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Und er trieb den Menschen hinaus

312) „Und Er trieb den (Et) Menschen hinaus.“ Wer hat wen vertrieben? Hat der Schöpfer den Menschen hinausgetrieben oder nicht? Schließlich steht nicht geschrieben: „Und der Ewige trieb den Menschen hinaus“, sondern einzig und allein: „Und Er trieb den Menschen hinaus.“

Das Wort Et [den/die] im Text wurde umgedreht verwendet. Es hätte heißen müssen: „Und der Mensch trieb die…“, aber es steht geschrieben: „Und Er trieb den…“ Das Wort Et [den/die] deutet auf die Shechina hin, die Et [den/die] genannt wird. „Der Mensch trieb die…“, das heißt, der Mensch trieb die Shechina hinaus. Die Worte wurden jedoch umgestellt. Es hätte eigentlich heißen müssen: „Und der Mensch trieb die…“

313) Deshalb steht geschrieben: „Und der Ewige, Gott, schickte ihn aus dem Garten Eden hinaus“, denn der Mensch vertrieb „die“, also die Shechina.

Mit anderen Worten: Der Sohar fragt, warum die doppelte Formulierung, wo geschrieben steht: „Und der Ewige, Gott, schickte ihn aus dem Garten Eden hinaus“, und gleich danach: „Und Er trieb den Menschen hinaus.“? Das beweist, dass das Wort Et [den/die] die Shechina ist. Und der Vers „Und Er trieb den Menschen hinaus“ ist eine Interpretation des Verses “Und der Ewige, Gott, schickte ihn aus dem Garten Eden hinaus“, denn deshalb hat Er ihn aus dem Garten Eden hinausgeschickt, denn durch seine Sünde hat er die Shechina von ihrem Platz vertrieben.

„Und Er stellte die Cherubim östlich des Gartens Eden auf.“ Es steht eindeutig geschrieben: „Und Er stellte“ und nicht „Und der Ewige stellte“, denn es bezieht sich auf Adam haRishon, der die Cherubim an diesen Platz stellte, der die höheren Wege und Pfade verursachte und versperrte, und die Fülle hörte auf, und er setzte Urteile über die Welt ein und dehnte von jenem Tag an Flüche auf die Welt aus.

314) „Und das flammende Schwert, das sich in jede Richtung dreht“ bedeutet, dass alle, die in den Dinim sind, in der Welt umherspringen. Sie springen von Form zu Form, ziehen eine Form aus und ziehen eine andere an, verwandeln sich in viele Formen, um die Welt zu rächen.

Manchmal sind sie in der Gestalt von Männern, manchmal in der von Frauen. Manchmal sind sie ein flammendes Feuer, und manchmal sind sie Geister. Es gibt keinen Menschen, der sie fassen kann, und all das geschieht, um den Weg des Baumes des Lebens zu bewahren, damit sie nicht weiter Schaden anrichten wie bisher.

Die beiden Punkte, Bina und Malchut unterhalb des Chase von Malchut, sind ineinander eingeschlossen. Es gibt Bina und Malchut am Punkt von Bina, und es gibt Bina und Malchut am Punkt von Malchut.

Vier Herrschaften dehnen sich von ihnen aus. Bina und Malchut in Bina gelten als Männliches, also Männer, denn Bina endet mit einem Mann. Bina und Malchut in Malchut gelten als Weibliches, also als Frauen. Das Leuchten der Rechten in jedem von ihnen wird als Geister angesehen, das Leuchten der Linken in jedem von ihnen als flammendes Feuer.

315) „Das flammende Schwert“ bezeichnet diejenigen, die Zauberei mit Feuer durchführen und harte Strafen über die Köpfe der Frevler und Übertreter bringen. Die Formen verwandeln sich in verschiedene Arten von Dinim, je nach den Wegen der Menschen. Deshalb werden sie Lahat [Flamme] genannt, so wie es geschrieben steht: „Und der Tag, der kommt, wird sie in Flammen setzen.“ Und deshalb werden sie „Schwert“ genannt, da es ein Schwert für den Schöpfer ist, so wie es geschrieben steht: „Das Schwert des Ewigen ist mit Blut gefüllt.“

316) Das flammende Schwert sind sogar all jene, die unten, in dieser Welt, bestrafen, die sich von Form zu Form wandeln. Sie sind alle über die Welt bestellt, um den Frevlern der Welt, die gegen das Gebot ihres Schöpfers verstoßen, zu schaden und sie zu verleumden.

