Eine Stadt und ein Turm
335) Es steht geschrieben: „Und die ganze Erde hatte eine Sprache und einerlei Worte.“ Alle doppelten Organe, so wie Augen, Ohren und Lippen, entstehen durch das Einschließen der beiden Punkte – Bina und Malchut – ineinander, einer von Bina und einer von Malchut. Es gab keine Offenbarung im Punkt der Eigenschaft von Din, den eisernen Werkzeugen. Vielmehr wurde alles einzig und allein auf dem Punkt der Eigenschaft von Rachamim aufgebaut. Daraus folgt, dass ein Siwug de Hakaa, der in den Lippen, der Rede, ausgeführt wird, nicht in beiden Lippen, sondern nur in der Oberlippe, der Eigenschaft von Rachamim, ausgeführt wurde.
„Und die ganze Erde hatte eine Sprache“ bedeutet, dass der Siwug de Hakaa, die Rede (Worte), noch nicht beide Lippen (Safa bedeutet sowohl ‚Lippe‘ als auch ‚Sprache‘), beide Punkte umfasste. Der Siwug de Hakaa fand nur in einer Lippe statt. Deshalb bedeutet ‚einerlei Worte‘, dass es noch keine Trennung in den Welten gab und alles vereint und verbunden war.
Es steht geschrieben: “Und es begab sich, als sie aus dem Osten (Kedem) kamen.“ Sie zogen von dem Ursprünglichen (Kadmon) der Welt fort, was bedeutet, dass sie das Leuchten der Linken Linie von oben nach unten ausbreiteten, was der Ursprüngliche der Welt ihnen verbot. Daher „Und sie fanden ein Tal im Lande Sinear“, von dem aus sich die Dinim nach allen Seiten ausbreiteten. Dies ist der Anfang, der Beginn der Trennung der Malchut von der Kedusha, so wie es geschrieben steht: „Und Gott hat das eine dem anderen entgegengesetzt.“ Es gibt auch vier Phasen CHuB TuM in den Klipot. Die Klipa von Babylon ist Chochma der Klipa, der Rosh aller Klipot.
336) Es steht jedoch geschrieben: „Und ein Fluss ging von Eden aus, um den Garten zu bewässern, und von dort aus teilte er sich.“ Wie kann es also heißen, dass das Tal im Land Sinear der Beginn der Trennung ist? Die Trennung beginnt nach Malchut von Azilut, dem Garten. Weil sie von dort, vom Garten, weg gingen, fanden sie ein Tal im Lande Sinear und es kam zur Trennung. Wenn sie sich aber dort im Garten versammeln, um zu saugen, und von dort kein Leuchten der Linken nach unten ziehen, dann gibt es dort keine Trennung. Deshalb steht über den Garten geschrieben: „und von dort aus teilte er sich.“
Aber die Trennung erfolgt speziell beim Aufbruch aus dem Garten, wie es geschrieben steht: „Und es begab sich, als sie aus dem Osten reisten“, aus dem Garten, „und sie fanden ein Tal.“ Wären sie nicht von dort aufgebrochen, würden sie im Land Sinear kein Tal finden und wären nicht von der Kedusha getrennt. Deshalb gilt das Tal im Land Sinear als Beginn der Trennung.
337) „Und die ganze Erde hatte eine Sprache und einerlei Worte.“ Zu dieser Zeit war die Welt in Jessod, in der Essenz und in einer Wurzel, in der Eigenschaft von Rachamim, und sie waren eines Glaubens, an den Schöpfer, um nicht vor Ihm zu sündigen. „Und es begab sich, als sie aus dem Osten kamen“, bedeutet, dass sie aus dem Osten und dem Wesen der Welt kamen, dem Glauben aller. ‚Sie fanden ein Tal‘, bedeutet, dass sie einen solchen Fund machten, dass sie den höheren Glauben verließen.
