Lektion 29. Einführung in das Konzept des „Zehners“
Definition des Konzepts des „Zehners“ und ihre Ursprünge in den Quellen | Einführung in die grundlegenden Prinzipien und Grundsätze für die Zusammenarbeit in einem Zehner.
Lektion 29
Thema: Einführung in das Konzept des „Zehner“
Ausgewählte Auszüge aus den Quellen
FOLIEN 2-4
Baal HaSulam, Einführung zu Talmud Esser HaSefirot, Punkt 4
Denn es ist wahr und sehr richtig, dass der Schöpfer Selbst die Hand des Menschen auf das gute Schicksal legt, indem Er ihm Genuss und Befriedigung in dem materiellen Leben gibt, welches voller Leiden und Qualen ist und jeglichen Inhalts beraubt, sodass es den Menschen zermürbt und er vor dem Leben wegrennt. Sobald man ihm (wenn auch nur durch einen Spalt) irgendeinen ruhigen Ort zeigt, will er dorthin vor diesem Leben fliehen, welches schwerer als der Tod ist. Und es gibt für den Menschen keine größere Anweisung vonseiten des Schöpfers als diese.
Die Wahl des Menschen besteht nur in der Bestärkung, weil natürlich eine große Arbeit und zahlreiche Anstrengungen nötig sind, bis der Körper sich schließlich reinigt und die Tora und die Gebote richtig befolgen kann, das heißt nicht für den Selbstgenuss, sondern um dem Schöpfer Genuss zu bereiten, was als „liShma“ bezeichnet wird. Und nur auf diese Weise wird er des glücklichen und lieblichen Lebens gewürdigt, welches die Ausführung der Tora begleitet.
Bevor der Mensch aber eine solche Reinigung erreicht, vollzieht er natürlich eine Wahl, um sich für den guten Weg mithilfe diverser Mittel und Tricks zu stärken. Und er tut alles, was in seiner Kraft ist, bis er endlich die Arbeit in der Reinigung abschließt: Und er wird nicht unter der Schwere seiner Last auf halbem Wege zusammenbrechen.
Folie 5
Buch Tanya, Igeret Hakodesh, Teil 23.
„An einem Ort, an dem zehn Menschen sind, gibt es bereits einen Platz, an dem die Shechina [Schöpferische Gegenwart] eingeflößt wird. Die Weisen der Mischna schrieben: „Zehn, die sitzen und Tora studieren – unter ihnen wohnt die Shechina“, denn „das ist der ganze Mensch.“
FOLIE 6
RABASH, Artikel 28 (1986), „Eine Versammlung besteht aus nicht weniger als zehn“
"Unsere Weisen sagten (Sanhedrin, S. 39): „In jedem Zehner gibt es Shechina.“
Es ist bekannt, dass Malchut als „Zehnte“ bezeichnet wird. Es ist auch bekannt, dass das empfangende Kli „Sefira Malchut“ genannt wird, welche die zehnte Sefira ist, die die höhere Fülle erhält. Sie wird „Wille zu empfangen“ genannt, und alle Geschöpfe gehen nur von ihr aus. Aus diesem Grund ist eine Gemeinde nicht weniger als zehn, da alle körperlichen Zweige von den höheren Wurzeln ausgehen. Deshalb gilt nach der Regel „Es gibt kein Licht, das nicht zehn Sefirot hat“, dass nur eine aus zehn Männern bestehende Gemeinschaft als wichtig betrachtet wird – entsprechend den höheren Stufen.
FOLIE 7
Maor VaShemesh, VaYechi
„Das Wesentliche an der Versammlung ist, dass alle in Einheit sind und dass alle nur ein einziges Ziel verfolgen: den Schöpfer zu finden. In jedem Zehner ist die Shechina [Göttliche Gegenwart] gegenwärtig. Es ist klar, dass, wenn mehr als zehn da sind, die Offenbarung der Shechina umso größer ist. Deshalb sollte sich jeder mit seinem Freund versammeln und zu ihm kommen, um von ihm ein Wort über die Arbeit des Schöpfers zu hören und darüber, wie man den Schöpfer findet. Er sollte sich vor seinem Freund annullieren, und sein Freund sollte dasselbe ihm gegenüber tun, und so sollte es jeder tun. Wenn die Versammlung dann mit dieser Absicht stattfindet, gilt: „Mehr als das Kalb saugen will, will die Kuh säugen“, und Er nähert sich ihnen und ist bei ihnen.“
FOLIEN 8-9
RABASH, Artikel 6 (1984), „Liebe zu Freunden – 2“
Wenn sich mehrere Einzelne versammeln, die zumindest diese kleine Kraft besitzen – den Wunsch, aus der Selbstliebe auszutreten –, aber nicht die volle Stärke und Wichtigkeit des Gebens haben, um unabhängig handeln zu können, dann ist der Weg, dass sie sich gegenseitig annullieren.
Jeder von ihnen hat wenigstens im Potenzial das Thema der Liebe zum Schöpfer in sich. Aber praktisch kann er das nicht umsetzen. Wenn jedoch jeder von ihnen in eine Gemeinschaft eintritt und sich dieser unterordnet, dann entsteht ein gemeinsamer Körper. Dieser Körper – zum Beispiel aus zehn Personen bestehend – hat eine Kraft, die zehnmal größer ist als die eines Einzelnen.
