Kabbala-Gruppe: Lektion 1-6: Die Prinzipien der Verbindung im Zehner
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Kabbala-Gruppe: Lektion 1-5
Thema: Die Prinzipien der Verbindung im Zehner
1. RABASH, Das Ziel der Gemeinschaft - 1
Wir haben uns hier versammelt, um eine Grundlage für den Aufbau einer Gesellschaft für all diejenigen zu schaffen, die dem Weg und der Methode von Baal HaSulam folgen möchten, dem Weg, um die Stufen des Menschen zu erklimmen und nicht ein Tier zu bleiben, wie unsere Weisen sagten (Yevamot 61a) über den Vers: „„Und ihr seid meine Herde, meine Gemeinde – Menschen seid ihr. Und RASHBI sagte: „Ihr heißt ‚Mensch‘, und die Götzendiener werden nicht ‚Mensch‘ genannt“.
2. RABASH, Das Ziel der Gemeinschaft - 1
Daher haben wir uns hier versammelt, um eine Gemeinschaft zu gründen, in der jeder von uns versucht, dem Schöpfer zu geben. Um das zu erreichen, müssen wir aber zuerst mit dem Geben an den Menschen beginnen, was als „Liebe zum Nächsten“ bezeichnet wird.
Und die Liebe zum Nächsten ist nur möglich, wenn man sich selbst annulliert. Auf der einen Seite muss sich jeder Einzelne von uns in Niedrigkeit sehen. Auf der anderen Seite jedoch müssen wir stolz darauf sein, dass der Schöpfer uns die Gelegenheit gegeben hat, in eine Gesellschaft einzutreten, in der jeder von uns nur ein einziges Ziel hat: dass die Shechina (Gegenwart Gottes) unter uns weilen möge.
3. RABASH, Das Ziel der Gemeinschaft - 2
Die Gesellschaft muss aus Individuen bestehen, die einhellig zustimmen, dass sie dies erreichen müssen. Dann werden alle Individuen zu einer großen Kraft, bei der man gegen sich selbst kämpfen kann, da jeder in jedem anderen eingeschlossen ist. So basiert jede Person auf einem großen Verlangen, das Ziel zu erreichen.
Um in einander eingeschlossen zu sein, sollte sich jeder vor den anderen annullieren. Dies geschieht, indem jeder die Verdienste der Freunde sieht und nicht ihre Fehler. Aber wer denkt, dass er ein wenig höher ist als seine Freunde, kann sich nicht mehr mit ihnen vereinen.
4. Baal HaSulam, Brief 47
Umso mehr während meiner Entfernung von euch. Dies ist der Grund, warum ich euch bestimmte Ordnungen gegeben habe, durch die ihr in der Lage seid, zumindest den Stand und Zustand zu halten, ohne zurückzuweichen, Gott bewahre.
Und eines davon ist die Anhaftung der Freunde.
Prinzip Nr. 1:
Wir müssen ständig die Wichtigkeit der Treffens (des Rahmens) bewusst erhöhen, in dem Verständnis, dass nur zusammen jedes Ziel erreicht werden kann.
5. RABASH, Artikel 17 (1986), Die Agenda der Versammlung - 2
"Es gibt einen Punkt, an dem wir arbeiten sollten: Gefallen zu finden an der Spiritualität."
6. RABASH, Notiz 24, Was uns im Wesentlichen fehlt
Was uns im Wesentlichen fehlt und weswegen wir keine Energie für die Arbeit haben, ist der Mangel an der Wichtigkeit des Ziels. Das bedeutet, dass wir nicht wissen, wie wir unseren Dienst einzuschätzen haben, um zu begreifen, wem wir da geben. Und ebenso fehlt die Kenntnis der Größe des Ewigen, damit wir wahrnehmen, wie glücklich wir sind, dass wir dem König dienen dürfen – denn wir haben überhaupt nichts, um Seine Größe begreifen zu können.
7. Rabash. Artikel 30 (1988), Was wir in der Versammlung der Freunde suchen sollen
Jeder einzelne sollte versuchen, den Geist von Leben und Hoffnung in die Gemeinschaft einzubringen, um ihr so Energie zu geben. So wird jeder der Freunde in der Lage sein, sich selbst zu sagen: „Nun beginne ich komplett neu mit der Arbeit.“ Denn, bevor er in die Gemeinschaft kam, war er mit dem Fortschritt in der Arbeit für den Schöpfer unzufrieden, nun aber erfüllt ihn die Gemeinschaft mit Leben und Hoffnung.
