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Wie ein Apfelbaum unter den Bäumen des Waldes

195) Rabbi Elasar kam zufällig in ein Gasthaus in Lod, und Rabbi Chiskija war bei ihm. Rabbi Elasar stand nachts auf, um die Tora zu studieren, und Rabbi Chiskija stand zu seiner Seite, weil der Raum für beide eng war. Rabbi Elasar sagte: „Die Freunde sind in einem engen Raum“, was bedeutet, dass sie viel Tora und wenig Arbeit verrichteten; „deshalb trifft man sie immer in engen und kleinen Gasthäusern an, denn sie haben kein Geld, um geräumige Häuser zu mieten.“

196) Er sagte weiter: „Der Schöpfer ist wie ein Apfelbaum unter den Bäumen des Waldes, lieblich und mit seinen Farben gekrönt“, mit den drei Linien CHaGaT, die die drei Farben sind – weiß, rot und grün. „Es gibt keinen wie Ihn unter all den anderen Bäumen“, das sind die siebzig Minister, die der Kedusha ähneln wie ein Affe einem Menschen. „Er ist edler als alle anderen“, was bedeutet, dass Er sich auszeichnet und es keinen anderen wie Ihn gibt.

Aufgrund der Sünde des Baumes der Erkenntnis wurde die Shechina auf die Seite der siebzig Minister gezogen, welche die Äußerlichkeit von SA sind. Nachdem sie korrigiert und wieder an SA, der Schöpfer genannt wird, anhaftete, hat die Shechina gesagt: “Wie ein Apfelbaum unter den Bäumen des Waldes ist mein Geliebter unter den Söhnen. In seinem Schatten fand ich große Freude und setzte mich, und seine Frucht war süß für meinen Geschmack.“ Das bedeutet, dass es unter den siebzig Ministern, an die sie zuvor gebunden war, keinen anderen wie Ihn gibt, und jetzt ist der Vorzug des Schöpfers ihnen gegenüber so offensichtlich, wie der Vorzug des Lichts gegenüber der Finsternis.

197) Vor ihrer Korrektur befand sich die Shechina im Schatten eines anderen, im Schatten der Feigenblätter, dem Schatten der siebzig Minister. Es steht geschrieben: „In seinem Schatten fand ich große Freude und saß.“ Seit wann hat sie Freude? Man kann nicht sagen, dass sie immer Freude hatte, weil sie sich aufgrund der Sünde den siebzig Ministern zugeneigt hat. Er sagt jedoch, dass es von dem Tag an ist, an dem Abraham auf die Welt kam und den Schöpfer mit Liebe liebte, so wie es geschrieben steht: „Abraham, der mich liebt.“ Dann korrigierte er die Shechina und sie vereinigte sich wieder mit SA.

Und seine Frucht war süß nach meinem Geschmack“ ist Isaak, der Abrahams heilige Frucht ist. Dies ist so, weil sie sich zwar zu den siebzig Ministern neigte, die das Leuchten der Linken sind, aber sowohl von Chochma als auch von Chassadim leer war. Und nachdem Abraham sie für einen Siwug mit SA korrigiert hatte und sie von ihm die rechte Linie, die verdeckten Chassadim, die als Schatten gelten, empfangen hatte, leuchtete in ihr auch die linke Linie wieder auf, was bedeutet, dass das Leuchten von Chochma in das Gewand von Chassadim von der Rechten gekleidet ist. So gilt das Leuchten von Chochma als Frucht und Spross der rechten Linie, weil sie vorher nicht leuchten konnte, so wie es geschrieben steht: „Abraham zeugte Isaak.“

198) ‚In seinem Schatten nahm ich große Freude und saß‘ ist Jakob, die Mittlere Linie. Es heißt “Schatten” und “Sitzen” weil er im Massach von Chirik entscheidet, was die Stufe verringert. „Und seine Frucht war süß nach meinem Geschmack“ ist Josef, Jessod, der heilige Früchte in der Welt hervorbrachte, womit die Seelen gemeint sind. Deshalb steht geschrieben: ‚Dies sind die Generationen Jakobs; Josef, …‘, denn alle diese Nachkommen Jakobs stehen in Josef, dem Gerechten, der als Jessod Jakobs gilt, und deshalb ist Israel nach Ephraim benannt, so wie es geschrieben steht: “Ephraim, mein geliebter Sohn.“

199) „Wie ein Apfelbaum unter den Bäumen des Waldes“ ist Abraham, der wie ein duftender Apfel ist. Er zeichnete sich durch vollkommenen Glauben aus, mehr als alle Menschen seiner Generation, und er zeichnete sich aus, wie in “einer oben und einer unten”, wie es geschrieben steht: „Abraham war einer.“

200) Er war “einer”, weil es außer ihm auf der Welt niemanden gab, der sich durch seinen Glauben an den Schöpfer auszeichnete. Es steht jedoch geschrieben: „Und die Seelen, die sie in Haran gemacht hatten.“ Das bedeutet, dass Abraham die Männer und Sara die Frauen bekehrte. Es gab also andere, die an den Schöpfer glaubten, aber sie waren nicht auf den hohen Stufen, mit denen Abraham gekrönt wurde.

