Hevruta - Nach Lektion 4 - Prinzipien der Arbeit im Zehner

Hevruta - Nach Lektion 4 - Prinzipien der Arbeit im Zehner

Inhalt der Lektion
Materialien

Hevruta - Nach Lektion 4

 

Prinzipien der Arbeit im Zehner


Ein kurzer Überblick über die ersten sechs Prinzipien der Arbeit im Zehner

 

1. Die Wichtigkeit der Umgebung ständig erhöhen

Wir müssen die Wichtigkeit der Umgebung ständig erhöhen, denn die Wichtigkeit der Umgebung führt uns zur Wichtigkeit des Ziels. Wenn der Zehner in unseren Augen wichtig wird, wird auch das spirituelle Ziel wichtiger und präsenter in unserer Arbeit.

 

2. An Gleichheit innerhalb des Zehners arbeiten

Wir müssen an Gleichheit innerhalb des Zehners arbeiten, wobei jeder versucht, die anderen als gleichwertig zu betrachten. Wir können uns nur mit denen wirklich verbinden, die wir als uns gleich wahrnehmen. Gleichzeitig ist jeder auf seine eigene, einzigartige Weise gleich.

 

3. Die Einzigartigkeit jedes Freundes bewahren

Gleichheit bedeutet nicht, dass alle gleich werden müssen. Wir müssen die Einzigartigkeit, Individualität und besonderen Qualitäten jedes Freundes bewahren. Jeder Freund bringt etwas Einzigartiges ein, das kein anderer dem Zehner geben kann.

 

4. Die Freunde durch persönliches Beispiel beeinflussen

Der beste Weg, die Freunde zu beeinflussen, besteht nicht darin, jemanden einzuschränken, zu kritisieren oder zu etwas zu zwingen, sondern durch persönliches Beispiel. Auf diese Weise verbessern wir uns selbst und schaffen zugleich eine bessere und unterstützendere Umgebung für die Freunde.

 

5. „Kaufe dir einen Freund“

„Kaufe dir einen Freund“ bedeutet, sich Mühe zu geben, die Freunde nicht unter uns, sondern über uns zu sehen. Das ist eine mehr innere und spirituelle Handlung. Ich muss immer daran denken, die Freunde zu erheben und ihre Wichtigkeit in meinen Augen zu vergrößern, damit wir zumindest gleichwertig werden.

Durch diese Bemühung tausche ich die Wichtigkeit meiner selbst gegen die Wichtigkeit der anderen und, durch sie, gegen die Wichtigkeit des Schöpfers ein.

 

6. Wir sehen unsere eigenen Fehler in anderen

Wir müssen uns daran erinnern, dass die Fehler, die wir bei anderen sehen, unsere eigenen Fehler sind. Das ist nützlich, weil es mir zeigt, wofür ich beten und welche Veränderung ich erbitten muss.

Auch wenn ich den Fehler in einer anderen Person sehe, verstehe ich, dass es an mir liegt, ihn zu korrigieren. Anstatt zu versuchen, den Freund zu verändern, bitte ich um eine innere Veränderung in mir selbst.


Diskussion / Workshop

Welches der sechs Prinzipien fällt mir am leichtesten, in meiner Arbeit im Zehner umzusetzen, und warum?

Welches Prinzip fällt mir am schwersten umzusetzen, und welches innere Hindernis hält mich davon ab?


Prinzip Nr. 7

Übe keine Kritik an einem Freund in der Öffentlichkeit aus – weder in einem allgemeinen Forum noch auf direkte/persönliche Weise.

 


24. Baal HaSulam, Shamati 62. "Steigt ab und verleumdet; steigt auf und klagt an"

 Jemand, der in Reinheit arbeitet, kann nicht über andere klagen. Stattdessen klagt er immer über sich selbst und sieht die anderen auf einer besseren Stufe als er sich selbst fühlt.


25. RABASH, Artikel 8 (1984), „Welches Einhalten von Tora und Mizwot reinigt das Herz?“

Oft geschieht es, dass ein Mensch dem anderen nur aus Herrschsucht Moral predigt und nicht aufgrund der Mizwa „Zurechtweisen sollst du deinen Nächsten“.


