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Kabbala Bibliothek Startseite / Bnei Baruch / Kongress / Weltkongress der Kabbala – 19.–21. Februar 2026 / Lektion 1: Der Zehner als Voraussetzung für die Anhaftung (Dwekut)


Lektion 1: Der Zehner als Voraussetzung für die Anhaftung (Dwekut)  


Lektionsartikel:

Rabash, Artikel 28 (1986), Eine Versammlung besteht aus nicht weniger als zehn > >


Zusätzliche Quellenauszüge zur Vorbereitung auf Lektion 1

1. Rabash. Artikel 1 (1984), „Das Ziel der Gemeinschaft – 2”

Da die Annullierung der Eigenliebe entgegen unsere Natur ist, bedürfen wir einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten, die gemeinsam eine starke Kraft für die Arbeit bilden, um den Willen zu empfangen zu annullieren, welcher als das „Böse“ bezeichnet wird; denn es ist gerade dieser Wille, der uns daran hindert, das Ziel zu erreichen, für welches der Mensch erschaffen wurde. 

Daher muss eine Gemeinschaft aus einzelnen Individuen gegründet werden, die alle einhellig der Meinung sind, dass man zu diesem Ziel gelangen muss. Als Ergebnis dieser Vereinigung entsteht eine riesige Kraft, die jedem hilft, gegen sich selbst anzukämpfen, da die Kraft eines jeden mit den Kräften der anderen verschmilzt. Folglich erhält jeder ein riesiges Verlangen, um das Ziel zu erreichen.

Doch damit die Vereinigung aller untereinander möglich wird, muss jedes Mitglied der Gemeinschaft sein „Ich“ gegenüber den anderen annullieren. Das kann man nur tun, indem man nicht auf die Mängel des Freundes achtet, sondern nur dessen guten Eigenschaften Aufmerksamkeit schenkt. Wenn aber jemand der Gruppe sich selbst auch nur für ein wenig besser als die anderen hält, kann er sich nicht mehr mit ihnen vereinigen.


2. Maor WaShemesh, Abschnitt Ekew

Es ist bekannt, dass es in jedem Zehner die Shechina [Göttliche Gegenwart] gibt, und das ist eine vollständige Stufe. In einer vollständigen Stufe gibt es Kopf, Hände, Beine und Fersen. Daraus folgt, dass, wenn sich jeder Mensch in der Gesellschaft als "nichts" betrachtet, er sich im Vergleich zur Gesellschaft als "Ferse" betrachtet, während die anderen der Kopf, der Körper und die höheren Organe sind. 

Wenn jeder in dieser Weise über sich selbst denkt, dann öffnen sich ihm die Pforten des Überflusses und aller Üppigkeit in der Welt. Dies wird besonders von jenem Gerechten angezogen, der sich am meisten als „nichts“ und als „Ferse“ betrachtet; durch ihn fließt die ganze Fülle.


3. Rabash, Artikel 30 (1988), „Was wir in der Versammlung der Freunde suchen sollen”

Die Freunde sollten deshalb untereinander hauptsächlich über die Größe des Schöpfers sprechen, denn abhängig davon, in welchem Umfang man die Größe des Schöpfers wahrnimmt, kann man sich vor dem Schöpfer annullieren.[…] 

So erweckt das Reden der Freunde über die Größe des Schöpfers ein Verlangen und die Sehnsucht, sich vor dem Schöpfer zu annullieren, weil der Mensch dann den Wunsch und das Verlangen verspürt, sich an den Schöpfer zu binden. Und wir sollten uns auch daran erinnern, dass in dem Ausmaß, in dem der Freund die Wichtigkeit und die Größe des Schöpfers annehmen kann, auch wir weiterhin über dem Verstand gehen sollen, das bedeutet, dass der Schöpfer größer ist als irgendeine für den Menschen vorstellbare Größe.

Wir sollten über dem Verstand glauben, dass Er die Welt mit einer wohlwollenden Führung leitet; und wenn man glaubt, dass der Schöpfer dem Menschen nur das Beste wünscht, dann bringt das den Menschen dazu, den Schöpfer zu lieben, bis er belohnt wird mit „Und du sollst den Ewigen, deinen Gott, aus ganzem Herzen und mit deiner ganzen Seele lieben.“ Und dies muss der Mensch von seinen Freunden empfangen.