Der Vers „Und der Tag, der kommen wird, wird sie in Flammen setzen“ spricht von hohen Strafen und hohen Beauftragten. Hier wird gesagt, dass auch diejenigen, die unten bestrafen, in das flammende Schwert eingeschlossen sind, das sich in alle Richtungen dreht.

317) Als Adam sündigte, dehnte er mehrere Frevler und Ankläger auf sich aus. Er fürchtete sie alle und konnte sie nicht überwinden.

Salomo kannte die höhere Weisheit (Chochma), und der Schöpfer setzte ihm die Krone (Keter) des Königtums (Malchut) auf, und alle Völker der Welt fürchteten ihn. Als er sündigte, dehnte er Frevler und mehrere Ankläger auf sich aus, d. h. Schurken des Urteils (Dinim), und er fürchtete sie alle. So konnten sie ihm Schaden zufügen und nahmen ihm alles, was er besaß.

318) Deshalb zieht er durch das, womit ein Mensch wandelt, und durch den Weg, an dem er anhaftet, eine ihm entgegengesetzte Kraft an sich. Wenn er einen guten Weg geht, zieht er eine bestimmte Kraft von der Seite der Kedusha [Heiligkeit] auf sich, die ihm beisteht. Wenn er aber einen schlechten Weg geht, zieht er eine böse Kraft von der Seite der Unreinheit auf sich, die ihm schadet. So war es auch bei Adam haRishon: Durch seine Sünde zog er eine andere, unreine Kraft auf sich, die ihn und alle Menschen auf der Welt verunreinigte.

319) Als Adam haRishon sündigte, dehnte er die Kraft der Unreinheit auf sich aus und verunreinigte sich und alle Menschen in der Welt. Das ist die frevlerische Schlange, die unrein ist und die Welt verunreinigt hat. Wenn der Todesengel die Seelen aus den Menschen herausnimmt, bleibt ein unreiner Körper zurück, der das Haus verunreinigt und alle verunreinigt, die in seiner Nähe sind, so wie es geschrieben steht: „Wer den toten Körper eines Menschen berührt, ist unrein.“ Das ist so, weil der Tod von der unreinen, frevlerischen Schlange abstammt.

320) Wenn also der Todesengel die Seele genommen und den Körper verunreinigt hat, wurde allerlei Arten von Unreinheit die Erlaubnis gegeben, auf dem Körper zu sein, denn der Körper wurde durch die böse Schlange, die auf ihm liegt, verunreinigt, weil der Tod von ihr abstammt. Er verunreinigt ihn aus diesem Grund dort, wo die frevlerische Schlange zu finden ist, und er wird unrein.

321) Alle Menschen auf der Welt, die nachts in ihren Betten schlafen – und die Nacht breitet ihre Flügel über alle Menschen auf der Welt aus – schmecken den Geschmack des Todes. Und weil sie den Geschmack des Todes schmecken, streift zu dieser Zeit der Geist der Unreinheit durch die Welt und verunreinigt sie, und er wird an den Händen eines Menschen gefunden und er wird unrein.

322) Wenn er aus dem Schlaf erwacht und seine Seele zu ihm zurückkehrt, wird er alles, was er berührt verunreinigen, weil der Geist der Unreinheit auf ihnen ist. Aus diesem Grund soll man sein Gewand nicht von einem Menschen nehmen, der seine Hände nicht gewaschen hat, denn er hat den Geist der Unreinheit auf sich ausgedehnt und ist unrein geworden, und es ist dem Geist der Unreinheit erlaubt, überall zu sein.

323) Deshalb soll man sich nicht die Hände von einem waschen lassen, der sich nicht selbst die Hände gewaschen hat, denn er zieht den Geist der Unreinheit auf sich, und wer Wasser von ihm nimmt, empfängt diesen, und dann hat der Geist der Unreinheit die Erlaubnis, auch auf ihm zu liegen. Aus diesem Grund sollte sich der Mensch vor der frevlerischen Schlange hüten, wohin er sich auch wendet, damit sie ihn nicht beherrscht.

Der Schöpfer ist dazu bestimmt, den Geist der Unreinheit in der kommenden Welt aus der Welt zu tilgen, so wie es geschrieben steht: „Und ich werde den Geist der Unreinheit aus dem Land entfernen“, und wie es auch geschrieben steht: „Er wird den Tod für immer verschlingen.“