Hevruta - nach Lektion 23 - Die Struktur der Höheren Welten

Hevruta - nach Lektion 23 - Die Struktur der Höheren Welten

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Die Struktur der Höheren Welten

Hevruta - nach Lektion 23


Lass uns noch einmal die wichtigsten Konzepte zusammenfassen, die wir bisher gelernt haben.
Licht
Kli
Die 4 Phasen des direkten Lichts
Erste Einschränkung / Zimzum Alef
Massach (Schirm)
Or Yashar
Or Choser
Rosh
Toch
Sof


Der folgende Text stammt aus einer Lektion von Rav Dr. Michael Laitman

(Link auf Englisch /Russisch/Hebräisch/Spanisch)

Wenn wir einen Zustand aus den Entwicklungsstadien erklären wollen, ist es gut, alle Entwicklungsstufen zu klären – vom Beginn der Wirklichkeit bis zu dem Zustand, den wir erklären möchten. Kehren wir deshalb noch einmal zu den vier Phasen von Or Yashar zurück und klären wir die Entstehung des ersten Kli durch die höhere Kraft, die man Licht nennt.

Das höhere Licht breitet sich aus und bildet seinem entgegengesetzten Gegenüber ein Kli, das man Verlangen nennt. Das Licht breitet sich im Verlangen aus und macht es voll. Wenn das Licht das Kli voll wird, empfindet das Kli Genuss. Am Ende des Gefühls des Genusses und als Folge davon erkennt das Kli auch die Quelle des Genusses. Es spürt, dass der Genuss von jemandem kommt, dessen Wille es ist, zu geben, ihm Gutes zu tun.

Das Gefühl, dass der Genuss vom Geber kommt, weckt im Kli das Verlangen zu geben. Natürlich fühlt sich das Kli dazu hingezogen, ähnlich wie seine eigene Quelle zu handeln. So wie der Wille des Guten darin besteht, zu geben, so will auch das Kli geben, schenken. Die erste Phase wird zur zweiten Phase. Die erste Phase will empfangen und die zweite geben, jede ist entgegengesetzt zur anderen.

Neben dem Genuss gibt es im Licht auch das Gefühl des Gebers – wer der Geber ist und was seine Natur ist. Daraus entsteht das Verlangen der zweiten Phase, zu geben. Das Kli in der Phase Alef heißt Chochma, und das Kli in der Phase Bet ist Bina.

Die nächste Entwicklungsstufe ist ein Kli, das den Willen von Bina zum Geben ausführen will. Das Kli, dessen Verlangen es ist zu empfangen, kann lediglich geben, wenn es empfängt, um des Gebens willen zu geben. Die dritte Entwicklungsstufe, in der das Kli empfängt, um zu geben, heißt „Seir Anpin“.

Wenn das Kli empfängt, um des Gebens willen, ist seine Anstrengung gleich der Anstrengung des Schöpfers zu geben. In der Phase Alef empfing das Kli, in der Phase Bet wollte es der gebenden Kraft ähneln und in der Phase Gimel der Handlung. Wenn das Kli den Akt des Gebens wie der Schöpfer vollzieht, offenbart sich ihm, wie hoch die Erhabenheit des Schöpfers ist, wie vollkommen der Schöpfer ist, und es entwickelt sich in ihm ein Verlangen nach der Vollkommenheit des Schöpfers.

Als Ergebnis des Gebens in der Phase Gimel entwickelt sich im Kli das Verlangen, alles zu empfangen, das Licht als Genuss und als Geber des Genusses zu empfangen. Das Kli möchte das Genießen des Genusses und den Status des Gebers des Genusses genießen. Das Kli möchte für sich selbst alles, was im Schöpfer ist. Wenn in den Phasen Bet und Gimel das Kli dem Schöpfer ähneln wollte, dem Handeln des Schöpfers ähneln wollte, dann will es in der vierten Phase den Status des Schöpfers genießen, als Empfänger.

In der vierten Phase herrscht das Verlangen zu empfangen in seiner ganzen Macht, und daher kommt sein Name – „Malchut“. Die vierte Phase ist auch die letzte Stufe in der Entwicklung des Kli, deshalb nennen wir es „Geschöpf“.