4. Rabash, Notiz 251, „Über den Minjan [Zehner in der Synagoge]“

Unsere Weisen sagten: „Ihr werdet ‚Menschen‘ genannt, und nicht Völker der Welt“, da deren einziges Ziel darin besteht, für sich selbst zu empfangen. Und das ist die Bedeutung der Worte: „In dem Moment, in dem der Ewige in die Synagoge kommt und dort keine “zehn” (Männer) vorfindet“ – dann ist niemand da, der für die Stufe der „Zehn“ betet, nämlich für die Heilige Shechina, dass sie aus ihrem Exil erhoben werde; denn durch das Wirken mit dem Willen zu geben erhebt man die Shechina aus dem Staub. Aber wenn jeder sich um seine eigenen Bedürfnisse kümmert, ist der Schöpfer zornig.

Er bringt Beweise aus dem Vers, wie gesagt wurde: „Warum bin Ich gekommen, und es ist kein Mensch da“, der sich um die Bedürfnisse kümmert, die zur Eigenschaft „Mensch“ gehören, sondern der sich nur darum kümmert, die Bedürfnisse zu befriedigen, die zur Eigenschaft eines Tieres gehören? Vielmehr sollte man sich immer selbst die Frage stellen, für wen man seine Zeit aufwendet und für wen man sich anstrengt, denn man sollte sich nur um die Bedürfnisse der Gemeinschaft kümmern.


5. Rabash, Artikel 28 (1986), „Eine Versammlung besteht aus nicht weniger als zehn“

„In jedem Zehner gibt es die Shechina“. Es ist bekannt, dass Malchut als „Zehnte“ bezeichnet wird. Es ist auch bekannt, dass das empfangende Kli „Sefira Malchut“ genannt wird, welche die zehnte Sefira ist, die den Höheren Überfluss erhält. Sie wird „Wille zu empfangen“ genannt, und alle Geschöpfe gehen nur von ihr aus. Aus diesem Grund besteht eine Gemeinschaft aus nicht weniger als zehn, da alle körperlichen Zweige von den Höheren Wurzeln ausgehen. Deshalb gilt nach der Regel „Es gibt kein Licht, das nicht zehn Sefirot hat“, dass nur eine aus zehn Menschen bestehende Gemeinschaft als wichtig betrachtet wird – entsprechend den höheren Stufen.


6. Rabash, Artikel 21 (1986), „Über dem Verstand betreffend“

Und wie bekannt ist, können durch die Anhaftung an die Freunde neue Eigenschaften erlangt werden, die es ermöglichen, Dwekut mit dem Schöpfer zu erreichen. Und all das trifft zu, sobald der Mensch die Vorzüge der Freunde erkennt. Dann kann man sagen, dass er von ihren Handlungen lernen sollte. Wenn er aber sieht, dass er selbst begabter ist als die Freunde, dann gibt es nichts, was er von ihnen empfangen könnte.

Deshalb wurde gesagt, dass wenn der böse Trieb kommt und ihm die Niedrigkeit der Freunde zeigt, er über den Verstand gehen muss. Es wäre aber sicherlich besser und er wäre erfolgreicher, könnte er bereits innerhalb des Verstandes sehen, dass sich die Freunde auf einer höheren Stufe befinden als er. Und so können wir das Gebet verstehen, das Rabbi Elimelech für uns geschrieben hat: „Möge unser Herz die Tugenden unserer Freunde sehen, und nicht ihre Fehler“.


7. Maor WaShemesh, WaJechi

Zusammenkunft bedeutet, dass alle in einer Einheit sind und dass alle nur ein Ziel suchen: den Schöpfer zu finden. In jedem Zehner wohnt die Shechina [Göttlichkeit]. Offensichtlich, wenn es mehr als zehn sind, dann gibt es mehr Offenbarung der Shechina. Somit sollte sich jeder mit seinem Freund zusammentun und zu ihm kommen, um von ihm ein Wort über die Arbeit des Schöpfers zu hören und wie man den Schöpfer findet. 

