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Kabbala Bibliothek Startseite / Rashbi / Sohar für Alle / Band 2 / Noach / Der Ewige hat getan, was er sich vorgenommen hat

Der Ewige hat getan, was er sich vorgenommen hat

46) „Der Ewige hat getan, was er sich vorgenommen hat; er hat sein Wort ausgeführt, das er in den Tagen der Vorzeit geboten hat.“

47) „Er hat sein Wort ausgeführt“ bedeutet, dass er sein Gewand der Herrlichkeit zerriss, das als „Gewand des Königtums“ bezeichnet wird. „Das er in den Tagen der Vorzeit geboten hat.“ Er befahl dieses Gewand des Königtums aus jenen höheren Tagen der Vorzeit, den Sefirot von Parzuf Atik, die als „Tage der Vorzeit“ bezeichnet werden. Er zerriss es an dem Tag, an dem der Tempel zerstört wurde, denn dieses Gewand des Königtums ist seine Herrlichkeit und seine Korrektur.

Malchut wird die „Herrlichkeit des Schöpfers“ genannt. Sie ist Seine Korrektur, weil Er von ihr mit Mochin des Leuchtens von Chochma, korrigiert wird. Das Er es zerriss, bedeutet, dass die oberen neun sie verlassen haben und ein Zehntel von ihr übrig bleibt.

48) „Der Ewige hat getan, was Er sich vorgenommen hat.“ Ist es die Art des Königs, darüber nachzudenken, seinen Söhnen Schaden zuzufügen, noch bevor sie zur Sünde kommen? Es ist wie bei einem König, der ein kostbares Gefäß besass. Jeden Tag fürchtete er, dass es zerbrechen würde, also schaute er es an und es war gerade in seinen Augen. Mit der Zeit kam der Sohn und verärgerte den König. Der König nahm das kostbare Gefäß und zerbrach es, so wie es geschrieben steht: „Der Ewige hat getan, was Er sich vorgenommen hat.“

49) Seit dem Tag, an dem der Tempel gebaut wurde, schaute der Schöpfer in ihn hinein, und er mochte ihn sehr. Er fürchtete, dass Israel sündigen und der Tempel zerstört würde. So trug Er jedes Mal, wenn Er zum Tempel kam, das Gewand des Königtums, was bedeutet, dass Er einen Siwug mit Malchut durchführte. Nachdem sie die Sünden begangen und den König erzürnt hatten, wurde der Tempel zerstört und Er zerriss das Gewand des Königtums, so wie es geschrieben steht: „Der Ewige hat getan, was Er sich vorgenommen hat; Er hat Sein Wort ausgeführt.“

50) „Sein Wort“ ist Malchut. Zuerst saß sie auf dem obersten Ast, und der König wurde mit ihr als Krone auf seinem Kopf gekrönt, mit dem Baum der Seelen vor ihm, bevor sie in die Welt kamen. Jetzt, da der Tempel zerstört wurde, riss Er ihn ab, was bedeutet, dass die oberen neun sie verlassen haben und sie nur noch mit dem Licht von Nefesh zurückblieb. Und dann, als der Tempel zerstört wurde, hatte sich vor Ihm Traurigkeit gebildet, aber nur in den äußeren Gebäuden, nicht in den inneren, so wie es geschrieben steht: „Aber ihre tapferen Menschen weinen draußen“, also nur außen.

51) „Und an jenem Tag rief der Ewige, der Gott der Heerscharen, zum Weinen und Klagen auf.“ erst als der Tempel zerstört wurde, rief Er zum Weinen und Klagen auf. Aber zu keinen anderen Zeiten gibt es so viel Freude vor dem Schöpfer, als wenn die Frevler der Welt und diejenigen, die Ihn erzürnen, von der Welt verloren sind, wie es geschrieben steht: „Wenn die Frevler zugrunde gehen, wird gesungen.“ So verhält es sich in jeder Generation: Wenn Er das Urteil über die Frevler der Welt vollstreckt, gibt es Freude und Gesang vor dem Schöpfer.

52) Aber es gibt keine Freude vor dem Schöpfer, wenn Er das Urteil über die Frevler vollstreckt. Sondern nur, wenn das Urteil über die Frevler bereits vollstreckt ist, gibt es Freude und Gesang vor Ihm, weil sie von der Welt verschwunden sind. Als es an der Zeit war, wartete Er darauf, dass sie umkehrten, aber sie kehrten nicht von ihrer Sünde zu Ihm zurück. Aber wenn das Urteil vor ihrer Zeit über sie kommt und ihre Schuld noch nicht vollkommen ist, so wie es geschrieben steht: „Die Schuld der Amoriter ist noch nicht voll“, und es immer noch möglich ist, dass sie umkehren, dann gibt es keine Freude vor Ihm, und, dass sie verloren sind, ist in Seinen Augen schlecht.

53) Wenn ihre Zeit noch nicht gekommen ist, warum vollstreckt Er dann das Urteil über sie? Tatsächlich haben sie sich selbst das Leid zugefügt. Der Schöpfer würde nicht vor ihrer Zeit über sie richten, aber weil sie sich mit Israel verbunden haben, um ihm Schaden zuzufügen, hat Er das Urteil über sie vollstreckt und sie vorzeitig aus der Welt getilgt. Deshalb ist es in Seinen Augen schlecht, sie vor ihrer Zeit zu vernichten, und deshalb hat Er die Ägypter im Meer ertränkt, die Feinde Israels in den Tagen Joshafats, und ebenso alle anderen, vernichtet. Weil sie Israel Schaden zugefügt haben, waren sie vorzeitig verloren.

54) Aber als die Zeit reif war und Er auf sie wartete, sie aber nicht in Umkehr zurückkehrten, dann gibt es wegen ihrer Entfernung aus der Welt Freude und Gesang vor Ihm. Die Ausnahme ist, als der Tempel zerstört wurde, denn obwohl ihre Zeit bereits vollendet war und sie Ihn erzürnten, gab es dennoch keine Freude vor Ihm. Und seit dieser Zeit gibt es keine Freude mehr, weder oben noch unten.