Glossar der im Wochenabschnitt WaEra verwendeten Begriffe
Prophet
Ein „Prophet“ ist ein Mensch, der mit dem Schöpfer, der höheren Kraft, spricht. Er befindet sich auf der Stufe des Sprechenden. „Sprechen“ bedeutet Offenbarung, das Hervortreten von Hewel (Hauch) aus dem Mund. Hewel des Mundes ist Or Choser (zurkückkehrendes Licht), das aus dem Parzuf, aus der Seele, als Licht des Gebens hervorgeht.
Es gibt auch einen Propheten, der sieht. Dieser befindet sich auf einer höheren Stufe. Manche Propheten sagen: „Ich sah“, andere sagen: „Ich hörte“. Das sind Stufen eines Kabbalisten: die Stufe des Sprechens oder die Stufe des Sehens.
Moses
„Moses“ ist die höhere Kraft in uns, die uns zum Geben, zur Liebe zu den anderen und damit zur Liebe zum Schöpfer zieht. Es ist eine Kraft, die uns keine Ruhe lässt. Diese Kraft kommt aus dem Zerbrechen der Seele zu uns als ein Funke des Lichts in unserem Inneren. Wenn dieser Funke in uns erwacht, gilt es als eine Einladung. Sie garantiert noch nichts, aber die Einladung, die heilige Arbeit tatsächlich zu beginnen, ist gegeben.
„Heilig“ bedeutet Geben. „Den Berg der Heiligkeit besteigen“ bedeutet, dass wir uns mit unserem Punkt des Moses über unser Ego erhoben haben und uns so selbst verwirklichen.
Aaron
„Aaron“ ist die Kraft, die Moses gegenübersteht. Diese beiden Kräfte müssen zusammenarbeiten. Ihnen folgen die Kohanim (Priester), die Leviten und Israel. Es gibt Abraham, Isaak und Jakob. Unsere Arbeit geschieht immer in der mittleren Linie.
Wir sehen die beiden Kräfte, Aaron und Moses, noch bevor sich die ganze mittlere Linie vollständig herausbildet. Diese beiden Kräfte wirken gemeinsam: Aaron bringt Ordnung in uns, und Moses gibt uns die Richtung.
Zeichen / Wunder
Ein „Zeichen“ oder „Wunder“ ist eine Erleuchtung von einer höheren Stufe. Es ist eine zusätzliche Kraft, durch die wir auf jeder Stufe voranschreiten. Es ist eine Unterscheidung all jener Zustände, die in uns auf ungewöhnliche Weise auftreten – in einer uns fremden Stärke und Absicht auf der jeweiligen Stufe. Ein solcher Zustand entsteht, wenn eine höhere Stufe von oben erscheint und das Zeichen offenbart. Diese höhere Stufe kann von der rechten oder von der linken Seite kommen.
Auch die Klipa (Schale/Hülle) existiert in der Spiritualität. Klipa und Kedusha (Heiligkeit) sind zwei Linien, zwischen denen wir uns aufbauen. Wir nehmen ein wenig von der Klipa, korrigieren es mithilfe der Kedusha, und dazwischen erlangen wir in der mittleren Linie Fortschritt – auf dem goldenen Weg. Dasselbe geschieht auf der nächsten Stufe und wieder auf der nächsten, bis wir alle 125 Stufen erklimmen.
Aus dem Sohar: „Nimm deinen Stab“
Dem Schöpfer war klar, dass die Zauberer ebenfalls Schlangen hervorbringen würden. Warum also ist es wichtig, vor dem Pharao Schlangen zu zeigen? Weil damit der Anfang der Plagen offenbar wurde – die Ur-Schlange, die Adam und Eva verführt hat. Die Herrschaft des Pharaos beginnt mit dem Ursprung der Schlange, von der linken Seite. Als sie sahen, dass sich Aarons Stab in eine Schlange verwandelte, freuten sich alle Zauberer, denn auch das war der Beginn der Weisheit ihrer Schlangen.
Sohar für alle, WaEra (Und ich erschien), Punkt 118
Die Schlange Aarons verschlang die Schlangen der Zauberer. Es gibt einen Unterschied zwischen einer Schlange, einem Krokodil und einem Wal. Es sind verschiedene Bezeichnungen für ein und dasselbe Verlangen zu empfangen, denn auf dem Weg der Korrektur durchlaufen wir unterschiedliche Zustände, die wir in unserer Sprache verschieden benennen.
Die „Schlange“ ist die ursprüngliche Schlange, die böse Kraft, die Kraft des Empfangens in uns, die uns zu Fall bringt. Doch wir müssen verstehen, dass all diese „Fehler“ in Wahrheit keine Fehler sind. Wenn uns unsere Mängel gezeigt werden, erhalten wir die Möglichkeit, um das korrigierende Licht zu bitten, damit es sie berichtigt.
Hier wirken verborgene Gegensätze: Von oben wird uns immer genau das gegeben, womit wir umgehen können – etwas, das zu uns passt und wofür wir um Hilfe bitten können. Es ist ein Zustand, den wir korrigieren können. Ein Mensch erhält niemals einen Zustand, der ihn wirklich scheitern lässt.
Die Zauberer und das Verwandeln der Schlange in einen Stab und umgekehrt geschehen, damit wir lernen, zwischen den Linien zu gehen – in der mittleren Linie. Wir müssen lernen, das Ego, unser Verlangen zu empfangen, das uns zerstört und uns an den Füßen festhält, sodass wir keinen Schritt mehr vorwärtsgehen können, in ein Verlangen zu geben zu verwandeln. Das ist ein innerer Kampf, eine sehr schwere innere Arbeit.
Das geschieht, damit wir um Hilfe schreien. Ohne um Hilfe zu bitten, werden wir den Schöpfer niemals entdecken. Wir stehen vor einer Barriere, während wir versuchen, den Schöpfer zu erkennen. Es ist, als würden wir sagen: „Wir brauchen Dich nicht, uns geht es gut“, weil wir von der Empfindung des Schöpfers getrennt sind. Genau deshalb brauchen wir diese Erfahrung. Sie ist eine Hilfe, die gegen uns wirkt.
Wären da nicht die Schlange, Eva, die ganze linke Linie und der Pharao, dessen Herz der Schöpfer verhärtet, dann bräuchten wir das korrigierende Licht nicht. Infolgedessen würden wir niemals zum Schöpfer streben. Deshalb ist auch die Hilfe des Pharaos notwendig, wie gesagt wird, dass der Pharao die Kinder Israels ihrem Vater im Himmel nähergebracht hat.