So hat er durch die Gemeinschaft Zuversicht und Stärke bekommen, denn nun spürt er, dass er die Vollkommenheit erreichen kann. Und er fühlt, dass sich all seine Gedanken – dass er vor einem hohen Berg steht, der nicht erobert werden kann, und dass dies ein beeindruckendes Hindernis ist – nun im Nichts aufgelöst haben. Und er hat dies alles aus der Kraft der Gemeinschaft empfangen, weil jeder einzelne versucht hat, den Geist der Unterstützung und die Anwesenheit einer neuen Stimmung innerhalb der Gemeinschaft einzubringen.
8. Rabash, Artikel 17 (1986), Die Agenda der Versammlung 2
...die Grundlage, auf welcher wir Genuss und Freude empfangen und genießen können, wozu wir sogar verpflichtet sind, eine Handlung des Gebens ist. Also gibt es einen Punkt, an dem wir arbeiten sollten: Gefallen zu finden an der Spiritualität. Dies findet seinen Ausdruck darin, an wen ich mich wende, mit wem ich spreche, wessen Gebote ich befolge, und wessen Gesetze ich studiere; man muss sich Rat suchen, wie man den Geber der Tora wertschätzen kann.
Und bevor einer allein etwas Licht von Oben empfängt, sollte er gleichgesinnte Menschen suchen, die ebenfalls danach streben, die Wichtigkeit jedes Kontaktes mit dem Schöpfer zu betonen, auf welche Art auch immer. Und wenn viele Menschen dies fördern, kann jeder Hilfe von seinem Freund erhalten.
9. Rabash. Artikel 30 (1988), Was wir in der Versammlung der Freunde suchen sollen
Die Freunde sollten deshalb untereinander hauptsächlich über die Größe des Schöpfers sprechen, denn abhängig davon, in welchem Umfang man die Größe des Schöpfers wahrnimmt, kann man sich vor dem Schöpfer annullieren. Es ist so, wie wir es in der Natur sehen, dass sich der Kleinere vor dem Großen annulliert, und dies hat mit Spiritualität nichts zu tun, sondern ist auch bei weltlichen Menschen beobachtbar.
Mit anderen Worten, der Schöpfer erschuf die Natur auf diese Art und Weise. So erweckt das Reden der Freunde über die Größe des Schöpfers ein Verlangen und die Sehnsucht, sich vor dem Schöpfer zu annullieren, weil er den Wunsch und das Verlangen verspürt sich an den Schöpfer zu binden.
Prinzip Nr. 2:
An der Gleichheit innerhalb des Zehners arbeiten.
10. Baal HaSulam, Analytischer Vergleich zwischen Kabbala und Philosophie
„Das Gesetz der Liebe macht keinen Unterschied zwischen Groß und Klein, da zwei wahre Liebende sich gegenseitig als gleichwertig empfinden sollten."
11. RABASH, Brief 42
Es steht geschrieben: „Und das Volk lagerte dort, wie ein Mensch mit einem Herzen.“ Das bedeutet, dass sie alle ein Ziel hatten, nämlich dem Schöpfer zu erfreuen. Daraus ergibt sich …
Wir sollten verstehen, wie sie wie ein Mensch mit einem Herzen sein konnten, da wir wissen, was unsere Weisen sagten: „So wie ihre Gesichter einander nicht ähnlich sind, sind ihre Ansichten einander nicht ähnlich“, wie können sie also wie ein Mensch mit einem Herzen sein?
Antwort: Wenn wir sagen, dass jeder auf sich selbst achtet, ist es unmöglich, wie ein einziger Mensch zu sein, da man sich nicht ähnelt. Wenn jedoch alle ihre eigenen Interessen zurückstellen und sich nur um den Nutzen des Schöpfers kümmern, haben sie keine individuellen Ansichten, da alle Individuen aufgehoben wurden und in die einzige Autorität eingetreten sind.
12. Rabash, Artikel 17 (1984) Teil 1, In Sachen Wichtigkeit der Freunde
Aber wie kann man den Freund als grösser ansehen, wenn einem erscheint, dass die eigenen Verdienste, Talente und Eigenschaften besser sind? Dies kann man auf zweierlei Arten verstehen:
1) Man geht nach dem Prinzip Glaube über dem Verstand vor: Wenn man einen Freund gewählt hat, muss man bei dessen Wertschätzung im Glauben über dem Verstand gehen.