Als Ergebnis des Empfangens des gesamten Lichts in Bchina Dalet beginnt das Kli, sich selbst als Empfänger zu empfinden. Der Zustand des Kli in Bchina Dalet, das mit Licht gefüllt ist, wird „Ejn Sof“ genannt. Wenn das Kli sich selbst als Empfänger fühlt und das Licht als den Geber, kann es den Kontrast und die Kluft zwischen sich selbst und dem Licht nicht ertragen. Daher stößt es das gesamte Licht aus sich heraus in einer Handlung, die Zimzum Alef genannt wird. Der Unterschied, den das Kli zwischen sich selbst und dem Licht empfindet, wird „Scham“ genannt. Die Scham verursacht, dass sich das Kli zusammenzieht, und als Ergebnis dieser Kontraktion bleibt das Kli leer von Licht. Das Licht ist vor dem Kli, und das Kli ist leer, frei, es ist nichts in ihm.

Das Licht hat das Kli verlassen. Der Zustand von Bchina Dalet, erfüllt mit Licht, wird „Olam Ejn Sof“ genannt, und der Zustand des leeren Kli nach dem Zimzum Alef wird Olam HaZimzum genannt. Der Zustand nach dem Zimzum Alef ist einzigartig. Das Kli, also das Geschöpf, bleibt allein zurück. Nach dem Zimzum Alef ist das Kli nicht mehr mit dem Licht verbunden und steht nicht unter der Herrschaft des Lichts. Es ist frei. Nach dem Zimzum Alef sind der Schöpfer und das Geschöpf voneinander getrennt.

Daraus lernen wir, dass der Zweck aller Handlungen im Kli darin besteht, dem Kli zu ermöglichen, sich vom Licht zu lösen und sein eigenes Verlangen selbst zu bestimmen. Im eingeschränkten Kli befinden sich alle Eindrücke aus früheren Zuständen. Nun, da es leer ist, hat es die Möglichkeit, entsprechend den Informationen zu handeln, die aus vergangenen Zuständen in ihm verblieben sind, und über sein Verlangen zu entscheiden.

So untersucht das Kli seine früheren Zustände. Es stellt fest, dass sein Zustand in Olam Ejn Sof dem von Bchina Alef ähnelt, gefüllt mit Licht. Es erkennt auch die Nähe zwischen seinem Zustand in Bchina Bet, als es das Empfangen des Lichts ablehnte, und seinem Zustand, nachdem es die Scham empfunden hatte und das Licht aus seinem Inneren verschwand. Die Entwicklung des Kli in Bchinot Gimel und Dalet hat ihm kein gutes Gefühl gebracht; dennoch empfand es danach Scham. Was soll es also tun, was ist der beste Zustand, den es erreichen kann?

Das Kli bleibt leer. Leer von Genüssen, leer vom Gefühl des Schöpfers, im schwersten Zustand. Es kann nichts empfangen; wenn es empfängt, wird es Scham empfinden. So groß und schrecklich ist die Scham des Kli, dass es bereit ist, auf alle Genüsse und Erfüllungen zu verzichten, solange es nur keine Scham empfindet.

Im vollen Zustand empfindet das Kli Scham; im leeren Zustand fehlt ihm Lebenskraft. Das Kli muss seinen vollkommenen und ewigen Zustand finden, einen Zustand, der nicht verändert werden muss. Wenn es seinen vollkommenen Zustand erlangt, wird es der Ewigkeit würdig. Ewigkeit und Vollkommenheit sind ein und dasselbe. Denn wenn im Vollkommenen etwas fehlt, wenn es nötig ist, ihm etwas hinzuzufügen, dann ist es überhaupt nicht vollkommen. Das Vollkommene ändert sich nie. Wie ist es also möglich, einen vollkommenen und ewigen Zustand zu haben – einen Zustand, der das Geschöpf nicht verpflichtet, einen Zustand, in dem das Geschöpf zufrieden und vollkommen ist? Denn genau das will das Kli; schließlich ist es letztendlich das Verlangen des Kli, zu empfangen.

Aus diesen Berechnungen wird klar, dass der lediglich vollkommene Zustand darin besteht, wie der Schöpfer zu sein. Das Kli muss dem Schöpfer ähneln. Das Kli muss sich den Schöpfer zum Vorbild nehmen und danach streben, Ihm zu ähneln, um dieselbe Stufe wie der Schöpfer zu erreichen.