338) „Und der Beginn seines (Nimrods) Königreichs war Babel“, denn von dort nahm er die Kraft, um dem Bereich des Sitra Achra anzuhaften. „Und sie fanden ein Tal im Land Sinear“, bedeutet, dass sie von dort das Verlangen in ihren Herzen nahmen, den Bereich des Höheren zu verlassen und in den Bereich des anderen einzutreten. Das Land Sinear ist also Babylon, der Beginn und die Wurzel der Trennung vom Schöpfer.
Das ist so, weil der Bau der Klipot mit der Sünde des Baumes der Erkenntnis begann. Obwohl sie schon vor der Sünde des Baumes der Erkenntnis austraten, da die Klipot nur ein Maß für die Offenbarung von Mängeln in der Kedusha sind, entstand von der ersten Einschränkung an - als der Mangel des Empfangens in Malchut offenbar wurde und sie es vermied, Or Yashar in sich zu empfangen - ihr gegenüber die Malchut der Klipot. Und in dem Maße, in dem diese Malchut der Kedusha in SA eingeschlossen war, entstand auch SA der Klipa.
Aber SoN der Klipot haben keine tatsächliche Kraft, sich zu trennen; sie sind einzig und allein Gegenwart ohne jegliche Kraft, da diese Verminderung in Malchut der Kedusha, aus der sie hervorgingen, keine tatsächliche Verminderung war. Im Gegenteil, durch diese Verminderung wurde Malchut in dem Siwug de Hakaa gegründet und sie erschuf alle Welten; sie ist voller Pracht und Herrlichkeit. Obwohl SoN der Klipot aufgrund der ersten Einschränkung geschaffen wurden, geschah dies ohne jegliche Kraft des Schadens oder der Trennung.
Der Beginn der Kraft der Trennung offenbarte sich in ihnen in der Sünde des Baumes der Erkenntnis. Sobald Malchut mit den Kelim von Bina gebildet wurde und Or Yashar in ihnen empfing, und durch die Sünde des Baumes der Erkenntnis die Eigenschaft von Din in ihr wieder auftauchte – dass sie nicht fähig ist zu empfangen und alle Lichter von ihr flohen – offenbarte sich ein tatsächlicher Fehler in Malchut. Und da Bina in ihr eingeschlossen war, erreichte dieser Fehler auch Bina. Und in dem Maße, in dem Bina zu Chochma zurückkehrte, um Chochma an SoN zu geben, erreichte ein Teil des Makels auch SoN.
Das Wesen der Sünde des Baumes der Erkenntnis war die Ausdehnung des Leuchtens von Chochma von oben nach unten. Aus diesem Grund erscheinen hier vier Mängel in der Kedusha, die CHuB und SoN entsprechen, und vier Phasen CHuB TuM der Klipot wurden aus diesen Mängeln heraus gebildet.
Doch mit der Bestrafung durch die Sintflut und dem Entstehen von Noah und seinen Söhnen aus der Arche und dem Darbringen des Opfers wurde ein Großteil der Sünde des Baumes der Erkenntnis korrigiert und der Schmutz der Schlange wurde so gut wie annulliert, so wie bei der Gabe der Tora. Aus diesem Grund wurden die Klipot vorübergehend aufgehoben und hatten in CHuB keine Wurzel und keinen Bestand, sondern lediglich SoN, so wie vor der Sünde des Baumes der Erkenntnis, so wie es geschrieben steht: „Und die ganze Erde hatte eine Sprache und eine Rede“, als es in den Welten keine Kraft der Trennung gab.
„Und es begab sich, dass sie aus dem Osten kamen“, aus dem Osten und dem Wesen der Welt. Das heißt, sie waren sich in ihrem Verstand einig dem Rat der Schlange zu folgen und zu sündigen, indem sie Chochma von oben nach unten zogen. ‚Und sie fanden ein Tal‘, sie fanden Bina der Klipa, die bereits aus den Welten ausgelöscht und von dort verschwunden war. Jetzt ist sie wieder aufgetaucht und sie haben sie gefunden, weil sie von dem Ursprünglichen der Welt ausgezogen sind und der Schmutz der Schlange in ihnen zum Vorschein kam.