2) Im Verstand ist das natürlicher: Wenn man beschlossen hat, jemanden als Freund anzunehmen und an sich arbeitet, ihn zu lieben, dann ist es natürlich, nur die guten Dinge an ihm zu sehen. Und selbst wenn es schlechte Seiten am Freund gibt, kann man sie nicht sehen, so wie geschrieben steht: “Die Liebe bedeckt alle Sünden”.
Prinzip Nr. 3:
Wir müssen darauf achten, den Charakter jedes Freundes zu bewahren, damit niemand seine Individualität verliert.
13. Baal HaSulam, Die Freiheit
Es gibt keine zwei Menschen auf der Erde, deren Ansichten identisch sind. Denn jeder Mensch hat einen großen und erhabenen Besitz, der ihm von seinen Vorfahren hinterlassen wurde und von dem die anderen keinen Funken haben.
Daher werden all diese Besitztümer als Eigentum des Einzelnen betrachtet, und die Gesellschaft wird ermahnt, deren Geschmack und Geist zu bewahren, damit sie nicht durch ihre Umgebung verwässert werden. Vielmehr sollte jeder Einzelne die Vollkommenheit seines Erbes bewahren. Dann bleiben Widersprüche und die Gegensätzlichkeit zwischen ihnen für immer bestehen, wodurch Kritik und Fortschritt der Weisheit auf ewig gesichert sind. Dies ist der ganze Gewinn der Menschheit und ihr wahrer ewiger Wunsch.
14. Baal HaSulam „Der Frieden in der Welt“
Das Attribut der Einzigartigkeit im Egoismus bringt Ruin und Zerstörung
<...> In Wahrheit ist die Wurzel dieser ganzen Unordnung nichts anderes als das oben erwähnte Attribut der Einzigartigkeit, das in jedem von uns mehr oder weniger existiert.
Obwohl wir klärten, dass die Einzigartigkeit aus einem erhabenen Grund kommt und dass dieses Attribut direkt vom Schöpfer – der einzigartig in der Welt und die Wurzel aller Schöpfungen ist – auf uns übergeht, wirkt sie dennoch. Denn die Empfindung der Einzigartigkeit setzte sich in unserem engen Egoismus fest und brachte Ruin und Zerstörung, bis sie schließlich zur Quelle jeglichen Untergangs wurde, den es in der Welt gab und geben wird.
Und in der Tat gibt es keinen einzigen Menschen auf der Welt, der frei davon wäre. Alle Unterschiede liegen lediglich in der Art und Weise, wie das Attribut benutzt wird – für das Verlangen des Herzens, zum Herrschen oder für die Ehre – und das ist es, was die Menschen voneinander trennt.
Und allen Menschen der Welt ist gemein, dass jeder bereit ist, alle anderen mit allen Mitteln zu seinem eigenen persönlichen Vorteil auszubeuten. Niemand bedenkt, dass sich dieser Vorteil auf dem Ruin seines Freundes gründet. Es ist hierbei völlig gleichgültig, welche Erlaubnis sich jeder von uns entsprechend der von ihm gewählten Richtung selbst gibt, denn der Wunsch ist die Wurzel des Verstandes und nicht der Verstand die Wurzel des Wunsches. In Wahrheit ist der Mensch umso größer und herausragender, je einzigartiger er sich fühlt.
15. RABASH, Brief 42
Wir sollten verstehen, wie sie wie ein Mensch mit einem Herzen sein konnten, da wir wissen, was unsere Weisen sagten: „So wie ihre Gesichter einander nicht ähnlich sind, sind ihre Ansichten einander nicht ähnlich“, wie können sie also wie ein Mensch mit einem Herzen sein?
Antwort: Wenn wir sagen, dass jeder auf sich selbst achtet, ist es unmöglich, wie ein einziger Mensch zu sein.
Prinzip Nr. 4:
Persönliches Vorbild ist der beste Weg, sich mit Freunden zu verbinden.
16. RABASH, Artikel 2, (1984) "Bezüglich der Liebe zu Freunden"
Man muss die Liebe zu Freunden in seinem Herzen offen zeigen, denn die Äußerung dieses Gefühls kann die Herzen der Freunde erwecken, damit auch sie spüren, dass jeder einzelne sich in der Liebe zu Freunden übt. Als Ergebnis davon wird jeder eine stärkere Kraft erhalten, die Freundesliebe intensiver auszuüben, weil die Kraft der Liebe jedes Mitglieds sich mit der Kraft der anderen zusammenschließt.
