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Lektion 3: Was uns daran hindert, eine echte Verbindung herzustellen
 

Lektionsartikel: Rabash, Artikel 9 (1984), Man sollte immer die Balken seines Hauses verkaufen > >

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Zusätzliche Quellenauszüge zur Vorbereitung auf Lektion 3

 

1. Baal HaSulam, Shamati 172. Hindernisse und Verzögerungen

Alle Hindernisse und Verzögerungen, die vor unseren Augen erscheinen und sich offenbaren, sind nichts anderes als eine Form der Annäherung, durch welche der Schöpfer uns näherbringen will. Denn all diese Hindernisse führen uns einzig zur Annäherung, da es ohne sie keinerlei Möglichkeit gäbe, sich Ihm zu nähern.

Denn von Natur aus gibt es keine größere Entfernung als die zwischen uns, da wir aus vergänglicher Materie geformt sind, und dem Schöpfer, gesegnet sei Er, der Höher ist als alles Hohe. Nur wenn der Mensch beginnt, sich zu nähern, beginnt er die Entfernung zwischen sich und dem Schöpfer zu empfinden. Und jedes Hindernis, das er überwindet, verkürzt für ihn den Weg.

(Denn er gewöhnt sich daran, auf einer Linie der Entfernung zu gehen. Deshalb verursacht dies keine Veränderung in seinem Prozess, wenn er jedes Mal spürt, wie fern er ist. Denn er wusste dies im Voraus – dass er auf einer Linie der Entfernung wandelt. Dies ist so, weil es die Wahrheit ist, dass die Entfernung zwischen uns und dem Schöpfer durch keine Worte hinreichend beschrieben werden kann. Jedes Mal, wenn er diese Entfernung in einem größeren Ausmaß verspürt, als er dachte, erweckt das in ihm keinen Ärger.)


2. Likutej Moharan, Letzte Ausgabe, Punkt 48

Es bedarf einer sehr, sehr großen Stärkung, damit der Mensch nicht in seiner Meinung fällt, wenn er sieht, dass viele Tage und Jahre vergehen, in denen er sich mit großen Anstrengungen um die Arbeit des Schöpfers müht, und dennoch sehr weit entfernt ist und noch überhaupt nicht begonnen hat, in die Tore der Heiligkeit einzutreten. Denn er sieht sich selbst noch voller Grobheit und Körperlichkeit sowie voller Gedanken, großer Verwirrungen und innerer Unruhe. Und alles, was er in der Arbeit des Schöpfers tun will, lässt man ihn nicht tun.

Es scheint ihm, als würde der Schöpfer überhaupt nicht auf ihn schauen und keinerlei Gefallen an seiner Arbeit haben, da er sieht, dass er jedes Mal schreit, fleht und bittet, damit Er ihm in seiner Arbeit helfe – und dennoch ist er immer noch sehr, sehr weit entfernt. Daher erscheint es ihm, als würde der Schöpfer ihn überhaupt nicht ansehen und sich ihm überhaupt nicht zuwenden, als wolle Er ihn überhaupt nicht. Für all dies und Ähnliches braucht es eine große Stärkung: sich sehr, sehr zu festigen und auf all das überhaupt nicht zu achten. Denn in Wahrheit ist jede Entfernung ganz und gar nur Annäherung. Und all das vorher Beschriebene ist über alle Gerechten hinweggegangen.


3. Baal HaSulam, Shamati 15. Die Bedeutung „anderer Götter“ in der spirituellen Arbeit“

Der Widerstand des Körpers erscheint dem Menschen in Form fremder Gedanken. Sie kommen und stellen Fragen wie „Wer [ist der Schöpfer]?“ und „Was [bedeutet diese Arbeit]?“. Und über diese Fragen sagt der Mensch, dass diese Gedanken sicher von der Sitra Achra (der anderen Seite) gesandt wurden, um ihn in seiner Arbeit zu behindern.

