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Kommt, seht die Werke des Ewigen, der Verwüstungen in der Erde angerichtet hat

432) „Kommt, seht die Werke des Ewigen, der Verwüstungen in der Erde angerichtet hat.“ Wenn die Welt durch die Werke des Namens HaWaYaH, der Barmherzigkeit, erschaffen worden wäre, hätte er der Erde Bestand gegeben. Aber weil die Werke des Namens Elokim Urteile sind, bringt Er Verwüstungen in die Erde, also Verwüstung.

433) Aber zwischen dem Namen HaWaYaH und dem Namen Elokim ist alles zum Besseren. Deshalb bedeutet es, wenn Er Verwüstungen in die Erde bringt, dass Er die eigentlichen heiligen Namen in die Erde legt, so haben es die Freunde erklärt.

434) Beide Auslegungen der Worte sind richtig, denn wenn die Welt im Namen “Barmherzigkeit” erschaffen wäre, hätte sie keinen Bestand gehabt. Aber weil die Welt im Urteil erschaffen wurde und im Urteil steht, steht geschrieben: „Er hat Verwüstungen in der Erde angerichtet.“ Das heißt, Er hat die heiligen Namen eingesetzt, um die Erde zu schützen. Wäre es nicht so, könnte die Welt wegen der Schuld der Menschen nicht existieren.

435) Als Noah geboren wurde, wurde er nach Nechama [Trost] benannt, damit der Name ihnen Trost spenden würde. Aber der Schöpfer war nicht mit ihnen einverstanden und ließ die Flut über sie hereinbrechen, weil er wollte, dass sie ihre Wege korrigieren und Buße tun. Noah (נח), mit umgekehrten Buchstaben, heißt Chen [חן Gnade/Gunst], so steht es geschrieben: „Und Noah fand Gnade [wurde begünstigt].“

Die Namen der Gerechten bringen ihnen Gutes, die Namen der Frevler bringen ihnen Böses. So steht über Noah geschrieben: „Und Noah fand Gnade in den Augen des Ewigen“, was bedeutet, dass die Buchstaben ins Gute umgedreht wurden. Bei Er, dem Erstgeborenen von Juda, wurden die Buchstaben ins Böse umgedreht, Er wurde zu Ra [böse], so steht es geschrieben: „Und Er, der Erstgeborene von Juda, war böse in den Augen des Ewigen.“

436) Als Noah geboren wurde, sah er die Werke der Menschen, dass sie vor dem Schöpfer sündigen, und er versteckte sich, um nicht in ihren Wegen zu wandeln. Er befasste sich mit der Arbeit seines Herrn, mit dem Buch von Adam haRishon und dem Buch von Henoch. Er befasste sich mit ihnen, um zu wissen, wie er seinen Herrn verehren sollte.

437) Woher wusste Noah, dass er seinem Herrn ein Opfer bringen sollte? Weil er Weisheit in den Büchern von Adam und Henoch fand, um zu wissen, worauf die Welt besteht. Er wusste über sie, dass die Welt auf der Opfergabe beruht und dass es ohne die Opfergabe das Obere und das Untere nicht gäbe, und deshalb brachte er die Opfergabe.

438) Rabbi Shimon ging auf der Straße, und Rabbi Elasar, sein Sohn, Rabbi Yossi und Rabbi Chija waren bei ihm. So sagte Rabbi Elasar zu seinem Vater: „Der Weg liegt vor uns, und wir möchten gerne Worte der Tora hören.”

439) Rabbi Shimon hat gesagt: „Auch wenn ein Narr auf der Straße geht, ist sein Herz mangelhaft.“ Wenn ein Mensch seine Wege vor dem Schöpfer korrigieren möchte, muss er sich mit Ihm beraten und vor Ihm beten, damit sein Weg gelingt, so wie es geschrieben steht: „Die Gerechtigkeit wird vor ihm hergehen, und er wird sein Angesicht zur Straße wenden“, denn er wird beten, dass die Shechina, die „Gerechtigkeit“ genannt wird, sich nicht von ihm zurückzieht. Anschließend „wird er sein Angesicht zur Straße wenden“.

440) So steht über einen Menschen geschrieben, der nicht an seinen Herrn glaubt: „Auch wenn ein Narr auf der Straße geht, ist sein Herz mangelhaft.“ Was ist sein Herz? Es ist der Schöpfer, der seine Shechina in das Herz des Gerechten einsetzt. Da Er nicht mit ihm auf dem Weg geht, mangelt es seinem Herzen an diesem Einsetzen der Shechina und Seiner Hilfe auf dem Weg. Er hat seinen Herrn nicht um Hilfe gebeten, bevor er sich auf den Weg gemacht hat, weil er nicht an seinen Herrn glaubt – er wird „Narr“ genannt, denn man sündigt nicht, wenn nicht der Geist der Torheit in einen eindringt.