Prinzip Nr. 5:
„Kaufe dir einen Freund“ – jedes Mitglied der Gruppe muss sich bemühen, die Freunde zu kaufen.
17. Rabash. Artikel 30 (1988), Was wir in der Versammlung der Freunde suchen sollen
Und zur Sache „kaufe dir einen Freund“ ist die Bedeutung von „kaufen“ so zu erklären: Er muss ihm bezahlen, und durch die Bezahlung erwirbt er ihn. Und womit bezahlt er ihm? Man kann sagen: Die Bezahlung empfängt man als Gegenleistung für Mühe. Manchmal will jemand etwas kaufen, zum Beispiel einen schönen Schrank, der etwa zweitausend Dollar wert ist. Und er sagt zum Verkäufer: Da ich kein Geld habe, um zu zahlen, aber gehört habe, dass du einen Arbeiter suchst, der einen halben Monat bei dir arbeitet, werde ich statt einer Geldzahlung für den Schrank so viel arbeiten, wie der Summe entspricht, die ich dir zahlen müsste. Und gewiss wird der Verkäufer zustimmen. Wir sehen, dass die Bezahlung als Gegenleistung erfolgen kann.
Ebenso ist es bei uns in der Liebe der Freunde. Wenn der Mensch die Freunde wohlwollend beurteilen muss, ist das eine große Mühe, und nicht jeder ist dazu bereit.
Und manchmal gibt es einen noch schlimmeren Zustand: dass der Mensch sieht, wie sein Freund ihn geringschätzt. Und mehr noch, dass er üble Nachrede gehört hat – dass er also von einem Freund gehört hat, ein gewisser Freund habe über ihn Dinge gesagt, die nicht schön sind, wie Freunde übereinander reden. Und er muss sich überwinden und ihn wohlwollend beurteilen. Das ist eine sehr große Mühe. Es zeigt sich, dass er durch diese Mühe eine Bezahlung leistet, die noch wertvoller ist als eine Bezahlung mit Geld.
Doch wenn jemand üble Nachrede über ihn führt, woher soll sein Freund die Kraft nehmen, ihn zu lieben? Sicher hasst er ihn doch, sonst würde er keine üble Nachrede über ihn führen. Was nützt es also, dass er sich überwindet und ihn wohlwollend beurteilt?
Die Antwort: Die Liebe der Freunde, die auf der Liebe zum Nächsten aufgebaut ist, durch die man zur Liebe des Schöpfers gelangen kann, ist das Gegenteil dessen, was bei der Freundesliebe sonst üblich ist. Die Liebe zum Nächsten bedeutet nämlich nicht, dass die Freunde mich lieben sollen, sondern dass ich die Freunde lieben muss. Darum macht es keinen Unterschied, dass der Freund üble Nachrede über ihn führt und ihn gewiss hasst. Vielmehr braucht der Mensch, der die Liebe der Freunde aus der Liebe zum Nächsten erwerben will, eine Korrektur, sodass er den anderen liebt.
Wenn der Mensch also die Mühe aufwendet und ihn wohlwollend beurteilt, ist das ein heilsames Mittel: Durch die Mühe, die der Mensch aufwendet – was man „Erwachen von unten“ nennt –, gibt man ihm von Oben Kraft, sodass es in seiner Macht steht, alle Freunde ohne Ausnahme zu lieben.
Und das nennt man „kaufe dir einen Freund“: dass der Mensch Mühe aufwenden muss, um die Liebe zum Nächsten zu erlangen. Und „Mühe“ nennt man es, weil er über dem Verstand arbeiten muss.
18. RABASH, Artikel 1 (1985), Mach Dir einen Rav und kauf Dir einen Freund (Teil 1)
...echte Freundschaft – wenn jeder den notwendigen Beitrag leistet, um seinen Freund zu kaufen – genau dann eintritt, wenn beide im gleichen Status sind und gleich viel bezahlen. Es ist wie ein weltliches Unternehmen, in welches beide gleichermaßen investieren, denn sonst kann es keine echte Partnerschaft geben. Daher heißt es „Kaufe dir einen Freund“, da es nur Verbindung geben kann, wenn jeder seinen Freund kauft und beide gleich sind.
