NaRaN
151) Dies ist die Nefesh. Während ihres Begehrens erhebt sie sich zum Schöpfer und haftet nicht an anderen Arten von Licht, sie folgt ihrer eigenen heiligen Art, an dem Platz, aus dem sie entstand, welcher die Nukwa ist, aus der die Nefesh entsteht und ausgebreitet wird. Deshalb steht geschrieben: „Mit meiner Seele habe ich Dich in der Nacht begehrt“, um Dir zu nachzujagen, an Dir zu haften und nicht von einer anderen Art, einer fremden, angelockt zu werden.
152) Meine Seele (Nefesh) ist was nachts regiert und ihrer Stufe, der Nukwa von SA, nachjagt, um an ihr zu haften. Es steht geschrieben: „Mit meiner Seele habe ich Dich in der Nacht begehrt“, womit die Nefesh gemeint ist, die in der Nacht regiert, denn dann erhebt sie sich und offenbart sich dem König. Und der Ruach regiert am Tag, so wie es geschrieben steht: „Mit meinem Geist (Ruach) in mir habe ich Dich ernsthaft gesucht.“
Mit anderen Worten werden Nefesh-Ruach von SoN ausgebreitet – der Ruach von SA, Chassadim und die Nefesh von der Nukwa. So wie SA tagsüber herrscht, herrscht der Ruach tagsüber. Und so wie die Nukwa nachts herrscht, wie es geschrieben steht: „Sie erhebt sich, während es noch Nacht ist“, herrscht die Nefesh nachts, denn sie ähnelt der Nukwa, in der es das “Sehen” gibt. Aber die übrigen Stufen – Ruach und Neshama –, die von SA und Bina ausgebreitet werden, steigen nicht auf, um vor dem König gesehen zu werden, weil es in ihnen kein Sehen gibt.
153) Nefesh-Ruach sind nicht zwei voneinander getrennte Stufen. Vielmehr sind sie eine Stufe, also zwei, die miteinander verbunden sind. Und es gibt eine, die ihnen überstellt ist, sie regiert und an ihnen haftet, während sie an ihr haften. Und diese wird Neshama genannt.
154) Alle Stufen steigen in Chochma auf, denn wenn die Stufen einander betrachten, schaut der Mensch in das obere Chochma, und die Neshama tritt in Nefesh-Ruach ein und sie haften an ihr. Wenn die Neshama regiert, gilt ein Mann als heilig, vollkommen und er ist eines Willens mit dem Schöpfer.
155) Nefesh ist eine niedrigere Erweckung aus den Lichtern NaRaN. Sie ist dem Guf (Körper) nahe und nährt ihn, der Guf haftet an ihr und sie haftet am Guf. Danach wird die Nefesh durch gute Taten, die ein Mensch vollbringt, korrigiert, und sie wird zu einem Thron, auf dem der Ruach sein kann, durch die Erweckung der Nefesh, die am Guf haftet, so wie es geschrieben steht: „Bis der Geist aus der Höhe auf uns ausgegossen wird.“
156) Nachdem diese beiden, Nefesh und Ruach, korrigiert wurden sind sie dazu bestimmt, eine Neshama zu empfangen, da der Ruach zu einem Thron geworden ist, auf dem die Neshama sitzen kann. Diese Neshama ist allen überlegen und verborgen, unerreichbar, verborgener als alles, was verborgen ist.
157) Daraus folgt, dass es einen Thron für einen Thron gibt, die Nefesh also ein Thron für den Ruach ist, der wiederum ein Thron ist; ein Thron für den über ihnen, da der Ruach ein Thron für die Neshama ist, welche ihnen überlegen ist. Wenn man die Stufen untersucht, wird man feststellen, wie das Licht Chochma durch diese NaRaN gezogen wird, und all das ist eine Weisheit (Chochma), durch die man verborgene Dinge erlangen kann.