Aber nur unter der Bedingung, dass sie sich versammeln mit der Absicht, nun an der Aufgabe zu arbeiten, die Selbstliebe zu annullieren. Das heißt: Keiner denkt daran, wie er seine eigenen Wünsche erfüllen kann, sondern alle bemühen sich so gut sie können, ausschließlich an die Liebe zu den Mitmenschen zu denken.
Nur dadurch kann er ein wahres Bedürfnis und einen echten Mangel spüren – nämlich, dass man eine neue Eigenschaft braucht, die „Wille zu geben“ genannt wird.
Und durch die Liebe zu den Freunden kann er zur Liebe zum Schöpfer gelangen – das heißt, er wird den Wunsch erlangen, dem Schöpfer Freude zu bereiten.
FOLIE 10
Baal HaSulam, Brief 47
Daher erinnere ich euch erneut an die Bedeutung der Freundesliebe, besonders in dieser Zeit, „von der unser Fortbestand abhängt und an der das Maß unseres nahenden Erfolges gemessen wird“.
Daher wendet euch von allen imaginären Beschäftigungen ab und richtet euer Herz darauf, wahre Gedanken zu entwickeln und richtige Erfindungen zu machen, um euer Herz tatsächlich mit einem Herzen zu verbinden, und das Gebot „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ möge in euch erfüllt werden. Denn „die Schrift weicht nicht von ihrer einfachen Bedeutung“, und ihr werdet rein sein von dem Gedanken der Liebe, welche alle Vergehen überdeckt. Prüft mich doch darin, und beginnt, euch in wahrer Liebe zu verbinden, und dann werdet ihr „sehen und schmecken“.
FOLIE 11
RABASH, Artikel 7 (1984), „Was entsprechend „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ erklärt wird“
Diejenigen, welche die Regel „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ einhalten wollen. Sie wollen sich aus der Macht der Selbstliebe befreien und eine vollkommen neue Eigenschaft der Liebe zum Nächsten erlangen. Und obwohl dies ein einzuhaltendes Gebot ist, zu dem man sich zwingen kann, ist die Liebe dennoch etwas, was im Herzen liegt und das Herz stimmt von Natur aus nicht damit überein. Was kann man nun tun, damit die Nächstenliebe das Herz berührt?
FOLIEN 12-13
RABASH, Brief 40
Jedes Geschenk, das man seinem Freund gibt, ist wie eine Kugel, die eine Vertiefung in den Stein macht. Und obwohl die erste Kugel den Stein nur zerkratzt, macht die zweite Kugel, wenn sie die gleiche Stelle trifft, bereits eine Kerbe, und die dritte macht ein Loch.
Und durch die vielen Kugeln, die auf dieselbe Stelle treffen, entsteht ein Hohlraum im steinernen Herzen des Freundes, in dem alle Geschenke gesammelt werden, und aus jedem Geschenk entstehen Funken der Liebe, bis sich alle Funken der Liebe im Herzen des steinernen Herzens versammeln und daraus eine Flamme entsteht.
Denn der Unterschied zwischen einem Funken und einer Flamme besteht darin, dass dort, wo Liebe ist, auch eine Offenbarung nach außen stattfindet, d. h. eine Offenbarung für alle Völker, dass das Feuer der Liebe in ihm brennt. Und das Feuer der Liebe verbrennt alle Sünden, denen man auf seinem Weg begegnet.
FOLIEN 14-15
RABASH, Brief 40
Durch das Reiben der Herzen – auch wenn sie stark sind – wird jeder Wärme aus den Wänden seines Herzens abgeben. Und die Wärme erzeugt Funken der Liebe, bis sich daraus ein Gewand der Liebe webt, und beide bedecken sich mit einer Decke, das heißt, dass eine Liebe sie beide umgibt und umhüllt, denn es ist bekannt, dass Vereinigung zwei Dinge zu einem verbindet.
Und wenn ein Mensch beginnt, die Liebe seines Freundes zu spüren, erwachen sofort Freude und Vergnügen in ihm, … Die Liebe seines Freundes zu ihm ist für ihn etwas Neues, da er bis jetzt sicher war, dass nur er allein für seine eigene Sicherheit und sein Wohlergehen sorgte. Aber sobald er erkennt, dass sein Freund sich um ihn kümmert, weckt das unermessliche Freude, und er kann sich nicht mehr um sich selbst sorgen, denn der Mensch kann nur dort Anstrengung aufbringen, wo er Vergnügen empfindet. Da er beginnt, Vergnügen daran zu finden, sich um seinen Freund zu kümmern, hat er keine Zeit mehr, an seine eigenen Bedürfnisse zu denken.
FOLIE 16
Baal HaSulam, Shamati 225. „Sich selbst erheben“
Es ist unmöglich, sich selbst über seinen eigenen Kreis zu erheben. Folglich ist der Mensch verpflichtet, von seiner eigenen Umgebung zu saugen. Und er hat keinen anderen Rat außer dem Weg der Tora und vielen Anstrengungen.
Wenn der Mensch für sich selbst eine gute Umgebung wählt, erspart er sich demzufolge Zeit und Anstrengung, da er entsprechend seiner Umgebung geformt wird, also ihr folgt.