19. RABASH, Artikel 1 (1985), “Mache dir einen Rav und kaufe dir einen Freund - 1”
Daher ist die Ordnung der Arbeit so, dass der Mensch mit „Mach dir einen Rav“ beginnt, also das Joch des Königtums des Himmels über der Vernunft und über dem Verstand auf sich nimmt. Das wird „Handlung“ genannt, das heißt allein die Tat, obwohl der Körper nicht zustimmt. Und danach: „Kauf dir einen Freund“. Denn mit dem Kaufen verhält es sich so: Wer etwas erwerben will, muss auf Dinge verzichten, die er bereits besitzt. Er gibt das her, was er seit Langem hat, und erwirbt dafür etwas Neues.
Ebenso ist es hier in der Arbeit für den Schöpfer. Damit der Mensch zur Anhaftung (Dwekut) an den Schöpfer gelangt – das heißt zur Angleichung der Form im Sinne von „Wie Er barmherzig ist, so sei auch du barmherzig“ –, muss er auf viele Dinge verzichten, die er hat, um die Verbindung mit dem Schöpfer zu erwerben. Und das ist die Bedeutung von „Kauf dir einen Freund“.
Doch bevor der Mensch „sich einen Rav gemacht“ hat, also das Königtum des Himmels, wie ließe sich da von „Kauf dir einen Freund“ sprechen – das heißt, dass er sich mit dem Rav verbindet? Er hat doch noch gar keinen Rav. Erst nachdem er sich einen Rav gemacht hat, lässt sich vom Körper verlangen, Zugeständnisse zu machen, um jene Verbindung zu erwerben – denn er will dem Schöpfer Wohlgefallen bereiten.
Und mehr noch: Man muss verstehen, dass der Mensch genau in dem Maß, in dem er die Größe des Rav schätzt, die Kraft hat, „Kauf dir einen Freund“ zu erfüllen. Denn entsprechend der Wichtigkeit, die er im Rav empfindet, ist er im selben Maß bereit, Zugeständnisse zu machen, um sich mit ihm verbinden zu können. Denn dann versteht er, dass sich alles lohnt, um die Anhaftung an den Schöpfer zu erlangen.
20. RABASH, Artikel 8 (1985), "Mach dir einen Rav und kauf dir einen Freund (Teil 2)"
Zwischen dem Menschen und seinem Freund muss man zuerst „Kauf dir einen Freund“ sagen und danach „Mach dir einen Rav“. Denn wenn ein Mensch Freunde sucht, muss er den anderen zuvor prüfen und sehen, ob es sich wirklich lohnt, sich mit ihm zu verbinden. Wir sehen ja, dass man uns ein eigenes Gebet in Bezug auf den Freund eingesetzt hat, das wir nach den Segenssprüchen im Gebet „Wihi Razon“ sprechen: „Und halte uns fern von einem schlechten Menschen und einem schlechten Freund.“
Daraus folgt, dass es dem Menschen obliegt, den anderen, bevor er ihn sich zum Freund nimmt, in allem zu prüfen, worin er ihn prüfen kann. Dabei bedient er sich gerade seines Verstandes. Darum heißt es nicht „Mach dir einen Freund“, denn „machen“ deutet auf das, was über dem Verstand ist. Im Verhältnis zwischen dem Menschen und seinem Freund muss er also mit seinem Verstand vorgehen und so weit wie möglich prüfen, ob sein Freund in Ordnung ist – wie wir täglich beten: „Und halte uns fern von einem schlechten Menschen und einem schlechten Freund.“
Das Prinzip Nr. 6:
Jeder Mensch beurteilt andere entsprechend seinen eigenen Fehlern („Wer an anderen einen Fehler findet, tut dies durch seinen eigenen Makel“).
21. RABASH, Artikel 19 (1990), “Warum wird die Tora in der Arbeit als „Mittlere Linie“ bezeichnet? – 2”“
Man muss glauben, dass „es außer Ihm niemanden gibt“, was bedeutet, dass es der Schöpfer ist, der ihn zu den guten Taten zwingt. Da er aber immer noch unwürdig ist zu wissen, dass es der Schöpfer ist, der ihn verpflichtet, kleidet sich der Schöpfer in Kleider aus Fleisch und Blut, durch die der Schöpfer diese Handlungen ausführt. So handelt der Schöpfer in der Form von Achoraim [Rückseite].