Das Kli sucht nach dem Weg, dem Schöpfer zu ähneln, und findet ihn. Der Schöpfer gibt, der Schöpfer liebt das Geschöpf und schenkt ihm Genuss. Wenn das Geschöpf dem Schöpfer so geben könnte, wie der Schöpfer ihm gibt, würde das Geschöpf dem Schöpfer gleichen. Aber wie ist es dem Geschöpf möglich, dem Schöpfer etwas zu geben, da das Geschöpf nichts zu geben hat?! Die Lösung ist einfach: Wenn der Schöpfer das Geschöpf liebt, wird das Geschöpf die Liebe des Schöpfers nutzen, um dem Schöpfer etwas zurückzugeben.

Vom Schöpfer kommen Genuss und ein Gefühl der Liebe zum Geschöpf. Das Geschöpf beschließt, beides zu nutzen. Es empfängt den Genuss, aber nicht aus dem Verlangen heraus, ihn zu genießen. Indem es den Genuss empfängt, drückt das Geschöpf seine Liebe zum Schöpfer aus, ähnlich wie die Liebe des Schöpfers zu ihm. Das Geschöpf empfängt lediglich, um seine Liebe zum Schöpfer auszudrücken, lediglich um dem Schöpfer Freude zu bereiten. Wenn das Geschöpf den Schöpfer erfreut, werden es und der Schöpfer einander gleich. Das Empfangen, um den Schöpfer zu erfreuen, wird vom Geschöpf mit Hilfe der „Absicht“ vollzogen, mittels des Gedankens während des Empfangens des Genusses. Die Arbeit des Kli mit der Absicht nennen wir „Massach“.

Beschreiben wir die Arbeit des Kli mit dem Massach. Licht kommt vom Schöpfer zum Geschöpf – Genuss. Das Geschöpf beschließt, nichts vom Licht zu empfangen, und weist das Licht zurück. Nachdem es das Licht zurückgewiesen hat, berechnet das Geschöpf entsprechend seiner Absicht, wie viel es empfangen kann, um den Schöpfer zu erfreuen und nicht zu seinem eigenen Vergnügen. Entsprechend der korrekten Berechnung empfängt es den Genuss in sich selbst. Es empfängt ihn bis zu einem gewissen Maß, entsprechend seiner Fähigkeit, sich in der Absicht zu halten.

Das leere Kli teilt sich nach dem ersten Zimzum nun in zwei Teile: einen Platz, an dem es möglich ist, Genuss zu empfangen, und einen Platz, an dem es unmöglich ist, Genuss zu empfangen. Der Platz im Kli, an dem die Berechnung stattfindet, wird „Rosh“ genannt. Der Platz, an dem der Genuss empfangen wird, wird „Toch“ genannt, und der Platz, der aufgrund des Mangels an Massach leer von Licht bleibt, wird „Sof“ genannt. Das eine allgemeine Kli ist deshalb in drei Teile geteilt: Rosh, Toch, Sof. Über dieses Kli lehrt uns die Weisheit der Kabbala; dieses Kli wird das Geschöpf genannt.

Das Geschöpf muss dem Schöpfer ähneln. Eine Ähnlichkeit mit dem Schöpfer ist möglich, wenn der Massach, der zwischen Rosh und Toch trennt, entscheidet, wie viel Genuss innerhalb des Kli empfangen wird. Der Massach bestimmt die Unterscheidung des Kli in Toch und Sof. Wenn der Massach groß ist, ist der Toch-Teil groß und der Sof klein. Toch und Sof zusammen werden als Körper bezeichnet. Das Kli ist, ähnlich wie der physische Körper, in Körper und Rosh unterteilt. Später werden wir etwas über seine Unterscheidung in Hände, Beine und andere Körperorgane erfahren. Die Unterscheidung des spirituellen Kli bestimmt nach und nach die Entstehung des physischen Körpers in unserer Welt.

Das Kli ist von seinen äußeren Teilen umgeben, die „Welten“ genannt werden, und das Kli selbst ist in viele Teile unterteilt, die die Menschen in unserer Welt darstellen. Das Kli ist in Innerlichkeit und Äußerlichkeit unterteilt, die wir in unserer Welt spüren. Die gesamte Wirklichkeit in unserer Welt ist eine Folge des allgemeinen Kli, das nach der Welt von Ejn Sof erschaffen wurde. Ab dem Zimzum Alef konzentriert sich das Studium darauf, wie das Kli bis in unsere Welt hinabsteigt.

