ihrem ersten Aufstieg betrachtet. Daher kann sie sich noch nicht durch sie befruchten lassen, denn kein MaN ist imstande, beim ersten Aufstieg irgendeine Form zu empfangen. Nur beim zweiten Aufstieg ist es möglich, die Form von Ibur zu empfangen – dann wird sie von ihnen schwanger. Und der Grund ist einfach: Die erste Vereinigung dient dazu, das Kli und den Ruach der Frau selbst zu korrigieren. Das heißt, dieser Siwug bringt die gefallenen ACHaP der Frau zurück und verbindet sie wieder mit ihr – dies wird dadurch zu dem Kli, das MaN erhebt, wie oben erläutert. Dieser Siwug ist der Siwug von Gadlut zwischen den Höheren AB SaG, welcher das neue Licht erzeugt, das das Hej aus den Ejnaim der Frau selbst entfernt – also die Begrenzung von Zimzum Bet vorübergehend aufhebt –, bis die Frau ihre ACHaP wieder in die Struktur ihrer zehn Sefirot integriert hat. Dies entspricht den Mochin von Gadlut der WaK, und anschließend werden in diesen Gefäßen die Mochin de Gadlut der Lichter der Seele (Orot haNeshama) ausgegossen. Da jedoch ihr MaN nur aus den Galgalta we Ejnaim besteht und außerdem zur unteren Stufe gehört – bei der der Zimzum noch stärker ist als beim Zimzum in den Ejnaim der Frau (die als Höhere im Verhältnis zu ihrem MaN gilt) –, reicht das neue Licht, das ausreicht, um das Hej aus den Ejnaim der Frau zu entfernen, nicht aus, um den Punkt des Zimzum, das Hej der Ejnaim des Unteren, zu beseitigen, das heißt, das MaN. Daher ist das MaN des Unteren bei der ersten Vereinigung nicht imstande, etwas von diesem Siwug de Gadlut, den die Frau empfängt, zu erhalten – und bleibt daher völlig formlos. Erst bei der zweiten Vereinigung wird die Frau von ihrem äußeren Aspekt aus gepaart – das heißt, von jenem Maß der Stufe, die ihr seit der Zeit ihrer Katnut (Kleinheit) geblieben ist. Dann formt sie das Kind nur im Maß der Katnut, die der Ibur in diesem Moment aufnehmen kann, in dem das Hej noch immer in seinen Ejnaim steht. So kannst du mit eigenen Augen sehen: In der ersten Vereinigung, in der der Siwug de Gadlut stattfindet, ist das MaN nicht geeignet, etwas zu empfangen. Nur in der zweiten Vereinigung, in der ein Siwug in Katnut stattfindet, passend zum Maß, wird die Frau davon schwanger und formt das Kind entsprechend diesem Maß.
Dasselbe Prinzip gilt für jeden Höheren und Unteren: Auch wenn das MaN des Unteren zwangsläufig bereits bei der ersten Vereinigung vorhanden ist – also in jenem Moment, in dem der Höhere beginnt, seine eigenen ACHaP durch den Siwug mit seinem eigenen Höheren zu erheben –, so ist der Untere doch nicht imstande, von diesem Siwug de Gadlut irgendetwas zu empfangen, obwohl er sich dort mit dem Höheren verbindet. In jenem Moment nimmt nur der Höhere seinen eigenen Anteil – im Geheimnis dessen, dass der Erstgeborene ein doppeltes Erbe erhält. Erst später, wenn der Höhere vollständig in allen Aspekten durch seinen eigenen Höheren korrigiert wurde, paart er sich für den Unteren – durch seinen äußeren Aspekt –, und misst ihm eine passende Stufe zu, die er empfangen kann, auch wenn das Hej noch immer in seinen Ejnaim ist. Dann gibt er dem Unteren seinen Anteil zurück – jenen Anteil, den er bereits bei der ersten Vereinigung, dem Siwug de Gadlut, für ihn empfangen hat – allerdings noch nicht in seiner Gesamtheit, da es sich dort um einen Siwug de Gadlut handelte, sondern nur in dem geringen Maß, das für die Mochin de Ibur geeignet ist.