Mit anderen Worten: Der Mensch sieht die Gesichter der Menschen, aber er sollte glauben, dass hinter den Gesichtern der Menschen der Schöpfer steht und diese Handlungen ausführt. Das heißt, hinter dem Menschen steht der Schöpfer und zwingt ihn, die Taten zu tun, die der Schöpfer will. Daraus folgt, dass der Schöpfer alles tut, aber der Mensch betrachtet das, was er sieht und nicht das, was er glauben sollte. Aus diesem Grund sagt der Mensch, dass er die Taten Lo liShma tut, wie bei dem Beispiel der Freunde, die ihn verpflichten.
22. Baal HaSulam, Shamati 67, „Weiche vom Bösen“
Wer meint, seinen Freund zu betrügen, betrügt in Wahrheit den Schöpfer, denn außerhalb des Körpers des Menschen gibt es nur den Schöpfer. Denn aus der Grundlage der Schöpfung ergibt sich, dass der Mensch nur im Verhältnis zu sich selbst „Geschöpf“ genannt wird, weil der Schöpfer will, dass der Mensch sich als eine von Ihm getrennte Existenz empfindet. Aber außer diesem Aspekt gilt: „Die ganze Erde ist erfüllt von Seiner Herrlichkeit“ (Jesaja 6,3).
Wenn er daher seinen Freund belügt, belügt er den Schöpfer; und wenn er seinen Freund kränkt, kränkt er den Schöpfer.
23. Rabash, Artikel 29 (1985), „Der Herr ist allen nahe, die Ihn rufen“
Aber in Wirklichkeit ist es, wie unsere Weisen sagten (Kidushin, p 70): „Jeder, der verunreinigt, ist unrein und spricht nicht in der Lobpreisung der Welt. Und Shmuel sagte, ‚bemängelt entsprechend seinem Makel'“. Denn es gibt Menschen, die immer auf andere sehen. Wenn der andere so lernt, wie er selbst es versteht oder betet, wie er selbst es versteht, dann ist der andere in Ordnung. Wenn er nicht in Ordnung ist, hat er bereits einen Makel in ihm gefunden.
Prinzip Nr. 7
Übe keine Kritik an einem Freund in der Öffentlichkeit – weder in einem allgemeinen Forum noch auf direkte oder persönliche Weise.
24. Baal HaSulam, Shamati 62. "Steigt ab und verleumdet; steigt auf und klagt an"
Jemand, der in Reinheit arbeitet, kann nicht über andere klagen. Stattdessen klagt er immer über sich selbst und sieht die anderen auf einer besseren Stufe als er sich selbst fühlt.
25. RABASH, Artikel 8 (1984), „Welches Einhalten von Tora und Mizwot reinigt das Herz?“
Oft geschieht es, dass ein Mensch dem anderen nur aus Herrschsucht Moral predigt und nicht aufgrund der Mizwa „Zurechtweisen sollst du deinen Nächsten“.
26. Rav Michael Laitman, Tägliche Lektion, 13.07.2022
„Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn jeder versucht, einem anderen aufzuzwingen, was er für richtig hält. Das darf nicht getan werden. Es sollten nur Liebe und eine Tendenz zur Verbindung gezeigt werden – Gott bewahre, alles darüber hinaus.
Keiner von euch versteht bisher, wo ihr euch befindet; ihr seid noch völlig außerhalb der Wahrheit.
Es ist besser, wenn ihr die Lektionen gemeinsam studiert, euch in die Verse vertieft – nicht um zu diskutieren, sondern nur, um zu verstehen, was geschrieben steht.
Wenn jemand den Wunsch hat, einen anderen zu überzeugen, ist das die schlimmstmögliche Erscheinungsform der bösen Neigung.
Lasst euren Freund in seinem eigenen Tempo, auf seine eigene Weise wachsen, und mischt euch nicht ein – weckt ihn lediglich zu mehr Studium, zu mehr Teilnahme. Das allein.“
Prinzip Nr. 8
Als allgemeine Regel ist es am besten, die Grenzen des Gesprächs/Treffens im Voraus festzulegen – das heißt, Themen zu vermeiden, von denen wir bereits wissen, dass sie zu Konflikten führen können.
27. RABASH, Artikel 1, Teil 2, "Das Ziel der Gemeinschaft (2)"
Deshalb ist es angebracht, dass zwischen den Freunden, die sich verbinden, Gleichheit herrscht, damit einer sich vor dem anderen annullieren kann. Und in der Gemeinschaft muss besonders darauf geachtet werden, dass kein Leichtsinn unter sie eindringt, denn Leichtsinn zerstört alles.