Er soll sich vor seinem Freund annullieren, und sein Freund soll dasselbe ihm gegenüber tun, und so soll jeder es tun. Wenn dann die Zusammenkunft diese Absicht hat, gilt „Mehr als das Kalb saugen will, will die Kuh säugen“, und der Schöpfer nähert sich ihnen und Er ist mit ihnen, und deshalb öffnen sich ihnen alle Errettungen, Segnungen und alle guten Einflüsse aus der Quelle der Barmherzigkeit.


8. Rabash, Brief 40

Dann wird durch das Reiben der Herzen – auch wenn sie stark sind – jeder Wärme aus den Wänden seines Herzens abgeben. Und die Wärme erzeugt Funken der Liebe, bis sich daraus ein Gewand der Liebe webt, und beide bedecken sich mit einer Decke, das heißt, dass eine Liebe sie beide umgibt und umhüllt, denn es ist bekannt, dass Vereinigung zwei Dinge zu einem verbindet.

Und wenn ein Mensch beginnt, die Liebe seines Freundes zu spüren, erwachen sofort Freude und Vergnügen in ihm, denn es gilt das allgemeine Prinzip: Man erfreut sich an Neuem. Die Liebe seines Freundes zu ihm ist für ihn etwas Neues, da er bis jetzt sicher war, dass nur er allein für seine eigene Sicherheit und sein Wohlergehen sorgte. Aber sobald er erkennt, dass sein Freund sich um ihn kümmert, weckt das unermessliche Freude, und er kann sich nicht mehr um sich selbst sorgen, denn der Mensch kann nur dort Anstrengung aufbringen, wo er Vergnügen empfindet. Da er beginnt, Vergnügen daran zu finden, sich um seinen Freund zu kümmern, hat er keine Zeit mehr, an seine eigenen Bedürfnisse zu denken.


9. Degel Machane Efraim, WaEtchanan

Es steht geschrieben: „Der Ewige ist eins und Israel ist eins”; daher sind sie mit dem Schöpfer verbunden, da es dem Einen gebührt, sich an den Einen zu klammern. Und wann ist das? Wenn Israel in völliger Einheit gebündelt und miteinander verbunden ist. Zu diesem Zeitpunkt werden sie als eins betrachtet, und der Schöpfer ist über ihnen, denn Er ist eins.

Aber wenn ihre Herzen geteilt sind und sie voneinander getrennt sind, können sie nicht mit dem Einen verbunden sein, und der Schöpfer ist nicht über ihnen. Vielmehr ist ein anderer Gott über ihnen. Dies wird in dem Vers angedeutet: „Und ihr, die ihr mit dem Ewigen, eurem Gott, verbunden seid, seid alle am Leben“, was bedeutet, dass, wenn ihr miteinander verbunden und vereint seid, „ihr alle am Leben seid“. Wenn sie in einer Einheit sind. Dann passt es zum Einen, sich an den Einen zu halten, und der eine Schöpfer ist über ihnen.


10. Baal HaSulam, „Artikel zum Abschluss des Buches Sohar“

Denn wie der Schöpfer nicht an Sich denkt, ob Er existiert, ob Er seine Geschöpfe lenkt, und Er keine Zweifel dergleichen hat, so soll auch derjenige, der eine Gleichheit der Eigenschaften erreichen will, nicht an solche Dinge denken, weil es ihm klar ist, dass der Schöpfer nicht daran denkt. Denn es gibt keinen größeren qualitativen Unterschied als diesen. Daher ist jeder, der an solches denkt, zweifellos vom Schöpfer getrennt und wird niemals eine qualitative Gleichheit (Ähnlichkeit der Eigenschaften) mit Ihm erreichen.

Darüber sagten die Weisen: „Alle deine Taten sollen für den Schöpfer sein, das heißt auf die Anhaftung an den Schöpfer ausgerichtet. Tue nichts, was nicht zu diesem Ziel der Anhaftung führt.“ Das bedeutet, dass der Mensch alle seine Handlungen zu dem Zweck ausführen soll, zu geben und seinem Nächsten Nutzen zu bringen. Dann wird er eine qualitative Ähnlichkeit mit dem Schöpfer erreichen; wie alle Seine Handlungen es sind, zu geben und dem Nächsten Wohl zu bringen, so sollen auch alle Handlungen des Menschen nur darauf ausgerichtet sein, zu geben und dem Nächsten Nutzen zu bringen, was eben die volle Dwekut (Anhaftung) darstellt.