Lektion 15: Vorbereitung auf den Kabbala-Kongress „Erweckung von unten“ – „Hitkalelut“ [Einschluß]
Kabbala-Kurs für Fortgeschrittene - Playlist
Lektion 15 Thema: Vorbereitung auf den Kabbala-Kongress „Erweckung von unten“ – „Hitkalelut“ [Einschluß] Ausgewählte Auszüge aus den Quellen 1. Baal HaSulam, „Die Lehre der Kabbala und deren Wesen“ "Das hauptsächliche Wunder dieser Wissenschaft ist die gegenseitige Durchdringung, die in ihr …
Lektion 15
Thema: Vorbereitung auf den Kabbala-Kongress „Erweckung von unten“ – „Hitkalelut“ [Einschluß]
Ausgewählte Auszüge aus den Quellen
1. Baal HaSulam, „Die Lehre der Kabbala und deren Wesen“
"Das hauptsächliche Wunder dieser Wissenschaft ist die gegenseitige Durchdringung, die in ihr eingeschlossen ist, das heißt: Alle Teilchen der riesigen Wirklichkeit, die von ihren Gesetzen gelenkt werden, schließen sich ineinander ein, vereinigen sich und verbinden sich, bis sie schließlich ein einziges Ganzes zusammensetzen – alles ist ineinander eingeschlossen und zu Einem verbunden."
2. Baal HaSulam, „Die Handlungen und Taktiken des Menschen“
"Danach müssen sich alle Seelen der Welt vereinen und zu einer einzigen Seele verbinden, die aus der Verbindung aller Seelen hervorgeht, sodass sie tatsächlich eins werden – so wie zu Beginn der Schöpfung, als nur ein einziger Mensch, Adam, erschaffen wurde.
Aus seinen Siwugim gingen Söhne hervor, und auch die Söhne folgten seinem Weg und vollzogen Siwugim, bis daraus das Geheimnis dieser Welt entstand – die siebzig Nationen, und aus ihnen der Same Israels.
Und am Ende der Korrektur werden sie sich miteinander verbinden, bis aus ihnen allen ein einziger Mensch wird, wie Adam HaRishon."
3. Baal HaSulam, „Artikel zum Abschluss des Buches Sohar“
"Der Körper mit seinen Organen stellt eine Einheit dar. Und der Körper tauscht Gedanken und Empfindungen mit jedem einzelnen Organ aus. Wenn zum Beispiel der Organismus denkt, dass eines seiner Organe ihm dienen und Genuss bringen kann, erfährt dieses Organ sofort von diesem Gedanken und bereitet dem Körper jenen Genuss, an welchen er denkt. So auch, wenn irgendein Organ denkt und sich in der Position eingeschränkt fühlt, in der es sich befindet, erfährt der Körper unmittelbar von dessen Gedanken und dessen Empfindung und nimmt eine dafür angenehmere Position ein.
Wird jedoch ein Organ vom Körper abgeschnitten, werden sie zu zwei getrennten Einheiten; der Rest des Körpers kennt die Bedürfnisse des abgetrennten Organs nicht mehr, und das Organ kennt die Gedanken des Körpers nicht mehr, um ihm zu dienen und zu nützen. Wenn aber ein Arzt käme und das Organ wieder mit dem Körper verbände, würde das Organ wieder die Gedanken und Bedürfnisse des restlichen Körpers kennen, und der restliche Körper würde wieder die Bedürfnisse des Organs kennen."
4. Baal HaSulam, Shamati, Artikel 33 "Über die Lose an Jom Kippur und bei Haman“
"Das bedeutet, dass er die Gerichte und die fremden Gedanken seines Nächsten auf sich nimmt. Dies ist auf die ganze Welt zu beziehen: Aus diesem Grund wurde eine so volle Welt mit so vielen Menschen erschaffen. Jeder hat seine eigenen Gedanken und Ansichten, und doch befinden sich alle in derselben Welt.
Das geschah absichtlich, damit jeder alle Gedanken seines Nächsten in sich aufnimmt. Wenn der Mensch Umkehr (Teshuwa) vollzieht, erwächst ihm aus dieser gegenseitigen Einbeziehung ein Gewinn. Denn wenn er umkehren will, muss er sich selbst und die ganze Welt auf die Seite des Verdienstes stellen, da er selbst alle Ansichten und fremden Gedanken der ganzen Welt in sich aufgenommen hat."
