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Kabbala Bibliothek Startseite / Baal HaSulam / Artikel / Verhüllung und Enthüllung des Angesichts des Schöpfers, Teil 1

Verhüllung und Enthüllung des Angesichts des Schöpfers – 1

Erste Verhüllung

(Darstellung) Wenn Sein Angesicht nicht offenbart ist, das heißt, wenn sich der Schöpfer ihm gegenüber nicht entsprechend Seinem Namen „der Gute, der Gutes tut“ verhält, sondern umgekehrt: Er empfängt Leiden von Ihm oder hat nicht genug zum Lebensunterhalt. Er hat viele Gläubiger, die ihm das Leben verbittern, und ist den ganzen Tag voller Belastungen und Sorgen. Oder er leidet an Krankheiten und wird von den Menschen nicht geachtet. Kein Vorhaben, das er beginnt, kann er zu Ende führen. Den ganzen Tag bleibt er innerlich unzufrieden.

In diesem Zustand sieht der Mensch das gute Angesicht des Schöpfers nicht. Dabei glaubt er zumindest, dass der Schöpfer ihm all dies schickt – entweder als Strafe für seine Verfehlungen oder um ihm am Ende Gutes zu erweisen, wie geschrieben steht: „Wen der Ewige liebt, den weist Er zurecht“[1]. Auch die Gerechten beginnen mit Leiden, weil der Schöpfer ihnen am Ende große Ruhe schenken will. Doch er verfällt nicht dem Irrtum, all dies sei ihm durch blindes Schicksal und die Natur widerfahren, ohne Plan und Sinn. Vielmehr stärkt er seinen Glauben daran, dass der Schöpfer ihm all dies durch Seine Lenkung schickt. Das gilt als ein Zustand, in dem er zumindest die Rückseite des Schöpfers sieht.

Zweite Verhüllung

Die zweite Verhüllung, die in den Büchern „Verhüllung innerhalb der Verhüllung“ genannt wird, bedeutet, dass er nicht einmal die Rückseite des Schöpfers sieht. Stattdessen sagt er, der Schöpfer habe ihn verlassen und wache nicht über ihn. Alle Leiden, die ihn treffen, schreibt er blindem Schicksal und der Natur zu. Denn die Wege der Lenkung werden für ihn so verworren, dass sie ihn schließlich dazu bringen, den Glauben zu verleugnen.

(Darstellung) Er betet wegen seiner Nöte und gibt Almosen, erhält aber keinerlei Antwort. Gerade wenn er aufhört, wegen seiner Not zu beten, wird sein Gebet erhört. Jedes Mal, wenn er sich überwindet, an die Lenkung zu glauben, und seine Taten verbessert, kehrt ihm der Erfolg den Rücken und er fällt auf grausame Weise zurück. Wenn er dagegen den Glauben verleugnet und beginnt, seine Taten zu verschlechtern, hat er immer mehr Erfolg und kann frei aufatmen.

Auf ehrliche Weise findet er keinen Lebensunterhalt, sondern nur durch Betrug an anderen, durch die Entweihung des Shabbat (Sabbat) oder Ähnliches.

Oder alle seine Bekannten, die Tora und Mizwot befolgen, leiden unter Armut und vielen Krankheiten und werden von den Menschen tief verachtet. Diese Menschen erscheinen ihm unhöflich, von Natur aus unvernünftig und ausgesprochen heuchlerisch – so sehr, dass ihm selbst ein einziger Augenblick in ihrer Gesellschaft zuwider ist.

Alle seine frevelhaften Bekannten dagegen, die über seinen Glauben spotten, sind besonders erfolgreich, gesund und unversehrt; sie kennen keine Krankheit, sind klug, haben gute Eigenschaften und wirken in allem sympathisch. Sie leben ohne Sorgen und befinden sich den ganzen Tag, immerfort, in großer Sicherheit und Ruhe.