5) Und siehe, jener Teil des MaN, den der Höhere bereits bei der ersten Vereinigung in sich trägt, wird als „jener Ruach, den der Ehemann bei der ersten Vereinigung in ihr zurückließ“ bezeichnet. Dieser wird zur Wurzel aller Aspekte von NaRaNCHaY (Nefesh, Ruach, Neshama, Chaja, Yechida) des Unteren, die jener Stufe zugehören, in welcher die ACHaP des Höheren korrigiert wurden. Zum Beispiel: Wenn die erste Vereinigung des Höheren auf der Stufe von Neshama geschah – d. h. wenn der Tropfen von Chessed im Siwug von AB SaG das Hej lediglich aus den Ejnaim bis zu Osen senkte, sodass dort nur die Stufe von Neshama hervorkommt –, dann wird der Anteil des MaN, der bei dieser ersten Vereinigung mit ihm war, nur als Nefesh - Ruach von Neshama betrachtet, also als NaRaNCHaY von Nefesh und NaRaNCHaY von Ruach. In den darauf folgenden Siwugim, die der Höhere speziell für dieses MaN unternimmt, gibt es dann eine stufenweise Rückgabe ihres Anteils: Zuerst Nefesh von Nefesh, dann Ruach von Nefesh, usw. Für jede Stufe, die er dem Unteren gibt, vollzieht der Höhere einen eigenen Siwug, bis er ihm schließlich den ganzen „ersten Ruach“ zurückgibt, den er seit der ersten Vereinigung für ihn in sich bewahrt hatte. Danach endet die Fähigkeit zur Fortpflanzung, da nichts weiteres zu zeugen übrig ist. Hinsichtlich der Mochin de Chaja jedoch besitzt der Höhere weder ein entsprechendes Kli, das MaN erhebt, noch einen „ersten Ruach“, durch den er dem Unteren etwas geben könnte. Denn sowohl das Kli als auch der Ruach dienten nur als Wurzel für die Söhne auf der Stufe Neshama, nicht aber auf der Stufe Chaja, wie bereits erklärt.
Daher muss der Höhere, wenn er etwas von den Mochin de Chaja geben möchte, selbst zuvor zusätzliche Mochin von seinem eigenen Höheren empfangen. Er steigt also zum MaN auf, und durch den Siwug von AB SaG des Höheren des Höheren empfängt er den Tropfen des Siwug, der das Hej aus den Ejnaim bis zum Chotem absenkt. Dann kehren die ACHaP der Stufe Chaja zurück, und der Höhere empfängt die Mochin de Chaja. Und auch hier wiederholt sich das Prinzip des „ersten Ruach und des Kli“: Denn auch in den ACHaP von Chaja sind die Galgalta we Ejnaim des Unteren dieser Stufe verbunden. Sie befinden sich dort gemeinsam mit den ACHaP des Höheren während des Siwug, und die Stufe des Siwug kleidet sich ebenfalls in ihren Aspekt ein – wie oben beschrieben. Doch das MaN selbst kann in diesem Moment nichts empfangen, weil es sich in der Phase der ersten Vereinigung befindet – also noch ohne Form. Daher empfängt der Höhere seinen Anteil – im Geheimnis von „Ruach, den der Ehemann in der ersten Vereinigung einlegte“. Später paart sich der Höhere eigens für den Unteren und gestaltet ihn in der zweiten Vereinigung – wiederum stufenweise: zunächst Nefesh von Nefesh de Chaja, dann Ruach von Nefesh de Chaja, usw., entsprechend dem stufenweisen Aufbau, bis er dem Unteren seinen ganzen Anteil zurückerstattet hat. Dann endet erneut die Fähigkeit zur Fortpflanzung – da es nichts mehr zu zeugen gibt. Doch wenn der Höhere dem Unteren die Stufe von Yechida schenken möchte, muss er sich erneut zuerst mit diesen Mochin ausstatten. Das heißt, er muss zum MaN zum Höheren des Höheren aufsteigen, usw. – wie zuvor. Dann erhält er erneut ein neues Kli und einen neuen „ersten Ruach“ für die Mochin von Yechida. Und wiederum wird er fähig, neue Söhne zu zeugen – diesmal auf der Stufe Yechida. Und so weiter – bis er dem Unteren alle Teile zurückgegeben hat, die in jenem „ersten Ruach“ von Yechida enthalten waren. Danach endet auch diese Fortpflanzung.