Aus diesem Grund offenbarte sich Bina der Klipa sofort in ihnen, aber nur in Bezug auf die Katnut in ihr, die „Tal“ genannt wird; ein Name, der auf die Zeit der Spaltung der Stufe hinweist, die in Bina durch die Aufnahme von Malchut in sich erfolgte. Der Makel von Malchut ist mit Bina vermischt. Bina der Klipa wurde aus diesem Makel heraus gebildet, und in ihr sündigten sie und kamen unter dem höheren Glauben, Bina, hervor, da Malchut „Glaube“ genannt wird und Bina „der höhere Glaube“, so wie es geschrieben steht: „Und sie fanden ein Tal“, also Katnut und den Makel.
„Im Lande Sinear“ ist Bina der Klipa. ‚Und sie wohnten dort‘ bedeutet, dass sie sie zu einer Siedlung korrigierten, dass sie die Vollkommenheit der Kelim wieder auf sie ausbreiteten, so dass sie den Mochin von Chochma würdig wurde. Die Katnut wird als Wüste betrachtet, die für Menschen unbewohnbar ist. Gadlut wird als Siedlung betrachtet.
Sie sagten sofort: „Lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis in den Himmel reicht“, was bedeutet, dass sie GaR von CHuB zu dieser Bina der Klipa, die „Stadt“ und „Turm“ genannt wird, ziehen, und zwar so, dass sie von oben nach unten durch diese Welt leuchten. Auf diese Weise bildeten sie Chochma der Klipa. Daraus folgt nun, dass das Land Sinear durch ihre Macht als Chochma der Klipa gebildet wurde.
339) Es steht geschrieben: „Und die Frevler sind wie das aufgewühlte Meer, denn es kann nicht ruhen, und seine Wasser werfen Schlamm und Schmutz auf.“ Wenn das Meer seinen Platz der Korrektur verlässt und seine Grenzen überschreitet, um über den Sand hinauszugehen, der seine Grenze ist, und sich ins Land zu ergießen, werfen seine Wasser auf und es verlässt seinen Platz wie ein Mensch, der vom Wein betrunken ist. Es bleibt nicht an seinem Platz, sondern steigt und fällt, „denn es kann nicht ruhen, und sein Wasser wirft Schlamm und Schmutz auf.“ Sein Wasser bringt den ganzen Schmutz der Welt und den ganzen Dreck vom Meeresboden zu den Ufern.
340) Ähnlich verhält es sich mit den Frevlern der Generation Babylons, die den korrigierten Weg verließen, dem Ursprünglichen der Welt; und sie gingen ohne Korrektur, so wie Betrunkene, die Bina der Klipa anhaften. Sie verließen den geraden Weg und begaben sich auf einen gewundenen Weg, in das Tal im Land Sinear, das der Makel ist, den sie dort gefunden hatten. „Es kann nicht ruhen“, weil die Krümmung auf ihrem Weg, die der Fehler ist, den sie darin gefunden hatten, dazu führte, dass sie ohne Korrektur und ohne Ruhe weitergingen, bis sie sagten: ‚Lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen‘, was bedeutet, dass sie die CHuB der Klipot bauten.
341) Außerdem wurden sie voller Zorn, als sie sagten: ‚Lasst uns … bauen‘, denn damit wollten sie ihre Begeisterung stillen, und alle, die gierig sind, sind zornig. Es steht geschrieben: „Und seine Wasser werfen Schlamm und Schmutz auf.“ Die Klipot werden „Schlamm“ und „Schmutz“ genannt. Sie alle brachten Dreck und Ekel aus ihrem Mund hervor, durch den Schmutz der Schlange, den sie ausgebreitet haben, indem sie sagten: „Lasst uns … bauen“, bis sie mit dem Schmutz der Unreinheit der Schlange befleckt waren und die Schlange sie befleckte.
