Hevruta - Nach Lektion 5 - Prinzipien der Arbeit im Zehner

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Hevruta - Nach Lektion 5 - Prinzipien der Arbeit im Zehner

 


Stärkung der Gruppe: Der kabbalistische Ansatz

Letzten Sonntag konzentrierten wir uns hauptsächlich auf ein zentrales Prinzip: die Notwendigkeit, die Gruppe zu stärken.

Dies ist ein umfassendes Prinzip, daher haben wir untersucht, was es in der Praxis bedeutet und wie diese Stärkung gemäß der Weisheit der Kabbala erfolgt.

Michael und Avihu haben das Konzept des „Spielens der nächsten Stufe“ (hebräisch: mischak, „Spiel“) vorgestellt, mit dem wir uns nun näher befassen werden.

Wir werden uns zwei Hauptthemen ansehen:

  1. Stärkung des Umfelds und des Geistes der Freundesliebe durch die Erhöhung der Wichtigkeit des Ziels.
  2. Das Konzept des „Spiels“ oder „Spielens“ und was die Kabbalisten darüber lehren.

 


Prinzip Nr. 9

Wir alle bemühen uns, den Geist der Gruppe zu stärken.



29. RABASH, Artikel 4, (1984), "Der Mensch helfe seinem Freund"

Es gilt zu verstehen, inwiefern ein Mensch seinem Freund helfen kann. Gilt diese Sache nur dort, wo es Arme und Reiche, Kluge und Dumme, Starke und Schwache gibt und dergleichen? Aber in einer Zeit, in der alle reich sind oder alle klug oder alle stark und dergleichen – womit kann da ein Mensch dem anderen helfen?

Aber wir sehen, dass es eine Sache gibt, die allen gemeinsam ist, nämlich die Stimmung, wie gesagt wurde: „Ist Sorge im Herzen eines Mannes, so spreche er sie vor anderen aus.“ Denn damit ein Mensch eine gehobene Stimmung hat, helfen ihm weder Reichtum noch Klugheit und dergleichen.

Vielmehr kann gerade ein Mensch dem anderen helfen, indem er sieht, dass dieser sich in einem Zustand der Niedrigkeit befindet. Und wie geschrieben steht: „Ein Mensch befreit sich nicht selbst aus dem Gefängnis“, sondern gerade sein Freund kann ihm eine gehobene Stimmung verschaffen.

Das heißt, sein Freund hebt ihn aus dem Zustand, in dem er sich befindet, empor in eine Stimmung des Lebens. Und er beginnt, wieder die Kraft der Zuversicht auf Leben und Reichtum zu erlangen. Und er beginnt [zu fühlen], als wäre sein Ziel ihm jetzt nahe.

Daraus ergibt sich, dass jeder Einzelne aufmerksam sein und darüber nachdenken muss, womit er seinem Freund helfen kann, um ihm eine gehobene Stimmung zu verschaffen. Denn was die Stimmung betrifft, kann jeder bei seinem Freund eine Stelle des Mangels (Chissaron) finden, die er füllen kann.


30. Rabash. Artikel 30 (1988), "Was wir in der Versammlung der Freunde suchen sollen"

Jeder Einzelne muss sich bemühen, der Gemeinschaft Lebensgeist und volle Hoffnung zu bringen und Schwung in sie zu bringen, sodass jeder aus der Gemeinschaft sich sagen kann: Jetzt beginne ich ein neues Blatt in der Arbeit. Bevor er zur Gemeinschaft kam, war er über das Vorankommen in der Arbeit für den Schöpfer enttäuscht; nun aber hat die Gemeinschaft Lebensgeist voller Hoffnung in ihn gebracht. Denn durch die Gemeinschaft erlangte er Zuversicht und Kraft der Überwindung, da er nun fühlt, dass es in seiner Hand liegt, zur Vollkommenheit zu gelangen.