6) Und noch bleibt uns zu verstehen, was der Rav in Bezug auf die zwei Arten von MaN geschrieben hat, die für Nukwa notwendig sind: Sie sind das erste MaNZePaCH, das sie von Seir Anpin erhält, und und das zweite MaNZePaCH erhält sie von Ima. Dies wirft eine umso größere Schwierigkeit auf, nachdem wir nun den wahren Sinn von MaN kennen – nämlich, dass es die Galgalta we Ejnaim des Unteren ist, die mit den ACHaP des Höheren verbunden sind. Wie also kann es sein, dass Aspekte von Nukwa MaN für Ima sein sollen – immerhin ist Ima in Bezug auf Nukwa „der Höhere des Höheren“? Galgalta we Ejnaim von Nukwa sind doch nur mit den ACHaP von Seir Anpin verbunden – ihrem unmittelbaren Höheren – nicht aber mit Ima, die darübersteht.
Damit sich diese Dinge ordnungsgemäß erhellen, muss man sich an alles erinnern, was im vorangegangenen Teil über den großen Unterschied zwischen den drei ersten Parzufim von Azilut und den SoN von Azilut erklärt wurde – ebenso den Unterschied zwischen den GaR von Nekudim und den SoN von Nekudim. Es ist hier nicht der Ort, um all diese beiden Abschnitte erneut ausführlich darzustellen. Doch wir wollen zumindest die Hauptpunkte kurz erwähnen. Zunächst muss man genau die zwei Arten von Reshimot (spirituelle Eindrücke) verstehen, die von zwei voneinander getrennten Massachim stammen und in den Zehn Sefirot von Nekudim dienten:
- Die Reshimot des Massach von SaG, der verfeinert wurde und zum Rosh von SaG de AK aufstieg – im Geheimnis des Hej in den Ejnaim. Aus diesen gingen die GaR von Nekudim in vollständiger Katnut hervor. Die SaT von Nekudim jedoch empfingen nur ein schwaches Leuchten, das der Rav als „Blick der Augen auf ACHaP“ bezeichnet – die GaR empfingen sie von Shibolet ha Sakan, die SaT von Chotem und Pe unterhalb von Shibolet, was bereits als Guf gilt.
- Die Reshimot des Massach von MaH und BoN de AK. Diese waren mit dem Massach von SaG verbunden und stiegen mit ihm als MaN zum Rosh von SaG auf. Doch im Gegensatz zu den Reshimot von SaG konnten diese nicht durch das Licht der Augen in ACHaP – also mittels Shibolet ha Sakan – korrigiert werden. Der Grund: Das Licht von Osen, das von Shibolet kommt, entspricht den Achoraim des Massach von GaR de Bina – dies reicht lediglich für die Korrektur von CHaGaT, nicht aber für die NeHJ von AK, da diese ein Leuchten von Chochma benötigen.
Deshalb wurden MaH und BoN des Massach von NeHJ de AK zu einem MaN für AB-SaG. Aus dem Licht dieses Siwug entstand ein neues Licht, das die Parssa durchbrach, zu MaH und BoN unterhalb des Tabur abstieg, durch den Tabur leuchtete und das Hej aus den Ejanim von Keter senkte – wodurch Keter seine ACHaP zurückerhielt, ebenso wie Aba we Ima. Dies ist die Gadlut der GaR. Danach trat das Licht aus durch Jessod de AK zu den Jessodot de GaR von Nekudim und gebar die sieben ersten Könige, die sich bis zu BYA ausbreiteten und zerbrachen. (Es ist ratsam, an dieser Stelle in der „Inneren Betrachtung“ zur Erklärung der sieben ersten Könige nachzulesen – von Anfang an bis Punkt 7‘ – wo die Quelle dieser Lehren ausführlich erläutert ist.)
7) Du findest also, dass die GaR (Gimel Rishonot) von Nekudim im Wesentlichen aus dem Massach von SaG hervorgegangen sind. Doch ihre zusätzlichen Mochin erhielten sie aus den Reshimot des Massach von NeHJ de AK. SaT (Sajin Tachtonot) von Nekudim hingegen entsprangen im Wesentlichen den Reshimot von NeHJ de AK, die als MaN für AB SaG dienten. Diese ließen das Untere Hej aus den Ejnaim absteigen, woraufhin sich durch Jessod de AK im Pe von AwI de Nekudim ein Siwug vollzog, der die sieben Könige zeugte. Somit bestand der Beginn von Azilut von Seir Anpin aus einem Waw und einem Punkt – dies war das Leuchten von Jessod de AK für AwI de Nekudim. Doch aus der Histaklut von Ejnaim hatten die SaT lediglich ein geringes Leuchten.