Wenn sich die Lenkung für einen Menschen auf diese Weise gestaltet, heißt dies „Verhüllung innerhalb der Verhüllung“. Dann bricht er unter seiner Last zusammen und kann sich nicht mehr darin stärken zu glauben, dass seine Leiden aus einem verborgenen Grund vom Schöpfer kommen. Schließlich scheitert er und behauptet, der Schöpfer wache überhaupt nicht über Seine Geschöpfe und alles, was ihm widerfährt, komme von blindem Schicksal und der Natur. In diesem Zustand sieht er nicht einmal die Rückseite des Schöpfers.

Darstellung der Enthüllung des Angesichts

Das Bemühen des Menschen, während der Verhüllung seinen Glauben an die Lenkung des Schöpfers über die Welt zu stärken, bringt ihn dazu, sich mit Büchern und mit der Tora zu befassen. Daraus gewinnt er Erleuchtung und Einsicht, wie er seinen Glauben an Seine Lenkung stärken kann. Diese Erleuchtungen und Einsichten, die er durch die Tora empfängt, werden als „die Tora als Gewürz“ bezeichnet. Wenn sie sich bis zu einem bestimmten Maß angesammelt haben, erbarmt Sich der Schöpfer seiner und gießt Geist aus der Höhe über ihn aus – das heißt, höhere Fülle.

Nachdem er jedoch das Gewürz vollständig enthüllt hat – also das Licht der Tora, das der Mensch aufgrund seiner Stärkung im Glauben an den Schöpfer in sich aufnimmt –, wird er für eine Lenkung bei enthülltem Angesicht bereit. Das bedeutet: Der Schöpfer verhält sich ihm gegenüber entsprechend Seinem Namen „der Gute, der Gutes tut“.

Sein Name zeigt uns, dass Er gut ist und all Seinen Geschöpfen Gutes tut: auf jede Weise, die den verschiedenen Empfängern in der Gesamtheit Israels angemessen ist. Denn die Freude und das Gute des einen gleichen gewiss nicht der Freude und dem Guten des anderen. Wer sich zum Beispiel mit Weisheit befasst, findet keine Freude an Ehre und Reichtum; wer sich nicht mit Weisheit befasst, findet keine Freude an großen Erlangungen und Entdeckungen in ihr. Daher gibt Er dem einen Reichtum und Ehre und dem anderen wunderbare Erlangungen in der Weisheit.

So empfängt er vom Schöpfer viel Gutes und große Ruhe und ist immer innerlich zufrieden. Seinen Lebensunterhalt erlangt er sehr leicht und in vollem Umfang. Er kennt weder Belastungen noch Bedrängnis, leidet an keiner Krankheit und wird von den Menschen sehr geachtet. Jedes Vorhaben, das ihm in den Sinn kommt, führt er mühelos zu Ende, und wohin er sich auch wendet, hat er Erfolg.

Wenn ihm etwas fehlt, betet er und wird sofort erhört. Denn der Schöpfer antwortet ihm immer auf alles, was er von Ihm erbittet; kein einziges Gebet bleibt unerfüllt. Wenn er sich in guten Taten stärkt, wächst sein Erfolg beträchtlich. Wird er nachlässig, nimmt sein Erfolg im selben Maß ab.

Alle seine Bekannten, die auf dem geraden Weg gehen, haben ihren Lebensunterhalt und kennen keine Krankheit. Sie werden von den Menschen sehr geachtet und haben keinerlei Sorgen. Den ganzen Tag, immerfort, leben sie in großer Ruhe und Gelassenheit. Sie sind klug, wahrhaftig und Menschen von Format, sodass er sich besonders gesegnet fühlt und große Freude daran hat, in ihrer Gesellschaft zu sein.

Alle seine Bekannten dagegen, die nicht auf dem Weg der Tora gehen, haben keinen ausreichenden Lebensunterhalt, werden von vielen Schulden bedrängt und finden keinen einzigen Augenblick, in dem sie frei aufatmen können. Sie leiden an Krankheiten, sind voller Schmerzen und werden von den Menschen tief verachtet. Ihm erscheinen sie unvernünftig und unhöflich, böse und grausam gegenüber anderen, als Schmeichler voller Lügen – so sehr, dass ihm ihre Gesellschaft zuwider ist.

  1. Sprüche 3:12: „Denn wen der Ewige liebt, den weist Er zurecht; und wie ein Vater den Sohn, so hat Er an ihm Gefallen.“ ↑