Und all das, wovon er meinte, ein hoher Berg stehe ihm entgegen, und wovon er dachte, es liege nicht in seiner Hand, ihn zu bezwingen – obwohl es in Wahrheit starke Hindernisse sind –, das empfindet er nun als geradezu nichtig und null. Und all dies empfing er aus der Kraft der Gemeinschaft, weil jeder sich bemühte, Ermutigung und frische Luft in die Gemeinschaft zu bringen.


31. Rabash. Artikel 30 (1988), "Was wir in der Versammlung der Freunde suchen sollen"

Wenn daher eine Schar von Menschen zusammenkommt und gemeinsam an der Liebe der Freunde arbeiten will, muss jeder der Freunde dem anderen helfen, so viel er nur kann.

Und hierin gibt es viele Unterschiede, denn nicht jeder gleicht dem anderen: Was dem einen fehlt, fehlt dem anderen nicht. In einer Sache jedoch sind alle gleich – jeder der Freunde braucht eine gute Stimmung. Wenn die Freunde keine gute Stimmung haben, fehlt nämlich nicht allen dasselbe, sondern jeder hat einen anderen Grund, der bewirkt, dass er nicht in Freude ist.

Darum muss jeder überlegen, womit er dem anderen eine gute Stimmung bereiten kann.


32Rabash. Artikel 30 (1988), "Was wir in der Versammlung der Freunde suchen sollen"

Und es ist verboten, zur Zeit der Versammlung der Freunde die linke Linie zu erwecken. Nur wenn der Mensch für sich allein ist, darf er die linke Linie gebrauchen, und das nicht länger als eine halbe Stunde am Tag. Die Hauptarbeit des Menschen aber ist es, gerade auf der rechten Linie zu gehen, wie gesagt (im Artikel von 1943). Und zwei Menschen zusammen dürfen nicht von der linken Linie sprechen; nur so können sie Hilfe von der Gemeinschaft empfangen.


 

Praktische Anwendung: Die nächste Stufe spielen

 


Als Antwort auf deinen Brief (…), zu deiner ersten Frage in Bezug darauf, dass du Wache stehen musst, um Liebe in den Herzen der Freunde zu erwecken, und dass dir diese Sache nicht gut bekommt – gerade das sehe ich in Bezug auf dich als eine Notwendigkeit. Dir ist bekannt, was mein Vater sagte, dass man nämlich aus der Beziehung zum Freund lernt, wie man sich gegenüber dem Schöpfer verhalten soll.

Denn das Höhere Licht befindet sich in vollkommener Ruhe, und man muss immer die Liebe erwecken, "bis die Liebe unserer Verlobung verlangt". Mit anderen Worten zeigt man dir vom Himmel, dass du auf diesem Wege immer die Liebe Seines Namens erwecken musst.

Und du musst immer Wache stehen, den ganzen Tag und die ganze Nacht, also sowohl, wenn du den Zustand des "Tages", als auch, wenn du den Zustand der "Nacht" spürst.

Denn wir sagen zum Schöpfer: "Dein ist der Tag und dein ist die Nacht". Das heißt auch die Nacht, also die Finsternis der Nacht, kommt vom Schöpfer zum Wohl des Menschen, wie es geschrieben steht: "Ein Tag sagt's dem andern, und eine Nacht tut's kund der andern".

Daraus folgt, dass es dir obliegt, das Herz der Freunde zu erwecken, bis die Flamme von sich aufsteigt, wie unsere Weisen darüber sagten: "Wenn du die Kerzen zündest" ("zünden" ist wortverwandt mit "aufsteigen lassen"), und dadurch wirst du würdig, die Liebe des Schöpfers auf uns zu erwecken.