Daraus lässt sich auch verstehen, dass der erste Ibur (Empfängnis) der drei ersten Parzufim von Azilut kein neues Licht benötigt, das aus dem MaN von NeHJ de AK hervorgeht. Denn jede Stufe erstreckt sich aus der entsprechenden Stufe in der Höheren Welt, wie bekannt. Die GaR von Azilut stammen aus den GaR von Nekudim, deren wesentliches Wesen – hinsichtlich der Katnut – vollständig aus dem Massach von SaG hervorging, das heißt aus der Histaklut der Ejnaim in ACHaP. Daher benötigen auch in Azilut die unteren Stufen kein Hervorkommen aus zwei Arten von Reshimot zweier Parzufim, sondern jede untere Stufe entsteht durch Verkettung (Hishtalshelut) aus ihrer Höheren, wie üblich.
Anders jedoch verhält es sich mit den SaT von Azilut – also mit den beiden Parzufim SoN von Azilut –, die sich nicht aus dem Massach von SaG emanieren konnten, das heißt nicht aus AwI von Azilut, deren Ursprung im Massach von SaG liegt, wie oben erwähnt. Sie können nur durch den Ursprung des Massach von NeHJ de AK emanieren. Denn sogar ihre Katnut hat keine Wurzel im Massach von SaG, wie er in Nekudim vorhanden war, da die SaT aus der Histaklut von Ejnaim nur ein geringes Leuchten empfingen, wie erwähnt. Deshalb ist auch ihre Katnut auf zwei Arten von Reshimot angewiesen, wie sie in Nekudim wirkten: Die Reshimo des Massach von SaG brachte das Licht der Histaklut von Ejnaim in ACHaP hervor, während die Reshimot des Massach von NeHJ im Parzuf Keter de AK das neue Licht erzeugten, das die Parssa durchbrach.
Daraus folgt, dass ihre Zweige jetzt in Azilut die NeHJ des Parzuf Keter von Azilut sind, der Arich Anpin genannt wird (vgl. Handschrift des verehrten Rabbiners, seligen Angedenkens; siehe Ilan, wo Arich Anpin als Chochma bezeichnet wird). Seine NeHJ empfangen von der entsprechenden Stufe in den Parzufim von AK, nämlich den NeHJ des Parzuf Keter de AK, der als innerer AK (AK haPnimi) bezeichnet wird. Und AwI von Azilut gelten als Zweige von AwI de Nekudim, da ihr wesentliches Wesen von dort stammt, das heißt aus dem Massach von SaG, der keinerlei Verbindung zum neuen Licht von NeHJ de AK hat.
8) Aus dem Gesagten ergibt sich, dass selbst für den Ibur (Empfängnis) von Seir Anpin die Mitwirkung dreier Parzufim erforderlich ist: nämlich der NeHJ von Arich Anpin, von AwI, und mehr noch – ihr Ursprung liegt in den NeHJ von Arich Anpin, die von den NeHJ des inneren AK empfangen. Von dort stammt die Hauptausstrahlung für Seir Anpin, während er von AwI nur ein sehr geringes Leuchten empfängt. Denn selbst in Nekudim, wo AwI ihren Ursprung in der Shibolet haDikna haben, erreichen die SaT von Nekudim nur ein äußerst schwaches Leuchten. Umso mehr gilt dies in Azilut, wo AwI selbst lediglich in Chotem Pe von Dikna verwurzelt sind – unterhalb der Shibolet –, in den zwei Masalot: „WeNozar“ und „WeNake“. (Anmerkung aus der Handschrift des verehrten Autors, seligen Angedenkens: Es bedarf weiterer Untersuchungen, denn andernorts heißt es, dass sich AwI an den ersten beiden HaWaYaH-Formen von Dikna festhalten und dass Seir Anpin sich an dem dritten HaWaYaH anhaftet.) Daraus folgt, dass SoN keinerlei eigene Verbindung mehr zu Dikna haben. Und wie bekannt, stammt der Dikna seinem Ursprung nach aus der Histaklut der Ejnaim in ACHaP. Dennoch ist es zweifellos notwendig, dass auch AwI an seinem Siwug (Siwug de Hakaa) beteiligt sind, denn sie stellen seine höhere Stufe dar gemäß der Verkettung der Stufen (Hishtalshelut haMadregot) der Zehn Sefirot von Or Yashar. Zudem empfingen sie während der Zeit von Nekudim ein geringes Leuchten auch vom Massach von SaG, wie zuvor erklärt.