201) Abraham wurde erst „einer“ genannt, als er in Isaak und Jakob eingeschlossen wurde. Als er mit Isaak und Jakob vermischt wurde und alle drei zusammen zu den Vorvätern der Welt wurden, wurde Abraham „einer“ genannt. Mit anderen Worten, nachdem er als eins mit allen drei Linien vermischt worden war, wurde er „einer“ genannt, und nicht vorher. Zu diesem Zeitpunkt wurde er „ein Apfel“ in der Welt genannt, was bedeutet, dass er drei Farben hat – weiß, rot und grün – wie ein Apfel, was auf die drei Linien hindeutet; und er übertraf alle Menschen seiner Generation.

202) „Wie ein Apfelbaum unter den Bäumen des Waldes“ ist der Schöpfer, die Rechte Linie. „Mein Geliebter“ ist der Schöpfer, die Linke Linie. „In seinem Schatten“ ist der Schöpfer, die Mittlere Linie. „Ich nahm große Freude und saß“, an dem Tag, als der Schöpfer auf dem Berg Sinai erschien, Israel die Tora empfing und sagte: „Wir werden tun und wir werden hören.“ Dann sagte die Shechina: „Ich nahm große Freude und saß.“

203) „Und seine Frucht war süß für meinen Geschmack“ sind die Worte der Tora, die süßer sind als Honig und die Honigwabe. „Und seine Frucht war süß für meinen Geschmack“ sind die Seelen der Gerechten, die alle die Früchte der Taten des Schöpfers sind und mit Ihm oben stehen.

204) Die Seelen der Welt, die die Früchte der Handlungen des Schöpfers sind, sind alle eins. Oben ist es noch nicht ersichtlich, dass sie männlich und weiblich sind, bis alle Seelen in der Form von männlich und weiblich herabsteigen und jede Seele männlich und weiblich als eine Einheit verbunden ist.

205) Das Begehren des Weiblichen nach dem Männlichen zeugt eine Seele (Nefesh). Und auch das Begehren des Männlichen nach dem Weiblichen und seine Anhaftung an sie bringt eine Seele hervor, welche die Seele aus dem Begehren des Weiblichen einschließt und sie aufnimmt. So ist das Begehren des Unteren, des Weiblichen, im Begehren des Höheren, des Männlichen, eingeschlossen, und die beiden Seelen werden eins, ohne Trennung.

206) Und dann enthält das Weibliche alles, nimmt beide Seelen auf und wird vom Männlichen in ihnen befruchtet. Das Begehren der beiden verbindet sich, und sie werden eins. Daher ist alles miteinander vermischt, und wenn die Seelen herauskommen, sind männlich und weiblich in ihnen als eins vermischt.

207) Danach, wenn sie in die Welt herabsteigen, trennen sich das Männliche und das Weibliche voneinander; der eine wendet sich in diese Richtung und der andere in jene Richtung, und später macht der Schöpfer einen Siwug zwischen ihnen. Aber der Schlüssel für den Siwug wird niemand anderem als dem Schöpfer gegeben, denn einzig und allein Er kennt ihren Siwug, um sie richtig zu vereinen, damit sie männlich und weiblich derselben Seele werden.

208) Glücklich ist der Mensch, der durch seine Handlungen damit belohnt wird auf dem Weg der Wahrheit zu wandeln, eine Seele mit einer Seele für ihn zu vereinen, männlich und weiblich, so wie sie waren, bevor sie in die Welt hinabstiegen. Wenn er aber nicht belohnt wird, wird ihm sein Partner nicht gegeben. Deshalb steht über ihn geschrieben: „Und seine Frucht war süß für meinen Geschmack“, da dieser Mensch mit einer passenden Korrektur von Männlich und Weiblich gesegnet wurde. Zudem wird die Welt mit süßen Früchten von ihm gesegnet sein, nämlich würdigen Nachkommen, da alles von den Handlungen des Menschen abhängt, davon, ob er belohnt wurde oder nicht.

209) Der Schöpfer hat zur Versammlung Israels, der Shechina, gesagt: „Von mir stammt eure Frucht.“ Es heißt nicht: „Stammt meine Frucht“, sondern: „Eure Frucht“, was auf das Begehren des Weiblichen hinweist, die das Weibliche der Seele ausmacht, das in der Kraft des Männlichen enthalten ist. Zudem ist die Seele des Weiblichen in der Seele des Männlichen eingeschlossen, und sie werden eins, ineinander vermischt. Danach werden sie in der Welt getrennt.

In der Tat ist die Frucht des Weiblichen durch die Kraft des Männlichen in der Welt vorhanden. „Eure Frucht“, die Früchte des Weiblichen, die Seele, die durch ihr Begehren ausgebreitet wird. Der Text sagt uns, dass selbst die Seele des Weiblichen nicht aus ihrem eigenen Selbst stammt, sondern aus ihrer Einschließung in die Seele des Männlichen. Deshalb hat Er gesagt: „Von Mir stammt eure Frucht.“

210) „Von Mir stammt eure Furcht.“ Dies ist so, weil durch das Begehren des Weiblichen selbst, aus dem das Weibliche der Seele kommt, die Frucht des Männlichen gefunden wird. Gäbe es nicht das Begehren des Weiblichen nach dem Männlichen, gäbe es keine Früchte auf der Welt, das heißt, es gäbe keine Nachkommen.