5. Baal HaSulam „Frieden in der Welt“
„Jeder Einzelne in der Gesellschaft gleicht einem Rad, das mit mehreren anderen Rädern in einer Maschine verbunden ist. Das einzelne Rad hat keine eigene Bewegungsfreiheit, sondern bewegt sich mit den anderen Rädern in eine bestimmte Richtung, damit die Maschine ihre allgemeine Funktion erfüllen kann.
Und wenn eine Störung am Rad auftritt, wird diese nicht in Bezug auf das Rad selbst bewertet, sondern nach seiner Funktion und Rolle in Bezug auf die gesamte Maschine."
6. Aus: Baal HaSulam, „600.000 Seelen“
"Es wird gesagt, dass es sechshunderttausend Seelen gibt, und jede Seele teilt sich in mehrere Funken. Wir müssen nun verstehen, wie es möglich ist, dass sich das Spirituelle teilt, da ursprünglich nur eine Seele, die Seele von Adam haRishon, erschaffen wurde.
Meiner Meinung nach gibt es tatsächlich keine weiteren Seelen in der Welt, wie es in 1. Mose 2,7 steht: „Und blies den Odem des Lebens in seine Nasenlöcher.“ Diese Seele ist in allen Kindern Israels in ihrer Vollständigkeit vorhanden, wie sie in Adam haRishon war, denn das Spirituelle teilt sich nicht und wird nicht gespalten, was ein Merkmal des Physischen ist.
Wenn es also heißt, dass es sechshunderttausend Seelen und Seelenfunken gibt, scheint dies durch die Kraft des Körpers eines jeden Menschen verursacht zu sein. Mit anderen Worten: Zuerst trennt der Körper und hindert das Leuchten der Seele vollständig, und durch die Kraft von Tora und Mizwot wird der Körper gereinigt; in dem Maße, in dem er gereinigt wird, leuchtet die allgemeine Seele auf ihn."
7. Baal HaSulam, „Brief 4“
"Es mangelt dir an nichts, außer, auf ein Feld hinauszugehen, dass der Ewige gesegnet hat, und all die losen Organe, welche von deiner Seele herabhängen, einzusammeln und sie in einem einzigen Körper zu vereinen.
In diesen vollkommenen Körper wird der Schöpfer unaufhörlich Seine Shechinaeinfließen lassen, sodass die Quelle der Höheren Weisheit und die erhabenen Ströme des Lichts wie ein niemals versiegender Brunnen sein werden."
8. Baal HaSulam, „Jeder, der die Öffentlichkeit bedauert“
„Je mehr man etwas schätzt, desto mehr wird einem zugeteilt“. Das heißt, je nach der Größe des Kli [Gefäß] wird dieser Mangel immer gefüllt werden, nicht weniger und nicht mehr. Deshalb ist ein Diener des Schöpfers, der nicht um die Allgemeinheit trauert, sondern nur seinen eigenen persönlichen Mangel empfindet, auch nicht größer als sein Gefäß für den Überfluss. Infolgedessen wird er die kollektive Offenbarung der Göttlichkeit in Form des Trostes der Öffentlichkeit nicht empfangen können, da er kein Kli vorbereitet hat, um diese kollektive Unterscheidung zu empfangen, sondern nur seine individuelle Unterscheidung.
Umgekehrt wird derjenige, dem die Allgemeinheit leid tut und der die Sorgen der Allgemeinheit als seine eigenen Sorgen empfindet, damit belohnt, dass er die vollständige Offenbarung der Shechina erkennt."
9. RABASH, Brief 42
"Unsere Weisen sagten: „So wie ihre Gesichter einander nicht gleichen, gleichen auch ihre Ansichten einander nicht.“2 Wie kann man also „wie ein Mann mit einem Herzen“ sein?
Antwort: Wenn wir davon sprechen, dass jeder für die eigenen Bedürfnisse sorgt, kann man unmöglich „wie ein Mann“ sein, denn sie gleichen einander nicht. Wenn dagegen alle ihre eigene Verfügungsgewalt annullieren und nur dafür sorgen, dem Schöpfer Nutzen zu bringen, gibt es ihre individuellen Ansichten nicht mehr: Alles Einzelne ist annulliert, und alle sind unter die Herrschaft des Einzigen getreten."
10. Sohar für Alle, Toldot [Generationen] Pkt. 3, „Dies sind die Generationen Isaaks“
"Und es gibt kein Organ im Menschen, dem nicht ein Geschöpf in der Welt entspricht.
Denn so wie der Körper des Menschen in Organe unterteilt ist und sie alle Stufe um Stufe angeordnet sind, eines auf dem anderen errichtet, und sie alle ein Körper sind, so ist es auch mit der Welt: All die Geschöpfe in der Welt sind Organe, und sie stehen eines über dem anderen. Und wenn sie alle korrigiert sind, werden sie tatsächlich zu einem Körper.