(Rabash, Brief 24)


Es gibt eine Kleidung der Lüge und eine Kleidung der Wahrheit. Dies ist vergleichbar mit einem fünfjährigen Mädchen, dass mit einer Puppe spielt. Das Mädchen spielt mit der Puppe, als wäre die Puppe ein echtes Kind mit Gefühlen. Und obwohl die Puppe nicht antwortet, spricht sie mit ihr. Wenn aber gleichzeitig ein sechs Monate altes Baby im Haus ist, das weint, und man dem fünfjährigen Mädchen sagt: „Geh und spiel mit dem echten Baby, dann haben auch wir etwas davon, weil das Baby dann nicht mehr weint“, dann wird sich das Mädchen weigern. Das heißt, sie kann keinen Genuss aus der Kleidung der Wahrheit ziehen, sondern aus der Kleidung der Lüge. Aber was den Genuss angeht, so sehen wir, dass das Mädchen echten Genuss empfindet.

Aber wenn das Mädchen achtzehn Jahre alt geworden ist, muss es sich an einer Kleidung der Wahrheit erfreuen. Genauso haben wir, bevor wir erwachsen werden, Genuss an lo liShma (nicht für Ihren Namen), die als „Kleidung der Lüge“ angesehen wird. Das nennt man „Schatten“, „Verhüllung“, und dann gibt es Raum für Arbeit, und wir schöpfen Lebenskraft aus trügerischen Dingen. Danach, wenn wir belohnt werden, erhalten wir das Licht des Glaubens.

(Rabash, Brief 12/2)


Es ist wie unsere Weisen in Bezug auf die Herrin sagten: „Sie fragte: ‚Was macht der Schöpfer, nachdem Er die Welt erschaffen hat‘? Die Antwort war: ‚Er sitzt und spielt mit dem Lewiatan (einem Seeungeheuer)‘.“ Wie geschrieben steht: „Dieser Lewiatan, den Du erschaffen hast, um mit ihm zu spielen.“

Der Lewiatan bezieht sich auf Dwekut und Verbindung (wie geschrieben steht „in jedem Zwischenraum Gehänge“). Dies bedeutet, dass das Ziel die Verbindung des Schöpfers mit den Geschöpfen ist. Dies ist nur ein Spiel; es ist keine Sache eines Wunsches oder Bedürfnisses.

Der Unterschied zwischen einem Spiel und einem Wunsch besteht darin, dass alles, was im Wunsch kommt, eine Notwendigkeit ist. Wenn jemand seinen Wunsch nicht erreicht, so ist er im Mangel. Im Spiel jedoch, selbst wenn er das Ziel nicht erreicht, wird es nicht als Mangel betrachtet, wie sie sagen: „Es ist nicht so schlimm, dass ich nicht erreichte, woran ich dachte.“ Denn der ganze Wunsch, den man dafür empfand, war nur spielerisch und nicht ernsthaft.

(Baal HaSulam. Shamati 16. Was ist der „Tag des Schöpfers“ und die „Nacht des Schöpfers“ in der spirituellen Arbeit?)


Die nächste Stufe „spielen“

Die Kabbalisten beschreiben das „Spielen der nächsten Stufe“ (hebräisch: mischak, „Spiel“) als ein praktisches Mittel, um sich spirituell weiterzuentwickeln.

Es ist eine Methode, unsere Absicht auf die nächste Stufe zu richten, auf der wir dem Schöpfer ähnlicher sind und eine größere Fähigkeit zum Geben besitzen.

Die Frage lautet: Wie entwickeln wir ein Verlangen nach einem Zustand, den wir noch nicht besitzen? Hätten wir dieses Verlangen bereits, wären wir schon auf dieser Stufe.

Baal HaSulam und Rabash erklären dies am Beispiel eines kleinen Mädchens und ihrer Mutter. Die eine spielt mit einer Puppe, während die andere sich um ein echtes Baby kümmert. Anhand dieses Beispiels zeigen sie, wie das „Spielen“ uns hilft, in eine neue Realität hineinzuwachsen.

Aber was bedeutet „die nächste Stufe spielen“ in unserer Arbeit im Zehner?

Da das Geben eine innere Eigenschaft ist, ist es nicht immer offensichtlich, wie man es „spielen“ soll.

 

Lasst uns eine kurze Diskussion führen:

Wie verstehen wir heute den Begriff „Spielen“? Was könnte er in der praktischen Arbeit im Zehner bedeuten?

 


 

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