9) Nun ist klar erläutert, dass SoN de Azilut zwei Aspekte eines Höheren über sich haben: nämlich NeHJ de Arich Anpin, und AwI. Daraus ergibt sich zwingend, dass SoN zwei Arten von Reshimot (Erinnerungen) der Galgalta we Ejnaim (GE) in sich tragen, und zwar GE, die mit den ACHaP von NeHJ de Arich Anpin verbunden sind, und GE, die mit den ACHaP von AwI verbunden sind. Wie bekannt, handelt es sich hierbei um zwei deutlich voneinander unterschiedene Arten von Reshimot: Die GE, die mit AwI verbunden sind, stammen aus dem Massach von SaG; die GE, die von Arich Anpin kommen, stammen aus dem Massach von NeHJ de AK. Jedoch besteht das hauptsächliche Wesen von SoN in den Reshimot der GE, die aus den NeHJ de Arich Anpin stammen, während die GE, die aus AwI stammen, nur ein geringes Leuchten darstellen. Mit diesem Verständnis klären sich umso besser die Worte des Rav oben.
10) Und auf dieselbe Weise, wie sich bei Seir Anpin zeigte, dass er zwei Aspekte von Galgalta we Ejnaim (GE) in sich trägt, so verhält es sich auch mit seiner Nukwa. Denn auch sie, wie Seir Anpin, hat ihr wesentliches Wesen aus den NeHJ de Arich Anpin, die ihrerseits von den NeHJ des inneren AK stammen. Allerdings werden hier die NeHJ de Arich Anpin nicht als die höhere Stufe von Nukwa betrachtet, sondern nur Seir Anpin, der sich über die NeHJ de Arich Anpin kleidet. Denn auch sie kam in ähnlicher Weise bereits in Nekudim vor, wo sie sich aus Seir Anpin von Nekudim ableitete, und zwar nur in Bezug auf den Massach von NeHJ de AK, ebenso wie Seir Anpin. Ebenso hat sie eine Wurzel in den ACHaP von AwI, gleich wie Seir Anpin, doch auch hier ist dies nur durch die Vermittlung von Seir Anpin, denn so empfing sie es bereits in Nekudim – lediglich durch Seir Anpin. Daraus folgt, dass – so wie Seir Anpin zwei Aspekte von GE in sich trägt, wie oben beschrieben – auch von ihm zu Nukwa zwei Arten von ACHaP übergehen: eine aus dem Bezug zu den NeHJ de Arich Anpin und eine aus dem Bezug zu AwI. Und verstehe dies gut.
11) Allerdings wird im Zustand der Katnut (Kleinheit) von Nukwa keinerlei Korrektur erreicht hinsichtlich ihres MaN, das sich auf AwI bezieht, obwohl auch dieses in den ACHaP von Seir Anpin enthalten ist, wie oben beschrieben. Denn in Bezug auf ihre GE, die von ACHaP von AwI stammen, empfing sie selbst in ihrem Ursprung – in der Welt Nekudim – keine Korrektur, sondern erst im Zustand von Gadlut (Größe), als durch den Siwug von Jessod de AK im Pe von AwI de Nekudim ein geringes Leuchten der SaT von Nekudim sich ausbreitete und sie begannen, ihre Form zu erhalten. Doch dieser Beginn der Form war sogleich in der vollständigen Gadlut enthalten, wie bekannt. Daraus ergibt sich, dass die ganze Wurzel von SoN in Bezug auf die Reshimot des Massach von SaG, die sie von AwI erhalten, erst in der Zeit der Gadlut offenbar wird. Hingegen war ihre Existenz gemäß dem Massach von NeHJ de AK schon in deren Zustand von Katnut offenbar – also noch bevor Jessod de AK den Siwug in Form von „Waw und einem Punkt“ mit AwI de Nekudim vollzog. Denn sie waren damals bereits in die Kelim und Lichter von NeHJ de AK selbst eingeschlossen. Somit haben SoN in den NeHJ von AK bereits eine tatsächliche Existenz auch im Zustand von Katnut – noch bevor sie zum Siwug de Gadlut in AwI gelangten. Anders verhält es sich bei AwI: Dort gibt es im Zustand von Katnut keine offenbarte Existenz, sondern nur ein geringes Leuchten, das nicht als tatsächliche Existenz zählt.