Frage: Was ist „Leichtfertigkeit“ in der inneren Arbeit?
Rav Michael Laitman:
Leichtfertigkeit ist ein sehr weit gefasster Begriff – sie reicht vom völligen Verlassen der Arbeit und dem Müßigsein bis hin dazu, eine nützlichere Handlung durch eine weniger nützliche zu ersetzen, die jedoch angenehmer, bequemer und leichter ist.
Leichtfertigkeit kann sich darin äußern, dass man sich mit Dingen beschäftigt, die völlig im Widerspruch zum Weg stehen – bis hin zu kleinen törichten Dingen – oder auch einfach darin, dass man sich ein wenig „Freiheit“ in Gedanken, Klärungen und Wünschen erlaubt.
Woher stammt der Begriff Leichtfertigkeit (hebräisch „Kalut Rosh“ – wörtlich: „Leichtheit des Kopfes“)?
Ein „schwerer Kopf“ bedeutet, dass ein Mensch sich ständig selbst beurteilt, Dinge überprüft und voller Gedanken ist. Und „Leichtheit“ bedeutet, dass er seinen Kopf von der richtigen Beschäftigung abwendet – und dann füllen ihn allerlei fremde und unwichtige Gedanken.
Es kann sogar sein, dass nichts darin ausdrücklich gegen den Schöpfer gerichtet ist – aber der Mensch erlaubt einfach, dass sein Verstand mit Gedanken an diese materielle Welt gefüllt wird.
(Aus einer Lektion zu einem Artikel von Rabash, 12.02.2012)
28.RABASH, Artikel 30 (1988), „Was wir in der Versammlung der Freunde suchen sollen“
Doch was soll der Freund tun, wenn er die Hilfe der Freunde braucht? Wie gesagt, ist es verboten, in der Versammlung der Freunde schlechte Dinge zu erzählen, die zu Traurigkeit führen. Die Antwort: Der Mensch soll es irgendeinem Freund erzählen, der seinem Herzen näher steht. Und dieser Freund spricht mit der Gemeinschaft, jedoch nicht zur festgesetzten Zeit der Versammlung der Freunde. Er kann also mit der ganzen Gemeinschaft sprechen, aber nicht während der festgesetzten Versammlung. Vielmehr kann er eine besondere Versammlung zugunsten des Freundes einberufen, der Hilfe braucht.
Prinzip Nr. 9
Wir alle bemühen uns, den Geist der Gruppe zu stärken.
29. RABASH, Artikel 4, (1984), "Der Mensch helfe seinem Freund"
Es gilt zu verstehen, inwiefern ein Mensch seinem Freund helfen kann. Gilt diese Sache nur dort, wo es Arme und Reiche, Kluge und Dumme, Starke und Schwache gibt und dergleichen? Aber in einer Zeit, in der alle reich sind oder alle klug oder alle stark und dergleichen – womit kann da ein Mensch dem anderen helfen?
Aber wir sehen, dass es eine Sache gibt, die allen gemeinsam ist, nämlich die Stimmung, wie gesagt wurde: „Ist Sorge im Herzen eines Mannes, so spreche er sie vor anderen aus.“ Denn damit ein Mensch eine gehobene Stimmung hat, helfen ihm weder Reichtum noch Klugheit und dergleichen.
Vielmehr kann gerade ein Mensch dem anderen helfen, indem er sieht, dass dieser sich in einem Zustand der Niedrigkeit befindet. Und wie geschrieben steht: „Ein Mensch befreit sich nicht selbst aus dem Gefängnis“, sondern gerade sein Freund kann ihm eine gehobene Stimmung verschaffen.
Das heißt, sein Freund hebt ihn aus dem Zustand, in dem er sich befindet, empor in eine Stimmung des Lebens. Und er beginnt, wieder die Kraft der Zuversicht auf Leben und Reichtum zu erlangen. Und er beginnt [zu fühlen], als wäre sein Ziel ihm jetzt nahe.
Daraus ergibt sich, dass jeder Einzelne aufmerksam sein und darüber nachdenken muss, womit er seinem Freund helfen kann, um ihm eine gehobene Stimmung zu verschaffen. Denn was die Stimmung betrifft, kann jeder bei seinem Freund eine Stelle des Mangels (Chissaron) finden, die er füllen kann.
