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Glossar der im Wochenabschnitt Jitro verwendeten Begriffe

Jitro

Er ist der „Wille zu empfangen, der gereinigt werden und sich Moses anschließen kann, um mit ihm die Verbindung zwischen den Höheren Sefirot (Keter, Chochma und Bina, GaR, die ersten drei Sefirot) der Seele und dem „Willen zu empfangen, dem Volk unten, zu schaffen. So kann er SaT (Sajin Tachtonot, die sieben unteren Sefirot) der Seele, herstellen. Jitro wird, als er mit Moses lebt, in Moses eingeschlossen. „Jitro ist die Kraft von Malchut (Königreich), die in Bina (Verständnis) eingeschlossen ist, weshalb Bina sich mit Malchut verbinden und so die nächste Stufe hervorbringen kann.


Berg Sinai

Es steht geschrieben: „Ich habe den bösen Trieb erschaffen; ich habe für ihn die Tora als Gewürz erschaffen“ [1], denn „das Licht in ihr korrigiert ihn“ [2]. Der „böse Trieb“ zeigt sich als „Berg Sinai“. Er steht für all den Hass, der zwischen den „Völkern der Welt“ und dem „Volk Israel“ entsteht. Die „Völker der Welt“ sind das „Verlangen zu empfangen“, und das „Volk Israel ist das „Verlangen zu geben“. Wenn also in einem Menschen eine Kluft zwischen dem „Verlangen zu empfangen“ und dem „Verlangen zu geben“ entsteht, spürt er diesen Hass und steht somit am „Fuße des Berges Sinai“.

Der Hass erscheint, wenn ein Mensch sich verbinden will. Sinnbildlich steht er um den „Berg“ herum und muss Arwut (gegenseitige Bürgschaft) erreichen. Es steht geschrieben: „Er sagte zu ihnen: ‚Wenn ihr die Tora empfangt, gut. Und wenn ihr sie nicht empfangt, wird dies euer Grab sein.’“[3]. Verbinden sich die Menschen nicht wie „ein Mensch mit einem Herzen“ werden sie an diesem Punkt „begraben“ werden.

Der Hass richtet sich gegen die Verbindung. Wer sich nicht verbinden will, wird seinen Hass auf andere nicht erkennen und deshalb nicht den Zustand am „Berg Sinai“ erlangen. Somit auch keine Korrektur. Wie sehr ein Mensch sich verbinden will, kann ihm aufzeigen, wie weit er vom „Berg Sinai“ entfernt ist.

Am Fuße des Berges Sinai zu sein, ist bereits eine Hohe Stufe für einen Menschen. […] Bis dieser Mensch nicht erkennt, dass die Verbindung in Liebe zu anderen, obwohl er diese will, überhaupt nicht möglich ist, kann diese Verbindung auch nicht hergestellt werden. Das ist der Moment, in dem der “Punkt im Herzen“, Moses, erscheint, und ihn aus sich selbst herauszieht. Der Mensch versteht nun, dass es möglich ist, zu entkommen. Nur deshalb kann er entkommen und sich über das Ego erheben.

Sobald der Mensch etwas aus dem Ego herauskommt, wird ihm seine Beziehung zum Ego immer deutlicher bewusst. So entsteht die Kluft zwischen dem Ego und dem Verlangen, außerhalb des Egos zu sein. Diese Kluft wird „Berg Sinai“ genannt. Das ist der Zustand, in dem sich Moses versucht oben auf der Spitze des Berges an den Schöpfer anzuheften, während sich das gesamte, noch unkorrigierte Ego unten befindet. Dies sind die Menschen, die keine Verbindung zur Höheren Kraft herstellen können. Die heutige Situation der Welt zeigt jedoch, dass alles beginnt sich in Richtung Korrektur zu bewegen.

Segula (Heilmittel)

Dieser Ausdruck kommt vom Wort SegolSegol ist ein Interpunktionszeichen, drei Punkte, welche die drei Linien darstellen, mit denen sich der Mensch dem Ziel annähert. Rechts ist die Kraft des Gebens und links die Kraft des Empfangens. Indem er das Rechte und das Linke verbindet baut der Mensch seine Seele auf. Es ist üblich, am Shabbat zu singen: „Kommt in Frieden, ihr Engel des Friedens, ihr Engel des Höchsten“. So wie sich ein Mensch auf zwei Beinen fortbewegt, so baut er durch die beiden Linien, den beiden Engeln, die Mittlere Linie auf.

Der Zustand “geh hinaus in Frieden“ kommt nachdem der Mensch die Mittlere Linie in den vier Stufen – Yud-Hej-Waw-Hej – und somit das Ende der Korrektur erreicht hat. […]

So kann der Mensch alles was er in sich trägt nutzen, um Korrekturen vorzunehmen. Ihm wird von Oben das Rechte und das Linke gegeben – die Kraft des Gebens, die Kedusha (Heiligkeit), und die Kraft des Empfangens, die Klipa (Hülle/Schalle) – nun liegt es an ihm, sie zu verbinden. Indem er die Verbindung zwischen den beiden Kräften ständig verbessert und so nutzbar macht, entwickelt sich der Mensch weiter. Aus diesem Grund wird die dritte Linie als “Mittlere Linie“ bezeichnet. Aus der Höheren Kraft kommen die beiden Linien, Kräfte, die dem Menschen helfen, sich richtig zu verbinden. Sie werden Segula, Heilmittel genannt. Nur durch sie kann der Mensch leben; wenn er diese Kraft nicht erhält, kann der Mensch von der untersten Stufe aus, nichts tun.


[1] Babylonischer Talmud, Massechet Kidushin, 30b.
[2] Midrash Raba, Eicha, „Einleitung“, Absatz 2.
[3] Babylonischer Talmud, Massechet Awoda Sara, 2b.