Wie erwähnt, wird das Kli in den vier Bchinot von Or Yashar durch die höhere Kraft erschaffen. Das Kli schränkt sich im Zimzum Alef ein, legt einen Massach über sich selbst und erschafft mittels des Massach sich selbst und die Welten. Die erste Welt wird „Adam Kadmon“ genannt. Danach werden die Welten „Azilut“, „Brija“, „Yezira“, „Assija“ und „diese Welt“ erschaffen. In unserer Zeit, nach Tausenden von Jahren der Entwicklung in dieser Welt, beginnt ein Mensch, zu Ejn Sof zurückzukehren, bis zur Vollkommenheit seiner Entwicklung durch die Erlangung der Stufe des Schöpfers.

 

Die gesamte Erforschung, die vom Beginn der Wirklichkeit bis zu ihrem Ende reicht, wird als die Weisheit der Kabbala bezeichnet. Alle Weisheiten der Welt, alle Informationen, die mit dieser Welt zu tun haben, werden von dieser Weisheit eingeschlossen. Die Subjekte der Erforschung der Weisheit der Kabbala sind die Wurzel der Wirklichkeit und alle Einzelheiten der Wirklichkeit in allen Welten bis hin zu dieser Welt. Über den allgemeinen Plan, den die Menschheit ausführen muss, schreibt mein Lehrer, Rav Baruch Ashlag, im Artikel „Welchen Stufe muss ein Mensch ereichen?“

Die gesamte Menschheit existiert als ein Kli in der Welt von Ejn Sof; die Aufteilung in acht oder neun Milliarden Menschen ändert nichts an der Tatsache, dass alle als ein Kli miteinander verbunden sind. Jeder Mensch muss bis zum niedrigsten Platz, in unsere Welt, reinkarnieren und von dort wieder zum allgemeinen Kli aufsteigen. Auf jeden Fall ist es unmöglich, in einen schlechteren Zustand hinabzusteigen als unseren Zustand in dieser Welt.

Wer seine Aufgabe während seines Lebens in dieser Welt nicht vollendet hat, wird wieder inkarnieren und als Teil der Menschheit in dieser Welt geboren werden. Er muss von Neuem beginnen und weiter zu seiner spirituellen Wurzel aufsteigen. Solange ein Mensch seine Rolle nicht erfüllt hat, wird er immer wieder in diese Welt inkarnieren.

Wenn dem so ist, fragt Rabash, welche spirituelle Stufe muss ein Mensch erreichen, um nicht wiedergeboren zu werden? Und er schreibt dort: „Siehe, im Shaar haGilgulim des ARI steht geschrieben, dass jeder Mensch so lange reinkarnieren muss, bis er in allen NaRaNCHaY vollkommen ist, das heißt, bis er das gesamte für ihn bestimmte Licht empfängt.“

Das Licht, das das allgemeine Kli aller Seelen erfüllt, wird NaRaNCHaY genannt. NaRaNCHaY sind die fünf Lichter Nefesch, Ruach, Neschama, Chaja, Jechida, die das gesamte Kli notwendigerweise erfüllen. Daraus können wir die Worte des ARI verstehen, dass ein Mensch, der während seines Lebens spirituelle Errungenschaften erlangt hat und seinen Weg nicht vollendet hat, weiter wiedergeboren werden muss. Er wird seinen spirituellen Weg in seinem Leben in dieser Welt fortsetzen müssen.

Jeder von uns hat in früheren Inkarnationen in dieser Welt gelebt und bestimmte Prozesse durchlaufen. Die Verbindung, die jeder von uns mit der Weisheit der Kabbala hergestellt hat, weist auf die Möglichkeit hin, dass wir sogar in früheren Leben mit der Weisheit verbunden waren. Deshalb entwickeln wir uns auch heute weiterhin in dieselbe Richtung.

Wenn bei einem Menschen plötzlich während seines Lebens der Wunsch erwacht, die Weisheit der Kabbala zu studieren, bedeutet dies, dass er einen Teil des Weges bereits in seinen vorherigen Leben zurückgelegt hat. Nun, in seiner jetzigen Inkarnation, setzt er diesen Weg fort. Solange ein Mensch die Füllung des allgemeinen Kli mit Licht nicht vollendet hat, muss er weitermachen und in das Leben in dieser Welt wiedergeboren werden.