Aber er [Baal Sulam] sagte, dass wenn der Mensch behauptet, sie kämen von der Sitra Achra, dann übertritt er das Gebot„Ihr sollt euch keine anderen Götter machen vor Meinem Angesicht.“

Der Grund dafür ist, dass der Mensch glauben muss, dass dies von der Heiligen Schechina kommt. Denn „es gibt nichts außer Ihm“ („Ejn Od Milvado"). Vielmehr zeigt die Heilige Shechina dem Menschen seinen wahren Zustand, wie er auf den Wegen des Schöpfers wandelt. Dadurch dass sie ihm diese Fragen sendet, die „fremde Gedanken“ genannt werden – also durch diese fremden Gedanken sieht sie, wie er diese Fragen beantwortet, die als fremde Gedanken betrachtet werden. All dies geschieht, damit der Mensch seinen wahren Zustand in der Arbeit erkennen kann, um zu wissen, was zu tun ist.


4. Rabash, Artikel 29 (1986), LiShma und lo liShma

Aber jetzt, wo er sieht, dass er weit von spiritueller Vollkommenheit entfernt ist, beginnt er zu überlegen: „Was wird wirklich von mir verlangt? Was wurde mir auferlegt zu tun? Was ist das Ziel, das ich erreichen soll?“ Er sieht, dass er keine Kraft zur Arbeit hat, und befindet sich in einem Zustand „zwischen Himmel und Erde“. Die einzige Stärkung für den Menschen ist, dass einzig und alleine der Schöpfer ihm helfen kann, aber aus eigener Kraft ist er dem Untergang geweiht.

So steht geschrieben (Jesaja 4,31): „Doch die, die auf den Ewigen hoffen, werden neue Kraft gewinnen“, d.h. die Menschen, die auf den Schöpfer hoffen. Das bedeutet, dass diejenigen, die sehen, dass es sonst niemanden auf der Welt gibt, der ihnen helfen kann, immer wieder neue Kraft schöpfen. Daraus folgt, dass dieser Abstieg eigentlich ein Aufstieg ist, das heißt, dass dieser Abstieg, den sie spüren, ihnen erlaubt, in der Stufe aufzusteigen, denn „es gibt kein Licht ohne ein Kli”.


5. Baal HaSulam, Shamati 1. Es gibt nichts außer Ihm (Ejn Od Milvado)

Der Mensch soll sich dies vorstellen wie bei einem körperlichen Schmerz: Auch wenn ein kleines Glied schmerzt, wird der Schmerz hauptsächlich im Herzen und im Gehirn empfunden, da diese die Gesamtheit des Menschen darstellen. Um wie viel mehr gilt dies für den Unterschied zwischen dem Schmerz eines einzelnen Glieds und dem Schmerz des gesamten Körpers.

So verhält es sich auch mit dem Schmerz des Menschen darüber, vom Ewigen entfernt zu sein. Da der Mensch nur ein einzelnes Glied der heiligen Shechina ist – und die Shechina die Gesamtheit der Seele Israels darstellt –, ist der individuelle Schmerz nicht mit dem allgemeinen Schmerz vergleichbar. Das Leid der Shechina besteht darin, dass ihre Glieder von ihr entfernt sind und sie sie nicht versorgen kann.

(Und so sagten die Weisen im Talmud (Sanhedrin 46a): „Wenn der Mensch Schmerz empfindet, was sagt die Shechina? – ‚Schwer ist es für Mich auf Meinem Haupt.‘“) Und dadurch, dass er den Schmerz der Entfernung nicht sich selbst zuschreibt, wird er davor bewahrt, in das Netz des Empfangens für sich selbst zu fallen, was eine Trennung von der Heiligkeit darstellt.


6. Baal HaSulam, Brief 4

Es mangelt dir an nichts, außer, auf ein Feld hinauszugehen, dass der Ewige gesegnet hat, und all die losen Organe, welche von deiner Seele herabhängen, einzusammeln und sie in einem einzigen Körper zu vereinen.

In diesen vollkommenen Körper wird der Schöpfer unaufhörlich Seine Shechina einfließen lassen, sodass die Quelle der Höheren Weisheit und die erhabenen Ströme des Lichts wie ein niemals versiegender Brunnen sein werden.