12) Deshalb wird die Katnut sowohl von Seir Anpin als auch von Nukwa ausschließlich aus den Reshimot des Massach von NeHJ de AK hervorgebracht, die sie durch die NeHJ de Arich Anpin erhalten, wie oben beschrieben. Und obwohl ihr Siwug in AwI stattfindet – gemäß dem Prinzip der „drei Partner“ – geschieht dies lediglich aufgrund der Ordnung der Verkettung (Hishtalshelut) der Zehn Sefirot von Or Yashar, bei der Bina als die Emanierende für Seir Anpin gilt, denn sie ist seine Ursache, wie bekannt. Deshalb müssen sich auch in den Parzufim von Azilut die Verkettungen über AwI vollziehen, auch wenn ihre eigentliche Existenz aus Arich Anpin stammt, wie Rav oben erläuterte (Punkt 33). Das ähnelt der Situation von Nukwa im Zustand von Gadlut, wo sie von Ima empfängt, ohne Hilfe von Seir Anpin – was bedeutet, wie auch hier, dass sie im Zustand von Katnut direkt von Seir Anpin empfängt, also aus dessen Katnut, die aus NeHJ de Arich Anpin hervorgeht, wie oben dargelegt. Doch in Bezug auf die Gadlut, die speziell aus den Reshimot von SaG hervorgeht, deren Ursprung in AwI liegt, ist Nukwa gezwungen, diese direkt von AwI zu empfangen. Und „Ruach“ in Seir Anpin, der aus seiner Katnut stammt – also aus den Reshimot des Massach von NeHJ de AK – kann hierin keinerlei Unterstützung leisten, da in seinem Ursprung in der Welt Nekudim keinerlei Aspekt von Gadlut offenbar wurde in jenem „Waw und einem Punkt“, das in den NeHJ de AK enthalten war, bevor es in die Jessodot im Pe von AwI de Nekudim eintrat. Daher kann auch hier Nukwa nichts aus dem Kli und dem Ruach von Seir Anpin empfangen – der aus der Katnut des Massach von NeHJ de AK stammt – sondern sie ist gezwungen, dies über Ima zu empfangen. Dennoch muss Seir Anpin selbst an diesem Siwug teilnehmen. Er muss die Mochin zuvor empfangen und sie an Nukwa weitergeben. Dies geschieht deshalb, weil gemäß der Ordnung der Zehn Sefirot von Or Yashar Seir Anpin als der Emanierende und die Ursache für Nukwa gilt. Daher kann Nukwa nichts empfangen, wenn nicht Seir Anpin es ihr gibt. Das bedeutet, dass obwohl die Mochin von Gadlut hauptsächlich von Ima stammen – sowohl für Seir Anpin als auch für Nukwa –, letztere sie dennoch nur über Seir Anpin empfangen kann. Genauso gilt, dass auch die Mochin von Katnut von Seir Anpin – obwohl ihr Ursprung in Arich Anpin liegt – dennoch nur über AwI empfangen werden können, die seine Ursache sind.
13) So ergibt sich, dass der Zustand der Katnut von SoN sich aus den Reshimot der NeHJ de AK ableitet, die über die NeHJ de Arich Anpin zu Seir Anpin gelangen und von dort zu Nukwa weitergegeben werden. Das ist der Aspekt des „ersten Ruach“ (Ruach Kadmaa), der Nukwa anvertraut wurde, zur Zeit des Siwug de Gadlut von Seir Anpin, als sie zusammen mit seinen ACHaP emporstieg und in den Siwug de Gadlut einbezogen wurde. Die Ebene des Siwug, die dort infolge des zusätzlichen MaN der GE von Nukwa hervorging, welche mit den ACHaP von Seir Anpin verbunden waren – das ist der Teil von Nukwa. Doch da sie nichts hatte, womit sie diesen empfangen konnte, verblieb er in Seir Anpin als Pfand (Pikadon), wie oben erklärt (Punkt 12). Dieses Pfand wird „Ruach Kadmaa“ genannt, das sich in Seir Anpin befindet und das er später schrittweise an Nukwa zurückgibt, wie oben beschrieben.
Allerdings ist zu verstehen, dass dieser Ruach Kadmaa ausschließlich auf dem Massach und den Reshimot der NeHJ von AK basiert. Und obwohl er im Siwug de Gadlut von Seir Anpin hervorging, stammt diese Ebene, die den Teil von Nukwa bildet, aus dem zusätzlichen MaN, das mit den Kelim von Seir Anpin verbunden war. Dieses MaN ist nichts anderes als GE aus den Reshimot des Massach von NeHJ de AK, die Nukwa zugeordnet sind. Folglich besteht die gesamte Ebene, die Ruach Kadmaa genannt wird, nur aus diesem Aspekt, der den NeHJ de AK zugeordnet ist. Und verstehe das sehr gut.