Und alles – sowohl der Mensch als auch die Welt – gleicht der Tora, denn die gesamte Tora besteht aus Organen und Abschnitten, die eines über dem anderen angeordnet sind. Und wenn sie alle korrigiert sind, werden sie zu einem Körper."
11. RABASH, Artikel 1 (1984) „Das Ziel der Gemeinschaft – 2“
"Und damit eine gegenseitige Einschließung ineinander stattfindet, muss jeder sich selbst gegenüber dem anderen annullieren. Das geschieht dadurch, dass jeder die Vorzüge seines Freundes sieht und nicht seine Mängel. Wer aber denkt, dass er ein wenig höher steht als die Freunde, kann sich nicht mehr mit ihnen vereinen."
12. RABASH, Artikel 14 (1988), „Die Notwendigkeit der Liebe zu den Freunden“
"Es liegt ein besonderer Vorzug in der Verbindung der Freunde. Da die Ansichten und Gedanken durch die Anhaftung unter ihnen von einem zum anderen übergehen, ist jeder in den Kräften des anderen eingeschlossen. Dadurch hat jeder Einzelne die Kraft der ganzen Gemeinschaft. Darum hat der Mensch, obwohl er nur einer ist, dennoch alle Kräfte der Gemeinschaft."
13. RABASH, Artikel 17 (1987), „Die Bedeutung der Strenge des Verbots, einem Götzendiener Tora zu lehren“
"Doch ist es unmöglich, von der Gesellschaft einen Einfluss zu empfangen, wenn man ihr nicht anhaftet, das heißt, sie schätzt. In diesem Maß kann er von ihnen einen Einfluss empfangen, ganz ohne Arbeit, allein aus der Anhaftung an die Gesellschaft."
14. Baal HaSulam, Shamati 99, „Er sagte nicht: Frevler oder Gerechter“
"Wenn ein Mensch keinerlei Kraft des Verlangens und keine Sehnsucht nach Spiritualität besitzt, sich aber unter Menschen befindet, die ein Verlangen und eine Sehnsucht nach Spiritualität haben, dann übernimmt auch er ihre Kraft zur Überwindung, ihre Verlangen und ihre Bestrebungen, sofern diese Menschen ihm gefallen. Dies geschieht, obwohl er aufgrund seiner eigenen Natur weder diese Verlangen und Sehnsüchte noch die Kraft zur Überwindung besitzt. Entsprechend der Anmut und der Bedeutung, die er diesen Menschen beimisst, empfängt er neue Kräfte."
15. RABASH, Artikel 21 (1986), „Über dem Verstand“
"Das ist es, was unsere Weisen sagten: „Der Neid der Gelehrten mehrt die Weisheit.“ Das heißt: Wenn alle Freunde auf die Gemeinschaft blicken und sehen, dass sie auf einer hohen Stufe steht – sowohl im Denken als auch im Handeln –, dann ist es naturgemäß, dass jeder Einzelne von seiner Stufe auf eine höhere steigen muss, als er sie von der Veranlagung seines Körpers her hätte.
Das bedeutet: Selbst wenn er von Geburt an keine starken Begierden verspürt und keinen starken Zug zur Ehrsucht hat, kann er durch den Neid dennoch zusätzliche Kräfte erwerben, die er von der Natur her, mit der er geboren wurde, nicht besitzt. Vielmehr hat das Maß an Neid, das in ihm ist, neue Kräfte in ihm hervorgebracht, die in der Gemeinschaft vorhanden sind. Durch sie hat er neue Eigenschaften empfangen – also Kräfte, die er von den Eltern her, die ihn gezeugt haben, nicht besitzt. So hat er nun neue Eigenschaften, die die Gemeinschaft in ihm hervorgebracht hat."
16. RABASH, Artikel 30 (1988) „Was wir in der Versammlung der Freunde suchen sollen“
"Jeder Einzelne muss sich bemühen , der Gemeinschaft Lebensgeist und volle Hoffnung zu bringen und Schwung in sie hineinzutragen, sodass jeder aus der Gemeinschaft sich sagen kann: Jetzt beginne ich ein neues Blatt in der Arbeit. Bevor er zur Gemeinschaft kam, war er über das Vorankommen in der Arbeit für den Schöpfer enttäuscht; nun aber hat die Gemeinschaft Lebensgeist voller Hoffnung in ihn gebracht. Denn durch die Gemeinschaft erlangte er Zuversicht und Kraft der Überwindung, da er nun fühlt, dass es in seiner Hand liegt, zur Vollkommenheit zu gelangen.