Wenn wir uns mit der Natur der Vollendung der Füllung des allgemeinen Kli mit dem Licht von NaRaNCHaY beschäftigen, müssen wir wissen, dass der gesamte Weg, von seinem Anfang bis zu seinem Ende, in einen Abstieg von oben nach unten und einen Aufstieg von unten nach oben unterteilt ist. Im Abstieg von oben nach unten, bis hin zu dieser Welt, werden die Welten erschaffen und die Seelen geformt. In dieser Welt lebt der Mensch in seinem Körper und in seiner Seele, und von dieser Welt aus muss er seinen Aufstieg beginnen. Im Rahmen der Weisheit der Kabbala lernen wir etwas über die Schöpfung aller Welten, über den Abstieg der Seelen hinab in diese Welt und darüber, wie wir von dieser Welt hinauf zu Ejn Sof aufsteigen können und müssen.

Zunächst lernen wir etwas über die Schöpfung der Welt von Adam Kadmon und untersuchen die Phasen ihrer Entstehung ausgehend von dem Zustand, der ihr vorausging.

Wie bekannt ist, wurde in den vier Phasen von Or Yashar das Kli erschaffen und empfing das gesamte Licht in der Welt von Ejn Sof. Nachdem es das Licht in der Welt von Ejn Sof empfangen hatte, vollzog das Kli einen Zimzum und blieb leer. Das Kli beschloss, lediglich mit dem Massach zu arbeiten, wobei es eine Berechnung vornahm, wie viel Licht im Kli empfangen werden kann und wie viel nicht. Nach diesen Entscheidungen entstand die Welt von Adam Kadmon.

Jeder Zustand des Kli hinterlässt “Reshimot.” Die Reshimot sind Informationen zu jeder Entwicklungsstufe des Kli. Zum Beispiel wird Phase Bet ein Reshimo von Phase Alef in sich enthalten und darauf aufbauen. Phase Gimel enthält in sich Reshimot von den Phasen Bet und Alef. Wenn wir die Reihenfolge der Reshimot innerhalb der Phase Gimel beschreiben, ist das Reshimo von Phase Alef das innerste, das Reshimo von Phase Bet ist äußerlich zum Reshimo von Phase Alef, und Phase Gimel selbst ist das äußerste von allen.

Das Kli, das mit dem Massach arbeitet, enthält alle vorherigen Zustände in sich und trifft seine Entscheidungen in Bezug auf diese. Das Höhere Licht breitet sich aus, wird zum Kli hingezogen und möchte es füllen. Das Kli weist das Licht zurück, denn wenn es es empfängt, würde es Scham empfinden. Das Kli entscheidet, wie viel Licht es empfangen kann, ohne Scham zu empfinden, damit es sich genau dem Licht angleicht. Beim Empfangen des Lichts durch den Massach wird das Kli zum Geber, zum Giver.

Wir haben die Funktionsweise des Massach am Beispiel des Gastgebers und des Gastes erklärt. Ein Mensch ist zu Gast im Haus seines Freundes. Der Freund lädt ihn ein, das von ihm zubereitete Essen zu kosten, doch er lehnt die Einladung ab. Der Gast empfindet sich selbst als den Empfangenden und den Gastgeber als den Gebenden; in ihm entsteht ein Gefühl der Scham. Im Verhältnis zum Gastgeber empfindet er den Gebenden als überlegen. Das Gefühl der Kluft zwischen seiner niedrigeren Stufe und der Höheren Stufe des Gebenden weckt in ihm ein Gefühl der Scham.

Wie kann der Gast empfangen, genießen und sich dabei nicht schämen? Der Gast lehnt die Einladung ab, das Essen zu genießen. Der Gastgeber drängt ihn dennoch zum Essen und erklärt seinem Freund, dass er das Essen extra für ihn zubereitet hat. Der Gast weigert sich weiterhin, den wiederholten Aufforderungen des Gastgebers nachzugeben, bis der Druck des Gastgebers und die Weigerung des Gastes gleich sind. Der Gastgeber empfängt nichts, und der Gast ebenso; der Gastgeber gibt nichts, und der Gast ebenso. Gastgeber und Gast werden einander gleich, und die Speisen bleiben auf dem Tisch zwischen ihnen stehen.

