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Ich werde den Menschen auslöschen

425) „Und der Ewige sagte: ‚Ich werde den Menschen auslöschen.‘“ Es steht auch geschrieben: „Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken.“ Wenn ein Mensch sich an einem anderen rächen will, schweigt er und sagt ihm nichts, denn wenn er ihn benachrichtigen würde, würde er sich hüten und er könnte ihn nicht besiegen.

426) Aber der Schöpfer tut das nicht, denn Er vollstreckt das Urteil in der Welt nicht, bevor Er es nicht einmal, zweimal und dreimal verkündet und bekanntgibt, denn kein Mensch kann sich ihm widersetzen und sagen: „Was tust du da?“ Es ist auch unmöglich, sich von ihm hüten oder sich gegen ihn zu erheben.

427) „Und der Ewige sagte: ‚Ich will den Menschen auslöschen.‘“ Er hat ihnen das durch Noah gesagt und sie mehrmals gewarnt, aber sie haben nicht darauf gehört. Und als sie nicht hörten, brachte Er das Gericht über sie und rottete sie vom Angesicht der Erde aus.

428) „Und er nannte seinen Namen Noah und hat gesagt: ‚Dieser wird uns von unserer Arbeit trösten.‘“ Woher wusste er schon bei seiner Geburt, dass dieser uns bei unserer Arbeit trösten würde? Als der Schöpfer die Welt verfluchte, so wie es geschrieben steht: „Verflucht ist deinetwegen die Erde“, sagte Adam zum Schöpfer: „Herr der Welt, wie lange wird die Welt verflucht bleiben?“ Der Schöpfer antwortete: „Bis du einen Sohn hast, der wie du beschnitten ist.“

429) Sie warteten, bis Noah geboren wurde. Als Noah geboren wurde, sah er, dass er beschnitten und in das heilige Zeichen eingeschrieben war, und er sah, dass die Shechina mit ihm verbunden war. Da verstand er, dass in seinen Tagen der Fluch von der Erde aufgehoben werden würde, und nannte seinen Namen nach dem, was später geschehen sollte.

430) Am Anfang wussten sie nicht, wie man sät, erntet und pflügt. Sie pflügten das Land mit ihren Händen. Als Noah kam, baute er ihnen Werkzeuge und alle Geräte, die sie brauchten, um die Erde zu korrigieren, damit sie Früchte trägt. Es steht geschrieben: „Dieser wird uns trösten in der Arbeit und vor der Traurigkeit unserer Hände, die von der Erde kommt, den der Ewige verflucht hat.“ Er hat das Land von dem Fluch befreit, auf dem sie „Weizen säen und Dornen und Disteln ernten.“ Deshalb steht über Noah geschrieben: „Ein Mann der Erde“.

431) „Ein Mann der Erde“ bedeutet, so steht es geschrieben, „Naomis Mann“, der Ehemann der Erde, denn er hat die Erde durch das Opfer, das er darbrachte, aus der Verfluchung geholt. Und dann steht geschrieben: „Ich werde die Erde nie wieder wegen eines Menschen verfluchen.“ Er wurde deshalb „Mann der Erde“ genannt, und deshalb gab man ihm den Namen Noah – nach der Zukunft.