342) „Lasst uns … bauen.“ „Lasst uns“ ist eine Einladung, sprechen, ohne zu handeln. Aber die Worte, die sie sagten, haben den Bau einer Stadt und eines Turms darüber verursacht; und sie alle kamen durch den üblen Rat, sich gegen den Schöpfer aufzulehnen, und kamen mit Unsinn und Torheit des Herzens.
343) Unsinn hat ihr Herz eingenommen, aber sie kamen mit Chochma der Klipa, um aus dem Bereich des Höheren Heiligen in einen anderen Bereich zu gelangen, zu den Klipot, und die Herrlichkeit des Schöpfers durch die Herrlichkeit eines fremden Gottes zu ersetzen. In dieser ganzen Sache liegt erhabene Weisheit.
344) Als sie kamen und sich in diesem Tal, einem fremden Gebiet - im Makel von Bina der Klipa - niederließen, wurde ihnen offenbart, dass dieser Platz zwischen den Fischen des Meeres - den Stufen von Chochma - feststeckt. Die Vollkommenheit der Kelim dieser Bina wurde ihnen offenbart, dass sie es wert war, von Menschen bewohnt zu werden - Chochma zu empfangen. Sie sagten: „Hier ist der Platz“, um sich zu setzen und das Herz zu stählen, damit sie – die Unteren – sich daran erfreuen würden, was bedeutet, von oben nach unten zu ziehen, was der Platz der Klipot ist. Sie sagten sofort: „Lasst uns eine Stadt bauen“, was bedeutet, an diesem Ort eine Stadt und einen Turm zu gründen.
345) „Und lasst uns einen Namen machen.“ Dieser Platz – der Platz der Klipot – wird für uns so sein wie Gott, und kein anderer Platz. „Zu diesem Platz werden wir eine Stadt und einen Turm bauen“, um CHuB der Klipot zu ziehen. „Warum müssen wir aufzusteigen“, also von unten nach oben ziehen, „wenn wir uns nicht von dort aus erfreuen können? Hier ist ein Platz gegründet, um von oben nach unten zu ziehen.“ ‚Und lasst uns einen Namen machen‘ bedeutet, dass Gott dort wirken soll, ‚damit wir nicht zerstreut werden‘, also in andere Stufen und in die vier Richtungen der Welt verstreut werden.
346) Die Erbauer der Stadt und des Turms sprachen die heilige Sprache, die die Dienenden Engel kannten. Sie sprachen keine andere Sprache. Deshalb steht geschrieben: „Und nun wird nichts, was sie beschließen, für sie unmöglich sein.“ Hätten sie eine andere Sprache gesprochen, die die hohen Engel nicht kannten, wäre ihr Vorhaben vereitelt worden, denn das Wirken der Dämonen ist nur für einen Moment, nur damit die Menschen es sehen können, sichtbar und nicht mehr.
Es steht geschrieben: „Und die ganze Erde hatte eine Sprache.“ „Eine Sprache“ bedeutet ‚die heilige Sprache‘. Weil sie die heilige Sprache sprachen, schworen sie die hohen Engel ein, ihnen bei ihrem Bau zu helfen. Deshalb “wird nichts, was sie beschließen, für sie unmöglich sein”. Hätten sie nicht die heilige Sprache gesprochen, hätten sie auch nicht die Hilfe der Engel gehabt, und ihre Handlungen wären wie die Handlungen von Dämonen gewesen, die nur für einen Moment existieren und dann sofort von selbst verschwinden.
347) Sie kannten die höheren Stufen, jede an ihrem Platz. Auch änderte sich ihre Stufe nicht, weshalb es geschrieben steht: „Und von einer Rede.“ Das heißt, die Stufen waren für sie so klar wie eine Rede, bei der es keine Mühe braucht, sie zu verstehen. Deshalb ersannen sie einen schlechten Rat, den Rat von Chochma, wie es geschrieben steht: „Lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen“, was als Chochma der Klipot angesehen wird.