14) Du siehst ganz deutlich, dass Nukwa zwei Arten von MaN benötigt. Um Mochin de Gadlut von AwI zu empfangen, benötigt sie die Galgalta we Ejnaim (GE) der Reshimot des Massach von SaG, die von Ima stammen – ein völlig anderer Aspekt als die GE der Katnut, die sie durch den „ersten Ruach“ (Ruach Kadmaa) von Seir Anpin empfing, welche ihrerseits aus den Reshimot des Massach von NeHJ de AK stammen. Daraus verstehst du das Geheimnis der „Nesira“ (Trennung), bei der Chochma und Chassadim aus Seir Anpin weichen – was bedeutet, dass er dann als MaN zu AwI aufsteigt, wie Rav schreibt (Punkt 19). Es ließe sich fragen: Wenn doch nur Nukwa aus diesem Siwug mit der Äußerlichkeit von AwI empfängt, um ihre ACHaP zu erheben, warum steigt dann auch Seir Anpin mit auf, obwohl er nichts empfängt, da er bereits zuvor in den Kelim und Lichtern der Gadlut korrigiert wurde? Die Antwort ergibt sich aus dem bisher Gesagten: Als Seir Anpin seine Mochin empfing und dabei seine ACHaP erhob, waren auch diese in zwei Arten von Reshimot enthalten – denen von SaG und denen von NeHJ de AK. Daher waren auch die GE von Nukwa aus beiden Arten in jenem Ruach Kadmaa enthalten. Anfangs gab er ihr jedoch nur Ruach Kadmaa de Katnut, der sich auf die Reshimot von NeHJ de AK bezog. Sobald aber Nukwa ihre gesamte Katnut empfangen hatte – also nichts mehr aus der Ebene übrig blieb, die aus dem MaN der Reshimot von NeHJ de AK hervorging, da sie sie vollständig erhalten hatte – beginnt er, ihr den Ruach Kadmaa der Reshimot von SaG zu geben. Diese Ebene, die aus dem MaN der GE der Reshimot von SaG hervorging, stellt ebenfalls Katnut dar, da sich in ihren ACHaP nur der Aspekt von GE befand, solange die ACHaP noch fehlten. Und obwohl dies nur ein geringes Leuchten von Katnut ist, steigt sie deshalb als MaN zu AwI auf und verursacht dort einen Siwug AB SaG, der das Untere Hej aus den Ejnaim absenkt – aus jenen Reshimot des Massach von SaG. Dann steigen ihre ACHaP auf und vervollständigen sich zu allen Zehn Sefirot auf der Stufe der Kelim. Dies ist das Geheimnis der Mochin von Bina und Gwura, die Nukwa dann von Ima empfängt – ohne Hilfe von Seir Anpin. Das heißt, sie stammen aus diesem MaN, also aus den GE, und sie stellen die Gadlut dar – die Vervollständigung der ACHaP durch den Tropfen von Chessed von Aba. Diese stammen nicht aus Seir Anpin selbst, dessen Wesen nur auf dem Massach und den Reshimot von NeHJ de AK beruht, wie zuvor erklärt. Daher gelten diese Mochin als Gabe von Ima an Nukwa – nicht von Seir Anpin. Doch zuerst empfängt sie Seir Anpin, der sie dann an Nukwa weitergibt. Und merke dir das gut.
15) Die zwei genannten Arten von MaN werden als zwei Arten von MaNZePaCH bezeichnet. Das erste MaNZePaCH entspricht den Reshimot des Massach von NeHJ de AK, die durch NeHJ de Arich Anpin und über Seir Anpin zu Nukwa gelangen – im Zustand von Katnut. Das zweite MaNZePaCH entspricht den Reshimot des Massach von SaG, die durch die Histaklut der Ejnaim in Chotem und Pe von Dikna – unterhalb von Shibolet – sowie durch Chotem und Pe des Guf kommen. Diese gehen über AwI von Nekudim und über AwI von Azilut – ohne Hilfe von Seir Anpin. Das heißt, sie stammen nicht aus dessen Wesen. Dennoch nimmt sie Seir Anpin zuerst auf, um sie anschließend an Nukwa weiterzugeben. Und erinnere dich: Jedes MaN bedeutet GE des Unteren, die mit den ACHaP des Höheren verbunden sind. Daraus ergibt sich: Sowohl das erste MaNZePaCH als auch das zweite bestehen aus GE von Nukwa, die mit den ACHaP von Seir Anpin verbunden sind. Doch bei dem ersten sind sie mit ACHaP verbunden, die aus den Reshimot von NeHJ de AK stammen – also Aspekte von Seir Anpin selbst. Bei dem zweiten hingegen mit den ACHaP, die aus den Reshimot des Massach von SaG stammen – also aus Ima. Und verstehe das sehr gut.