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Nun hat der Gast die Möglichkeit, seine Rolle vom Empfänger zum Geber zu wechseln. Das  Essen, das der Gastgeber speziell für den Gast als Ausdruck seiner Liebe zubereitet hat. Der Gastgeber möchte, dass der Gast es genießt. Der Gast würde den Gastgeber traurig machen, wenn er seine Einladung ablehnt.

Deshalb beschließt der Gast, zu empfangen; seine ganze Absicht ist es, dem Gastgeber Freude zu bereiten. Wenn er das tut, wird er sich nicht als minderwertig und den Gastgeber als überlegen empfinden; er wird dem Gastgeber geben – das Kli wird dem Schöpfer geben.

Das Geschöpf beschließt, dem Schöpfer zu geben, indem es Genuss vom Schöpfer empfängt. Auf diese Weise werden der Schöpfer und das Geschöpf einander gleich. Das Geschöpf empfängt vom Schöpfer, um Ihm Genuss zu bereiten, und dadurch werden sie einander gleich. Der Schöpfer gibt dem Geschöpf Genuss, das Geschöpf empfängt den Genuss vom Schöpfer und bereitet dem Schöpfer durch das Empfangen des Genusses Genuss.

Alles, was einem Menschen fehlt, ist die Absicht, den Genuss um des Schöpfers willen zu empfangen. Die Absicht entsteht im Kli, im Rosh der Stufe. In Bezug auf sein Verlangen prüft das Kli, inwieweit es dem Schöpfer gleich ist, und entscheidet, in welchem Maße es sein Verlangen aktivieren wird. Die Grenze, die das Maß der Fähigkeit des Kli markiert, sein Verlangen zu aktivieren, wird „Tabur“ genannt. Der Platz, an dem das Kli seine Wünsche mit Genuss erfüllen kann, wird „Toch“ genannt; das Ende des Toch liegt am Tabur.

Der Platz, der nicht mit Genuss voll werden kann, vom Tabur abwärts, wird Sof (Ende) genannt. Der Sof-Teil des Kli lehnt den Genuss ab und bleibt leer. Der Genuss, den der Schöpfer dem Kli in den Wünschen des Sof-Teils gibt, ist so groß, dass es ihn nicht empfangen kann, um des Gebens willen.

Kehren wir zurück zur Parabel vom Gastgeber und dem Gast. Nehmen wir an, der Gastgeber bewirtet den Gast mit Fleisch, Fisch, Dessert und Getränken. Der Gast überlegt, welche Speisen er lediglich um des Gastgebers willen und nicht um seiner selbst willen empfangen und genießen kann. Er berücksichtigt sein Verlangen, den Genuss und seine Erkenntnis der Größe des Gastgebers und entscheidet in Bezug auf all dies, was er empfangen kann. Das Getränk zum Beispiel kann er sich gönnen. Auch das Dessert und etwas vom Fisch kann er essen; der Genuss ist nicht allzu groß. Der Gast kann ihn empfangen und ihn dem Gastgeber zuliebe genießen.

Das Fleisch kann er nicht empfangen. Wenn er das Fleisch isst, wird er nicht an den Gastgeber denken; wenn er das Fleisch isst, wird er ganz auf den Gedanken an den Genuss konzentriert sein.

Das Kli schränkt sich selbst ein. Einen Teil des Genusses kann es in sich empfangen, einen Teil nicht. Die Berechnung erfolgt anhand der Daten, die in früheren Arbeiten gewonnen wurden – in den vier Phasen von Orh Yashar, in der Welt von Ejn Sof und in der ersten Einschränkung (Zimzum Alef) – entsprechend seiner Erfahrung aus früheren Zuständen.

 

Es ist gut, wenn wir uns in der Parabel vom Gastgeber und dem Gast als Gäste versetzen und darüber nachdenken, wie wir empfangen können, um des Gebens willen dem Schöpfer etwas zu schenken. Ein solcher Gedanke entwickelt Kelim im Menschen. Dabei wird der Mensch erkennen, wie genau die Berechnung ist, ob man für sich selbst genießt oder für den Gastgeber. Wenn ein Mensch ganz und gar mit der korrekten Berechnung beschäftigt ist, für den Gastgeber zu genießen, hört er auf, den Geschmack des Essens wahrzunehmen. So sehr ist ein Mensch im Genuss für sich selbst versunken.