26. Rav Michael Laitman, Tägliche Lektion, 13.07.2022

„Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn jeder versucht, einem anderen aufzuzwingen, was er für richtig hält. Das darf nicht getan werden. Es sollten nur Liebe und das Streben zur Verbindung gezeigt werden – Gott bewahre, alles darüber hinaus.

Keiner von euch versteht bisher, wo ihr euch befindet; ihr seid noch völlig außerhalb der Wahrheit. 

Es ist besser, wenn ihr die Lektionen gemeinsam studiert, euch in die Verse vertieft – nicht um zu diskutieren, sondern nur, um zu verstehen, was geschrieben steht.

Wenn jemand den Wunsch hat, einen anderen zu überzeugen, ist das die schlimmstmögliche Erscheinungsform des bösen Triebs.

Lasst euren Freund in seinem eigenen Tempo, auf seine eigene Weise wachsen, und mischt euch nicht ein – weckt ihn lediglich zu mehr Studium, zu mehr Teilnahme. Das allein.“


Diskussion / Workshop

Wie verstehst du dieses Prinzip? Wie sollte Kritik betrachtet werden? Was ist die Quelle von Kritik? Was ist der richtige Umgang mit ihr?


Prinzip Nr. 8

Als allgemeine Regel ist es am besten, die Themen eines Gesprächs im Voraus festzulegen – also zu vermeiden, Themen anzusprechen, von denen wir bereits wissen, dass sie zu Konflikten führen könnten.

 


27. RABASH, Artikel 1, Teil 2,  "Das Ziel der Gemeinschaft (2)"

Deshalb ist es angebracht, dass zwischen den Freunden, die sich verbinden, Gleichheit herrscht, damit einer sich vor dem anderen annullieren kann. Und in der Gemeinschaft muss besonders darauf geachtet werden, dass kein Leichtsinn unter sie eindringt, denn Leichtsinn zerstört alles.


Frage: Was ist „Leichtfertigkeit“ in der inneren Arbeit?

Rav Michael Laitman:
Leichtfertigkeit (Leichtsinn) ist ein sehr weit gefasster Begriff – sie reicht vom völligen Verlassen der Arbeit und dem Müßigsein bis hin dazu, eine nützlichere Handlung durch eine weniger nützliche zu ersetzen, die jedoch angenehmer, bequemer und leichter ist.

Leichtfertigkeit kann sich darin äußern, dass man sich mit Dingen beschäftigt, die völlig im Widerspruch zum Weg stehen – bis hin zu kleinen törichten Dingen – oder auch einfach darin, dass man sich ein wenig „Freiheit“ in Gedanken, Klärungen und Wünschen erlaubt.

Woher stammt der Begriff Leichtfertigkeit (hebräisch „Kalut Rosh“ – wörtlich: „Leichtheit des Kopfes“)?
Ein „schwerer Kopf“ bedeutet, dass ein Mensch sich ständig selbst beurteilt, Dinge überprüft und voller Gedanken ist. Und „Leichtheit“ bedeutet, dass er seinen Kopf von der richtigen Beschäftigung abwendet – und dann füllen ihn allerlei fremde und unwichtige Gedanken.

Es kann sogar sein, dass nichts darin ausdrücklich gegen den Schöpfer gerichtet ist – aber der Mensch erlaubt einfach, dass sein Verstand mit Gedanken an diese materielle Welt gefüllt wird.

(Aus einer Lektion zu einem Artikel von Rabash, 12.02.2012)


28.  RABASH, Artikel 30 (1988), „Was wir in der Versammlung der Freunde suchen sollen“

Doch was soll der Freund tun, wenn er die Hilfe der Freunde braucht?

Wie gesagt, ist es verboten, in der Versammlung der Freunde schlechte Dinge zu erzählen, die zu Traurigkeit führen.

Die Antwort: Der Mensch soll es irgendeinem Freund erzählen, der seinem Herzen näher steht. Und dieser Freund spricht mit der Gemeinschaft, jedoch nicht zur festgesetzten Zeit der Versammlung der Freunde.

Er kann also mit der ganzen Gemeinschaft sprechen, aber nicht während der festgesetzten Versammlung. Vielmehr kann er eine besondere Versammlung zugunsten des Freundes einberufen, der Hilfe braucht.