16) Damit verstehst du auch genau die Worte des Rav hier: Aus dem ersten MaNZePaCH, das sie durch Seir Anpin empfängt, entstehen vollkommene Dinim – daraus entstehen die fünf unreinen Blutarten (Damim Tme'im). Das zweite MaNZePaCH, das sie von Ima empfängt, enthält gemilderte Gwurot – das sind reine Blutarten (Damim Tehorim) – und stellen die Aspekte von Zion und Jerusalem dar. Und wie du weißt, besteht das Geheimnis von „Waw und einem Punkt“, die aus NeHJ de AK hervorgehen, aus dem Unteren Hej selbst. Doch es wurde durch Midat haRachamim gemildert – nämlich durch das Erste Hej, wie im sechsten Teil erklärt. Daher gelten die GE von Nukwa, die mit den ACHaP von Seir Anpin verbunden sind – also aus den Reshimot von „Waw und einem Punkt“ von NeHJ de AK – als strenge Dinim. Denn das Wesen des Unteren Hej, das dem Zimzum Alef unterlag, haftet an den Nikwej Ejnaim dieser GE von Nukwa. Daher wird – nach allen Klärungen der Kedusha, die in der Phase des Ibur erfolgen – daraus der Bodensatz (Shemarim), der als unreines Blut gilt. Das bedeutet: Die Teile, die unterhalb dieses Zimzum lagen, gehören den Klipot. Hingegen stammt das zweite MaNZePaCH – die GE, die mit den ACHaP von Seir Anpin verbunden sind, der aus den Reshimot von SaG kommt – aus gemilderten Dinim, denn ihr Ursprung liegt in Midat haRachamim. Zwar wurde auch ihnen das Untere Hej beigefügt, doch nach allen Klärungen, die im Embryo erfolgen, bleibt in deren Bodensätzen (Shemarim) kein unreines Blut zurück – sie sind von ihrem Ursprung her frei von Zimzum und Din.
17) Damit ist die enge Verbindung zwischen einem Höheren und seinem Unteren deutlich erklärt. Durch den Fall der ACHaP des Höheren auf das Niveau des Unteren seit dem Zerbrechen der Gefäße (Shwirat haKelim) sind sie miteinander verbunden wie ein einziges Wesen. Dadurch steigen sie gemeinsam auf und empfangen ihre Korrektur, sobald die ACHaP des Höheren korrigiert werden. So gelten die ACHaP des Höheren als das Gefäß, das MaN erhebt, und als Vermittler zwischen Höherem und Unterem. Denn auch wenn sie mit dem Höheren wieder vereint sind, kann das Innere des Unteren dennoch immer dorthin aufsteigen – das heißt: sein GE –, weil es einst in jenem Höheren war, als dessen ACHaP korrigiert wurden. Selbst wenn es von dort wieder abstieg, bleibt seine Wurzel dort bestehen – als ursprüngliches MaN oder als Erstgeborener Sohn – und diese Wurzel verschwindet nie, auch wenn der Untere wieder von dort zurückkehrt. Daher kann der Untere jederzeit als MaN dorthin zurückkehren – zu seinem eigenen Platz im Höheren, der tatsächlich seinem eigenen entspricht. Wie Rav sagt: Wenn der Untere zum Höheren aufsteigt, kehrt er an seinen eigenen Platz im Höheren zurück. Und wenn der Höhere den Unteren erhebt, erhebt er nur seinen eigenen ACHaP – doch da dieser mit den GE des Unteren verbunden ist, steigt der Untere mit ihm auf. Und merke dir das gut. Denn dies umfasst alle Siwugim der Parzufim in Azilut, da alle Siwugim stets nach diesen beschriebenen Wegen ablaufen und sich niemals ändern.