30. Rabash. Artikel 30 (1988), "Was wir in der Versammlung der Freunde suchen sollen"
Jeder Einzelne muss sich bemühen, der Gemeinschaft Lebensgeist und volle Hoffnung zu bringen und Schwung in sie zu bringen, sodass jeder aus der Gemeinschaft sich sagen kann: Jetzt beginne ich ein neues Blatt in der Arbeit. Bevor er zur Gemeinschaft kam, war er über das Vorankommen in der Arbeit für den Schöpfer enttäuscht; nun aber hat die Gemeinschaft Lebensgeist voller Hoffnung in ihn gebracht. Denn durch die Gemeinschaft erlangte er Zuversicht und Kraft der Überwindung, da er nun fühlt, dass es in seiner Hand liegt, zur Vollkommenheit zu gelangen.
Und all das, wovon er meinte, ein hoher Berg stehe ihm entgegen, und wovon er dachte, es liege nicht in seiner Hand, ihn zu bezwingen – obwohl es in Wahrheit starke Hindernisse sind –, das empfindet er nun als geradezu nichtig und null. Und all dies empfing er aus der Kraft der Gemeinschaft, weil jeder sich bemühte, Ermutigung und frische Luft in die Gemeinschaft zu bringen.
31. Rabash. Artikel 30 (1988), "Was wir in der Versammlung der Freunde suchen sollen"
Wenn daher eine Schar von Menschen zusammenkommt und gemeinsam an der Liebe der Freunde arbeiten will, muss jeder der Freunde dem anderen helfen, so viel er nur kann.
Und hierin gibt es viele Unterschiede, denn nicht jeder gleicht dem anderen: Was dem einen fehlt, fehlt dem anderen nicht. In einer Sache jedoch sind alle gleich – jeder der Freunde braucht eine gute Stimmung. Wenn die Freunde keine gute Stimmung haben, fehlt nämlich nicht allen dasselbe, sondern jeder hat einen anderen Grund, der bewirkt, dass er nicht in Freude ist.
Darum muss jeder überlegen, womit er dem anderen eine gute Stimmung bereiten kann.
32. Rabash. Artikel 30 (1988), "Was wir in der Versammlung der Freunde suchen sollen"
Und es ist verboten, zur Zeit der Versammlung der Freunde die linke Linie zu erwecken. Nur wenn der Mensch für sich allein ist, darf er die linke Linie gebrauchen, und das nicht länger als eine halbe Stunde am Tag. Die Hauptarbeit des Menschen aber ist es, gerade auf der rechten Linie zu gehen, wie gesagt (im Artikel von 1943). Und zwei Menschen zusammen dürfen nicht von der linken Linie sprechen; nur so können sie Hilfe von der Gemeinschaft empfangen.
Prinzip Nr. 10
Wir müssen ein Gefühl der gegenseitigen Verantwortung (Arvut) gegenüber der Gruppe entwickeln.
33. Baal HaSulam, “Die Bürgschaft (Arwut)”, Pkt.18
Daher beschrieb der Tana (Rabbi Shimon Bar Yochai) diese Arwut mit dem Beispiel, als sich zwei Personen in einem Boot befanden. Und als der eine von ihnen plötzlich begann, ein Loch in das Boot zu bohren, fragte der Freund: „Wieso bohrst Du ein Loch?“, und der andere antwortete: „Was geht Dich das an, ich bohre unter mir, nicht unter Dir“, worauf der erste Mann antwortete: „Du Idiot, wir werden beide ertrinken!“
34.Baal HaSulam, “Matan Tora (Gabe der Tora)”, Pkt.16
Wenn 600.000 Menschen aufhören werden, sich mit der Befriedigung eigener Bedürfnisse zu beschäftigen und kein anderes Ziel im Leben haben werden, als die Interessen ihrer Nächsten zu verteidigen, damit es ihnen an nichts fehlen würde. Aber auch das ist noch nicht alles. Dies werden sie mit riesiger Liebe tun, mit dem ganzen Herzen und der ganzen Seele, in voller Übereinstimmung mit dem Gebot „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Und dann ist zweifellos klar, dass es niemand aus dem Volk nötig haben wird, sich um die eigene Existenz zu kümmern.
Auf diese Weise wird man völlig davon frei, sich um sein eigenes Überleben kümmern zu müssen, und hat es leichter, das Gebot „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ zu erfüllen.