7. Sohar für alle, Tezawe [Gebot], „Und in der Wüste, wo du gesehen hast“, Punkt 86

Es gibt kein Licht außer dem, das aus der Finsternis hervorgeht. Denn wenn diese Seite sich unterwirft, erhebt sich der Schöpfer nach oben, und Seine Herrlichkeit wird vergrößert. Und es gibt keinen Dienst für den Schöpfer außer aus der Finsternis heraus. Und es gibt kein Gutes außer aus dem Bösen.

Wenn der Mensch auf einen bösen Weg gerät und ihn verlässt, dann erhebt sich der Schöpfer in seiner Herrlichkeit. Daher besteht die Vollkommenheit von allem aus Gut und Böse zusammen, um sich danach zum Guten zu begeben. Denn es gibt kein Gutes außer jenes, das aus dem Bösen hervorgeht. Und in diesem Guten erhebt sich die Ehre des Schöpfers. Das ist eine vollkommene Arbeit.


8. Baal HaSulam, Einführung zu Talmud Esser HaSefirot, Punkt 133

Und nur die Helden unter ihnen, deren Maß an Geduld ausreichte, überwältigten jene Wachmänner, öffneten das Tor und wurden sogleich des Antlitzes des Königs gewürdigt, der jeden auf den ihm passenden Posten einsetzte.

Natürlich hatten sie von dem Augenblick an nichts mehr mit jenen Wachmännern zu tun, die sie ablenkten und abdrängten und ihr Leben mehrere Tage oder Jahre bitter machten, als sie zum Eingang kamen und wieder gingen. Denn sie wurden dessen gewürdigt, vor der Herrlichkeit des Lichts des Antlitzes des Königs im Inneren seines Schlosses zu arbeiten und zu dienen.


9. Rabash, Artikel 9 (1984), Man sollte immer die Balken seines Hauses verkaufen

Daher müssen wir daran glauben, dass alles, was uns der Schöpfer gibt, ausschließlich zu unserem Besten ist, obwohl wir darum beten sollten, dass der Schöpfer alle Qualen von uns nimmt. Trotzdem müssen wir wissen, dass das Gebet und die Erhörung des Gebetes zwei verschiedene Dinge sind. Anders gesagt: Wenn wir tun, was wir tun sollen, wird der Schöpfer uns Gutes tun – genau wie im Beispiel oben. Darüber wird gesagt: Und der Ewige wird tun, was Ihm gut erscheint.“


10. Rabash, Notiz 337, „Glücklich ist der Mensch”

„Glücklich ist der Mensch, den der Ewige züchtigt.“ Die Menschen sollen fragen: Es ist doch das Ziel der Schöpfung, Seinen Geschöpfen Gutes zu tun – wie passt das zusammen? Ist dies nicht das Gegenteil des Ziels?

Wir können dies so auslegen, dass bekannt ist, dass jeder Zweig seiner Wurzel ähneln möchte, wie es in der „Einführung in das Buch Sohar“ geschrieben steht, dass die ganze Welt die Ruhe liebt. Es ist jedoch so, als würde jemand einen Stock in der Hand halten und alle schlagen, damit sie arbeiten. Deshalb muss jeder auf seine Ruhe verzichten, um vor den Qualen des Stockschlags verschont zu bleiben.

Der Stock steht für die Leiden, die ein Mensch empfindet, wenn ihm etwas fehlt. Wenn der Mensch also nichts zu essen hat, muss er arbeiten, um das Leiden des Hungers zu stillen. Je bedeutender der Mangel ist, desto mehr muss er sich anstrengen, bis er gezwungen wird, das Objekt seiner Sehnsucht zu erlangen.

Wenn also der Schöpfer ihn quält, weil er keine Spiritualität hat, zwingt das Leiden den Menschen zu großen Anstrengungen, bis er die Spiritualität erlangt, die ihm seiner Meinung nach fehlt.