158) Nefesh ist eine niedrige Erweckung, die am Guf haftet, wie Kerzenlicht, dessen unteres Licht schwarz ist, am Docht haftet, ihn nicht verlässt und einzig und allein in ihm korrigiert wird. Und wenn das schwarze Licht korrigiert wird und am Docht haftet, wird es zum Thron für das weiße Licht darüber, denn es schwebt über dem schwarzen Licht. Und dieses weiße Licht entspricht dem Or Ruach.
159) Sobald beide korrigiert sind, das schwarze Licht und das weiße Licht darüber, wird das weiße Licht zum Thron für ein verborgenes Licht, und es wird weder gesehen noch erkannt, dass es über dem weißen Licht schwebt. Es entspricht dem Or Neshama und ist ein vollkommenes Licht. So gibt es bei einer Kerze drei Lichter, die übereinander liegen:
1) das schwarze Licht, das am Docht haftet, unter allen anderen;
2) das weiße Licht über dem schwarzen Licht;
3) das verborgene, unbekannte Licht über dem weißen Licht.
Ebenso hat ein Mensch, der in allem vollkommen ist, drei Lichter, eines über dem anderen, NaRaN, wie beim Kerzenlicht. Und dann wird ein Mensch „heilig“ genannt, so wie es geschrieben steht: „Was die Heiligen betrifft, die auf der Erde sind.“
160) Als Abraham in das Land kam, erschien ihm der Schöpfer, so wie es geschrieben steht: “Und er baute dort einen Altar für den Ewigen, der ihm erschienen war.“ Er erlangte dort das Or Nefesh und errichtete einen Altar für diese Stufe. Danach steht geschrieben: „Er ging weiter in Richtung Negev“, wodurch er das Or Ruach erlangte. Als er sich anschließend erhebt, um am Or Neshama, der verborgenen Welt, anzuhaften, steht geschrieben: „Und er baute dort einen Altar für den Ewigen.“ Es steht jedoch nicht geschrieben: „Dem Ewigen, der sich ihm offenbarte“, denn das bezieht sich auf die Neshama, die verborgener ist als alles Verborgene. Deshalb steht über sie nicht geschrieben, so wie es über das Or Nefesh geschrieben steht: „Dem Ewigen, der sich ihm offenbarte.“
161) Danach wusste Abraham, dass er weiter gereinigt und mit Stufen gekrönt werden musste. Sofort „ging Abram nach Ägypten hinab“, wurde von dort gerettet und nicht in ihre Lichter gelockt. So wurde er gereinigt und kehrte an seinen Platz zurück.
Als er nach Ägypten hinabstieg und dort gereinigt wurde, ging Abram prompt „von Ägypten hinauf in den Negev“. Er ging tatsächlich hinauf, was bedeutet, dass er eine Stufe aufstieg, weil er mit dem Or Chaja, Chochma der Rechten, belohnt wurde, und er kehrte an seinen Platz zurück, in das Land Israel, und hielt am höheren Glauben fest, so wie es geschrieben steht: „Zum Negev“, was Chochma der Rechten bedeutet, was Chessed ist, das sich zur Zeit von Gadlut erhebt und zu Chochma wird. Es gibt jedoch auch in dieser Stufe fünf Stufen NaRaNCHaY, und nun wurde er mit den ersten Stufen in ihr belohnt.
162) Von nun an kannte Abraham die Höhere Chochma und hielt am Schöpfer fest und wurde zur rechten Seite der Welt. Deshalb steht geschrieben: „Und Abram war sehr schwer mit Vieh, Silber und Gold.“ „Sehr schwer“ bedeutet aus dem Osten, Tiferet. „Mit Vieh“ bedeutet aus dem Westen, Malchut. ‚Und Silber‘ kommt aus dem Süden, Chochma, und ‚Und Gold‘ bedeutet aus dem Norden, Bina.
163) Alle Freunde kamen und küssten Rabbi Shimons Hände. Sie weinten: ‚Wehe, wenn du die Welt verlässt, wer wird dann das Licht der Tora entzünden?‘ Glücklich sind die Freunde, die diese Worte der Tora aus deinem Mund gehört haben.