Und all das, wovon er meinte, ein hoher Berg stehe ihm entgegen, und wovon er dachte, es liege nicht in seiner Hand, ihn zu bezwingen – vielmehr sind es in Wahrheit starke Hindernisse –, das empfindet er nun als geradezu nichtig und null. Und all dies empfing er aus der Kraft der Gemeinschaft, weil jeder sich bemühte, Ermutigung und frische Luft in die Gemeinschaft zu bringen."
17. Likutei Halachot [Gesetzessammlungen], Hoshen Mishpat [„Regeln des Bürgen“]
"Man kann die Tora und die Mizwot nicht ohne Arwut (gegenseitige Bürgschaft) einhalten, d.h. wenn jeder für seinen Freund verantwortlich ist. Denn die Grundlage bei der Befolgung der Tora ist das Verlangen, das durch die Vereinigung erlangt wird. Deshalb sollte jeder, der das Joch der Tora und Mizwot hauptsächlich durch die Intensivierung des Verlangens auf sich nehmen will, sich in die Gemeinschaft Israels in großer Einigkeit einschließen. Es stellt sich heraus, dass vor allem durch die Bürgschaft, in der jeder als eins betrachtet wird, das Wesentliche in der Befolgung der Tora erreicht wird. In der Liebe und der Einheit bezieht sich das Wichtigste auf den Wunsch, wenn jeder den Wunsch des Freundes erfüllt, und es zwischen ihnen keinen Unterschied in den Wünschen gibt, und sie sich alle in einen Wunsch einschließen und dadurch in den Wunsch des Höchsten einbezogen sind, was schließlich das Ziel der Vereinigung ist."
18. Ramak, Tomer Devorah (Die Palme der Debora), Kapitel 1 – Die dreizehn Eigenschaften der Barmherzigkeit
"Und aus diesem Grund sind die Menschen Israels füreinander verantwortlich, denn in jedem befindet sich tatsächlich ein Teil seines Freundes. Wenn einer sündigt, schädigt er sich selbst und schädigt den Anteil seines Freundes, der sich in ihm befindet. Somit ist sein Freund hinsichtlich dieses Anteils für ihn verantwortlich.
Daraus folgt, dass sie miteinander verbunden sind. Deshalb sollte der Mensch das Wohl seines Freundes wünschen, mit einem guten Auge auf das Wohl seines Freundes schauen, und die Ehre seines Freundes sollte ihm so lieb sein wie seine eigene, denn tatsächlich ist er wie er selbst.
Aus diesem Grund wurde uns geboten (Levitikus 19): „Liebe deinen Freund wie dich selbst.“
Und der Mensch sollte wünschen, dass sein Freund sich auf dem rechten Weg befindet, und überhaupt nicht abfällig über ihn sprechen. Ebenso sollte er nichts Schlechtes für ihn wünschen. So wie der Heilige, gelobt sei Er, aufgrund der Nähe zwischen uns weder unsere Erniedrigung noch unser Leid wünscht, so sollte auch der Mensch weder die Erniedrigung seines Freundes noch dessen Leid oder Verderben wünschen.
Vielmehr sollte ihn das Leid seines Freundes ebenso schmerzen, als befände er sich selbst tatsächlich in diesem Leid – und ebenso sollte er dessen Wohlergehen wie sein eigenes empfinden."
19. Rav Chaim Vital [HaRaCHaV], „Pri Etz Chaim“
"Man muss in der Mehrzahl sagen: „Wir haben gesündigt“ usw., und nicht: „Ich habe gesündigt“. Der Grund dafür ist, dass ganz Israel ein einziger Körper ist und jeder Einzelne aus Israel ein einzelnes Organ dieses Körpers ist. Denn dies ist die Arvut (gegenseitige Bürgschaft): Ein Mensch bürgt für seinen Freund, wenn dieser sündigt.
Deshalb ist es, auch wenn diese Verfehlung nicht in ihm selbst vorhanden ist, dennoch angemessen, sie zu bekennen. Denn wenn sein Freund sie begangen hat, ist es, als hätte er sie selbst begangen. Daher wird in der Mehrzahl gesprochen.
Selbst wenn ein Mensch allein zu Hause sein Bekenntnis ablegt, soll er sagen, dass das, was sein Freund gesündigt hat, so angesehen wird, als hätten wir – ich und er – diese Sünde gemeinsam begangen, aufgrund der Arvut zwischen den Seelen."