441) Selbst wenn er auf dem Weg ist, befasst er sich nicht mit den Worten der Tora; deshalb ist sein Herz mangelhaft, denn er geht nicht mit seinem Herrn und sein Herr ist nicht auf seinem Weg. Selbst wenn er Worte des Glaubens an seinen Herrn hört, sagt er, dass es Torheit ist, sich damit zu befassen, so wie es geschrieben steht: „Und er sagt zu jedem, dass er ein Narr ist.“

442) Ebenso, als der Mann nach dem Zeichen des heiligen Bundes gefragt wurde, das in das Fleisch des Menschen eingeschrieben ist, und er sagte, dass es nicht der Glaube ist, hörte der alte Rabbi Yisa und sah ihn an und machte ihn zu einem Knochenhaufen. Und wir, die wir mit der Hilfe des Schöpfers auf diesem Weg sind, sollten deshalb auf ihm Worte der Tora sprechen.

443) David hat gesagt: „Lehre mich deinen Weg, Ewiger; ich will in deiner Wahrheit wandeln; vereine mein Herz, dass ich deinen Namen fürchte.“ Dieser Vers ist schwer zu verstehen. Schließlich liegt alles in den Händen des Schöpfers, außer ob man ein Gerechte oder ein Frevler ist, wie wir lernen, dass alles in den Händen des Himmels liegt, außer der Furcht vor dem Himmel. Deshalb fragt er, wie David den Schöpfer darum bitten konnte.

444) David aber hat gesagt: „Lehre mich deinen Weg, Ewiger“. Er bat den Schöpfer, ihm die Augen zu öffnen und ihn den geraden und korrigierten Weg zu lehren. Und danach: „Ich will in Deiner Wahrheit wandeln“, ich will auf dem Weg der Wahrheit wandeln und weder nach rechts noch nach links abschweifen. „Vereinige mein Herz“, wie es geschrieben steht, “der Fels meines Herzens und mein Anteil.“ Die heilige Shechina, die sich in das Herz kleidet, wird „Der Fels meines Herzens“ genannt, und darum bat er: „Vereinige mein Herz.“

Und um all das bitte ich, um Deinen Namen zu fürchten, an der Furcht vor Dir zu haften und meinen Weg recht zu halten. Deinen Namen zu fürchten ist der Platz meines Anteils, Malchut, was der Anteil Davids ist, in dem die Furcht ist, Ihn zu fürchten, denn Malchut ist die Furcht und heißt „Furcht“.

445) Wer den Schöpfer fürchtet, bei dem ist der Glaube so, wie er sein sollte, denn dieser Mensch ist in der Arbeit seines Herrn vollkommen. Einem Menschen, der keine Furcht vor seinem Herrn hat, fehlt der Glaube und er ist es nicht wert, einen Anteil für die kommende Welt zu bekommen.

446) Glücklich sind die Gerechten in dieser und in der kommenden Welt, weil der Schöpfer ein Verlangen nach ihrer Gunst hat. So steht geschrieben: „Der Weg der Gerechten ist wie das Licht der Morgenröte, das immer heller leuchtet.“ „wie das Licht der Morgenröte“ ist wie das Licht, das leuchtet, das der Schöpfer in dem Werk der Schöpfung erschaffen hat. Es ist das Licht, das der Schöpfer für die Gerechten für die kommende Welt verhüllt hat. Es leuchtet immer heller, weil es in seinem Licht immer zunimmt und nie mangelhaft ist.

447) Über die Frevler aber steht geschrieben: „Der Weg der Frevler ist wie Finsternis; sie wissen nicht, worüber sie stolpern.“ Wissen sie nicht, worüber sie stolpern? Die Frevler wandeln in dieser Welt auf einem krummen Weg und wollen nicht sehen, dass der Schöpfer sie in der Welt der Wahrheit verurteilt und sie in das Gericht der Hölle bringt. Sie schreien in der Hölle und sagen: „Wehe uns, dass wir ihm nicht unsere Ohren geliehen haben und nicht auf Seine Mizwot in dieser Welt gehört haben.“ Jeden Tag sagen sie: „Wehe!“

448) Der Schöpfer ist dazu bestimmt, den Gerechten in der kommenden Welt zu scheinen und sie mit ihrem Anteil zu belohnen. Es ist ein Platz, den das Auge nicht erfasst, so wie es geschrieben steht: „Nie hat ein Auge gesehen einen Gott außer Dir; Was du für den tun wirst, der auf dich wartet“ Es steht auch geschrieben: „Du wirst die Frevler zertreten, denn sie werden Asche unter deinen Füßen sein.“ Glücklich sind die Gerechten in dieser Welt und in der kommenden Welt. So steht über sie geschrieben: „Die Gerechten werden das Land für immer erben.“ Es steht auch geschrieben: „Nur die Gerechten werden Deinem Namen Dank geben.“ Gesegnet sei der Schöpfer in Ewigkeit, Amen und Amen.