348) Alles ist in Chochma. Sie wollten die Sitra Achra im Land erhöhen und die Sitra Achra anbeten, weil sie wussten, dass alle bösen Urteile von dort auf die Welten herabkommen. Dadurch wollten sie die Stufe der Kedusha abstoßen.
349) „Eine Stadt und ein Turm“ ist das Höhere Chochma. Sie wussten, dass der heilige Name Malchut nicht auf der Erde gestärkt wird, sondern in einer Stadt und einem Turm. Eine Stadt ist so, wie es geschrieben steht: „Von der Stadt Davids ist Zion.“ Ein Turm ist so, wie es geschrieben steht: „Wie der Turm Davids ist dein Hals.“ So wird der heilige Name, das Königreich Davids, auch mit diesen Namen „Stadt“ und „Turm“ bezeichnet, wenn Malchut Chochma zieht. Auch sie arbeiteten in Chochma der Sitra Achra, um die Herrschaft der Sitra Achra, als das Gegenteil von Malchut, im Land aufrechtzuerhalten und um die Malchut, die „Herr der ganzen Erde“ genannt wird, von ihrem Platz zu vertreiben und sie zu einem Lebensraum und einer Wohnstätte für die Sitra Achra im Land zu machen.
350) „Und lasst uns uns einen Namen machen“, wie die Kedusha dort oben. Wir werden sie unter uns stärken, damit sie zu einem Namen im Land wird. So wie die Kedusha von unten nach oben glänzt, so werden wir von oben nach unten zur Erde ziehen. „Damit wir nicht zerstreut werden.“ Sie wussten, dass sie auf dem Angesicht der Erde zerstreut würden, und schlossen sich daher weise zusammen, um die Arbeit einer Stadt und eines Turms zu verrichten.
351) Die Sitra Achra ist männlich und weiblich. Sie sind die Kraft des Schmutzes des harten Urteils. Als Adam am Baum der Erkenntnis sündigte und durch ihn das Männliche und Weibliche der Sitra Achra in der Welt gestärkt wurden, ließen sie dadurch die Sitra Achra stärker werden, wie es geschrieben steht: „Welches die Söhne der Menschen bauten“, die Söhne Adams haRishon, welche die Sitra Achra über die Welt brachten und ihr Macht verliehen.
Er ist die böse Seite. Weil die Seite der Kedusha keine Herrschaft in dieser Welt hat, sondern in einer Stadt und einem Turm, überlegten sie auch, eine Stadt und einen Turm zu bauen, um diese böse Seite in der Welt zu verankern.
352) „Und der Ewige stieg herab, um die Stadt und den Turm zu sehen, die die Söhne der Menschen gebaut hatten.“ Dieser heilige Name stieg herab, um die Arbeit zu betrachten, das Gebäude, das sie gebaut hatten. Und sie sprachen in der heiligen Sprache mit allen heiligen Stufen. Sie legten Eide ab und waren erfolgreich. Sobald die Kedusha herabkam, kamen all diese Stufen durcheinander, die Höheren stiegen herab, die Unteren stiegen auf, und sie standen nicht mehr auf dem geraden Weg so wie zuvor. Daher konnten sie keine Eide mehr leisten, weil sich die Namen für sie geändert hatten. Daraufhin verwirrte Er ihre Sprache in siebzig Sprachen und sie zerstreuten sich in alle Richtungen.
353) Es gibt einen Beauftragten am Firmament, der alle Schlüssel zu den Taten in der Welt besitzt. Er steht nur zu bestimmten Stunden und Momenten des Tages für diejenigen bereit, die ihn wollen. Sie kannten die Weisheit und die Geheimnisse dieses Beauftragten, und mit den Worten ihres Mundes öffneten und schlossen sie alle Tore von allem, was verhüllt ist. Durch die Eide, die sie mit ihren Mündern - mit den Worten ihres Mundes gegenüber diesem Beauftragten - schlossen, gelang es ihnen, die Stadt und den Turm zu bauen, weil er der Minister der Welt und ihr Anführer war. Sobald die Worte in ihrem Mund durcheinandergeraten waren, wurde ihnen alles verwehrt, da sie nicht mehr wussten, wie sie diesem Beauftragten Eide schwören sollten.