Wenn ein Mensch zum Beispiel eine Tasse Kaffee trinkt mit der Absicht, dem Gastgeber Freude zu geben – lediglich um des Gastgebers willen und nicht für sich selbst –, wird er den Geschmack des Kaffees nicht spüren. Schließlich ist seine Absicht, die Freude auf den Gastgeber zu übertragen, aber er spürt den Gastgeber nicht; deshalb verschwindet der Geschmack. In dem Bemühen, sich selbst als Gast vorzustellen, entsteht in einem Menschen das Bedürfnis nach der Offenbarung des Gastgebers. Denn wenn der Gast den Gastgeber nicht spürt, wenn er ihn nicht erkennt, wird er nicht in der Lage sein, den Akt des Gebens auszuführen.

In einem solchen Zustand hat ein Mensch keine andere Wahl, als die Offenbarung des Gastgebers einzufordern. Er fordert Seine Offenbarung, um des Gebens willen; andernfalls wird er nichts von Ihm empfangen. Wenn der Schöpfer erkennt, dass das Geschöpf fest in seinem Verlangen steht, um Seinetwillen, um des Schöpfers willen zu empfangen, beginnt Er, sich zu offenbaren. Wenn der Schöpfer erkennt, dass das Geschöpf sich weigert, aus irgendeinem anderen Grund zu empfangen als dem, dem Schöpfer Genuss zu bereiten, beginnt der Schöpfer, sich zu zeigen. Der Schöpfer offenbart sich und hilft dem Geschöpf, eine Berechnung des Gebens anzustellen.

Wenn sich die Höhere Kraft dem Geschöpf offenbart, beginnen der Schöpfer und das Geschöpf, sich miteinander zu verbinden. Die Offenbarung der Höheren Kraft ist lediglich unter der Bedingung möglich, dass das Geschöpf standhaft bleibt und sich weigert, für den eigenen Nutzen zu empfangen. Das Geschöpf will lediglich empfangen, um zu geben; dadurch zwingt es den Schöpfer, sich zu offenbaren.

Übungen wie diese in der „praktischen Kabbala“, Versuche zu empfangen unter der Bedingung, dass die Verbindung zum Schöpfer besteht, sind gute Übungen. Es lohnt sich für einen Menschen, sich selbst zu prüfen, um zu sehen, ob er dem standhalten kann. Durch das Studium der Weisheit der Kabbala und durch solche Erfahrungen kann sich ein Mensch in einen Zustand versetzen, in dem er nichts für sich selbst empfängt, sondern lediglich zum Nutzen des Schöpfers – wenn der Schöpfer sich nicht offenbart, empfängt er nichts. Dann muss sich der Schöpfer offenbaren.

Prüft euch selbst. Wenn ihr dem Hausherrn die Bedingung stellt – dass ihr euch weigert, etwas zu empfangen, lediglich für Ihn –, muss der Hausherr mit euch in Kontakt treten. Unter solchen Bedingungen wird ein Mensch mit der Offenbarung des Schöpfers belohnt. Entsprechend dem Maß der Fähigkeit eines Menschen, die Offenbarung des Schöpfers mit der Absicht des Gebens zu fordern, offenbart sich der Schöpfer. So hilft der Schöpfer einem Menschen, zu höheren Stufen des Gebens aufzusteigen. Schreibt diese Übung so als „Hausaufgabe“ auf. Die Schwierigkeiten, die sich daraus ergeben, werden beim Fortschritt helfen.

Kehren wir zu den Entwicklungsstufen des Kli zurück. Licht wird angezogen und breitet sich im Kli aus. Das Kli hat das Licht zurückgewiesen. Das Kli hat im „Rosh“ eine Berechnung angestellt und einen Teil des Lichts in sich empfangen. Lassen wir zum Beispiel an, dass das Kli zwanzig Prozent des Lichts empfangen hat und achtzig Prozent leer geblieben sind. Der Teil des Lichts, den das Kli empfangen hat, wird „Inneres Licht“ genannt. Der Platz, an dem die Berechnung stattfand, wird „Pe“ genannt, und die Grenze zum Empfangen des Lichts wird „Tabur“ genannt. Der Platz, an dem das Kli endet, wird „Sium“ genannt.

 

Inhalte mit KI übersetzt, Bilder - Originale aus den Unterrichten mit Rav Michael Laitman.