354) Sie fanden einen passenden und geeigneten Platz in diesem Tal. Das ist das Verborgenste. „Und sie fanden ein Tal“, einen geeigneten Platz für die böse Seite, die sie verstärken wollten und die ihnen verwehrt wurde. Die Kraft dieser Seite blieb in diesem Tal hängen, um gerächt zu werden, bis sie mit Heerscharen und Lagern dorthin zogen, so wie diejenigen, welche die Stadt und den Turm bauten, die Söhne Efraims. Dann wurden sie alle dieser Seite gegeben und wurden dort getötet.
355) Diejenigen, die am Ende der Tage nicht hinausgehen wollten, d. h. die Söhne Efraims, die Ägypten vorzeitig verließen, wurden erschreckt und fielen zum Ende der Tage - an jenen Platz, dessen Kraft bereits zur Zeit der Generation Babylons in jenem Tal geschwächt worden war. Nun verstärkte es sich wegen ihrer Schuld noch einmal und tötete sie. Es steht geschrieben: „Und (Er) setzte mich mitten in das Tal, und es war voller Knochen.“
356) Die Sitra Achra wurde durch das Standbild, das Nebukadnezar errichtete, gestärkt, dann wurde ihre Macht durch die Gebeine der Söhne Efraims, die Hesekiel wieder zum Leben erweckt hat, gebrochen. Durch das Standbild der Ersten, die wiedererweckt wurden und sich erhoben, wurde das Bild, das Nebukadnezar gemacht hatte, zerbrochen.
357) Da erkannten alle Menschen der Welt, dass es keinen Gott gibt außer dem Schöpfer. Zudem wurde der Name durch Hananja, Mischael und Asarja geheiligt. Auch das führte zum Zerbrechen der Macht der Sitra Achra.
All dies geschah am selben Tag. Deshalb steht geschrieben: „Sie werden den Heiligen Jakobs heiligen und den Gott Israels verehren.“ Diese drei Ereignisse – Hesekiels Wiedererweckung der Toten, die Heiligung des Namens durch Hananja, Misael und Asarja und Nebukadnezars Zerstörung des Standbildes – fanden alle am selben Tag statt. An diesem Tag geschahen sechs Wunder.
358) „Und der Ewige stieg herab, um die Stadt und den Turm zu sehen.“ Das ist einer der zehn Fälle, in denen die Shechina auf die Erde herabkam. Was musste Er sehen, was Er vorher nicht wusste? Sehen bedeutet, mit der Eigenschaft von Din zu überwachen, so wie es geschrieben steht: „Wer den Ewigen fürchtet, wird über euch herrschen.“
359) Es steht nicht geschrieben: „um das Volk zu sehen“, sondern: „um die Stadt und den Turm sehen.“ Wenn der Schöpfer überwacht, um in der Eigenschaft von Din zu handeln, überwacht Er zuerst in der oberen Stufe, der Wurzel, und dann in der unteren Stufe, dem Zweig, zuerst in den Höheren, dann in den Unteren. Da die Stadt und der Turm bis in die oberen Welten reichen, war die Vorsehung von oben zuerst in ihnen, d. h. in der Stadt und im Turm in den oberen Welten.
360) „Die die Söhne der Menschen bauten.“ „Die Söhne der Menschen“ deutet an, dass sie die Söhne von Adam haRishon waren, der sich gegen seinen Herrn auflehnte und den Tod in die Welt brachte. Das heißt, sie sind seinen Handlungen nachgeraten. „Die die Söhne der Menschen bauten.“ Natürlich haben sie ein Gebäude gebaut – obwohl sie sagten: ‚Lasst uns für uns bauen‘, was nur eine Einladung ist –, denn durch das Sagen veranlassten sie, dass es oben gebaut wird. Das heißt, sie sprachen Eide mit ihrem Mund, durch die die Stadt und der Turm gebaut wurden.